Ukraine: Banks vs. Tanks

Die Ukraine verliert das Momentum und der Krieg steckt weiter in kalter Brutalität fest

Seit vor zwei Monaten die Ukraine den Nordteil der Region Cherson (und die Stadt Cherson) zurückerobern konnte haben sich die Fronten verhärtet. Beide Seiten konnten nur wenig Gewinne verzeichnen und die Ukraine steht besonders in der Stadt Bakhmut stark unter Druck während die Russen viele Soldaten für wenige Kilometer an Fortschritt opfern. Währenddessen ringt der Westen mit sich und der Realität und braucht lange um sich zu einer gesteigerten Unterstützung durchzuringen. Die jetzt beschlossenen Lieferungen von Hauptkampfpanzern wird frühestens im März zu Ergebnissen führen können.

Wir diskutieren diese Entscheidungen und welche Fähigkeiten der Ukraine durch die neue Technik zukommt und welche weitere Unterstützung noch erforderlich ist, um Russland des Landes zu verweisen.

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Tim Pritlove
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Pavel Mayer

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Transkript
Tim Pritlove
Hallo und herzlich willkommen zu UKW, unsere kleine Welt. Mein Name ist Tim Prittlaff und ich begrüße alle zur 108. Ausgabe von UKW. Und heute soll es nach zwei Monaten Pause dann doch mal wieder um den Konflikt in der Ukraine, den Krieg in der Ukraine gehen. Dazu begrüße ich selbstverständlich wieder Pawel. Hallo, Pawel.
Pavel Mayer
Hallo Tim.
Tim Pritlove
Genau und es ist nun einige Zeit vergangen. Wir hatten zwischendurch immer mal wieder so ein bisschen dieses Gefühl, so eigentlich müsste man langsam mal wieder was zusammenfassen, aber ist eigentlich irgendwas wirklich passiert? Also es ist natürlich eine Menge passiert, weil es passiert da jeden Tag eine ganze Menge. Allerdings an den großen elementaren Änderungen, die wir dann zuletzt verkündet haben, nämlich zum Stand des 16. November, haben wir darüber gesprochen, wie die Cherson-Offensive, der Ukraine erfolgreich war und die Russen über den Dnieper zurückgedrängt wurden. wurden. Das war natürlich dann so die letzte große tektonische Verschiebung, aber seitdem. Hat sich eigentlich alles im Wesentlichen dort, hält sich alles im Wesentlichen dort auf, wo wir es dann zuletzt vorgefunden haben. Vielleicht zu Beginn einen kleinen Überblick, worüber wir sprechen wollen. Also zunächst einmal denke ich, ist es ganz sinnvoll, grob. Diese militärische Lage zu beschreiben. Dann gehen wir nochmal spezifisch auf einige Schwerpunktthemen der letzten zwei Monate im Krieg ein. Da ist natürlich zunächst einmal der Krieg auf die ukrainische, also der Angriff auf die ukrainische Infrastruktur zu nennen, den man im Prinzip ja schon seit einem Jahr hat. Aber es wurde ja dann eben nochmal spezifisch konkret auf die Energieinfrastruktur. Haben sich die Russen darauf konzentriert und das hatte entsprechende Auswirkungen. Die Ukraine hat auch zurückgeschlagen. Wir gucken nochmal auf die wieder speziellen Antworten, die Ukraine in diesem Krieg militärisch hat geben können, speziell diese Drohnenangriffe auf die russischen Airbases. Ja und dann müssen wir einfach ganz viel über Militärtechnik reden, weil das war natürlich dann auch so das politische Hauptthema der letzten zwei Monate gewesen. Schon nach der Energieinfrastruktur-Diskussion ging das los und hat jetzt jüngst seine Eskalation gehabt, in der Frage um diese Main Battle Tanks, um die Kampfpanzer und dann eben speziell um die Leopard 2 Panzer. Genau, dann wollen wir mal darüber diskutieren, was das eigentlich jetzt so für Folgen haben könnte. Zum