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UKW147 Ukraine: Die Bedienungsanleitung sagt nein

Die Ukraine schwächt weiter nachhaltig die Logistik der Russischen Armee und versetzt die Krim in den Ausnahmezustand

Während sich die Ukraine russischer Angriff in Kostantinyvka erwehrt schwächt die Ukrainische Armee weiterhin erheblich die Logistik im Hinterland der besetzten Gebiete. Dadurch spitzt sich die Versorgungslage mit Kraftstoffen und Lebensmitteln auf der Krim dramatisch zu und auch die Versorgung der Front wird den Russen immer schwerer gemacht. Doch weil nicht nur Tanklaster sondern auch weiterhin und sehr erfolgreich die russische Öl-Infrastruktur in Form von Raffinerien, Tanklagern und Pumpstationen angegriffen wird, gerät die Versorgung mit Treibstoff in ganz Russland ins Schwanken.

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Veröffentlicht am: 3. Juli 2026
Dauer: 2:05:21


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Einführung 00:00:31.209
  3. Big Picture 00:05:01.698
  4. Kriegsdiplomatie 00:15:40.720
  5. Angriffe auf Fabriken 00:26:23.929
  6. Fregatte Admiral Grigorovich 00:30:06.071
  7. UA Hacker legen „Glaz/Groza“ lahm 00:33:02.558
  8. Russische Firmen sollen ihre Flugabwehr selber zahlen 00:34:05.115
  9. Yandex-Maps verrät Militär-Standorte 00:38:37.025
  10. Waffentechnik 00:40:05.564
  11. TrophyLab 00:46:17.732
  12. Angriffe auf Ölraffinerien 00:48:41.506
  13. Situation auf der Krim 01:06:42.104
  14. Kraffstoffversorgung Russlands 01:27:20.893
  15. Kann Russland die Krim halten? 01:50:29.363
  16. Fazit 02:01:49.209

Transkript

Tim Pritlove
0:00:31
Pavel Mayer
0:01:01
Tim Pritlove
0:01:02
Pavel Mayer
0:02:37
Tim Pritlove
0:03:39
Pavel Mayer
0:04:09
Tim Pritlove
0:05:02

Gut, dann vielleicht erstmal ein Big Picture, was so passiert ist seit unserer letzten Sendung. Die letzte Sendung haben wir veröffentlicht am 19. Juni. Heute ist der 1. Juli. Also wir blicken so auf zwei Wochen nur zurück, die passiert sind. Und ja, eigentlich ist nur das weitergelaufen, was wir schon zuletzt beobachtet haben. Das heißt, die extremen Angriffe mit Drohnen auf dieses Hinterland des russischen, ja, also des besetzten Gebietes, also sagen wir mal so die Logistikzone, Da, wo die Russen meinen, eigentlich, sicher zu stehen und nicht großen Angriffen ausgesetzt sein zu können, dort ist die Situation für Russland einfach sehr wackelig geworden. Und es ist halt den Ukrainern jetzt gelungen, einerseits durch diese hohe Drohnenproduktion, durch eine gute Koordination, durch eine schnelle Reaktion auf neue Daten, da haben wir letztes Mal ja auch schon drüber gesprochen, einfach dort hunderte von LKWs, Tanklastern etc. rauszunehmen. Die genauen Zahlen sind etwas schwierig zu erfüllen. Ich weiß nicht, was du so zuletzt wahrgenommen hast, aber man kann davon ausgehen, dass so in den letzten Wochen da einfach... 800 bis 1000 Fahrzeuge gekillt wurden und vor allem. Führt es einfach dazu, dass sich da eben keiner mehr langtraut und dadurch bricht einfach, die Versorgung in diesem gesamten Frontbereich und natürlich speziell auch in der Krim, zusammen, Weil das eben diese eine Verbindungsroute betrifft, diese Straße, die von Russland über Mariupol über Melitopol in die Krim führt. Und das ist halt eigentlich der einzige Versorgungspunkt, der noch übrig geblieben ist, weil sich eben über diese Kerzbrücke die Krim nicht mehr ausreichend versorgen lässt. Dazu kommen weiterhin Long-Range-Angriffe auf Fabriken, auf die ganze Ölinfrastruktur. Das nimmt noch weiter zu. Das scheint auch nochmal sehr viel erfolgreicher zu sein, als es das in den letzten Monaten war. Da werden wir auch gleich nochmal ausführlich drüber sprechen. Und das Ganze hat jetzt dazu geführt, dass in ganz Russland einfach eine extreme Treibstoffversorgungskrise ausgebrochen ist. Also unabhängig davon, ob es eigentlich genug Treibstoff gibt, erreicht er offensichtlich jetzt die Leute nicht mehr und in den allermeisten Teilen Russlands gibt es einfach extreme Beschränkungen bei der Ausgabe von Sprit, sowohl an die Wirtschaft, an LKWs, an PKWs und das betrifft dann auch ausnahmsweise mal Moskau. Und es betrifft auch die Ernte, es betrifft die ganze Wirtschaft und die russische Bevölkerung dreht irgendwie total durch. Nebenbei gibt es dann noch Gerüchte einer Mobilisierung und das ist so in etwa, die Gesamtmengelage, in der wir uns gerade befinden. In Russland werden alle super nervös, Putin macht Fernsehauftritte, die, Absurd sind und so geht es weiter.

Pavel Mayer
0:08:39
Tim Pritlove
0:10:56
Pavel Mayer
0:11:12
Tim Pritlove
0:13:09
Pavel Mayer
0:13:52
Tim Pritlove
0:15:07
Pavel Mayer
0:15:09
Tim Pritlove
0:15:31

Also jetzt im Vergleich, angepasst auf unsere Kaufkraft. Ja und das ist nicht gut. Genau, zu den Details kommen wir gleich noch. Dann vielleicht erstmal, was so politisch drumherum sich dann auch abspielt. Also man merkt, die Ukraine wird ein wenig... Ich weiß nicht, Mutiger, ich meine an Mut hat es ihnen ja noch nie so richtig gefehlt, aber die Aussagen werden sehr konkret. Also Sierski, der Chef des Militärs, der hat auch schon davon gesprochen, dass sie 2026 in eine Offensive gehen werden. Was auch immer die Intention der Ankündigung eines solchen Schrittes sein mag, kann man sich halt auch fragen, was die konkrete Ausgestaltung dieser Offensive sein wird vor ein paar Jahren. Also wann war das? Das war dann 1923 hatten wir dann glaube ich ja diesen doch weitgehend gescheiterten Versuch mit so konventionellen Mitteln mit Panzern im Süden durchzubrechen. Seitdem ist eigentlich die Ukraine ja permanent in so einer Rückwärtsverteidigung, Abnutzungskrieg etc. Aber jetzt ist das Wort Offensive auch gefallen. Was die aktuelle Situation betrifft, tritt Selenskyj, auch sehr laut auf und hat also jetzt vor ein paar Tagen gesagt, ja wir machen jetzt hier 40 Tage lang eine sehr intensive Operation. Ganz offensichtlich so mit dieser Intention hier in irgendeiner Form auch auf diplomatischen Paketwirkungen zu erzielen, weil Russland schwankt. Du hast ja gesagt, sogar die USA tendiert dazu, das neue Szenario zu akzeptieren. Das will ja auch was heißen, auch wenn es vielleicht nicht ganz so wichtig ist. Es ist sicherlich auch eine Botschaft an Europa. Überhaupt werden die Botschaften an Europa auch immer klarer und immer fordernder. Im Sinne von, ihr seht, wenn wir die Unterstützung erhalten, dann können wir hier auch was machen. gibt man noch ein bisschen mehr, dann geht es hier richtig rund. Aber es ist vor allem ein Appell an Russland, so nach dem Motto, Ihr seht, was gerade passiert. Wir hauen euch irgendwie jeden Tag eine Fabrik, eine Raffinerie, vielleicht auch mal zwei oder drei um die Ohren. Jetzt habt ihr schon keinen Sprit mehr. Die Krim hängt am seidenen Faden. Bewegt euch. Also auch der Ukraine wäre es halt am liebsten, würden die Waffen von heute auf morgen schweigen, aber das ist halt mit Russland derzeit noch nicht zu machen. Dementsprechend werden jetzt eben auch die Konsequenzen oder wie sie das eben sagen, die kinetischen Sanktionen auch immer weiter ausgeweitet werden.

