UKW141 Ukraine: Der Diktator hat unser vollstes Vertrauen

Ein Update zum Krieg in der Ukraine und eine umfangreiche Betrachtung der neuen Situation in Venezuela und auf den Weltmeeren

Während der Krieg in der Ukraine unbeachtet weitergeht zeigt die USA, wie schnell und effektiv sie gegen ihre Gegner vorgehen könnten, wenn sie nur wollten. Die Gefangennahme von Nicolás Maduro in Venezuela verschiebt dabei die globale Machtkonstellation erneut und ist vor allem für Russland ein weiterer Rückschlag, nachdem sie schon in Syrien einen befreundeten Diktator haben aufgeben müssen. Trotzdem geht es Trump nur um Geld und ignoriert weiterhin die humanitären und moralischen Verpflichtungen eines Landes, das sich jahrzehntelang die Rolle eines Kämpfers für die Freiheit auf die Fahne geschrieben hat. Trotzdem stecken in dem Geschehen gute Nachrichten für die Ukraine denn die Schwächung Russlands nimmt weiter zu und wir erwarten in diesem Jahr einige signifikante Änderungen der Gesamtsituation.

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Tim Pritlove
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Pavel Mayer

Für diese Episode von UKW liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

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Transkript
Tim Pritlove 0:00:33
Hallo und herzlich willkommen zu UKW, unsere kleine Welt. Mein Name ist TimBritlaff und ich sage Hallo zur 211.Ausgabe von UKW.Und ja, heute wollen wir ein weiteres Mini-Update zum Krieg in der Ukraine liefern,aber auch mal ein bisschen mehr World Politics anzuschauen.Ihr werdet es ja mitbekommen haben, 2026 startet enorm durch und wir haben soein bisschen das Gefühl gehabt, da passiert jetzt gerade wieder mal so viel.Da warten wir mal nicht so lange. Wir hatten die letzte Sendung am 23.Dezember letzten Jahres, also jetzt nach gut zwei Wochen, legen wir nochmalnach. Genau und das mache ich wie immer mit Pavel. Hallo Pavel.
Pavel Mayer 0:01:20
Hallo.
Tim Pritlove 0:01:21
Und ja, wir haben uns ein paar Dinge aufgeschrieben und wollen uns vor allemmal so ein paar Gedanken machen.Mit anderen Worten, wir reden kurz über den Krieg. Wir schauen natürlich dannauf die Ereignisse in Venezuela und was sonst so auf den Weltmeeren noch so passiert.Was das für die Gesamtsituation vielleicht bedeuten mag, was so als nächstes kommt.Mal schauen, ob es noch ein paar andere Krisen gibt, die wir noch ansprechen.An Krisenmangels ja nicht.Für so einen Krisenpodcast wie UKW auf jeden Fall genug Futter.Ja, aber wir versprochen, erstmal einen Blick auf die Ukraine.Da gab es natürlich jetzt vor allem sehr viel Betrachtung auf,wie ist denn dieses Jahr jetzt gelaufen?Also was ist denn eigentlich passiert? Ist denn eigentlich irgendwas passiert?Beziehungsweise,Wie kann man das, was im Krieg passiert ist, über den Zeitraum eines Jahresbewerten und welche Trends zeichnen sich da ab?Ist immer ein bisschen schwierig mit Zahlen, aber ich denke,wir haben in diesem Jahr wiederum gesehen, Erstens,Russland kommt zwar hier und da auf dem Feld voran.Russland fügt auch weiterhin der ukrainischen Bevölkerung große Schmerzen zudurch die Angriffe auf die ganzen zivilen Ziele.Aber Russland erreicht auch nicht auch nur im Ansatz die eigentlichen Kriegsziele.Also wenn sie versuchen so weiterzumachen, dann ist es absehbar,dass das nie was werden wird.Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen das Gefühl, was sich bei allenBeobachtern einstellt, dass es eigentlich ein bisschen bergab geht mit dem russischen Effort.Also es gibt hier wieder Schwierigkeiten mit Zahlen, aber man meint,man sieht die Einschätzung, sagen wir es mal so,dass es Russland mittlerweile noch nicht mal mehr gelingt, die Verluste aufdem Schlachtfeld durch Neurekrutierungen zu tun.Reinzuholen. Also es ist irgendwo so bei 400.000 Personen im Monat,das muss man sich mal vorstellen, also 400.000 Personen der russischen Armee,die sie ranholen müssen, um ihre Verluste auf dem Schlagfeld auszugleichen.Also über 1.000 Leute, die entweder direkt getötet werden oder zumindest verletztwerden oder aus irgendwelchen anderen Gründen aus dem Dienst scheiden.Mit anderen Worten, es gelingt Russland jetzt auch nicht mehr mit der Powerdes Personals in irgendeiner Form den Druck zu erhöhen.Und dazu kommen natürlich die ganzen anderen Dinge, die wir schon mehrfach berichtet haben.Die Panzer gehen ihnen aus, die gepanzerten Transporter gehen ihnen aus,die Lastwagen gehen ihnen aus.Es geht ihnen eigentlich alles so ziemlich aus. Und gerade auch in den letztenWochen und Monaten gab es ja wiederum gesteigerte Verluste auch im Flugzeugbereich.Also es sind einfach wieder viele kritische Systeme getroffen worden, sehr viel Luftabwehr.Und klar, es gibt bestimmte militärische Bereiche, die haben noch viele Flugzeuge,die haben noch viele Abwehrsysteme, aber sie müssen auch immer mehr verteidigen.Also sie müssen ja nicht nur den Bereich verteidigen, wo sie jetzt die Truppenin die Ukraine geschickt haben,sondern in zunehmendem Maße auch noch ihr gesamtes Hinterland und da die Ukrainealso mittlerweile bis zu 1000, 1500 Kilometer weit in das Land hinein zielt und alles angreift,also nicht nur die Ölinfrastruktur,sondern eben auch Fabriken aller Art,Strominfrastruktur, Kraftwerke etc.Wird es einfach schwierig und Russland ist nicht in der Lage,da so richtig nachzuliefern.Das ist zumindest der Eindruck, den wir haben.
Pavel Mayer 0:05:37
Und unter russischen Mail-Bloggern, so scheint man mittlerweile auch an demPunkt zu sein, dass man erkennt,dass die ursprünglichen Kriegsziele, ja halt zum Beispiel die gesamte Schwarzmeerküsteund Odessa und so mit zu besetzen,unrealistisch geworden sind.Und dass man jetzt quasi schon bereit wäre, sich nur mit dem Donbass zufriedenzugeben. Also das...Was jetzt offiziell Russland mal zu Russland erklärt, wurde dann auch komplettunter Kontrolle zu haben.
Tim Pritlove 0:06:31
Und Luhansk.
Pavel Mayer 0:06:32
Ja und Luhansk, dass man die Kriegsziele jetzt dahingehend reduziert hat.Aber selbst diese Ziele sind nicht realistisch erreichbar.Aber interessant ist, dass man jetzt diskutiert,ob man, oder die Hardliner befürchten,dass der Krieg jetzt eingefroren werden könnte, ohne die gesamte Ukraine jetztsich untertan zu machen, was auch immer das heißt.Also mit Teile besetzen, annektieren und den Rest der Ukraine dann wieder voneinem russlandfreundlichen Regime verwalten zu lassen.Das ist so ein bisschen das Kriegsziel und das scheint jetzt aber auch nicht erreichbar zu sein.Aber bereits das stellt halt ein Horrorszenario für eben viele russische Hardlinerdar, dass der Krieg eventuell bald aufhören könnte.So diese Befürchtung macht sich breit und dass das ein Riesenfehler sein könnte.
Tim Pritlove 0:07:48
Einer der Gründe, warum sie so lautes Wehklagen machen, ist vor allem dieserglaube ich von uns in der letzten Sendung auch schon geschilderte Vorstoß derUkraine auf die Stadt Kupiansk die ja ein relativ,wichtiger Verkehrsknoten ist und die Ukraine ja in der Rakiv-Gegenoffensive,zurückgewonnen hat vor ein paar Jahren.Jetzt ist es halt den Russen kurzzeitig gelungen in die Stadt einzudringen,wurde aber jetzt nicht nur,Aus der Stadt verjagt, sondern offenbar, und da ziehe ich mich jetzt vor allemeben auf diese Berichte dieser Militärblogger, so hart zurückgeschlagen an dieser Stelle,dass auch mittelfristig überhaupt nicht daran zu denken ist,da wieder in die Gegenoffensive vorzugehen.Also da scheint die Ukraine auch jetzt durch eine leicht geänderte Änderungder Taktik in der Lage zu sein, immer mal wieder so Schmerzpunkte zu setzen,wo sich dann zeigt, dass dann die russische Offensive auch schnell zusammenbricht.Während man es eben auf der Breite der Front immer dieses,ja wir tauschen Land gegen Zeit, also wir lassen euch mal wieder ein Feld vorrücken,da müssen wir jetzt hier nicht irgendwie unsere Soldaten für umbringen.Um jetzt dieses eine Feld noch zu sichern, sondern wir ziehen uns einfach wiederein bisschen zurück. Wir haben da noch genug Feld.Und jeder Meter, den ihr euch so teuer erkämpft, und ich glaube,das ukrainische Verteidigungsministerium hatte zuletzt auch,glaube ich, die Zahl gesagt, dass so die Verlustrate derzeit so sieben zu eins ist.Also sozusagen für jeden gestorbenen ukrainischen Soldaten gehen halt irgendwiesieben russische drauf,immer noch zu viele in der Verteidigung, aber das ist halt,das klingt auch nicht unrealistisch, das ist ja eigentlich in den typischenVerteidigungssituationen ohnehin so, dass der Angreifer einfach mehr zu leidenhat, aber das ist halt in dem Moment, wo sich die Russen nicht weiter verstärken können,natürlich in jeder Hinsicht deadly.
Pavel Mayer 0:09:56
Ich meine, rein was die Bevölkerung angeht, könnten sich die Russen,sagen Verluste von 3 zu 1 leisten, weil die haben halt einfach die dreifache Bevölkerung.Aber insofern alles, was besser ist als 3 zu 1, stärkt dann effektiv die Russen und alles,was schlechter ist als 3 zu 1 ungefähr,schwächt sie also relativ zur Ukraine.Und ja,ansonsten, ich meine, die Russen haben es ja auch mal versucht,ein paar Mal mit dann gepanzerten Truppen, also dem Panzern und...Infanterie, Fighting Vehicles, konzentriert Durchbrüche zu versuchen,so mit bis zu 30 gepanzerten Fahrzeugen gab es da einen Versuch und er ist komplett gescheitert.Also ich glaube zwei Drittel der Fahrzeuge und Panzer, die sie da eingesetzthaben, wurden dann im Wesentlichen aus einer Kombination aus Drohnen,aber auch Artillerie einfach zerstört.Da gibt es halt Bilder. Ich meine, es ist nachvollziehbar, dass man denkt, okay,jetzt die Ukrainer sind dünn verteilt, was weiß ich, mit einer Handvoll Leuteauf vielleicht ein Soldat pro 100 Meter Frontlinie oder so.Da würde man ja denken, dass man dann mit so einem gepanzerten Vorstoß da vielleichtdurchbrechen könnte, aber dem war nicht so.Die Ukraine haben halt auch gesehen, dass da was kommt, weil heutzutage kannstdu einfach auch nicht 30 Fahrzeuge heimlich irgendwo versammeln,ohne dass das entdeckt wird.Und haben dann, wie es so üblich ist.Haben dann schon die entsprechenden Ziele für die Artillerie markiert auf Knopfdruck,dass sie noch nicht mal die Koordinaten eingeben müssen.Sondern wissen, okay, wenn der Trupp jetzt dort vorbeikommt,das ist jetzt Koordinatenset C und dann, ja, gib ihm.Und ich weiß nicht, wie sie es machen, aber sie haben da auch jede Menge Fahrzeuge,also Panzer mit Artillerie in der Bewegung getroffen.Ja, das ist, also meiner Meinung nach geht das nur mit auch smarten Geschossen,die entweder per Infrarotmarkierung,dass da eine Drohne ist mit einem entsprechenden Infrarotlaser,der dann entsprechend das gepulste Licht mit dem Code aussendet,sodass die dann anfliegen können.Oder dann gibt es halt diese deutsche Munition,diese deutschen Smart-Granaten, von denen wir auch erzählt hatten,die dann von oben ankommen, in der Luft explodieren und dann zwei Granaten selberper eigener Intelligenz sich das teuerste Ziel suchen oder das,auf was sie programmiert worden sind und dann darauf lossteuern.Also anders kann ich mir das nicht erklären, dass sie halt da Panzer per Artillerie während der Fahrt.
Tim Pritlove 0:13:52
Und sie machen es ja nicht nur mit Artillerie, sie machen es natürlich auchmit Drohnen, sie machen es mit Minen, Minen, die vielleicht auch von Drohnen gesetzt sind.Und sehr verbreitet sind jetzt auch so Drohnen, das machen ja die Russen auch,so Drohnen im Wartezustand, die dann einfach schon mal neben den Straßen geparktwerden und die dann automatisch aktiviert werden in dem Moment,wo Fahrzeuge vorbeikommen und die dann vielleicht mittlerweile auch schon automatisierttreffen. Das weiß ich jetzt nicht so ganz genau.Also es gibt einfach eine Vielzahl der Möglichkeiten und der technische Fortschritt,den die Ukraine jetzt mittlerweile dort zur Schau stellt, muss man fast sagen.Der ist so weit gedient, dass sie eben in der Lage sind, mit sehr wenig Personalund dementsprechend mit sehr wenig Verlusten, die Front auf ganzer Breite weitgehend zu halten.Und es ist ja nicht nur jetzt die Situation in Kupiansk, sondern es ist ja auchgenauso in Pokrovsk, also die Stadt und Myrnorath, also diese Doppelstadt,die jetzt schon seit einem Jahr der Untergang vorhergesagt wird.Ich meine, sieht nicht gut aus, aber auch dort ist es nicht gut aus.Kaum nennenswerte Fortschritte. Das ist da so ein Straßenkampf und es ist auchvollkommen unklar, wie genau so die Maps,die man so sieht, sind, weil es ja jetzt auch nicht so, dass da jetzt die ganzeZeit gemütlich irgendein Kartografierer durch die Straßen zieht.Das ist alles so Stückwerk zusammengesetzt aus den ganzen Berichten,die man hat und wo irgendjemand gesehen wurde.Ob das jetzt heißt, wenn da ein russischer Trupp langläuft, ob das der einzigeist oder ob da noch eine Hundertschaft hinterherzieht, ist immer alles schwer zu sagen.Tatsache ist, auch dort hat sich eben nicht viel getan und das ist so diesesProblem, in dem sich die Russen insgesamt befinden.
Pavel Mayer 0:15:40
Ja, was so ein bisschen, ich meine es ist nicht ganz neu, aber es ist dazu genommen,dass die Versorgungswege dann auch mit Netzen,mit Antidrohennetzen komplett über viele Kilometer es quasi Tunnels gibt aus Netzen, die dann,ich denke das sind Metallnetze so aus Stahl, Wobei dann wiederum die mit Thermitangegriffen werden, um da Löcher dann wiederum rein zu schmelzen.Also das ist schon eher krass. ja.
Tim Pritlove 0:16:23
Ja, also Mad Max ist ein Scheiß dagegen, würde ich sagen.Also es ist mittlerweile alles noch sehr viel dystopischer, als es glaube ich,diese ganzen Filme mit dystopischer Zukunft das so bisher beschrieben haben.
Pavel Mayer 0:16:37
Ja und mittlerweile auch auf beiden Seiten halt das Phänomen so Cope Cages undPanzer, die dann ja eingepackt sind eben auch in Hühnerdraht und,auch so versuchen, sich vor Drohnen zu schützen auf beiden Seiten jetzt.
Tim Pritlove 0:16:59
JaAlso was bleibt Russland noch? Sie haben halt immer noch ihre Propaganda amStart und versuchen in irgendeiner Form auf so einer politischen Ebene,in irgendeiner Form Fortschritte zu erzielen. Das können sie ja auch ganz gut.Und Highlight der letzten Zeit war, dass sie gesagt haben, oh,jetzt haben die Ukraine einen der Paläste von Putin angegriffen.Alles ganz schlimm und haben es also wirklich gebracht, diesmal noch nicht malirgendwie so zu tun, als wäre da was passiert, sondern haben es halt einfachmal nur irgendwie behauptet.Trump, der Dussel, hat es natürlich dann auch gleich erstmal nachgeplappert,wobei man bei ihm nie genau weiß, aus welchen Gründen er so etwas nachplappert.Das kann auch alles Kalkül sein.
Pavel Mayer 0:17:54
Ja, aber die letzte, also zuletzt nochmal nachgefragt, hat er dann gesagt,er glaubt nicht, dass das stimme.
Tim Pritlove 0:18:03
Ja, weil er irgendwie in der New York Post gelesen hat, dass Putin ihn an derNase herumführt. Das hat ihm natürlich auch nicht gefallen.
Pavel Mayer 0:18:09
Ja, aber was halt faktisch man sagen kann, es gab in der Gegend kein Luftabwehrfeuerin der Nähe des Palastes,so ist es.War dort in vielerlei Hinsicht Business as usual.Der Flughafen, der da in der Nähe ist, hatte weiter Flugbetrieb.Es gab keinen Alarm. All das sind so Fakten. man dann sagt, und keine Bilder.
Tim Pritlove 0:18:45
Genau.
Pavel Mayer 0:18:45
Ja, plus und keine Bilder, also mit anderen Worten, es war dort ruhig in derZeit, wo das angeblich passiert sein soll und das war also zu fern.
Tim Pritlove 0:18:58
Es wurde dann auch nicht glaubhafter dadurch, dass sie danach noch so ein paarAI generierte Bilder von dem angeblich beschädigten Palast erzeugt haben,das ist auch relativ günstig zu finden, Aber es ist halt auch immer alles so, okay,wir, also wir, nicht jetzt wir beide, aber sagen wir mal so die Leute,die so diesen Krieg mit Argus Augen verfolgen und beobachten,die lassen sich davon nicht täuschen.Aber darum geht es ja auch. Es geht ja auch nicht um uns. Es geht um die Allgemeinheit,es geht um so Flooding the Zone, Telegram-Kanäle,Leute wollen ja dann auch mal das glauben, was ihnen gut in den Kram passt undvon daher mag das durchaus eine Technik sein, die funktioniert,aber es hat jetzt, sagen wir mal,auf internationaler Ebene zumindest wenig bis keinen Einfluss gehabt auf die,ja, ich weiß gar nicht, wie man das nennen soll, also Friedensgespräche ist,glaube ich, ein vollkommen unangemessener Begriff, Aber sagen wir mal so dieseinternationale Debatte, die so geführt wird in den Medien und auf der politischenEbene rund um Trump und das ist halt so eine Gemengelage,die nicht allein entscheidend ist, aber zumindest damit einfließt,wie sich denn das Heft des Handelns so verwandelt.Also das war nicht so erfolgreich. Sehr viel erfolgreicher war allerdings wiedereine coole Aktion vom ukrainischen Geheimdienst.Es gibt da eine Person, Dennis Kapustin, ein Russe, ein Russe,den man jetzt auch nicht unbedingt einladen will.Also auch so ein rechtsgerichteter Hardcore-Russe, der aber mit Russland gebrochen hat.Und der Anführer ist dieser Kampfeinheit, die eben nur aus Russen besteht unddie gegen Russland kämpft.Also diese Vorstöße bei Kurs gab da so verschiedenste Vorstöße in den letzten zwei Jahren.Das ist so die Person, die dem Ganzen vorsteht und es stellte sich dann raus,dass die Russen einen Anschlag geplant hatten, um den zu killen.Das machen sie ja ganz gerne.So Leute, die so öffentlich sind und die sich so gegen den Staat stellen,die müssen natürlich immer weg exekutiert werden.Wir hatten das ja mit diesem Piloten, der ein Flugzeug von der Krim einfachin der Ukraine gelandet hat und dann der Ukraine geschenkt hat und sich dannnach Spanien verabschiedet hat.Dann sind halt russische Geheimagenten hinter ihm her und haben ihn halt in Spanien ermordet.Das ist so normal und da scheint auch eine ganze Menge Geld zu verdienen zusein, denn die Russen hatten wohl für die Ermordung von Kapustin 500.000 Euro.
Pavel Mayer 0:21:53
US-Dollar.
Tim Pritlove 0:21:53
US-Dollar, genau. Also eine halbe Million US-Dollar als Prämier ausgesetzt unddementsprechend waren da auch ein paar unterwegs und wollten das machen.Das hat aber der ukrainische Geheimdienst nicht nur herausgefunden und dieseLeute dann zumindest teilweise auch, glaube ich, dingfest gemacht.Nein, sie haben das dann so gedreht, dass sie dann ein gefaktes Anschlagsvideoproduziert haben, wo dieser Kapustin vor so einem Bus steht,also so einem kleinen Transporterfahrzeug irgendwo in der Ukraine,irgendwo im Wald und dann gibt es so ein Drohnenvideo, wo halt so eine Kampfdrohneauf den zufliegt und es sieht halt so aus, als würde er von dieser Drohne dannwegexplodiert worden sein.Kommt auch noch eine zweite Drohne hinterher, die dann nur noch irgendwie einbrennendes Fahrzeug zeigt.Man sieht jetzt nicht direkt sozusagen ihn und wie er dann explodiert ist,aber offensichtlich hat das dann auch gereicht, weil das hat dann irgendwie dazu geführt,dass sie einerseits dieses Video gelegt haben und zwar nicht an die Öffentlichkeit,sondern erstmal nur an die Russen sozusagen.Hier hat stattgefunden und sie dann aber auch noch flankierend über einen längerenZeitraum dann so öffentliche Meldungen verbreitet haben mit, ja hier,Kapustin von den Russen umgebracht, total schade, irgendwie voll doof und habendas dann erstmal eine Weile so im Raum stehen lassen.Ja, aber war halt nicht so, sondern stattdessen hat der ukrainische Geheimdienst diese 500.000 Dollar,eingesammelt und jetzt erst bekannt gegeben, dass das alles für die Katz war,der Typ immer noch lebt, Da gab es so eine kleine Videokonferenz mit Budanovund noch irgendeinem Vertreter und diesem Kapustien eben, wo sie sich dann einfachso, ja, wir gratulieren Ihnen zur Wiederauferstehung.Jetzt können Sie ja wieder an die Arbeit gehen, Dankeschön.Das ist schon wirklich irre. Von Budanov hören wir gleich auch noch mal.Denn Budanoff, also man muss ja sagen,der Kirillo Budanoff, also wenn ihr von dem Typen, wenn ihr noch kein Bild vonihm habt, ist glaube ich nach dem...Ehemaligen Chef der Streitkräfte, der jetzt Botschafter in London ist, dem Salushny,ist glaube ich der Budanov somit die populärste Person aus diesem Kriegspersonalder Ukraine in der Ukraine.Und das seitdem er den ukrainischen Geheimdienst geführt hat,einfach für eine ganze Reihe von irren Aktionen immer wieder verantwortlich ist,die ja sehr kreativ vorgehen, diese ganzen Spezialoperationen hier,Operation Spiderweb und dieser Drohnenangriff auf die Flughäfen in Russland und was nicht alles.
Pavel Mayer 0:24:50
Angriff auf die Kursbrücke, auf die Krimbrücke.
Tim Pritlove 0:24:57
Also immer wieder diese ganzen Spezialaktionen, die obliegen sozusagen seiner Übersicht.Und dazu ist er halt auch einfach noch so eine coole Sau, weil er einfach immerseine Fassung behält, aber das auch mit so einem gewissen Humor auch präsentiert.Also es ist einfach schon sehr speziell.So, warum erwähne ich ihn jetzt? Weil er diese Position jetzt verlässt und stattdessenwird er nämlich jetzt der Bürochef des Präsidenten und ihr erinnert euch,wir hatten ja glaube ich in der letzten Sendung dann darüber berichtet,über diesen Korruptionsfall, der schon seit ein paar Monaten die ukrainischeBevölkerung aufgebracht hat, zu Recht.Und unter anderem war ja eben der ehemalige Büroschef des Präsidenten,dieser André Jermak, darin verwickelt und ist dementsprechend zurückgetreten.Und jetzt stellte sich halt immer die Frage, okay, was macht Zelensky jetzt?Und jetzt gab es eine größere Regierungsumbildung.Und diese vakante Position im Bürochef des Präsidenten wird jetzt von Kirolo Budanov besetzt.Denkt man sich so, eben noch Geheimdienstchef, jetzt irgendwie Bürochef klingtja jetzt ein bisschen wie eine Degradierung.Nee, also der Jermak galt quasi als die klare Nummer zwei in der Ukraine.Das ist derjenige, der für Zelensky an allen Verhandlungen teilgenommen hat,diese ganzen Gespräche mit den USA und was nicht alles gemacht hat und generelleinen enormen Einfluss hatte in der Kritik stand.Das hat ja dann letzten Endes auch zu seinem Niedergang mitgeführt.Aber es war klar, dass einfach Zelensky an der Stelle jemanden haben will,dem er vollständig vertraut und der halt irgendwie auch das Geschick mitbringt,auch auf politischer Ebene sehr strategisch für die Ukraine zu kämpfen.Und da ist jetzt seine Wahl eben auf diesen superpopulären Budanow gefallen.Insofern glaube ich eine sehr kluge Wahl.
Pavel Mayer 0:27:20
Ja, ich weiß nicht, hast du mal West Wing gesehen eigentlich?
Tim Pritlove 0:27:25
Nee, nicht wirklich, was gab es da?
Pavel Mayer 0:27:26
Naja, das ist halt so...
Tim Pritlove 0:27:28
Amerika, wie es früher war.
Pavel Mayer 0:27:30
Amerika, Weißes Haus, wie es früher war und da man halt schon ganz gut sehen,so wie die Bedeutung, was die Bedeutung halt von so einem Stabschef eigentlichist, der dort gespielt hat,oder dort Charakter ist irgendwie ein Leo McGarry und ja...Da wird dann ganz gut deutlich, weil der sowohl entscheidet,mit wem eigentlich der Präsident dann überhaupt spricht und der quasi macht halt eigentlich,kontrolliert den Zugang zum Präsidenten und entscheidet selber,was entschieden werden soll.Und ist im Grunde genommen ein bisschen auch wie der erste Offizier auf einemSchiff, der dann quasi der Mannschaft einfach sagt, was zu tun ist.Der dann auch in alles involviert ist.Und insofern, das kann man eben dort bei West Wing ganz gut sehen,wie dort die Mechanik abläuft, was das bedeutet.Bürochef oder eben Stabschef zu sein und wie viel Einfluss man als Stabschef eigentlich hat.
Tim Pritlove 0:28:55
Ja, jetzt muss man natürlich sehen, wie es dem Geheimdienst da geht.Jetzt ergeht, da wird dann ein Oleg Ivatschenko, der war vorher beim Auslandsgeheimdienst,der Chef, der hat das jetzt irgendwie übernommen.Aber es gab dann noch eine zweite Bewegung und zwar musste ja auch noch einNachfolger gefunden werden für den geschassten Energieminister.Und das wird Denis Schmierhal und das war der bisherige Verteidigungsminister.Früher auch jahrelang Ministerpräsident in der Ukraine,also ohnehin eine gestandene Figur in der ukrainischen Politik,der jetzt halt ein halbes Jahr dieses Außenministerium geführt hat,jetzt aber eben weiterzieht ins Energieministerium,denn dort wird dann auch dann entsprechend eine neue Person eingesetzt,das ist ja Michalo Fedorov und den finde ich ganz interessant insofern,als dass er bisher formal Vizeministerpräsident war,aber auch der Minister für die digitale Transformation der Ukraine und wohlauch sehr tief in dieser ganzen ...Diese Staatsmechanik des Umbaus, des Militärs ohnehin schon mit drin steckte,was die ganze Drohnenproduktion, diese Startupisierung des militärischen Komplexes etc.Genau weiß ich es jetzt im Detail auch nicht, aber er ist halt sehr jung,34 Jahre alt und quasi sozusagen der digitale Transformer und man kann festhalten,dass die Ukraine mit der digitalen Transformation auf jeden Fall deutlich besserhinkriegt als Deutschland und von daher gehe ich mal davon aus,dass die Besetzung mit ihm jetzt als Verteidigungsminister im Wesentlichen ein,also er ist ja nicht derjenige, der den Krieg führt, sondern er ist sozusagender Apparat für den ganzen Kram.Also hier geht es darum, eine Modernisierung der Armee weiter zu schreiben undhier eben das auch alles mit dieser digitalen Kompetenz, die er mit sich bringt.
Pavel Mayer 0:31:16
Ja, dann Kleinigkeiten, dass die Ukraine offenbar wieder ein paar Stormshadowgeliefert gekriegt hat,mit denen sie dann sich Ziele auf russischem Boden auch angegriffen haben.Und also Storm Shadow ist dieser englische Marschflugkörper,der so zwischen je nach Variante zwischen 300 und 500 Kilometer weit fliegenkann und offenbar technisch eben auch in der Lage ist,tief zu fliegen und sich am Gelände anzupassen und halt ganz schwierig auch runterzuholen.
Tim Pritlove 0:32:05
Sehr erfolgreich bisher in dem Krieg zum Einsatz gekommen, aber es war so einbisschen dünner mit der Versorgung.Jetzt scheint es also wieder Material zu geben und vor allem wird es dann auchgegen die Ölinfrastruktur zum Einsatz gebracht, nicht nur, aber auch.
Pavel Mayer 0:32:20
Und dann hatten wir wieder, was wir seit langer Zeit nicht gehört hatten,gab es wieder einen erfolgreichen Angriff auf mindestens ein Waffenarsenal in Russland.Die heißen ja irgendwie Grau, G-R-A-U.So sind so große Waffenlager und da hatte die Ukraine ja eine ganze Reihe vonin die Luft gejagt eine Zeit lang und das war sehr einfach,weil die Russen sich nicht die Mühe gemacht hatten, die Munition in die Bunkerzu packen, sondern die einfach dann auf dem Bahnsteig oder am Straßenrand mehroder weniger einfach ausgepackt haben,weil morgen muss das ja sowieso raus,da braucht man das jetzt nicht irgendwie in den Bunker zu packen,wenn nächste Woche das abtransportiert wird.Und das war ziemlich übel und dann haben sie aber daraufhin dann angefangen,tatsächlich ihre Munition in die Bunker zu packen, was es dann eben deutlich aufwendiger macht,weil du dann Waffen brauchst, die auch in der Lage sind,dann durch den Beton durchzugehen oder durch das Tor, also im Prinzip bunkerbrechende Waffen oder ...Oder teilweise können das halt die modernen Marschflugkörper auch,die haben dann teilweise mehrere Sprengladungen, so eine Hohlladung,die dann einen Kanal frei macht, sodass das Geschoss dann einfach tief penetrieren kann.Und da scheint es der Ukraine auch gelungen zu sein,jetzt wieder ein größeres Waffenlager dort erfolgreich anzugreifen,sodass es massive Sekundärexplosionen gab.Und ja, das fand ich auch nochmal bemerkenswert.
Tim Pritlove 0:34:36
Das war bemerkenswert, vor allem, also es ist halt auch so eins der Waffenlager,die nicht so viele Bunker hatten, sondern wo im Wesentlichen nur so Hütten sind,also von daher ganz dankbar, aber gegebenenfalls schwierig zu erreichen,weil dann eben wieder ziemlich weit weg, also ungefähr so 1000 Kilometer entfernt von Rakiv.Und das zeigt einfach, dass sie mit diesen Systemen, mit denen sie das angreifen,ist jetzt nicht klar, womit sie das gemacht haben,dass sie eben auch diese Distanzen machen können, weil das war definitiv keinStorm Shadow, sondern ihre eigenenLong-Range-Drohnen, von denen sie ja mittlerweile eine ganze Menge haben.Aber sie schreiben jetzt natürlich auch immer nicht dazu, was gerade zum Einsatz kam.Ja, ich würde sagen, das ist so im Wesentlichen das, was sich jetzt in den letztenzwei Wochen nochmal so abgezeichnet hat.Jetzt wollten wir aber mal auf diese Venezuela-Situation zu sprechen kommenund zwar weil das eben nicht wirklich entkoppelt gesehen oder nicht vollständigentkoppelt ist von dem Geschehen.Ich meine, wir haben es mittlerweile mit so einer Großmacht,Großwetterlage zu tun, möchte ich mal sagen.Es gibt halt viel Gerede über die Aufteilung der Welt und Trump schnappt sichjetzt die Amerikas und Europa ist ihm egal und dann lass doch die Russen machen, was sie wollen.Nach dem Motto, sodass wir in Taiwan jetzt glaube ich auch in zunehmendem Maßeein bisschen Schiss kriegen, weil das nicht unbedingt jetzt nach einer bedingungslosenVerteidigung Taiwans klingt,auch wenn das sehr wohl im Interesse der USA wäre, das zu tun.Das könnte das Ende des amerikanischen Einflusses in Asien sein und am Ende glaube ich wird auch,wenn sie dann auch in Australien und Neuseeland sich nochmal Gedanken darübermachen wie denn das jetzt eigentlich mit der USA so ist aber wir wissen ja,es interessiert Trump nicht, es geht nur darum,genug Kohle für seine Cronies und sich selbst vor allem seine Familie zu machen Ja.
Pavel Mayer 0:36:49
Also Also es ist insofern relevant für den Ukraine-Krieg, was dort passiert ist,weil das Ganze schon auch massiven Einfluss hat auf die Stimmung in der Bevölkerungund in den russischen Eliten.Und das, was sie dort jetzt gesehenhaben, fanden sie halt unglaublich frustrierend und demoralisierend.Also im Grunde genommen zwei Dinge. Das erste Ding war, dass sie gesehen haben,Dass die Amerikaner in der Lage sind, einen Staatschef rauszuholen,ohne auch nur einen einzigen Hubschrauber oder Soldaten zu verlieren aus einem fremden Land.Und nicht nur irgendein Land, sondern eins, wo Putin noch vor ein paar Wochengroße Worte gemacht hat.Von wegen ja und wir unterstützen einen Verbündeter Russlands,dem sie dann auch noch versucht hatten, mehr Flugabwehrsysteme zur Verfügung zu stellen.Und der von einer kubanischen Palastwache bewacht wurde.Und ja, also all das und dann so patsch-patsch,so greifen die sich einfach den Maduro in einer doch sehr spektakulären Aktion,wo sich dann natürlich jeder fragte,sind die Amerikaner so gut und die Venezuelaner so schlecht oder hatte da irgendjemandeinen Deal mit dem venezuelanischen Militär gemacht?Haltet mal die Füße still, sonst wird es noch schlimmer.Es ist wahrscheinlich so ein bisschen eine Kombination aus beiden.Einerseits waren die Amerikaner halt hervorragend informiert,also haben das Land vorher komplett ausgekundschaftet und hatten bestimmt auchLeute überall im Apparat.Die denen Informationen gegeben haben, sodass sie in der Lage waren,dann auch die Flugabwehr lahmzulegen, komplett.Und dann schien auch die Motivation des venezuelanischen Militärs,das Land zu verteidigen, jetzt nicht so spontan, nicht so groß gewesen zu sein.Obwohl es wohl, also wie viel Gegenwehr es gegeben hat, ist so ein bisschen unklar.Es gab ein bisschen Gegenwehr und es sollen irgendwie auf venezuelanischer Seiteso 60, um die 60 Tote gegeben haben bei den Angriffen darauf eine ganze Menge.Bestand wohl aus dieser kubanischen Palastwache, die Maduro da beschützen sollte.Aber ja, das war auf jeden Fall erstmal die erste Klatsche, dass ein Land,was eigentlich unter dem Schutz Russlands steht, Amerika komplett hilflos ausgeliefert ist.In anderen Worten, die Hilfe oder Unterstützung durch Russland oder durch Putinist halt nichts wert oder ist sogar eher umgekehrt.Natürlich die Meme halt jetzt wie viele Diktatoren in den letzten Jahren,wo Putin gesagt hat, so wie Merkel damals,wenn sie es mit dem unbegrenztes Vertrauen oder so ausspricht.
Tim Pritlove 0:41:03
Hat mein vollstes Vertrauen.
Pavel Mayer 0:41:05
Genau, vollstes Vertrauen.
Tim Pritlove 0:41:07
Der Diktator hat unser vollstes Vertrauen.
Pavel Mayer 0:41:09
Ja, ja. Und bei Putin ist es, also Venezuela hat unsere volle Unterstützungin ihrem antiimperialistischen Kampf und ja.Hat halt nichts genutzt. Das war die erste Klatsche.Und die letzte Klatsche jetzt war die Sache mit dem Tanker.Wobei, das war jetzt vielleicht der dritte oder vierte Öltanker.Ich glaube, das war der vierte jetzt.