Abschluss blicken wir dann nochmal so auf die Situation. In Russland und was wir denken, wie so der Krieg seinen weiteren Verlauf nehmen könnte und was man vielleicht auch generell so für politische Fazite bisher draus ziehen kann, jetzt wo wir fast beim einjährigen Jubiläum angekommen sind. Jubiläum ist ein bisschen. Falsch das Wort in dem Zusammenhang, da gibt es nicht so viel zu jubeln, aber ja, der 24. Februar wird sicherlich dann ohnehin in der Öffentlichkeit noch mal ein Moment der Reflektion sein, aber wir wollen jetzt mal vorher schon ein bisschen reflektieren, was eigentlich so passiert ist. Ja fangen wir doch mal an wie schon angekündigt mit der militärischen Lage. Also vielleicht erst mal direkt anknüpfend an das, was zuletzt passiert war, als wir die letzte Sendung gemacht haben, also dieser Übernahme der Stadt Creson und damit eben auch die Übernahme des nördlichen Teils des Landes Creson, des Bundeslandes Creson, des Oblast Creson, der ja eben durch diesen Dnieperov-Fluss geteilt ist. Und die Russen sind seitdem eben südlich, oder wie man es betrachten möchte, östlich des Flusses verbarrikadiert, während die Ukraine halt im Norden komplett, bzw. dann im Westen, komplett die Kontrolle übernommen hat. Am Anfang war es dann erst mal ruhig. man merkt, Russland muss dann erst mal sich sammeln, aber seitdem geht es halt so weiter, wie man das schon hat kommen sehen. Das heißt, die Stadt Kreson, die ist natürlich jetzt nicht so weit weg von den russischen Stellungen, die wird am laufenden Meter weiter bombardiert, so wie man das von den anderen Städten auch schon kennt. Was man nicht haben kann, das macht man eben kaputt. Das ist ein Problem und die Ukrainer versuchen halt an der Stelle mit Spezialmaßnahmen in irgendeiner Form dieser Situation herzuwerden. Spezialmaßnahmen heißt auf der einen Seite so Reconnaissance-Maßnahmen. Das heißt, es sind wahrscheinlich immer mal wieder Spezialtruppen in diesem Gebiet im Einsatz, um dort Aufklärung zu betreiben und dann in Zusammenarbeit, vielleicht eben auch mit entsprechenden Kollaboratoren oder beziehungsweise in dem Fall sind das keine Kollaborateure, sondern ich suche das Wort, Leute, die.
Pavel Mayer
Partisan.
Tim Pritlove
Halt da Partizan, das war es, was ich gesucht habe, richtig. Also Leute, die da aktiv im Widerstand sind und dann eben Informationen liefern über Truppenkonzentrationen. Und das wurde mehr als nur einmal genutzt, um dann eben mit diesen hochpräzisen High-Mars-Raketensystemen oder es sind GLMRS-Raketensystemen, dann solche Truppen- oder Munitionskonzentrationen zu zerstören. Das. Schwächt natürlich die Russen und grundsätzlich kann man sagen, dass derzeit es so aussieht, als ob der Artilleriebeschuss insgesamt ein wenig zurückgegangen ist, aber das kann auch nur so eine Momentaufnahme sein. Offensichtlich will man jetzt erstmal Munition sparen, ob das. Dann eben bedeutet, dass man generell einen Versorgungsengpass hat oder ob man sich sozusagen nur kurz mal wieder sammelt und aufstaut, um dann noch härter zuschlagen zu können, das weiß man dann meistens immer erst danach. Auf jeden Fall ist diese ganze Situation dort noch sehr offen. Es gab verschiedenste Berichte, dass es den Ukrainern gelungen sein soll, hier und da über den Fluss zu treten. Aber das waren wahrscheinlich alles nur solche Aufklärungsmissionen und es gibt. Da gibt es keine wirklich großen, nennenswerten militärischen Bewegungen in diesem ganzen Gebiet.
Pavel Mayer
Es gab Bilder von einer Sabotage-Mission, wo dann Special Ops über den Fluss sind und dann eine russische Stellung gesprengt haben.