Pavel Mayer
0:18:18
Tim Pritlove
0:19:42
Pavel Mayer
0:20:40
Tim Pritlove
0:20:59

Genau und das gefällt natürlich der Ukraine überhaupt nicht und dann ist was echt Bemerkenswertes passiert, weil dann einfach Selenskyj gesagt hat, so Leute, wir wissen, dass ihr das macht und ihr schaltet die jetzt innerhalb von sieben Tagen ab, und wenn ihr die nicht abschaltet, dann schalten wir die ab. Das war so sein trockener Kommentar und ja, es hat glaube ich dann fünf Tage oder vier Tage gedauert und da waren die abgeschaltet, sie waren vielleicht nicht demontiert, sie sind nicht rückgebaut worden, das weiß man nicht, aber es war auf jeden Fall klar sie waren dann abgeschaltet, was dann eben sofort Angriffe im Norden wieder schwieriger bis unmöglich gemacht hat. Und man merkt so, dass der Lukaschenko überhaupt keinen Bock hatte auf diese Aktion. Also Putin wird ihn dazu mehr oder weniger gezwungen haben, nur die Drohung von Zelensky ist jetzt sozusagen stärker als die Drohung von Putin. Und das ist wirklich eine bemerkenswerte Wende. Lukaschenko will diesen Krieg nicht. Also selbst wenn er es irgendwie mit in Kauf genommen hat, das war nicht seine Idee. Er hat sich da von den Russen irgendwie übertölpeln lassen. Vielleicht dachte er ja auch so, naja, das dauert ja auch nur drei Tage. Aber ist dann relativ schnell auf den Trichter gekommen, oh oh, da können wir uns nur die Finger verbrennen und hält sich seitdem eigentlich weitgehend raus, so wie es irgendwie möglich ist. Aber jetzt war klar, dass er wusste, dass die Ukrainer halt nicht spaßen. Die werden in einer Woche anfangen, diese Dinger abzuschießen und dann werden sie sich unter Umständen auch nicht dabei belassen, sondern eben auch vielleicht noch weitergehender dort Maßnahmen ergreifen und das hat gereicht. Also das war dann einfach für Lukaschenko ausreichend zu sagen, so ja, nee, das schalten wir jetzt mal ab.

Pavel Mayer
0:23:00

Naja, er befürchtet natürlich, er hat nicht dieselbe Luftflugabwehr, wie Russland und selbst Russland hat halt jetzt Probleme und die Befürchtung ist einfach, dass die Ukraine dann auch weißrussische, dass Raffinerien und Infrastruktur ausschaltet und dass das dann zu Protesten führt im Land. Und die Russen mussten ja schon mal Truppen schicken, um zu verhindern, dass Lukaschenko abgesetzt wird nach den letzten Wahlen, in Anführungszeichen, wo natürlich massiver Wahlbetrug stattfand. Und ja, das Problem ist einfach, dass Lukaschenko sich Sorgen um einfach die Stabilität seines Regimes macht. Und er ist ja auch irgendwie Europas längster, oder ich sag mal weltlängster Diktator. Also. Am längsten regierender Diktator und ja, hat sich irgendwie immer geschickt durchgeschmuggelt. Das Ganze ist aber auch bemerkenswert, weil Russland und Weißrussland haben ja einen sogenannten Unionsstaat und sind halt eigentlich sehr integriert. Und da ist eigentlich das Ziel, dass Russland und Weißrussland eigentlich verschmelzen. Aber ja, und sie sind eigentlich halb verschmolzen, so institutionell, aber eben dann wiederum doch nicht. Und in Weißrussland gibt es eben auch gewissen Widerstand gegen die zunehmende Russifizierung. Also der belarussische Dialekt des Russischen wird halt unterdrückt. Und so, wenn man ja ab welcher russischen Dialekt spricht, kriegt man bestimmte Jobs nicht und so. Also das ist nicht ganz so beliebt dort. Ja, und dann... Genau, dann ist vorgestern oder so, ist Lukaschenko dann erstmal für einen Tag zu Putin geflogen und hat sich mit ihm getroffen, den ganzen Tag, wurde aber, gibt es keine Bilder von, wurde nichts berichtet, was das Ergebnis war, einfach. Und dann sind wir heute nach China oder gestern nach China geflogen und genau hat sich dann, eben auch mit Xi getroffen und vermutlich dort um Unterstützung gebeten gegen, Russland, weil China auch glaube ich eher so nicht möchte, dass die ganze Sache eskaliert. Und ja, wirklich interessant, was da gerade… Was alles so eskaliert.

Tim Pritlove
0:26:24

Ja, dann gucken wir doch mal, was alles so im Detail eskaliert ist. Also, abgesehen von den Angriffen auf die ganze Ölinfrastruktur und die Logistik gab es also diverse bemerkenswerte Angriffe. Offensichtlich. Nimmt die Ukraine jetzt in zunehmendem Maße auch die Rüstungsindustrie Russlands ins Visier. Gerade heute gab es nochmal einen Angriff, das habe ich jetzt nur zur Hälfte im Kopf, aber so eine relativ wichtige Halbleiterfabrik, die halt Komponenten herstellt für diese Iskander und Kaha, Misshals und so weiter. Also wichtige Komponenten. Diese Standorte kennt die Ukraine und die sind teilweise relativ weit weg. Ich glaube, die heute war auch wieder so 700 Kilometer entfernt. Und das ist so eine Distanz, die konnte man halt bisher nur mit Drohnen erreichen. Hat die Ukraine auch geschafft, gab immer wieder mal solche Angriffe, aber, jetzt zum Beispiel in Wurnesh gab es eine Halbleiterfabrik, die ist auch so irgendwie 600 Kilometer oder so glaube ich entfernt und da sind dann irgendwie drei Stormshadows rein. Das hat man auf den Videos gesehen, dass das jetzt keine Flamingo oder sowas war. Und diese Storm Shadows sind ja erstmal jetzt nicht aus der ukrainischen Produktion, haben sie nicht so viele von. Das heißt, die setzen sie also wirklich nur ein, wenn es sich so richtig lohnt. Und es waren dann aber mindestens drei auf einmal. Aber die Reichweite spricht halt dafür, dass es mittlerweile keine Längenbeschränkungen mehr gibt. Es gibt ja dieses Storm Shadow in so einer kurzen internationalen Version und so einer internen Version.

Pavel Mayer
0:28:15
Tim Pritlove
0:28:44
Pavel Mayer
0:28:49

Ja.