Tim Pritlove 0:41:46
Vielleicht sollten wir erstmal einbisschen die Timeline konkret dieses venezolanischen Kontextes aufmachen.Jetzt vorweg halt, also wie du schon richtig sagtest, die Russen betrifft das.Sie haben Assad verloren, damit haben sie irgendwie den Zugang verloren zu demMittelmeer und natürlich auch extrem an Einfluss in der ganzen Nahostregion verloren.Aber in Iran, kommen wir vielleicht nachher noch zu, sieht es auch gerade nicht so gut aus.Auch das haben ja die Amerikaner mal zusammen mit den Israelis mal 0,0x zusammengebombt,sodass zwar jetzt nicht das Regime gestürzt ist, aber zumindest die militärischeBedrohung, die jetzt vom Iran ausgeht,signifikant abgeschwächt wurde.Auch dort war quasi die Präsenz der Russen und der russischen Abwehrtechnik quasi breit.Egal, weil sie können halt derzeit einfach nirgendswo was tun.Und würden die Russen jetzt in irgendeiner Form an einer anderen Front angegriffenwerden, außer jetzt da in der Ukraine, könnten sie dem wahrscheinlich auch herzlichwenig entgegensetzen. Ja, das muss man auch mal so abwarten.China, Georgien, das sind alles so Fragezeichen im Raum. Darum soll es jetztaber erstmal nicht gehen.Aber deswegen ist das eben auch relevant.Aber schauen wir mal, was eigentlich passiert ist. Das fing ja vor ein paarWochen an, muss zugeben, ich habe es am Anfang auch alles nicht so intensivverfolgen wollen, weil mir das so viel Kleinkram erschien. Ich glaube, so ging es auch vielen.Erst mal hat halt die Trump-Regierung da so eine Chimäre aufgesetzt mit,ja, hier wir tun jetzt mal was gegen Drogenhandel und so und dann haben sie halt irgendwelche.Boote in der Karibik weggebombt, die Leute da gekillt, wo vollkommen unklarwar, ob das jetzt einfach nur irgendwelche Fischer waren oder doch vielleichtirgendwelche Kuriere, aber das war halt erst mal nur so ein bisschen den Zeh ins Wasser halten.Dann fingen sie langsam an, mehr und mehr,Ihre Armada dort zusammenzuziehen, unter anderem ihren größten Flugzeugträger,aber auch noch viele andere Schiffe, Flugzeuge, alles mögliche.Also sie hatten halt einfach schon mal eine signifikante militärische Präsenzund sie haben halt auch in zunehmendem Maße da so eine Seeblockade aufgezogenund Schiffe kontrolliert.
Pavel Mayer 0:44:17
Ja, also ich würde mal sagen, so 20 Prozent der Navy haben sie ungefähr hingeschickt.
Tim Pritlove 0:44:23
So viel?
Pavel Mayer 0:44:24
Ja, ja. Also es waren deutlich über 100 Schiffe,die sie hingeschickt haben und die Navy hat 550 im Moment sowas,wobei halt man damit rechnen kann, dass die Hälfte immer irgendwo im Trockendock sich befindet.Und insofern ist das ja, ich sage größenordnungsmäßig,durchsagen sind es so 15 Prozent,aber von den Einsatzbereiten sind es eher fast 30 Prozent, wobei je nachdem,ob man das jetzt in Stückzahl Schiffe oder in Bruttoregistertonnen rechnet,gibt sich da nochmal andere.
Tim Pritlove 0:45:16
Das dürfte schon mehr sein, als irgendein anderes Land überhaupt aufzubringen.In der Lage ist, mit der einzigen Ausnahme von China.
Pavel Mayer 0:45:24
Ja, also die mittlerweile sehr.
Tim Pritlove 0:45:27
Sehr, sehr, sehr, sehr große Nevi.
Pavel Mayer 0:45:31
Plus, was dazu kommt, dass sie ja auch noch eine Reihe von Militärstützpunktenin der Gegend haben, von denen sie dann auch aus Einsätze geflogen sind.Also unglaubliche Militärpräsenz, dann die angefangen ja jetzt Kriegsverbrechen zu begehen,dann dort beziehungsweise der erste Strike stellte sich heraus,war ja dann ziemlich eindeutig ein Kriegsverbrechen mit dem Double Tap,wo sie halt dann auf zwei Leute,die im Wassertrieben geschossen haben,was ganz klar ein Kriegsverbrechen ist und sogar mehr als Beispiel genau genanntist im amerikanischen Militärhandbuch so für, was ist ein Kriegsverbrechen?
Tim Pritlove 0:46:28
Genau das.
Pavel Mayer 0:46:30
Genau das. Daraufhin haben sie wohl dann selber ein bisschen,irgendwelche Leute müssen dann Muffensausen gekriegt haben, weil als das nächsteMal Leute überlebt hatten, haben sie die einfach wieder an Land gesetzt undnoch nicht mal verhaftet.Als das dann wieder passiert ist bei irgendeinem Strike, es Überlebende gab, wurden die einfach ja,Wieder an Land zurückgebracht, was dann halt auch ganz klar macht,dass es nicht um Drogen geht oder dass sie gar keine Beweise hatten,weil sonst hätten sie die ja auch verhaften oder den Prozess machen können.Aber da gab es offensichtlich null Strafverfolgungsinteresse,weil das vermutlich noch nicht mal.
Tim Pritlove 0:47:20
Sie geben sich noch nicht mal Mühe, ihre Storys auch nur irgendwie halbwegssinnvoll und plausibel erscheinen zu lassen.
Pavel Mayer 0:47:29
Ja, so damit, genau, das lief dann erst mal und dann mit verschiedenen Drohungen,die dann von Trump unter anderem abgegeben wurden, so nach dem Motto, okay,wenn du das Land nicht verlässt, so.
Tim Pritlove 0:47:51
Am Anfang war es so, ja wir wollen jetzt hier mal die Drogenhändler festnehmenund dann wurde diese Erzählung halt so weiter gesponnen mit,ja ihr seid ja generell als Staat hier sozusagen ein Problem,was ein bisschen absurd ist auf der einen Seite, weil sie halt die ganze Zeitimmer von dieser Fentanyl-Geschichte reden, womit jetzt eigentlich Venezuela nichts zu tun hat.Sehr wohl sind sie natürlich Teil des gesamten Drogenhandels in dieser Region.Das ist auch vollkommen unbestritten.Aber es ging halt jetzt eigentlich darum, so eine Geschichte aufzubauen,mit dass Maduro jetzt das Problem sei.Und es wurde dann wohl hinter den Kulissen ihm auch schon mehrfach bedeutet,er solle dann mal gehen, so hier, geht auch irgendwie würfeln mit Assad.Die Russen würden dich wahrscheinlich schon nehmen. Und er so,nö, ich habe hier meine Kubaner, mir kann gar nichts passieren. kommt doch. Ja, und dann,haben sie das auch gemacht.
Pavel Mayer 0:48:50
Ja, ich meine, womit...Trump tatsächlich recht hat, ist,dass Maduro und seine Frau, die kann man ja auch, genau, Celia Flores sagen, die Frau von Maduro.Es ist interessant, dass oft diese autoritären Herrscher dann meistens Frauen haben,die Rechtsanwälte sind und nicht ihren Namen nicht den Namen des Mannes angenommen haben.Ist ja in Ungarn genau dasselbe.Hatten wir auch mal das Thema so und ja und Maduro und seine Frau sind tatsächlich.Beide hochgradig kriminell. Also sie sind auch direkt in den Drogenhandel verwickelt,also dazu muss man wissen.Ein bisschen wie das mit dem Drogenhandel dort funktioniert.Also speziell jetzt erstmal was den Kokainhandel angeht, weil das ist das,wo jetzt Maduro und Celia Flores so verwickelt sind.Und zwar vom Kokain, ich glaube 70, 80 Prozent weltweit der Kokainproduktion ist in Kolumbien.So, da kommt das Kokain her.Jetzt sind aber diese Drogenkartelle mittlerweile nicht mehr,wie es so schön heißt, vertikal integriert.Das heißt von der Produktion bis zum Vertrieb, sondern die meisten Drogenkartellesind in erster Linie jetzt im Vertriebsgeschäft.Das heißt, die kaufen einfach das Kokain in Kolumbien auf dem freien Markt,auf dem freien Kokainmarkt.Und arrangieren dann das Verschiffen und die Distribution und so.Und ein Zentrum, also einiges davon passiert in Mexiko, so mexikanische Kartelle.Aber ein Großteil, also wichtiger Punkt oder Ort geschäftlicher Aktivität ist eben auch Venezuela,weil das grenzt halt an Kolumbien und in diesem Grenzgebiet dann im Westen von Venezuela,so gab es halt eine hohe Konzentration von Kartellen, die von da aus das Geschäft organisiert haben.Und die wurden aber dann in den letzten Jahren, ich weiß gar nicht genau wanndas war, aber wurden dann vom venezuelanischen Militär vertrieben,weil man selber das Geschäft in die Hand nimmt.Also im Grunde genommen ist das venezuelanische Militär im selben Geschäft auchwie die Drogenkartelle,das heißt organisiert eben dann ja den Vertrieb und den Versand und Handel.Und dafür gibt es halt, das ist jetzt keine Verschwörungstheorie,sondern das ist allgemein bekannt, dass dem so ist und auch seine Maduros Frau, Frau Flores,zwei von ihren Neffen wurden in den USA wegen Drogenhandels verhaftet, weil eben genau,also ihre ganze Familie ist da im Prinzip verwickelt und ja,die wurden halt zu jeweils 18 Jahren Haft verurteilt, aber im Oktober 2022 wurdensie dann freigelassen im Austausch für sieben in Venezuela inhaftierte US-Amerikaner.Also es gab dann quasi einen Gefangenenaustausch, auch so Drogenhändler,Verwandte von Maduros Frau gegen inhaftierte Amerikaner, so.Und das ist also ja alles bekannt und interessant ist aber auch, dass halt,oder wissen muss ist, dass ein Großteil der Ware dann gar nicht venezuelanischenBoden erreicht oder nicht von Venezuela aus exportiert wird, Sondern die Routen,die Transportrouten gehen dann halt oft direkt von Kolumbien aus.Die sorgen nur dafür, dass das Schiff zur richtigen Zeit da anlandet,dass die richtigen Leute bestochen werden und die richtigen Papiere gefälscht werden und ja,also so läuft das.
Tim Pritlove 0:54:21
Das ist im Prinzip wie der Aktienmarkt und Handelsmarkt für Nahrungsmitteltransporte.Und da sind natürlich auch die mexikanischen Kartelle auch tief mit drin,aber wie du schon sagtest, es ist halt jetzt nicht mehr so ein Land allein undda wird es dann auch transportiert, sondern es ist so ein internationaler Handelsmarkt,der halt so komplett parallel zum Legalen läuft.
Pavel Mayer 0:54:47
Ja und venezuelische Militär liefert auch mehr Kokain nach Europa als in die USA.Die haben halt mehr so den Europa-Fokus. Ein bisschen Asien,aber nicht so sehr. Und in den USA ist der Markt nämlich komplett übersättigt im Moment mit Kokain.Also die Kokainpreise fallen so. Das sind eine der wenigen Verbraucherpreise.Sag ich mal, wo man sagen kann, ja, da hat...Donald Trump dafür gesorgt, dass irgendwie die Preise zurückgehen,was halt auch irgendwie irre ist,weil man ja denken würde, so mit dem neuen Grenzregime und so,aber das scheint nichts wirklich großartig zu tun, was jetzt Drogen angeht,zumal ich habe immer versucht auch rauszufinden,auf welche Art und Weise denn jetzt die Drogen in die USA kommen Und es ist halt schwierig,dort belastbare Zahlen zu finden.Das Einzige ist, wo wie viel beschlagnahmt wird.Und 80 oder 90 Prozent der Drogen, die in den USA beschlagnahmt werden beimSchmuggeln, kommen auf dem Landweg.Wie bei Mexiko, weil du hast halt so intensive Handlungsbeziehungen,dass wahrscheinlich jeden Tag zigtausend LKW einfach über die Grenze rollen,die irgendwelche Autoteile oder weiß der Geier was liefern.Und das ist einfach so viel, dass eine lückenlose Kontrolle da einfach nicht möglich ist.Und angeblich per Schiff kommen nur 5 bis 10 Prozent oder der beschlagnahmendenMengen, die per Schiff reinkommen, liegen nur bei 5 bis 10 Prozent,wobei das entweder daran liegen kann, dass da nicht so viel kommt oder dasses noch schwieriger ist,weil da kommt ein Containerschiff dann mit 2000 Containern an und in drei vonden 2000 Containern ist irgendwo,Da sind halt die Drogen drin und es ist unmöglich, dann jeden Container wirklichzu untersuchen und wenn das gut verpackt ist und so, dann machst du da einfach nichts offenbar.Das, ja, das Mexiko ist tatsächlich mehr so Fentanyl und gibt da auch,also Chinesen sind da auch mit drin,so von wegen die Chemikalien, die jetzt für die Synthese von Fentanyl benötigtwerden, kommen größtenteils aus China wiederum und das ist nochmal ein ganz anderes Ding.Aber wir sind jetzt bei Venezuela und kann feststellen, ich war in den 90ernmal da für zwei Wochen und habe das Land bereist.Ja, das war damals schon, das war noch vor Chavez, war das schon das korrupteste Jahr.In dem ich je gewesen bin. Die einzigen Leute, die gut gelaunt waren,waren Polizisten und Militärs.Die waren alle sehr entspannt, offenbar.Und du konntest die dann auch einfach für Geld, konntest du da alles anheuern.Also erst mal damit an.Irre Kriminalitätsrate, das ist bis heute noch.Also Caracas hat mit die höchste Mordrate auch. Also die Kriminalität war einfach krass.Ampeln sind reine Empfehlungen, da hält sich niemand dran. Es gibt keine Alkoholkontrollen,keine Drogenkontrollen.Das heißt, grob der Fahrer fährt halt betrunken und auf Kokain.Auch die Busfahrer, also Überlandbusse, werden halt mithilfe von Koks gestört.Ich habe dann versucht, mal hinter so einem Bus hinten dran zu bleiben ohne Kokain.So war einfach unmöglich, weil der Bretterte dann mit 140 durch die Dörfer währendam Straßenrand ohne Gehwege so zwei- bis dreijährige Kinder spielen und derBretterte mit dem Bus da durch.Und da werden öfter dann auch mal Kinder überfahren oder überfahren und wenndas passiert, dann flüchtet der Busfahrer in der Regel ein paar Kilometer weiter,stellt den Bus ab und rennt in den Dschungel.So, weil er ansonsten nämlich gelüncht wird von den Leuten aus dem Dorf, wenn da was passiert.So läuft das da ab. Ansonsten.Sie sehen weite Teile des Landes aus wie in so einem Horrorfilm.Sie ist halt früher mal richtig teure, also wohlhabende Struktur,nur ist alles überwuchert und runtergekommen.Und die Leute, die da rumlaufen, sehen auch alle aus wie irgendwelche Kriminellen aus einem Thriller.Man wird versucht, überall versuchen sie dich zu bescheißen oder auszurauben.Oder wenn du in einem Hotel auf dem Land oder kleineren Städten bist,musst du dein Auto, darfst du nicht auf der Straße parken, wenn es ein Mietwagen ist.Sondern er gehört zu jedem Hotel, dann gehört ein Parkplatz,der ist so mit 8 bis 10 Meter hohen,Betonpanelen mit drei Reihen NATO-Draht oben drüber das ist wie das Auto abgesichertist und ins Hotel kommst du nur über eine Schleuse, wie auch im Gefängnis,so mit Gittertüren machst du erst die eine Gittertür auf oder die,dann gehst du da rein und dann die Gittertür zu und dann so vergitterter Schalter, wo du dann,dich ausweisen musst und wer du bist und beweisen, dass du da jetzt auch irgendwieein Zimmer hast oder so und erst dann geht die zweite Tür auf.Vor jeder Tankstelle stand damals so Typen mit Lederjacken und einer Schrotflinte doppelläufigen,so direkt in der Einfahrt, als Abschreckung einfach und das obwohl der LiterBenzin zwei Cent gekostet hat,ist mittlerweile deutlich teurer geworden, kostet jetzt drei Cent der Liter so nach 20 Ja.
Tim Pritlove 1:01:37
Gott.
Pavel Mayer 1:01:40
Es gab nämlich mal Unruhen, als der erhöht wurde von zwei Cent auf,ich weiß nicht, haben sie noch vier Cent und daraufhin gab es dann eine Revolution,weil die Spritpreise zu hoch waren.Das heißt, dann unseren Jeep, den wir da hatten, oder das war ein Range Rover,glaube ich, waren wir unterwegs.
Tim Pritlove 1:02:02
Einmal volltanken, 50 Cent.
Pavel Mayer 1:02:06
Für ein, zwei Dollar kannst du halt dann deinen Tank voll machen.Und wie gesagt, es ist immer noch so, also drei Cent pro Liter ist der Spritpreis.Was natürlich auch ein Problem ist,dann...Wird im Wesentlichen verschenkt. Dann Strom, dasselbe, es gibt ein paar ziemlichgroße Wasserkraftwerke dort, von denen ich eins besichtigt habe,auch das ist ja irgendwie das größte Binnensee,da habe ich glaube einer der größten Stauseen in der Gegend oder weltweit.Und der Strom wird dann, siehst du dann auch, über riesige Hochspannungsstromtrassenmitten durch den Dschungel geleitet, bis hin dann in die Slums.Und die Slums sind dann so Berge, die aussehen wie Christbäume.Also jedenfalls was die Beleuchtung angeht. Du hast dann halt so einen Bergund der sieht aus wie ein Berg mit weißer Christbaumbeleuchtung,weil dort quasi die Straßenbeleuchtung, also alle Beleuchtung besteht aus nacktenGlühbirnen, die in Fassungen sitzen.Und es zahlt eigentlich auch kaum jemand für strom in dem land so also definitivdie slums haben keine uhren sondern die haben,Traditionell Strom geklaut, aber seit Chavez brauchen sie nicht mal das mehrzu tun, sondern da gibt es halt dann freie Stromkontingente für die Armen.Also das Land und das, obwohl das Land gehörte mal zu den reichsten Ländernoder war sogar nach Bruttoinlandsprodukt, also pro Kopf,das zeitlang das reichste Land der Welt wegen dem Ölreichtum.Und hat dann aber auch wie kaum ein anderes Land unter dem Fluch des Öls gelitten.Und zwar, was halt passiert, wenn du in einem Land viel Öl hast,ist, dass das so viel Profit liefert,dass sich andere wirtschaftliche Aktivitäten praktisch nicht lohnen.Also wenn du jetzt Kapital zu investieren hast, dann lohnt es sich,dann hast du, wenn du das jetzt, weiß ich nicht, in ein IT-Startup oder in irgendein,keine Ahnung, Bäckerei oder was auch immer,normale Industrie investierst, hast du vielleicht ein Zehntel der Rendite.Das heißt, da wurde dann halt auch keine substanzielle Wirtschaft aufgebaut.Deswegen hat Norwegen zum Beispiel, weil davon gewusst haben,diesen Fonds geschaffen, damit das bloß nicht in den Staatshaushalt direkt fließt, das Geld.Weil das, wenn du billiges Öl auf deinem Land hast, ruiniert das einfach denRest deiner Wirtschaft.Und dann kam dazu.Das, weil es dann aber, ja,weil man das Volk dann auch ruhigstellen wollte, hat man dann auch trotz diesesÖls über seine Verhältnisse gewirtschaftet und erstmal hat Venezuela,ja, hat ohne Ende Kredite aufgenommen.
Tim Pritlove 1:06:02
Kurze Anmerkung, also du redest von der holländischen Krankheit, ne?
Pavel Mayer 1:06:06
Ach, nennt sich das auch holländische Krankheit?
Tim Pritlove 1:06:09
Ja genau, weil es auch in den Niederlanden in den 60er Jahren mit den Erdgasvorkommenso war, dass du genau diesen selben Effekt hattest.Und Norwegen scheint ja tatsächlich das einzige Land zu sein,was das irgendwie in den Griff bekommen hat, indem sie einfach gesagt hat,wir verstaatlichen das, wir zahlen da in den Fonds für alle ein.
Pavel Mayer 1:06:27
Und geben das jetzt nicht aus, sondern das wird investiert in etwas anderesund nicht irgendwie dazu genommen, um den Staatshaushalt jetzt zu füllen.Ja und dann natürlich mit den ganzen Öl, also größten Ölvorkommen der Welt,hat natürlich jeder gerne Kredite gegeben.Aber irgendwann kam es dann eben auch zu Ölkrise und,irgendwann brach dann auch der Ölpreis ist halt stark zyklisch und irgendwannging der Ölpreis in den Keller und das ganze System flog ihnen um die Ohren.Es gab dann massive Pleiten.Du siehst dann auch noch, dass ich.Wie so Lost Places am Meer, so eine Bungalow- oder Ferienhaus-Siedlung,die dann aber entweder nie fertig wurde oder seit 20 Jahren dann verlassen ist.Also jede Menge Ruinen überall oder alte Hotels,die super pompös mit Parks und Statuen und nur alles so zugewuchert und definitiv runtergekommen.Und damals, als ich da war, das war so Mitte der 90er, wie gesagt,vor Chavez war die Situation richtig krank.Beschissen für die Bevölkerung. So 60% oder 70% irgendwie in der Gegend warenarbeitslos, also hatten kein Einkommen,und um zu überleben, mussten dann von den 30%, die was haben,mit allen Mitteln versuchen, von denen zu stehlen, zu rauben.Zu erprostituieren, was auchimmer mit allen Mitteln, versuchen dann genug zum Überleben zu kriegen.Das ist ja weshalb die Kriminalitätsrate auch so groß war.Also es hieß dann, wenn wir in Caracas ausgehen wollen, dann nur in Gruppenmindestens zehn Leute nur so viel Geld mitnehmen, wie man für den Abend braucht.Und bei Anzeichen von Überfall einfach das Geld rausrücken, weil man sonst Gefahrläuft, einfach erschossen zu werden.Das heißt, du planst dann schon erstmal in einer Gruppe von zehn,es ist unwahrscheinlicher, dass man überfallen wird, aber zu zweit oder drittist es zu gefährlich, sich in der Innenstadt zu bewegen oder auszugehen.Und selbst dann mit zehn Leuten musst du damit rechnen, trotzdem überfallenzu werden und deswegen deine Papiere zu Hause lassen und quasi ein Go-Kit fürÜberfall. So, okay, hier.Ja, das war Venezuela vor Chavez in den 90ern.Und ja, insofern...Ich meine, Chavez hatte auch versucht, sich 1992 schon mal per Militärputschan die Macht zu bringen. Das hat nicht funktioniert.Aber 1998 wurde er dann tatsächlich gewählt bei demokratischen Wahlen.Und wenn man sich dann überlegt, in welchem katastrophalen Zustand das Land war,wie groß die Unterschiede zwischen arm und reich und das Elend,war es dann kein Wunder, dass dann Chavez auch erstmal so beliebt war.Weil er hat dann tatsächlich eine ganze Menge guter Dinge getan für die Bevölkerung.Also Ärzte aus Kuba geholt und auch dann den armen Gesundheitsdienst,hat Sozialwohnungen gebaut und sagt dann auch noch,nicht nur Sprit, sondern eben auch Strom und Wasser subventioniert oder verschenkt.Und tatsächlich ist dann in den ersten Jahren so Armut, Ungleichheit,Kindersterblichkeit zurückgegangen und auch Schulen und so, also der Analphabetismus ist zurückgegangen.Also die ersten Jahre so war Chavez super beliebt,nachdem er gewählt wurde und hat dann mit je nachdem zwischen 60 und 80 Prozenttatsächlich der Stimmen bekommen,einfach weil die Situation vorher so desaströs war, wie gesagt,wie ich das beschrieben hatte, es ist.Ja, und das lief alles soweit gut, sogar auch das Bruttoinlandsprodukt hattesich in der Zeit von Chavez, was ich gesehen habe,so verdrei- oder vervierfacht.Also die Zahlen gingen auch erstmal nach oben und das war halt super beliebt.Aber es hatte auch was mit dem Ölpreis zu tun, weil Chavez dann Glück hatte,dass als er dann die Regierung übernommen hat,der Ölpreis in die Höhe gegangen ist und damit plötzlich auch wieder Geld dawar, eine ganze Menge zu finanzieren.Nur als Chavez dann gestorben ist an Krebs, 2013 war das, hat dann Maduro übernommen.Und Maduro war erstens nicht so fähig, aber tatsächlich ging dann auch der Ölpreis zurück.Also das heißt auch der ganze Handlungsspielraum wurde problematisch.Und was eben auch Chavez gemacht hat und die ganze Partei.Korruption ist dort ganz normal und Nepotismus auch,das heißt die haben dann auch die Ölgesellschaft so sämtliche Spitzenposten allein 30.Mitarbeiter bei dieser staatlichen Ölgesellschaft sind verwandt mit der Frauvon Maduro also sind irgendwie,so
Tim Pritlove 1:13:28
Ein Zufall aber.
Pavel Mayer 1:13:29
Auch Ja, und sind auch in den Posten gekommen, nachdem Maduro dann getreten ist.Und das hat dann wiederum dazu geführt, plus auch externe Faktoren wie Sanktionen.Also mal wurden dann mehr Sanktionen verhängt, mal wurden dann wieder zurückgefahren.Achso, und sie haben dann natürlich die Ölindustrie komplett verstaatlicht.Weswegen Trump jetzt auch, wir sagen für die amerikanischen Firmen,die wollen ihre Ölfirmenanteile wieder zurück,die im Rahmen der Verstaatlichung dann ihnen weggenommen wurden.Das ist so auch, war so ein Problem.Ein Ding. Ja, also Venezuela ist einfach krasses Land.So ist ein Wunder, dass es halt überhaupt irgendwas funktioniert,aber es funktioniert auch nicht viel.So muss man sagen. Aber es gibt Strom wegen der großen Staudämme.Es gibt billigen Sprit wegen der Ölvorkommen. Und ja, Wasser gibt es dort eigentlichauch genug, aber das muss man natürlich noch aufbereiten.Ja, aber jedenfalls, ja, wirtschaftlich ging es eben seit Chavez-Tod wiederum nur bergab.Und aktuell ist das Bruttoinlandsprodukt, also die letzten Zahlen,die ich hatte, war wieder so weit unten wie vor dem Chavez-Boom.Also sagen Maduro hat alles geschafft zu verzocken oder es ist so weit zurückgegangenwieder und deswegen war dann auch die Bevölkerung jetzt nicht mehr so begeistert,sondern hat dann in den letzten Wahlen dann eben gegen die Partei von Chavez und Maduro,also die PSUV oder die Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas,Das wurde dann effektiv abgewählt,aber als linksautoritäres Regime haben sie dann einfach das Wahlergebnis ignoriertund sind dann an der Macht geblieben.Weil einerseits ist das Militär, aus dem Chavez ursprünglich kam, Maduro nicht.Und.Ja, sie haben außerdem noch sowas wie,Amerika gibt es die Nationalgarde unterHitler gab es dann unter anderemauch eben Volkswarte und jedenfalls sie haben auch noch Bewaffnete auf lokalemLevel Also im Grunde genommen jeder in jedem Block oder kleinen Städtchen gibtes dann eben auch nochmal eine Volkswehr,wenn du so willst, die bewaffnet ist und eben auch der Partei unterstellt ist,um dann dort für Ruhe und Ordnung zu sorgen.So, das ist auch nochmal ein wichtiger Punkt.Und wie gesagt, dann gibt es noch die Polizei und alle sind mega korrupt.Also als ich da war, wollte ich auf diesem Stausee einen Bootstrip machen,aber es ist halt komplett verboten, irgendwie auf diesem See halt irgendwierumzufahren, weil Sicherheitszone und überhaupt, um zu dem Staudamm zu kommen,sich durch drei Polizeikontrollen, die weiteste war 40 Kilometer von dem Staudamm entfernt.Und die ganze Gegend ist da um den Staudamm und unter dem Staudamm befindetsich auch ein Dorf, das sieht aus wie so ein 50er Jahre Amerika Suburb mit,Bungalows und gemähtem Rasen und Bürgersteige das waren die einzigen Bürgersteige,die ich in dem ganzen Land gesehen hatte und das ist wie aus so einem Science Fiction Was heißt.
Tim Pritlove 1:18:11
Unter dem Stausee? also jetzt geflutet oder davor?
Pavel Mayer 1:18:13
Nein, nein, nein, davor, davor. Sagen für den Betrieb von dem Stausee.Haben die halt irgendwie so ein amerikanisches Suburb dahin gepflanzt,wahrscheinlich für die ausländischen Experten, die den Damm betrieben und gebautoder dann betrieben haben.Ja, und ich wollte dann halt, weil ich meine, ein großer Stausee Bootstour wäre echt super.Und dann habe ich einfach gefragt,dann, wo man denn hier vielleicht ein Boot mieten kann oder so und wurde natürlichan den Polizeichef verwiesen,der da natürlich gerne ein Polizeiboot zur Verfügung gestellt hat gegen hinreichendGeld und bereit war irgendwie, hey, hier, super,wir schippern euch gerne über den See in einem Polizeiboot und hatte auch Tarifedafür und alle Leute wussten davon, Weil ganz offensichtlich,ich habe irgendeinen gefragt und dann sagte ich, ja geh mal zum Polizeichefleitenboot,wenn jemand was braucht.Hätte ich gesagt, ich muss irgendwie 20 Bewaffnete ins Nachbarland bringen oderso. Oder ich hätte wahrscheinlich auch sagen können, ich habe hier einen Drogentransport.So hätte der wahrscheinlich auch, dann wären die Preise höher gewesen wahrscheinlich.Dann hätte er einen Cut gewollt.Aber ich hätte wahrscheinlich von dem Polizeichef hätte man da,ja, was auch immer für Dienste einfach kaufen.
Tim Pritlove 1:19:49
Solange man es bezahlen kann.
Pavel Mayer 1:19:51
Solange man es bezahlen kann, ja.
Tim Pritlove 1:19:54
Ja, okay, also das ist jetzt sozusagen Venezuela in a nutshell,wie es sich jetzt seit den 90ern nicht so besonderlich gut entwickelt hat undda schaffe es halt so ein kurzes Aufflammen einer sozialistischen Illusion.Er war ja dann auch so neben Fidel Castro so einer der Posterboys dieser internationalensozialistischen Linken.Sag ich mal. Also wurde ja dann auch so ein bisschen verklärt,hat sich dann aber eben schnell und das bringt glaube ich dann auch das Amtund diese Rolle als Lichtbringer irgendwo mit sich.Irgendwann halten sich die Leute auch einfach für die Größten und dann wirdes halt auch einfach nur noch korrupt. Und das war dann bei Chavez halt auchnicht anders und mit Maduro kam eben auch noch dazu, dass er das besonders schlecht geleitet hat.Mittlerweile ist auch die Ölproduktion Venezuelas zurückgegangen,weil sie einfach ihr Zeug nicht mehr gemaintained bekommen.
Pavel Mayer 1:20:54
Auf 10 bis 15 Prozent vom Höhepunkt.Der Höhepunkt lag glaube ich mal irgendwo bei 3 Millionen Barrels.Jetzt sind es irgendwo 300 bis 500.000.
Tim Pritlove 1:21:13
Genau, also das muss man jetzt auf jeden Fall auch nochmal klar machen.Also Venezuela ist auch Teil der OPEC,also dieses Verbundes ölproduzierender Staaten, in dem nicht alle ölproduzierendenStaaten drin sind, vor allem ist USA und Kanada nicht Teil davon,aber halt Iran und Saudi-Arabien, Russland und so weiter.Und vor allem gilt Venezuela als das Land mit den größten nachgewiesenen Ölvorkommen auf dieser Welt.Also mehr noch als Saudi-Arabien, mehr noch als Russland schlummert unter demLand und vor allem unter dem Meer Venezuelas und teilweise auch vor der Küstedes nächsten Nachbarlandes.
Pavel Mayer 1:21:58
Ecuador.
Tim Pritlove 1:22:00
Nee, nicht nach Osten. Was war denn da nochmal das nächste? Entschuldigung.
Pavel Mayer 1:22:06
Da kommt dann Kolumbien.
Tim Pritlove 1:22:08
Kolumbien ist ja im Westen. Ich rede von Guyana.
Pavel Mayer 1:22:12
Achso, Guyana.
Tim Pritlove 1:22:14
Ja, da gab es ja dann auch immer wieder so Drohungen, dass dann irgendwie dasvenezolanische Militär da in Guyana Landgrabbing macht und so weiter.Ich glaube, das ist derzeit erstmal nicht mehr eine Diskussion.
Pavel Mayer 1:22:27
Ja, wir sind einfach nicht dazu in der Lage.
Tim Pritlove 1:22:29
Ja, mittlerweile nicht mehr. Also Guyana wäre jetzt auch nicht in der Lage gewesen,sich gegen Venezuela zu verteidigen.Von daher war das schon immer noch so ein Thema. Aber ich glaube,das ist jetzt gerade mal nicht die Agenda.Auf jeden Fall, ich wollte darauf hinaus, große Ölvorkommen.Jetzt ist es aber auch so, Ölvorkommen ist nicht gleich Ölvorkommen.Also die Länder, die heutzutage Öl produzieren, tun das alle aus einer anderengeologischen Situation heraus.In den USA ist es vor allem derzeit dieses Fracking, was eine ganz andere Art von Öl produziert.Also da kommt so dieses Light Oil bei raus, das ist schon fast super flüssig,das ist schon fast so eine wässrige Lösung, die dann eben entsprechend mit Raffinerienaufgearbeitet werden muss. Vinodulele hat genau das Gegenteil.Das ist nämlich dieses dicke, schlackige, fast schon gummihafte Öl.Es gibt dann auch so in der Mitte eben so das, was man sich vielleicht so klassischals Öl vorstellt, so wie man es sich auf einen Salat gießt, so in der Konsistenz.Das ist auch alles förderbar, aber auch nicht besonders einfach und da brauchtman auch spezialisierte Raffinerien dazu.So, ich habe jetzt nicht die komplette Landkarte vor meinem geistigen Auge,wo jetzt welche Öltypen so verbreitet sind, aber es ist auf jeden Fall in demKontext der Betrachtung hier dieses US-Vorstoßes auch nochmal ganz interessantzu sehen, dass es an der Südküste der USA, also Texas,eine ganze Reihe von Ölraffinerien gibt, die derzeit gar nicht mehr so im Betriebsind oder beziehungsweise nicht ausgelassen sind.Sind und die aber sehr wohl für eben texanisches Öl, was eine ähnliche Qualitätteilweise hat, ausgerichtet sind.Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, ob das texanische Öl identisch ist,aber auf jeden Fall gibt es dort Raffinerien, die mit dem venezolanischen Öltheoretisch was anfangen können.Das muss man nur mal so als Hintergrund darstellen.Um jetzt mal zu schauen, was eigentlich passiert ist.So, jetzt haben sie also die Pläne der USA, naja, ich hätte fast gesagt,geändert ist natürlich Quatsch, weil wenn man sich jetzt anschaut,was sie getan haben, ist klar, dass sie das von Anfang an wollten oder dasssie das zumindest von Anfang an in Betracht gezogen haben, weil so krass,wie sie jetzt Venezuela ausspioniert haben und wo sie da Informationen habenund wie sie das militärisch alles geplant haben, Das machst du nicht in zwei Wochen.Nicht vor Weihnachten sagt der Trump, lass mal angreifen. Und die so, ja okay.Sondern das ist das Ergebnis einerseits wahrscheinlich schon einer jahrzehntelangenBeobachtung und Infiltration des Landes, die es sicherlich in irgendeiner Formgegeben hat, aber eben auch eine gezielte Vorbereitung auf genau dieses Szenario.Ja und dann haben wir das ja alle halb mitbekommen, nehme ich mal an.Es wurde dann der Befehl erteilt, Maduro dort festnehmen zu lassen.Und ja, das war jetzt und das ist jetzt auch wirklich nur eine rein militärische Perspektive.Also aus militärischer Sicht war das eine Meisterleistung. Also da haben dieAmerikaner mal allen wieder gezeigt, wer hier sozusagen den Hängsten hat.
Pavel Mayer 1:25:57
Wo der Hammer hängt.
Tim Pritlove 1:25:58
Ja genau, also das muss man schon sagen, aber dafür haben sie einfach die Ausbildung,dafür haben sie die Spezialisierung, dafür haben sie das Personal,dafür haben sie auch das Gerät.Ja und es gab dann ein paar Luftschläge, sie haben glaube ich so vier,fünf, sechs größere militärische Zentren,Hafen, Flughafen und noch ein paar andere Orte direkt sehr zielgenau bombardiert,unter anderem eben auch da in der Nähe dieses Bunkerbereichs,wo sie wohl wussten, dass Maduro sich dort aufhält.Das dürfte dann vor allem viele von diesen Kubanern getroffen haben oder andere Eliteeinheiten.Ich weiß natürlich nicht, wer da jetzt in welcher Baracke geschlafen hat,aber wenn man sich jetzt die Vorher-Nachher-Luftbilder dieser Region anschaut,dann sieht man, dass da eben gezielt zwei, drei, vier Hallen in diesem gesamtenKomplex, der dazu gehört, dass die gezielt zerstört wurden und zwar extrem surgical.Also das ist wirklich so von einzelnen Hallen nicht so ruhig geblieben und dieHallen daneben waren vielleicht nicht unversehrt durch Schrapnell und so weiter,aber definitiv kein Ziel gewesen.Und ja, dann ist es ihnen offenbar auch gelungen, die Luftabwehr weitgehend auszuschalten.Also es gab dort eben die vorhin schon erwähnten S-300 Systeme,aber auch so Buk-Systeme, also im Wesentlichen russische Luftabwehrtechnik.Die entweder nicht in Betrieb war oder dann außer Betrieb genommen wurde,sodass es also den Amerikanern dann möglich war,innerhalb, und das Ganze hat sich ja glaube ich innerhalb von drei,vier Stunden abgespielt, mit mal so einer ganzen Horde von Chinook-Hubschraubern da einzureiten.Also es gab das eine Video, da habe ich irgendwie so acht oder zehn oder so gezählt.Sind also da mit Spezialtruppen reinmarschiert, haben sich Zugang zu diesemBunker verschafft, haben irgendwie Maduro und seine Frau aus dem Schlaf geholt,eingeladen, ab in den Hubschrauber, zack wieder raus, ohne dass irgendwas abgeschossen wurde.Die venezolanische Armee hat's.Aber auch probiert. Also es gab durchaus auch so Videos von.Ja, ich weiß nicht ganz genau, was da zum Einsatz kam. Es hat auf jeden Fall nicht gut getroffen.Also erstmal offensichtlich, weil es ja offensichtlich nichts erwischt worden.Aber man hat dann auch gesehen, dass die irgendwo, Kraut und Rüben,da irgendwo explodiert sind.Aber es sah nicht wirklich nach einer aktiven Luftverteidigung aus.Das ist schon überraschend, muss ich sagen. Ich habe nicht gedacht,dass es jetzt so scheiße läuft für Venezuela an der Ich.