Tim Pritlove
Ja, so was, das ist ja das, was ich meinte. Also mit solchen Special Forces, das findet am laufenden Meter statt, aber das sind natürlich nur so Nadelstiche. Klar, hier und da wird dann halt mal was, aber damit ist jetzt kein Vormarsch groß erreicht. Also sie haben es geschafft, die Russen zumindest unmittelbar vom Ufer wegzudrängen, weil sie dann natürlich zu nah in der ganz gut funktionierenden ukrainischen. Artilleriezone sind, aber immer noch nah genug, um halt Schaden anzurichten. Ja, das heißt, im Wesentlichen ist die ganze Kriegsaktivität der letzten zwei Monate, die hat sich im Osten abgespielt und da gibt es verschiedene Konzentrationsorte, wo sich alles besonders zeigt und wo sich die Russen sozusagen darauf konzentriert haben. Die haben sich also dieser Bürde von Resson entledigt und werfen jetzt alles an die Front, was sie haben, um in irgendeiner Form irgendwelche Fortschritte zu machen. Man kann schon mal sagen, es gab zwar welche, aber keine nennenswerten. Das heißt, im Großen und und Ganzen ist es ein Stellungskrieg. Es gibt Gebiete, wo die Ukrainer ein bisschen Boden gut gemacht haben. Das ändert sich dann aber auch teilweise täglich und wöchentlich. Es gibt Gebiete, wo die Russen etwas Boden gut gemacht haben, teilweise unter extrem großen Verlusten. Aber so im Großen und Ganzen ist halt eigentlich alles sehr statisch, und das hat verschiedene Gründe. Einer der Gründe ist natürlich Mangel an Gerät, Mangel an Munition auf Seiten der Ukrainer bzw. ein Mangel an Versorgung auf der russischen Seite. Aber es hat auch was damit zu tun, die letzte Sendung hieß ja Winter is coming bei uns. Und tja, ist aber nicht so richtig gekommen. Also es gab bisher keine wirklich ausgedehnten Frostperioden, auf die man eigentlich immer gewartet hat. Der Boden in der Ukraine ist in dieser Jahreszeit, wenn er nicht gefroren ist, extrem matschig und schwer zu befahren. Das ermöglicht es also nicht mit schwerem Gerät, sich schnell irgendwo rein zu bewegen. Und aus dem ganzen Krieg ist im Wesentlichen ein Infanteriekrieg geworden. Das gilt speziell für die Russen, die einfach sehr viel mehr auf Infanteriegruppen setzen, einfach Wellen von Leuten einfach nach vorne schicken als Kanonenfutter, so lange bis sich irgendwas verbessert hat und man kann leider auch sagen, dass das nicht ohne Erfolg war.
Pavel Mayer
Ja, es ist ein bisschen raffinierter, was sie halt getan haben dort, speziell in der Bachmuth-Solidar-Region, ist, dass sie halt die, ja, im Wesentlichen die Sträflinge und. Qualifizierte Truppen als Kanonenfutter, wenn man so will, als erstes nach vorne geschickt haben, was dann natürlich ukrainisches Feuer auf sich gezogen hat, woraufhin dann die, ich sag mal qualifizierteren Truppen in zweiter Reihe dann geguckt haben, wo denn die ukrainischen Stellungen sind und die dann unter Feuer genommen haben. Das war quasi das Ding, das hat einerseits eben diesen großen Verlusten geführt, auf der anderen Seite eben auch dann ist den Russen ermöglicht, wiederum ukrainische Stellungen unter Feuer zu nehmen.
Tim Pritlove
Genau, und das vor allem halt mit Mörsergruppen, also viel Infanterie unterwegs. Mörser haben halt dafür den Vorteil, dass man die eben sehr viel leichter bewegen kann, weil das einfach so relativ kleine Geräte sind, aber das können die Russen wohl ganz gut. Und setzen die massenhaft ein und das hat dann eben diese Strategie auch unterstützt. Genau, ich würde mal ganz gerne diese Hauptkampforte, das sind im Wesentlichen so vier Gebiete auf denen sich das alles abgespielt hat, wo sich mehr oder weniger überall dasselbe Bild ergibt. Aber die vielleicht mal aufzählen. Ihr könnt das ja mal auf einer Karte vielleicht nachvollziehen. Die ganze Frontlinie zieht sich ja dann im Osten, also von Rakiv so nach Süden runter und macht dann halt nach links irgendwann nach Donetsk so einen Knick Richtung Saporizhja und dann Cherson. Saporizhia, Kreson werde ich jetzt gar nicht groß ins Auge fassen. Es gab zwar überall irgendwelche einzelnen Gefechte und Vorstöße, aber so diese großen vier Bereiche, die spielen sich halt dann an dieser gesamten Ostfront und dann hinter diesem ersten Knick ab. Also alles relativ nah auch beieinander. Also. Relativ nah. Handelt sich hier natürlich immer noch mehrere hundert Kilometer. Also los geht's erstmal in Swatowe und Kriminal auf dieser Achse. Das ist im Prinzip jetzt nach wie vor die nächste Frontlinie, die sich nach dem Vorstoß, der Ukraine ergeben hat, als sie diese riesigen Gebiete in Kharkiv. Eingenommen haben. Also diese große Landnahme noch bevor die Russen Kreson aufgeben mussten, die ja super erfolgreich war und wo die Russen komplett auf dem linken Fuß erwischt wurden, weil sie einfach die Gebiete nicht ausreichend abgesichert haben. Die Ukraine das gemerkt hat und dann sehr schnell vorgestoßen ist und dabei eben große Gebiete wieder zurückerobert hat. Und am Ende hat sich aber dann eben so eine Frontlinie ergeben, die eben dann auf dieser Nord-Süd-Achse zwischen den Orten Svatové und Kreminar sich abbildet. Und das war halt jetzt wirklich ein extremes Hin und Her. Hier hat die Ukraine im Wesentlichen Schritte nach vorne gemacht, aber irgendwo war dann halt einfach Schluss, weil eben, wie schon erwähnt, die Russen einfach das mit Personalfolge, ballert haben. Einfach ihre ganzen Mobilisierten da rein gehauen.