Tim Pritlove
0:28:51
Pavel Mayer
0:28:53
Tim Pritlove
0:29:38
Pavel Mayer
0:29:38
Tim Pritlove
0:30:05
Pavel Mayer
0:30:58
Tim Pritlove
0:30:59
Pavel Mayer
0:31:43
Tim Pritlove
0:33:02
Pavel Mayer
0:34:41
Tim Pritlove
0:36:19
Pavel Mayer
0:36:22
Tim Pritlove
0:38:21
Pavel Mayer
0:38:29
Tim Pritlove
0:38:36
Pavel Mayer
0:39:41
Tim Pritlove
0:39:45
Pavel Mayer
0:41:31
Tim Pritlove
0:41:50
Pavel Mayer
0:41:51
Tim Pritlove
0:42:31
Pavel Mayer
0:42:51
Tim Pritlove
0:43:14
Pavel Mayer
0:44:11
Tim Pritlove
0:46:09
Pavel Mayer
0:47:36
Tim Pritlove
0:48:38
Pavel Mayer
0:49:57

Ja, also, weil was man halt auch immer gesehen hat, war, es gab Angriffe auf Raffinerien, die dann aber alle paar Monate wiederholt wurden. Also teilweise einige Raffinerien wurden schon bis zu zehnmal angegriffen in den letzten drei Jahren, ja, in unterschiedlichen Abständen. Und da fragt man sich natürlich so, wieso ist das jetzt nötig, so eine Raffinerie ständig wieder anzugreifen und die Russen sind offenbar sehr gut darin, Raffinerien zu reparieren. Das scheint aber jetzt zunehmend weniger der Fall zu sein. Also bei der Moskauer Raffinerie war die Rede davon, dass sie mindestens sechs Monate offline sein wird. Und ich habe mich dann jetzt gefragt, was muss man denn in so einer Raffinerie eigentlich treffen oder zerstören, damit die möglichst lange offline bleibt und welche Folgen hat das dann? Weil so moderne Raffinerien ist jetzt nicht irgendwie nur ein Destillationstower, und so wie man das das kennt aus der Schule, sag ich mal hier. Ein großer Turm, da wird das Rohöl unten gekocht, dann verdampft das und je nach Höhe so, eine fraktionelle Destillation, je nachdem unterschiedlich kühle Zonen und hier unten kommt halt die schweren Öle, raus und Thea bleibt unten und ganz oben kommt Gas raus und Benzin ist dann da oben und Diesel ist unter Benzin. So wurde einem das in der Schule beigebracht. Okay, fraktionellen Destillationsturm und das ist es tatsächlich. Tatsächlich ist so eine Destillationskolonne oder CDU, wie es im Englischen heißt, Crude Destillation Unit, ist ein ziemlich großes Ding. Das wird halt speziell für jede Raffinerie gefertigt, ist gigantisch groß, kostet irgendwie zwischen 50 und 200 Millionen und dauert normalerweise zwei bis vier Jahre sowas zu liefern. Aber so lässt sich aber auch vermutlich, reparieren und vorab all diese Komponenten, die ich jetzt nenne, das meiste davon fertigt oder stellt Russland selbst her. Das heißt, sie sind da durchaus in der Lage, das zu reparieren, aber es ist halt trotzdem nicht einfach. Was aber empfindlicher ist oder nach diesen Rohöldestillationskolonnen. Gibt es dann Vakuum-Destillationskolonnen, die sind dann in der Lage nochmal so die schweren Sorten, die Rückstände besser aufzuarbeiten. Ist eben auch eine Einzelanfertigung und essentiell für moderne Raffinerien. Aber so richtig advanced wird es dann beim sogenannten, Cracking und da gibt es die Fluid Catalytic Crackers, FCCs, und es ist so mit die komplexeste Anlage in der Raffinerie, da gibt es einen Reaktor und einen Regenerator und Zyklone und Luftverdichter und Hochtemperaturleitungen. Und die können bis zu zwei Milliarden kosten und drei bis sechs Jahre brauchen, bis die hergestellt sind. Und so ein FCC bestimmt halt maßgeblich, wie viel Benzin eine Raffinerie produzieren kann. Also ohne FCC kannst du halt andere Sachen wie Diesel zwar noch produzieren, aber eben die Benzinausbeute wird geringer ohne FCCs. Und Alternative dafür sind sogenannte Hydro-Cracker und die sind noch teurer als die FCC-Anlagen, weil die mit 200 Bar Druck arbeiten und 400 Grad Temperatur und irgendwie, dicke, fette Spezialreaktoren, so 1000 Tonnen schwer und kosten so zwischen 1 und 3 Milliarden so einen Hydro-Cracker.

Tim Pritlove
0:54:40
Pavel Mayer
0:54:46

Genau, was da im Wesentlichen passiert. Rohöl besteht halt aus unterschiedlich langen Kohlenstoffketten mit Wasserstoff außen dran. Und je länger die Ketten, umso dickflüssiger ist es. Umso kürzer die Ketten, umso flüssiger und auch flüchtiger wird es. Also Benzin ist dann vergleichsweise kurzkettig und dann ja, Schweröl oder so, das Viskos ist oder Teer ist halt dann das langkettigste. Und was eben so ein FCC, so ein katalytischer Cracker oder so ein Hydrocracker halt machen ist, man pumpt dort Wasserstoff rein und bricht dann diese langen Ketten in kurze Ketten auf. Das heißt, man kann dann quasi, ist dann in der Lage, ich brauche jetzt mehr Benzin, man kann dann aus Teer Benzin machen, indem man halt die Ketten aufbricht und dadurch eben, ja, dafür ist das da. Und dazu braucht es eben viel Wasserstoff. Das heißt, was du auch in so einer modernen Raffinerie hast, ist so eine Wasserstoffanlage oder sich Steam Methane Reformer anzupassen. Wo dann halt im Wesentlichen aus Methan dann Wasserstoff abgespalten wird und der wird dann eben genutzt, zum Cracking und außerdem auch noch zum Hydro-Treating, und das ist wiederum um Schwefel und Stickstoff zu entfernen aus Diesel, Benzin und Kerosin. Weil je nachdem, wo das Rohöl herkommt, hat man eben auch Schwefel drin und, den will man nicht in hohen Konzentrationen haben, weil, und da kommen wir dann später noch dazu, was das mit Motoren macht, wenn zu viel Schwefel drin ist. So, und all das braucht jetzt, all diese Anlagen, die ich jetzt genannt habe, brauchen eben eine Menge auch noch Großkompressoren und Turbinen, weil da halt auch großer Druck erzeugt, werden muss. Und so ein einzelner Kompressor kostet zwischen 20 und 100 Millionen. Und dann braucht es eine Menge Strom mit Großtransformatoren, mit Hunderten von Megawatt elektronischer Leistung, so 300 Tonnen Monster, die auch häufig zwei bis vier Jahre brauchen. Das heißt, wenn wir dann so Einschläge sehen, teilweise in den Raffinerien, auf Transformatoren dort, dann sind, das diese gigantischen Raffinerietransformatoren, die dort außer Gefecht gesetzt werden. Plus eben an verschiedenen Stellen sind Katalysatoren, also speziell bei den FCCs und bei den Hydrocrackers sind halt oft hunderte Tonnen an Katalysatoren drin, die dann so mehrere 10.000 Euro pro Tonne kosten können. Aber ja, da hat Russland produziert die halt nicht, in ausreichenden Mengen, die wurden halt bisher überwiegend importiert. Und während Russland eben einen Großteil dieser Anlagen jetzt selber fertigen kann. Ist es eben bei den modernen Katalysatoren, haben sie die nicht, dann die Prozesslizenzen, also wie das gefahren und gesteuert wird, die Raffinerie, da haben sie halt auch von westlichen Firmen das oft lizenziert. Und so dann die ganze Automatisierungs- und Messtechnik, also das Ganze ist halt voller auch jetzt, ja, computergesteuert, so eine Raffinerie mit ganz viel Druck und Temperatur und, sonstigen Sensoren und dann eben Ventilen, die geöffnet, geschlossen werden und so. Also ja, dann eben bestimmte Hochleistungsverdichter und Turbinen, müssen sie auch importieren und dann eben Spezialventile und so ein paar Hochleistungswerkstoffe. Also insofern, ja, es gibt eben da auch kritische Komponenten, aber. Ja, selbst wenn Sie es selber herstellen können, wir reden normalerweise von mehreren Jahren, die es dauert, so eine Anlage komplett zu ersetzen oder so eine Raffinerie neu zu bauen. Und die sechs Monate in Russland sind also in Moskau sind potenziell optimistisch.

