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UKW148 Ukraine: Frisches Kompromat aus der Karibik

Russland eskaliert die Angriffe auf zivile Ziele und Ukraine erzielt Fortschritte an Front und beim Angriff russischer Infrastruktur

Die letzten drei Monate waren davon geprägt, dass Russland auf der einen Seite dem ukrainischen Hinterland und der Zivilbevölkerung und ihrer Infrastruktur durch neue Jet-Drohnen und ballistische Raketen schwer zusetzt, aber an der Front nicht vorankommt. Stattdessen zahlen sich ukrainischen Angriff auf die russische Logistik und gut geplante Schnelloffensiven an verschiedenen Teilen der Front aus. In Russland werden weiterhin Öl-Raffinerien und -Lager, Fabriken angegriffen. Russland leidet weiterhin an einem Mangel an Sprit und die Agrarwirtschaft steht vor einer großen Krise, weil sich die Ernte nicht mehr lohnt und Exporte durch zerstörte Häfen unmöglich wird.

In der Ukraine erregt die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow und dem obersten Milität Syrsky viel Aufregung, doch Selensky setzt sich mit seiner Regierungsbildung durch. Unterdessen ist die USA im Irankrieg verstrickt und ist weiterhin nicht hilfreich.

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Veröffentlicht am: 18. September 2026
Dauer: 2:47:01


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Begrüßung 00:00:32.638
  3. Moldawien und Transnistrien 00:02:50.204
  4. Schwere russische Angriffe auf die Ukraine 00:24:02.093
  5. Frontgeschehen 00:34:24.704
  6. Mobilisierung in Russland 00:52:20.446
  7. Deepstrike-Kampage der Ukraine 01:08:27.214
  8. Situation auf der Krim 01:19:10.537
  9. Spritversorgungsprobleme in Russland 01:24:44.656
  10. Angriffe auf Wildberries und Ozon 01:33:17.178
  11. Flugverkehr in Russland 01:38:37.526
  12. Russland vs. NATO 01:46:24.016
  13. Russische Provokationen 02:03:41.989
  14. Kushner und Witkoff in Kyiv 02:09:06.686
  15. Die Entlassung von Fedorow und Syrskyj 02:18:43.836
  16. Waffentechnik und Angriffe auf Fabriken 02:31:34.194
  17. Ausklang 02:44:07.193

Transkript

Tim Pritlove
0:00:33
Pavel Mayer
0:01:13
Tim Pritlove
0:01:16

Wollen euch wieder mal berichten, wie es denn so aussieht im Krieg zwischen, Russland und der Ukraine. Ja, letztes Mal hatten wir... Im Wesentlichen die beginnende, ja ich will jetzt nicht offensive sagen, aber diese Aktion gegen die Logistikstrecken Russlands im Süden der Ukraine, also in dem besetzten Bereich. Diese Verbindung zwischen Russland am Asowschen Meer zur Krim, die stand extrem im Fokus. Die Ukraine hat es geschafft mit einer Weiterentwicklung ihrer Drohnen, vor allem dieser FP1, FP2 Drohnen, große Teile dort, man kann sagen, schon fast zu kontrollieren, sodass diese gesamte Versorgungsbrücke zwischen Russland und der Krim doch arg unter Beschuss gekommen ist. Das ist auch ein Zustand, der nach wie vor anhält. Trotzdem hat sich dort an dem eigentlichen Frontverlauf nicht so viel getan. Das werden wir jetzt auch gleich alles ein bisschen erläutern. Bevor wir aber das machen, vielleicht noch so ein bisschen Bookkeeping, was wir so gemacht haben. Abgesehen davon, dass wir natürlich das Geschehen irgendwie auch immer verfolgen, mal mehr mal weniger intensiv, aber dann doch letztlich, glaube ich, das gilt für uns beide mehr oder weniger schon irgendwie täglich. Ja und ich war halt auch mal im Gebiet, nicht in der Ukraine, sondern in Moldawien, wo nun glücklicherweise der Krieg nicht tobt, aber es ist natürlich ein Land, was sehr eingebunden ist in diesen Konflikt auf eine bestimmte Art und Weise. Ja und wir hatten ja auch schon mal darüber gesprochen, als du dort warst. Du hattest da jetzt sehr viel mehr, wie soll ich sagen, Kontakte, die jetzt sagen wir mal auch konkret das politische Geschehen dort begleiten. Ich war jetzt eigentlich im Wesentlichen so im Urlaub da, aber naja, ich wollte mir halt mal einen Eindruck machen, wie es eigentlich so ist in diesem Land, von dem behauptet wird, es ist das am wenigsten besuchte und ärmste Land Europas. Ja und muss sagen, dass ich da, vielleicht nicht unbedingt überrascht war, aber doch angenehm angetan war von dem Gesamtzustand, in dem sich das Land vor allem halt die Hauptstadt präsentiert.

Pavel Mayer
0:04:03
Tim Pritlove
0:04:16

Genau, also ich war erstmal in Chesinau, das ist halt die Hauptstadt von Moldawien und das ist eine nette, Stadt, die auch so ihre zweite Weltkriegswunden hatte und ziemlich zerstört wurde in dem Krieg, ähnlich wie in Deutschland und das sieht man halt, indem da halt viel sowjetische, Baukunst nachgezogen wurde. Und ja, trotzdem ist es dann doch eine ganz angenehme Mischung. Man merkt auch, dass die Stadt sehr daran arbeitet, sich da herauszuputzen und, fand auch alles angenehm, aufgeräumt und sauber. Und also man hatte jetzt irgendwie wirklich nicht so den Eindruck, sich in irgendeinem Krisengebiet zu befinden, sondern es war eigentlich so, irgendwo so ein ganz normales europäisches Städtchen und wie das immer so mit Hauptstädten ist, das zieht natürlich sehr viel mehr Geld an als jetzt die anderen Regionen und ich bin jetzt nicht so viel im Umland unterwegs gewesen. Ich war schon hier und da, aber bin jetzt nicht nochmal so komplett in den Norden gereist oder so. Der Ausflug nach Transnistrien, der war dann allerdings, ja der war dann speziell so weil man wusste halt erstmal gar nicht so richtig, okay, Geht das überhaupt? Bin ich dann irgendwie auf einmal unmittelbar im russischen Einzugsgebiet? Ist es ein Problem, dass ich einen Ukraine-Stempel in meinem Reisepass habe? Solche Fragestellungen. Allerdings wurde das schon so ein bisschen am Flughafen aufgelöst, weil mich dann der Mietwagenverleiher gleich fragte, ob ich denn mit dem Wagen auch nach Transnistrien fahren wollen würde. Ja geht denn das? Das wusste ich ja nicht. Ja ja, aber kostet halt irgendwie 20 Euro. Also 20 Euro dafür, dass er mir so einen Zettel abstempelt, wo drauf steht, dass ich das auch darf mit dem Wagen. Dass ich diesen Wagen also tatsächlich dahin fahren darf. Nebst dann dem Hinweis, dass ich Bargeld mitbringen soll, weil ja Kreditkarten da ja nicht funktionieren. Und das verschmitzte Lächeln, was er in dem Moment hatte, das sagte mir dann auch irgendwie so unterschwellig auch schon, wie so dieses Transnistrien dort gesehen wird. Einerseits ist es halt so ein bisschen der Stachel im Fleisch des Landes und, Teil des Gesamtproblems. Auf der anderen Seite. Fühlt man sich, glaube ich, auf der Westseite dann doch recht wohl im Vergleich dazu. Naja, dann war ich halt an der Grenze, das war dann auch verhältnismäßig unproblematisch. Man muss dann halt nochmal hier diese und jene Gebühr entrichten, kam dann aber eigentlich relativ zügig durch und ohne große Befragung oder sonst irgendwas. Sondern das ist da schon eigentlich Business as usual. Da ist vergleichsweise viel Traffic, der da hin und her geht. Das war zumindest so mein Eindruck. Nicht, dass man jetzt stundenlang warten musste, aber es ist auch nicht so, dass ich jetzt irgendwie der Einzige gewesen wäre, der da die Grenze passiert hat. Und naja, es machte alles einen ganz geschäftigen Eindruck, auch alles sehr soldatesk, also waren alle, in so typischer Soldaten-Militär-Zoll-Grenzer-Grundhaltung, aber nicht unfreundlich. Ja und dann rollt man halt so weiter in dieses Land rein und das beginnt dann, also ich war dann quasi direkt auf dem Weg nach Tiraspol, also der Hauptstadt eben von Transnistrien, was sich ja selber gar nicht so nennt, sondern ich habe es schon wieder vergessen, wie das heißt. Sie haben ja nochmal so eine andere Bezeichnung für sich selber. Nennen sie das? Britnestrovische Moldauische Republik. PMR. Das ist sozusagen ihre Eigenbezeichnung und überall schließt so PMR als Abkürzung. Ich habe niemanden sonst gesehen, der diese Abkürzung verwendet. Und naja, vor allem ist das ja auch so ein Land, was überhaupt nicht anerkannt ist. Also nicht mal von Russland. Also nicht mal Russland, die das irgendwie besetzen, sagt, das ist jetzt ein Staat. Andererseits wehen da vor jedem offiziellen Gebäude und Densheim auch noch russische Fahnen. Also sie haben da diese rot-grüne, rot-grün-rote Fahne ihres Landes, so richtig mit Hammer und Sichel noch im Wappen und so weiter, also alles so schön sowjetisch, mit Ährenkranz und das volle Programm und Lenin-Statuen stehen da rum und was man sich so denkt aus so einem sowjetisch geprägten Land. Und überall, wo aber diese Flagge weht, weht halt auch die russische Flagge mit. Und die Botschaft, die mir das so ein bisschen gesagt hat, ist, Eigentlich für Russland ist das einfach nur Russland. Also das ist sozusagen da die Botschaft.

Pavel Mayer
0:09:37
Tim Pritlove
0:09:44

Genau, also im Wesentlichen, das ist so ein Gebiet, ich meine das ist auch nicht groß, das ist ja ein dünner Streifen, eingequetscht eben zwischen dem Rest von Moldawien und der Ukraine, wenn man da so quer durchfährt, dann sind das vielleicht, weiß ich gar nicht, 30, 40 Kilometer und dann ist man schon auf der anderen Seite und von oben nach unten ist es halt ein bisschen länger, windet sich eben so an diesem Niesta-Fluss entlang. Deswegen halt auch der Name Transnistrien, also das, was hinter dem Nesta-Fluss ist. Und dieses ganze Land ist eigentlich irgendwie fake. Also es, gibt ja so Propagandatafeln, die da so rumstehen mit so, ja, Transnistrien nennen uns ja nur die anderen. Und das ist ja hier irgendwie ein total. Vom Westen geprägter Begriff. Und das bedeutet ja eigentlich KZ und Unterdrückung. Und bei uns ist es aber alles wunderschön. Und packt dann nochmal so ein Foto in die Shownotes von dieser Tafel, die da rumstand, das ist schon so ein bisschen albern. Aber was du schon erwähnst, ist halt Sheriff und das ist, denn, eigentlich ist das Ganze so eine Art Privatstaat von so einer Firma, und diese Leute, die Sheriff gegründet haben, das sind wohl irgendwie so ehemalige Polizisten, deswegen haben sie sich diesen Namen gewählt und die scheiden also so mit dem russischen Mafiasystem gut verknüpft zu sein und haben da quasi so die de facto Gewalt über dieses Land und deswegen ist da alles irgendwie Sheriff. Jede Tankstelle ist eine Sheriff-Tankstelle und über Gas und Öl und so weiter und den Deal, dass sie das auch kostenlos von Russland bekommen haben, haben sie dann quasi ihr Imperium auch aufgebaut, haben da das entsprechende Geld gehabt. Alle Supermärkte sind Sheriff und ich gehe mal davon aus, dass sozusagen auch so dahinter die ganzen Logistikstrukturen etc. Und größere Unternehmen im Wesentlichen alles mehr oder weniger unter der unmittelbaren oder mittelbaren Kontrolle dieses Unternehmens steht.