Pavel Mayer
Ja und hinzu kam, dass dann sie bis an einen Punkt gekommen sind, wo einfach das Gelände und die Geografie den Verteidiger bevorzugt. Also in dem Fall ein mehr geschlossenes Gebiet, wo man nicht so gut dann mit Panzern durchkommt, sondern nur um.
Tim Pritlove
Plus halt weicher Boden, kleine Waldstücke etc. Also ein enormer taktischer Stellungskrieg, der sich da abgespielt hat. In dieser Region würde ich aber sagen, hat Ukraine so ein bisschen die Nase vorn, aber es kam halt nicht wirklich zu einem weiteren großen Erfolg nach der Einnahme von Lyman. Das mag auch mit der Verfügbarkeit von Waffen zu tun haben, lässt sich schwer sagen. Sollte es gelingen, in einem März-April-Vorstoß, über den gemunkelt wird, auch hier Fortschritte zu erzielen. Die Einnahme von Swatowe und insbesondere die Einnahme von Kriminar wäre ein großer Erfolg, weil das so eine ganz wichtige Halteachse ist für die Russen und Kriminar ist dann halt auch so ein bisschen das Tor in diesen eigentlichen industriellen Donbass-Bereich, also die Städte Lusitcansk und Sierwero do Netsk. Wenn er uns vom halben Jahr, das war so der Ort wo da am meisten gekämpft wurde, wo die Russen alles draufgehauen haben, sollten die Russen das wieder verlieren, das wäre für die schon ein ein sehr großer Verlust, aber davon sind wir derzeit noch weit entfernt. Der zweite wesentliche Kampfbereich ist halt die Region über Umbach, Mut und Solidar, das ist ja schon fast so der nächste, wie soll man sagen, ich hab fast Heiliger Krieg gesagt, also so ein Symbolkrieg und. Zwar sowohl für die Russen, weil sie in irgendeiner Form nach Erfolgen lächzen und solche halt eigentlich im letzten halben Jahr nicht wirklich vorzuweisen haben. Und Bachmuth ist dann halt auch so die Stadt, die sich diese Wagner-Truppen besonders vorgenommen haben. Wagner, diese private Armee, die es so offiziell ja eigentlich gar nicht geben darf, aber halt trotzdem gibt, also in Russland spielen jetzt legale Gründe eigentlich selten jetzt noch eine große Rolle, zumindest nicht was diesen Krieg betrifft. Auf jeden Fall sind die dort halt massiv stationiert und haben halt einfach einfach diese ganzen Leute, die sie aus dem Knast geholt haben, da an die Front geworfen. Und noch ist es so, dass die Stadt Bachmuth gehalten werden kann, aber sie wird halt in zunehmendem Maße eingeschlossen. Es gab jetzt hier gerade in den letzten zwei Wochen eine größere Niederlage für die Ukraine, nämlich in diesem Ort Sule-Dar, der lange Zeit gehalten werden konnte, weil er eigentlich ideal geeignet war zum Verteidigen, weil es so eine Salzminenstadt war und da gab es halt viele entsprechende industrielle Gebäude und diese Salzminentunnel etc., die sie wohl auch eingesetzt haben, um teilweise so hinter dem Feind hervorzukriechen und im Rücken anzugreifen. Trotzdem war es dann einfach irgendwann nicht mehr zu halten, weil die Russen weiter im Norden einen anderen Ort sich haben einheimsen können und in zunehmendem Maße von verschiedenen Seiten angriffen und. Irgendwann ist dann einfach der Widerstand gebrochen. Damit schält sich die Front so ein bisschen im Norden um Wachmutter rum.
Pavel Mayer
Die haben einfach so sah es zumindest aus, einfach alles kurz und klein bombardiert. Von erobern kann fast gar nicht mehr die Rede sein von dem, was da dann übrig bleibt.
Tim Pritlove
Das wird einfach platt gemacht.