Tim Pritlove
1:00:12
Pavel Mayer
1:00:36

Ja, also es gab ja jetzt so Beobachtungen, was so die Auswirkungen sind. Das fing erst mal an, dass viele Tankstellen erst mal nur Benzin mit E92 haben die das genannt, was eine geringere Klopffestigkeit hat als das 96 oder 98. Das kann man jetzt nicht direkt umrechnen, die Oktanzahl. Aber das war das Erste, was berichtet wurde. Nur noch 92er-Benzin. Eigentlich kommen moderne Motoren damit klar, also normale moderne Motoren, weil die merken das dann und passen sich an. Du hast weniger Leistung, die schrauben dann den Zündzeitpunkt zurück und Verbrauch ist höher und die Abgastemperatur ist höher, aber grundsätzlich geht das. Allerdings, wenn du jetzt so einen Motor mit Turbolader hast oder andere Hochleistungsmotoren, so mit hoher Verdichtung, so 12 zu 1 oder so, dann kannst du tatsächlich Probleme haben, dass dein Motor klopft und ganz schlecht, läuft oder sich sogar abschaltet und sagt, nee, will ich nicht. Und das ist jetzt das geringere Problem. Diese Sorte, was wir wenigstens wissen, auch in Russland wahrscheinlich, kommt halt in unterschiedlichen wiederum Kraftstoffklassen, die den maximalen Schwefelgehalt bestimmen. Und kurz gesagt eigentlich sollte es k5 sein mit irgendwie das ist das was auch wir tanken hier somit, unter zehn parts per million schwefel während die, klasse k2 250. Mal mehr schwefel nämlich bis zu 500 ppm enthalten kann und, Das scheint jetzt auch der Fall zu sein, also es wurde jetzt wohl freigegeben, dass das jetzt auch an Tankstellen verteilt wird, und ist eigentlich für Euro 5 oder Euro 6 Motoren nicht geeignet und lässt halt den Katalysator schneller altern und du musst halt häufiger das Motoröl wechseln. Und unter Umständen, je nachdem wie schlecht es wirklich ist. Hast du echte Probleme. Es gibt Berichte, wo daneben Russen, getankt haben auf dem Schwarzmarkt und dann nach ein oder zwei Kilometern liegen geblieben sind, weil der Motor einfach ihren Sprit nicht mochte. Und all das spricht jetzt dafür, dass es Probleme mit Hydro-Treating generell gibt. Dass also eine Wasserstoffgeneration betroffen ist plus dann eben, das Cracking-Potentiell. Das heißt, das reduziert dann auch die Ausbeute, das könnte auch noch dafür. Dafür verantwortlich sein, dass weniger Kraftstoff rauskommt, als man denkt aus den Raffinerien, die noch produzieren, weil eben, das Cracking dort nicht funktioniert und dass dementsprechend dann die Benzinausbeute gering ist und man dann nur noch Diesel produzieren kann und ein bisschen Benzin nebenbei. Das scheint eben jetzt der Fall zu sein, auch die größere Knappheit bei Benzin als bei Diesel eben spricht dafür, dass eben FCCs, Katalysatoren, Hydrocracker und Wasserstoffanlagen, von den Ausfällen betroffen sind und dass Raffinerien, die zwar noch produzieren, potenziell weniger produzieren, als wir denken.

Tim Pritlove
1:05:19
Pavel Mayer
1:05:43
Tim Pritlove
1:06:38

Genau, die Bedienungsanleitung sagt, nein. Vielen Dank. Besonders betroffen ist, wie schon erwähnt, Russland überall. Aber besonders betroffen ist vor allem die Krim. Das haben wir auch schon ein paar Mal erzählt. Also diese Versorgungsstraße, die wurde also jetzt auch in den letzten zwei Wochen nochmal hart angegangen. Also abgesehen davon, dass eben die Lastwagen, die Logistikfahrzeuge, die Tanklaster direkt von Drohnen angegriffen wurden, gab es auch zahlreiche Angriffe auf Brücken und zwar über die gesamte Strecke dieser Straße hinweg. Das sah teilweise gar nicht gut aus und hier und da mag es dann immer wieder mal noch einen Umweg geben, der durch dünne Straßen führt, das was natürlich für schwere Fahrzeuge dann, wenn überhaupt, nur langsam zu bewerkstelligen ist. Abgesehen davon, dass eben jetzt alle Angst haben, da überhaupt zu fahren, dann werden sicherlich auch noch ein paar gezwungen werden oder Soldaten führen das dann aus, keine Ahnung. Auf jeden Fall sieht es nicht gut aus und es kommt offensichtlich kaum noch irgendetwas durch. Und es ist halt nicht nur der Sprit, sondern es ist halt jegliche Versorgung dieses Landes. Die Krim ist ja im Wesentlichen eigentlich nur über zwei Straßenverbindungen aus dem Norden direkt zu erreichen. Das eine ist die einzige Landbrücke bei Amjansk. Auch dort gibt es natürlich noch ein paar Brücken, die vor allem über diesen ehemaligen Kanal, der ja nicht mehr bewässert wird, weil die Russen ja ihren Staudamm gesprengt haben, vor ein paar Jahren, also nicht ihren Staudamm, sondern den der Ukraine bei, Kherson, den Novakovka-Damm. Und mit diesem Damm ist dann eben auch diese Ableitung in den Krimkanal hinfällig geworden. Jetzt wächst da schön Gras drin, aber es ist natürlich immer noch so eine Mulde. Und da, wo keine Straße ist, müssen sie dann eben jetzt Erde aufschütten als Notstraße. Auch alle Eisenbahnbrücken sind meines Wissens mittlerweile zerstört worden und zwar nicht nur auf der Zuführung zur Krim, sondern auch schon Brücken auf der Krim selber. Also auch diese ganze Eisenbahnstrecke ist in höchster Not und so ist einfach dieses ohnehin schon dünne Straßengeflecht, was die Krim überhaupt hat, mehr oder weniger komplett außer Betrieb gesetzt worden. Also irgendwo kommt sicherlich noch irgendwas durch, aber es ist halt einfach nicht im Ansatz ausreichend, um die Krim mit Sprit zu versorgen. Und das führt jetzt dazu, dass in zunehmendem Maße auch Projekte. Also Bürger hätte ich jetzt fast gesagt, also Russen offenbar mit den letzten paar Litern Sprit, die sie noch irgendwo haben auftreifen können, die Flucht nach Russland angetreten haben. Also die Schlangen an der Kerzbrücke sind extrem lang. Da stehen wohl irgendwie ein paar hundert PKWs und warten darauf, dass sie auf die Brücke gelassen wird.