Pavel Mayer
0:11:58
Tim Pritlove
0:12:36
Pavel Mayer
0:13:12
Tim Pritlove
0:13:13

Friedenstruppen, genau, aber wahrscheinlich auch Waffenlager und so weiter ist das sozusagen so ein kalter Krieg, der sich da quasi festgesetzt hat und jetzt im Wesentlichen eigentlich dessen Ausgang davon abhängt, wie eben dieser gesamte Krieg zwischen Russland und der Ukraine so ablaufen wird. Das ist eigentlich das Ding. In gewisser Hinsicht ist das alles auf Wartehaltung, und ich kann mir halt nicht vorstellen, dass diese Konstruktion, ein Ende des Krieges überleben würde. Also in dem Moment, wo unter welchen Bedingungen auch immer der Krieg zwischen Russland und der Ukraine endet und ich denke, wir sind beide davon überzeugt, er wird halt jetzt nicht mit der Auflösung der Ukraine enden. Dann ist eigentlich klar, dass da nichts mehr geht. Ich wundere mich ehrlich gesagt, dass da überhaupt noch irgendwas geht, weil natürlich der große Bargain-Chip für die war immer, dass sie kostenlos Gas aus Russland bekommen haben. Und diese Versorgung ist halt abgeschnitten. Mittlerweile hängt halt Transnistrien wiederum vom Westen ab, also von der Republik Moldau ab, die ja in zunehmendem Maße durch die EU, also vor allem natürlich Rumänien, versorgt wird. Und ich kann mir halt nicht vorstellen, dass das so den Cashflow da unbedingt, verbessert und in dem Moment, wo halt das Geld nicht mehr da ist, wird dann auch dieser Zugriff dieses Unternehmens-Sheriff irgendwie sinken. Also ich weiß nicht, wie sie das machen wollen. Trotz alledem merkt man auch, dass Moldawien eben schon multiethnisch ist, also was du jetzt ja gerade genannt hast, diese Verteilung, das kann man glaube ich dann auch so ein bisschen auf Moldawien übertragen, also da ist natürlich der Großteil rumänisch, beziehungsweise rumänisch sprachig, wie du schon sagtest teilweise eben auch so rumän, aber das macht glaube ich keinen großen Unterschied wenn man jetzt in Chisinau rumläuft dann merkt man aber auch Entschuldigung. Chisinau, das ist die richtige Aussprache, mein Gott, ich habe es mir noch extra, noch merken wollen Chisinau, also man hört halt auch viel Russisch Unklar, wer da spricht. In Transnistrien ist natürlich alles russisch. Also man kommt halt über diese kleine Grenze und auf einmal ist halt alles nur noch kyrillisch. So aus Prinzip. Aber die Leute sind da halt auch irgendwie ganz normal und ich hatte jetzt so nicht den Eindruck da in so einem... Völlig indoktriniertes Land zu fahren, wo alle den ganzen Tag nur Marschaufläufe machen.

Pavel Mayer
0:15:52
Tim Pritlove
0:15:54

Nee, es ist wirklich kein Nordkorea. Also das kann man nicht sagen. Es gibt ja so diese Aussage, es sei so ein bisschen so ein Open-Air-Museum der Sowjetunion. Ja, hier und da vielleicht schon ein bisschen so bei diesen rausgeputzten Stellen. Die haben halt teilweise wirklich absurd viel Geld auf irgendeine Infrastruktur gelegt, die kaum benutzt wird. Also in Benda gibt es halt dieses große Schloss, das ist halt alles irgendwie extrem rausgeputzt, aber da ist halt niemand. Also war ja sozusagen im Sommer irgendwie an einem normalen Tag, wo man denken würde, so eine Touristenattraktion zieht halt viele Leute an. Waren da fast irgendwie die einzigen so, dann kam dann irgendwann auch nochmal, eine andere Familie noch irgendwo lang und das war es dann eigentlich im Wesentlichen und, man hat so das Gefühl, dass das alles so mehr oder weniger aus Prinzip offen gehalten wird, dass Leute da arbeiten und in so einem Touristenoffice sind, wo halt außer uns da jetzt niemand war. Und genauso absurd ist dann halt zwischen Bender und Tiraspol, wenn man halt rüberfährt, dann fährt man halt an diesem absurd großen Stadion und Sportplatzgebiet vorbei. Hast du das mal von oben angeschaut? Also es gibt halt neben Sheriff die Supermärkte, Sheriff die Tankstelle, gibt es natürlich auch noch Sheriff der Sportverein, weil du bist ja kein richtiger, Oligarch, wenn du nicht auch noch so deinen eigenen Fußballverein hast. Und das mussten sie sich natürlich auch bauen. An der Karl-Liebknecht-Straße lustigerweise auch noch, und ich schaue gerade nochmal drauf, also das ist quasi so der Hauptstadt, vorgelagert kurz bevor es so mit der Stadt ernst wird und die nächste Sheriff-Tankstelle kommt, hast du also dann dieses riesige Stadion was also glaube ich gefühlt alle, alle Einwohner Transnistriens aufnehmen kann. Daneben nochmal ein Leichtathletikstadion, daneben nochmal eine, ein überdachtes Stadion und daneben 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 Fußballplätze, und Tenniscords noch dazu und daneben natürlich dann auch noch ein großer Supermarkt. Also das ist sozusagen eine völlig überdrehte Infrastruktur für diesen Ort und, so wirkt dieses ganze Transnistrien einfach, Das ist einfach nur merkwürdig.

Pavel Mayer
0:18:32
Tim Pritlove
0:19:37
Pavel Mayer
0:20:29
Tim Pritlove
0:20:54

Ja, das scheint mir auch so ein bisschen der Appeal der Frau Sandu zu sein, also die Ministerpräsidentin oder Präsidentin, ich weiß gar nicht genau, wie ihr Titel offiziell ist, also auf jeden Fall die Regierungschefin, die ja jüngst in der letzten Wahl trotz heftiger Russland-Propaganda auf allen Netzen wiedergewählt wurde, sogar mit absoluter Mehrheit wiedergewählt wurde. Und die ist ja sehr, wie soll ich sagen, ähm. Fährt einen sehr leisen Kurs. Also die haut jetzt nicht groß auf die Trommel, die versucht halt irgendwie ihr Land zusammenzuhalten, die versucht sich irgendwie aus diesem Krieg rauszuhalten, die versucht sich in die EU anzunähern. Man merkt das halt auch in Moldawien, jedes offizielle Gebäude, also welches Ministerium auch immer, also alles was in irgendeiner Form Staat ist, hat eine moldawische Flagge und hat eine EU-Flagge vor der Nase. Und das quillt quasi aus diesem Land überall heraus, Das mit diesem, wir wollen unbedingt sofort, so schnell es geht, Teil der EU werden. Koste, was es wolle und auf welchem Weg auch immer. Im Prinzip gibt es für Moldawien ja zwei Optionen. Entweder sie werden ein eigenes Mitglied oder sie machen eine Wiedervereinigung mit Rumänien. Weil dazu gehören sie halt eigentlich. Und das ist nicht unbedingt jetzt Konsens im Land. Also das Land selber ist da gespalten und das mag, dass sie dann eben auch vor allem durch so ethnische Gruppen durchziehen. Also die russische Minderheit will das sicherlich weniger als jetzt irgendwie eine moldawische, Mehrheit, aber auch dort sind sich nicht unbedingt alle einig, weil sie sich ja in gewisser Hinsicht auch so ein bisschen an den Status quo gewöhnt haben und dann natürlich irgendwie vermuten, dass sie dann in Rumänien dann nur untergebuttert werden. Was weiß ich, was da alles noch drinsteht. Da habe ich auch keinen Einblick. Das sind jetzt eigentlich nur so Vermutungen von mir. Aber das Land muss in die EU. Genau wie die EU-Ukraine auch. Also das muss einfach stattfinden.

Pavel Mayer
0:23:12
Tim Pritlove
0:23:58

So viel dazu. Ja, das bringt uns dann wieder direkt ins Kriegsgeschehen. Vielleicht vorne ab, was die letzten drei Monate vor allem negativ geprägt hat, ist die Tatsache, dass halt den Ukrainern die Verteidigungswaffen ausgehen im Sinne von den, Verteidigungswaffen gegen ballistische Raketen. Also Russland hat im Wesentlichen seine Strategie umgestellt, also grundsätzlich haben sie ihre Strategie nicht umgestellt, also sie versuchen halt nach wie vor mit völlig übertriebenem Aufwand die Front, in irgendeiner Form nach vorne zu treiben. Wie wenig Erfolg sie damit haben, werden wir gleich nochmal erklären. Und parallel halt die Ukraine zu terrorisieren. Das heißt, es gibt. Absolut übertriebene, also jeder Angriff ist übertrieben, aber sie drehen es halt völlig, auf elf, indem sie halt einfach 24-7 Bombardierungen fahren und sie sind halt weggekommen von diesen klassischen Schahed Drohnen mit, Propellerantrieb, die halt laut und langsam waren und die mittlerweile von diesen Interceptor Drohnen der Ukraine wunderbar abgefangen werden konnten, sodass also nur noch wenige durchgekommen sind. Haben sie jetzt diese auf Jet-Triebwerke umgebaut, die halt sehr viel schneller fliegen, wo dann diese Abfangrate mit Interceptor-Drohnen nicht mehr so hoch ist. Mittlerweile ist da auch die Ukraine hinterher, haben auch noch ein bisschen was zu erzählen. Aber das Hauptproblem ist nach wie vor ballistische Raketen, also Raketen, die halt sehr hoch in die Atmosphäre geschossen werden und die dann einfach mit sehr wenig Vorwarnzeit, mit sehr großer Sprengkraft, mit sehr hoher Geschwindigkeit, leider auch mit ausreichend hoher Präzision irgendwo niedergehen und eben die Infrastruktur nachhaltig zerstören. Und nicht nur die Infrastruktur, sondern natürlich auch, wie das eben so ist in diesem Krieg, zivile Ziele aller Art. Supermärkte, Tankstellen, Häuser. Krankenhäuser, alles. Russen kennen da einfach keine Gnade. Und das läuft da halt die ganze Zeit. Und speziell auch in Kiew hat sich dadurch die Situation extrem verschlechtert. Als ich dann noch war, war das halt alles total easy. Mittlerweile ist das Land einfach unter Dauerbeschuss und die Sirenen gehen teilweise gar nicht mehr aus. Und das ist einfach schlimm und dramatisch und das ist einfach absurd. Ich meine, es haben sich am 11. September wieder alle zusammengefunden in den USA und ach, großer Jammer, vor 25 Jahren war alles ganz furchtbar und da hatten wir ganz viele Tote und das ist ja auch alles ganz furchtbar gewesen. Aber so ist es halt irgendwie in der Ukraine jeden Tag und das irgendwie seit fast fünf Jahren. Und dass das von der Weltgemeinschaft nach wie vor so hingenommen wird, halte ich ja persönlich für einen totalen Skandal. Okay gut, in Europa wissen wir, hat sich so ein bisschen das Blatt auch gewendet, aber mitnichten haben wir ja hier irgendwie so eine Einheitsfront, die sagt, das geht ja gar nicht und wir tun jetzt mal alles dafür. Stattdessen gibt es halt irgendwie absurde Diskussionen, ob das jetzt unser Krieg sei oder. Ob man da Waffen liefern darf oder sowas. Das wäre ja alles ganz böse, weil so kann es ja keinen Frieden geben. Das passt meiner Meinung nach einfach zu dieser Situation überhaupt nicht. Es trifft nicht nur Kiew, es trifft halt auch die anderen Städte, Odessa etc. Also quer über die ganze Ukraine bis an die polnische Grenze und den Ukrainern gehen einfach die Waffen aus. Wir wollen ja nachher auch nochmal ein bisschen über den Ostkonflikt da Iran und USA reden, aber mittlerweile hat sich die USA halt auch noch, ihre restlichen Patriot-Raketen, die sie theoretisch hätten verkaufen können, auch noch entledigt, sodass es einfach derzeit kein Waffensystem gibt. Was effektiv gegen diese russischen ballistischen Raketen vorgehen kann, weil einfach, es gibt zwar die Patriot Batterien, aber es gibt halt.