Pavel Mayer 1:28:43
Denke aber auch die Amerikaner hatten auch Glück. Also es war nicht jetzt alleine nur Glück,aber so eine Operation gerade gegen einen Regierungsoberhaupt.Wir haben halt gesehen, dass dasselbe nicht funktioniert hat bei Saddam Hussein oder Gaddafi.Alle Versuche dort, den auch per Luftschlag auszuschalten oder der Versuch,damals die iranischen Geiseln zu befreien, also die amerikanischen Geiseln in der Botschaft,In Teheran, so damals unter Carter, wo was da so spektakulär schief gelaufen ist.
Tim Pritlove 1:29:41
Oder so mal ja Einsatz hier Black Hawk Down.
Pavel Mayer 1:29:44
Ja, Black Hawk Down. Also sowaskann halt einfach auch ganz schnell schief gehen, weil Militär bei allem,wenn man so sieht oder glaubt, es geht halt immer unglaublich viel schief beim Militär.Immer so. Also es läuft eigentlich nie genau nach Plan.Vor allen Dingen, weil du eben auch es mit einem Gegner zu tun hast,der dann manchmal Dinge tut, die du nicht auf dem Radar hattest.Aber auch eine These, die geäußertwurde, dass die USA jetzt durch den Kampf, Krieg gegen den Terror.Militär eben auf solche Kommando-Aktionen hin eben extrem trainiert hat.Wie macht man sowas, dass solche Raids, dass es da jetzt eben sehr qualifizierte,erfahrene Operator gibt.Aber dass man jetzt daraus schließen kann, dass die USA in der Lage sind,sowas zu wiederholen oder quasi jeden Staatschef auf der Welt einfach auf dieseArt und Weise wegzuschnappen.Das wäre eine Überinterpretation. Und oft gehen solche Dinge halt auch,kannst du halt einmal machen, weil niemand damit rechnet.Aber jetzt natürlich jeder Diktator, so auf der Liste dann, ich meine,wer sind die Nächsten, stehen ja eine ganze Reihe von. Kastro-Ländern.
Tim Pritlove 1:31:23
Kastro-Ländern.
Pavel Mayer 1:31:24
Ja, also Kuba ganz vorne, weil auch natürlich Marco Rubio als Ex-Kubaner ganzgerne seine Heimat, sein Heimatland befreien würde.Also insofern ja, plus diverse andere Diktatoren oder ähm,Da unten. Und aber letztlich natürlich, klar,regt es die Fantasie an und lässt bei verschiedenen Leuten, die möglicherweisebetroffen sein könnten, ungute Gefühle aufkommen.Aber wie gesagt, man sollte es nicht überinterpretieren.Also nur weil es jetzt einmal so perfekt geklappt hat, heißt das nicht,dass sie das jetzt wiederholen könnten.
Tim Pritlove 1:32:25
Ich meine, Osama Bin Laden war natürlich auch so eine Aktion.Das ist vielleicht nicht ganz vergleichbar.
Pavel Mayer 1:32:32
Das hat halt 10 oder 15 Jahre gedauert, bis sie ihn hatten.
Tim Pritlove 1:32:39
Also immerhin, Gott sei Dank, müssen sie jetzt nicht die ganze Zeit irgendwelcheLeute im High-Profile-Bereich da aus der Welt rausnehmen. Naja, egal.Auf jeden Fall, trotz alledem, eine gelungene Militäraktion.Hätte auch schief gehen können, ist aber nicht. Und von daher haben sie natürlichjetzt so einen Schockeffekt erzeugt auf vielen Ebenen.Ein paar davon müssen wir ja hier auf jeden Fall mal ansprechen.Vor allem sicherlich in Venezuela, wo jetzt mittlerweile seine Vizepräsidentin,zumindest vorübergehend offiziell ist, ist ja ja sozusagen nicht weg,sondern nur nicht da. Wurde sie also jetzt.Vereidigt, wurde dann auch gleich beglückwünscht vom chinesischen,russischen und iranischen Botschafter des Landes, um mal gleich klarzumachen,wie die Allianzen da jetzt stehen, nämlich genauso wie vorher auch.Und Trump posaunt natürlich jetzt rum und findet sich geil und,Ja, lässt noch nicht mal auch nur einen Zweifel daran, was eigentlich sein Ziel ist.Nämlich er will jetzt irgendwie das Öl da kontrollieren und labert davon,sie würden jetzt irgendwie, ja, they're running the country now und alles müsstejetzt irgendwie hier nach unserer Pfeife tanzen.Und das ist natürlich bemerkenswert, weil sie natürlich nicht einen einzigenSoldaten auf venezuelanischem Land haben und nicht in irgendeiner Form irgendwaswirklich jetzt kontrollieren, aber dann doch halt schon auch irgendwie,weil sie natürlich jetzt im Prinzip zwei Drohungen ausgesprochen haben, die real ist.Nämlich erstens, wer jetzt nicht spurt und.Mal Politik macht, wie wir uns das vorstellen, nämlich die ganze Kohle jetzthier für Trump, den können wir jetzt genauso hier wieder wegbombardieren.Alles überhaupt gar kein Problem. Habt ihr ja gesehen, wisst ihr Bescheid.Und das Zweite ist, dass sie das Land jetzt quasi in Schwitzkasten nehmen könnendurch ihre Seeblockade.Sie sind da mit ihrer riesigen Armada davor und sie lassen jetzt die Tankernicht durch, beziehungsweise leiten die jetzt einfach in die USA,um mal so hier, Tanker mit venezolanischem Öl, ja kein Problem hier,Texas, fahr doch mal dahin,und geben ja auch offen zu, dass sie dann die Kohle dem Staatshaushalt,also Trump wahrscheinlich, hinzufügen.
Pavel Mayer 1:35:18
Ja, also der sozusagen der letzte Stand der Dinge und es klingt halt erstmal auch gar nicht so blöd.Also es hat ein paar abgesehen davon, dass das Ganze komplett illegal ist.
Tim Pritlove 1:35:33
Ja, das muss man auch mal dazu sagen.
Pavel Mayer 1:35:46
Weil ein Twist ist,die Regierung Maduro ist seit den letzten Wahlen wegen Wahlbetrug von allenwestlichen Ländern einfach nicht anerkannt, unter anderem von den USA.Das heißt, die USA stellen sich auf den Standpunkt, das ist gar kein Staatschef,das ist ein gewöhnlicher Krimineller, der keine Legitimation hat.
Tim Pritlove 1:36:12
Da ist auch was dran.
Pavel Mayer 1:36:15
Ja, auf der anderen Seite ist es schon so, dass es darauf ankommt,jetzt auch völkerrechtlich, wer jetzt die effektive Kontrolle ausübt über ein Land.Also du kannst jetzt nicht mit einer Exilregierung, also so wie du auch miteiner Exilregierung in den seltensten Fällen irgendwelche bindenden Deals machen,dann kommst du darauf an, wer kontrolliert eigentlich das Land.Und unabhängig davon, woher er jetzt die Person, die Legitimation bezieht,wenn er das Amt ausübt und die Kontrolle hat,dann kannst du zwar jetzt juristische Fiktion bauen, dass er das nicht ist.Aber das ist halt so ein formales Argument, was nicht wirklich zieht,aber erstmal zumindest eins,wo viele Leute sagen, ja macht ja Sinn, der wurde ja nie wirklich gewählt.Also insofern gar nicht so dumm, diese Argumentation.Jetzt mit dem Öl, was jetzt konkret passiert,so als erster Schritt, das war das letzte Ding, was ich gestern gehört habe,was auch die US-Regierung so bekannt gegeben hat.Sie haben jetzt einen Deal mit Venezuela wohl, mit der Nachfolgerin,dass Venezuela jetzt irgendwie was zwischen 50 und 100 Millionen Barrel Öl an die USA liefert.Und die USA verkauft es dann auf dem Weltmarkt zum Marktpreis und nicht zum,ich meine im Moment verkauft Venezuela ja zum diskontierten Ölpreis an Chinaund an wen auch immer der bereit ist,jetzt so Problemöl zu kaufen.Aber weil das eben Problemöl ist, müssen sie halt einen Discount geben,so wie Russland auch einen Discount geben muss und so wie Iran auch einen Discountgeben muss, weil es halt sanktioniertes Öl ist.Was die Amerikaner jetzt aber quasi machen ist, sie entsanktionieren das Öl,sodass es dann einen Marktpreis erzielt wird.Das heißt, dass es dann ein Mehr an Geld da ist.Die USA packen das dann in einen Fonds und zwacken selber für sich was davonab, wobei unklar ist, wie viel.Und dass es auch überhaupt keine gesetzliche Grundlage dafür gibt,aber das ist sozusagen jetzt der Plan.Also USA hält das Geld und gibt dann für bestimmte Zwecke, gibt es dann Teile von dem Geld frei,wenn die venezuelanische Regierung entsprechend spurt.Das ist der Plan im Moment, wie es läuft.
Tim Pritlove 1:39:46
Also Erpressung sozusagen.
Pavel Mayer 1:39:47
Ja, Erpressung, wobei es am Ende darauf ankommen wird, wie viel die Amerikajetzt für sich selbst abzweigt von dem Geld.Also wenn jetzt nach Venezuela einfach nichts kriegt so am Ende des Tages odernur ein Bruchteil davon,dann wird das eine andere Reaktion hervorrufen, als wenn die USA jetzt 98% derEinnahmen dann nach Venezuela geben und irgendwie 3% Verwaltungsgebühr oder so.
Tim Pritlove 1:40:25
Was sie mit Sicherheit nicht tun werden.
Pavel Mayer 1:40:26
Aber das heißt, das wird ein wichtiger Punkt sein.Auf der anderen Seite ist es natürlich auch vollkommen illegal,sich dem Land das Geld wegzunehmen oder die Einnahmen wegzunehmen und dann dasLand darüber zu regieren,indem man dann ihnen ihr eigenes Geld stückweise zurückgibt.Auf der anderen Seite,Das Land ist ja Korruptionswelt.Ja, nicht Weltmeister, aber Amerika-Meister. Das ist das korrupteste Land nachTransparency in Amerika kontinental seit ein paar Jahren.
Tim Pritlove 1:41:21
Was das für was heißen angeht.
Pavel Mayer 1:41:25
Das heißt, man könnte jetzt durchaus auch argumentieren und sagen,naja, macht vielleicht Sinn, wenn irgendjemand ein Auge auf das Geld hat,dass das jetzt nicht von den.Ganzen korrupten,von der jetzigen korrupten Regierung quasi für was auch immer verwendet wird. Aber ...Dass, sagen jetzt die amerikanische Regierung oder Trump,dass die dort eine Variante finden, die im Sinne der Venezuelaner tatsächlich ist,das ist eher unwahrscheinlich.Und dann, der größte Haken an dem Problem ist, dass es nicht unbedingt zur Stabilität führen wird.Es ist zwar erstmal, sieht es cleverer aus, als das, was die USA im Irak gemachthaben, mit dem sie die gesamte im Irak, die gesamte ehemalige Regierung,die De-Barsifizierung, in dem sie die ganze Bars-Partei alle gefeuert hattenund dann niemand da war, der wusste, wie man ein Land betreibt,plus halt auch noch im Besitz von Waffen.So, das ist suboptimal, so, wenn du alle rausschmeißt. Trump,Macht jetzt genau das Gegenteil, es wird niemand rausgeschmissen.
Tim Pritlove 1:43:06
Hauptsache ihr tut, was ihr euch sagt.
Pavel Mayer 1:43:08
Im Moment, außer Maduro und seiner Frau, ist alles so, wie es war.Die Partei existiert weiter, das Militär hat all seine Waffen und Truppen.Die Nachbarschaftsmilizen sind nach wie vor da, das ganze Unterdrückungsregime.Die Oppositionellen sitzen noch immer im Gefängnis, die gewählten Führer sindimmer noch im Exil. also es gibt.
Tim Pritlove 1:43:45
Nichts ändert sich.
Pavel Mayer 1:43:46
Das einzige ist halt jetzt das mit dem Geld dass der Hebel der da ist dass wenn jetzt,die USA, Trump, nicht genug Geld überweist, dann bricht halt einfach alles zusammen.Weil wie gesagt, es wird unglaublich viel subventioniert. Es gibt kaum wirtschaftliche Aktivitäten.80% der Nahrungsmittel müssen importiert werden.Wegen der Blockade kommt dann jetzt auch nichts aus Kuba oder sonst wo an.Das heißt, da bahnt sich jetzt quasi auch eine potenzielle humanitäre Katastrophe.
Tim Pritlove 1:44:39
Die das Land ja ohnehin schon hat.
Pavel Mayer 1:44:41
An die, also es ist jetzt schon ziemlich schlimm, aber das kann halt alles nochmalviel, viel schlimmer werden.Und im Grunde genommen wäre es wahrscheinlich auch, schlimmer geworden,auch ohne, dass die USA jetzt irgendwas gemacht hatten.Ich meine, unter Biden, Biden hatte ja dann gesehen, dass man da was tun mussund hatte dann bestimmte Sanktionen wieder gelockert.Also es ist eh die Amerikaner halt lockern und sanktionieren und lockern undsanktionieren und je nachdem.Also da war auch Chaos. Und das hat halt dazu geführt, dass zumindest unterbeiden es wieder etwas besser wurde, was die Ölförderung und die Ölexporte und Öleinnahmen angeht.Also unter beiden wurde dann ihnen quasi eine Lifeline geworfen.Was jetzt passiert? Ja, gute Frage. So kann man,ein Land von außen regieren, in dem man einfach Einfluss auf den Geldstrom hat, aber ansonsten nichts.Ja, ich habe da so ein bisschen meine Zweifel.Also eigentlich, wenn du Regime-Change machst,müsstest du wenigstens die Top 300 oder je nachdem Top N, sag ich mal,musst du wenigstens dann austauschen gegen Leute.
Tim Pritlove 1:46:31
Aber es geht ja nicht um Regime-Change, sondern es geht ja sozusagen nur darum,den Geldfluss zu changen.
Pavel Mayer 1:46:37
Ja.
Tim Pritlove 1:46:39
Na, offensichtlich. Eine andere Strategie kann ich da jetzt ehrlich gesagt nichtdrauf rauslesen, weil es gibt ja noch nicht mal die Ansage, dass ich irgendwasverbessern soll in dem Land.Es geht ja nur darum, dass die Amerikaner die Kontrolle über die Ölproduktionbekommen und er möchte jetzt gerne das amerikanische Unternehmen dort investierenund die brachliegende Infrastruktur wieder aufbauen.Da würde ich auch mal Zweifel anmelden, dass das eine viable Strategie ist.Erstens, das ist arschteuer.Zweitens, die waren da ja schon mal und haben alles irgendwie entzogen bekommenin dem Moment, wo sich die Machtverhältnisse wieder geändert haben.Trump ist im allerbesten Fall noch drei Jahre im Amt.Danach vollkommen unklar. jede Maßnahme, selbst wenn sie morgen begonnen werdenkönnte, was ja vollkommen illusorisch ist,würde erst in zehn Jahren in irgendeiner Form Früchte tragen und solche langfristigenInvestitionen macht halt so ein Unternehmen nicht.Also diese Ansage von der Trump-Regierung mit, die sollen jetzt nicht mal allemal springen, aber weiß ich nicht so richtig, ob die da ihren Geldbeutel aufmachen.Vielleicht wird es irgendeinen Verrückten geben, der es macht,aber das scheint mir nicht sinnvoll zu sein.Zumal ich meine diese,Regierung jetzt in Venezuela. Ich meine nicht, dass sie jetzt viel an Legitimationenhatte vorher, aber wenn sie jetzt sozusagen auch noch auf der einen Seite behaupten,ja wir sind hier die bolivarische sozialistische Revolutionsregierung und wirsind ja fürs Volk, aber die Kohle kriegen jetzt die Amerikaner und ansonstenbleibt aber auch die Unterdrückung und die schlechte Versorgung des Landes bleibt alles gleich.Das ist ja sozusagen das Premiumrezept, um jeglichen Bürgerkrieg wieder sofortausbrechen zu lassen und dann ist halt richtig Untergang und dann gibt es doch mehr Flüchtlinge.
Pavel Mayer 1:48:44
Ja, nicht nur das. Es dürfte auch innerparteilich zu massiven Zerreißproben führen,weil es gibt dann eben dort auch in dieser sozialistischen Partei die Ideologen, die sagen,für die nach wie vor die Amerikaner das Böse sind.Und wo man Himmel und Hölle in Bewegung setzen wird, um dafür zu sorgen,dass das nicht so läuft, wie die Amerikaner das gerne hätten.Ja, plus dann eben die Opposition.Also letztlich ist ja die Frage immer, für Investitionen auch ist politische Stabilität.Und in der Regel die stabilsten Systeme sind meistens so Demokratien,die funktionieren mit einer entsprechenden auch Verwaltung und Gesetzen undwo man sich eigentlich darauf verlassen kann.Das sind einfach die stabilsten Systeme, aber auch jetzt Diktaturen oder autoritäreSysteme können halt sehr stabil sein,wenn es einfach keine Alternative gibt zu einem aktuellen System.Was wir gesehen haben, so in Libyen oder Irak,wie letztlich Alternativen zu einem starken Führer erstmal nicht wirklich funktioniert haben.Und ja also nach Stabilität sieht es nicht aus unbedingt und nach Regime-Changesieht es auch nicht aus im Moment und wenn man das jetzt.Gut spielt, bringt man dann, lässt man die erstmal jetzt,walten, die Nachfolgerinnen, um dannWahlen zu organisieren und dann eine Machtübergabe zu organisieren, aber.Die Führungsriege, die haben alle schon Konten in der Schweiz,die aufgeflogen sind im Rahmen von Swiss Leaks und so kam halt raus auch,dass die halbe Parteiführung Nummern konnten, also die Venezuelanische Parteiführung,alle Nummern konnten in der Schweiz hatten.Und das gäbe denen die Möglichkeit jetzt, was aber auch nicht ungewöhnlich ist,in Chile gesehen, quasi so einen Übergang hinzubekommen, wo die Mitglieder deraktuellen Regierung, die natürlich auch viele politische Morde,Folter und so weiter sich schuldig gemacht haben,die man gerne vor Gericht sehen würde.Und die wissen, dass wenn die Opposition einfach drankommt, sie den Rest ihresLebens im Gefängnis sitzen, so haben die jetzt Zeit,sie für sich Amnestie raus zu verhandeln oder wenigstens genug Geld noch beiseitezu bringen in den nächsten Monaten, um dann im Exil irgendwo bequem leben zu können.Das ist das, was da jetzt gerade abläuft.Aber ja, Stabilität sieht anders aus.Auf der anderen Seite muss man sagen, ja, sieht jetzt nicht so aus,als wenn da jetzt gerade Massenproteste sofort ausgebrochen sind oder die Oppositiondas irgendwie jetzt die Chance ergriffen hat.Was aber auch daran liegt, dass die USA jetzt keinerlei Unterstützung bisherfür die Opposition wirklich geäußert haben.Und da gibt es ja mehrere Kandidaten, unter anderem eben die Friedensnobelpreisträgerin,wo dann auch gemutmaßt wurde, dass Trump die allein deswegen nicht will,weil sie den Friedensnobelpreis gekriegt hat und er nicht.Und sie ist dann sogar so weit gegangen, dass sie ihren Nobelpreis quasi Trump gewidmet hat.
Tim Pritlove 1:53:30
Das reicht ihm nicht. Sie hätte ihn gar nicht erst annehmen dürfen.
Pavel Mayer 1:53:33
Ja, sie hätte ihn gar nicht erst annehmen dürfen. Sie hätte sagen müssen,nee, ich nehme den nicht an, weil eigentlich steht der Trump zu und dann wärees vielleicht anders gelaufen.Wobei am Ende des Tages auch Leute sagen, das ist nur eine Geschichte,darauf kommt es nicht wirklich an. Es geht hier um Geld und Öl.
Tim Pritlove 1:53:55
Auf jeden Fall ist er nicht bereit, der eigentlichen Führerin der Oppositionhier eine Machtoption zu verschaffen, was er ja theoretisch machen könnte.Aber das würde halt bedeuten, man müsste sich wirklich mit dem gesamten Militärauseinandersetzen und das will er halt auch nicht.Also ich frage mich halt vor allem ist diese Strategie,die wir jetzt meinen, herauslesen zu können.Ist das, also erstmal, ist das die Strategie?Und zweitens, seit wann existiert die, wenn sie das ist?Also existiert die jetzt sozusagen so als Afterthought? Oder ist das,haben wir jetzt hier irgendwie wieder das mit vierdimensionalem Schachspielzu tun? Ich habe so ein bisschen meine Zweifel.Ich habe so den Eindruck, das Ganze ist allein wieder aus so Show-Off,Diplomatie geboren mit so dem einfachen Ziel, so Hauptsache irgendwie Öl,Hauptsache irgendwie Geldquelle und das Land ist mir egal,und ich will aber jetzt hier auch mal meine Allüren nochmal zur Schau stellen,dass jetzt alle ordentlich Angst haben müssen, weil wir sind jetzt hier dieNummer 1 in Amerika und uns gehört hier der komplette Nord,Zentral- und Südkontinent.
Pavel Mayer 1:55:21
Ja, also als,Reality-Show hat die neue Staffel so auf jeden Fall wieder so viel Aufmerksamkeit und gute Quoten.Die neue Staffel hat geliefert. Es ist auf jeden Fall ein Quotenknüller undsozusagen der Maduro-Twist jetzt hat auf jeden Fall für viel Presse und Aufmerksamkeit gesorgt.Und das, was dann so, das formiert sich irgendwie erst gerade.Ich glaube nicht, ich denke, es gab irgendwie...Ist das Ansätze eines Plans? Wie hätte Trump damals das noch bei der Gesundheitspolitik gesagt?
Tim Pritlove 1:56:23
Ich erinnere gerade den Spruch nicht.
Pavel Mayer 1:56:26
Also jedenfalls gab es wahrscheinlich Ansätze eines Plans oder Ideen für einen Plan,bevor das losgelegt wurde.Aber ansonsten, denke ich, fährt man mehr oder weniger ohne Plan.Wobei Plan in der Politik sowieso immer überschätzt wurde.Das war in den 1970er Jahren, war Planung sehr in, da hat man überall Planungsstäbe geschaffen.Und irgendwie, weil man dachte, als kybernetisches Modell, so ein Staat,könne man dann mit Planung deutlich mehr hinbekommen.Also jetzt politischer Planung.Ich rede jetzt nicht von Stadtplanung oder so.Und hat sich alles gezeigt, war am Ende, also mit Plan, waren die Ergebnissenicht besser als ohne Plan.So als wenn man immer nur reagiert hat, weil wenn du einen Plan hast und es läuft nicht nach Plan,dann neigst du dazu, trotzdem erstmal an dem Plan länger festzuhalten,als es vielleicht gut wäre.Und ja.
Tim Pritlove 1:57:54
Also ich würde da mal einwerfen, dass China einen Plan hat und damit auch garnicht so schlecht fährt.Also auf jeden Fall haben die mehr einen Plan als Europa und die USA zusammen.
Pavel Mayer 1:58:12
Ja, wobei das auch ein bisschen was damit zu tun hat,dass du in China auch eine einschlägige Ausbildung brauchst,wenn du einen Posten in der Politik haben willst.
Tim Pritlove 1:58:28
Ja, das mag sein. Die schaffen dann auch die Voraussetzungen dafür,dass das funktionieren kann.Ich will jetzt auch nicht China über den grünen Klee loben. Da ist definitivauch nicht alles im grünen Bereich. Gar keine Frage.Aber in Bezug auf den Plan kann man jetzt nicht sagen, dass sie keinen haben.Erstmal ist das ja ohnehin ihr Ding. Aber die Langfristigkeit,mit der Ziele verfolgt werden, ich glaube, das hast du so nicht.
Pavel Mayer 1:58:54
Ich meine, die Frage ist, gut, das lässt sich nicht allgemein beantworten,aber so ist, ist kein Plan schlechter als ein schlechter Plan.
Tim Pritlove 1:59:07
Ja.Das frage ich mich eigentlich auch immer.
Pavel Mayer 1:59:12
Und das lässt sich, glaube ich, nicht allgemein beantworten,aber wir haben gesehen, dass,das andere Problem mit Plan ist, der Plan, jeder Plan geht immer nur so und so weit.Das heißt, es gibt dann irgendwo einen Horizont. Wir haben das ja auch bei Covid gesehen.Nach drei Monaten war der,nationale Pandemieplan durchgespieltund dann hätte eigentlich wieder der Übergang in die wie war das?
Tim Pritlove 1:59:52
Normalität?
Pavel Mayer 1:59:53
In die Zwischenphase, in die inter, wie hieß das noch?Interpandemische Phase oder so. Interpandemische Phase sozusagen warten aufdie nächste Pandemie, aber war halt nicht so und konntest halt sehen,in dem Moment, wo der Pandemieplan dann durchgespielt war,war halt die Verwirrung, also gab es keinen Plan mehr und dann hat man irgendwielauter neue Pläne gemacht, die so naja,funktioniert haben und in der Politik, wenn es so um Regimechange geht oderso, das sind alles dann Dinge, die sind so komplex erstmal, das heißt,Überraschungen können immer passieren und in Venezuela jetzt,aber in Grundmechanismen nachallem, was man weiß, kann das nicht gut gehen, so wie es gerade läuft.Es ist zwar ein interessanter Ansatz, innovativer Ansatz,aber und es ist jetzt auch nicht ausgeschlossen völlig,dass er irgendwie erfolgreich ist, aber ich halte das für extrem unwahrscheinlich, weil ja,ein Land auf diese Art und Weise steuern zu wollen, ohne eigene Leute,Die eigene Kontrollstrukturen und eigenes Sicherheitspersonal.
Tim Pritlove 2:01:28
Ja, dazu kommt natürlich für die USA auch noch die innenpolitische Situation,weil bisher haben wir ja das Ganze nur von außen betrachtet.Man kann jetzt nicht unbedingt davon sprechen, dass das Gebaren der Trump-Regierungsonderlich populär ist in den USA.Zumindest wenn man den Umfragen trauern darf. Das führt natürlich leider nichtautomatisch dazu, dass die Regierung sich in irgendeiner Form zurücknimmt.Das ist glaube ich das Ding, dass sich also quasi die Republikaner und der Trump-Komplexrichten sich halt sehr wohl nach Umfragen.Allerdings erst nur solange sie nicht die Macht haben und in dem Moment,wo sie die Macht haben, ist es einfach alles komplett entfesselt.Und deswegen ist das auch alles gerade alles so shocking.Nur auch die Akzeptanz wird Grenzen haben. Ich denke, da haben wir im Wesentlichenzwei Lager, die da interessant sind.Das ist natürlich erstmal, sagen wir mal, the general public.Klar, ich meine der intellektuelle linke demokratische Teil,der ist ja ohnehin schon dauerentsetzt, was Trump betrifft, aus gutem Grund.Dann gibt es halt so diese...Ich sag mal so, die Swingvoters, die so ein bisschen dazwischen sind,die Independents in den USA, die in irgendeiner Form, warum auch immer,halt der Meinung waren, naja, dann probieren wir es doch halt mal mit dem Typen nochmal.Ist ja letztes Mal schon so gut gelaufen. weil sie ja immer nur aus irgendwelcheninnenpolitischen Eigeninteressen und so weiter machen, so ist das ja bei unsauch insbesondere diese außenpolitische Dimension,wird ja in den USA eigentlich bei den Wahlen selten in irgendeiner Form,relevant, sondern es geht eigentlich immer nur um Innenpolitik und um innere Wahrnehmung, weil,die meisten Amerikaner erstmal überhaupt gar keine Ahnung haben,wie die USA weltweit gesehen wird, keine Ahnung haben von der Welt und Außenpolitik einfach,als nicht sonderlich wichtig angesehen wird.Trotzdem, da ändert sich natürlich jetzt was. Der interessantere Teil ist natürlichdiese ganze Magerbasis, auf der Trump seine.Macht basiert hat, insbesondere sein Würgegriff auf die republikanische Partei,hat eben sehr viel mit dieser Magerbasis zu tun.Und jetzt ist das eigentlich schon die zweite Attacke auf das,zugegebenermaßen wirre, aber existierendes Selbstverständnis dieser Mager-Basis.Das eine war halt so die Epstein-Files, dieses ganze Gezerre da drum,das hat Trump definitiv schon in irgendeiner Form geschadet.Alles noch nicht ausreichend, aber da geht so ein bisschen der Lack ab.Man hat das jetzt schon gesehen an diesen Defections hier von Marjorie TaylorGreene und solchen anderen Wahnsinnigen,die halt jetzt jahrelang den Trump-Weg unterstützt haben und jetzt erschrecktabspringen und fast schon in die Opposition ziehen.Aber eben jetzt auch diese außenpolitischen Schritte, weil Trump ja unter anderemmit diesem Versprechen angetreten ist.Mit mir gibt es jetzt hier keine Kriege mehr und der Frieden wird ausbrechen und überhaupt.Was passiert genau? Das Gegenteil. Also das kann jetzt schon einiges ins Bröckeln bringen.Also wenn sie so weitermachen, dann wird das mit diesen Midterm-Wahlen im nächstenNovember nichts werden und da läuft natürlich die Trump-Regierung Gefahr,beide Teile des Kongresses zu verlieren, also sowohl den Senat als auch dasHaus, was bedeuten würde, dass er halt dann so eine richtig offizielle Lame Duck ist.Das ist Spekulation, wir wissen, die können jederzeit wieder andere Sachen erfinden,die eine größere Aufregung machen, vielleicht noch einen Krieg vom Zaun brechen,was ja dann immer ganz gut funktioniert hat,da ist jede Eskalation möglich, aber derzeit ist es auf jeden Fall innenpolitischschwierig zu verkaufen,den Aufwand zu leisten, jetzt ein komplettes Land durch eine Invasion, durch irgendwie...Eine andere Form und Weise in Ruhe zu bringen.
Pavel Mayer 2:05:49
Nach Irak und Afghanistan ist einfach hat man einfach keine Lust mehr,obwohl beides auch absehbar war.War beides klar, dass,der Westen oder die USA vor allem nicht genügend Durchhaltekraft haben würden,um die 40 Jahre, die es braucht,um einen vernünftigen Regime-Change zu machen,auch genügend Mittel bereitzustellen und das auf eine Art und Weise zu machen,die auch effektiv oder effizient ist, so wie man das im Zweiten Weltkrieg gemacht hat.Japan und Deutschland hat es ja halbwegs recht gut funktioniert.Österreich auch.Das war nochmal speziell.Ja, also wie es jetzt weitergeht, da wird man sehen, ich gehe mal davon aus,dass irgendwie Öl geliefert werden wird.Und ich meine, es wird ja ohnehin die ganze Zeit, fahren ja Tanker von Chevron sowieso.Also es gibt ja da auch Aktivitäten so mit US-Firmen.Es ist nicht so, dass jetzt Venezuela nur an China und Russland und so verkauft, sondern ja,es gibt da auch ganz klar Lieferungen über Chevron im Wesentlichen.Und das wird wahrscheinlich zunehmen die werden dann jetzt auch anderes Öl das andere Problem ist,dass jetzt die ganzen Öltanker die da rumlagen und auf Öl gewartet haben,nachdem Maduro dann plötzlich weg war haben sie zwei Tage gewartet haben sichalle koordiniert und sind alle am selben Tag ausgelaufen in alle Richtungen,und Soweit ich weiß, sind die meisten auch davon gekommen.Es waren wohl so um die 20 Schiffe, die da aus Venezuela quasi verschwundensind, weil sie gedacht haben...Wir werden kein Öl laden können und laufen Gefahr, dass unser Schiff hier beschlagnahmtwird, im Hafen eventuell noch.Die haben sich dann wohl abgesprochen und gesagt, okay, die USA haben nichtdie Kapazitäten, jetzt alle Schiffe aufzuhalten.Und ja, soweit ich weiß, ist glaube ich nur eins von denen aus dieser Gruppe,die dann einfach losgesegelt sind, egal wie viel sie gerade geladen hatten oder nicht geladen hatten,sind sie halt alle los.
Tim Pritlove 2:09:02
Ja, eins ist auf jeden Fall von den Amerikanern jetzt noch aufgebracht wordenund zwar auf der Rückfahrt nach Russland.Dieser Tanker kam ursprünglich aus dem Iran, offenbar leer, nach Bella 1.So hieß das Ding zumindest vorher.Und ist dann auch eben wohl auch mal kontrolliert worden. Es gab wohl so einenKontrollversuch der Amerikaner.Dem Boarding haben sie dann aber widersprochen. Da gab es dann erstmal nochkeinen Widerstand, wahrscheinlich im Zuge der Gesamtaktivität, die sie dort hatten.Dann ist dieser Tanker losgefahren, hat sein Tracking ausgeschaltet,war also quasi nicht mehr offiziell auf den Marine Trackers zu sehen,bis sie hoch im Norden des Atlantiks waren, in Richtung Russland offensichtlich.Und sie haben mittlerweile auch ihren Namen gewechselt und sie haben auch ihreLänderaffiliation gewechselt, was nach internationalem Marinerecht nicht zulässig ist.Es sei denn, es gab einen Verkauf, den es aber hier nicht gab.Dann wurde aber jetzt dieser Tanker von den Amerikanern dann noch aufgebracht.Und das ist ganz interessant, weil sie das von UK aus gemacht haben.Also auch hier wieder eine höhere Vorbereitungsphase, das ist jetzt nicht so,das machen wir mal eben, das haben sie mit so einem Coast Guard gemacht,den sie da verlegt hatten und mit Hubschraubern, die sie auf so einer fahrendenPlattform stationiert haben.Die Amerikaner haben ja, abgesehen von ihren Flugzeugträgern,haben die auch noch so, ich sag mal so fahrende Parkhäuser, so sieht das aus. Ex-Öltanker oft.Ex-Öltanker, die sie umgebaut haben, da ist da so eine riesige Plattform drauf,da können sie dann Hubschrauber drauf ballern und damit fahren sie halt irgendwohin, wenn sie mal irgendwo Hubschrauber brauchen.Das kam in diesem Fall auch zum Einsatz und dann sind sie da mit dem Hubschrauberauch gelandet, haben da irgendwie so mindestens zehn Truppen abgesetzt und diehaben sich dann halt einfach mal dieses Schiffs bemächtigt.Das ist natürlich jetzt, jetzt sind wir full circle wieder bei Russland,weil das Ding war zu dem Zeitpunkt unter russischer Flagge.
Pavel Mayer 2:11:30
Ja, also Vermutungen, es gibt jetzt Vermutungen, also was ja wahr ist,dass das Schiff Richtung Venezuela unterwegs war.Aber jetzt ohne Öl, das ist eigentlich auch ein riesen Öltanker,aber leer Richtung Venezuela unterwegs war und dann kehrt gemacht hat.So 500 bis 1000 Seemeilen vor Venezuela haben die halt umgedreht und sind wieder zurückgefahren.
Tim Pritlove 2:12:03
Beziehungsweise nicht zurück, sondern woanders hin.
Pavel Mayer 2:12:05
Ja, woanders hin, also Richtung, also jedenfalls weg von Venezuela Richtung Norden in den Atlantik.Und dann soll wohl halt nach diesem Versuch dieser Coast Guard Cutter das Schiffeinfach begleitet haben, also hinterher geschippert sein, relativ langsam.Weil er aber selbst nicht die Mittel oder Mannschaft hatte, um das Schiff aufzubringen,sind die quasi Verfolgungsjagd im Schneckentempo. Also der Tanker war etwasälter und war mit neun Knoten unterwegs.Das sind so um die 18 kmh ungefähr, während so ein Coast Guard Cutter wahrscheinlicheine Höchstgeschwindigkeit von über 30 Knoten hat, also über 60 kmh fahren kann.Und ja, also insofern war es so ein bisschen so eine Verfolgungsjagd im Schneckentempo.Da gab es, gibt es ja diesen Twitter-Ausdruck, dieses Meme, wo dann irgendwieso Leute auf diesen amerikanischen,Krankenfahrstühlen, oder nicht Kranken, sondern diese,quasi Rollstühle.
Tim Pritlove 2:13:26
Rollatoren oder was?
Pavel Mayer 2:13:27
Ja, wo du schon drin sitzt, aber vor dir so einen Lenker hast,mit dem du dann so lenken kannst und oft auch.Und die fahren halt nicht sehr schnell und da gibt es so eine berühmte Filmszene,ich weiß nicht woher die kommt,wo dann so irgendwie fünf von diesen Leuten sich eine Verfolgungsjagd liefern,aber so mit vier kmh oder so.Und das wurde halt dann, weil die dann quasi drei Tage lang,vier Tage lang durch den Atlantik geschippert sind.