Pavel Mayer
1:09:53
Tim Pritlove
1:09:55
Pavel Mayer
1:09:57
Tim Pritlove
1:09:59
Pavel Mayer
1:10:29
Tim Pritlove
1:12:06
Pavel Mayer
1:12:10
Tim Pritlove
1:12:15
Pavel Mayer
1:12:20
Tim Pritlove
1:12:27
Pavel Mayer
1:12:39
Tim Pritlove
1:13:53

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die alle durchkommen, weil die Brücken sind ja nun wirklich auch weitgehend zerstört. Es gibt hier und da ein paar Pontonbrücken, aber da läuft natürlich der Verkehr auch sehr spärlich. Tatsache ist, es gibt jetzt keinen Sprit mehr auf der Krim. Offiziell ist der Verkauf eingestellt worden. Der Gouverneur oder wie der Posten da heißt, also der Chef der Verwaltung dort hat das halt auch ganz klar gesagt. Hat natürlich gesagt, sie sollen ja nur glauben, was irgendwie die russische Regierung ihnen erzählt und alles wird gut und wir arbeiten auch schon mit Hochdruck da dran, das hat Putin ja auch, aber die haben einfach Panik. Denn mit dem Sprit, es sind ja nicht nur die Angriffe auf den Sprit, es ist nicht nur auf die Zulieferung. Die Tanklager bei Feodosia sind schon mehrfach angegriffen worden, da ist kaum noch was von übrig. Jetzt gibt es auch Angriffe auf die Strominfrastruktur und die Umspannwerke. Also durch den Sprit, durch den mangelnden Sprit können sie schon die Generatoren nicht mehr betreiben. Die zusätzliche Zerstörung der Umspannwerke oder vielleicht auch direkt der Kraftwerke, ich weiß gerade nicht mehr so ganz genau, was da angegriffen wurde. Auf jeden Fall wurde die Strominfrastruktur angegriffen. Es gibt halt jetzt auch teilweise keinen Strom mehr. Also übrigens nicht nur auf der Krim, sondern auch in Tornetzk fällt also jetzt regelmäßig der Strom aus. Ohne den Strom funktionieren die Pumpen nicht mehr. Es gibt jetzt auch schon ein Problem mit der Wasserversorgung. Es ist gerade High Season, eigentlich auf der Krim ist halt Tourismus das Ding. Die Touristen fliehen jetzt alle, also die haben wirklich bis vor kurzem Land auch Touristen geschickt, man mag es irgendwie gar nicht glauben, die jetzt gar nicht mehr versorgt werden können. Die Hotels können ja eigentlich gar nicht mehr betrieben werden, zuverlässig. Und abhauen können sie aber auch alle nicht so ohne weiteres, weil es ja noch nicht mal Fahrzeuge gibt, wo sie einsteigen können, um wieder nach Hause zu fahren. Dazu wird eben jetzt auch die Eisenbahnverbindung stark beschnitten. Also ich glaube, es ist derzeit nicht möglich von der Körtschbrücke aus mit der Eisenbahn direkt bis Silvastopol oder bis, wie heißt nochmal der andere zentrale Ort, Simferon. Pol zu fahren. Und das verschlimmert sich jetzt täglich. Alle verbliebenen Luftflugabwehrsysteme, die dort noch sind, werden angegriffen. Diverse Radare, Abwehrsysteme, S-400 wurde angegriffen. Also es ist einfach eine tägliche Barrage von Videos, die zeigen, dass auf der Krim die Infrastruktur einfach stirbt. Und deswegen ist jetzt absehbar, dass... Ja, weiß ich nicht. Das ist einfach eine Verteidigung der Krim auch irgendwann sehr, sehr, sehr schwierig werden.

Pavel Mayer
1:16:47
Tim Pritlove
1:18:28
Pavel Mayer
1:18:49
Tim Pritlove
1:20:00
Pavel Mayer
1:21:31
Tim Pritlove
1:21:45

Das ist auf jeden Fall ein Aspekt, dass es also einfach jetzt die Russen unter Stress setzt, dann werden natürlich in zunehmendem Maße hier auch weitere Korridore geöffnet, also umso mehr Abwehrsysteme zerstört werden, umso mehr Möglichkeiten gibt es hier mit einem gezielten Anschlag auch, militärisch noch den Druck weiter zu erhöhen. Aber vor allem ist es halt eine Riesenblamage für Putin. Weil die Krim, das ist ja sozusagen so ein Sehnsuchtsort der Russen. Das ist so ein Traumort, also sowohl für Putin im Sinne von, ja das ist sozusagen die Definition der Kontrolle über das Schwarze Meer. Aber es ist halt auch so ein Ort, wo die schönen Reichen, Urlaub machen Und was halt irgendwie auch in dieser ganzen verqueren russischen Geschichtsschreibung immer schon so einem mystischen Ort hochgeschrieben worden ist. Und jetzt wandelt sich eben so die Stimmung mit, wozu brauchen wir denn das überhaupt? Brauchen wir das überhaupt? Das macht doch hier alles nur Ärger. Und auch wenn die, Sichtweise der Einzelnen, die sich da gerade auch öffentlich zu Wort melden, teilweise ein bisschen absurd ist im Sinne von, warum wolltet ihr uns denn unbedingt beitreten, jetzt haben wir den Salat, was die natürlich nie wollten, aber so ist nun mal die Erzählung in Russland. So ist das einfach jetzt eine riesen Blamage und in gewisser Hinsicht können sie jetzt gar nicht so viel tun. Was sollen sie denn jetzt machen? Also wenn die Ukraine jetzt diese Kampagne fortführt und danach sieht es aus und wenn sie die sogar noch weiter treibt, wonach es meiner Meinung nach auch aussieht. Also die werden jetzt nicht nachlassen, die werden jetzt nicht auf einmal wieder ein paar Tankleistzüge mehr durchlassen, sondern die werden einfach alles angreifen, was dort irgendwie ist. Was ist denn dann noch dann in der Ukraine? Also Wassermangel gibt es ohnehin schon, jetzt kann man das Wasser, was da ist, gar nicht mehr pumpen, es gibt keinen Strom, es gibt irgendwie keinen Sprit, man kann nicht mehr fahren, es gibt keine Versorgung, die Supermärkte werden in zunehmendem Maße leer.