Pavel Mayer
0:28:12
Tim Pritlove
0:30:02
Pavel Mayer
0:31:24

Ja, und im Wesentlichen, um mal Größenordnung, also von den Iskandern, produziert Russland wohl zwischen 50 und 100 Stück pro Monat, so irgendwas in der Gegend, also ihr Ziel ist irgendwie 100 pro Monat und sie hatten halt auch noch einiges davon auf Lager. Und so, sodass sie halt etwas mehr verschossen haben, auch die Russen, als sie neu produzieren. Aber allein die Neuproduktion, wenn du, überlegst, ja, 100 pro Monat und im Wesentlichen scheinen vor allem Patriot-Raketen die einzigen zu sein, die mit einer relativ. Guten Trefferwahrscheinlichkeit die Dinger runterholen. Aber normalerweise müsstest du halt sagen zwei Interzeptoren, also zwei Abfangraketen pro ankommender Iskander starten. Das heißt, wenn die Ukraine alles bekämpfen wollte mit Patriot, bräuchte sie irgendwie 200 Patriots pro Monat. Ja, was natürlich einfach nicht drin ist. Also sie werden jetzt irgendwas in der Größenordnung von fünf bis zehn pro Monat wahrscheinlich eher kriegen an Patriot-Raketen. Also es kommen noch welche. Also der Bestand liegt nicht bei null. Sie kratzen da wirklich von überall alles zusammen und vielleicht auch noch ein Detail, warum die Patriot so gut zu sein scheinen ist, dass die halt an der Spitze, also diese Pak 3, haben halt Raketentriebwerke, vorne, also Thruster, mit denen sie eben die, sehr schnell manövrieren können, indem sie während normalerweise, fast alle anderen Abfangraketen oder praktisch alle, die ich kenne, haben halt Flügel vorne, die sich dann entsprechend bewegen. Also Leitwerke oder haben noch Thrust-Vectoring, also hinten die Düse kann noch geschwenkt werden, aber Patriot hat halt eben ja Thruster, Pack 3, mit denen sie extrem präzise und sehr auch agil dann, ja auf ballistische Raketen. abfangen können.

Tim Pritlove
0:34:25

Gut, ich würde sagen, kommen wir mal zum Krieg selbst, zum Kriegsgeschehen, was jetzt eigentlich seit Juli so passiert ist. Noch mal so auf ein paar wichtige Fortschritte hier uns drauf konzentrieren. Russland ist halt nach wie vor auf breiter Front unterwegs, hat aber so seine Schwerpunkte. Ein Schwerpunkt ist die Stadt Konstantinivka. Das ist quasi die südlichste oder südöstlichste Stadt dieses Stadtriegels im Donbass, die quasi so das letzte Bollwerk sind. Also das ist halt das, was eigentlich Russland vor allem jetzt einnehmen möchte. Donbass ist quasi so erklärtermaßen so ein bisschen so ihr Ziel gewesen. Davon sind sie noch weit entfernt hier in irgendeiner Form finale Fortschritte zu machen. Aber bis Kostjantinivka sind sie halt vorgedrungen und dort laufen im Wesentlichen, so Haus-zu-Haus-Kämpfe ab. Also die Stadt ist einfach komplett unter Drohnenkontrolle von beiden Seiten und die Russen versuchen halt in irgendeiner Form in dieser Stadt. Die Übermacht zu bekommen. Das ist ihnen bis heute nicht gelungen. Das heißt also wir haben zwar im Juli schon gesagt so ja die haben wir jetzt eingenommen. Wie sie das mit Kupiansk auch schon gemacht haben, aber davon ist halt bisher nichts zu sehen. Trotzdem ist die Stadt halt schon weitgehend zerstört und wahrscheinlich wird davon auch wenig übrig bleiben, wenn das hier alles vorbei ist. Aber die Ukrainer halten halt dort dagegen. Und wenn man halt noch ein, zwei Städte weiterzieht, dann wäre man halt in Kramatorsk und das ist ja sagen wir mal überhaupt das Zentrum. Also das ist auch alles tief eingegraben. Die Ukrainer hatten jetzt irgendwie über zehn Jahre Zeit, hier Verteidigungslinien aufzubauen. Man kann davon ausgehen, dass sich die Russen einfach an diesem Gebiet die Zähne ausbeißen werden. Ich sehe nicht so richtig, wie sie das überwinden wollen.

Pavel Mayer
0:36:32
Tim Pritlove
0:36:51
Pavel Mayer
0:36:54
Tim Pritlove
0:37:08
Pavel Mayer
0:37:14
Tim Pritlove
0:37:53

Ja, das ist so ein bisschen wie Reisen mit der Deutschen Bahn. Ja, also das ist auf jeden Fall ein Schwerpunkt, nicht der einzige, aber sicherlich dort, wo derzeit Russland am meisten Personal investiert. Das Ganze ist natürlich auch mit starken Verlusten auf beiden Seiten verbunden. In der Julia Zelensky auch das erste Mal offizielle Verlustzahlen genannt. Also das sind jetzt die offiziellen Zahlen in der Ukraine, kann man glauben, kann man nicht glauben. Da spricht er von 50.000 gefallenen, 400.000 Verwundeten. Ob das stimmt, we don't know. Laut Selensky haben die Russen auf der anderen Seite 1,6 Millionen entsprechende Verluste, davon allein 700.000 Tote. Und im Juli habe es auch schon über 40.000 Verluste bei den Russen gegeben das ist ja so eine Zahl, die schon seit längerem immer so um die 30.000 herum mehr annaht und das als Ziel war ausgegeben, das auf 50.000 hochzubringen, Man weiß es nicht. Ich meine, es ist halt relativ gut dokumentiert mittlerweile, weil diese Kills ja primär mit Drohnen gemacht werden, die halt in der Regel das alles mitfilmen und Livestreamen und rekorden und so belegen ja quasi auch die, Einsatzgruppen dann ihre Erfolge und werden dann halt auch über dieses Portal quasi darüber belohnt. Das ist ja alles schon so ein bisschen so eine Gamification, eine Idee, die jetzt glaube ich die Russen auch aufgegriffen haben und auch versuchen in irgendeiner Form ähnlich umzusetzen. Es gibt da jetzt auch so ein Online-Portal. Ich weiß noch nicht genau, wie gut das funktioniert. Wahrscheinlich nicht ganz so flüssig wie jetzt bei der Ukraine, aber man merkt, Russland kopiert natürlich dann auch schnell, wenn sie erkennen, dass auf der ukrainischen Seite irgendwas gut läuft.

Pavel Mayer
0:39:57
Tim Pritlove
0:40:58
Pavel Mayer
0:41:00
Tim Pritlove
0:41:58
Pavel Mayer
0:42:01
Tim Pritlove
0:43:26
Pavel Mayer
0:44:30
Tim Pritlove
0:44:35

Das hat auch hier und da funktioniert. Im Donbad funktioniert es halt jetzt nicht. Trotzdem haben sie das natürlich auch probiert. Also dieser ganze Riegel um Kramatorsk, der wird dann eben von Norden. Da gibt es die Stadt Liman, die da strategisch relativ wichtig ist. Ist so ein altes Eisenbahnkreuz auch. Und hatten die Russen ja auch schon mal eingenommen und sind dann von den Ukrainern verdrängt worden. Da ist seit langem dann eben sozusagen der Frontverlauf eigentlich überhaupt nicht geändert geworden. Aber jetzt in den letzten Monaten ist es den Russen halt gelungen mit ihrer neuen Taktik dieser Infiltration, also dass sie so ein, zwei Leute immer vorschicken und dann so Stück für Stück irgendwie die Front ausbauen, ist ihnen schon gelungen, wieder in Richtung Liman vorzustoßen. Allerdings ist jetzt durch die Angriffskette auf die ganze Logistik, über die wir ja letzte Sendung schon gesprochen haben und die immer weiter geht, mittlerweile der Frontbereich da so geschwächt worden, dass es ihnen jetzt mit der sogenannten Operation Vivaldi gelungen ist, diesen gesamten Vorstoß der Russen, den sie in den letzten zwei, drei Monaten gemacht haben, jetzt innerhalb von, ja weiß ich nicht ganz genau wann das anfing, weil es gab da relativ wenig Informationen darüber. Das war alles sehr geheim und alle haben das Maul gehalten, auf beiden Seiten im Übrigen. Und jetzt sickert aber in zunehmendem Maße durch, dass es wohl den Ukrainern gelungen ist, diesen gesamten Vorstoß wieder zurückzudrängen bis zu diesem Zerebetsfluss. Und damit mehr oder weniger wieder den Status quo noch nicht so ganz hergestellt haben, den sie nach ihrer Khakiv-Offensive erreicht hatten, als sie diesen riesigen Bereich zurückerobert haben, ganz am Anfang des Krieges. Das sind eigentlich ganz gute Nachrichten im Großen und Ganzen und zeigt einfach wieder, wie schwierig es sein wird für die Russen in Donbass, irgendwelche Fortschritte zu machen.