Tim Pritlove 2:14:04
Ja, die haben wahrscheinlich auch den richtigen Zeitpunkt abgewartet,dass sie die Unterstützung von den Hubschraubern bekommen.
Pavel Mayer 2:14:08
Genau, und dann die Umbenennung. Gibt es auch irgendeinen Film,der mir gerade nicht einfällt, wo auch viele Filmszenen, wo dann unterwegs dannder Schiffsname und die Flagge übergepinselt wird.Das hatten wir schon öfter.Und tatsächlich haben die die dabei beobachtet. Es gibt dann tatsächlich Filmeund Fotos davon, wie die dann die russische Flagge auf den Tanker malen.Und dann soll wohl Russland dem Schiff auch ein U-Boot entgegengeschickt haben,um das Schiff zu eskortieren.Aber das U-Boot ist vermutlich zu spät gekommen.Aber selbst wenn es nicht zu spät gekommen wäre, was hätte denn das U-Boot dann machen sollen?Also es gibt da die schöne Geschichte, wenn du Auseinandersetzungen zwischen Großmächten hast,ist das so ein Schachspiel zwischen wer schießt nicht als erstes.Also jetzt als Beispiel, wenn das U-Boot jetzt angekommen wäre,hätten die jetzt Soldaten auf dem Schiff platzieren müssen,wo dann die Amerikaner selber quasi die Ersten hätten sein müssen,die dann das Feuer eröffnen auf die russischen Soldaten.Das geht natürlich nicht, weil wegen Atomwaffen und so macht man das nicht.Umgekehrt, jetzt wenn die Amerikaner da als erstes waren und jetzt auf dem Schiffstehen, hätten die Russen dann als erstes irgendwie das Feuer eröffnen müssen.Quasi, ja also diese interessante Regel, ja wer als erster nicht schießt hat gewonnen.So in dieser Form von Auseinandersetzung und ansonsten ja hätte das U-Boot nichtviel machen können außer Leute, also russische Soldaten.An Deck zu packen und die so abzuschrecken, weil mit Torpedos die amerikanischeKüstenwache anzugreifen oder den Tanker zu versenken, ich meine,das bringt alles nicht.Und jetzt ist das Schiff wahrscheinlich in Schottland. Und es wurde eben vermutet, dass dort Waffen...An Bord gewesen sein könnten, dass es sich um eine heimliche Waffenlieferung gehandelt hat.Da aber nichts entsprechendes bisher jetzt vermeldet wurde,glaube ich, war es nicht so, weil wenn jetzt das Schiff im Hafen wäre oder,also mittlerweile weiß man, ob Waffen an Bord waren oder nicht oder die Amerikaner wissen das.
Tim Pritlove 2:17:31
Die Amerikaner wissen das unter Umständen nicht, weil ich meine die Frage ist,ob sie das dann überhaupt sagen würden. Oder was sie dann damit machen würden.
Pavel Mayer 2:17:38
Weiß man nicht, aber wenn, dann würde es glaube ich auch rauskommen,weil irgendwelche Reporter, die dann kennen dann jemanden, der dann irgendwiedabei war und so Dinge sickern halt durch.Das kann ein paar Wochen dauern, aber selbst, ich meine der Double Tap ist jaauch durchgesickert zum Beispiel.Ja, in der amerikanischen.
Tim Pritlove 2:18:00
Ja, das wäre, ich meine das wäre natürlich cool, wenn das Ding irgendwie komplettvoll wäre mit russischem Kriegsequipment und den Tanker, den schicken sie danngleich zur Ukraine weiter.Ja, also noch ein bisschen unklar,wie das alles dort ausgeht und welche Bedeutung man dem zumuten soll.Die Shadow Fleet, man kann ja schon davon sprechen, dass dieser Tanker der russischenShadow Fleet zugeordnet werden kann.Warum sollten sie sonst mal eben da eine russische Beflaggung ran machen,ist natürlich für die Russen jetzt auch nochmal extra peinlich,weil jetzt verlieren sie auch noch an die Amerikaner ihre Shadow Fleet und jetzt gerade während wir,Aufnehmen habe ich auch schon wieder die nächste Meldung gesehen,dass auch die Ukraine einen weiteren Tanker der russischen Shell-Fleet angegriffenhat und diesmal im Schwarzen Meer, da haben sie ja das schon zweimal gemacht.Und nicht nur das, sondern sie haben den Tanker auf dem Weg nach Novorossisk,aber innerhalb einer 30-Meilen-Zone des türkischen Ufers angegriffen.Da haben sich wohl die Russen gedacht, wenn wir da uns schön an der Küste derTürken ranschleichen, dann werden sie wohl schon irgendwie nichts machen,aber die Ukraine scheint an der Stelle weiterhin auf volle Konfrontation zu gehen.Jetzt wollen wir mal gucken, was das jetzt wiederum für Auswirkungen hat.
Pavel Mayer 2:19:36
Ja, denn eigentlich, weil wir gerade bei Schiffen sind, so vor etwas über einem Jahr,nämlich so im Dezember 2024, ist ja der russische Frachter Ursa Major im Mittelmeer gesunken,wo es eine Explosion im Maschinenraum gab.Und dann sind auch russische U-Boote gekommen und da gibt es Mutmaßungen,die das dann versenkt haben, das Schiff endgültig.Und jetzt vor zwei Wochen oder so vermeldete eine spanische Zeitung,dass sich an Bord eben zwei Atomreaktoren befunden haben für U-Boote,die wohl für Nordkorea bestimmt waren.
Tim Pritlove 2:20:33
Das ist aber nur eine Vermutung.
Pavel Mayer 2:20:34
Das ist, also es scheint aus zuverlässiger Quelle zu stammen.Aber der interessante Punkt ist,dass niemand genau weiß, wer eigentlich dahinter steckt.Wer hat jetzt Interesse daran, die Lieferung von Atomreaktoren an Nordkorea zu verhindern?
Tim Pritlove 2:21:16
Naja, also alle außer Nordkorea?
Pavel Mayer 2:21:19
Ja, es gab sogar dann die Vermutung, dass Russland selbst dahinter stecken könnte.
Tim Pritlove 2:21:28
An dieser Lieferung?
Pavel Mayer 2:21:29
Ja, die Lieferung selbst.
Tim Pritlove 2:21:31
Na, die kommt doch aus Russland.
Pavel Mayer 2:21:32
Ja, aber dass sie sozusagen eigentlich nicht wirklich liefern wollten.
Tim Pritlove 2:21:37
Ach so, dass sie selber dafür gesorgt haben.
Pavel Mayer 2:21:39
Dass die Lieferung nicht ankommt. Dass sie sozusagen den Deal gemacht haben.
Tim Pritlove 2:21:44
Höhere Gewalt.
Pavel Mayer 2:21:45
Und das Ding ist nämlich, dass die Russen haben halt ihren Teil erfüllt.Also die Fracht, das Verschiffen ging sozusagen zu, war das Risiko von Nordkorea.Also das war quasi, der Deal war irgendwie Atomreaktoren ab, was ist das da oben?
Tim Pritlove 2:22:07
Gibt es nicht frei Haus?
Pavel Mayer 2:22:08
Ja, ab Arkangel oder so.
Tim Pritlove 2:22:12
Wird nur bis zum Bordstein geliefert.
Pavel Mayer 2:22:15
Und um den Rest müsst ihr euch selber kümmern. Wir können euch hier,wir haben ja ein Schiff für euch.Ist jetzt auch nicht, also dann war auch die Überlegung vielleicht Südkorea,weil die natürlich besonderes Interesse haben, dass Südkorea davon erfahren hat.Und dann den Ukrainern Waffen zur Verfügung gestellt haben, weil der Schaden, was wohl auch aufkam,war, dass wohl die Schäden mit denen eines superkavitierenden Torpedos übereinstimmen.Das sind halt Torpedos, die...Eben mit Düsenantrieb im Prinzip, die mit extrem hoher Geschwindigkeit in so einer Vakuumblase,also von der Spitze, da wird das Wasser quasi verkocht oder Vakuumblase unddie zerstören dann teilweise allein durch die kinetische Energie.Die haben dann gar nicht einen Sprengkorb, sondern fahren dann mit ein paarhundert kmh, rammen die dann super kavitierende Torpedos.Das ist aber jetzt sehr spekulativ.Das kam dann auf. Es kann auch alles mögliche andere gewesen sein.Und wenn es aber, also die Debatte war, wenn es eben welche gäbe,es gibt nicht viele Länder, die welche haben.Die Russen haben welche und die Amerikaner haben welche und Südkorea hat vermutlich auch.
Tim Pritlove 2:24:02
Weißt du, wer es erfunden hat?
Pavel Mayer 2:24:05
Ne.
Tim Pritlove 2:24:06
Die Firma Deal.
Pavel Mayer 2:24:08
Ah, okay.
Tim Pritlove 2:24:12
Und es gab wohl auch bei den Russen ein ähnliches System, schon aus den 70ern.Ja, gab es auch schon.
Pavel Mayer 2:24:25
Also wie gesagt, ob das jetzt einer war oder nicht, aber diese Geschichte istauf jeden Fall jetzt hochgekocht und dass sich an Bord Teile für Atomreaktoren befanden,war von Anfang an klar.Es hieß offiziell, es seien irgendwelche Deckel oder Verschlusskappen für irgendwelche Reaktoren und.Unklar für welches Land, also jedenfalls nicht für Nordkorea.Aber dass das Teile für Atomanlagen waren, das war von Anfang an bekannt.Aber dass es jetzt sozusagen sich um mehr oder weniger komplette Atomreaktorenfür U-Boote gehandelt sollte.Und dann hieß es wohl auch, dass die Russen dann versucht haben,irgendwie Spuren zu verwischen, dass sie dort dann das Wrack in die Luft gesprengthaben oder so hieß es dann noch.Aber da habe ich jetzt nicht hinterher recherchiert.Nur, ja, was man glaube ich sagen kann,so die Russen sehen sich gerade oder vor allem auch die Bevölkerung sieht halt jetzt,wie schwach Russland eigentlich ist in den letzten zwei Wochen.Gut, vorher konnten sie den Sturz auch von ihrem Diktator in Syrien, Assad.Konnten sie nicht verhindern, haben dort quasi ihre wichtigste Militärbasis verloren,im Mittelmeer, jetzt Maduro und dann aber auch, was natürlich dann passiert.Viele Leute meinten oder gesehen haben, der Kontrast zwischen dem russischen Versuch,Selenskyj damals mit der Landung in Hostomel zu entführen oder zu töten.Und die sind nicht mal vom Flughafen runtergekommen und ein Drittel ihrer Hubschrauberwurde abgeschossen und der Rest der Truppe dann dort am Flughafen eliminiert.Und aus dieser viertägigen Special Military Operation sind jetzt fünf Jahre Krieg geworden.Ja, vier. Also gehen wir jetzt ins fünfte Jahr.
Tim Pritlove 2:27:10
Genau.
Pavel Mayer 2:27:12
Langsam, bald.Und ja, also dieser Kontrast alleine und dann noch jetzt die letzte Demütigung eben mit, ja,könnt da russische Flaggen drauf pinseln,wie ihr wollt oder das interessiert uns knapp die Hälfte und haben das dann trotzdem einkassiert.Wobei es lange Zeit so aussah, als wenn das Schiff weggekommen wäre.Da hat niemand mehr mit gerechnet, dass sie das quasi so weit im Norden dann sich holen würden.Und bisher, was diese Schiffsrates angeht,sind die rechtlich gesehen nicht unbedingt zu beanstanden, sondern die sindinteressanterweise waren die alle legal.Entweder, weil die Schiffe keine gültige Registry hatten und damit keine gültigeVersicherung und damit quasi fahren ohne Nummernschild oder halt nicht angemeldet.Nicht angemeldet, nicht versichert. Und da hat dann völkerrechtlich ist es so,dass jedes Land der Welt das Recht hat, ein solches Schiff zu boarden und eineKontrolle durchzuführen.Und falls sich irgendwie rausstellt, dass es nicht versichert ist oder technischnicht in Ordnung ist oder irgendwie andere Dinge, dann können die das durchaus beschlagnahmen.Das war so bei dem ersten Öltanker war das ganz klar der Fall.Das war ein staatenloses Schiff, wenn man so will.Bei dem zweiten, das war ein regulärer Tanker, der war in Panama registriert.Und da sah es erstmal so aus, als wenn die USA da möglicherweise einen Fehlgriffgetan haben könnte, weil dieses Schiff war halt ordentlich registriert und versichert,aber Panama hat sein Okay gegeben.
Tim Pritlove 2:29:33
Generell, Panama hat ein Abkommen mit den USA, dass sie generell alles,was in Panama registriert ist, auch aufbringen.
Pavel Mayer 2:29:42
Also insofern, weil Panama so, war das zweite Ding auch okay und jetzt der drittewar dann glaube ich auch wieder eindeutig auch wieder Shadow Fleet.
Tim Pritlove 2:29:56
Ich glaube das Ding war vorher, du meinst den sie jetzt im Atlantik aufgebracht haben?
Pavel Mayer 2:30:00
Achso ja, die, okay.
Tim Pritlove 2:30:02
Das war glaube ich die Panama-Situation und das haben sie ja dann nachträglichnur versucht anders zu registrieren.
Pavel Mayer 2:30:07
Ja, nee, nee, Bela 1 war auch wieder irgendwie Genea oder irgendeine, die Bela 1.
Tim Pritlove 2:30:17
Ja, aber dann war das diese Fake-Registry, wo es nicht wirklich registriertwar, sondern sie nur gesagt haben.
Pavel Mayer 2:30:23
Ja, genau. Also BELA 1 war auch jetzt insofern legal, weil sie eben auch staatenlos waren.Und als die Russen das gesehen haben, hatten sie dann schnell versucht,das Schiff selber unter sich zu registrieren. Aber da ist es eben so,unterwegs kannst du nicht deine Flagge ändern.Das ist so ein Grundsatz. Du kannst es eigentlich nur tun, wenn du im Heimathafenbist, kannst du irgendwie den Namen und die Flagge ändern.Oder wenn das Schiff tatsächlich verkauft wird und der neue Eigentümer in einemanderen Land sitzt oder die Firma woanders ihre Schiffe regelt,dann kannst du das auch machen, wenn es quasi unterwegs ist,jetzt zum neuen Heimathafen oder so kannst du das schon tun oder wie auch immer.
Tim Pritlove 2:31:25
Ja, jetzt müssen wir langsam mal hier so zum Ende kommen.Ich denke, das haben wir jetzt alles ausführlich besprochen.Vielleicht nochmal so ein letzter Blick auf die Situation, was bedeutet dasjetzt für den Krieg und für die Ukraine.Und man könnte ja vielleicht auch nochmal so leichte Prognosen für dieses Jahr abgeben.Ist ja immer ein bisschen schwierig mit der Zukunft und so.Ich denke, man kann festhalten, es wird auch, also wenn wir jetzt nicht einegroße Revolution erleben in den USA, wo von meiner Meinung nach nicht wirklich auszugehen ist,wird es weiterhin schwierig bleiben, weil es ist irgendwie klar,worum es Trump geht, um Kohle und sich selbst.Alles andere ist ihm herzlich egal. Ihm ist auch die Ukraine egal.Das ist ihm eigentlich eher lästig.Und er hat auch irgendwie keine große Lust, sich da mit den Europäern auszusetzen.Das geht ja so weit, dass jetzt sogar diese Drohungen mit Grönland weitergehen.Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass das Ganze jetzt eher aus wiederso einem Moment der Überheblichkeit heraus entstanden ist.Nichtsdestotrotz steht es im Raum und mittlerweile sind die Europäer auch,im Übrigen auch vollkommen zurecht,so weit genervt, dass jetzt schon so Diskussionen losgehen mit,naja, wenn die jetzt irgendwie anfangen, sich hier Grönland einzuverleiben,dann ist es das Ende der NATO.Und ich meine, das kann man ja auch mal so sagen, also Verteidigungsbündnis,wo jetzt irgendwie innerhalb der Verbündeten das eine Land dem anderen was wegnimmt,das ist dann auch einfach das Ende dieses Verteidigungsbündnisses.Die Frage ist nur, wer würde hier mehr verlieren?Natürlich würden alle erstmal dabei verlieren und Europa würde natürlich diewichtigsten Partner verlieren, nur geht man ja jetzt auch schon gar nicht mehrdavon aus, dass dieser Partner noch zu irgendwas gut ist.Nur die neue Dimension, die jetzt hier aufgemacht wird, ist nicht nur zu nichtsgut, sondern er könnte sogar selber verlieren.Quasi zum Gegner werden.
Pavel Mayer 2:33:36
Es wurde jetzt auch bekannt, dass die Franzosen schon begonnen haben,Pläne zu entwerfen, um eine Invasion durch die Amerikaner zu begegnen.
Tim Pritlove 2:33:50
Eine Invasion Frankreichs?
Pavel Mayer 2:33:53
Ja, oder Europas oder was.
Tim Pritlove 2:33:57
Oder französisch Guyana oder sowas.
Pavel Mayer 2:33:59
Ja, also jedenfalls die Franzosen machen jetzt ganz klar Kriegspläne und Planungenund ich denke mal, dass sie nicht die einzigen sein dürften,die jetzt anfangen realistisch zu überlegen,was tun wir, was können wir tun, wenn die USA tatsächlich jetzt militärischgegen irgendwelche europäischen Länder vorgeht.Also und ähm,Ich habe überlegt, okay, was ist, wenn Trump wirklich jetzt Militär nach Grönlandschickt, wobei das eigentlich eine komplett sinnlose Geschichte wäre.
Tim Pritlove 2:34:48
Die haben ja schon eine Basis.
Pavel Mayer 2:34:50
Genau, die könnten da so viele Basen bauen, wie sie wollten.
Tim Pritlove 2:34:55
Es geht ja nicht um Security, es ist nur ein vorgeschobenes Argument.
Pavel Mayer 2:34:59
Ja, wobei es heißt irgendwie ja, dass dann die Chinesen und die Russen dannirgendwie ein Einfallstor haben,aber natürlich geht es dann auch wieder um Rohstoffe,wobei wahrscheinlich auch die Isländer sagen würden, wenn ihr hier eine Mineoder irgendwie Öl fördern wollt oder so, wenn ihr investieren wollt, das hier zu tun, So,ja, be my guest. Wobei sie sich dann natürlich vorstellen, dass sie dann nichtum Erlaubnis fragen müssen.Aber im Moment ist das auch wieder so eine Nummer, wie dort Förderanlagen fürirgendwas zu errichten,Minen oder auch, ist in der Gegendeinfach extrem teuer und aufwendig und mühsam und es gibt einen Grund,warum dort nur was war das, 50.000 Leute insgesamt Grönland leben.
Tim Pritlove 2:36:10
Ich weiß gar nicht, aber viel sind es nicht. Ich schau mal kurz.Grönland. Wie viele Einwohner.Offiziell,Sind es 56.542.
Pavel Mayer 2:36:27
Ja, weniger als Lüdenscheid. Und es gibt keinen Berliner Bezirk, der so klein ist.Das ist irgendwie Prenzlauer Berg oder so.
Tim Pritlove 2:36:38
Ja, aber in Bezug auf Bevölkerungsdichte ist es halt genau das Gegenteil von Prenzlauer Berg.Das heißt, sehr viel Land und nachgewiesene oder mindestens vermutete Vorkommenfür so ziemlich alles an Bodenschätzen, was in irgendeiner Form Geld wert ist und es ist halt einfach,ja, ich meine erst den Planeten ordentlich aufheizen,alles enteisen und dann Kohle machen.Es gibt leider Leute, die so kurz denken und das ist halt nun mal die tramsche Realität.
Pavel Mayer 2:37:08
Aber ich glaube nicht, dass Europa wirklich in ein Shooting War mit Amerikagehen könnte oder würde.
Tim Pritlove 2:37:22
Nee, Shooting-War nicht. Ich meine, wenn die Amerikaner jetzt Grönland besitzenund sagen, das ist jetzt unseres und ihr kommt hier gar nicht hin,da müsst ihr zuerst schießen,dann wird es natürlich da nicht zu kommen, weil es wäre ein Himmelfahrtskommando,aber ich könnte mir vorstellen, dass...Es ist dann so um Rammstein und solche Orte und den Frankfurter Flughafen sichda sehr schnell mal die Besitzverhältnisse ändern.
Pavel Mayer 2:37:50
Ich denke auch, dass das dann wahrscheinlich zur Folge hätte,dass US-Truppen wahrscheinlich aus Europa rausgeschmissen werden würden.Was natürlich die Russen total begeistern würden, total feiern würden.Das heißt, selbst das ist so ein Problem.Aber ich rechne jetzt nicht damit,dass Trump Grönland militärisch aktiv werden wird, weil der Fallout davon noch mal gewaltig wird.Und es hängt natürlich viel davon ab, wie es jetzt mit Venezuela läuft.Wenn jetzt die nächsten Monate,also bis zum Sommer, also im Winter willst du da eh nicht nach Grönland hin,also wenn, dann wäre das eine Sache für den Sommer und je nachdem,wie sich das bis dahin entwickelt wird.In Venezuela, davon wird vieles abhängen, ob Trump das irgendwo nochmal probiert oder wiederholt.Und natürlich auch der Senat und Abgeordnetenhaus, die komplett umgangen oder ignoriert wurden.Und sogar, was halt auch ein absolutes Unding ist, ist, dass die Demokratennicht informiert worden sind vor dem Angriff.Normalerweise ist es seit Jahrzehnten, Jahrhunderten Tradition,dass wenn du jetzt einen militärischen Einsatz machst, holst du wenigstens denMinderheitsführer oder so und dass die mit an Bord sind wenigstens.Und das ist halt auch nicht passiert und ich kann mir vorstellen,dass das jetzt auch für Probleme sorgt, innenpolitisch.Aber ja, es gibt natürlich eine Menge Leute, die...Die Trump dafür bisher auch bejubeln. Wobei dann auch gesagt wurde,okay, wir hatten diese Momente auch schon.Wir hatten angefangen damals, Mission accomplished.Das war auch das Ding, was ich dann getwittert hatte, war einfach nur,nachdem das gelaufen ist, Mission accomplished?Wo stehen wir eigentlich? jetzt oder generell dann in Afghanistan sind ja auchdie Taliban gefallen und dann später dann der Einmarsch in Bagdad und der Sturmvon Saddam Hussein und ja,alles ist dann irgendwann sauer geworden, ist dann irgendwann ins Gegenteil umgeschlagen.Die Frage ist, wie lange es dauern wird in Venezuela, bis sich irgendwelchenegativen Auswirkungen zeigen.
Tim Pritlove 2:41:25
Also wenn Sie die Schraube jetzt nicht weiter anziehen, wenn sich vielleichtnegative Auswirkungen zeigen in dem Land, also das auf jeden Fall,wahrscheinlich jetzt schon der Fall, aber halt nicht so, dass es in den USAirgendjemand interessiert.Dann könnte ich mir auch vorstellen, dass sie erstmal Kuba sozusagen anfangen,zumindest erstmal rhetorisch anzuknussend.Hast du überhaupt schon von dem Namen Miguel Mario Díaz-Canel Bermúdez gehört?
Pavel Mayer 2:41:55
Nein.
Tim Pritlove 2:41:56
Oder auch einfach nur Miguel Díaz-Canel. Haben ja immer so lange Namen da inden spanischsprachigen Ländern.Hatte ich auch nicht auf dem Zeiger. Ist der Nachfolger von Raúl Castro.Ich bin irgendwie in meinem Kopf die ganze Zeit ausgegangen, dass der Bruder von dem,Fidel Castro, Raul Castro, immer noch im Amt ist, ist aber nicht mehr.Tatsächlich ist Herr Dias Canel bereits seit 2019.Staatspräsident der Republik Kuba. Ich habe von dem Namen bis eben noch nie was gehört.Das ist ganz interessant. Also ich meine, das muss ich vielleicht mal ein bisschenVielleicht sollten wir uns mal mit Kuba beschäftigen.Das scheint ja dem nächsten Thema sein zu können.Anyway, ich wollte nur sagen, ich kann mir vorstellen, dass das Interesse Trumpseher erstmal darin liegt, diese ganze lateinamerikanische Hegemonie da zu deklarieren.Und vielleicht ist Grönland noch ein zu heißes Eisen.Auf der anderen Seite darf man jetzt auch, also es ist definitiv Zeit für Planspieleund da muss man auch so etwas wie Grönland oder einen Rückzug aus Europa mitreinnehmen und es wird einfach mal höchste Zeit,dass Europa sich da wappnet.Nicht nur auf der politischen Ebene.Es muss auch einfach generell einfach mal über Europa nachgedacht werden.Auf der einen Seite braucht es einfach ein noch engeres Europa.Wir müssen auch dringend gegen Orbán und Vizo und andere Vollidioten was machen,weil es ist natürlich voll Trumpsche Agenda,diese Kräfte in Europa weiter zu stützen. wie auch die AfD und so weiter.Und ja, es ist wichtig, dass das da langsam mal einen Sinneswandel einsetzt,auch wenn das natürlich jetzt erstmal Wunschdenken ist.
Pavel Mayer 2:44:07
Ja, also generell,so jetzt das, ich sag mal,20.000 Meter Höhe Bild, so was ich sehe, was im Moment passiert ist,dass Trump und seine Magergesellen das Game of Empires so explizit spielen.Das, was im 19.Jahrhundert gang und gäbe war, da war es völlig normal, ein Land zu überfallenund sich die Ressourcen einzusacken.Das machte man.
Tim Pritlove 2:45:02
Ja, ist so.
Pavel Mayer 2:45:03
Aber spätestens mit dem Zweiten Weltkrieg hat man dann festgestellt,das kann man uns nicht leisten auf Dauer.Diese Art und Weise, weil mit zunehmender Technologie und Bevölkerung so einfachdie Menge an Zerstörung und der Aufwand,den man für Krieg treiben muss und das Elendste und das Sterben und so, das war einfach klar,das übersteigt halt jedes Maß.Und dann hat man sich überlegt, so wie, wie,Was können wir denn machen, dass das jetzt aufhört?Und das hat eben einen riesigen Schub in der Gründung UN.Und wo man dann versucht hat, quasi, okay, einzige Mittelwege ist eben internationalesRecht zu stärken und zu schaffen.Und internationale Institutionen, die Konflikte friedlich regeln.Und das hat zu einem großen Teil auch funktioniert, aber es hat vor allen Dingeninsofern funktioniert, dass niemand mehr hingehen konnte und einfach so sagen, okay,ich überfalle den jetzt, weil ich das Öl haben will oder weil ich dies habe.Passiert ist es trotzdem noch, aber man braucht da halt zumindest irgendeinenVorwand oder irgendeine Geschichte,irgendeine Fiktion und Und man musste Supermacht sein dazu.Das heißt, viele der kleinen Kriege und Auseinandersetzungen wurden halt deutlichreduziert, weil eben halt dann auch die Supermächte in ihrer Einflusssphäreeinfach das nicht zugelassen haben. Also die Pax Americana oder so.Selbe wie beim Rom, Pax Romana, der römische Frieden.Wenn du ein Imperium hast, sorgst du halt dafür, dass deine Kolonien oder deineVasallen einfach nicht gegeneinander Krieg führen, weil das ist Verschwendung.Das willst du halt einfach nicht.Trump hat jetzt aber offenbar sich gesagt, fuck it, ich sag einfach jetzt, wie es ist.Auch im Irak wussten alle, es geht ums Öl, nur konnte man nicht darüber reden.Aber ja, hier jetzt, Trump spricht es einfach aus, aber das ist eben auch ein gewisses Problem,weil dann natürlich du erstmal intern Opposition kriegst von Leuten,die einfach sagen, Moment, das ist also das Recht,vor allen Dingen das Recht, was auch so gestaltet wurde, dass es vor allem zum Vorteil der USA ist.Das ist ja das Irre, was auch Russland immer vorwirft.Ja, fuck internationales Recht, das haben es von den Amis und den Europäern geschrieben worden.Das passt überhaupt nicht zu uns.Und auf uns ist es teilweise durchaus auch eine berechtigte Kritik.Aber dann sich hinzustellen und sagen Nicht.
Tim Pritlove 2:48:39
Mal das geht.
Pavel Mayer 2:48:40
Noch. Und das, sagen Sie, sich nicht an seine eigenen Regeln oder ja,offen sich über seine eigenen Regeln hinweg zu setzen,das schafft einfach unnötig Widerstand und ich glaube, da wird sich jetzt einfach ich hoffe,aber ich glaube es auch, dass diese Aktionen halt mehr und mehr Widerstand jetzthervorrufen werden von allen Ländern auf der Welt und aber auch in den USA, dass das,langsam zunimmt und irgendwann dann hoffentlich einen Punkt erreicht, wo,er nichts mehr tun kann. Teilweise sieht man auch schon an verschiedenen Stellen,wo er eingehegt worden ist, zum Beispiel mit diesem ersten Double-Tap,wo man dann, hatte ich ja vorhin schon gesagt, wo man gesagt hat, nee,das kann man nicht wirklich tun.Und das Problem ist natürlich, dass andere sich jetzt dann auch auf den Standpunktstellen können, so andere Länder und dann einfach sagen können,wir machen jetzt ähnliches.
Tim Pritlove 2:49:57
Ja, aber ich denke, es wird viel,Ich meine, es ist ein reines Machtspiel. Und wenn du deine Macht,die du hast, vielleicht auch zum Einsatz bringen willst, dann musst du auchbereit sein, dafür zu verzichten.Und ich glaube, wir sind hier auch oft einfach nicht zu diesem Verzicht bereit.Ich meine, wer ist das schon gerne?Und im Falle von Deutschland oder Europa, der EU,ist natürlich offensichtlich, dass wir hier mit den Amerikanern erstmal aufdie liebgewonnene Sicherheitsgarantie verzichten,die jetzt ohnehin so ein bisschen weg zu dampfen scheint.Aber das wäre ja dann, sagen wir mal, so ein bewusster Rauswurf,wäre ja dann eben auch ein ganz offener Verzicht.Da hängen ja dann auch gleich wieder, ich weiß noch was für eine Diskussionwar, wenn mal irgendwo Truppenmengen der Amerikaner reduziert werden sollten.Ich meine, wenn jetzt irgendwie den Flughafen in Frankfurt, den militärischenTeil oder so ein Standort wie Rammstein auflöst, da geht ja eine ganze Regionwirtschaftlich zugrunde.Das ist ja dann sozusagen wie im Ruhrpott, wenn du auf einmal die Kohleproduktion einstellst.Also es hat einfach nennenswerte, umfangreiche wirtschaftliche Folgen.Es hat natürlich politische Folgen.Und da sehe ich noch nicht, dass wir schon ausreichend bereit sind.Immerhin, vielleicht können wir am Schluss auch noch mal kurz wieder in Richtung Ukraine schauen.Das letzte Jahr waren es die Europäer, die am meisten dazu beigetragen haben,dass die Ukraine sich verteidigen kann.Das meiste Geld, die meiste Investitionen und vor allem natürlich der höchstepolitische Support kam aus Europa.Das hat jetzt nicht unbedingt immer reibungslos funktioniert und da gab es auchviel Widerstände und politisches Hickhack hin und her, Aber im Großen und Ganzenund Orban hin und her hat es doch halbwegs funktioniert.Mittlerweile sind wir schon so weit, dass die Briten und die Franzosen darüberdiskutieren, ob man nicht mal Soldaten nach dem Krieg dauerhaft dort stationieren sollte.Also man merkt, wie so langsam Schritt für Schritt die Debatte immer mehr ineine Richtung geht, wo man sagt, wir müssen dafür sorgen, dass dieser Krieg beendet wird.Wir werden das aber nicht auf dem Rücken der Ukrainer tun.Selbstverständlich müssen die Russen sich komplett zurückziehen.Es gibt da keine vollen Kompromisse und Russland darf nicht gewinnen und dieUkraine muss gewinnen und wir gewinnen dabei alle. Das ist halt ehrlich das Ding.
Pavel Mayer 2:52:53
Also ich bin auch der Meinung, wie ich in den letzten Sendungen dann auch schongesagt habe, mehrfach ist, Russland muss sich dieses Jahr was Neues einfallen lassen.Also weiter so wie bisher geht nicht mehr für Russland und was sie sich einfallen lassen werden,davon hängt halt dann ab, natürlich auch wie es weiter geht.Aber auch ihr Spielraum reduziert sich, den die Russen haben,politisch, finanziell und das reduziert.Bringt halt Hoffnung plus, dass ja mittlerweile die Bevölkerung desillusioniert sind.Also der Teil, der halt dem Kriegsgeschehen so ein bisschen folgt, der politisiert ist.Es gab da jetzt auch Umfragen und Interviews, gerade wie denn so,was denn so auf der Straße, Leute, was halten sie denn jetzt von Maduro.Dass die Amerikaner den geholt haben.Und die meisten Leute haben dann nicht gesagt, ja,was tut Trump oder was für ein Skandal, sondern die meisten Leute haben dann gesagt,ja, wir sind halt einfach schwach, wir werden halt zum Gespött der Welt,wir verlieren halt einen Verbündeten nach dem anderen und können nichts tundagegen. Wir sind schwach.Das war eine sehr häufige Reaktion, wie die Russen das gesehen haben.Und wenn die Russen das Gefühl haben, also demoralisiert sind und sehen,es geht in der Ukraine nicht vorwärts und in der Welt werden sie halt in denHintern und sonst wohin getreten immer wieder.Und ja, also das kann man sagen, das sind vielleicht so zwei Lichtblicke, könnte man sagen.
Tim Pritlove 2:55:12
Nicht die einzigen Lichtblicke, ich meine auch der wirtschaftliche Niedergangder Russen wird sich in diesem Jahr beschleunigen.
Pavel Mayer 2:55:18
Das hängt natürlich jetzt ein bisschen vom Ölpreis auch ab, wie sich das entwickelt.
Tim Pritlove 2:55:24
Klar, weiß man nicht, aber derzeit entwickelt sich der Ölpreis in eine Richtung, nämlich nach unten.
Pavel Mayer 2:55:29
Ja, das hatten wir auch beim letzten Mal, dass es eigentlich sein kann, also der Ölpreis,Auf dem Weg nach unten ist halt ein Problem für Russland und ist ein Problem für Venezuela.
Tim Pritlove 2:55:43
Selbst wenn der Ölpreis steigen würde, müsste Russland ja in der Lage sein,davon nennenswert zu profitieren.Und das sieht gar nicht gut aus.Die Angriffe der Ukraine auf die Ölinfrastruktur sind massiv,gehen immer weiter und werden sich tendenziell eher noch verstärken.Speziell der Zugang zum Meer ist so eine Sache und ich kann mir auch sehr gut vorstellen,dass wir in irgendeiner weiteren Eskalationsstufe vielleicht sogar sehen werden,dass man den NATO-Leg schließt.Und das ist vielleicht nicht unbedingt wahrscheinlich,dass wir das jetzt in den nächsten Tagen sehen werden, aber das ganze Themahat auch ziemliches Eskalationspotenzial und who knows,ich will keine Prognose darüber in den Raum werfen, wann dieser Krieg beendet ist.Aber ich rechne damit, dass sich die Situation für die Ukraine in diesem Jahrverbessern wird und für Russland verschlechtern wird.Wie viel und wie sehr, das ist offen, aber das ist meine Erwartung auf Basis von allem.Weil die Ukraine wird stärker, die Selbstversorgung auch mit Waffenmaterial steigt enorm an.Der Druck auf Russland wird steigen, politisch steigen durch diese verlorenen Allianzen,durch die katastrophale Wirtschaft, den niedrigen Ölpreis, der Druck jetzt auchauf die Shadow Fleet und mal gucken.Vielleicht ist ja mittlerweile Trump auch auf so einen Film angekommen,dass er sich jetzt irgendwie auch mal gegenüber Russland mehr durchsetzen kannund damit besser dasteht, weil das ist ja eigentlich das, woran er Interessehat. Das könnte schon eine ganze Menge bewirken.
Pavel Mayer 2:57:51
Ja, also ja, die Gefahr einer Eskalation ist natürlich auch immer da,wenn man mal überlegt, so vor 100 Jahren,als zuletzt so dieses Spiel gespielt wurde mit den Imperien,das hat dann ja zu zwei Weltkriegen geführt.Im Moment sieht es nicht so aus, als wenn ein Weltkrieg kommen würde,aber je nachdem, ich meine die Amerikaner haben halt Militär genug,um sich quasi gegen den gesamten Rest der Welt eigentlich behaupten zu können,zumindest, aber...Ob tatsächlich dann der Wille und das Maß an Gleichschaltung in den USA dannda sein wird oder eintreten wird, was man nicht hoffen kann.Sehe ich jetzt erstmal den dritten Weltkrieg noch nicht kommen.Weil der Einzige, der im Moment in der Lage wäre einzuführen, sind halt die USA.Weil ich sage, die USA sind ungefähr genauso stark wie der Rest der Welt zusammengenommen.In militärischer Hinsicht. Nur eben besser koordiniert und besser integriert und so.Aber ja, also...Wie gesagt, 2026 wird auf jeden Fall interessant und wir werden Änderungen sehen.Wir werden Bewegung sehen in dem ganzen Krieg.Davon bin ich überzeugt. Es ist nicht so, dass wir in zwölf Monaten hier sitzenund sagen, das war jetzt eine Wiederholung des letzten Jahres mit kleiner Bewegungskrieg.Und ich glaube nicht, dass das so weitergehen,noch das ganze Jahr so weitergehen wird, sondern es wird zu Änderungen kommenund für Russland sieht es nicht gut aus,aber die Ukraine steht im Moment auch nicht rosig da.Vor allem weil bei uns und in der EU der Groschen noch nicht so gefallen ist und noch nicht klar ist,dass wir uns im Grunde genommen im Krieg befinden und mittlerweile jetzt jadie letzten fünf Tage in Berlin schon aufgrund eines Terroranschlags 40.000Leute für fünf Tage ohne Strom.Warum das der Fall ist? Also erstmal bin ich davon überzeugt,dass in irgendeiner Weise Russland mit dahinter steckt.Sei es, dass sie halt Geld gegeben haben, sei es, dass sie indirekt oder sogardirekt Leute instruiert haben, das zu tun.Also ich denke schon, dass das nicht rein häuslicher Linksterrorismus ist oder so,zumal diese Bekennerschreiben, was da passiert ist, ist auch irgendwie sehr bizarr.Wobei was ich noch nicht verstanden habe und,ich hoffe irgendjemand wird das aufklären am Ende des Tages aber wieso hat es fünf Tage gedauert und,den Strom wieder herzustellen. Das verstehe ich.