Pavel Mayer
1:23:56
Tim Pritlove
1:23:59
Pavel Mayer
1:24:19
Tim Pritlove
1:24:32
Pavel Mayer
1:24:35
Tim Pritlove
1:26:35
Pavel Mayer
1:26:40
Tim Pritlove
1:26:48
Pavel Mayer
1:26:51

Naja, wie gesagt, da ist dann... Gut, da gehen wir dann nochmal in die Zahlen jetzt rein, was Gesamtrussland angeht, weil Krim, die Krim-Situation ist speziell und natürlich lässt sich das nur lösen, indem irgendwo muss der Sprit halt herkommen. Und, dann ist die eine Frage ist Krim, aber die andere Frage ist so, wieso, ist jetzt überall in Russland oder fast überall in Russland jetzt Kraftstoff rationiert und wieso gibt es fast in allen Regionen Russlands diese kilometerlangen Schlangen vor Tankstellen? So kann das sein. Und dann, das wollte ich einfach mal wissen und habe mir dann mal die Zahlen angeguckt und ein bisschen selber gerechnet, damit ich mir das bildlich vorstellen kann oder wirklich vergleichen kann. Und die volle Raffinerie-Kapazität in Russland, ich habe jetzt Kraftstoffe, alle Zahlen sind Kraftstoffe insgesamt, also Benzin, Diesel, Kerosin und auch andere Raffinerie-Produkte. Und da ist die volle Kapazität, also die Hälfte davon ist ungefähr für Straßenverkehr, also Benzin und Diesel und so und die andere Hälfte sind andere Raffinerieprodukte. Volle Kapazität jetzt in Russland ist oder waren 950 Millionen Liter pro Tag. Das ist natürlich völlig abstrakt so, aber im Vergleich zum Verbrauch. Der Verbrauch ist wohl angeblich 620 Millionen Liter pro Tag. Also 950 volle Kapazität, 620 wird gebraucht. Also rund ein Drittel normalerweise der Kapazität stehen dann für Exportproduktion bereit, zwei Drittel für interne. So ist es eigentlich. Ja, jetzt wurde dann natürlich die Frage diskutiert, okay, wie viel Kapazität sind denn jetzt aktuell offline? Und je nachdem, wo du dann guckst, werden Zahlen zwischen 10 und 40 Prozent, genannt, wobei die meisten Quellen sagen also etwas über 20 Prozent, also wahrscheinlich irgendwie 25 bis 30 Prozent. Wobei 30 Prozent halt so die kritische Grenze wäre, wo man dann genauso viel produziert, wie man verbraucht. Das ist die Situation, die angenommene Situation im Moment. Also dass die Überproduktion offline ist und dass die Produktion ungefähr den Verbrauch matchen müsste. So, aber... So, wir sehen halt aber jetzt irgendwie ja diese Schlangen an den Tankstellen. Irgendwas stimmt da nicht. Und entweder ist jetzt mehr offline, als alle Experten vermuten. Also die höchsten Zahlen sagen 40 Prozent. Aber wie wir halt vorhin schon gesehen haben, es ist wahrscheinlich einfach komplexer, die ganze Situation. Das heißt, es können nicht mehr die Kraftstoffe produziert werden in den Mengen, die gebraucht werden. Auch wenn die Gesamtkapazität vielleicht nur 30 Prozent weg ist, sind dann vielleicht 60 Prozent von der Benzinproduktion betroffen und nur 20 Prozent der Dieselproduktion. Ja, so, das waren jetzt aus der Luft gegriffene Zahlen, diese beiden Dinge, aber das könnten so die Dimensionen sein oder. So, es könnte einfach an logistischen Problemen liegen, dass das zwar irgendwie die Raffinerien noch genug produzieren, aber das irgendwie nicht bei den Tankstellen ankommt, weil entweder die Züge oder die LKW, mit denen das transportiert wird oder Schiffe irgendwie nicht genügend. Kapazität haben und dass es deswegen in einer Region zu viel gibt und in der anderen, zu wenig und es könnte natürlich auch einfach Hamsterkäufe sein in Verbindung, mit der Rationierung, dass die Rationierung vielleicht voreilig ist, und mehr Probleme generiert, als sie löst. Das könnte halt auch ein Punkt sein. Und Fakt ist, dass irgendwo die Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollen. Und die Frage ist jetzt halt, wo? Und wenn man jetzt mal versucht, sich vorzustellen, wie viel Russland ungefähr verbraucht, dann sind das so 20.000 Lastwagenladungen an Kraftstoff pro Tag oder 8.000 Kesselwagen, was so 140 Güterzügen am Tag entspricht. Das sind so die Dimensionen. Oder 14 Produkttanker oder jetzt entsprechend zwei großen Erdöltankern. Das ist pro Tag. Also gar nicht, klingt erstmal gar nicht so viel. Wenn man das jetzt umrechnet, so auf wie viel jetzt Tanklastwagen, Kesselwagen und so weiter Russland hat, dann stellt man fest, dass so die Tanklastwagen etwa fünf Tage, des landesweiten Kraftstoffverbrauchs aufnehmen könnten, was die Russen so haben. Was bedeutet, dass wenn man jetzt alles mit LKW transportieren würde. Muss jeder LKW mindestens alle fünf Tage eine Runde drehen, damit der Sprit irgendwo ankommt. Wenn jetzt der Roundtrip länger als fünf Tage dauern würde, dann geht es nicht mehr auf. Dann hat Russland. So 100 Tanklastwagen und 200.000 Kesselwagen für Kraftstoff. Also die 100.000 Tanklaster machen so 30.000 Liter und so ein Kesselwagen macht so zwei bis drei Tanklaster aus. Aber weil Russland eben so viele Eisenbahnwaggons. Für Kraftstoff hat, also Kesselwagen, kann es ungefähr 28 Tage an Kraftstoff, allein auf der Schiene lagern. Ja, so. Und beziehungsweise jeder Eisenbahnwaggon 28 Tage unterwegs sein kann, um jetzt einen Roundtrip zu machen, wenn alles auf Eisenbahn. Und mit Tankschiffen, die gibt es auch, gibt ja große Binnenschiffe und so. Also die haben ungefähr. Den Kraftstoffbedarf von vier Tagen und größere Tanker noch mal sieben Tagen. Und dann gibt es noch mal Tanklager oder gab es Tanklager, die eigentlich so Vorräte für zwei bis vier Monate des Verbrauchs aufnehmen können. Also gewaltige Lagerkapazitäten. So... Jetzt die Frage, wie, also diese Zahlen eigentlich, okay, wir haben genug Züge, wir haben genug Laster, wir haben eigentlich genug, theoretisch genug Produktion, so, wieso? So, und müssten eigentlich so viele Reserven haben, dass so ein Raffinerieausfall jetzt nicht das Problem sein kann. Ja und jetzt hat Putin hat sich erstmals zu der Krise geäußert und anerkannt, dass es Probleme gibt mit der Kraftstoffversorgung. Und gesagt hat, aber alles ist gut, die Reserven belaufen sich auf 1,7 Millionen Tonnen, wie letztes Jahr. Und das entspricht ungefähr drei bis sechs Tagen Verbrauch. Das ist, was Putin sagt, seien die offiziellen russischen Kraftstoffreserven. So, was eigentlich bedeutet, es gibt keine Reserven. So, also das ist, ja, allein, wenn alle Tanks leer sind, müsste irgendwie unten noch so viel Rest drin sein. Also so leer kann man die Tanks kaum machen, dass nur so wenig Reserven vorhanden sind. Also entweder die Zahl ist falsch, aber auf jeden Fall weiß Putin nicht, wovon er redet. Und er hat das auch nur abgelesen, denke ich mal. Aber es könnte einerseits wahr sein und die Ursache sein, dass Russland einfach komplett alles leer gesaugt hat in den letzten Monaten oder Jahren. Und das ist eigentlich die meisten Tanklager und die meisten Eisenbahnwaggons mittlerweile und die meisten Tanklaster und die meisten Tankstellen einfach... Jetzt mittlerweile leer sind. Und das bedeutet umgekehrt, dass das natürlich dann dauern kann. Plus, wir werden jetzt sehen, mit den Produktionskapazitäten, wenn die Ukraine jetzt noch mehr offline nimmt, gibt es jetzt erstmal keine schnelle Lösung. Klar, Importe, ich meine, das wurde jetzt auch angeleiert. Also Putin hat jetzt auch gesagt, sie werden, jetzt Öl importieren, weil dann so läuft, dass sie halt Tanker mit Rohöl nach Indien schicken oder nach China und dann dort raffiniert wird und sie dann, die Kraftstoffe halt dann zurückgeschickt bekommen. Aber da sich Öltanker oder Tankschiffe mit der Geschwindigkeit eines Fahrrads bewegen, kann das halt auch eine Weile dauern. Also wenn du 24 Stunden am Tag radeln könntest, kannst du ungefähr mit dem Öltanker Schritt halten. Also die fahren so 10 bis 12 Knoten, also zwischen 17, 20 kmh irgendwo in der Gegend. und das heißt, es gibt genug tank schiff kapazität wie gesagt zwei tank schiffe pro tag also zwei große product tanker sollten eigentlich ausreichen aber.