Pavel Mayer
0:46:41

Ja, ich finde es auch bemerkenswert, dass dann beide Seiten einfach mehr oder weniger stillgehalten haben aus völlig verschiedenen Gründen. So die Russen, weil sie unter Erfolgszwang stehen, die lokalen Kommandeure und dann ja oft gerne einfach, vorzeitig Einnahmen gemeldet werden, die dann aber sich gar nicht in dem Sinne manifestieren als Kontrolle. Und das scheint bis zu Putin raufgegangen zu sein, weil Putin dann die Besetzung diverser, Städte oder Dörfer bekannt gegeben hat, die dann absurd weit von der Front entfernt waren. Und wo dann sich der General in einer der Städte gezeigt hat, ohne Helm, so rumlaufend und gesagt hat, was ist hier los? Und das war für die Welt zu sehen und tatsächlich kamen die meisten Informationen dann von russischen Mailbloggern, die dann halt auch natürlich vernetzt sind innerhalb der russischen Truppen und dann. Mit Nachrichten von der Front verfolgen. Die dann bekannt geben und ist manchmal aber auch ein bisschen übertrieben, aber tendenziell natürlich sind diese russischen Millblogger eher drauf, um Fortschritte natürlich zu vermelden, sodass das glaubwürdiger ist, wenn jetzt russische Millblogger Negatives für die Russen vermelden, als umgekehrt, aber ja, es ist immer noch nicht ganz genau klar, wer jetzt was in welchem Umfang dort kontrolliert, also die Operation ist ja auch noch nicht zu Ende, sondern, das geht da noch weiter, Aber tatsächlich hat diese Kombination aus Ukraine, die haben sich halt verkniffen, irgendwie jetzt Erfolgsmeldungen. Für Propagandazwecke rauszulassen, was natürlich schon auch immer wertvoll ist für die Moral. Und das haben sie halt nicht getan, um zu verhindern, dass die Russen, vorzeitig jetzt Verstärkungen schicken. Und die Russen, durch. Das Lügen innerhalb der Kommandostruktur haben dann effektiv verhindert, dass dann notwendige Verstärkungen auch geschickt wurden. Insofern, ja, ist das jetzt interessant. Man wird sehen, ich meine, jetzt ist die Katze irgendwie aus dem Sack. Also es ist anzunehmen, dass die Russen jetzt weiter dort Verstärkungen hinschicken werden und versuchen werden, dort was zu tun oder mehr zu tun jetzt. Und muss man halt abwarten, wozu das führt. Kann natürlich dazu führen, weil die Russen dann oft, wenn plötzlich von oben kommt, Hier tut mal was so, dass sie dann einfach ohne Rücksicht auf Verluste dann Truppen an die Front, schicken und teilweise auch überhastet und das dann so gefundenes Fressen dann für die Ukrainer ist, die die dann auch im Anmarsch teilweise schon. Bekämpfen und vernichten. Also das sieht erstmal dort ganz gut aus und wie du eingangs richtig gesagt hast, das sieht nicht so aus, als wenn das mit dem Donbass in absehbarer Zeit was werden wird. Also zumindest sagen, dass der russische Plan mit dieser Zange, dass mindestens jetzt die nördliche obere Hälfte der Zange einfach nicht greift. Die ist sehr weg erodiert.

Tim Pritlove
0:51:40
Pavel Mayer
0:53:13
Tim Pritlove
0:54:29
Pavel Mayer
0:55:47
Tim Pritlove
0:56:03

Genau, es sieht nicht gut aus und es wäre für alle ein Signal, dass, sagen wir mal, jetzt offiziell an Putin gezweifelt wird. Also von daher ist diese... Weil man sagt ja immer gerne so, ja der Diktator, der beherrscht halt einfach alles und es ist alles egal. Ja, das stimmt ein Stück weit, aber das stimmt eben auch nur bis zu einer bestimmten, Grenze und von daher ist es schon wichtig im Vorfeld dieser Wahl so ein bisschen Gutwetterpolitik zu machen. Und da ist dann natürlich so eine Ankündigung wie, wir mobilisieren jetzt 800.000 Männer, wo wir schon irgendwie dieselbe Zahl da in den Fleischwolf geschickt haben, kommt halt irgendwie nicht so richtig gut an. Wir hatten ja diese Teilmobilisierung am Anfang des Krieges, nachdem die Ukraine das erste Mal richtig zurückgeschlagen hat und wir haben auch gesehen, was die Folge davon war. Es gab eine Massenflucht aus dem Land und derzeit ist ja schon Russland extrem. Geschwächt durch diesen Krieg. finanziell, durch Sanktionen. Die Wirtschaft funktioniert eigentlich nur noch wegen des Kriegs. Man hat komplett auf Kriegswirtschaft umgeschaltet. Die normale Wirtschaft läuft halt nicht. Klar, es gibt immer auch diese protegierten Bereiche, St. Petersburg und Moskau, wo sich immer noch einige Eliten erlauben können, in so einer Illusion zu leben. Es wäre ja alles wie immer. Aber auch die spüren natürlich diesen Druck, weil es geht jetzt auch die Workforce natürlich Schritt für Schritt verloren. Wenn jetzt nochmal 800.000 Leute eingezogen werden, würden, Das geht nicht, werden wir gleich erklären. Naja, dann wäre die ohnehin schon, in einem Personalmangel existierende russische Wirtschaft nochmal um ein Vielfaches weiter geschwächt. Und irgendwann kriegst du halt einfach auch deine Operations nicht mehr aufrecht. Wenn du niemanden hast, der die Städte am Laufen hält. Wenn du niemanden hast, der Feuerwehr, Polizei etc. Bestückt und Arbeiter in der Fabrik. Naja, dann funktioniert halt dein Staat auch irgendwann einfach nicht mehr. Es wird sehr bezweifelt, dass das dann genauso stattfinden würde, aber es wird nicht unbedingt bezweifelt, dass es diese Diskussion gibt.

Pavel Mayer
0:58:19

Ja, und Vermutung ist, es gibt noch keine genauen Zahlen, das wäre meine Vermutung. Also Putin selbst weiß noch nicht, wie weit er gehen wird. Ich meine, es gibt halt sowieso immer die normale Mobilisierung für den normalen Wehrdienst. Das ist aber unabhängig jetzt nochmal von... Von dem Ukraine-Krieg und gibt da halt verschiedene Szenarien von Fragen, stellt sich Putin dann irgendwann hin und verkündet jetzt die Demobilisierung wie beim letzten Mal? Er hat gesagt, unwahrscheinlich, weil das kam nicht gut an beim letzten Mal, als er sich dann hingestellt hat, weil, ja, dann käme die Frage nämlich auf, diesmal in der Bevölkerung noch mehr, wieso eigentlich? Also die Begründung, wenn doch alles eigentlich gut läuft und sie Fortschritte machen, das wäre halt gleichzeitig auch eine, Anerkenntnis, die Dinge laufen gewaltig schief, wenn jetzt nochmal mobilisiert werden muss. Also wenn Putin sich hinstellt und sagt, wir müssen mobilisieren, also die Begründung ist dann tatsächlich das Problem, was dann vermutet wurde. Also wenn, dass dann irgendwie Putin versucht dann. Wie eine Provokation, mit der er dann begründen kann, warum sich jetzt alles geändert hat, weil er explizit gesagt hat, das ist alles Quatsch. Also gerade letzte Woche wieder aus allen Regierungskanälen ist kompletter Unsinn. Es gibt keine... Neue Mobilisierung und alles Quatsch und das ist alles Propaganda, nur um Russland zu schaden und hier Unruhe zu schüren, glaubt nichts. Was viele Leute dann wiederum zum Anlass genommen haben, erst recht zu gehen nach dem Motto, glaube Dinge erst, wenn der Kreml sie dementiert. Also es gab dann wieder neue Schlangen an den Grenzen da zu Armenien, Aserbaidschan und anderen Nachbarländern. Also oder ja, viele Russen, Türkei ist auch so ein Land, wo dann Russen gerne hinfahren. Georgien. Georgien, ja. Ja, so und eine andere Variante, über die gemunkelt wurde, war, dass quasi so eine Geheimmobilisierung, also dass Putin sich nicht hinstellt und das verkündet, sondern dass sie einfach auf Basis der bestehenden Gesetze von der letzten, Mobilisierung, die ja nicht immer noch gelten, einfach langsam die Zahlen hochgefahren. Werden an Leuten, die dann mobilisiert werden. Wobei diese Mobilisierung betrifft halt in erster Linie eben Reservisten, das heißt Leute, die irgendwie schon mal irgendwann gedient haben oder, ja Leute, die dann ihren Militärdienst noch nicht abgeleistet haben oder wie auch immer. Das Problem nur ist, sowas lässt sich nicht geheim halten. Also wenn man erstmal damit beginnt, die Zahlen hochzufahren, dann verbreitet sich das, relativ schnell in der Bevölkerung, dass jetzt plötzlich mehr und mehr Leute Einberufungsbescheide oder Mobilisierungsbescheide, bekommen. Also insofern wäre, wenn sie diese Strategie fahren wollen, ist die auch einfach heikel. Und ja, bleibt schließlich dann noch die Variante einfach nichts tun und es findet tatsächlich keine Mobilisierung statt. Aber das Geld wird halt immer knapper und der Pool an, also sie müssen halt außerdem jetzt die Prämien für Leute, die jetzt Verträge unterschreiben, ja die sind auch gewaltig in die Höhe gegangen und mittlerweile aber trotz der, wirklich, wirklich verlockenden Zahlungen, Also im Prinzip Jahresgehälter plus, Schuldenmoratorium, also wenn du in den Krieg gehst und. Privatschulden bei Banken hast, werden die dir gestundet und so. Also versuchen mit allen allen mitteln, so und kriegen haben damit durchaus auch noch erfolge also so zwischen 20 und 40.000 pro monat scheinen dann, doch noch doch noch zu unterzeichnen aber es reicht natürlich nicht um jetzt, Groß aufzustocken. Plus, dass die Infrastruktur für die Ausbildung, du hast nur eine Ausbildungskapazität, von, ich sag mal, pro Quartal kannst du vielleicht 300.000 Leute ausbilden oder so. Und wenn es jetzt mehr ist, allein die unterzubringen.

Tim Pritlove
1:04:18
Pavel Mayer
1:04:19
Tim Pritlove
1:05:34
Pavel Mayer
1:05:54
Tim Pritlove
1:07:07
Pavel Mayer
1:07:26
Tim Pritlove
1:08:06
Pavel Mayer
1:08:17
Tim Pritlove
1:08:24

Okay, soon. Werfen wir nochmal einen Blick auf die schon in der letzten Sendung, berichtete Kampagne der Ukraine, also vor allem die Deep Strike Kampagne vielleicht erstmal beleuchten. Denn es ist ja der Ukraine gelungen, jetzt im letzten Jahr einerseits die Produktion von Drohnen zahlenmäßig extrem nach oben zu treiben, also sie produzieren einfach, ich weiß gar nicht, was jetzt so die aktuellen Zahlen sind, aber sehr, sehr, sehr, sehr viele Drohnen. Und nicht nur das, es ist ihnen auch gelungen, die Reichweite ihrer erfolgreichen Drohnen, vor allem der FP1, FP2 Drohnen nochmal extrem nach oben zu treiben. Dazu kommen Weiterentwicklungen bei der Neptun-Rakete, es gibt ein paar neue, Systeme und die Flamingo, dieser Marschflugkörper, über den ja viel berichtet wurde, weil der Name so, verfing und weil der mit einer großen Reichweite ausgestattet ist, mit einem großen Sprengkopf, aber wo am Anfang nicht klar war, wie viel Zielwasser die getrunken hat. Diese technischen Probleme konnten wohl überwunden werden und mit dieser ganzen Barrage an Raketensystemen, ich habe jetzt ein paar Drohennamen auch noch vergessen, die da eine Rolle spielen, haben sie jetzt einfach nochmal die Angriffe auf die russische Infrastruktur tief in Russland extrem nach oben getrieben. Was ja schon der Klassiker ist, ist der Angriff auf Öl-Raffinerien. Da brauche ich gar nicht anfangen, das aufzuzählen. Im Prinzip haben sie überall bis tief ins Land. Bis zu 3.200 Kilometer tief in Russland hinein Ziele getroffen. Was natürlich absurd ist. Das wird natürlich auch dadurch begünstigt, dass die... Ukraine ist in den letzten Monaten geschafft, haben einfach eine extrem hohe Zahl an Luftabwehrsystemen der Russen zu zerstören. Also sie zerstören mehr, als Russland nachproduzieren kann auf der einen Seite und vor allem greifen sie sehr viel mehr Ziele an, sodass quasi Russland die ganze Zeit umpriorisieren muss, was sie denn jetzt eigentlich beschützen. Dann beschützen sie jetzt ihre Öl-Raffinerien, ihre Warenhäuser, ihre Militärstandorte, Moskau, Putin etc. pp. Und permanent ändert sich quasi der Schwerpunkt der Ukrainer, was sie denn jetzt sozusagen als nächstes primär angreifen. Je nachdem wahrscheinlich, was sie an Erkenntnissen haben, was quasi durch Luftabwehrsysteme geschützt ist. So oder so gelingt es ihnen, also über lange Korridore, vor allem so an den Flüssen entlang, tief ins Land vorzudringen und ja, die Liste der getroffenen Ölraffinerien ist extrem groß und das sorgt jetzt wie wieder einmal... Zu Benzinknappheit im Land. Also wir hatten ja schon diesen Bericht, dass es so ist, aber was denn?