Tim Pritlove 3:01:54
Das kann ich dir sagen, das habe ich schon verstanden. Das ist wirklich nicht einfach.Also bei dem Anschlag sind ja von den fünf Kabeln, die über die Brücke gegangensind, oder waren es vier, also auf jeden Fall, eine hat es überlebt. Glücklicherweise.Kaputt gegangen ist halt die Versorgung für den südwestlichen Teil überlebthat es die Versorgung, die also auch über diese Kabelbrücke ging,für den darüber liegenden nördlichen Teil.Und das Problem ist, dass es sich dabei um Hochvoltleitungen handelt.Also wirklich extrem viel Strom und sehr, sehr, sehr hohe Spannung tragende Kabel.Die kriegst du nicht mal eben zusammengeführt, weil du kannst die nur fixenunter Reinraumbedingungen zu nicht Freezing Temperatures, also wir haben jetztsozusagen auch nicht die richtige Temperatur.Sprich, man musste da erstmal, um so etwas zu fixen, muss man das alles hermetisch isolieren.Man muss das erstmal von den Schäden befreien.Man muss dann die kaputten Kabel raustrennen.Sowohl diese Kabel als auch die Muffen, mit denen man sowas reparieren kann,liegen nicht einfach irgendwo rum. Das sind Spezialanfertigungen.Und selbst wenn du die sofort griffbereit hast.Da sind dann Ölmäntel, die müssen unter einem bestimmten Druck gehalten werden,während man sie repariert.Dann diese Muffen anzubringen, das braucht also Reinraumbedingungen,da darf nicht ein Fingerabdruck eines Fingerabdrucks auf dem Kabel landen.Wenn du danach die Spannung wieder anlegst, explodiert das Kabel sofort.Also das ist sozusagen ohnehin etwas, was.Noch lange dauern wird, bis die eigentlichen Kabel repariert sind.Was sie ja gemacht haben, ist, dass sie diesen funktionierenden Teil und dennicht funktionierenden Teil da eine neue Querverbindung gemacht haben,um da die Stromversorgung wieder herzuholen.Und auch das war eine sehr, sehr, sehr aufwendige Tätigkeit.Also das ist tatsächlich etwas, was man sich eigentlich fragen muss,ist, warum haben wir nicht sehr viel mehr redundante Zuschalleitungen,um solche Querverbindungen an verschiedenen Stellen herzustellen,um mehr Resilienz im Netz zu haben.Aber das ist natürlich wie immer, also nach dem Schaden bist du immer etwasklüger, aber unter den Voraussetzungen, die jetzt hier real da waren,ist eigentlich die vergleichsweise kurze Zeit, die es jetzt gebraucht hat,um dort wieder Strom hinzubekommen, schon eine Leistung.Das ist sozusagen jetzt kein Versäumnis.Das eigentliche Versäumnis ist unser kollektives Versäumnis,dass wir unsere Infrastruktur nicht nur planen dürfen in puncto,wie viel brauchen wir jetzt irgendwo, sondern was kann halt potenziell auchkaputt gehen, wie viele Reserven haben wir in diesem Netz.
Pavel Mayer 3:04:57
Also erstens hatten wir ja vor ein paar Jahren eine vergleichbare Situationschon mal, wo es auch Tage gedauert hat. Das war dann in Köpenick.Und da habe ich dem hinterher recherchiert und normalerweise ist es so,dass es eigentlich keinen Single Point of Failure geben kann oder darf in soeinem vermaschten Stromnetz.So ist eigentlich jeder Verbraucher oder jede von diesen Hochvoltleitungen,da kommt Strom von beiden Seiten.Kommen, wenn du verstehst, was ich Ich weiß.
Tim Pritlove 3:05:45
Was du meinst, aber ich glaube in diesem Fall war es tatsächlich so,dass diese Kabelbrücke relativ nah an der eigentlichen Stromquelle war und vondaher ist da Redundanz erstmal so nicht Naja.
Pavel Mayer 3:05:59
Aber du hast dann einfach eine also normalerweise egal also sollte sein Stromnetzund ist eigentlich auch so,egal an welcher Stelle du jetzt ein Kabel durchtrennst es kommt von irgendwovon der anderen Seite nochmal ein anderes Kabel.
Tim Pritlove 3:06:17
Das kann man jetzt natürlich sagen.
Pavel Mayer 3:06:18
Und in dem Fall von Köpenick damals war das wohl nur deshalb nicht gegeben,weil man dabei war, gerade das umzubauen.Weil die andere Trasse außer Betrieb war gerade und man temporär nur an einer,Leitung jetzt hing. Also so.Und als die dann kaputt war.
Tim Pritlove 3:06:43
War auch das Backup sozusagen nicht verfügbar.
Pavel Mayer 3:06:45
Also man lief das ohne, es lief ohne Backup so.Und ich kann es nicht verstehen, wieso nachdem vor ein paar Jahren genau dasselbe passiert ist,wieso man jetzt schon wieder so einen Single Point of Failure hat,der zudem offensichtlich überhaupt nicht bewacht war so.Also es ist mal wieder Berlin.
Tim Pritlove 3:07:08
Es ist klar, jetzt wollen wir nicht in so einem Berlin-Rand hier enden.Nicht, dass ihr nicht verdient wäre, aber es ist halt ein generelles Problemmit unserer Infrastruktur.Wir haben uns jetzt eine Wohlstandsinfrastruktur zugelegt und jetzt brauchenwir halt eine Infrastruktur,die eben potenziell auch so einem Terrorismus oder größeren Schäden durch Kriegseinwirkungengegebenenfalls auch besser standhält.Nichts ist unverwundbar, vollkommen klar. Na gut, also...High Note, ja, also ich fasse nochmal kurz zusammen.Dinge werden sich bewegen. Unserer Meinung nach werden sie sich in die positiveRichtung bewegen, was die Situation jetzt in der Ukraine betrifft.Europa muss weiterhin den Arsch noch mehr anheben, als das jetzt zumindest inAnsätzen schon mal geschehen ist.Die USA bleiben ein schwer zu berechnender Problempunkt und hat noch eine MengePotenzial, die Situation für alle unnötig zu verschlechtern.Aber auch die USA ist nicht beliebig belastbar in der Hinsicht.Da wird es einen gewissen Widerstand geben, inwiefern der sich am Ende diesesJahres in Wahlen niederschlägt, die dann hoffentlich auch noch richtig ausgezähltwerden. Das ist ja auch nochmal so ein Thema.Das werden wir dann abwarten müssen.Bis dahin müssen wir uns einfach vorbereiten. Aber Russland wird definitiv Endedieses Jahres nicht besser dastehen als jetzt, sondern wahrscheinlich deutlich schlechter.
Pavel Mayer 3:08:47
Ich denke auch, genau. Problembär und Problemadler.
Tim Pritlove 3:08:54
Ja, müssen wir damit klarkommen. Leute, das war es jetzt von uns,unsere etwas längliche Zusammenfassung.Das schon nach zwei Wochen nach der letzten Sendung.Aber große Ereignisse müssen halt auch mal diskutiert werden.Ja, das war es. Dann sagen wir vielen Dank fürs Zuhören.
Pavel Mayer 3:09:14
Ja, macht's gut.
Tim Pritlove 3:09:16
Bis bald. Musik.
Shownotes

UKW136 USA: Good enough for the moment

Ein subjektiver Reisebericht aus den Vereinigten Staaten von Amerika

Zugegeben, nichts nervt derzeit mehr als das Thema USA. Grönemeyers "Amerika, du hast viel für uns getan. Amerika, oh tu uns das nicht an" erscheint derzeit passender denn je. Und nichts scheint derzeit unattraktiver und unangemessener als eine Reise dorthin. Pavel hat es trotzdem getan, damit wir es nicht tun müssen und berichtet in dieser Sendung von seinen subjektiven Eindrücken, die er bei seiner Fahrt durch zahlreiche Bundesstaaten gesammelt hat.

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Tim Pritlove
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Pavel Mayer

Für diese Episode von UKW liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WebVTT.


Transkript
Tim Pritlove 0:00:33
Hallo und herzlich willkommen zu UKW, unsere kleine Welt.Mein Name ist Tim Prittlaff und ja, das ist hier schon die 136.Ausgabe, nachdem wir am letzten Wochenende schon die 135.Ausgabe rausgehauen haben und ihr denkt euch, was, wie?Ich dachte, UKW kommt alle nur ein paar Monate so. Ja, aber wir haben ja schonangekündigt, wir wollten ja nochmal was einschieben. Das machen wir heute.Mit anderen Worten, ich begrüße wieder einmal Pavel hier, hallo Pavel Genau,denn wir wollten uns über die USA unterhalten, weil du warst in den USA undwarst auch relativ lange in den USA und warst auch nicht das erste Mal in denUSA und hast von daher einen deutlich besseren,Eindruck als ich den jetzt vermitteln kann von meinen wenigen Besuchen,die ich da vorgenommen habe.Genau, und wir hatten ja euch gefragt, ob ihr Interesse daran habt,da mal reinzuhören und da haben sich doch eine ganze Menge Leute gemeldet unddann machen wir das halt auch einfach mal und das ist der Plan für die heutige Sendung.Mit anderen Worten, wir machen hier so eine Mischung aus Reisebericht und allgemeinen Betrachtungen.Ich denke nicht, dass wir jetzt den Anspruch haben, hier den ultimativen Einblickin die USA, höre diesen Podcast und du weißt alles, was du schon immer überdie USA nie wissen wolltest.Das ist nicht unser Ansatz, sondern das ist jetzt hier wahrscheinlich auch einesehr subjektive Betrachtung und wir schauen einfach mal, was sich daraus ableitenlässt und was wir da selber für Schlüsse ziehen können.Sicherlich auch ganz interessant, gerade jetzt in der aktuellen Situation,wo wir so ein iratsch geführtes Land haben,Was leider viel zu wichtig ist für die internationale Politik und internationaleSicherheitspolitik und natürlich auch konkret jetzt hier für den Konflikt mit Ukraine,um den es aber heute nicht gehen soll, sondern wir schauen uns einfach nur dasLand an und was Pavel alles so lustiges erlebt hat und dann gucken wir mal,ob das spannend war oder nicht. Oder?
Pavel Mayer 0:02:44
Ja, also die Hauptidee ist so ein bisschen so ein medialer Realitätsabgleich auf der einen Seite,weil üblicherweise nimmt man die USA ja vor allem medial wahr in den Nachrichtenund dann stellt sich immer die Frage, okay, wie,Allgemein ist denn das, was ich da gerade sehe oder wie spezifisch ausgewähltist das jetzt und lässt sich das überhaupt jetzt sagen, was weiß ich,Proteste stattfinden gegen die Politik, welchen Umfang hat denn das tatsächlich so diese Proteste?Sieht man was davon, wenn man jetzt tatsächlich da ist.Das ist eine Sache und dann noch als Hintergrund.Ich war nicht nur da, sondern bin 17.000 Kilometer durchs Land gefahren,und habe irgendwie 27 von 50 Bundesstaaten besucht besucht und dort auch viel ja,bin dort viel privat untergekommen eben bei Freunden und Verwandten von Freunden und so weiter, das heißt,ja, ich habe dann quasi auch so ein bisschen gesehen, wie leben denn die Leute?Wie viel verdienen sie? Was bezahlen sie für Strom und ja, wie ist der Zustandder Häuser und ihrer Autos?Und der Straßen und da kann ich glaube ich zwar auf der einen Seite subjektiveSicht wiedergeben, auf der anderen Seite, wie gesagt,ich habe 27 Bundesstaaten auf jeden Fall durchquert, habe nicht in jedem übernachtet unbedingt,aber in den meisten und kann danndeswegen glaube ich auch ein bisschen verallgemeinern oder sagen okay,hier ist es völlig anders als da.Und beides, glaube ich, wollen wir mal versuchen heute.Und ich hoffe, dass Tim dann auch mich ein bisschen ausquetschen wird.
Tim Pritlove 0:05:00
Ja, also wir können ja mal 27 Bundesstaaten, hast du gesagt.Ich habe also deine Reise so ein bisschen mitverfolgt.Durch irgendwie Find My Pavel und wenn ich es richtig mitbekommen habe,begann deine Reise in Washington State. Und dann in Oregon.Warst du auch in Kalifornien? Ja. Dann Nevada.Utah. Glaube ich auch.
Pavel Mayer 0:05:36
Nee, Arizona.
Tim Pritlove 0:05:39
Dann New Mexico rüber durch Texas, Oklahoma.Jetzt muss ich raten, wahrscheinlich Arkansas.
Pavel Mayer 0:05:49
Louisiana, Mississippi, Alabama.
Tim Pritlove 0:05:53
Okay, und dann runter Florida und dann hoch die Küste, Georgia,South Carolina, North Carolina, Virginia bis Washington DC.Und ja, dann weiß ich nicht, Pennsylvania auch noch?
Pavel Mayer 0:06:08
Ja, ja, ich meine, da liegen in der Ecke von Washington nur noch Maryland undWest Virginia und Pennsylvania.
Tim Pritlove 0:06:15
Und da warst du auch überall?
Pavel Mayer 0:06:18
Ja.
Tim Pritlove 0:06:18
Ah, okay. Und dann Ohio rüber, Indiana, Michigan?
Pavel Mayer 0:06:26
Ja, Michigan haben wir auch ausgelassen, aber Indiana und Illinois waren dann.
Tim Pritlove 0:06:31
Achso, und dann hoch Minnesota oder so, ne?
Pavel Mayer 0:06:34
Ja, Wisconsin, Minnesota.
Tim Pritlove 0:06:37
Und dann auch durch Süd oder Nord Dakota?
Pavel Mayer 0:06:40
Süd Dakota.
Tim Pritlove 0:06:41
Süd Dakota. Ah ja, das finde ich am interessantesten. Und dann nehme ich an, Wyoming.
Pavel Mayer 0:06:47
Bing, ja, Montana, Idaho.Und dann muss man immer durch Idaho kurz durch, bevor man dann wieder in Washington State landet.So, das zieht sich da geografisch hoch.
Tim Pritlove 0:07:01
Also einiges gestreift.
Pavel Mayer 0:07:04
Eine Runde, also von, ich sag mal, links oben in der USA.
Tim Pritlove 0:07:10
Runter.
Pavel Mayer 0:07:11
Also quasi von Seattle aus runter Richtung Kalifornien. dann rechts rüber RichtungOsten bis Florida und dann wieder so nördlich.Aber ich habe dann die ganze Washington-Ecke, also New England oder so ausgelassen.Weil das war, ich sage, sieben Wochen und 17.000 Kilometer Fahrerei.Und das wäre dann sonst wahrscheinlich, ja.
Tim Pritlove 0:07:41
Aber du warst wahrscheinlich auch in ein paar der Staaten, wo du jetzt nichtwarst. warst du auch schon mal vorher, oder?
Pavel Mayer 0:07:46
Ja, ja, ja, ja. Genau, also wahrscheinlich, genau, also gerade New York und Delaware und...
Tim Pritlove 0:07:54
Fragen wir doch mal andersrum, in welchem Staat hast du denn jetzt noch niedeinen Fuß reingesetzt?
Pavel Mayer 0:08:01
Ja, so...Ich glaube, Alabama war ich dieses Mal.Okay, ja, wie gesagt, es sind 10 bis 20 wird es sein.Zum einen in der Mitte, also Utah zum Beispiel, war ein wichtiger Staat,den man eigentlich auf der Liste gestanden hätte.Und dann ja.
Tim Pritlove 0:08:36
Also ich meine nicht, was du jetzt ausgelassen hast, sondern was du sozusagenüberhaupt noch nie betreten hast.
Pavel Mayer 0:08:42
Wie gesagt, generell wahrscheinlich bleiben da, ich sag mal,20 Staaten übrig oder so.
Tim Pritlove 0:08:49
Einschließlich Alaska und Hawaii.
Pavel Mayer 0:08:51
Ja, einschließlich Alaska und Hawaii war ich.
Tim Pritlove 0:08:53
Ah, warst du auch. Also Experte. Das zählt im Internet als Experte.Insofern bin ich sehr froh, dich als Experten heute.
Pavel Mayer 0:09:03
In diesem Podcast begrüßen zu dürfen Also die meisten Amerikaner mit denen ich geredet habe,meinten, waren verrückt irgendwie und sie selbst hätten noch nie so viele Bundesstaaten besucht.
Tim Pritlove 0:09:18
Obwohl sie in Amerika leben Kein Zweifel Ja.
Pavel Mayer 0:09:22
Ja Also insofern Ja,aber natürlich sind es eben nur sehr punktuelle Eindrücke, aber eine ganze Mengepunktueller Eindrücke.Und an Sehenswürdigkeiten, was auf dem Weg lag, haben wir natürlich mitgenommen.Und ja, sie verdienen ihre Berühmtheit zurecht.Also die USA hat einfach spektakulär viel Natur. Natur, was weiß ich,angefangen, so von dem Regenwald in Washington State, diese gigantischen Bäume, auch viele Redwoods.Dann natürlich kennt auch jeder irgendwann Death Valley und Grand Canyon.Und dann haben wir natürlich Roswell, konnten uns natürlich nicht entgehen lassen.Das ist natürlich sehen, was ist dahinter und in Roswell tatsächlich,Ja, sehr, sehr viel Ufo-Kram, sehr viele Aliens, die dort, oder Alien-Statuen, die dort stehen.Also die vermarkten das Ganze voll.Also an den drei wichtigsten Ein- und Ausgangsstraßen hat auch irgendjemandgroße Untertassen, fliegende Untertassen so an den Straßenrand montiert mit Aliens und so.Alles private Initiative. und sogar der McDonalds dort ist halt als Raumschiff ausgebaut.
Tim Pritlove 0:11:04
Hätte nichts anderes erwartet, um ehrlich zu sein. Das war auch so ein bisschenmeine Erfahrung, als ich in denUSA kam, dass so alles, was man so gesehen hat, war so ah ja, kenne ich.Habe ich schon mal gesehen. Ist ja genauso, wie ich mir das dachte.Also die kulturelle Bandbreite, die man so vermittelt bekommt durch Hollywoodund das ganze westlich geprägte.Medienlandschaft, die ist so umfangreich, dass es wirklich schwierig ist,schnell irgendwas zu entdecken, wo man sagt so, oh was ist das denn?So was habe ich noch nie gesehen.Und da tendiert man natürlich auch schnell dazu, das dann so generell abzutunund zu sagen, das ist alles so, wie ich mir das schon immer vorgestellt habe,jetzt kann ich auch gleich wieder zurückfliegen.Nur mal eine kurze Anmerkung zu dem Umfang deines Trips. ich hab mal hier aufdieser tollen Webseite thetruesize.com, kennst du die?Da kannst du so Länder übereinander legen, um mal so ein Gefühl dafür zu bekommen,wie groß ist das jetzt eigentlich wirklich? Ich hab mal die USA auf Europa draufgezogen.Leider kann man das hier nur so hin und her schieben und nicht rotieren, aber ich hab jetzt mal so.Grob deinen Startpunkt so an die Ostküste, Entschuldigung, an die Westküstevon Irland gelegt. Also da, wo du gestartet bist.Dann bist du irgendwie runtergefahren dann ungefähr so bis Andorra, dann rüber so Rom,dann weiter über Albanien, Bulgarien,Istanbul, ganze Schwarze Meer und dann am Schluss bis so ein Jerewan gelandet.Dann langsam die Küste hoch, schon ein bisschen tief nach Russland rein unddie Rückkehr dann über Belarus, Polen, Deutschland,Holland, UK wieder zurück nach Irland, um sich mal vorzustellen,was für eine Strecke du da abgeritten hast.
Pavel Mayer 0:13:12
Ja, es ist groß. Also es ist größer, als man denkt.Selbst wenn man sich vorstellt, es ist groß, es ist größer einfach.Und es gibt halt Gegenden auch, da ist kein Mensch.Da fährst du anderthalb Stunden lang Autobahn und da ist nichts.Also außer der Autobahn.Da gibt es keine Raststätte, keine Tankstelle, keine Häuser am Rand,keine Hütten, keine Altestellen, einfach nichts.Da ist einfach die Straße und in der Regel rechts oder links oder auf beidenSeiten eine Stromleitung. so.Und dann fährst du und dann fährst du auch eine Stunde und siehst vielleichtein oder zwei andere Autos, die dir entweder entgegenkommen oder vor dir fahren.Also es gibt halt Gegenden, die sind einfach super, super leer.
Tim Pritlove 0:14:10
Aber das war jetzt eher wahrscheinlich im Zentrum.
Pavel Mayer 0:14:14
Ja, das war so Arizona die Ecke zum Beispiel.Und auch Death Valley und so, so viele dieser Naturparks. sind halt groß.Oder auch durch Texas oder dann durch Montana fährt man eben auch von morgensbis abends, legt dann tausend Kilometer zurück und ist immer noch im selben Bundesstaat.
Tim Pritlove 0:14:43
Naja. So wie Europa.Also eigentlich kann man, klar ist es groß, aber es ist halt jetzt auch nichtgrößer als Europa, wenn ich das jetzt hier mal so ein bisschen drehen könnteund vielleicht mal so Russland,weglassen würde. Es würde halt so wirklich von Spanien, dann Norwegen,also ganz Skandinavien noch mit abdecken und von daher kann man es schon ganz gut vergleichen.Nur man fährt halt ja auch nicht die ganze Zeit quer durch Europa.
Pavel Mayer 0:15:16
Ja, ansonsten was vielleicht, um mal so zwei Dinger, zwei oder drei Sachen rauszugreifen,die mich persönlich jetzt am meisten beeindruckt haben, so jetzt an der Natur.Das war tatsächlich so Devil's Tower.Das ist in Wyoming so ein Prinzip so ein erstarrter Basalt,so 260 Meter hoch, 150 Meter im Durchmesser und ist eben bekannt auch natürlichwieder aus diesem Spielberg-Film Unheimliche Begegnung der dritten Art.Das ist dann, wo dort die Aliens ihre Basis oben drauf haben.Aber das Ding einfach als reine Gesteinsformation.Man kann da schön drum rum laufen. Dauert ungefähr eine Stunde,einmal drum rum zu laufen, relativ nah.Und man kann sogar das Ding beklettern.Also das ist wieder interessant. Da sind die Amerikaner dann deutlich auch wiederentspannter. So hier in Deutschland ist es ja mit Klettern und so,in manchen Gegenden darf es halt keine Haken einschlagen und nichts.Und da ist es so, wenn du Devil's Tower, wenn du da hochklettern willst,musst du nur dich eintragen auf einer Liste,damit sie gegebenenfalls dann Rettungsaktionen starten, wenn du irgendwie vermisst wirst oder so.Also das fand ich auf jeden Fall einfach, das Ding sah wirklich aus wie aus einer anderen Welt.Also sehr, natürlich bei den Ureinwohnern war das natürlich auch sehr dann heiligeigentlich und kein Wunder.Und Yellowstone.Mit den ganzen Vulkanen und heißen Quellen ist auch echt krass.Ich war froh, als ich da wieder wegfahre. Ich bin jetzt nicht so ein Freundin der Nähe von Vulkanen oder auch heißen Quellen,die dann teilweise schon mal auch explodieren können oder wo dann halt giftige Gase austreten.Aber wie gesagt, es sieht eben auch alles sehr spektakulär aus.Und du kannst da überall rumwandern. Also da sind Tausende von heißen Quellen und Geysieren,die dampfen und blubbern und komische Kruste haben und auch super gefährliche Bakterien.Und der Boden ist instabil und du darfst halt nicht von den Wegen runter,sonst kannst du halt einbrechen und in irgendwie so ein Loch mit kochendem Wasser reinfallen oder so.Also es ist alles nicht voller Faint of Art und ja, also Natur.Und ich bin dann allerdings auf dem Rundgang, dummerweise, hier war ich dannmit kurzen Hosen und Sandalen unterwegs und bin dann in so einen Schnee- undEissturm geraten und durfte dann irgendwie sehr leicht bekleidet, ja.Dann durch einen Schnee- und Eissturm wandern.
Tim Pritlove 0:18:35
Wo kam der denn auf einmal her?
Pavel Mayer 0:18:37
Ja, Berge. Berge wechselt das Wetter, kann halt da sehr schnell wechseln.Und es waren halt dunkle Wolken.Aber man ist ja dann so, was soll's, wird schon gut gehen.Ist nicht, ja. Also das waren auf jeden Fall die spektakulärsten.Und vielleicht noch Mount Rushmore. Also wo diese Präsidentenfiguren eingehauensind, das selbst, das Denkmal, das habe ich mir mehr oder weniger gespart.Das ist ein riesiger Parkplatz, da kann man besser von außen sehen.Aber sie haben dort eine ungefähr 100 Kilometer lange Straße in das Gebirgegehauen, die eigentlich nur dazu dient,sich die Natur anzugucken und haben dann die Tunnel, die sie dort gemacht haben.Alle auf Mount Rushmore ausgerichtet.Das heißt, da sind dann mehrere Tunnel.Wenn du da durchguckst, siehst du halt am Ende des Tunnels, wie in so einemFernrohr, siehst du halt Mount Rushmore.Und sie haben, weil sie irgendwie Kurven oder Brückenkurven so geil fanden,haben sie dort dann auch so mehrere Spiralbrücken, die halt über sich selbst drüber führen.Einfach nur so for the lulz, also weil sie das nett fanden. Und diese Streckeist also auch, also lohnt sich, wenn man zufällig in der Gegend sein sollte,sich irgendwie einen Tag zu nehmen.Motorrad ist auch super Motorrad und mit auch extrem spektakulären Pelsen,also mit den spektakulärsten Felsformationen, die ich gesehen habe,aber auch bewaldet und so.Also das, wie gesagt, Mount Rushmodder, die Gegend ist halt ziemlich geil.Ja, ich denke, dass vielleicht...
Tim Pritlove 0:20:36
Also man muss ja auch sagen, jetzt in die USA zu reisen als Tourist und dannzwei Wochen, fünf Wochen irgendwie rumzuhängen und Geld auszulieben,ich sag mal, ist gerade nicht so populär.Ich schaue mir gerade viele Videos von irgendwelchen entrüsteten Kanadiern an,die also wirklich mit Argos Augenbeobachten, wie doch die gesamte Tourismusindustrie in den USA leidet.Das hat viel mit Trump zu tun.Es hat nicht nur mit Trump zu tun, interessanterweise. Es kommen auch noch einpaar andere Sachen dazu.Also Las Vegas zum Beispiel hat wohl gerade absurde Rückgänge,die nicht jetzt nur damit zu tun haben, dass viele Länder die USA boykottieren,sondern auch ein paar Fehler, die sie so seit Covid gemacht haben,wodurch das alles viel zu teuer geworden ist.Aber ja, ich weiß, du konntest sozusagen nicht Nein sagen.Aus Gründen, aber hast du denn gemerkt, dass irgendwie weniger Tourismus dawar in irgendeiner Form oder dass es sich nur um Amerikaner handelt oder so?Schwierig zu vergleichen wahrscheinlich.
Pavel Mayer 0:21:49
Ja, ich meine das Einzige, wo ich das vielleicht beurteilen oder vergleichenkönnte, wäre Las Vegas, wo wir auch durchgekommen sind.Ich war Anfang der 90er schon mal in Las Vegas.Und erstens hat sich Las Vegas so krass verändert, dass entgegen der Pläne ichdann gesagt habe, lass uns lieber weiterfahren und außerhalb bleiben,weil ich fand es ganz furchtbar.Und es war aber tatsächlich, ja, also in Las Vegas,Wie gesagt.War nicht super voll, also schien mir nicht super voll zu sein,was so den Fußverkehr angeht, aber ich habe da jetzt keinen Vergleich,aber ich fand es sehr unangenehm.Also es waren irgendwie, dass jemand,der kein Problem hat, in Berlin unterwegs zu sein, da waren einfach sehr vielebetrunkene Leute unterwegs dort im öffentlichen Raum und alles ist so halb maulund halb überdacht und halb klimatisiert.Und es ist halt, ja, es ist halt zwar fußläufig, aber du läufst nicht entlangirgendwelcher Straßen, sonderndurch irgendwelche Unterführungen und irgendwelche Komplexe durch und so.Also ich fand es sehr, sehr schrecklich. Und die Leute waren alle sehr aggressiv,im Gegensatz zum Rest der USA, wo die meisten Leute sich relativ entspannt waren, mit Ausnahmen.Ja, also direkt, ich meine, sagen wir mal so, Es war kein Problem,irgendwie günstige Airbnbs auch zu finden.Also man hatte nicht das Gefühl, dass das Land irgendwie ausgebucht ist,aber es war auch nicht Saison unbedingt.Deshalb schwer zu sagen.
Tim Pritlove 0:23:54
Ich dachte nur, vielleicht ist es ja auch mal irgendwo ein Thema gewesen in der Form.
Pavel Mayer 0:23:59
Ja, also es ist tatsächlich nicht wirklich, ich habe es natürlich medial verfolgt,aber jetzt vor Ort ist es nicht so aufgekommen.Also mit den Gastgebern oder mit den Freunden war es jetzt nicht so das Thema.Interessanterweise.
Tim Pritlove 0:24:20
Ja, noch irgendwas zum Thema Natur und Geografie, was du noch erwähnen willst,wo du warst oder gerne gewesen wärst oder nie wieder hin willst?
Pavel Mayer 0:24:29
Also vielleicht so ein paar bemerkenswerte Dinge, die mich überrascht habennoch. nicht so erwartet hatte.Die Mitte der USA quasi ist halt eine Hochebene, also speziell Idaho,Montana, Wyoming und Dakotas.Und diese Hochebene ist ungefähr 1000 Meter hoch und flach.Und riesig groß. Also 1000 mal 1000 Kilometer oder so, flach, hoch, hoch.Aber keine Gebirge, bis man dann irgendwie an die Gebirgsketten rankommt.Und dann geht es nochmal 1.000 bis 2.000 Meter nach oben.Und da wohnen also viele Leute dann ganz nah auf 1.500 oder 2.000 Metern.Und es kommt hier nicht besonders hoch vor, weil wie gesagt,Null ist schon bei 1.000 Metern.Ja. Und das führt dann aber dazu,dass tatsächlich die Luft ungefähr eine Dichte hat, die mit Verkehrsflugzeugenvergleichbar ist mit der Cabin Altitude, die so zwischen 2.000 und 3.000 Metern liegt.Was halt dazu führt, dass eben das Essen anders schmeckt und du anders kochen musst in dieser Höhe.Also die ganzen Kochzeiten, die du so gehörst, gewohnt bist und Temperaturensind eben alle verschieden und nennt sich halt High Altitude Cooking.Das war mir neu und eine ganze Menge Amerikaner, gut, wiederum so viele lebendann dort nicht, aber müssen halt High Altitude Cooking betreiben.
Tim Pritlove 0:26:23
Also bei 2000 Metern Höhe liegt der Siedepunkt von Wasser bei 93 Grad.
Pavel Mayer 0:26:30
Ja, macht einen Unterschied. Für Tee zum Beispiel, ich meine, Und.
Tim Pritlove 0:26:36
Ja, es ist schon eine interessante Information. Die habe ich jetzt auch in Deutschlandnoch nicht so überprüft.
Pavel Mayer 0:26:42
Man merkt es auch. Aber falls man, also High Altitude Cooking googeln und dannso regeln, wie man dann die Garzeiten anpassen, das ist irgendwie so 10% je 1000 Meter.Egal. Ja, also das fand ich sehr bemerkenswert.Und dann ist es dort aber in vielen Gegenden, also du hast sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer,also die Extreme auch im Wetter sind halt deutlich größer und es wird dann plötzlichim Frühjahr, also im Mai als wir da waren,wird es dann auf einmal richtig heiß in manchen Gegenden plötzlich.Selbst im Norden, wo dann gerade der Schnee weg ist, hast du auf einmal drei,vier Wochen später 25 bis 30 Grad Tagestemperaturen.Und dann ist es eben jetzt auch in Montana speziell, wo wir ein paar Tage imGebirge verbracht haben,war die Luft extrem trocken, was dann wiederum dazu führt, dass wenn du draußenbist bei 5 Grad, du gar nicht das Gefühl hast, dass es jetzt irgendwie kaltist, als wenn jetzt kein Wind weht.Also es ist halt dann Windstille und extrem trockene Luft und du hast eine komplettandere Temperaturwahrnehmung.Also ganz seltsam. Du sitzt halt draußen bei 5 Grad und brauchst nicht mal einedicke Jacke. Sehr seltsam.Ja.Und dann auch extreme Unterschiede durch die Gebiete im Niederschlag.Da in Washington, wo alles abgeregnet, sind halt die Regenwälder mit gigantischenBäumen, die eben deswegen dort wachsen, weil es so viel regnet.Das ist jetzt nicht tropischer Regenwald, das ist halt mehr so Regenwald, Nadelregenwald.Im Wald, aber eben mit diesen Redwoods, die dann zuhauf noch dort sind,obwohl die Amerikaner, ich weiß nicht, 95% abgeholzt haben schon,aber die verbleibenden 5%,die da sind, sind auch schon sehr umwerfend.Also wo du dann Bäume mit Durchmesser von 2 Metern hast du am laufenden Bandund dann so hast du auch manchmal 3, 4, 5 Meter Durchmesser,Bäume, die dann auch einfach ziemlich hoch sind. Und ja, das ist schon sehr...
Tim Pritlove 0:29:29
Also das, was wir unter Mammutbaum kennen.
Pavel Mayer 0:29:34
Genau, und dann ja, was mich auch überrascht hatte, dass die Westküste,die Pazifikküste, die ist sehr unwirtlich.Direkt an der Küste lebt auch kaum jemand, weil es ist windig,die Geografie sehr, sehr bergig zerklüftet und auch die Küste selbst mit vielenFelsen so gefährlich für Schiffe und Du.
Tim Pritlove 0:30:05
Meinst jetzt in Washington oder?
Pavel Mayer 0:30:08
Ja, in Washington und Oregon, die Küste ist für eine sehr nette Straße lang die auch,wirklich sehenswert ist aber ja auch sehr, sehr unwirtlich.
Tim Pritlove 0:30:27
Und ich habe mal eine Frage zu Oregon, weil das ist ja so ein Staat, von dem man nie was hört.Außer, dass es da mal den Oregon Trail gab.Ich glaube, das ist nur das Einzige. Und ich muss jetzt sogar nachschlagen,weil ich irgendwie noch nicht mal weiß, was da die Hauptstadt ist.Und jetzt sehe ich, die heißt Salem und ich weiß nicht, ob ich das jemals wusste.Und das ist offensichtlich auch keine besonders große Stadt mit, was hat die?175.000 Kerneinwohner, Metropolregion, 433.000.Also was ist falsch an Oregon, dass sich da nichts Großes ansiedelt?Weil das nur aus Bergen besteht?
Pavel Mayer 0:31:18
Ja, also die meiste Kram ist so 20, 30, 40 Kilometer Inland,weil die Küste ist so, hat wenig große Häfen,sondern die Häfen sind quasi eherInlandshäfen, die in der Nähe oder an Flussmündungen sich befinden dort.Und es gibt dann eben auch kaum Ost-West-Verbindungen, also zwischen Küste undjetzt dem Hinterland, sag ich mal.Und ich meine, das andere Ding generell, die USA ist halt groß und ist halt,einfach dünn besiedelt, weil in vielen Gegenden ist halt vor allem Klima und Geografie,eignen sich nicht gut für Straßenbau kannst da nichts anbauen oder schwer Häuserzu bauen oder ja in dem Fall, wie gesagt, Häfen Ah.
Tim Pritlove 0:32:22
Portland ist in Oregon und Portland.
Pavel Mayer 0:32:25
Ja Portland ist so die eine ziemlich geile Stadt Ich würde sagen,es ist auch eher eine linksliberale Stadt und dort gibt es ein Buchkaufhaus,so ein komplettes Kaufhaus,Was, ja, vor allem Antiquariat jetzt, aber gigantisch.Also das größte Buchkaufhaus, was ich je gesehen habe, Antiquariat.Wer also interessiert ist, englische Bücher zu browsen und zufällig mal in Portland,das ist sehr beeindruckend.
Tim Pritlove 0:33:13
Powell's oder was? Powell's City of Books.
Pavel Mayer 0:33:17
Ja und dort, wie gesagt,gibt es eben auch teilweise Gegenden, wo die fußläufig sind,also wo man dann einfach auch zu Fuß von einer Kneipe zur anderen gehen kannoder von einem Restaurant zum anderen.