Tim Pritlove
1:38:52
Pavel Mayer
1:38:59
Tim Pritlove
1:39:00
Pavel Mayer
1:39:01
Tim Pritlove
1:39:03
Pavel Mayer
1:39:06
Tim Pritlove
1:40:06
Pavel Mayer
1:40:28

Ja, aber als Mineralölkonzern möchtest du natürlich Lager so sehr wie möglich minimieren, weil Sprit, der irgendwo in einem Tank rumsitzt und nicht auf dem Weg zum Kunden, kostet Geld und verdient kein Geld. Das ist gebundenes Kapital. Deswegen optimiert so eine Mineralölindustrie ohne gesetzliche Vorgaben. Versuchen Sie die Reserven zu minimieren. Das ist so ein bisschen das Problem. Und, wir werden jetzt sehen. Was jetzt die Ursachen waren, wenn jetzt die Hauptursache ein Run auf Tankstellen war. Weil normalerweise tankt halt so ein russischer Pkw alle drei Wochen irgendwie einen vollen Tank. Alle zwei bis drei Wochen ist in Deutschland auch so der Durchschnitt, wie lange so ein voller Sprittank hält. Klar, es variiert, aber das ist der Schnitt. Und wenn sich jetzt irgendwie nur 20 oder 30 Prozent entscheiden, vorzeitig voll zu tanken, dann hast du halt auch sofort eine Krise, weil es gibt das System dann nicht her. Ja, aber das ist halt eine Menge. Russland hat irgendwie auch so 100 Millionen Fahrzeuge oder so. Da passt halt eine Menge rein. Und ja, wenn die Hauptursache jetzt der Run war, müssten wir eigentlich langsam eine Entspannung sehen können in der nächsten Woche. Wenn diese Entspannung nicht eintritt, dann war es nicht irgendwie der Run und die Hamsterkäufe, weil wenn einmal genug gehamstert ist, dann geht auch der Verbrauch eher runter und dann ist alles gut. Wenn, Dem jetzt nicht so ist, wenn wir also sehen, dass das jetzt so weitergeht russlandweit, dann ist wohl klar, dass die Produktion nicht mit dem Verbrauch, Schritt halten kann und dann muss eben entweder zusätzlich genug importiert werden, oder Kapazität muss wieder online gebracht werden oder der Verbrauch muss reduziert werden. Beziehungsweise der Verbrauch reduziert sich automatisch, wenn kein Sprit da ist, dann kannst du auch keinen verbrauchen. Und es ist aber Sprit da. Es ist nicht so, dass jetzt kein Sprit da wäre. Also wir können davon ausgehen, dass mindestens die Hälfte, wahrscheinlich zwei Drittel, vielleicht sogar 90 Prozent des Bedarfs eigentlich da sind. Nur nicht 100 Prozent.

Tim Pritlove
1:43:34
Pavel Mayer
1:43:36
Tim Pritlove
1:44:50
Pavel Mayer
1:44:51
Tim Pritlove
1:46:19
Pavel Mayer
1:46:21

Ja, ja. Gleichzeitig explodiert halt der Schwarzmarkthandel. Also die regulären Preise haben sich, haben wir am Anfang schon angesprochen, aber haben sich eben verdoppelt in einem Monat. Aber Schwarzmarktpreise sind dann nochmal 50 bis 100 Prozent Aufschlag auf den Tankstellenpreis, wenn es denn an der sowieso schon hoch ist. Und ja, so ein Tanklaster, er enthält jetzt Sprit irgendwie für 60.000 Euro zu regulären Preisen und wenn du es schaffst, mal einen irgendwie umzuleiten, und das Ganze schwarz zu verkaufen, dann machst du halt 30.000 bis 60.000 Euro Profit, mit einem Tanklaster voll Sprit im Moment. Und da bin ich mir sicher, so passiert eine ganze Menge, weil es private Firmen und. Irgendwie ein bisschen Geld unter der Hand zu machen, da wird kaum jemand Nein sagen aus den Management-Etagen, wenn es ein bisschen umgeleitet wird. Und Beziehungen werden halt wieder wichtig in Russland, wie das dann auch so zu Zeiten des Kommunismus war. Das heißt, du kennst jemanden, der jemanden kennt, der an der Tankstelle arbeitet und der dir dann sagt, pass auf, morgen um sechs kommt Sprit zu der und der Tankstelle, stell dich da mal irgendwie an, dann gibt es Sprit. Oder die lassen sich dann einfach dreimal oder viermal deine 20 Liter tanken und du bezahlst dann einfach in drei oder vier verschiedenen Coupons. Also eine Hand wäscht die andere, solche Dinge passieren mit Sicherheit zu Hauf. Und generell auch Kraftstoffdiebstahl durch LKW-Fahrer ist eine alte kommunistische Tradition. Also das war so, mein Onkel in Tschechien, der hat sein Leben lang keinen Diesel gekauft für seinen PKW. der hat alles abgezweigt aus seinem. Ja und wenn er nach Deutschland zu Besuch kam hat der immer zwei oder drei Kanister mit Diesel für den Rückweg schon im Kofferraum damit, er ja nicht tanken muss und Geld für Sprit bezahlen so und das war halt allgemein üblich und ich meine auch für so einen PKW, das fällt kaum auf, wenn du dafür ein, zwei Pkw von einem Lkw regelmäßig Sprit abzapft. Das wirkt sich geringfügig nur auf den Durchschnittsverbrauch des Lkws aus und so. Also, ja, insofern, ja, Back to the roots, also die Putin und gerade die Z-Patrioten loben ja den Kommunismus und die kommunistischen Zeiten, so hoch und ja, jetzt, ist halt entsprechend Regression angesagt. Und natürlich Kraftstoffdiebstähle nehmen natürlich auch zu. Es gibt Suchanfragen nach, wie zapfe ich Benzin ab, so haben zugenommen ohne Ende. Und es gibt Videos, im Netz, wo dann russische Hausfrauen erklären, wie man jetzt Benzin abzapft.