Pavel Mayer
1:11:42
Tim Pritlove
1:13:53
Pavel Mayer
1:15:40
Tim Pritlove
1:16:04

Genau, das ist nämlich die Kampagne, die dann eine Woche nach unserer letzten Sendung angefangen hat und das war massiv. Also sie sind mit diesen FP1, FP2 drohen vor allem ins Asowsche Meer, also das ist ja sozusagen rechts oben, also das Schwarze Meer und darüber nochmal das Asowsche Meer, was eben dann an der Kerzbrücke sozusagen seine Verbindung hat, das ist ja derzeit quasi komplett von russischer Besatzung umringt und im Prinzip so ein bisschen eher Hometurf. Und da ja die Ukraine die Logistik für die Krim so extrem eingeschränkt hat durch diese Angriffe auf die Lastwagenverbindungen, auf die Eisenbahnrouten, auch auf die Terminals etc., Pipelines, alles was da noch ist, ist die Krim ja mittlerweile komplett beschränkt. Was heißt komplett? Also es gibt Städte, da gibt es seit Monaten keinen Strom. Wasserversorgung ist kritisch, es gibt keinen Sprit. Also die Krim liegt derzeit einfach brach, kann man fast sagen. Und dann hat Russland versucht mit kleinen. Inlandtankern diese Versorgung aufzunehmen. Also sie haben natürlich innerhalb ihres großen Landes über die Flüsse Russlands, natürlich auch Transportwege und dann eben kleinere Tanker, die eigentlich jetzt nicht so für diesen internationalen Export gedacht sind, sondern eben für diese Inlandversorgung. Und davon haben sie dann eben sehr viele Richtung Krim geschickt, über die, ist das die Wolga, die da mündet im Asowschen Meer, bin gerade nicht ganz sicher, auf jeden Fall aus dem Land heraus eben ins Asowsche Meer. Ja, und dann haben sie halt innerhalb von einer Woche dort irgendwie 100, 200 Schiffe angegriffen und zwar immer mit den Drohnen auf das Steuerdeck. Also sie haben nicht versucht, diese Schiffe zu versenken, wie du schon gesagt hast, sondern sie außer Gefecht zu nehmen. Das heißt, sie waren dann manövrierunfähig. Und diese Aktion hat die Russen irgendwie komplett kalt erwischt. Also es sind einfach hunderte von Schiffen angegriffen und außer Gefecht gesetzt worden. Nachdem sie im Asowschen Meer fertig waren, haben sie dann im Schwarzen Meer weitergemacht. Teilweise gab es auch noch Angriffe im Mittelmeer. Da hat mittlerweile die Ukraine wohl Stützpunkte in Libyen, von denen aus sie entsprechende Angriffe fahren können, weil die Russen da teilweise eben auch nicht so beliebt sind. Und das ging dann wirklich wochenlang so weiter. Im Prinzip ist es auch immer noch so, aber mittlerweile fährt halt im Asowschen Meer auch kein Schiff mehr.

Pavel Mayer
1:18:46
Tim Pritlove
1:19:12

Ja, in der Situation auf der Krim, die ist halt eh extrem prekär, wie schon angedeutet, also nachdem diese ganze, Logistikkette halt angegriffen wurde und nach wie vor angegriffen wird und damit sozusagen die Versorgung, mit Sprit und Nahrungsmitteln und so weiter eingeschränkt wurde, haben sie dann auch extrem die Strominfrastruktur angegriffen, also Umspannwerke. Da gibt es also hunderte von Videos, wo alles mögliche angegriffen werden. Die Brücken sind zerstört worden, die Eisenbahnbrücken sind zerstört worden, Heizkraftwerke sind zerstört worden. Also es. Gibt kaum noch Zugverbindungen, die in irgendeiner Form fahren. Also die ganze Logistik ist dort entsprechend kaputt. Es wurden dann auch extrem viele Jets zerstört, die dort, auf den Flugplätzen, auf den Luftwaffenstützpunkten waren. Über verschiedenste Methoden, man kennt das ja schon, die fahren dann mit den Marine-Drohnen, die quasi wie so kleine Flugzeugträger, vom Wasser her aus angreifen und wahrscheinlich haben sie auch mit ihren Long-Range-Drohnen mittlerweile große Erfolge, einfach durch Direktanflug, weil eben die ganze, Luftverteidigung entsprechend auch schon durchlöchert ist. Also die Krim ist zwar derzeit für die Ukraine nicht einnehmbar, aber für die Russen eigentlich in zunehmendem Maße auch nicht haltbar. Und das ist natürlich auch wieder so mental so ein wichtiges Ding, weil die Krim gilt ja so ein bisschen als das Kronjuwel dieses gesamten Vorstoßes gegenüber die Ukraine. Man hat das ohne große Kämpfe einfach so übernommen damals und dann diese geile Brücke dahin gebaut und überhaupt. Und Krim ist halt auch so ein beliebter Urlaubsort gewesen für die Russen.

Pavel Mayer
1:21:10
Tim Pritlove
1:21:40
Pavel Mayer
1:21:41
Tim Pritlove
1:22:53
Pavel Mayer
1:22:58
Tim Pritlove
1:24:04
Pavel Mayer
1:24:35
Tim Pritlove
1:24:45
Pavel Mayer
1:26:15

Ja, also in der letzten Sendung hatten wir das ja auch ein bisschen mehr mit Zahlen unterlegt, wie viel Raffineriekapazität weg ist. Was so ein bisschen offen war, war eben, wie viel von der Knappheit liegt jetzt am Hamstern und wie viel von der Knappheit, liegt jetzt einfach daran, dass das System sich wieder irgendwie einrütteln muss. Und wenn alle vollgetankt haben, gibt sich das Ganze vielleicht wieder so wie damals, wenn alle genug Klopapier zu Hause haben, dann ist auch wieder Klopapier in den Regalen so nach dem. Nach dem Motto. Und ja, wie schon sagt es. Die damalige Krise dauerte ein paar Wochen an und wurde dann erst mal besser. Und ich denke auch, dass die erste Knappheit durch eben drei Dinge erzeugt wurde, die zusammengekommen sind. Hamstern spielte wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, aber so grundsätzlich Kapazitäten fehlten. Und ein bisschen, konnte man es lindern, indem man irgendwo noch Reserven aus dem System abgezogen hat. Wobei die Russen ja keine größeren strategischen Ölreserven haben, weil davon ausgegangen wurde, dass. Russland irgendwie das Öl oder Sprit ausgehen könnte, war einfach undenkbar bei den Überkapazitäten, die sie hatten. Und ja, und zeigte sich dann, dass mit den Zahlen, die wir da in der letzten Sendung hatten, dass die, relativ zutreffend waren und wir immer noch davon ausgehen können, dass, jetzt mittlerweile aber ja rund die Hälfte der russischen Raffinerie-Kapazität derzeit offline ist. Wobei das unterschiedlich für unterschiedliche Kraftstoffsorten ist. Diesel ist nochmal anders als Benzin und die unterschiedlichen Benzinsorten. Und dann, Flugbenzin oder Jet-Fuel und teilweise in einigen Bereichen ist die Knappheit schlimmer als in anderen Bereichen. Also. Bei Benzin, qualitativ hochwertiges Benzin ist halt ein Riesenproblem und Flugbenzin wird langsam auch, zu einem Problem. Sogar, ja, dieses irgendwie russische Schweröl oder Masut, was die dann teilweise benutzen, scheint knapp zu werden. also, ja und, der einzige weg jetzt also plus natürlich dadurch dass die preise höher wurden bis ist der verbrauch dann auch zurückgegangen beziehungsweise weil es halt mühsamer wurde zu tanken leute dann auch weniger, getankt irgendwann und, Aber ja, jetzt die Knappheit könnte erst mal anhalten. Also es ist halt unklar, wie, Russland da anders rauskommen sollte, als die Raffinerien wieder instand zu setzen. Und zwar schneller instand zu setzen, als die Ukraine in der Lage ist, sie zu beschädigen. Und das sieht nicht so aus, als wenn Russland dazu in der Lage wäre im Moment.

Tim Pritlove
1:30:47
Pavel Mayer
1:31:19
Tim Pritlove
1:31:24
Pavel Mayer
1:31:28
Tim Pritlove
1:31:46

Ja und vor allem zehnmal so lange warten, bis er diesen Liter hat. Und gut, bei PKWs und so weiter ist klar, die Leute kommen nicht zur Arbeit, wirtschaftliche Entwicklung nimmt natürlich da extremen Schaden, aber wo es halt wirklich wehtut ist im Landwirtschaftsbereich, weil die Ernte sich nicht mehr lohnt. Das heißt, sie ernten einfach gar nicht mehr, die lassen jetzt die Sachen irgendwie auf den Feldern vergammeln, weil sie mehr Geld dafür bezahlen müssten, das alles zu ernten, als sie auf dem Markt dafür bekommen, weil sie es nicht verkauft bekommen, weil die Exporthäfen zerstört sind. Und das ist so eine schleichende Spirale, die sich so hinter den Kulissen da, abspielt und das ist irgendwie überhaupt nicht gut. Und vor allem kann das auch noch bedeuten, dass wir in anderen Ländern, vor allem in Afrika, die ja sehr vom Weizenexport. Also Getreideexport generell, von Russland und der Ukraine abhängig sind. Und da Russland jetzt auch angefangen hat, wiederum ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer anzugreifen, die Getreideexport betreiben, könnte sich das also auch in der einen oder anderen Hungersnot im nächsten Jahr wiederfinden. Man muss nicht hoffen, dass es soweit kommt, aber sieht gerade nicht besonders gut aus in dieser Hinsicht. Man sieht einfach, wie dieser Krieg auch wirklich weltweit negative Auswirkungen hat. Ja, worüber wir natürlich auf jeden Fall auch reden müssen, ist die absolut bemerkenswerte, Angriffsserie auf russische Warenlager, allen voran der Unternehmen Wildberries und dann im weiteren Verlauf auch Ozone. Wildberries wird gemeinhin immer so als das Amazon Russlands bezeichnet, nicht ohne Grund, funktioniert im Prinzip ähnlich, das heißt es gibt riesige, Umschlagplätze, riesige Warenhäuser, wo halt Pakete durchrauschen, aber wo eben auch viele Kleinhändler quasi ihre Waren lagern und von dort eben versenden lassen, dann auf eigene Rechnung. Und dass Russland entsprechende Infrastruktur in der Ukraine zerstört, das ist ja auch nichts Neues und das geht seitdem auch so weiter, und die Ukraine hat halt jetzt hier da massiv zurückgeschlagen, das fing irgendwie im 18. Juli an und dann haben sie also konsequent nahezu alle großen Warenhäuser von Wildberries zerstört. Jetzt nicht bis aufs allerletzte, aber so die 10, 20 Größten sind glaube ich 18 davon zerstört worden. Und zerstört heißt, mit Drohnen angegriffen, 2, 3, 4 Drohnen, die einschlagen, riesige Warenhäuser. Und die brennen richtig gut. Also danach ist einfach von diesen Warenhäusern nichts mehr übrig, also gar nichts mehr. Und Oson ist sozusagen ein anderer Anbieter, der ähnliches macht, der glaube ich jetzt nicht so sehr im Sale unterwegs ist, sondern sozusagen nur diese Warenlogistik macht. Und auch da sind also mehrere Warenhäuser zerstört worden. Ja, das hat natürlich dann auch eine unheimliche Auswirkung sowohl auf die Wirtschaft, weil das ist sozusagen die ganze Online-Wirtschaft Russlands, die darunter, leidet, viele kleine Händler und natürlich auch mittlerweile irgendwas in der Größenordnung von 120.000 Arbeitern, die von heute auf morgen dann sozusagen auf einmal ihren Arbeitsplatz verloren haben. Also das ist dann eben etwas, was auch eine Auswirkung hat auf die Russen. Insofern, ich meine, es gibt zwar grundsätzlich eine Arbeitskräfteknappheit in Russland, eben durch den Krieg, aber Wildberries war wohl noch so einer der Unternehmen, wo die Leute relativ gut verdient haben und zu guten Bedingungen auch arbeiten konnten. War da jetzt nichts, aber so wird es berichtet. Ja, mittlerweile ist es irgendwie nahezu alles abgegrast.