Pavel Mayer
Auf der anderen Seite haben die Ukrainer schon lange in den Stellungen geblieben, so, dass da es auch zu mehr Opfern gekommen ist, als die Ukraine normalerweise bereit sind. So zu Opfern. Aber man merkte halt, man wollte es eben auch den Russen nicht leicht machen, sondern irgendwie jeden für jeden Meter teuren Preis abnehmen. Aber das war halt eben auch für die Ukraine nicht wirklich billig. Zu Wagner vielleicht nur noch so zwei kleine Hinweise. Das eine ist, dass ja die Serben jetzt einen ziemlichen einen Ärger gemacht haben, weil da wohl ein paar Serben auch irgendwo bei Wagner bzw. Auf russischer Seite gesehen wurden und Wagner dort auch Anzeigen geschaltet hatte und da hat jetzt die serbische Regierung protestiert und das war ein ziemlicher Skandal, sag ich mal, in Serbien, weil das halt illegal ist nach serbischem Gesetz, nach russischem auch, wie du gesagt hattest. Ja, und gut, dann kommen wir vielleicht später noch drauf. Was politisch gerade an Graben kämpfen läuft. Aber so viel, dass jetzt auch die russische angefangen hat, Straftäter einzusetzen und jetzt Prigozhin so ein bisschen seine Versorgung. Abgeschnitten hat. Also interessanterweise scheint die russische Armee auch teilweise dazu übergegangen zu sein, so ein paar Wagner-Strategie-Taktiken wie auch immer zu kopieren. Das ist vielleicht zu wacke an der Stelle.
Tim Pritlove
Also wie lange die Ukraine Bachmut noch halten kann, ist derzeit sehr unklar. Es gibt halt sowohl den Erfolg im Norden als auch den Erfolg im Süden. Das heißt, dieses Umschließen der Vielen Dank für's Zuschauen. Stadt schreitet voran und dabei könnten halt wichtige Versorgungsstraßen wegfallen und irgendwann wird es dann auch schwierig. Also es ist sehr schwer einzuschätzen, da die Russen scheinen, also hier wirklich ihren Hauptschwerpunkt drauf gelegt zu haben. Am Ende, ich meine, wenn sie die Stadt einnehmen, dann ist es zwar schade, ja, und ist eine weitere Stadt, die erst mal wieder befreit werden muss. Nur. Militärisch ist am Ende für die Russen hier nicht so sehr viel gewonnen, aber man muss halt auch sagen, das ist natürlich eine wichtige Frontstadt, Denn die nächste Linie, die hier mit größeren Städten ausgestattet ist, das ist dann halt. Diese Achse Slowiansk-Kramatorsk und Kramatorsk ist halt so das Widerstandszentrum überhaupt. Also das war schon immer so der Hauptstandort für die ukrainischen Truppen im Donbass. Dort liegt quasi das Kommandozentrum, soweit ich das weiß. Das ist nicht schön und man will natürlich auch nicht, dass die Russen. Hier im Donbass noch weiter vorankommen. Also hier stürzen sie sich sozusagen auf dieses restliche Gebiet, aber da ist noch sehr viel Gebiet, was sie im Donbass erobern müssten und die Fortschritte waren halt sehr teuer. Also das Tempo werden sie so nicht lange durchhalten können. Dritter Ort und eigentlich auch immer so eine absurde Gesamtsituation eigentlich in diesem Krieg ist halt die Umgebung der großen Stadt Donetsk. Es gibt ja immer so den Oblast Donetsk und es gibt dann halt auch die Stadt, die so heißt, wie das ja in Chersan auch ist und Saporizhja und überhaupt ist das sehr verbreitet in der Ukraine, Rakiv genauso. Die Stadt Donetsk, da war ja die Frontlinie unmittelbar vor der Stadt und das ist ja auch immer noch. Und dort gibt es halt auch zwei Orte, wo die Russen die ganze Zeit drauf stürzen, sich drauf stürzen, drauf stürmen. Aber hier ist eigentlich relativ wenig Bewegung. Also da gibt es kleinere Fortschritte, die Russen gemacht haben hier im letzten halben Jahr, aber die bewegen sich alle so im Bereich von ein. Paar hundert Meter, vielleicht ein Kilometer, den sie hier und da mal vorangegangen sind. Also da kann kann man eigentlich nicht viel zu sagen. Und so der letzte Ort, wo es in letzter Zeit größere Gefechte gegeben hat, das