Tim Pritlove 0:33:35
Na gut, aber wir waren ja gar nicht so sehr bei den Städten,sondern bei der Natur und der Geografie. Haben wir da noch was zu erwähnen?
Pavel Mayer 0:33:43
Ja, ich meine, dann wenn wir jetzt gerade, wie gesagt, Washington und da istes natürlich Mount Rainier und Mount St.Helens, der 1980 explodiert ist, das kann man von weitem sehen,wie ein Stück fehlt von dem Berg.Ganz gut sichtbar und es ist auch nette Gegend und was dort viele Leute macheneben als Freizeitaktivitäten, es gibt halt dort viele Trails, wie sich das nennt.Es sind halt einfach ja im Prinzip Waldwege und die Leute fahren dann dahinund gehen dann dort wandern.Und je nachdem führen die Trails dann irgendwie entweder ins Gebirge rauf oder so.Und dann gibt es dort eben auch sehr viele Gebirgsflüsse.Und diese Gebirgsflüsse einfach runter zu paddeln oder zu raften,das ist auch eine beliebte Freizeitbeschäftigung.Ich habe es nicht gemacht, aber wir haben ja,Wir haben Leute dabei beobachtet an verschiedenen Flüssen, die runtergetrieben sind.
Tim Pritlove 0:34:53
Dieser Mount St. Helens, der halt, wann war das?
Pavel Mayer 0:34:58
80.
Tim Pritlove 0:35:01
Genau, 80, genau.Da kann ich mich sogar noch ein bisschen dran erinnern, dass das irgendwie mal so ein Weltthema war.Weil er halt dann, wie schon erwähnt hast,einen signifikanten Teil seiner Spitze eingebüßt hat und dabei ja auch ganzeÖkosysteme ausradiert hat und seitdem ist die ganze Region natürlich bei Biologenund anderen Naturforschern und Geologen natürlich auch super interessant zu sehen,wie dann eben so komplett zerstörte Seen sich dann über die Jahrzehnte wiederhergestellt haben.Obwohl sie halt so mit giftigen Vulkanschlacken einmal alles ausradiert haben.Aber daran kann man halt wieder schön sehen, wie schnell teilweise die Naturin der Lage ist, sich wieder neu zu erfinden.Aber da weiß ich gar nicht so viel drüber.
Pavel Mayer 0:35:54
Was man dort auch überall mitkriegt, sind halt so ein bisschen die Geschichte der USA,natürlich dann verschiedene Trails sind dann nach den Entdeckern benannt,was weiß ich, die Lewis und Clark Expedition.Im Prinzip ganz viel lang gefahren, wo die entlang gezogen sind und dann die ganzen Schlachten,wo dann Ureinwohner abgeschlachtet wurden oder irgendwie gelegentlich auch mal gewonnen haben.Da stehen halt dann überall Schilder, so Historic Point, hier war das,also entlang der Straße, da kann man sich dann irgendwie durchlesen,was denn dann gerade hier passiert ist.Also die finden sich auch überall zuhauf, den USA.
Tim Pritlove 0:36:48
Es ist ja schon mal schön, wennsie darauf hinweisen, dass die ganzen Urheilwohner abgeschlachtet sind.
Pavel Mayer 0:36:54
Und was eben auch auffällt, dass es eben überall so auch Indianer-Ureinwohner-Reservate gibt,die dann einen speziellen rechtlichen Status haben und dann bestimmte Gesetze anders sind.Und manche verkaufen dann besonders günstigen Tabak und Zigaretten.Das ist sehr beliebt, weil auch die Zigarettenpreise schwanken in den USA zwischen 5 und 12 Dollar.
Tim Pritlove 0:37:26
Okay.
Pavel Mayer 0:37:28
Und Tabak, also Drehtabak gibt es kaum.Und da zahlt man dann also bis zu 35 Dollar für ein Päckchen Drehtabak,also für ein Päckchen American Spirit, allerdings 50 Gramm, 32 Dollar.
Tim Pritlove 0:37:47
That's the spirit.
Pavel Mayer 0:37:49
That's the spirit, ja. Und dann noch nicht mal Feinschnitt, sondern Grobschnitt.Also im Prinzip, wie wenn du die Zigaretten ausleerst.
Tim Pritlove 0:38:00
Du Armer, naja, dann fahren wir nach Neuseeland, da hast du noch ganz andereSorgen, was Tabak betrifft, da gibt es nämlich keinen mehr.
Pavel Mayer 0:38:08
Ja, okay.Ja, aber ansonsten vielleicht noch, das jetzt Washington abzuschließen,die Einreise war extrem entspannt, ich hatte mich natürlich auf alles vorbereitetund war auch ein bisschen beunruhigt.Aber ja,ich bin mehr oder weniger durchgewunken worden also es hat keine 60 Sekundengedauert und mir wurde nicht eine einzige Frage gestellt,du warst enttäuscht ich war dann völlig verwirrt,und ja also Also insofern kann ich, wenn man einreisen will,kann ich Seattle empfehlen als Ziel,dort schien es insgesamt recht entspannt zuzugehen.Und die Immigration und Customs, also die Eisleute waren sehr nett und freundlichund zuvorkommend und haben rumgescherzt und alles irgendwie sehr unerwartetentspannt, muss ich sagen.
Tim Pritlove 0:39:25
Wir geben keine Garantien ab.
Pavel Mayer 0:39:27
Genau, wir geben keine Garantien ab. Das kann sich natürlich alles geändert haben.Und das ist nur ein Ding, aber ich konnte dort nichts beobachten.Und auch die braunen Leute wurden auch ganz normal abgefertigt und hatten keineProbleme dort, je weit ich sehen konnte.Also nichts Auffälliges, deutlich entspannter als nach 9-11, so war mein Eindruck.
Tim Pritlove 0:39:59
Das Theater war wahrscheinlich sofort vorbei, nachdem du durchgewunken warst.Erst raus. Jetzt wieder Business as usual.Okay.
Pavel Mayer 0:40:12
Gut. So viel vielleicht zur Geografie, denke ich.
Tim Pritlove 0:40:17
Zur Anreise.Ja, das Erste, was einem ja dann wahrscheinlich auffällt, wenn man so viel durchdie Gegend fährt, ist der Verkehr.Dafür ist ja die USA auch irgendwo bekannt, dass sie im Wesentlichen aus Verkehr besteht.
Pavel Mayer 0:40:35
Autoverkehr.
Tim Pritlove 0:40:36
Aus Autoverkehr besteht vor allem, genau. Und ja, ich kann mir vorstellen,das dürfte dann auch der dominante Eindruck gewesen sein auf deiner Strecke.
Pavel Mayer 0:40:49
Oh ja, gerade natürlich, wenn man aus Deutschland kommt mit einer speziellen Fahrkultur,so ist natürlich die amerikanische Fahrkultur eine doch deutlich andere.Es gibt auch Gemeinsamkeiten, aber es fängt erstmal damit an, ich war überrascht,dass die Leute alle sehr schnell unterwegs waren, also schneller als ich dachte.Ich kannte das von früher, naja, da hast du halt die 55 oder 65 Meilen und anmanchen Stellen etwas schneller,also im Prinzip zwischen 100 und 110 einfach ist die Geschwindigkeitsbeschränkungauf Autobahnen dort und dementsprechend geht alles etwas entspannter zu, aber mitnichten.Also die Hälfte der Leute fährt 10 Meilen über der Geschwindigkeitslimit,also 15-16 kmh.Und ja, aber was ein bisschen spooky daran ist, ist, dass es nicht nur die PKW machen,sondern ja auch LKW und natürlich dann auch die Trucks,also jetzt die SUVs mit gigantischen Anhängern, die dann teilweise 15 oder 20Meter lange Anhänger hinter sich herziehen.Entweder Wohnmobile oder ich weiß es nicht, Strohtransportanhänger,Segelflugzeuge, was weiß ich, was die da drin haben.
Tim Pritlove 0:42:46
Ja, wenn man keine Züge hat.
Pavel Mayer 0:42:49
Der Schwertransport, also ich habe einen Schwertransport überholt auf der Strecke,der so Windturbinen geladen hatte,die so 100 Meter lang sind.Also kennt man ja hier auch von der Autobahn so, ja, nur, dass dieser Schwertransportsich mit 120 kmh ungefähr über die Autobahn bewegte und echt schwer zu überholen war.Und generell, also LKW, es gibt dort keine einheitliche Geschwindigkeitsbeschränkungwie hier in Europa, wo du sagen kannst,also im Prinzip siehst du selten einen LKW hier, der über 90 fährt,auch wegen Fahrtenschreibern und so.Und in den USA fahren die Lkw einfach schneller.Also zwischen 100 und 120 sind die Lkw dort regelmäßig unterwegs und teilweise sogar legal,weil es eben in manchen Staaten keine speziellen Geschwindigkeitsbeschränkungenauf manchen Strecken für Lkw gibt. Das heißt.Ja, die sind sehr zügig unterwegs. Natürlich auch insgesamt,ich meine, es ist deutlich gefährlicher.Also USA liegt, was die so Unfalltote angeht, wie Rumänien ungefähr auf dem Niveau.
Tim Pritlove 0:44:22
Ich weiß nicht, wie ist denn das in Rumänien?
Pavel Mayer 0:44:29
Ja, tendenziell hoch. Also es ist im Vergleich, die Wahrscheinlichkeit ist zweibis dreimal höher als die Unfallwahrscheinlichkeit als in Deutschland.Also es ist deutlich gefährlicher,auf einer amerikanischen Autobahn mit Geschwindigkeitsbeschränkung unterwegszu sein, als auf einer deutschen Autobahn ohne. Ja.Was auch Gründe hat.Und mit dem LKW ist es auch so, ich wunderte mich, die einzigen,die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten, waren Walmart-Trucks,weil die remote überwacht werden.Und ansonsten aber fast alle überholen. Also mit 70 bis 75 Meilen sind die typischerweiseunterwegs bis 80 Meilen pro Stunde.Das sind typische LKW-Geschwindigkeiten.Und das führt erstens auch dazu, also ein Ding, was auch sichtbar ist,ist, dass so sehr viele geplatzte LKW-Reifen am Straßenrand sind.Es gibt Gegenden, da hat man das Gefühl, da häuten sich irgendwie diese LKW,so wie Schlangen, werfen das Gummi ab.Da hast du dann teilweise mehrere Kilometer, wo über mehrere Kilometer hinwegGummi-Reste von Autoreifen liegen.Also wo du nicht rechts ranfahren kannst, ohne auf einem Stück kaputten LKW-Reifenauf der Standspur zu fahren. zu fahren.Ja, und da hatte ich mir ja, haben die denn keine Fahrtenschreiber dort,die überwacht werden wie in Europa?Und tatsächlich gibt es die erst seit 2017 sind elektronische Fahrtenschreiberin den USA bundesweit vorgeschrieben, aber es gibt natürlich und wir sehen natürlichwieder viele Ausnahmen.Die gelten nicht für Lkw vor Baujahr 2000, nicht für Überführungsfahrten undnicht für Lkw, die nur in einem Umkreis von 150 Meilen operieren.Die brauchen alle keinen Fahrtenschreiber.Und wahrscheinlich.Sind viele auch manipuliert. Auf jeden Fall,ist es teilweise echt unangenehm, mit diesem wirklich sehr schnellen LKW unterwegs zu sein.Und wenn du Geschwindigkeitsbegrenzung einhältst, wirst du ständig von LKW überholt.Das ist das eigentliche Problem. Das heißt, du bist eigentlich auch gezwungen,die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten, wenn du nicht ständig von LKWüberholt werden willst.
Tim Pritlove 0:47:45
Ja,das Beste sind eigentlich immer Abstandsautomatik. Das ist so die einzige Erfindungin diesem intelligenten Fahren, die wirklich sinnvoll ist und die man eigentlichimmer haben will, aber die man seltener hat.
Pavel Mayer 0:48:00
Und unser Auto hatte glücklicherweise so etwas und das war sehr, sehr praktisch.Und auch, ich weiß nicht, es herrscht auch irgendwie nicht so,mein gut, das hat man hier auch, aber so Gefahrenbewusstsein,zum Beispiel bei Baustellen, wird dort in der Regel nicht verlangsamt.Also auch, da sind dann Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber für die interessiertsich dann keiner, weshalb auch die Strafen verdoppelt sind in der Regel. Das ist das Schilder.Strafen verdoppelt oder irgendwie, wer so und so viel zu schnell in der Baustellefährt, Gefängnisstrafe und so. Scheint aber niemanden zu interessieren.Aber es gibt offenbar Staaten, da wird mehr eingehalten.Das ist mir auch aufgefallen, dass es Staaten gab, Da fahren die Leute,halten sich mehr an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, was vermutlich daran lag,dass eben auch mehr Enforcement stattfindet.Und ja, ein Ding ist, es gibt fast gar keine Radarfallen in den USA.Und wenn, dann werden die mit fünf Schildern vorher angekündigt.Aber ich habe vielleicht drei Radarfallen gesehen oder Blitzer,sagen wir so, also fest installierte Blitzer.Was es gibt stattdessen, sind in der Regelauf dem Mittelstreifen geparkte Polizeifahrzeuge, die dann quer stehen.Deswegen denkt man erstmal, ja eigentlich Radar, kennt man hier,ist irgendwie immer vorne oder hinten am Fahrzeug hier bei uns.Aber dort lasern sie zur Seite raus, das heißt, sie stehen dann dort quer,gucken sich den Verkehr an und lasern alle, die vorbeikommen.Und wenn jemand schnell genug fährt, dass sich das lohnt,hinterherzufahren, dann fahren sie raus, schalten die Sirene an und blinken dich raus.Und was natürlich bedeutet, dass wenn du nur jetzt 10 Meilen oder 8 oder 9 Meilenzu schnell fährst, lohnt sich das nicht für die.Rauszufahren, sondern du musst dann schon mit zu den schnellsten gehören oderrelativ, also die Toleranz istdadurch relativ hoch, weil der Aufwand für die, dir ein Ticket zu geben,relativ hoch ist und ich bin nur einmal rausgewunken worden in Alabama und daswar ein eher lustiges Erlebnis,weil der Beamte, der dann auch schweren Südstaaten Akzent sprach,so schwer zu verstehen,hatte dann vor allem Probleme mit meinem laxfarbenen Führerschein.
Tim Pritlove 0:51:08
Du hast noch so einen alten sozusagen.
Pavel Mayer 0:51:12
So einen Papierführerschein. Genau, so einen alten EU-Führerschein.Und das Einzige, was dort in Englisch draufsteht, ist ganz klein Driving License.So in sechs verschiedenen Sprachen. Und ansonsten ist natürlich alles auf Deutsch,aber es gibt jede Menge Stempel.Also es sieht viel offizießer aus. Aber er drehte das Ding.Sechsmal rum und faltete das auf und suchte und kam nicht damit klar und meinte,das sei kein gültiger Führerschein.Aber er war sich dann am Ende halt auch nicht so sicher, weil er sagte,ich war hier seit 25 Jahren mit diesem Führerschein.Durchs Land, ja. Und dann, naja, war das Problem, dass er halt irgendwie sojetzt einem Ausländer ein Ticket zu geben, war jetzt auch kompliziert und erwar sich dann auch nicht sicher.Und jedenfalls wegen zu kompliziert hat er mich dann auch einfach so fahrenlassen, hat mir nie gesagt, wie viel zu schnell ich war. Aber ich war dann soungefähr 15 Meilen zu schnell wahrscheinlich.Ja, und er beklagte sich dann aber bei mir dann darüber, dass er meinte dann,if you want to do speed, you need a valid driver's license.Und sagte das auch genauso, if you want to do speed, was natürlich auch eine andere Bedeutung hat.Aber er war halt mehr empört, vor allem darüber, dass ich keinen ordentlichenFührerschein hatte und mir deswegen keinen Strafzettel schreiben konnte.Und hat uns dann einfach weiterfahren lassen. Das ist eine gute Fahrt.
Tim Pritlove 0:53:03
Internationaler Führerschein heißt da wahrscheinlich die Lösung.Dann kriegst du auch ein ordentliches Ticket.
Pavel Mayer 0:53:08
Ja, möglicherweise.
Tim Pritlove 0:53:10
Das hast du dann wahrscheinlich auch noch nie gesehen.
Pavel Mayer 0:53:12
Ja, und genau, und dann auch noch so, ja, wo kommen Sie denn her?Ja, Berlin und Budapest.Out of state.
Tim Pritlove 0:53:30
Kann man wohl sagen.
Pavel Mayer 0:53:32
Ja, also offensichtlich ist es allein schon eine Komplikation,ein Ticket an jemanden aus einem anderen Bundesstaat auszustellen und irgendwievon einem anderen Kontinent wollte einfach nichts mit zu tun haben.Ja, also ja,Und ich meine, ein Problem ist mir halt noch aufgefallen, mit dieser Polizeikennt ja jeder aus dem Film,während in Deutschland, wenn man rausgewunken wird, überholt die Polizei undhält die Kelle raus oder macht das Bitte-Folgen-Schild an.Während in den USA setzen sie sich hinter dich und machen halt die Sirene an.Problem ist nur, sie machen halt auch die Sirene an, wenn sie irgendwie schnellvorankommen wollen und wollen, dass du irgendwie Platz machst.Und das führt natürlich zu Konfusionen bei Leuten, wenn dann ein Polizeiwageneinfach durchkommen will,die gehen dann erstmal auf die Bremse und machen dann keinen Platz,weil sie denken, der will jetzt hinter mir bleiben und mich anhalten.So man teilweise experimentiert man jetzt mit anderen Sirenentönen in den USAfür ich will durch und bitte fahr jetzt rechts ran.Aber das ist halt so ein Fuck up, den sie wahrscheinlich nie beseitigt kriegen.Deshalb die Polizei einfach Schwierigkeiten hat durchzukommen,weil auch Rettungsgassen ist so ein Ding, das ist da auch nicht so super verbreitet.Und so, ja, also das ist mir eben auch noch aufgefallen, was jetzt die Polizei angeht.Und ja, Abstand halten ist auch, es fahren alle extrem dicht auf,weil sie glauben, sie haben supergute Bremsen.Weshalb bei Auffahrunfällen meistens zwei oder drei oder vier Autos verwickelt sind.Und das Straßennetz. Also ...Ich habe in meinem Leben knapp zwei Millionen Kilometer mit dem Auto zurückgelegt.Autofahren ist mehr oder weniger im Kleinhirn drin.Aber was in den USA einfach sehr unangenehm ist, sind die Auffahrten und Abfahrten, die teilweise...Teilweise, also du weißt teilweise nicht,auf was für einer Art von Straße befinde ich mich, weil der Übergang von normalerLandstraße zu Vollhighway ist so ein bisschen fließend.Und auch auf einem Vollhighway, die Auf- und Abfahrten sind anders designt.Die Auffahrten sind sehr kurz und verschmelzen dann mit der rechten Fahrspur.Das heißt, du fährst halt auf und einer muss dann Platz machen.Deswegen fahren die Leute auch so ungern auf der rechten Fahrspur,weil die halt mit anderen Fahrspuren sogar verschmilzt.Und die Abfahrten statt Kurven, die gehen die so schräg in einem Winkel oft ab.Das heißt, du sollst halt nicht auf der Autobahn dann bremsen,sondern erst dann auf der Abfahrt, wenn du aber runter bist.Während du hier halt eine Verzögerungsspurhast, ist die Verzögerungsspur nicht mehr auf der Autobahn.Aber das ist noch ganz okay. Teilweise gibt es dann halt überhaupt gar keineVerzögerungs- oder Bremsspur.Es gibt dann auch Abfahrten, die knicken dann einfach orthogonal ab auf manchenHighways oder da kommt dann von rechts oder von links kreuzen dann Fahrzeuge einfach ab.Kleine Straße, die allerdings aussieht wie eine Autobahn mit einer riesigenLeitplanke in der Mitte und mit einem Mittelstreifen von 15 Metern und zwei- oder dreispurig,aber es ist halt in dem Sinne keine Autobahn unbedingt und das heißt,und dann die Beschilderung ist teilweise auch wirklich irreführend,Das ist das andere Problem.Dass du oft mehrfach in irgendwelchen Abfahrten gelandet bist,die gar nicht die Abfahrt waren,sondern irgendwie einfach eine provisorische Vorabfahrt, wo zwar dann das Schild stand,aber da musste man halt irgendwie weiterdenken und einfach ignorieren,dass diese Abfahrt, das Schild gehört halt zu einer anderen Abfahrt, zu der übernächsten.Da musste man teilweise wirklich aufpassen,speziell bei Nacht, weil auch mit Reflektoren und allem erinnert das dann teilweisemehr an Entwicklungsländer in manchen Stellen.Ich fand das schon teilweise anstrengender dort, gerade wenn dann viel Verkehrist oder sonst, deutlich aufmerksamer fahren als hier.
Tim Pritlove 0:59:22
Da sind wir natürlich auch, glaube ich, ein bisschen, ich bin nicht verwöhntsagen, aber Deutschland ist halt auch alles irgendwie übermarkiert. Also vor allem,Straßenschilder, Wahnsinn also alles muss irgendwie ein eigenes Straßenschildbekommen bis du einfach literally den Wald vor lauter Schildern nicht mehr siehst und,ja da ist das ja auch so ich meine wenn du da so Straßen hast die dann erstmalso wo du erstmal einen Tag geradeaus fährst,ohne dass irgendwas kommt ich meine ist ja klar, dass du dir um solche Detailsirgendwie keine Gedanken machstAber du malst wahrscheinlich jetzt auch innerhalb von Städten und so, ne?
Pavel Mayer 1:00:03
Ja, ja. Und wie gesagt, es gibt eine gewisse Standardisierung,aber dann gibt es eben auch, aber man kann sich halt absolut nicht drauf verlassen.Und dann, was auch unterschiedlich ist, so bei Autobahnkreuzen,hier ist man ja in der Regel das Kleeblatt gewohnt.So wie bei einem Autobahnkreuz, wo man relativ genau weiß, wie das funktioniert.Es ist alles sehr einfach so in den USA.Aber sind Kleeblätter nicht soverbreitet, weil eben Kleeblätter sind auch gleichzeitig am wahrsamsten,was Platz angeht, sondern stattdessen sind Autobahnkreuze ein riesiger Verhau an Straßen,Brücken, Unterführungen, also teilweise auf fünf verschiedenen Ebenen geht dasüber und untereinander her.Und da muss man halt wirklich genau aufpassen, Abfahrten sind öfter auch mallinks statt rechts und so.Also diese Verhaue im Grund ist, weil man effizienter sein möchte und vermeidenmöchte, dass wie beim Kleeblatt halt die Leute zu oft Spuren wechseln müssen.Dann ist halt quasi jede Richtung mit jeder über eine direkte Brücke oder Abfahrt verbunden.Und das verbraucht dann allerdings das Mehrfache an Platz natürlich,weswegen es in Europa nicht so verbreitet ist, während man in den USA einfach, da ist Platz.Also das merkt man eben überall, dass die Leute das Gefühl haben,da ist Platz, jedenfalls in weiten Teilen der USA.Ja, plus Parkplätze, außer jetzt in älteren Städten oder Stadtzentren hast duüberall leere Parkplätze, natürlich, wenn du einkaufen fährst oder so.Also ich meine, die USA hat auch über eine Milliarde Parkplätze für 300 Millionen Autos oder so.Das heißt, wenn man Einwohner, das heißt meistens Parkplätze.Und was mir aber auch dann aufgefallen ist, ich habe tatsächlich einmal dasAuto genommen, nur um zu einem Restaurant auf der anderen Straßenseite zu fahren.Weil das war eine fünfspurige Straße ohne Fußgängerübergangsmöglichkeit nachts.Sag ich mir, nee.Ja, und bin halt, weiß nicht, 150 Meter mit dem Auto gefahren,nur um nicht diesen fünfspurigen Highway zu Fuß überqueren zu müssen.
Tim Pritlove 1:03:08
Absolut nachvollziehbar und so machen das ja auch alle. Wir kommen jetzt auch schon so langsam,touchieren wir ja halt auch so ein Kernproblem der USA und nirgendwo macht sichdas glaube ich so breit wie im Verkehrsbereich,nämlich einerseits so die marode Infrastruktur,das hast du ja auch schon angesprochen,aber eben auch diese Durchformatierung des gesamten Landes und vor allem auchder Städte durch Straßen und alles ist aufs Auto orientiert.Das erzeugt ja eine ganze Menge Probleme und mal von solchen offensichtlichen Problemen,wie dass man nirgendwo zu Fuß hingehen kann und du aus dieser Spirale auch garnicht mehr rauskommst, dass du eigentlich für alles das Auto nehmen musst.Weil es gibt keine Alternativen.Also weder gibt es.Fußwege, noch Fahrradwege, wo man sagen könnte, auf einer lokalen Ebene könnteich ja auch mal das Auto stehen lassen oder da mal kurz hingehen,weil es ist ja nur 150 Meter.Aber das wird ja dann schon vollkommen unmöglich gemacht durch das Straßendesignund dann eben diese riesigen Straßen, die eigentlich bei uns eher Autobahnen wären.Sodass du das dann eben nicht machst und dass du natürlich auch noch das ganzeLayout der Städte selbst, die,einerseits völlig krass immer zwischen so gewerblichen Gebieten und Wohngebietenunterscheiden, in denen noch nicht mal ein Supermarkt stehen darf,sodass du auch nichts in der Nähe hast.Also von Walkable City will ich gar nicht sprechen, aber überhaupt so mal dieInfrastruktur, die die Leute einfach regelmäßig brauchen, mal dahin zu verlegen, wo die Leute sind,Und das kommt vielen Städten dort überhaupt nicht in den Sinn,weil sie sowas wie ein Supermarkt schon als Bedrohung des Wohnens empfinden,weil natürlich diese Supermärkte dann auch immer diese riesigen Mengen an Parkplätzenmit sich bringen, weil ja alle mit dem Auto unterwegs sind.Also die Idee, so einen lokalen Tante-Emma-Laden in einem Wohngebiet zu haben,das geht teilweise rechtlich gar nicht und irgendwie kommt den Gemeinden auchgar nicht der Gedanke, weil das ist ja überall so.
Pavel Mayer 1:05:38
Also tatsächlich ist es wohl so, es gibt Gegenden, speziell in Washington D.C.Zum Beispiel, gibt es auch eine Menge, Viertel, die fußläufig sind.Der Punkt ist, alles, was vor1920 an Stadtzentren oder an Häusern oder an Stadtvierteln gebaut wurde,ist mehr oder weniger mit Europa vergleichbar, von der Dichte und von der Struktur.Aber ab 1920 gibt es das nicht mehr, weil wie du richtig gesagt hast,wegen Satzungen und so weiter, wegen Auto.Und das Problem ist, man kann solche Viertel heute auch nur ganz schwer wieder bauen,sodass die wenigen, ich sag mal knappen übrig gebliebenen fußläufigen Gegenden sind begrenzt.Die sind nicht vermehrbar.Das ist halt auch, weshalb es halt dann super teuer ist, jetzt in solchen Gegendenzu wohnen. Und in Washington aber ja, gab es...Ganz normal, wie man es hier auch kennt, mit Anwohnerparken und einem Haufenzweistöckiger Reihenhäuser und Fahrradwegen,Radfahrern, Joggern, die unterwegs waren und mit Supermärkten,die in Fußnähe waren tatsächlich.
Tim Pritlove 1:07:29
Aber das hast du nur in so City-Gebieten?
Pavel Mayer 1:07:32
Wie gesagt, uns in Cities tatsächlich nur was aus den 1902-1920 übrig geblieben.
Tim Pritlove 1:07:40
Und die in der Folge nicht nochmal platt gemacht wurden. Es gab ja auch sehrviele Städte, da ist dann auch nochmal das alte Stadtzentrum abgerissen worden,weil das muss ja jetzt ja alles fürs Auto gemacht werden.Also das war ja im Prinzip auch die Lobby Nummer schlechthin,also wo einfach die Automobilindustrie,ganz stark Einfluss genommen hat auf die Städte und auf die Regierung,damit entsprechende Gesetze auch erlassen werden,dass so Straftatsbestände wie Jaywalking eingeführt werden, also wenn du sozusagenals Fußgänger über eine Straße gehst und es ist nicht grün, dass das dann sozusagen bestraft wird.Alles wurde auf das Auto ausgerichtet, aber das ist natürlich jetzt auch fürdie USA eine totale Falle.Also nicht nur, weil das halt sinnloser Energieverbrauch ist,die Vereinzelung der Menschen nochmal extrem vorantreibt, weil da halt einfachüberhaupt gar keine Communities entstehen können, beziehungsweise Communitiesnicht da entstehen können, wo man zusammen lebt,sondern Communities sich eigentlich nur noch an Veranstaltungsorten, an Kirchen.Sportveranstaltungen, wo genug Parkplätze sind, abspielen können oder in Shoppingmalls,also alles auch in kommerziellen Umfeldern nur noch stattfinden kann,aber es kaum nicht kommerzielle Umfelder gibt, wo du eine Community hast,vielleicht noch Schule oder sowas, aber das war es dann halt auch schon.Und das zweite Problem ist.Die Maintenance von diesen Infrastrukturen, die sie da gebaut haben, die wird richtig teuer.Und das ist halt jetzt schon ein Hauptgrund für die Verschuldung und die mangelndeInvestitionen auch in andere Dinge, weil einfach für nichts anderes mehr Kohleda ist, außer Straßen permanent auszubessern, wenn es denn überhaupt noch stattfindet.Also entweder findet es nicht statt, die Straßen sind in einem ziemlich schlechtenZustand, ich schätze mal, das dürftest du auch gesehen haben,oder da wo sie nicht in einem schlechten Zustand sind,geben sie einfach höllisch viel Geld aus, nur um diese sinnlose Zahl an Straßen aufrecht zu erhalten,die man halt braucht, weil man sich eine Infrastruktur, ein Layout zugelegthat, was eben Straßen für Autos braucht.Und Autos machen halt diese Straßen schnell kaputt und dadurch verdienst du halt auch nix.Also der Landverbrauch ist ja so enorm, wenn du da auch nur so einen normalenMcDonalds hast mit McDrive, so, ne, dann ist da erstmal so ein riesiger Parkplatz drumherum.Und schon der nächste Laden, wenn er sich mal nicht zufällig die Fläche teiltjetzt mit einem anderen Laden, aber normalerweise hast du ja dann,wieder die nächste Ausfahrt und dann wieder ganz viele Parkplätze um den nächstenBurger King drum und der nächste Klamottenladen oder der nächste Shopping Mallist auch wieder von Kilometer,Hunderten von Metern von Parkplatzfläche getrennt und für die Gemeinden istdas eigentlich total kontraproduktiv,weil die kaum Umsätze machen pro Quadratmeter.Also die Flächen, die sie haben, werfen einfach nichts ab, während wenn du jetztso ein normales europäisches Hauptstadtdesign hättest, also Also Fußgängerzonemuss auch nicht mal eine Fußgängerzone sein.Einfach so diese Dichte, die wir so, sagen wir mal, aus unseren Hauptstädtenoder überhaupt aus unseren Städten kennen, wo du so ein Zentrum hast oder auchaußerhalb des Zentrums viele Läden hast, da machen ja die Gemeinden ihr Geld.Die wirtschaftliche Aktivität führt ja dazu, dass die Gemeinden überhaupt das Geld haben.Stattdessen besteht eigentlich alles nur noch aus Parkplätzen,die einfach nur teuer sind.Vor allem die Maintenance der Straßen ist halt teuer. Aber sie verdienen damithalt einfach gar kein Geld.Also es macht einfach hinten und vorne überhaupt gar keinen Sinn.Und es hat auch noch ein paar andere Auswirkungen auf die Gesellschaft.Da kommen wir sicherlich später noch zu.
Pavel Mayer 1:11:41
Ja, also dort wird halt an vielen Stellen eher auf, ich sag mal,Quantität statt auf Qualität gesetzt.Das ist so ein bisschen, ja, überprovisorisch und zeigt sich auch bei der Straßenqualität.Die ist sehr unterschiedlich.Also es gibt Stellen, wo offensichtlich.Sie in der Lage sind, Autobahnen zu bauen, die glatt sind, einen guten Fahrbahnbelaghaben und insgesamt, wo es sich gut drauf fährt.Aber du hast dann auch entweder Stellen, wo Straßen, die komplett kaputt sind,also kaputter, als ich das in Berlin je gesehen habe.Das ist so eher, weiß ich nicht, 90er Jahre DDR, frühe 90er Jahre ehemaligerOsten, irgendwie ein bisschen in der Provinz.So erinnerte mich das stark dran.Aber was ich dann am krassesten fand, waren dann Teile des Highways gerade frischasphaltiert worden, so mit einem großen Schild natürlich.Das ist jetzt durch die Biden-Initiative,jetzt hier Biden-Infrastruktur-Initiative, beziehungsweise sie wurde dann dortals Bipartisan Infrastructure Initiative, hat jetzt diese folgenden 50 Kilometer Highway neu gemacht.Und dann fährst du dort auf einem frischen Belag und der ist einfach uneben, es rubbelt.Wo du dir denkst, ich sag mal, die bauen doch so viele Straßen und mittlerweilemachen das ja eigentlich Maschinen, die in der Lage sind,einfach perfekt glatte Straßen zu bauen, selbst wenn du einfach nur drüber asphaltierst,du fräst halt den Belag weg und ja.Nur ganz offensichtlich kommen diese Maschinen nicht überall zum Einsatz.Ich habe dann auch gesehen, wie die dann diese Straßen machen und teilweisemachen die das ganz normal wie vor 100 Jahren auch mit so einer Maschine,die dann den Asphalt verteilt und mit so einer Dampfwalze, die dann hin und her fährt.Und ja, ich meine, das muss jetzt nicht verkehrt sein, aber so siehst du,während hier siehst du auf den Autobahnen, wenn die das machen,haben die ja diese gigantischen Maschinen und die fahren dann rüber und diewerden dann in der Regel, ja,funktioniert das auch.Und wie gesagt, in den USA gibt es das auch, aber da wären halt auch knallhartAutobahnen, keine Ahnung.Wahrscheinlich hat in der Gegend keine Firma irgendwie so etwas und es wärezu teuer, das Equipment ranzuschaffen.Und dann wird dann halt mit dem gearbeitet, was dann halt so eine Firma ebenan Equipment vielleicht auf dem Gebrauchtmarkt geschossen hat und so den Eindruck erweckt.
Tim Pritlove 1:14:51
Also es war auch schon immer mein Eindruck von den USA, dass sie eine extremeDiskrepanz haben in der Modernisierung ihrer Technik.Übrigens einen ähnlichen Eindruck habe ich auch von Großbritannien,dass du zwar schon Hightech hast,klar, ich meine, es sind ja auch in vielen Bereichen in der Forschung und Elektronikund so weiter ganz weit vorne, Aber was so das Maschinelle betrifft.Gibt es einfach da nicht so Sachen, die bei uns so gang und gäbe sind.Das bezieht sich auf Maschinen, das bezieht sich auf Werkzeuge,auf Befestigungssysteme. Sagen wir mal sowas Einfaches wie, wie verbindet manzwei Kabel miteinander?Wenn du da in so ein Home Depot reinlatscht und sagst, hier Elektrik,wie verbinde ich denn sowas?Der Standard ist ja so diese komische Cable Nut oder wie das heißt.Schraubst dann irgendwie so eine komische wie so ein Zahnpasta Deckel auf dieKabel drauf, die dann damit irgendwie zusammengezwirbelt werden und das solldann irgendwie die Verbindung der Kabel sein,wo du halt hier irgendwie so Vago-Klemmen irgendwie schon als totalen Standardhast und wenn du jetzt hier in so einen Elektrikladen reingehst oder Klempneroder sowas das hat halt einfach alles eine andere,Qualität und klar, das findet man sicherlich hier und da, auch in USA,aber auch so bei Maschinen und im Alltagskram wirkt es teilweise dann doch deutlichrückständiger, auch was so Müllentsorgung und so weiter betrifft.
Pavel Mayer 1:16:31
Ja, vielleicht,Und dann noch zum Schluss, was jetzt den Verkehr angeht oder den Autoverkehr.Die USA ist ja bekannt für ihre niedrigen Benzinpreise, aber das ist ja,es ist auch eher relativ.Also da ich in sehr, sehr vielen Bundesstaaten getankt habe,weiß ich jetzt auch ganz genau, wie der Spritpreis war im Mai und Juni.Nämlich zwischen 2,25 Dollar pro Gallone in New Mexico und 4,75 Dollar in Kalifornien.Also zwischen 60 Cent und 1,26 Dollar pro Liter wären das.Deutlich günstiger als bei uns, aber zumindest in Kalifornien.So kann man jetzt nicht sagen, dass das jetzt extrem viel billiger ist.Die 60 Cent sind extrem, aber die 1,26 gehen ganz schön ins Geld,zumal auch in den USA der Durchschnittsverbrauch,höher liegt von 1,26.
Tim Pritlove 1:17:50
Euro 1,26 Euro 1,26 Euro pro Liter hast du gesagt, umgerechnet.Okay, also das ist so knapp 1,10 Euro ungefähr derzeit.Das ist ja jetzt erstmal günstig, aber das wird dann halt einfach durch denhöheren Verbrauch wahrscheinlich aufgefressen.Also läuft es nicht so viel.