Pavel Mayer
1:36:14
Tim Pritlove
1:38:04

Ja, also das ist auf jeden Fall eine extrem erfolgreiche Kampagne gewesen, eben mit dem Problem auf der anderen Seite, dass eben Russland das in der Ukraine genauso macht. Also auch dort werden die Verteilzentren Lovaposta, wird da schon lange angegriffen, auch andere Unternehmen. Wie schon eingangs erwähnt sind einfach die Angriffe auf die Infrastruktur in, der Ukraine durch Russland einfach gerade ein sehr sehr sehr großes Problem. Immer wenn man sich fragt, wie kann das dann wieder zurückeskalieren, hat dann Selenskyj jetzt angedroht und ich weiß ehrlich gesagt gerade gar nicht, wie da der aktuelle Stand ist, die Flughäfen Russlands mehr oder weniger außer Betrieb zu nehmen, indem sie permanente Drohnengefahr ausüben. Wir hatten ja schon die Zahlen genannt. Und mit dieser großen Zahl an Drohnen fliegt eigentlich die ganze Zeit irgendetwas. In dem Moment, wo sich die Drohnen dann auf Flughäfen konzentrieren, können natürlich diese Flugzeuge nicht abheben oder sollten normalerweise eigentlich nicht abheben. Und es fallen halt extrem viele Flüge aus. Auch das ist wiederum etwas, was der Wirtschaft enorm zusetzt. Man kennt das ja hier immer, das Geschrei ist groß, wenn irgendwie mal aus irgendwelchen Gründen einen Flughafen schließen muss oder Flüge nicht starten können oder sich, durch irgendein Weltereignis wie einen Vulkanausbruch da so eine Kaskade von Flugausfällen, auslöst, dann sind die Zahlen sehr groß. Also der wirtschaftliche Verlust durch ausgefallene Flüge ist spürbar. Ja und das ist irgendwie das, was Zelensky angekündigt hat. Hast du das verfolgt, wie sich das in den letzten Tagen entwickelt hat?

Pavel Mayer
1:40:05
Tim Pritlove
1:41:02
Pavel Mayer
1:41:15
Tim Pritlove
1:41:47
Pavel Mayer
1:43:05
Tim Pritlove
1:44:42
Pavel Mayer
1:44:46
Tim Pritlove
1:46:24

Okay, kommen wir mal zu einem anderen Thema, nämlich, NATO, Europa und Russland. Abgesehen davon, dass es halt tausend Gerüchte gibt mit Plan und Russland denn jetzt irgendwie mal aktiv gegen die NATO vorzugehen, gab es natürlich zahlreiche Luftraumverletzungen. Also allein in den letzten drei Monaten gab es zahlreiche Drohnenabschüsse in Rumänien zum Beispiel, wo die also mit F-16 aufgestiegen sind, Drohnen abgeschossen haben, die so in den Grenzbereich kommen. Dann gab es auch diverse Marschflugkörper, die irgendwie so in lettischen Luftraum, polnischen Luftraum. Eingetreten sind. In Belarus sind welche abgestürzt, die sicherlich dann eigentlich zur Ukraine fliegen sollten. Es gab in Moldau Drohnen, es sind Grenzübergänge zwischen Republik Moldau und Ukraine angegriffen worden. All so Sachen. Teilweise mussten halt Flughäfen auch geschlossen werden wegen unbekannten Objekten in Polen. All diese ganzen kleinen Stichelungen und man fragt sich natürlich dann immer wieder, okay, wer steht dahinter? Und das Ganze eskalierte dann ein bisschen Anfang August, als wir den, missglückten Anschlag beobachtet haben in Leipzig-Halle, also dem Flughafen Leipzig-Halle, also der Flughafen zwischen Leipzig und Halle, der ja so nicht so primär so ein Passagierflughafen ist. Kann man auch die eine oder andere Route dort nehmen, aber vor allem ist es ja so ein riesiger Logistikflughafen. DHL ist da glaube ich stark aufgestellt und noch ein paar andere Logistikunternehmen auch und unter anderem wird ja auch militärisch genutzt. Was weißt du denn darüber? Tja, wer war es? Sag es doch mal, Pawel.

Pavel Mayer
1:48:40

Ja, also das scheint mittlerweile relativ klar zu sein, dass die Russen dahinter stecken. Also man hat halt wohl die Leute ausfindig gemacht, die es waren und deren Kontakte zu Russland. Und ich meine, die Bundesregierung hat sich einen Monat Zeit gelassen, sagen, dass offiziell dann Russland die Verantwortung zu geben, öffentlich, was ja bemerkenswert ist, auf jeden Fall. und, ich denke, dass das sehr wahrscheinlich so war. Mein Bemerkenswert ist. Dass der Sprengstoff nicht explodiert ist, da wüsste ich gerne mehr darüber, warum er nicht explodiert ist. Also insofern, da sind bei mir noch Fragezeichen so, was war der Grund? Und es gibt im Prinzip drei Varianten, warum er nicht explodiert ist. Das ist die eine, das ist die wahrscheinlichste, dass die Leute einen Fehler beim Zusammenbau gemacht haben, weil das waren halt keine Experten, das waren halt irgendwie angeworbene Amateure. Die zweite Variante wäre, dass. Die entweder unterwandert waren oder absichtlich, das sabotiert haben, weil sie kalte Füße gekriegt haben oder weil einer von den Leuten vielleicht Spion war oder Doppelagent oder weiß der Geier. Oder die dritte Variante, dass sie den Auftrag hatten, dass es Absicht war, dass die nicht explodiert sind, weil man zwar eine Warnung aussprechen wollte, aber dann eben sich nicht, ihnen das doch zu heiß war. So, diese drei Möglichkeiten bestehen. Letztere, dass sie absichtlich das nicht haben, detonieren lassen, halte ich für unwahrscheinlich. Was dort ja passiert ist, ist... Es waren mehrere Drohnen, eine am Boden, aber eine ist dann auch in der Luft mit, einer anfliegenden DHL-Maschine kollidiert, glaube ich, und. Hat dort Schäden am Flugzeug hinterlassen. Und die war wohl aber auch mit Sprengstoff bestückt, obwohl beim letzten bin ich mir auch nicht ganz klar, ob das dann die Beobachtungsdrohne war, die dann überflogen wurde. Also auf jeden Fall, was dort passiert ist, war hochgefährlich und hätte einfach, zu einem Absturz von einem großen Flugzeug führen können, was dann nicht nur die Piloten, sondern auch, oder falls es ein Passagierflugzeug gewesen wäre. Oder selbst bei dem Frachtflugzeug, wenn das irgendwo auf bewohntem Gelände niedergegangen wäre. Also es war auf jeden Fall hoch, hoch, hoch gefährlich und ich glaube nicht, dass irgendjemand quasi als False-Flag-Operation das Ganze jetzt auch gemacht hätte. Jetzt ist es nicht der amerikaner die russen oder wer auch immer weil das ist einfach ja dass das wäre einfach zu gefährlich dass das ganze ding und. Soll ich davon ausgehe ja ist zum glück fehlgeschlagen so weil die beauftragten leute offenbar einen fehler gemacht haben, Und wenn da aber jetzt ein Flugzeug abgestürzt wäre durch, mag man sich nicht ausmalen, was das bedeutet. Ich habe dann trotzdem versucht, mir das mal auszumalen. Was sind denn die Möglichkeiten, die diskutiert wurden? Was kann NATO oder Westen denn jetzt tun, auch im Zusammenhang mit den ganzen anderen Provokationen und den befürchteten weiteren Provokationen, die vielleicht noch kommen könnten? Welche praktischen Optionen hat denn jetzt die NATO dann, ja, diese Angriffe zu vergelten und. Jetzt einen Angriff tatsächlich auf Russland, also dass man sagt, okay. Dafür schießen wir dann irgendwie ein russisches Flugzeug ab oder bombardieren Russland oder so jetzt als NATO, Damit das passiert, dafür hätte, glaube ich, das auch noch nicht ausgereicht. Es ist nicht klar, wo die Grenze liegt, ab wann quasi die NATO oder Deutschland oder welches Land auch, also die NATO, mit einem offenen militärischen Gegenschlag agieren würden. Da ist die Latte ziemlich hoch, weil man auch vermutet, das ist genau das, was Putin gerne hätte, weil, ihm das eben mehr Handlungsspielraum verschaffen würde, innenpolitisch, wenn plötzlich tatsächlich die NATO irgendwie massiv aktiv wird. Und deswegen versucht man das, was ich auch richtig finde, als NATO weitgehend zu vermeiden. Aber man muss es halt nicht komplett vermeiden. Aber es gibt, also bevor wir jetzt anfangen, Russland zu bombardieren oder Raketen nach Russland zu schicken, gibt es halt noch eine ganz, ganz lange Eskalationsleiter. Und man kann dann sehen auch, dass die unteren Schritte genommen wurden, so wie Potsdam. Schließung dann von Einrichtungen, Ausweisung von Diplomaten, weitere Sanktionen. Man könnte natürlich noch mehr gegen die russische Schattenflotte, vorgehen, indem man mehr Schiffe festsetzt, die ohne Papiere, ohne Nummernschild unterwegs sind. Und Versicherung wird getan, aber das könnte man natürlich noch erheblich ausweiten. Man könnte dann natürlich auch wiederum. Auf dieselbe Art und Weise mit verdeckten Angriffen zurückschlagen, dass dann zufällig plötzlich irgendwo, russische Schiffe explodieren auf den Weltmeeren mysteriöser Weise oder irgendwelche Unglücke haben. Das wäre dann auch noch eine Möglichkeit. Aber natürlich, wenn man zurückschlägt, ist die Frage, was hält dann Putin auch davon ab, das zu tun oder wieder zu tun? Also was ist denn als Abschreckung denn überhaupt geeignet? Und, ja, schwierig irgendwie. Aber das andere Problem, was wir noch haben, die USA mit Putin, auf die wäre da kein Verlass, dass die sich halt an einem Gegenschlag beteiligen. Und ich habe mich dann mal gefragt, okay, jetzt rein hypothetisch, was könnte denn Europa mit seinen militärischen Fähigkeiten tun, um jetzt auf einen russischen Angriff tatsächlich zu agieren? Und die erschreckende Wahrheit ist. Also ... Europa hat halt fast keine ballistischen Raketen, also die gesamte Stockpile an ballistischen Raketen in Europa jetzt, was so dem Iskander entspricht, 50, 100 irgendwie in der Größenordnung, also vielleicht ein paar hundert noch zusammenkratzen, aber das ist also… Heldentag. Heldentag. so. Cruise Missiles gibt es ein paar tausend. So, da könnte man noch eher so, also mit jetzt gibt es Tomahawks und, noch mehr Sculp und Storm Shadow und dann halt die deutschen Ach Gott, wie heißen sie noch? Die deutschen Cruise Missiles die Ukraine nicht kriegt. Taurus, genau. Taurus, Deutschland hat wahrscheinlich, hat ursprünglich mal irgendwie, glaube ich, an die 1000 gekauft und wahrscheinlich 500 davon wären wahrscheinlich verfügbar. Aber so alles zusammengerechnet jetzt mit, so schön heißt, Stand, of Weapons, also aus der Ferne abgeschossenen Waffen. Könnte Europa ungefähr das, was so Russland in drei bis fünf Monaten verschießt, wahrscheinlich auf Russland ab. Feuern, also wenn man alle Waffenkategorien zusammenzählt. Was Europa allerdings hat, sind Kampfflugzeuge. Also was Europa machen könnte, ist wahrscheinlich 1.000 bis 2.000 Kampfflugzeuge, nach Russland reinzuschicken und wahrscheinlich. Ziemlich viel kaputt bombardieren. Aber, ja, das ist natürlich mit vielen anderen Problemen und Herausforderungen verbunden. Aber das wäre quasi die einzige Möglichkeit. Aber wie wir jetzt im Iran gesehen haben, Wenn jetzt, angenommen die EU wäre wahrscheinlich in der Lage, so 10.000 Ziele in Russland zu bombardieren innerhalb von einigen Wochen. Aber das ist das, was die USA jetzt, in Iran gemacht haben und auch wenn das schwer zu vergleichen ist, das würde, glaube ich, Russland nicht notwendigerweise komplett in die Knie zwingen. Es würde aber, ja, und es wäre mit erheblichen Verlusten auch verbunden, also Europa würde wahrscheinlich hunderte von Kampfflugzeugen verlieren bei sowas. Und ja. Das wäre die Situation im Moment, wenn es zur Eskalation kommt und die Amerikaner nicht mitmachen.

Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
2:08:20

Ja, ich weiß nicht genau, was da so die Diplomatie ist, aber es gibt ja keine Flüge in, normalerweise, kommen wir gleich zu, es gibt keine Flüge in der Ukraine, das heißt alle Diplomaten und so weiter, die Kief besuchen, reisen in der Regel per Zug über Polen an, das heißt diese Strecke ist einfach eine wichtige Lifeline. Und ich denke mal, dass die Russen schon davon Kenntnis haben, dass das so ist. Das heißt, wenn sie diese Linie angreifen, dann ist das halt eine ganz klare Einschüchterung, also mindestens eine Einschüchterung und fällt von daher auch so ein bisschen in diesen Konflikt mit NATO. Wo jetzt allerdings dann doch mal ein Flugzeug flog, war als jüngst dann doch mal die Beauftragten der USA, Steve Witkoff und Gerrit Kushner, nachdem sie ein weiteres Mal und zwar glaube ich schon zum achten Mal in Moskau bei Putin waren, dann sich dann doch mal bequemt haben, obwohl sie ja sozusagen mit der Lösung dieses Konflikts beauftragt sind in irgendeiner Form, zumindest behaupten sie das ja auch, dann vielleicht auch mal in der Ukraine vorbeizuschauen. Das erste Mal, das muss man sich mal vorstellen. Aber da die Herren halt nicht mit dem Zug fahren, wurde dann in Russland darum um gebettelt dann doch vielleicht mal drei Tage lang mal keinen, Flugangriff zu machen, weil das würde sich auch nicht so gut machen, wenn die auf einmal so die Angriffsrealität in der Ukraine mitbekommen würden. Die waren dann also vor Ort, es gab Gespräche, es gab eine Pressekonferenz, die ein bisschen unangenehm war für Kuschner und Wittkopf, weil da halt mal so echte Journalisten echte Fragen stellen durften und nicht eben so dieses, ganze Gepose, wie man das in den USA und in Russland kennt, wo dann sozusagen, nur ausgewählte Fragen von ausgewählten Personen kommen. Die wurden da ziemlich hart angegangen. Haben aber auch wirklich nur Unsinn erzählt. Man merkt einfach, wie wenig Ahnung die haben. Der Kuschn hat ja gesagt, ja.

Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
2:13:01

Ja, und der Kardinalfehler, den sie halt permanent machen, falls sie nicht einfach ... Russische Assets sind oder unter russischer Kontrolle stehen. Was ich nicht glaube, aber der Kardinalfehler ist, dass sie Putin überhaupt nicht verstehen, wie er tickt. Also sie versuchen ihn dauernd mit irgendwie Win-Win und mit, der Karotte zu ködern, so ein bisschen wie ein Iran, so viel Geld können wir dann gemeinsam machen und so. Aber was sie nicht verstehen ist, erstens, Putin will kein Win-Win. Putin will Lose-Win, weil ein Win für Amerika ist aus Putins Sicht ein Lose für Russland. Und Amerika ist aus Putins Sicht der Hauptgegner und Hauptrivale und die Hauptgefahr. Und ja, also Win-Win ist nicht so. Und die andere Sache ist, dass sie, aus welchen Gründen auch immer, es bisher komplett vermieden haben, auch dann wirklich die Peitsche zu zücken oder den Knüppel. Trump hat zwar dann angedroht, ja, wenn Russland, dann werde ich, aber ja, nix. Also er hat quasi von, all seinen Drohungen gegen Russland, die Trump dann auch mal ausgestoßen hat. Also erstens war da kaum was und selbst das Wenige hatte er halt nichts dann wirklich von oben gesetzt. Ja, also das ist, wie gesagt, der Kardinalfehler, dass durch diese Angebote, Also was Putin sieht ist, die Amerikaner wollen, dass ich Frieden mache und bieten mir auch noch was dafür. Also sind sie schwach und glauben, dass wir den Krieg gewinnen. Weil wenn sie glauben würden, dass wir den Krieg verlieren, dann würden sie, uns einfach fertig machen und uns nicht irgendwie Angebote machen, wie nett das wird. Diese Angebote an Putin bewirken einfach das genaue Gegenteil, nämlich dass Putin bestärkt wird in seiner Meinung, dass er im Vorteil ist und gewinnen wird und deswegen einfach weitermacht. Das ist, glaube ich, so wie ich die Situation sehe. Plus, dass halt, ja, ich meine, Kuschner ist natürlich dann schon mal, abgesehen davon, dass das irgendwie Nepotismus ist, Vetternwirtschaft. Die beiden haben keinerlei offizielle Funktion, also Witkow und Kushner in der Regierung, die haben keinen Posten und es gibt eigentlich ein Gesetz in den USA, was es diesen Leuten ausdrücklich verbietet. Verhandlungen im Namen der USA zu führen. Das heißt, eigentlich haben sie eine Straftat begangen nach amerikanischem Gesetz, in dem sie dort überhaupt aufgetreten sind und irgendwie verhandelt haben. Gut, jetzt sagen wir Herrn Trump, sie verhandeln ja nicht im Namen Amerikas, sondern sie versuchen da nur zwischen Russland und der Ukraine Frieden zu stiften. Und mit Amerika hat das ja gar nichts zu tun. Das wird wahrscheinlich deren Entschuldigung sein, aber eigentlich geht das gar nicht und man sieht eben dann auch dass sie halt einfach komplett inkompetent sind was das angeht, plus was ja jetzt noch rauskam, dass ja, Don Junior jetzt seine Hochzeit von einem russischen Oligarchen hat finanzieren lassen.