ist die kleine Stadt Wuledar, beziehungsweise im Süden davon die Stadt. Pavlivka. Die Russen haben irgendwie monatelang auf Pavlivka eingerannt und haben dort auch extrem hohe Verluste gehabt. Mittlerweile haben sie die Stadt eingenommen, aber ein bisschen weiter hoch den Berg ist halt Wuledar, da tobt jetzt gerade der Veit. Das ist gerade noch offen. Ob es den Russen jetzt hier gelingt Wuledar einzunehmen, das wäre nicht gut für die Ukraine, weil das eigentlich ein ganz wichtiger Stronghold ist, denn im Prinzip sind alle davon ausgegangen, dass das so einer der Orte ist, wo vielleicht die Ukraine auch eine neue Offensive startet. Also dass man von hier von Wuledar nach Süden geht, weil das im Prinzip so ein bisschen das Tor Richtung Mariopolis ist. Also nicht um jetzt gleich die Stadt Mariopol einzunehmen, davon sind sie weit entfernt, aber auch um die Eisenbahn-Straßenverbindungen dort komplett zu kappen und damit eben die Versorgung des Westens der besetzten Gebiete weiter einzuschränken. Muss man sehen. Also das. Ist im Wesentlichen eigentlich die militärische Lage. Es geht viel vor und zurück. Die Russen mit einem extrem hohen Verbrauch an Menschen und Kriegsmaterial schaffen es hier und da Durchbrüche zu feiern. Haben jetzt leider in den letzten paar Wochen etwas größere Fortschritte gemacht, die aber insgesamt nicht so dramatisch sind, dass man sagen. Könnte, der Krieg hat eine Wende genommen. Was man aber sagen kann, ist, dass dieses Momentum der Ukrainer, die ja lange Zeit bestimmt waren, wo jetzt eigentlich der Krieg seine Dynamik entfaltet, dass das jetzt aufgebraucht ist und dass das wieder zurück an die Russen gegangen ist.
Pavel Mayer
Man kann definitiv konstatieren, dass das Momentum der Ukraine verloren gegangen ist und die Russen es geschafft haben, den Vormarsch der Ukraine zum Stillstand zu bringen und jetzt eben selber, würde ich sagen, leicht in die Initiative zu gehen oder Initiative übernommen zu haben.
Tim Pritlove
Aber es ist nicht klar, wie lange sie das halten können. Auf der anderen Seite haben sie sich auch extrem damit beschäftigt, sich tief einzugraben, also auch weit hinter den Frontlinien entsprechende Verteidigungslinien neu aufzubauen. Da gilt sowohl der Südbereich von Creson, also im Vorfeld zu Krim. Da ist das an vielen Stellen passiert. Und dann gibt es auch noch diese merkwürdige sogenannte Wagner-Linie, die so den Namen gefunden hat. Die ist doppelt absurd. Es handelt sich dabei um eine Befestigung tief im Luhansk herum, tatsächlich, im Donbass. Also nicht unbedingt jetzt da, wo gerade die Frontlinie ist, sondern eben viele Kilometer weiter im besetzten Gebiet. Sozusagen als zusätzliche Absicherung. Und. Diese Absicherung besteht aus einem über Kilometer lang gezogenen tiefen, ich glaube, Doppelgraben, der dann auch noch mit diesen absurden Betonpyramiden bestückt ist, also um sozusagen ein einfaches Überfahren durch Panzer zu verhindern. Und noch absurder Weise, gibt es so etwas auch auf russischem Gebiet. Also diese Wagner-Linie zieht sich teilweise auch in russisches gebiet rein wo schon alle sich ein bisschen am kopf gekratzt haben und sagten so gehen die jetzt wirklich davon aus dass dass dass dass. Dass jemand sie auf ihrem eigenen Boden angreift.
Pavel Mayer
Ja, ganz offensichtlich. Und so eine der letzten bis vielleicht ein bisschen mehr als Gerüchte ist, dass jetzt die russischen Militärangehörigen in Luhansk evakuiert worden sind nach Russland, Sodass die Russen wohl davon ausgehen, dass die nächste große Offensive der Ukraine in der Luhansk-Region kommt und sie dem wohl nicht sicher standhalten werden. Das ist zumindest das Mindset der Russen im Moment. Plus gibt es Berichte über größere neue Truppenkonzentrationen in der Gegend von Luhansk, ... für ukrainische Truppenkonzentrationen.