Pavel Mayer 1:18:10
Teilweise so. Und dann, wie gesagt, sind halt eben jeder Bundesstaat erhebthalt ganz unterschiedliche Steuern auf Benzin.Und Diesel ist auch teurer in der Regel als Benzin.So ein paar 10, 20, 30 Cent teurer und ja,also ganz so billig ist es jetzt nicht,aber ich sag mal, vielleicht die Hälfte, jetzt zahlt man für einen Sprit,wenn man das jetzt auch noch nach Kaufkraft bereinigt, jetzt nochmal anpasst.Aber ja, vor allem teuer ist es vor allem interessanterweise an den Küsten,Man würde ja denken, da kommt das Öl an.Aber ja, und Texas war auch nicht am billigsten, interessanterweise.So würde man auch denken.Aber war auch eher bei den billigen Staaten.Während Kalifornien, Oregon und Washington haben halt eher höhere Spritpreise.Und Florida war auch nicht so billig.Ja, also...Insofern, ja, alles etwas verschwenderischer.
Tim Pritlove 1:19:31
Wenig überraschend, finde ich. Weil für Verschwendung sind die USA ja irgendwie bekannt.Also wir auch, das gleich voranzustellen.Aber ich habe so den Eindruck, alles was bei uns scheiße läuft,das hat sich so in den USA immer mindestens so doppelt so extrem abgebildet.
Pavel Mayer 1:19:55
Kannst du das bestätigen? Ja, also ich meine, vielleicht schaffen wir es auchirgendwann zu positiven Dingen zu kommen.
Tim Pritlove 1:20:04
Achso, das hat man doch schon. Das sieht da ganz hübsch aus und so, die Bärme sind nett.
Pavel Mayer 1:20:08
Ja, ja, ja, aber so ansonsten ja generell einfach viel Plastik.So kann man es ist was, was auch auffällt, so dass Glasflaschen einfach die Ausnahme sind.Und sie mittlerweile sogar dazu übergehen, Spirituosen der Mittelklasse,also selbst in Plastikflaschen, also Wodka zum Beispiel,in Plastikflaschen oder Whisky in Plastikflaschen abzufüllen.Und ja,dann ist es natürlich so, Also auch überhaupt zehn Staaten haben Pfand auf Getränkebehälterso, meistens fünf Cent, aber irgendwie,ich weiß nicht, habe ich gar keine Pfandrückgabestellen oder so gesehen.Ich glaube, die Leute zahlen das einfach und dann stellen das am Straßenrandab oder so und überlassen das dann anderen.Und ja, generell auch Plastikmöbel sind deutlich mehr verbreitet.Also das ist dann auch die Betten aus Plastik und natürlich Stühle aus Plastik.
Tim Pritlove 1:21:26
Betten aus Plastik.
Pavel Mayer 1:21:27
Ja, und Schränke aus Plastik.
Tim Pritlove 1:21:29
Schränke aus Plastik.
Pavel Mayer 1:21:31
Mhm, das ist also, wie gesagt, ist verbreitet.Ist deutlich verbreiteter als hier.Dann hast du natürlich auch, ich meine, bei uns ist es ja schon schlimm mitdoppelt verpackt, Aber da habe ich teilweise wirklich viele Sachen dreifach verpackt.Also ab Werk.Eine Verkaufsverpackung, eventuell noch mit Zellophan,ein Karton mit Zellophan, dann machst du die auf und da ist dann noch eine Unterverpackungdrin und dann ist noch mal jedes Teil noch mal einzeln eingepackt.Also das hat man auch häufig. aber am lustigsten fand ich.Die haben ja nicht diese Plastikkappen auf den Flaschen, wie jetzt in der EUvorgeschrieben sind, die halt an der Flasche dranbleiben müssen.Wo wir uns erstmal, glaube ich, viele aufgeregt haben, was ist das denn für ein Mist?Warum ist denn das da dran?Amerika hat das nicht. Ich habe mich jetzt mittlerweile, ich festgestellt,so sehr daran gewöhnt, dass die Kappen in der Regel dranbleiben,dass ich das total nervig und rückständig fand,dass die Plastikkappen einfach abfallen.Also gerade, wenn du im Auto unterwegs bist oder im Auto mal einen Schluck ausder Flasche nimmst, ist es total praktisch, dass du nicht irgendwie eine Handfür den Deckel oder den dann irgendwo ablegen oder wie auch immer,sondern ja, und da dachte ich, was ist das denn, hier fallen ja die Deckel von den Flaschen ab.So sehr kann man sich an neue Dinge gewöhnen. viele Leute jetzt sagen, ah, furchtbar Das.
Tim Pritlove 1:23:32
Ist wirklich ein interessanter Aspekt ich meine, das haben ja auch einige Leutedarüber aufgeregt, so im Sinne von, ja, okay um sowas kümmern wir uns jetzt,aber hier die großen Probleme, die bleiben anteckend,absolut berechtigte Kritik und es daran festzumachen, okay aber tatsächlichist der Praktikabilitäts Aspekt dabei nicht zu verachten, also stimmt schon,ich finde es, jetzt wo du es sagst, geht es mir genauso im Film.
Pavel Mayer 1:23:58
Mir war das erst aufgefallen, als es plötzlich nicht mehr da war. Und,Insofern ja und dementsprechend natürlich aber auch so dieses viel Plastik sofärbt halt auch auf Häuser.
Tim Pritlove 1:24:23
Also es ist eine totale, wie sagt man, Scourge, also es verfolgt einen und esist ja auch nicht nur jetzt in den USA so.Also auch wenn du jetzt innerhalb von Europa die Länder wechselst,da hast du ja dann auch eine andere Tendenz. und ehrlich gesagt,es hängt auch so ein bisschen davon ab, wo man kauft.Also gehst du schon mal in einen anderen Supermarkt, so Aldi,Lidl und so, da bin ich dann auch immer wieder abgeturnt davon,wie viel dort in Plastikflaschen angeboten wird und auch wie das so mit den,Verpackungen so ist, weil das ja oft auch,ein Mittel der Verkaufsstrategie und so weiter ist.Okay, bei uns ist viel Kartonage am Start, wo man vielleicht jetzt in den USAPlastik erwarten würde, aber ich hatte jetzt zum Beispiel in meiner Zeit in Spanien,auch den Eindruck, dass dort mit Plastik anders nicht so gut umgeht,also es mehr ist, also insbesondere jetzt bei Getränken, aber nicht nur dort.
Pavel Mayer 1:25:25
Ja, nee, generell ist, ja, gebe ich dir recht, ist in vielen europäischen Ländern auch, ja,ist man plastikaffiner, sage ich mal, oder macht sich nicht so viele Gedanken darüber.Ja, also aus dem Stichwort ein bisschen Wegwerfmentalität, glaube ich,wie das früher hieß oder heute vielleicht, man das auch noch bezeichnen kann.Das findet sich eben auch sehr viel in Häusern wieder, beziehungsweise dieserQuantität statt Qualität und gucken,lieber billig und öfter was Neues als irgendwie teuer und dann warten und instand halten.So, das ist so eine, ich meine, philosophiefähig ist das in den meisten Ländernder Welt so, nur in Deutschland anders oder in einer Handvoll Länder wie Deutschlandanders, dass man einfach auf,größeren Wert auf Wartung und Instandhaltung setzt.
Tim Pritlove 1:26:44
Ist schon stark ausgeprägt bei uns.Könnte auch noch ausgeprägter sein. Also ich finde, an der Stelle können wiruns gerne weiter radikalisieren oder auch zumindest mal wieder dahin zurückkommen, wo wir schon mal waren.Weil wir sind ja nicht frei von Wegwerfmentalität.Und ich würde sagen, das zeigt sich halt auch ganz deutlich,auch wenn das natürlich auch ein globales Problem ist, bei so Geräten.Also du kaufst halt irgendwelche Geräte und die Scheiße ist einfach nicht mehrordentlich zusammengeschraubt, geht einfach viel zu schnell kaputt.Und dieses wer billig kauft, kauft dreimal Ding, das gilt leider viel zu oft.Und das ist, was mich immer völlig fertig macht, ist, wenn es einem nicht gelingt,bei irgendeinem Produkt, also dass es noch nicht mal die Option ordentlich gibt.Also dass du wirklich nur noch Trash kaufen kannst. und ich merke das halt auchimmer wieder, wenn ich so meine Komfortzone Metropolregion Berlin verlasse,ja, was weiß ich jetzt, weil ich mal irgendwie so.In Polen für ein paar Tage und da mal dann im Supermarkt und dann hast du soeine Liste mit so Sachen, die du kaufen willst und,diese Produkte existieren einfach gar nicht oder existieren zumindest nichtin der Qualität, in der du esjetzt irgendwie erwarten würdest und du hast halt auch gar kein Angebot.Aber unabhängig vom Angebot ist halt auch immer die Frage, wie sehr orientierstdu dich an Langlebigkeit und inwiefern orientierst du dich an Langlebigkeit?Good enough for the moment. Und ich glaube, so good enough for the moment istdefinitiv in den USA halt auch ein Thema.
Pavel Mayer 1:28:31
Ja, es hat, glaube ich, auch was damit zu tun, dass dort viele Städte schnell geboomt wird.Und dann aber auch, wenn der Boom vorbei ist, dass dann sehr schnell man zulässt,dass dort Geisterstädte entstehen oder die Leute ziehen dann einfach weg.Um das auch vielfach zu beobachten, immer wieder einfach auch Häuserruinen.So Häuser, teils freistehende Häuser, teils in manchen Städten,Auch in der Nähe vom Death Valley gibt es eine ganze Reihe von kleineren Städten,die mal größere Erze oder andere Minen abgebaut haben,die dann natürlich zurückgefahren sind.Und wo du einfach siehst, die da im Verfall sind, im Rückgang sitzt,wo die Hälfte der Häuser in der Stadt einfach verfallen sind, wo aber noch was ist.Und dann hast du halt regelrecht Geisterstädte, Hunderte, Tausende,wo die irgendwann mal gebaut und wieder aufgegeben geworden sind.Und dann guckt so ein Haus, also ein neues Haus ohne Grundstück jetzt,wenn du dir so ein Haus kaufen willst, geht bei 150.000 Dollar los ungefähr,so aus der Fabrik jetzt produziert und angekarrt auf dem LKW und dann vor Ort zusammengebaut.Also geht bei 150.000 los und jetzt für ein normales Haus, wenn man jetzt nichtirgendwie so ein gigantisches Mac Mansion hat oder so, geht das schon bis 300.000 Dollar hoch.Also ein Haus kostet ungefähr so viel wie ein Camping, wie ein großer Campingbus.Aber es fühlt sich auch oft so an, wenn du in diesen Häusern bist.Die Türen fühlen sich oft super leicht an.Die Riegel und so hat man das Gefühl, das ist fast Wohnwagentechnologie.Das sind so kleine, dünne Blechlaschen und so.Und ja, also ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, eigentlich in Ferienhäusern zu übernachten,weil das alles, die haben halt so, ja, Holz und leicht und alles fühlt sichnicht so richtig steinig an.Ich meine, klar ist jetzt Gewohnheit, aber es gibt auch Steinhäuser,ich habe da eine Ausschau gehalten.Das ist natürlich dann auch wieder abhängig von der Gegend und der Geografie.Aber grundsätzlich hat man da herausgefunden, jetzt vor 60, 70 Jahren,wie man Häuser wirklich, wirklich billig bauen kann.Und da gibt es so eine Bauweise und an der orientieren sich alle.Und das ist ja schnell und billig.Und ja.In normalen Häusern, die Badewannen, sind die, wie man das vielleicht aus demHotel oder Motel kennt, in der Regel sehr niedrig, in der Regel so kurz,dass man sich nicht ausstrecken kann.Duschen hast du selten einen Duschschlauch dabei, das ist dann also alles schon Luxus,sondern da hast du halt dann ja ein Hahn, da kommt das Wasser für die Badewanneraus, das Badewasser und dann eine fest montierte Dusche oben,da kommt dann das Duschwasser raus. aber nichts mit Handbrause oder so.Also das ist dann schon die Ausnahme.Interessanterweise Handbrausen scheinen auch nicht so sehr verbreitet zu sein.
Tim Pritlove 1:32:44
Ja, da ist so ein Auslass an einer Wand und dann kommt das Wasser raus.
Pavel Mayer 1:32:48
Ja.
Tim Pritlove 1:32:49
Das ist einfach kulturell festgenagelt. Ich meine, genauso wie du in Großbritannienjetzt langsam erst, also jetzt ist das so langsam Standard, dass das Konzepteiner Mischbatterie sich durchsetzt.Also dass so heißes Wasser und kaltes Wasser sozusagen getrennt ist.Und ja, das, man füttelt sich nicht im Kopf.
Pavel Mayer 1:33:15
Ja, ich hatte einmal in Großbritannien, war ich in einem Haus,da war im Badezimmer Teppichboden, so Flukati-mäßig in Rot, kann ich mich noch erinnern.Da fand ich interessant, wer verlegt eigentlich, ist das jetzt üblich,dass man Teppich hat im Bad, also Teppichboden im Bad in Großbritannien?
Tim Pritlove 1:33:46
Generell gibt es viel Teppich in Großbritannien.Also so Teppich in Wohnungen ist eigentlich sehr verbreitet,auch in Hotels und so weiter. Hast du das oft?Man mag Teppich. Und es mag durchaus sein, dass es sich auch bis ins Bad erstrecktauf meiner letzten Reise, wo ich in ein paar Hotels war.Da habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht drauf geachtet, aber ich meine,keinen Teppich gesehen zu haben im Badezimmer.
Pavel Mayer 1:34:18
Ja, ja.
Tim Pritlove 1:34:19
Also, bleiben wir bei den USA.
Pavel Mayer 1:34:22
Jedenfalls, ja, in den USA dann die auch dann diese Türen, Türklinken und Schlösser,fühlt sich alles nicht so super an und dann, wenn die,Denn dann die Hauseingangstürme, gut, Deutschland hat ja die Tradition von richtigteure, schwere Hauseingangstür.Also sie muss, ja, und thermisch isoliert und so und wasserdicht und weiß der Geier was, nicht alles.Also in den USA macht man das einfacher, wenn die normale Tür,weil die halt nicht dicht genug ist, wenn es regnet, setzt man halt einfachnoch eine zweite Sturmtür davor, die dann das Wasser von der Tür abhält,damit die Tür nicht nass wird und das Wasser reinläuft.Ich habe dann auch gefragt, dann heißt das, habt ihr eine Tür vor eurer Tür,die dann die Tür davor schützt?Ja, scheint auch recht normal zu sein.Und ja, ist gut. Achso, und dann?
Tim Pritlove 1:35:32
Das war ich, dass wir an den Türen bleiben. Türen und was ja auch krass ist, sind ja auch Fenster.Ich finde es immer so lustig, wenn man sich so Videos anschaut,es gibt ja so eine ganze Menge,Amerikaner, die jetzt in Deutschland leben. Weißt du?Oder auch umgekehrt, aber vor allem ist ja immer so dieses Interessante,was schockiert Amerikaner, die nach Deutschland, oder fasziniert und schockiertLeute, die nach Deutschland kommen und jetzt hier irgendwie wohnen.Oder auch nur für kurze Zeit da sind.Und Nummer eins, wirklich auf allen Kanälen, sind unsere Kippfenster.Das ist für die Space Technology.Also solide,gut isolierte Fenster, die man aufmachen kann und die man mit einem Dreh kippenkann, das ist vollkommen unbekannt in den USA.Und stattdessen hast du dann teilweise immer noch so diese albernen Hochschiebfenster.Das ist ja auch in Großbritannien auch so eine Plage.Also man merkt auch einfach, es gibt da nicht dieses Handwerk.Da muss man ja auch mal sehen, Das hat ja meistens auch alles so eine historischeKomponente und wir haben nun hier in Europa und speziell eben in Deutschland den Vorteil,dass wir eben so über hunderte von Jahren hat sich da so eine Handwerkskunstausgebildet und für jeden Scheiß gibt es hier halt einfach auch irgendwo maleinen Spezialisten und mittlerweile einen mittelständischen Betrieb,der sich eben um Türklinken kümmert.Und da gibt es aber nicht nur einen, sondern es gibt halt 150 Türklinkenhersteller,die irgendwie in einem brachialen Qualitätswettbewerb miteinander stehen.Und es gibt natürlich auch Installateure, die mit dieser ganzen Technologie vertraut sind.Ich schätze mal, in den USA, selbst wenn du als Hausbauer,Besitzer, Käufer mit der deutschesten aller deutschen Mentalitäten da reingehstund sagst, wir bauen jetzt aber hier mal ein richtiges Haus,so mit Steinen und Isolierung und ordentlichen Fenstern und ordentlichen Türen,du hättest schlicht Probleme,a, überhaupt das Material zu bekommen.Also baut ja keiner, hat ja keiner, ist nicht da, existiert einfach nicht,das Werkzeug zu bekommen, was du brauchst, um das irgendwie auch alles ordentlichzusammenzubringen, die Maschinen,Verbundmaterialien, alles mögliche, Pipapo, Nägel, Werkzeuge.Es ist halt einfach gar nicht machbar. Also es ist überhaupt nichts anderes da.Und von daher wird halt so ein bisschen dieses Gute-Nav gebaut.Und das andere Ding, glaube ich, was hier noch mit reinspielt,ist, dass so ein Haus bei uns hat glaube ich ein Haus auch eine andere Bedeutung.Also ein Haus ist hier wirklich so die Investition deines Lebens,das baust du so und dann bleibst du da bis ans Ende deiner Tage.Und klar ziehen auch mal Leute aus und verkaufen ihr Haus und bauen sich nochmal eins.Aber die Regel ist, dass so ein Haus, so Home is my castle. Und in den USA habeich eher so den Eindruck,Das ist mehr so eine Art Parkplatz, so eine Parkplatzsituation in ihrem Lebenund dementsprechend wird es sehr viel temporärer betrachtet.
Pavel Mayer 1:39:03
Ja, weil eben auch die Mobilität ist dort deutlich höher und die Leute mieten auch weniger,sondern da wird dann ein Haus gekauft und dann zieht man weg und dann verkauft man das und kauft Neues.Es ist nicht unüblich, dass man so als Amerikaner der Mittelklasse drei,vier, fünf Häuser im Laufe seines Lebens besitzt.Das ist jetzt nichts Ungewöhnliches oder so.
Tim Pritlove 1:39:35
Genau und deswegen muss es auch nicht so lange halten. Nach zehn Jahren istes dann irgendwie durch und dann wird es im Zweifelsfall halt auch eher abgerissen.Und gerade bei den Wohnlagen, von denen du gesprochen hast oder diesen verlassenenStädten oder Stadtteilen, ist ja dann auch oft so, dass du dann eben sehr vielevon diesen Häusern, die du überhaupt nicht mehr bewohnt hast,hast, weil keine Nachfrage,gibt da keine Jobs und Städte wie Chicago hatten da also auch das Problem, dass hier einfach,Entschuldigung, nicht Chicago, Detroit, genau, Detroit.Also die halt so extrem da unter dieser Deindustrialisierung gelitten haben,dass sie also ganze Stadtteile hatten,die halt einfach zu 80 Prozent dann nur noch aus leeren Häusern bestanden unddie Strategie, da überhaupt wieder Leben reinzubringen ist,schlicht einfach diese ganzen Häuser einfach komplett wegzunehmen und abzureißenund dann mehr oder weniger vom Scratch zu starten.Weil wenn du dann erstmal ein verfallenes Haus hast, dann wirkt sich das ebenauf die ganze Neighborhood auch entsprechend aus. Naja.Sidetrack. Also ja, ist so eine Sache mit der Infrastruktur und wenn ich dasauch richtig sehe, sind die Häuser jetzt auch nicht unbedingt immer an so eineöffentliche Kanalisation angeschlossen, oder?
Pavel Mayer 1:40:55
Ja, ich hatte den Eindruck, dass ziemlich jedes zweite Haus,wo ich übernachtet habe,eine Sickergrube hatte und eben nicht an die Kanalisation angeschlossen war.Und habe dann geguckt und in der Tat ist es so,dass in Gesamt-USA 20 Prozent der Haushalte nicht an die Kanalisation angeschlossen sind.In vielen Staaten aber über 50 Prozent nicht angeschlossen sind an die Kanalisation,sondern da kommt dann alle paar Wochen eben ein Lkw vorbei und entleert dieSickergrube und bringt das dann irgendwo zur Kläranlage.Und die Vergleichszahl in Deutschland ist 3 Prozent. Also in Deutschland sinddrei Prozent der Einwohner nicht an die Kanalisation angeschlossen.
Tim Pritlove 1:41:59
Das ist natürlich jetzt bei den Dimensionen, die man dort hat und den ländlichenRegionen, die wir schon beschrieben haben, ist jetzt auch nicht sonderlich überraschend,dass es da andere Zahlen hat.
Pavel Mayer 1:42:12
Ja, aber das macht natürlich auch ohne Ende Probleme.Also Sickergruben waren mehrfach ein Thema, dass dann eines der Bäder geradenicht benutzt werden konnte, weil es irgendwie Probleme gibt.Weil dann irgendwie zwei Sickergrubenund die sind nicht ordentlich synchronisiert und keine Ahnung.Also ja, und generell, also viele kleinere Hauskatastrophen oder mehrere habeich dann so mitbekommen.Andere Katastrophe war, dass sich dort jemand einen neuen Wäschetrockner oderWaschmaschine hat liefern lassen und dann,Ja, ich meine, hier schraubt man das einfach an,aber da gibt es halt dann wohl verschiedene Systeme und jedenfalls war dannwohl auch irgendwie der Anschluss undicht und deswegen hatte die Hausbesitzerindann einen Handwerker sich geholt, der ihr die anschließen sollte.
Tim Pritlove 1:43:27
Was meinst du mit verschiedenen Systeme von Trocknern?
Pavel Mayer 1:43:31
Verschiedene Querschnitte, Anschlüsse und Wasser und Abwasser.Jedenfalls konnte sie keinen Klempner finden.Gut, das Problem hat man hier ja teilweise auch. Aber in den USA natürlich findigeGeschäftsleute haben sich auch die Klempner-Not zum Geschäft gemacht.Und jetzt gibt es dort das Konzept der Verkaufshandwerker oder Vertriebshandwerker.Das heißt, die schicken dir dann einen Klempner und der Klempner versucht dirdann aber weitere Produkte anzudrehen.Also du musst dann quasi ein Verkaufsgespräch über dich ergehen lassen,um quasi wie diese Butterfahrten...Damit dir überhaupt geholfen wird, musst du halt eine Verkaufsveranstaltungüber dich ergehen lassen.Nur war der Handwerker wohl jetzt auch nicht besonders qualifiziert und hatdann das ganze Ding so angeschlossen,dass der Anschluss tropfte.Einfach der Wasseranschluss tropfte dann und weil das quasi irgendwie drei Wochennicht da war, ist halt in drei Wochen hat sich das gesamte Haus mit Wasser vollgesogen,Und komplett verzogen, sodass dann erst mal quasi Handwerker kommen mussten,um das wieder auszunivellieren mit Hydraulikstempeln und allem.Erst mal versuchen mussten, das Haus wieder gerade zu machen,mussten sämtliche Türrahmen und Türen erneuern.Und ja, also ein Riesenakt und Desaster jedenfalls und schwierig.Und dann gerade in den kleineren Städten auch die Handwerker.Also was ich da an Horror-Stories gehört habe, das geht auf keine Kuhhaut.Aber ja, ist halt so.Aber dafür, ja, auch wie gesagt, Leute ziehen halt oft um.Deswegen gehört halt die Küche normalerweise mit zum Haus.Also ist dann die ganzen Geräte, Ofen, Küche, Kühlschrank und so.Ist dann eigentlich Teil des Hauses oftmals sogar Waschmaschine und Trockner,aber generell die Küche.Und du findest überall riesige Kühlschränke.Natürlich kann man sich auch denken, also sie sind so ungefähr,ich würde sagen, doppelt so groß wie im Schnitt bei uns.
Tim Pritlove 1:46:46
Na, weil alles, was du da reinstellst, ist ja auch doppelt so groß wie bei uns.
Pavel Mayer 1:46:50
Ja, das ist nämlich das andere Problem. So die Supermärkte, also es,Angebot ist, teilweise überwältigend. Das ist ja bei uns teilweise schon nichtschlecht, was es sich wird.Aber dort ist es einfach nochmal eine Dimension obendrauf.Supermärkte sind irgendwie auch zwei bis zehnmal so groß, wie man das irgendwie von hier kennt.Preise,Manche Sachen billiger als hier, aber das meiste deutlich teurer.Also teilweise 50 bis 100 Prozent teurer, gerade so Sachen wie Gemüse.Fleisch geht so, ist teilweise recht günstig, je nachdem.Aber ja, also Paprika ist für mich immer so ein bisschen der Benchmark,liegt dann so bei 1,50 Dollar ungefähr, so die Paprika beispielsweise.
Tim Pritlove 1:48:09
Wie eine Paprika?
Pavel Mayer 1:48:10
Eine Paprika, ja. Bei uns sind die auch ganz schön teuer geworden.Also bei uns bist du auch je nachdem, 70 Cent bis auch einen Euro oder so für eine Paprika.
Tim Pritlove 1:48:23
Eine Paprika, wirklich?
Pavel Mayer 1:48:25
Mhm, mhm.Also, aber ja, generell auch wieder, wie gesagt, extreme, extrem viel Fertiggerichteund irgendwie Zeugs zum Zeitsparen.Also da tut sich auch noch eine komplette neue Dimension an Inhaltsstoffen auf,um schnell irgendwas zu generieren.Zum Beispiel gibt es, ich habe jetzt vergessen, wie das Ding heißt,ich weiß gar nicht, ob es das hier gibt, aber das ist eine Fertigpanade.Also wenn du dann irgendwie ein paniertes Schnitzel oder so machen willst,brauchst du kein Ei, brauchst du kein Mehl.Es ist halt einfach so, das Zeug sieht aus wie Paniermehl, aber es ist halt irgendwie was anderes.Das wälzte halt das einfach drin und fertig ist zum Beispiel.Oder dann natürlich war es auch sehr schwierig, Mineralwasser zu bekommen.Also generell einfach Wasser mit Kohlensäure ohne Geschmack.Das gibt es dort praktisch nicht. Also es gibt das Ganze zum Mixen,also das ist dann nicht in der Getränkeabteilung direkt,sondern dann so meistens am Rand und gilt dann eher so als Barbedarf oder so, nämlich Soda.
Tim Pritlove 1:50:01
Macht ja auch in gewisser Hinsicht Sinn, zumindest wenn man ordentliches Wasseraus dem Trink, also die Trinkwasserqualität aus dem Wasserhahn erhält,was jetzt vielleicht auch nicht unbedingt immer gegeben ist.
Pavel Mayer 1:50:16
Ja, wobei Soda enthält dann auch noch irgendwie andere Inhaltsstoffe wegen Mixenund Mineralwasser ist dann tatsächlich das.Also es gibt auch Mineral Water. Aber ja, also Mineralwasser muss man wirklichnachsuchen, aber dafür gibt es, und das jetzt ohne Übertreibung,Hunderte von anderen Softgetränken im Supermarkt.Also komplette Regale in allen Farben und Geschmacksrichtungen,die man sich nur so vorstellen kann.Und Energydrinks auch, ja, Sitzende von Marken.
Tim Pritlove 1:51:03
Das kennen wir ja auch, dieses totale Überangebot von immer wieder dem gleichen Quatsch.Ich meine nicht, dass sich das groß unterscheidet, aber es ist halt tausendFarben und Varianten verfügbar for no reason.
Pavel Mayer 1:51:14
Ja und Brot kannst du auch fast knicken, also was man dann isst sind Bagels,aber so ich sag mal Brot, selbst im Supermarkt Brot geschnitten oder so,also Brot ist einfach nicht in vielen Gegenden kein Thema.
Tim Pritlove 1:51:32
Aber da musst du nicht erst in die USA fahren, um dieses Problem zu haben.Das ist eine sehr deutsche Perspektive, wenn es ums Brot geht.Mitteleuropa hat das so halbwegs auf der Kette, aber da bist du dann halt schon,wenn du über Frankreich hinaus bist, dann wird es mit Brot schon dünner.Im wahrsten Sinne des Wortes.
Pavel Mayer 1:51:55
Naja. Ja. Aber es ist nicht so, dass sie Brot nicht kennen würden.Also es gibt dort auch irgendwie Brot, aber offensichtlich ist es nicht so üblich.Also dieses Brot, was wir essen oder was wir unter Brot verstehen,ist dort eher nicht an der Tagesordnung.Es ist halt Weißbrot.
Tim Pritlove 1:52:19
Naja gut, lass uns mal hier nicht durch die alle Produktregale durchgehen Michwürde ja ein bisschen mehr so interessieren, was dir sonst noch so aufgefallenist eigentlich so Man könnte jetzt natürlich tausend Sachen,vergleichen, aber da kommen wir dann irgendwie auch nirgendwo hin.
Pavel Mayer 1:52:34
Also was mir aufgefallen ist, ich weiß nicht, ob das auch daran liegt,dass ich jetzt alt werde oder, aber es war unglaublich laut in diesem Land Also,Also klar gibt es auch irgendwie im Wald, findest du eine Stelle, wo es ruhig ist.Aber selbst da, wie gesagt, Züge fahren halt überall vorbei.Also in der Natur hörst du dann öfter Züge pfeifen.Aber ansonsten natürlich die Autos. In manchen Staaten gibt es kein TÜV unddie Leute haben offensichtlich Spaß daran,ihre Schalldämpfer auszubauen und dann mit besonders lauten Autos in der Gegend rumzufahren.Das ist mir vor allem in Texas aufgefallen.Und dann werkeln an vielen Stellen irgendwelche Maschinchen oder Motoren,natürlich allem voran Klimaanlagen, von denen die Hälfte schlecht gewartet sindund dann vor sich hin klappern.Aber auch alle möglichen anderen Lüftungsanlagen und Pumpen und Transformatorenund Lkw, die rückwärts fahren.Also es ist mir einfach aufgefallen, fast egal, Rasenmäher ist auch so ein Ding.Also speziell in Washington hatten wir...
Tim Pritlove 1:54:04
Oder Lautbläser.
Pavel Mayer 1:54:06
Ja, zudem Lautbläser, genau. Lautbläser ist tatsächlich auch ein Ding natürlich,aber gut, das kennen wir alle.Aber ja, es ist dort einfach laut.Und wenn also Menschen in der Nähe sind, ist es halt laut.Und meine Theorie war jetzt, warum die Amerikaner oft so laut sprechen,ist schlichtweg, weil es in diesem Land so laut ist.Und wenn sie nicht so laut reden würden, könnte sie niemand verstehen,weil sie irgendwie durch den Lärm durchdringen wollen.
Tim Pritlove 1:54:47
Okay.Das kann doch nicht die einzige Erklärung sein, oder?
Pavel Mayer 1:54:56
Ich weiß es nicht. Aber das war jetzt sozusagen meine These.Weil mir das aufgefallen ist, das ist tatsächlich einfach die Hintergrundgeräusche.Meistens, selbst wenn du in einem Restaurant sitzt, dann ist der Parkplatz nebenbei.Also wenn du draußen sitzt und die Autobahn ist dann gleich nebenbei. und ja.
Tim Pritlove 1:55:17
Die Wände sind dünn.
Pavel Mayer 1:55:19
Die Leute am Nachbartisch redenalle laut und so setzt sich das dann fort und ja, es ist einfach laut.Und es gibt natürlich keine Sonntagsruhe und keine Mittagsruhe. Es ist halt ja.
Tim Pritlove 1:55:36
Auch völlig alles ist immer offen.
Pavel Mayer 1:55:39
Das Konzept, ja.
Tim Pritlove 1:55:43
Interessante These. Also müssen wir mal mit anderen Ländern vergleichen,wo es auch ziemlich laut ist.Weil das ist ja wirklich nicht nur in den USA so, sondern generell,wo viel Verkehr ist und so weiter, da ist es laut.Aber es heißt ja nicht, dass sich gleich alle mal so anschreien müssen.
Pavel Mayer 1:56:02
Ja, nein. Da habe ich schon erwähnt, in Bahnlinien. Also es gibt unglaublich viele Bahnlinien.Das Gefühl in den USA.Und teilweise auch, manchmal hast du eine Autobahn, die läuft 100 Kilometernur geradeaus, ohne Kurve.Und dann hast du rechts daneben eine Eisenbahn, die fährt auch 100 Kilometer geradeaus.Das auch auf. Und dann, wie gesagt, aber selbst in den kleinsten,abgelegensten Orten siehst du auf einmal, ja, fahren riesige Züge,die sind dann auch mehrere Kilometer lang teilweise.Und das Nette ist dann, weil es da eine Menge unbeschränkte Bahnübergänge gibt,ist, dass sie dann vor jedem unbeschränkten Bahnübergang natürlich die Huppe ziehen.Also ich habe nie so viele Züge pfeifen hören wie in dieser Zeit in den USA,in den letzten 20 Jahren nicht.
Tim Pritlove 1:57:08
Ja, stimmt. Das gehört auch so ein bisschen zu einer klassischen amerikanischenGeräuschkulisse, die man so im Kopf hat.
Pavel Mayer 1:57:16
Ja, und sonst, was auch auffällt, also neben Straßen und äh,In Eisenbahnen findest du auch überall Stromstraßen.Also Stromleitungen scheinen auch überall hinzugehen und das auch in oft abgelegenen Gegenden.Und natürlich viele Überlandleitungen auch in Städten und so.Und dann habe ich mal auch rumgefragt, was die Leute denn so eigentlich an Strom bezahlen.Und in vielen den Gegenden ist er jetzt auch deutlich teurer geworden.Also manche Leute meinten, ihre Stromrechnungen hätten sich verdoppelt seit dem letzten Jahr.Aber generell ist Strom eher billig, also zwischen den billigsten Ländern soum die 12 Cent pro Kilowattstunde.Aber in Kalifornien herrschen praktisch deutsche Strompreise,so mit 35, 40 Cent pro Kilowattstunde.Das ist auch wieder sehr regional unterschiedlich.Und ja, der Stromverbrauch ist natürlich...
Tim Pritlove 1:58:33
Wobei Kalifornien wahrscheinlich im Mittel eine höhere Kaufkraft hat.
Pavel Mayer 1:58:38
Ja, ja, ja, ich meine da, okay. Ich habe dann ein paar Freunde besucht,die so im Silicon Valley bei unteranderem Google oder anderen typischen kalifornischen Firmen arbeiten.Und ja, habe dann gefragt, was sie denn so verdienen aktuell.Also jetzt keine hohen Manager, sondern normale Mitarbeiter.IT- oder Kreativbereich und so das Standardgehalt aktuell im Silicon Valley für,jetzt bei Google beispielsweise oder auch bei anderen Startups ist,dass du 300.000 im Jahr, also 300.000 Dollar im Jahr in Cash und 300.000 Dollar im Jahr in Optionen.Also das ist so sozusagen normal.
Tim Pritlove 1:59:42
25.000 Dollar pro Monat.
Pavel Mayer 1:59:46
Mhm.
Tim Pritlove 1:59:48
Und dann nochmal 25.000 Dollar in Aktien?
Pavel Mayer 1:59:53
Ja.
Tim Pritlove 1:59:54
Pro Monat.
Pavel Mayer 1:59:56
Ja.
Tim Pritlove 1:59:58
Das ist immer eine Menge Holz.
Pavel Mayer 2:00:00
Mhm.Aber es ist halt auch teuer dort.Aber ja, damit kommt man ganz gut hin in Kalifornien.
Tim Pritlove 2:00:12
Aber das ist doch jetzt, also wir reden jetzt hier nicht von einem,also das ist jetzt Startup-Kohle, Tech-Geld.
Pavel Mayer 2:00:19
Google, ja, Google. Das eine ist Google.
Tim Pritlove 2:00:23
Ja, okay, aber nicht Average-Worker,irgendwie Durchschnittsgehalt in Kalifornien oder so.
Pavel Mayer 2:00:30
Nee, nee, nee. Durchschnittsgehalt wahrscheinlich liegt eher so bei 100.Also Einkommengut, Durchschnitt, das müsste man natürlich auf den Median gucken.
Tim Pritlove 2:00:43
Aber davon geben Sie 5.000 schon mal aus für die Wohnung, ne?
Pavel Mayer 2:00:49
Ja, zwischen 2 und 4, je nachdem. Fürs Wohnen, ja. 2.000 bis 4.000 Dollar.2.000 hast du dann,ein, anderthalb Zimmer irgendwo im Silicon Valley, aber für,drei bis viertausend kriegst du auch schon ein ordentliches Räuschen,so mit drei, vier Zimmern und Garten und so irgendwo im Valley.Das ist nicht mitten in San Francisco.
Tim Pritlove 2:01:21
Aber die anderen 20.000, die musst du dann wahrscheinlich für deine Krankenversicherung aufbringen.
Pavel Mayer 2:01:26
Also Krankenversicherung,weil die Privaten sind günstiger als in Deutschland.Du hast dann andere Modelle,aber tatsächlich private Krankenversicherungen in Deutschland bist du jetztbei 700, 800 Euro im Monat.Das ist immer noch günstiger, als wenn du Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil,von der gesetzlichen bezahlst, aber die gesetzliche ist dann halt einkommensabhängig.Und während natürlich in denUSA, gut, es gibt zig verschiedene Versorgungssysteme und Versicherungen.Und insbesondere aber, wenn du fürs Militär oder für den öffentlichen Dienstarbeitest, ist deine Krankenversicherung quasi kostenlos.Also da wird nicht mal ein Arbeitnehmerbeitrag oder so eingezogen.Oder du kannst dich zwischen, ja, weiß nicht, liegen, also meistens liegen diezwischen 50 und 100 Euro pro Monat, die Beiträge.Und ich habe halt mit Leuten gesprochen, was die so zahlen, wenn sie denn versichert sind.Und ja, also die monatlichen, also die Beiträge waren in der Regel deutlichgünstiger als bei der deutschen privaten Krankenkasse.