Tim Pritlove
2:17:47
Pavel Mayer
2:17:55
Tim Pritlove
2:18:42

Unglaublich. Kommen wir auf die ukrainische Innenpolitik zu sprechen. Da ist ja einiges passiert. Und zwar gab es Mitte Juli eine Regierungsumbildung in der Ukraine. Also wir haben ja immer noch die Situation, Zelensky ist der Präsident und hat damit auch quasi das Gestaltungsrecht über die Regierung, kann die Leute halt entlassen und neu benennen, wie er möchte. Während des Krieges, gibt es natürlich keine Wahlen. Das heißt, diese Situation wird jetzt bis Ende dieses Krieges voraussichtlich auch so bleiben. Ja, dann gab es ein bisschen hin und her bei verschiedenen Ministerposten. Aber was dann natürlich einschlug wie eine Bombe am 15. Juli war, dass Zelensky den Verteidigungsminister Mikhail Fedorov entlassen hat. Der war ja erst seit Januar 26 überhaupt im Amt und seitdem ist ja einiges passiert also diese es gab verschiedenste Änderungen der Strategie und auch diese gesamte, Maßnahme über die wir jetzt schon so viel gesprochen haben, also der Angriff der Logistikketten und so weiter, war ja alles sehr erfolgreich, verschiedene Offensiven die die. Russen zurückgedrängt haben. Das mag jetzt nicht alles auf seinem Mist gewachsen sein, aber er war in der Bevölkerung ausgesprochen populär mit seiner Art. Er ist halt so ein Tech-Typ, der irgendwie eher so aus dem Startup-Bereich, kommt und sehr softwareorientiert ist und glaube ich auch am Aufbau verschiedener Softwareinfrastrukturen, Brave One und so weiter aktiv beteiligt war und glaube ich auch diese Dia-App verantwortlich, bin mir jetzt gerade nicht ganz so sicher. Ja, auf jeden Fall, das war quasi so sein Leumund und er ist dann eben in dieses Amt gekommen und wurde dann aber jetzt nach einem halben Jahr von Zelensky entlassen. Und das schlug wirklich in der ukrainischen Gesellschaft ein wie eine Bombe, und ja, Selenskyj meinte. Ich weiß nicht wie sehr er sich erklärt hat, aber es wurde relativ schnell klar, dass er wohl Probleme hatte mit der Art und Weise, wie Fedorov so, in der gesamten Kommunikation des Regierungsapparates gewirkt hat. Es war jetzt nicht unbedingt eine Primäre, eine Kritik an seiner Arbeit als Verteidigungsminister per se, sondern es gab andere Gründe. Diese Nachricht schlug sozusagen da nicht auf fruchtbaren Boden und es gab dann instantan Proteste, die dann auch über mehrere Tage und Wochen anhielten, weil so die Gesellschaft so gesagt hat, sag mal, wieso entlasst ihr denn jetzt hier Federer auf, der macht doch noch so tolle Sachen und ist cool und jung und bringt hier mal frischen Wind rein. Und wenn wir überhaupt nicht leiden können und den du jetzt nicht entlassen hast, das ist ja der Sirski, der zwar jetzt relativ erfolgreich damals die. Schlacht um Kief geworden hat, die Verteidigungsschlacht und dann letzten Endes Oberbefehlshaber geworden ist, nachdem Selinski halt Saluzny entlassen hat, der damals ja auch sehr populär war, der, seitdem Botschafter in Großbritannien ist, Und Sirsky gilt aber so ein bisschen als Spröde, schlecht in der Kommunikation und vor allem in den Militärapparat herein, noch zu sehr geprägt von seiner, sowjetischen Militärerziehung. Er hat ja auch in Moskau studiert und so weiter. Es ist jetzt nicht so, dass jetzt die Leute ihm nicht getraut hätten, aber sein Style kam nicht so gut an und es gab halt auch immer viel Kritik aus der ukrainischen Armee selbst. Das ging dann irgendwie lange hin und her und Zelensky hat aber dem Druck nicht nachgegeben und Federov blieb entlassen, hat dann aber nach einer Weile, nach einer Woche. Also offensichtlich gab es auch Streit zwischen Federov und Zirsky. Ja, das war so ein bisschen auch das Ding. Also die konnten sich irgendwie überhaupt nicht leiden oder hatten zumindest große Auseinandersetzungen untereinander. Dann am 20. Juli hat sich Silski öffentlich bei Fedorov entschuldigt. Und einen Tag später wird Silski dann entlassen. Das heißt, Zelensky hat dann Silsky auch entlassen, weil das war dann auch eine Forderung der Straße. Wir wollen einfach Silsky loswerden. Allerdings hat er ihnen dann eben nicht das Geschenk gemacht und Fedorov wieder eingestellt. Da ist er also hart geblieben. Tja, dann wurde stattdessen Michaelio Drapati, neuer Oberbefehlshaber. Der Typ kam wiederum bei der Gesellschaft sehr gut an. Der ist ein Militär, der sehr bekannt geworden ist, weil er schon in der Zeit, also vor der großen Invasion. So einen Vorstoß gemacht hat, wo er irgendwie die Russen zurückgedrängt hat, indem er irgendwie selber in so einen Panzer sich gesetzt hat. Dann gibt es so ein Video, wo er über so eine Barrikade rüberballert. Mir sind die ganzen Details leider von dieser Maßnahme jetzt nicht bekannt. Er ist auf jeden Fall eine bekannte Person deswegen und gilt als sehr modern und durchsetzungsfähig und der hat also jetzt sozusagen diese Rolle des Oberbefehlshabers von Zelensky erhalten. Dann geht es so ein bisschen hin und her, was denn nun mit Fedorov ist. Zelensky hat dann versucht, die Wogen ein wenig zu glätten, indem er eben so andere Jobs in der Waffenbeschaffung und so weiter anbietet. Aber der Fedorov stellt sich quer und sagt so, nö, ich will irgendwie Verteidigungsminister werden, alles andere interessiert mich nicht. Mit dem Ergebnis, dass er irgendwie keinen Posten hat. Dann gehen diese ganzen Demonstrationen noch eine Weile so weiter und es ist immer so ein bisschen unklar. Und es warf lange Zeit halt kein besonders gutes Licht auf Zelensky, weil man halt nicht so richtig verstanden hat, was jetzt eigentlich wirklich das Problem war. Es kam schon irgendwie durch, dass jetzt da Konflikte waren und er meinte ja so, er kann so nie arbeiten. Also er muss jetzt hier irgendwie ein System haben von Leuten, die irgendwie miteinander klarkommen und er sieht halt Fedorov an der Stelle einfach als ein Problem. Und das Ganze nimmt dann, achso dann kommt dann aber erstmal sein Nachfolger ins Amt, dieser Chamara heißt der, der ist also jetzt der neue Verteidigungsminister. Und in der. Nacht davor veröffentlicht Fedorov ein Video, wo er dann fordert, also er spricht von einer systemischen Regierungskrise und er fordert, in diesem Video Wahlen durchzuführen. Und stellt sich selbst in gewisser Hinsicht, ich weiß nicht, ob er das so explizit sagt oder, implizit das so wahrgenommen wird, als so potenzieller Kandidat für Wahlen, sprich für die Präsidentschaft der Ukraine sozusagen hin. Und das kommt mal so überhaupt nicht gut an. Die Proteste, die viel kleiner geworden sind, aber die es ja immer noch gab für ihn, waren quasi von heute auf morgen damit beendet. Weil in der Ukraine, also bei aller Kritik, die die Leute an Zelensky haben, niemand kritisiert die Entscheidung, dass man hier mit der Verfassung geht. Ja, also sozusagen die Verfassung beachtet. Und, eine Wahl während des Krieges einfach unvorstellbar ist. Wie soll das gehen? Wie sollen die Soldaten wählen? Wie sollen Vertriebene wählen? Wie sollen die Leute wählen, die ins Ausland gegangen sind? Das ist wahrscheinlich noch am ehesten zu machen, trotzdem eine logistische Herausforderung. Aber wir wissen auch, was passieren würde, wenn es Wahllokale gibt. Russland würde alle diese Wahllokale angreifen. Also es ist vollkommen unvorstellbar, dass Wahlen durchgeführt werden können und dann kommt Fedorov und überschätzt sich offensichtlich auch in seiner, Wirkung und ich würde auch sagen in seiner Bedeutung und gräbt sich damit eigentlich so sein Grab und seitdem ist eigentlich die Diskussion um Fedorov beendet und dementsprechend sitzt dann auch Zelensky wieder sicherer im Sattel.

Pavel Mayer
2:27:47
Tim Pritlove
2:29:24
Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
2:32:52
Tim Pritlove
2:33:56

Darum geht, auch wirklich maximale Zerstörung zu machen. Also die FP5, die Flamingos, die kamen jetzt sehr erfolgreich, das haben wir jetzt noch nicht erwähnt, aber das war sozusagen Teil dieser ganzen Deep Strike Kampagne. Wir haben also zahlreiche Fabriken angegriffen, also Waffenfabriken angegriffen oder Hersteller von Sprengstoff, Hersteller von Schmierstoffen, Hersteller von allen möglichen Zulieferern und, was man in dem Moment auch noch auffällt, was wir noch gar nicht erwähnt haben, du hast ja kurz schon gesagt, so ja, die Russen versuchen ja irgendwie auch eine Alternative zu Starlink aufzubauen und benutzen jetzt Mesh-Networks mit Drohnen. Sie versuchen ja auch ein Starlink-artiges Satellitennetz aufzubauen, hatten neulich einen misslungenen Start. Wo die zwar abgesetzt wurden, aber nicht in den richtigen Orbit und ich glaube, die sind irgendwie durch. Und was jetzt mit den Flamingos unter anderem auch angegriffen wurde, ist der Produktionsort der Soyuz-Raketen. Das ist ein bisschen unklar, was dabei rausgekommen ist. Aber es kann sehr gut sein, dass die Ukraine dem Raumfahrtprogramm Russlands da einen heftigen Schlag, verliehen hat, weil damit will sozusagen nicht nur der Aufbau dieses Netzwerks, sondern im Prinzip die komplette russische Raumfahrtindustrie tief getroffen. Ist noch ein bisschen unklar, wie weit das geht, werden wir sehen, wie viele Starts es demnächst gibt, aber das sind sozusagen die Ziele, die man mit Flamingo gut erreicht. Angriffe auf ein Lagerwerk, auf ein Elektronik- und Chemiewerk, Schleudersitzhersteller, genau dann RASVET ist der Name von diesem Starlink Pendant, was sie gerade, planen. Das war in Samara RKZ Progress heißt das Unternehmen. Dann Feststoff, Treibstofffabrik, Bruton-Peril macht Raketentriebwerke, Raketentreibstoff, also Chemiewerke. Also das ist sozusagen das, wo wirklich jetzt das fette Gerät zum Einsatz kommt.

Pavel Mayer
2:36:25

Ja, also zu dem Rossjet vielleicht noch kurz, was da passiert ist, also wie die Russen das machen, ist, dass sie diese Satelliten hochschicken auf, knapp, weiß nicht, um die 300 Kilometer Höhe Umlaufbahn. Und dann die Satelliten selbst mit Hilfe von Ionentriebwerken auf eigentlich 550 Kilometer Höhe, sich über mehrere Monate hinweg dann ihre Umlaufbahn vergrößern, weil die haben sehr wenig Schub, das sind halt Edelgase, die dann mit Hilfe von Strom elektrisch beschleunigt werden und dann, ja. Und dabei stellte sich halt raus, dass jetzt der letzte Batch, der hochgeschickt wurde, es jetzt nicht auf die 550 Kilometer geschafft hat, sondern irgendwie zwei Satelliten sind überhaupt nicht, glaube ich, komplett ausgefallen. Und der Rest ist jetzt dann mehr oder weniger hängen geblieben auf unterschiedlichen Höhen, so zwischen 300 und ich glaube, keiner der Satelliten hat es geschafft, auf die volle Höhe zu kommen. Also mit anderen Worten, denen ist irgendwie der Sprit ausgegangen oder das Ionentriebwerk ausgefallen. Das heißt, die sind jetzt in einem niedrigeren Orbit, was sie jetzt nicht funktionslos macht, aber eben dadurch, dass sie dann schneller fliegen. Sind sie dann nur schwieriger, also nur für kürzere Zeit über dir. Und ja, aber nichtsdestotrotz, man geht davon aus, dass die Russen mit dem, was sie jetzt oben haben, so ein bis zwei Stunden Konnektivität pro Tag über der Ukraine herstellen können für ihr Militär. Und ja, also es läuft halt auch nicht ideal jetzt kein Totalausfall aber eben mühsam so, mühsam ja, Genau, das war das eine zum Thema Waffen. Ja, wir warten natürlich alle nach wie vor noch auf FP7, und FP9, die ballistischen Raketen, die die Ukraine entwickelt. Wir werden mal sehen, was dabei rauskommen wird.

Tim Pritlove
2:39:24
Pavel Mayer
2:39:37

Da gibt es wohl irgendwie von den 20 Projekten, die da laufen, gerade scheinen wohl zwei ganz vielversprechend zu sein. Dann noch erwähnenswert, die Ukraine hat auch diverse Programme, um eigene Gleitbomben-Kits und Gleitbomben herzustellen. Und da sind jetzt die Ersten auch, laufen jetzt auch. Ich meine, die Ukraine hat zwar auch Gleitbomben und Kits verfolgt. Aus westlicher Produktion, aber sie produzieren eben jetzt auch eigene, was halt ja auch bedeutend ist. Und das Interessante ist, weil das wusste ich halt auch nicht. Es gibt da, also diese Gleitbomben-Kits ist das, was ich immer nur so vor Augen hatte in erster Linie. Also im Prinzip Dinge, die an eine Bombe, an eine konventionelle Bombe drangebaut werden, dann Flügel ausklappen und dann 50 Kilometer ins Ziel segeln. Es gibt aber, diese einfachsten Dinger kosten so 20.000 ungefähr pro Kit. Die haben da ein bisschen Elektronik drauf, Navigation und können halt steuern. Und ja aber Reichweite, weiß ich nicht, Bis zu 50 Kilometern haben diese Dinger oder je nach Höhe und Geschwindigkeit natürlich, aus der du die abwirfst. Aber es gibt dann auch entweder Kits, die auch ein zusätzliches Antrieb haben. Das heißt, du hast da noch ein Jet-Triebwerk angebaut, das die Bombe beschleunigt und die Reichweite verlängert dann auf bis zu 100 Kilometern. Und es gibt Gleitbomben, die speziell als Bombe gebaut wurden, um zu gleiten, die man jetzt nicht umschnallt an billige Bomben. Sondern tatsächlich integrierte Dinger, die alles schon drin haben, inklusive eben dem Sprengkopf, was dann ein bisschen größeren Sprengkopf erlaubt, weil diese Bomben, die, konventionellen, da ist halt irgendwie noch, die sind schwer, da ist die Hälfte des Gewichtes auf der Stahlmantel und du kannst das halt günstiger machen, also leichter machen. Und dann auch Jet-Triebwerke oder Raketen gibt es auch und dann noch mit Radar und Infrarot und visuellen Suchköpfen. Also im Grunde genommen gibt es Gleitbomben, die sind fast praktisch kaum von Cruise Missiles zu unterscheiden. Oder geht es dann bis 300.000 Euro oder Dollar pro Gleitbombe hoch? Also das fand ich noch so interessant, weil das wusste ich nicht. Und die Ukraine baut jetzt irgendwie sowohl eigene Gleitbomben als auch Gleitbomben-Kits.

Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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Pavel Mayer
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Tim Pritlove
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