Tim Pritlove
Also das macht auf jeden Fall so den Eindruck, dass die Ukraine so ähnlich wie sie es schon mal im Sommer gemacht hat, so ein doppeltes Spiel macht. Auf der einen Seite, man hält halt die Stellung, man gibt auch nicht so schnell auf bei in Gebieten, wo eigentlich der Druck extrem stark ist, also auch der Kampf um Sierwero Donetsk und Lüssi Csanks war ja auch sehr verlustreich für die Ukrainer. Hat aber den Ukrainern halt viel Zeit gegeben. Dann trafen die Heimars-Raketen ein und dann hat sich ja das Blatt das erste Mal gedreht so richtig. Das heißt, man musste erst mal diesem extremen Powerangriff durch. Übermächtige Artillerie in irgendeiner Form etwas entgegenhalten. Jetzt haben wir vielleicht eine ähnliche Situation. Auf der einen Seite dürften sie. Gehofft haben, dass sie einen sehr kalten Winter unter Umständen eine Gelegenheit haben, hier und da nochmal durchzubrechen. Sie haben vielleicht auch gehofft, schon über besseres Material zu verfügen. Thema. Panzer, da werden wir gleich noch ausführlich drauf kommen. Das hat so, glaube ich, alles nicht stattgefunden. In der Zwischenzeit haben sie aber eben auch geschafft, neue Versorgungslinien zu eröffnen, eigene Artillerieproduktion zu starten etc. Also es passiert halt im Hintergrund auch eine ganze Menge, was letzten Endes eine langfristige Auswirkung auf den Krieg haben soll. Und ich denke, dass wir auch gerade so eine Phase erleben, wo die Ukraine erst mal versucht, so weit gegenzuhalten, dass sich nichts nennenswert verschlimmert und im Hintergrund sozusagen. Alles neu aufzustellen, um dann weitere entscheidende Fortschritte zu erzielen.
Pavel Mayer
Da gehen wir später nochmal ein bisschen detaillierter beim Ausblick.
Tim Pritlove
Also das ist das sozusagen so in etwa das. So was man jetzt auch noch erwähnen muss, ist natürlich, was in der Zwischenzeit auch noch passiert ist. Ist abgesehen der Frontkämpfe gab es natürlich auch die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Und das war sehr perfide, weil es natürlich dann voll auf die zivile Bevölkerung geht, in dem es in überhaupt gar keine militärischen Ziele hat. Aber das ist ja jetzt an diesen Krieg, wenn man auf Russlands Methoden schaut, auch überhaupt nichts Neues, also so richtig überrascht hat es keinen. Aber es war natürlich extrem, weil sie wirklich immer solche Kampagnen geflogen haben mit Cruise Missiles, mit billigen iranischen Drohnen, alles was irgendwie fliegt, dann diese KH, wie heißt die? KH-101 Missiles von den Schiffen im Schwarzen Meer. Also sozusagen so eine Mixtur aus Langstrecken, Raketen, Mittelstrecken, Raketen und Drohnen, die zwar auch weite Strecken schaffen, aber halt nicht so viel Explosionskraft haben. Und haben die dann eben gezielt auf Energieinfrastruktur, sprich auf Stromverteilerstruktur, insbesondere so diese ganzen Unterverteiler, Transformatoren, die so einfach irgendwo in der Botanik stehen und von denen es eben viele gibt, die aber auch sehr wichtig sind, um die Ukraine in der Lage ist, das Netz weiter auszubalancieren und natürlich auch um den Strom weiter zu verteilen. Auf der einen Seite und auf der anderen Seite Heizkraftwerke. Man wollte also einfach das Land ausbluten lassen, indem das Heizen nicht ermöglicht wird etc. Und natürlich ist auch ein Mangel an Strom auch nicht gut für ein Land, was gerade im Krieg ist. Allerdings muss man sagen, also das war zwar dahingehend erfolgreich, dass das wirklich eine ganze Menge kaputt gegangen ist und je nachdem, welchen Bericht man so glauben darf, kann man davon ausgehen, dass so gut 50 Prozent der Energieinfrastruktur, vielleicht 60 Prozent der Energieinfrastruktur Schaden genommen hat. Davon ist sicherlich noch nicht alles repariert worden, wenn auch viel wieder sehr schnell in Stand gesetzt werden konnte, zumindest dahingehend, dass es eben überhaupt wieder in Betrieb war. Manches wurde ja dann auch bei Angriffen erst mal notabgeschaltet, damit es nicht unter Last getroffen wird und noch größere Konsequenzen hat als ohnehin schon. Das ist also sozusagen, einmal so die logistische Antwort, die die Ukraine dort geliefert hat, aber es gab natürlich. Dann auch eine internationale Reaktion, weil das war natürlich dann wieder so ein Punkt, wo sich dann die Welt mal wieder gewahr wurde, dass es sich ja dann doch bei so einem Krieg auch um eine humanitäre Katastrophe handelt und entsprechend wurden dann neue Flugabwehrsysteme bewilligt, die der Ukraine zukamen. Es ist ja schon interessant, dass ausgerechnet dieser Gepard, ein Panzer, der bei der Bundeswehr bereits in der Verschrottung anstand, dass das eins der effizientesten Abwehrsysteme in der Ukraine ist.