Tim Pritlove 2:03:06
Also ich habe auch schon, ja, deutsche Krankenkassen können natürlich auch eine ganze Menge abrufen.Ja.Ich glaube, der Spitzenbeitrag sogar bei den normalen liegt jetzt auch schon so bei 900 bis 1000.
Pavel Mayer 2:03:22
Ja, ja, ja. Und so viel zahlt in den USA niemand für seine Krankenhäuser.
Tim Pritlove 2:03:29
Ja, aber du hast natürlich auch überhaupt nicht dieselbe Deckung,wie wir das hier gewohnt sind.Wenn du das hier bezahlst, dann bist du ja im Wesentlichen safe.Da kann ja irgendwie passieren, was du willst. dann kannst du irgendwie vierWochen im Krankenhaus liegen und drei Stunden irgendwie mit dem Krankenwagendurch die Stadt gefahren werden.Mit der Krankenversicherung in den USA hast du immer das Problem, dass,alles irgendwie so deductibles hast, du musst überall nochmal was zahlen undvor allem werden halt für bestimmte Maßnahmen gelten dann die Krankenversicherungennicht, wenn es so richtig teuer wird und dann wird es auch gleich so richtig teuer, also so,fünfstellig, sechsstellig teuer.
Pavel Mayer 2:04:08
Ja, es sei denn, Du bist irgendwie im öffentlichen Dienst oder bist Familienangehörigervon jemandem im öffentlichen Dienst.Also zum Beispiel, wenn du halt jetzt verwitwet bist und dein Partner war mal Soldat,dann bist du bis ans Lebensende kostenlos krankenversichert zum Beispiel.
Tim Pritlove 2:04:35
Ja, noch.
Pavel Mayer 2:04:36
Noch. Ich will sagen, ich sage jetzt nicht, dass jetzt die USA ein Sozialparadies wären oder so.Und ja, mit den Zuzahlungen und so.Aber es gibt halt eben keine Versicherungspflicht, was dazu führt,dass viele Leute eben Probleme kriegen.Plus, dann gibt es halt viele dieser günstigen Versicherungen,aber nicht alle haben dann halt höhere Zuzahlungen oder Deckungsobergrenzen.Die hast du in Deutschland nicht. Also in Deutschland öffentliche Versicherungenzahlt sogar das Höchste, was glaube ich,Im letzten Jahr, die eine Krankenversicherung, eine öffentliche,für einen Patienten bezahlt hat, waren 50 Millionen Euro an Kosten.Aber das machen die dann auch, wenn es denn sein muss.Da gibt es quasi offensichtlich keine Obergrenze in Deutschland.
Tim Pritlove 2:05:42
Lass uns mal ein bisschen zu den Leuten selber kommen.Also ich meine auch da mag sich das natürlich extrem unterscheiden.Aber wir wissen ja alle, derzeit geht es richtig rund in den USA und es gibt diese,gesellschaftliche Spaltung, glaube ich, die man herbeireden kann,aber die sicherlich dort auch spürbar ist.Also gerade die Unterscheidung zwischen Demokraten und Republikaner,aber sicherlich halt nicht nur das.
Pavel Mayer 2:06:18
Ja, also es ist alles deutlich rauer und kompetitiver.Also es fängt schon damit an, ich meine die Arbeitskultur ist eine andere,also die Ausbeutung ist deutlich größer, weil die Gewerkschaften halt auch teilweisenicht existent oder schwach sind und weil die Gesetze zum,Arbeitnehmerschutz gering sind.Aber dadurch eben auch ist die Kultur eine andere.
Tim Pritlove 2:06:49
Es ist auch ein anderes Selbstverständnis, glaube ich. Dieses Leben,Arbeiten ist sozusagen der Default. Und Urlaub überhaupt zu erhalten in derArbeit ist schon mal was Besonderes und wenn, dann ist es nur sehr wenig und schon gar nicht,die Menge, die wir hier in Europa gewohnt sind.Aber es ist glaube ich auch so, dass viele selbst die Arbeitszeiten,selbst die Urlaubstage, die ihnen zustehen, nicht vollständig abrufen,weil es so ein Stigma gibt, dass wenn du jetzt sozusagen nicht arbeitest,dass du dann sozusagen deine Coworker im Stich lässt.
Pavel Mayer 2:07:34
Ja, ich meine das perverseste sind die Sick Days.Das ist sozusagen auch eine Quote, eine bestimmte Anzahl an Tagen,die du nehmen kannst, wenn du krank bist.Wenn die aber weg sind, musst du halt normale Urlaubstage einsetzen und wenndie weg sind, gibt es keine Lotfortzahlung mehr, wirst du nicht bezahlt.Weswegen es dann so Dinge gibt, wo dann aufgerufen wird hier für den Kollegenund so, der ist jetzt so lange krank, wollt ihr nicht eure Sickdays spenden,damit der weiter bezahlt werden kann. So solche Dinge.Und dann generell verbringen die Leute auch mehr Zeit auf der Arbeit.Also arbeiten In dem Sinne eher 40 bis 50 Stunden in der Woche.Aber dafür geht viel Zeit, auch von diesen 40 bis 50 Stunden,auf Smalltalk und andere Dinge.Gut, kommt auf den Job an natürlich. Aber gerade in vielen Bürojobs und so istein signifikanter Teil der Arbeitszeit oft Socializing oder ja...
Tim Pritlove 2:08:58
Was ja darum heißt, dass auch die Arbeit sozusagen auch Teil deines sozialen Lebens ist.
Pavel Mayer 2:09:04
Ja, das scheint wichtig zu sein.Aber es ist halt auch so, es herrscht halt viel Misstrauen.Es ist halt sehr viel Wettbewerb in den Firmen auch um Beförderung oder so.Oder auch im akademischen Bereich und so. Das ist teilweise wirklich unangenehm.Aber es gibt eben auch genau das Gegenteil.Wie gesagt, öffentlicher Dienst, Militär ist auch ein gutes Beispiel,wo es nicht viel anders ist als teilweise hier und wo du auch dann Mitarbeiterhast, die einfach unzufrieden sind und sich hängen lassen und einfach nichtstun, aber in der Regel nicht gekündigt werden können.Das sind aber nicht die, die jetzt von Musk gefeuert wurden,sondern da gingen jetzt diese Doge-Entlassungen, hingen davon ab.Wie deine Abteilung heißt, für die du gerade arbeitest.Die hatten halt nichts mit dir persönlich zu tun.Aber wehe, du hattest irgendwas mit Umweltschutz oder mit Gleichstellung oderso zu tun oder mit Entwicklungshilfe.Dann bist du halt gefeuert worden.Unabhängig davon, was du vorher gemacht hast oder vielleicht danach hättestmachen sollen, das ja mitbekommen.Also viele Leute waren tatsächlich auch wegen Doge und so extrem besorgt undeine ganze Menge hat es dann auch durchaus getroffen.Die wurden dann jetzt geriffed, wie das so schön heißt, im öffentlichen Dienst.
Tim Pritlove 2:11:07
Geriffed?
Pavel Mayer 2:11:08
Ja.
Tim Pritlove 2:11:09
Was, woraus leistet sich das ab? Riffing?
Pavel Mayer 2:11:13
Reduction in Force.
Tim Pritlove 2:11:15
Reduction in Force. Ah, R-I-F einfach nur A. Okay, verstehe.
Pavel Mayer 2:11:20
Ja, aber die reden dann von wurde geriffed.
Tim Pritlove 2:11:25
Geriffed, okay.
Pavel Mayer 2:11:26
Riffed, ja. So. So.
Tim Pritlove 2:11:30
Aber ich meine, wie kam denn so die Gesellschaft so vor?Also ich meine, du hast dich ja mit Leuten unterhalten und du wirst ja vielleichtauch mal auf die allgemeinen Probleme gerade angesprochen haben.Was war so dein Eindruck?
Pavel Mayer 2:11:47
Also vor allem jüngere Leute, tatsächlich so unter 30,sind ganz schön am Straucheln wegen Wohnung und Job zu finden.Das heißt, ein großer Teil, der dann in irgendwelchen Wohnwagensiedlungen oder bei den Eltern oder so,weil du brauchst halt schon selbst als einzelne Person in den USA,irgendwo am Stadtrand von, ich sag mal,Dallas oder so für ein Zimmer oder ein kleines Apartment, so bis zu ab 1500 oder bist du dabei.Und dann wird auch oft verlangt noch, dass es einen Bürgen gibt und einen Auszugaus einem Strafregister da so und und und.Also selbst quasi, wenn du das Geld hast oder hättest, gibt es da noch dannandere Hürden, jetzt ein Apartment zu mieten beispielsweise.Und dann sind die.Teilweise die Mietverträge sind auch einfach unterirdisch,wozu du dich da bereit erklären musst und alle auch in der Regel befristet soerstmal auf sechs bis zwölf Monate und die müssen dann verlängert werden unddann können die alle sechs bis zwölf Monate beim Neuabschluss dann die Mieteauch wieder erhöhen und so.Also das ist vor allem das Problem bei jungen Leuten.Jobs gibt es zwar viele, aber viele der Jobs sind halt dann schlecht bezahltund ohne Sozialleistungen und oft auch so unter der Hand.Und also hilft es nicht den Leuten, jetzt irgendwie den jungen Leuten,wirklich eine Existenz zu gründen.Und ist nicht bei allen so, aber es ist hart.Ich habe wirklich Leute kennengelernt, die gut ausgebildet sind,ordentlich sind, sich fleißig sind.Und ja, trotzdem an der Grenze zur Obdachlosigkeit eigentlich unterwegs sind.Nicht nur ein Einzelfall, sondern ich habe mehrfach bemerkt.Ja, dann auf der anderen Seite, wie gesagt,Silicon Valley-Freunde mit 300.000 Dollar oder 25.000 Dollar im Monat kamenganz entspannt über die Runden.
Tim Pritlove 2:14:50
Kein Wunder.
Pavel Mayer 2:14:51
Guten Eindruck. Ja, und dann hast du so,ich sage mal, ältere Leute in meinem Alter, so zwischen 50 und 60 irgendwo in der Gegend und,die,schienen fast alle irgendwie krank zu sein.Also hatten halt typische fünf bis zehn Pillen am Morgen und dann alle möglichenseltsamen Krankheiten,gegen die diese Pillen helfen sollten.Meistens überwiegen natürlich Zivilisationserkrankungen.Und ja, Alkohol ist durchaus auch ein Thema.Also Alkoholismus ist in bestimmten Bereichen, in bestimmten sozialen Schichtenauch sehr ausgeprägt. insbesondere im öffentlichen Dienst beziehungsweise beim Militär.Also ich habe tatsächlich ein halbes Dutzend Militärangehöriger,kenne ich so deren Geschichte und alle haben Alkoholprobleme oder hatten Alkoholprobleme. oder, ja.
Tim Pritlove 2:16:38
Das ist auch eine These, warum.
Pavel Mayer 2:16:41
Gut, Militär wird, also beim Bund wurde auch viel gesoffen und so.Und Alkohol und Militär scheint einfach irgendwie eine unheilige Allianz zu sein.
Tim Pritlove 2:16:59
Also jetzt gar nicht so ein amerikanisches, keine spezifische amerikanischeEigenschaft, weil ich meine, bei den Russen wird bestimmt auch ordentlich gesoffen.
Pavel Mayer 2:17:09
Ja, also es ist mir dort halt einfach nur aufgefallen, auch weil aber das amerikanischeMilitär, weil dort einfach sehr viele Leute, ich das Gefühl hatte,irgendwie, ja,eine militärische Karriere hatten oder zumindest in dem Umfeld,in dem ich mich bewegt habe, hatte irgendwie jeder einen Militärangehörigen.Also das Ding ist auch, dass wenn du im Staatsdienst bist, weil die Leute oftim Ausland Dienst leisten,dass du dann, wenn du deinen Partner mitnimmst, der halt bevorzugt eingestellt wird.Das heißt, du hast halt oft ganze Familien, die aufgrund dessen dann im Staatsdienstoder beim Militär sind, weil ein Angehöriger oder der Ehepartner beim Militärist und das ist auch verbreitet.Und, das ist halt attraktiv, weil nach 20 Jahren Dienst bist du pensionsberechtigtund kannst dich dann, wenn du 50 Jahre alt bist, in Rente gehen.So, wenn du 20 Jahre im Staatsdienst warst.
Tim Pritlove 2:18:27
Das ist ja alles ganz schön. Aber die Leute, die jetzt im Staatsdienst sind,das ist ja nun wirklich auch ein bisschen die Ausnahme. Also das ist irgendwie eine Minderheit.
Pavel Mayer 2:18:34
Ja, aber wie gesagt, auch diese Leute, also die Leute schienen mir alle krankzu sein. Unabhängig von dem, was sie machen sozusagen.Die Älteren unabhängig, was sie machen und ja, also nicht gesund.
Tim Pritlove 2:18:52
Was mich jetzt mal viel mehr noch interessieren würde, ist so,wie siehst du das Verhältnis der Amerikaner zu ihrem Staat und auch der Gesellschaft gegenüber?Das ist glaube ich so ein bisschen so das, was uns ja am meisten Fragezeichenin den Kopf projiziert, weil wir einfach mit unserem Verständnis,mit unserem Selbstverständnis auch von Gesellschaft und Zusammenhalt und wasder Staat ist und was er für uns tun soll,offensichtlich ja auf einer ganz anderen Linie liegen. Also es gibt auch inEuropa noch extremere Beispiele,aber so grundsätzlich geht es ja alles mehr oder weniger in diese Richtung beiuns, zumindest im Westeuropa und vor allem im Norden, etwas weniger im Süden vielleicht.Wir sind der Staat und der Staatsapparat ist unsere Serviceagentur,die aus unseren Steuern, die wir gerne zahlen, alles irgendwie organisiert undbaut und macht und zusammenhält.Und das sind irgendwie wir. Und wenn ich auf die USA schaue,habe ich das Gefühl, diese Wir-Symbolik, die existiert da gar nicht so sehr.Die existiert nur im Konfliktfall.Jetzt führen wir einen Krieg, wir gegen die anderen. Also mehr so ein Wir,nur wenn es um alle anderen geht aber nicht so dieses wir sind ein ich habe fast gesagt,wir sind ein Volk also diese Mentalität dass es den Staat gibt weil das gutist das ist eher sehr verbreitet und speziell natürlich bei den Republikanernein Stück weit auch irgendwie bei allen dass so der Staat wird eher so, naja,okay Militär und so, ein paar Sachen und Grenzen, das muss man irgendwie die auch darüber regeln.Aber mischt euch mal nicht so ein.Also das Individuum sieht sich da sozusagen fern vom Staat und den Staat eherals störend an. Das ist jetzt mal meine These.Kannst mir ja vielleicht mal deine Eindrücke schildern, inwiefern du das noch so...
Pavel Mayer 2:21:12
Ja, also mein Eindruck war, dass...Ja, die Leute lieber ihr eigenes Ding machen, ihren eigenen Kuchen backen,tendenziell eher auch mehr Abstand zu Nachbarn lieber haben,obwohl in kleineren Communities der nachbarschaftliche Zusammenhalt und so,der dörfliche Zusammenhalt ist auf jeden Fall ein Ding,wo ich das Gefühl habe, Das ist genauso ausgeprägt wie hier oder ausgeprägter.Aber die Distanzen sind natürlich größer. Die Leute leben nicht so dicht aufeinander.Das mögen sie auch nicht. und sie zahlen sehr ungern Steuern.Also sie empfinden nicht das Gegut hier, ich meine, niemand zahlt wirklich gerneSteuern, aber man versucht eigentlich oft, wo es geht.Das zu vermeiden, bis hin zu, dass manche Leute absichtlich in Gegenden wohnen,wo sie selber für die Straße zuständig sind und keinen Strom haben und so.Und was aber ziemlich übel ist im Übrigen. Also diese privat gepflegten Straßenund Schotterwege, das ist die Hölle.Das funktioniert vorne und hinten nicht so richtig. ich, das hast du dann.Und das hast du dann halt auch. Und es gibt die Einstellung zu Regeln und Gesetzen,das ist einfach grundsätzlich anders.In Deutschland guckt man schon mehr auf Regeln und sieht eventuell auch den Sinn ein.Oder dann hast du auch die Leute, die natürlich auf die Einhaltung von Regeln pochen.Und in den USA ist man nicht so besessen von Regeln oder der Einhaltung von Regeln,sondern da werden sie oft einfach auch schlichtweg ignoriert.Weil Staat ist weit weg und Polizeidichte ist gering.Und ja, also es ist dann mehr,wie man das vielleicht hier als südländische Mentalität bezeichnen würde,was so jetzt Regeln angeht oder Ordnung und Sauberkeit und so.Aber es gibt dann natürlich auch wiederum das andere Extrem,so Gated Communities und Hauseigentümergemeinschaften oder HOAs,die dann wieder total krasse Regeln haben,die sich hier niemand gefallen lassen würde.
Tim Pritlove 2:24:32
H.O.A. Homeowner Association.
Pavel Mayer 2:24:36
H.O.A. Gemeinschaft, die dir dann die Länge des Rasens vorschreiben und die Art der Pflanzen,die du in deinem Garten haben darfst und die Beschaffenheit der Zäune usw.Hier gibt es auch so etwas wie Gemeindesatzungen, aber.
Tim Pritlove 2:25:00
Das sind vor allem noch mal so private Unternehmen meistens,die dann da sozusagen engagiert werden und dann die Leute, die da wohnen, auch terrorisieren.Gab es mal einen schönen Bericht von John Oliver darüber, der war schon etwas grausig.
Pavel Mayer 2:25:15
Ja, und dann Orte, also auch Städte sind dann inkorporiert,also quasi eine eigene Städte können quasi eine eigene juristische Person sein,müssen aber nicht.Beziehungsweise kann es dann sein dass Städte einfach sich austragen lassen, weil,zu wenig Leute da oder sagt halt okay und wir sind ab sofort jetzt keine Stadtmehr dann rechtlich, dann gibt es halt quasi auch,rechtlich niemanden dann gibt es halt nur noch den Landkreis aber der ist fürbestimmte Dinge nicht zuständig das heißt die wohnen dann einfach irgendwo unddu hast dann dort eben gewisse,Zuständigkeitslücken dann, beziehungsweise niemanden, der sich dann um die Infrastruktur kümmert.Also sie müssen sich dann selber um ihre Straßen und was auch immer kümmern und ja.
Tim Pritlove 2:26:23
Das ist der wilde Westen. Ich meine, so stellt man sich das ja auch vor und ich glaube,oder ich habe den Eindruck, dass das für viele auch ganz okay ist.Also, dass das sozusagen so ein Trade-off ist, weil diese Vorstellung,also es dreht sich ja immer um dieses Wort Freiheit.
Pavel Mayer 2:26:42
Ja.
Tim Pritlove 2:26:44
Und alle schreien das. Und es ist halt nur so, dass,jetzt mal im direkten Vergleich zu Europa,die Amerikaner einfach, glaube ich, eine ganz andere Vorstellung davon haben,was das bedeutet, Freiheit.Bei denen ist es halt im Wesentlichen Freiheit von allem.Ich will hier selber machen und es hat keine Behörde zu geben,die mir jetzt vorschreibt, wie mein Auto ist.Und ich kann da ranflanschen und rannageln, was ich will und mit den absurdestenKonstruktionen durch die Weltgeschichte fahren, weil wer bist du denn,dass du das irgendwie für mich entscheiden willst,wie ich mein Auto zusammenschraube oder woraus das besteht oder was das füreinen Motor hat oder irgendwas.Und wenn ich da vorne so ein Kuhhorn dran ballern will, dann mache ich das halteinfach, weil es sieht geil aus.Das ist so diese Vorstellung. Und unsere Form von Freiheit ist halt sehr viel mehr geprägt durch ein,Freiheit im Sinne von Sicherheit.Sicherheit primär jetzt im, also was heißt primär, von allem so ein bisschen,also Sicherheit im eigentlichen Sinne, Sicherheit vor Gefährdung, vor Kriminalität,so Sachen, aber eben auch die Freiheit abgesichert zu sein.Also Krankenversicherung, solche sozialen Systeme,Auffang, weil es ja auch für mich gut ist, wenn es anderen Leuten gut geht,weil dann hast du nicht diese Verrohungs- und Ausschlussmomente,die halt in den USA dann doch häufig zu sehen sind.Es ist ja alles sehr an diesem American Dream.Man muss es ja nur wollen und wenn du es nicht geschafft hast,dann hast du es wohl nicht genug gewollt.Was dann aber automatisch verbunden ist, ist dann eben auch so mit so einerAusgrenzung, weil wenn du es nicht geschafft hast, dann bist du halt auch nichtswert und dann wohnst du halt unter der Brücke oder was weiß ich.Ist mir egal, du hast ja nichts mit mir zu tun, du bist ja so zufällig auf demselben Land unterwegs,aber hier ist mein Home-Turf, hier ist unsere Region und was irgendwelche Regierungentausende Kilometer von hier entfernt,so mein, das ficht mich nicht an.Das ist so ein bisschen meine Wahrnehmung des Ganzen.
Pavel Mayer 2:29:17
Man muss natürlich auch hier dazu sagen, dass das eine grobe Verallgemeinerungist und es auch regional extrem unterschiedlich sein kann.Du findest einfach auch Gegenden und soziale Schichten und Leute,wo du das Gefühl hast, die unterscheiden sich jetzt nicht allzu sehr von Europa.Also es gibt, sagen wir auch, europäische oder europäisierte Amerikaner durchaus und Gegenden.
Tim Pritlove 2:29:49
Ich meine nicht, alle sind anders und es ist auf jeden Fall immer anders,sondern es ist einfach eine Meta-Betrachtung der Gesellschaft,einfach auch mal so ein bisschen zu verstehen, wie ist deren Verhältnis dazu.Also ich meine, wir sitzen ja hier und fragen uns die ganze Zeit,Leute, Trump, geht's noch?Und gehen dabei natürlich irgendwie davon aus, dass wir dieselbe Nähe zu diesempolitischen System dort haben.Dass es dort dieselbe Nähe zu diesem politischen System gibt, was es so nicht gibt.Oder dass auch nur dieselben Erwartungshaltungen an dieses politische Systemgestellt werden. Was offensichtlich ja nicht so ist.Und dieses Lasst uns in Ruhe hat halt auch viel mit, wir lassen auch die in Ruhe.Und wenn sie es nicht total übertreiben oder wenn ich nicht davon betroffenbin, dann ist es mir auch egal. Ich habe jetzt gerade so ein paar Berichte gesehen.Diese ganzen Zollentscheidungen von Trump ruinieren ja gerade zum Beispiel dieFarmer auch in diesen Red States, die eigentlich republikanisch gewählt haben,so Dakota, Norddakota, Süddakota, also so Regionen, die leben einfach nur vonAgrar und von nichts anderem.Und dadurch, dass sie jetzt halt einerseits ihre ganzen Aufträge verlieren,weil sie durch die Zölle jetzt einfach ihr Zeug, ihr Soja nicht mehr loswerden,die Exporte nach China, alle storniert werden auf der einen Seite und auf deranderen Seite durch diese harte Migrationspolitik ihnen auch noch die Arbeiterweglaufen und sie niemanden haben,verrotten jetzt da gerade ihre Felder und sie haben keine Aufträge und könnendas irgendwie alles gar nicht mehr so schaffen.Und müssen halt, gehen halt bankrott.Und dann guckst du dir an, wie sie da weinerlich in die Kameras reinschreienund das irgendwie auf TikTok hochladen, wie entsetzt sie doch so sind.Und eine sagte halt, ja sie würde das ja gar nicht verstehen,weil hier hätten doch alle Republikaner gewählt und wenn doch hier alle Republikanergewählt haben, dann müssten die doch auch was für uns tun.Und da lässt sich natürlich schön ablesen, wie so diese Mentalität ist.Nicht so, oh wir müssen die Richtigen wählen, damit die richtige Politik gemachtwird insgesamt, sondern ein, ja wir wählen euch, weil ihr seid ja immer für uns.Und wenn ihr für uns seid, ist es gut.Genau, du hast es gesagt.Hat ein bisschen was davon. Wo man die Bayern nicht ganz so aus dem Garten treten,aber die Mentalität spürt man da auch so ein bisschen.
Pavel Mayer 2:32:59
Also was mir aufgefallen ist, ich habe natürlich nach Protestenausschau gehalten,vor allem, und keine gesehen.Nicht mal in Washington. Es waren wohl welche, aber es ist halt einfach so großund ich habe sie nicht gefunden.Also da muss man dann tatsächlich suchen und dann findet man auch die Proteste,aber es war nicht so wie in Berlin, wo ich, ja,fast egal in welcher zentralen Straße ich sitze, irgendwie alle paar Wochenkommt irgendwie mal eine Demo direkt bei mir vom Fenster lang.Und Und dann ist es so, dass auch einen Großteil der Leute hatte ich das Gefühl,Interessiert sich nicht für Politik wirklich. Die sind depolitisiert.Das ist bei uns auch der Fall. Aber wenn du dir die Wahlbeteiligung anguckstund speziell Wahlbeteiligung bei kleineren Wahlen, hast du manchmal 10,20 Prozent oder so, die wählen gehen.Und wählen ist auch teilweise echt umständlich dort und selbst jetzt bei derPräsidentschaftswahl, habe ich was, 60 Prozent Wahlbeteiligung irgendwo in der Gegend.
Tim Pritlove 2:34:26
Das war schon viel.
Pavel Mayer 2:34:27
Und ja und was ich so gehört habe so an Meinungen war zum Beispiel ja, ob Trump oder Harris,ist doch egal die ziehen uns beide ja, ist doch egal die machen eh alle wassie wollen und sind eh von der Industrielobby gekauft und.Meine Stimme hat sowieso keine Auswirkung.Das ist bei ganz, ganz vielen Leuten, auch viele jüngere Leute,sind einfach komplett disillusioniert von der Politik und versuchen einfachin ihrem Umfeld, in ihrem Rahmen was zu machen, aber sehen nicht,dass irgendwie die Politik da irgendeinen Unterschied macht.Was leider auch eine falsche Betrachtung ist, Das ist aber nicht völlig falsch,weil natürlich das politische System der USA ist bisweilen auch ziemlich katastrophal.Also allein schon die Gliederung, diese 50 Bundesstaaten.Manche Bundesstaaten haben irgendwie weniger oder eine ganze Reihe von Bundesstaatenhaben halt weniger Bevölkerung als zwei Berliner Bezirke.Und in diesen Ländern, Hauptstadt selbst Delaware, Wilmington,80.000 Einwohner, wie Lüdenscheid ungefähr.Das ist dann so die Hauptstadt von einem amerikanischen Bundesstaat.Oder sich Montana auch, glaube ich, die Hauptstadt.Boßmann oder so der größeren Orte alle so unter 100.000 also nicht mehr,was mir sagen würde Mittelstädte nicht mal Großstädte sind halt dann dort dieHauptstädte und das führt natürlich auch dazu Helena ist die Hauptstadt von Montana,Helena ist die Hauptstadt Helena und hat was?
Tim Pritlove 2:36:39
32.000.
Pavel Mayer 2:36:41
32.000, ja. Das ist, ich meine...
Tim Pritlove 2:36:46
Und Delaware heißt die Hauptstadt Dover.
Pavel Mayer 2:36:50
Eigentlich ist es Wilmington, dachte ich, von Delaware müsste Wilmington sein.
Tim Pritlove 2:36:57
Hauptstadt des Bundesstaates Delaware.
Pavel Mayer 2:37:02
Okay. Und?
Tim Pritlove 2:37:05
39.000 und Metropolregion 181.000.Dein Wilmington ist, glaube ich, nicht die Hauptstadt.
Pavel Mayer 2:37:16
Okay, dann war es nur die größte Stadt vielleicht in Delaware mit 80.000.
Tim Pritlove 2:37:24
Einwohnern. Ja, es ist die größte Stadt und die hat 70.800.
Pavel Mayer 2:37:31
Da sind im Übrigen die Hälfte aller amerikanischen Aktiengesellschaften dortgemeldet. Also hat die einen Firmensitz.
Tim Pritlove 2:37:44
Oh Mann, oh Mann.
Pavel Mayer 2:37:46
Oh Mann.
Tim Pritlove 2:37:46
Delaware hat irgendwie noch nicht mal eine Million.
Pavel Mayer 2:37:50
Und jetzt hast du halt diese ganzen Bundesstaaten, wo eine Handvoll Leute nur sind.Und deswegen ist die Qualität an politischem Personal, also insgesamt der Topf,aus dem du schöpfen kannst, ist halt...Überschaubar. Das ist halt kleinund das führt dann natürlich auch zu entsprechend seltsamen Gesetzen.Also dagegen ist dann wahrscheinlich das Berliner Abgeordnetenhaus eine Ausgeburtan Kompetenz verglichen mit einfach manchen amerikanischen Landesparlamenten.Ich meine, in Berlin hat man mindestens vier Millionen Leute,aus denen man irgendwie sich sein Personal aussuchen kann.Während du dann in so einer Hauptstadt von so einem Bundesstaat hast du irgendwie 30.000 Leute.Und da musst du dann Parlamentarier...
Tim Pritlove 2:38:52
Ich würde da Berlin überhaupt nicht die Freischein geben, weil hier ist es wirklich schlimm.
Pavel Mayer 2:38:57
Ja, ja, ja. Aber kein Vergleich.Und dann halt auch wiederum ist dieses föderale System,in Deutschland sind wir halt viel, viel einheitlicher, was so Gesetze angehtund auch unser Grundgesetz und so funktioniert ziemlich gut.Aber also sorgt dafür, dass es so eine gewisse Einheitlichkeit gibt,was die rechtliche Situation angeht.Während man.Ja, in den USA, Verkehr ist komplett anders,andere Gesetze, was die Zulassung von Autos angeht, was irgendwie das Bauenangeht und so weiter und gesagt,nur am Rande, ich meine die Marihuana-Gesetzgebung ist auch eine komplette Katastrophe,ohne da jetzt ins Detail zu gehen, Aber wir denken, okay,ja, da gibt es gewisse Staaten, da ist Marihuana legal, kennen wir ja,Kalifornien, Washington war der erste Staat, andere nicht.Aber was ich weiß, ist,dass es dann so Dinge gibt, wie zum Beispiel in Alaska dürfen legal nur Amerikaner kiffen.So als Ausländer, du hast dann so Gesetze, die halt dann für Ausländer besonders diskriminieren.
Tim Pritlove 2:40:45
Ich meine, es ist jetzt immer, ich finde, wir machen es so ein bisschen einfach,wenn wir sagen, hier die USA und da Deutschland und unsere Bundesländer sindja so und die Bundesstaaten sind so.Man muss es wirklich mit Europa insgesamt vergleichen.Und rechtliche, also unterschiedliche Ansichten darüber, wie das Verhältniszum Staat ist, wenn man von Portugal,bis nach Finnland und nach Griechenland gehst, da wirst du natürlich auch sehrdiverses Auffassungen darüber finden, wie das alles so richtig verhält.
Pavel Mayer 2:41:27
Und in dem Sinne, was das Chaos angeht,so steht, oder Unterschiede, ja,steht es teilweise Europa in nichts nach,so, beziehungsweise was so die Uneinheitlichkeit vieler Dinge angeht.Da hat man das Gefühl, dass Europa mittlerweile zumindest, zumindest was dierechtliche Situation angeht, deutlich einheitlicher ist.Aber ja, es sind natürlich überall andere Verwaltungen und Gesundheitssysteme und, und, und.Insofern, die andere Sache ist,dass es wohl bei der Befragung, welches Land Leute am besten finden,ist es überwiegend das Land, wo sie aufgewachsen sind.Und ja, das ist das Normal.Das ist das, so wie es sein sollte eigentlich. Und da gibt es nur wenige Länderauf der Welt, die wirklich so kaputt sind, wo die Leute dann sagen,ja, nee, auf gar keinen Fall irgendwie so wie in meinem Land.Aber so selbst in China oder so, sagen die Leute, nee, China ist einfach dasbeste Land der Welt oder die Amerikaner sagen, USA sind das beste Land der Welt und so.Wahrscheinlich die Mehrheit in der Mehrzahl der Staaten, wenn du fragst,wo ist es besser oder wo ist es richtig, dann ja, da wo.
Tim Pritlove 2:43:07
Ja, ein Mangel an Informationen herrscht da natürlich auch ein bisschen.
Pavel Mayer 2:43:11
Ja, aber es ist aber auch das, woran man angepasst ist, das was man gewohnt ist.Und damit kommt man klar, das funktioniert für einen selbst am ehesten noch,als jetzt mit einer Verwaltung klarzukommen,mit der man noch nie im Leben zu tun hat oder mit einem System. insofern, ja.Aber es gibt natürlich Sachen, systemunabhängig, oder wo ich sagen würde,das ist dann jetzt nicht unbedingt relativ, also wie zum Beispiel die ganze Müllthematik.Ja.Gut. Ich meine, ich habe das Gefühl,wir müssen irgendwann nochmal, aber nicht so bald nochmal einen hinten dranhängen,weil wir eine Reihe von Themen.
Tim Pritlove 2:44:10
Ich würde mal folgendes vorschlagen. Wir machen jetzt vielleicht erstmal hier den Sack zu.Das mal so als Reisebericht und erster Eindruck und dann schauen wir mal,ob ihr Kommentare und Fragen zu dieser Sendung habt.Dann kann man das ja vielleicht nochmal aufgreifen.Aber ich würde sagen, als Reisebericht sollte es jetzt erstmal lang, oder Pavel?
Pavel Mayer 2:44:32
Ja, ich denke, denke schon, wir haben,Eine Menge Zeugs angesprochen, gab natürlich in sieben Wochen noch deutlich mehr.Also wie gesagt, gerade das Politikthema hatten wir nur kurz angesprochen,aber Militär hatten wir auch, Gesundheitssystem hatten wir auch.Ja, vielleicht ist das auch genug insofern,weil ja generell die mediale Berichterstattung über die USA,die allgemeine auch sehr ausführlich ist.Und ich gucken wollte, dass ich mich vielleicht hier auf ein paar Sachen auchfokussiere oder ein paar Sachen, wo es einfach der Eindruck vor Ort ein anderer war,als wenn man jetzt in Medien oder Filmen sich das Ganze anschaut.Und ja, am Ende.Die Leute leben irgendwie ihr Leben und versuchen das Beste draus zu machenunter aber überwiegend jetzt lokalen Umständen und das Gefühl auch,dass das Lokale wichtiger ist als jetzt das US-amerikanische,weil das USA einfach so groß ist.Und die USA und der Bund ist halt auch weit weg und distant und so und schwerzu beeinflussen und zu verändern.Und ja, deswegen, wie gesagt, die meisten Leute einfach leben in ihrem Umfeld und.Um Job oder Karriere oder versuchen, ein Unternehmen aufzumachen.Und das ist allerdings tatsächlich, ich sage mal, wenn es gelingt,ein Unternehmen aufzusetzen, was irgendwie Traktion hat, dann lässt sich dasunglaublich schnell dort auch einfach entwickeln.Also die Hürden und so sind in der Regel eher geringer Und es fühlt sich dynamischer an.Also die ganze Wirtschaft, da ist man bereit, mehr zu opfern und auch,was weiß ich, wenn es sein muss, Leute, Arbeitgeber ziehen dann auch 2000 Kilometerweiter und verlassen ihre ganze Familie.Das ist so das eine Extrem,oder wir schon hatten, da wird dann einfach,wenn die wirtschaftliche Grundlage nicht da ist, wird halt ein kompletter Ortabgerissen oder untergegangen, lässt man einfach untergehen.Und also da ist auch, was jetzt Unternehmen angeht, wird dort schneller gegründetund schneller gewachsen und schneller pleite gegangen.
Tim Pritlove 2:47:41
Ja, man reißt dann schnell was ein und das ist auch so ein bisschen meine Hoffnung,weil derzeit befinden sich einfach die USA in einem sehr traurigen Zustand.Aber ich habe auch so immer den Eindruck gehabt, wenn sie denn dann mal an denPunkt gekommen sind, dass die Sache scheiße läuft,dann können sie auch sehr schnell wieder in die andere Richtung marschieren,während ich den Eindruck in Deutschland so überhaupt nicht habe.Also hier weiß man es eigentlich die ganze Zeit, aber man ist überhaupt nichtin der Lage, sich überhaupt in irgendeine Richtung zu bewegen und das ist manchmal auch nicht so geil.Trotzdem wäre das jetzt nicht meine erste Wahl.
Pavel Mayer 2:48:20
Ja, also hier hat es eher so eine Auffanggrenze nach unten,die ist sozusagen das soziale Netz des Dichter geknüpft hier bei uns als in den USA.Aber dafür ist es auch dann mühsamer und aufwendiger, sich zu entwickeln oder rasant zu wachsen.
Tim Pritlove 2:48:54
Ich würde sagen, wir machen jetzt mal hier einen Punkt, Pavel.Und warten mal unser Feedback ab. Also das war jetzt hier die kleine Bonusrunde,die wir euch versprochen hatten.Ich hoffe, es war was für euch dabei. und ja, ansonsten lesen wir uns und hörenbei uns, wenn wir uns dann hier wieder um die wichtigen Sachen des Lebens kümmern.
Pavel Mayer 2:49:15
Okay, macht's gut.
Tim Pritlove 2:49:17
Bis dann. Tschüss.
Shownotes