Tim Pritlove
1:50:25

Nicht immer gut, aber wird auf jeden Fall probiert. Ja, okay, interessanter Exkurs jetzt zu dieser Kraftstoff Versorgung wird man sehen. Also ich bin ehrlich gesagt nicht so optimistisch für, Russland, hier die Situation auf der Krim kurzfristig zu verbessern. Allein schon deshalb, weil ich eine ganze Menge Optionen für die Ukraine sehe, die Situation noch weiter zu verschlimmern. Manche fragen sich ja auch, warum die Kehrtsbrücke überhaupt noch steht. Wenn man sich so das Angriffsmuster der letzten Wochen anschaut, sie haben diverse Tanklager, Flugabwehrsysteme, Häfen, die verbliebenen Fähren, also die Fähren, die du vorhin erwähnt hast, die ursprünglichen Fähren, die original russischen Fähren, die gibt es ja schon nicht mehr, die sind ja schon zerstört worden. Dann haben sie sich jetzt zwischendurch Fähren aus Griechenland gekauft. Auch eine interessante Nummer, dass das überhaupt geht. Die sind jetzt ja auch alle drei auf einmal angegriffen worden. Also derzeit fährt er auch nicht so sehr viel. Und all diese ganzen Angriffe sind ja unmittelbar in der Nähe dieser Brücke erfolgt. Also man sieht schon, dass sie mit ihren Abwehrmaßnahmen auch direkt an dieser Brücke relativ wenig Erfolg haben. Jetzt ist ja diese Brücke. Naja, ein ziemliches Monstrum. Und es gab ja schon diese Unterwasserexplosion und die Explosion auf der Straße und so weiter. Das hat ja auch die Brücke auch schon geschwächt. Auf Messen zeigt halt mittlerweile die Ukraine große Unterwasser, ich weiß nicht wie man das nennen soll, Torpedos trifft es glaube ich nicht so richtig, also das sind eher so Unterwassermissiles, riesige Apparate, die also große Reichweite haben und tief unterwegs sein können. Ich kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, dass die Ukraine sich nicht, schon längst für einen tödlichen Schlag auf diese Brücke gerüstet hat. Nur ist es halt derzeit so, solange nicht so viel reingeht in die Krim, sondern vor allem viel rausgeht, ist die Krimbrücke natürlich auch wichtig, weil sie eigentlich der letzte Fluchtweg ist, den jetzt die Leute, die auf der Krim die Schnauze voll haben, haben. Jetzt werden erstmal die ganzen Touristen abziehen, weil deren Versorgung kann nicht gesichert werden. Damit bricht diese Tourismusindustrie zusammen. Dann kann es sich eben alles noch durchaus verschärfen, dass es jetzt nicht nur nicht für den Tourismus reicht, sondern dass es halt auch einfach mal für die Versorgung von allen nicht wirklich reicht. Und was ist denn dann? Dann hast du da Unrest, dann wird es eine Fluchtbewegung geben. Natürlich werden jetzt nicht alle sofort die Krim verlassen, auf gar keinen Fall. Aber du musst ja auch die dort stationierten Soldaten in irgendeiner Form versorgen. So, wo kommt denn deren Versorgung her? Neue Abwehrsysteme machen es da irgendwie nicht mehr hin. Das kriegen die da gar nicht mehr reintransportiert. Es werden am laufenden Meter alles das, was da ist, die Radare etc. Werden bombardiert werden mit jedem Abwehrsystem, was zerstört wurde. Es ist wieder eine weitere Angriffsflanke frei. Man sieht ja, mit welcher Einfachheit jetzt Eisenbahnbrücken etc. In dieser Krim zerstört werden. Und dann stellt sich natürlich die Frage... Ist eigentlich jetzt die Krim für Russland überhaupt militärisch noch zu halten? Oder anders gefragt, gibt es überhaupt einen Weg, wie die Ukraine sich die Krim einverleiben könnte, vorausgesetzt man schafft es, diese fortgesetzte Schwächung, so aufrecht zu erhalten?

Pavel Mayer
1:54:18
Tim Pritlove
1:54:54
Pavel Mayer
1:54:55
Tim Pritlove
1:55:28
Pavel Mayer
1:55:35
Tim Pritlove
1:55:36
Pavel Mayer
1:55:37
Tim Pritlove
1:55:38

Ja.

Pavel Mayer
1:55:39

Ja?

Tim Pritlove
1:55:39
Pavel Mayer
1:55:40

Oh.

Tim Pritlove
1:55:41
Pavel Mayer
1:56:40

Ja, aber das sieht im Moment halt nicht so aus. Dazu müsste es dann wirklich noch zu einem Zusammenbruch kommen, der nicht ausgeschlossen ist, aber auch noch nicht super wahrscheinlich. Aber es ist auf jeden Fall ein, Riesenproblem, beziehungsweise sogar ein Dilemma, was die Russen jetzt haben, weil sie jetzt massiv Ressourcen in die Verteidigung, und Versorgung der Krim stecken müssen, die dann anderswo, fehlen werden. Und das eröffnet dann wiederum noch andere Möglichkeiten und vor allem aber, muss Russland halt schleunigst die Kraftstoffversorgungssituation, lösen, weil die verursacht gerade gewaltige militärische Schäden und erodiert aber vor allen Dingen das Vertrauen. Der bevölkerung in ihre führung so mein noch ist es nicht so weit dass die russen jetzt in ihrem kopf die richtige, theorie der veränderung haben also sprich. Was, Was sind die Ursachen? Was kann ich verändern realistisch? Oder wer kann realistisch was verändern? Und was ist eigentlich das Ziel? Und wie kommt man da hin? Da gibt es völlige Leere, weil es gibt niemanden, wo sich jetzt eine Opposition, drumherum bauen könnte, wo die Leute jetzt rein vertrauen. Das heißt, das Vertrauen ist, okay, Putin muss das jetzt halt lösen. So, das ist so die Hauptreaktion, aber naja, es ist eine ungewollte Politisierung jetzt gerade von vielen, vielen Leuten, aber die haben halt im Kopf noch einen weiten Weg zurückzulegen, bis sich tatsächlich irgendwas verändert. Also im Moment. Beruhigt die Regierung, Putin sagt, alles wird gut, aber alles halb so wild. Aber, Wie lange das noch gut geht und von woher dann eine Veränderung kommt, wahrscheinlich debattiert eher von rechts als jetzt von irgendeiner Bürgerrechtsopposition. Das heißt, es ist eher zu erwarten, dass es dann Probleme aus dem Sicherheitsapparat herausgibt. Und es gibt eben auch Thesen, dass es mittlerweile auch einen Machtkampf gibt innerhalb von Russland, bei dem Putin nach und nach geschwächt wird, weil, einige seiner alten Bekannten sind jetzt verhaftet worden beispielsweise oder aus ihren Ämtern entfernt worden und er hat das halt, sich nicht verhindern können oder sicherweise auch selber angeordnet, Aber auf jeden Fall gibt es da Unruhe in den Eliten und wo einige Unantastbare jetzt plötzlich, verhaftet wurden. So Leute, die Putin noch aus seiner St. Petersburger Zeit kennt und denen er eigentlich wichtige Dinge anvertraut hat, also jetzt wirtschaftlich so bestimmte Konzerne übergeben hat. Also insofern. Ist die Situation deutlich suboptimal für Putin und für Russland gerade. Und sie müssen eine Lösung finden, bevor es zum Zusammenbruch kommt. Und sie werden eine Lösung finden. Russland ist groß so und hat viele Ressourcen. Aber wie wir jetzt sehen, kurzfristig oder möglicherweise auch mittelfristig, ist es der kleinen Ukraine gelungen, auszulösen. Einer 3-Tage-Invasion jetzt plötzlich ein Problem für ganz Russland zu machen, nach 5 Jahren und das ist absolut bemerkenswert. Das hat niemand erwartet damals.

Tim Pritlove
2:01:46
Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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