Pavel Mayer
Mittlerweile sind dort auch 36 Stück im Einsatz, das sind nicht nur ein paar Einzelsysteme mehr.
Tim Pritlove
Die letzten sieben, die es noch gibt, die jetzt gerade noch repariert werden, die gehen jetzt irgendwie auch noch hin. Und drei, die eigentlich schon in der Verschrottungspipeline waren, die werden jetzt auch nochmal wieder entstand gesetzt. Vielleicht sind das sogar diese letzten sieben, ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau. Ich glaube, das war's. Das heißt, es wird dann überhaupt gar keinen G-Part mehr geben, was ja jetzt eh das Ziel war der Bundeswehr, weil man dachte, braucht man nicht mehr. Die sind also jetzt alle in der Ukraine. Aber nicht nur das, sondern auch diese IRST-Systeme, die hatten wir hier vor einigen Ausgaben schon mal ausführlich besprochen. Zwar mehr aus der Perspektive als Luft-Luft-Rakete, aber es gibt es ja eben auch als Bodenluftsystem. Und das war wohl sehr effizient mit irgendwie angeblich 100 Prozent Effektivität. Also alles was da irgendwie erfasst wurde, wurde dann auch... Lokalisiert und zerstört. Dazu eben viele andere Luftabwehrsysteme aus anderen Ländern. Ich kriege die Liste jetzt gar nicht ganz zusammen. Und am Ende ist die Debatte ja so weit eskaliert. Dann kam es ja diese Situation, dass dann Deutschland den Polen ein Patriotsystem liefern wollte. Das war wohl eh schon abgesprochen. Und die Polen so auch schickt das doch in die Ukraine. Und Deutschland so, ah, nee, ja, schwierig und so. So haben wir es aber nicht gerechnet. Und dann ging diese ganze politische Debatte los mit, warum denn Deutschland nicht in der Lage ist, mehr zu helfen. Und am Ende gab es eine Entscheidung der USA, ein Patriotsystem zu liefern. Und dann musste auch Deutschland klein beigeben und das Patriotsystem geht tatsächlich auch in die Ukraine. Und das ist insofern ein Big Deal, als das natürlich das Patriotsystem als das effizienteste Luftabwehrsystem überhaupt gilt. Ob es das wirklich ist, weiß ich nicht, aber es gilt zumindest als das effizienteste. Das ist ja jetzt auch nicht nur so ein Ding, was irgendwo rumsteht, wie so ein Gepard, sondern das ist ja sozusagen so ein komplettes Netzwerk aus Radarsystem, Lonsharn etc. Also ein Petrolsystem besteht dann aus, was weiß ich, 7, 8 verschiedenen. Unterkomponenten, die halt alle miteinander vernetzt sind und dann entsprechend detitieren und dann entsprechend einfliegende Raketen auch zerstören können. Aber das politische Signal war glaube ich an der Stelle viel, viel, viel wichtiger und in der Folge sind halt zahlreiche Luftabwehrsysteme geliefert worden, sodass die Gesamtsituation sich dann geht, gebessert, dass immer mehr dieser. Eingehenden Raketen auch abgeschossen werden konnten. Also es gab Tage, wo 80, 90, 95 Prozent aller einflogenden Raketen abgefangen werden konnten. Die, die dann trotzdem noch irgendwelche Ziele getroffen haben, das war schlimm genug. Aber für die Russen war das natürlich auch sehr teuer, weil diese ganzen Langstreckenraketen, das ist schon somit das teuerste, was du auf den Weg schicken kannst. Und so viel haben sie davon unter Umständen auch nicht. Wie viel sie jetzt noch haben, das weiß keiner so ganz genau. Tatsache ist, in letzter Zeit sind die Angriffe seltener geworden und sie sind dann auch immer mit immer weniger Raketen geflogen worden. Das heißt, diese total überwältigenden Massenangriffe haben nachgelassen. Und das hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Ukrainer zu einem Punkt dann auch in der Lage waren, mal ganz anders zurückzuschlagen und es in irgendeiner Form hinbekommen haben, ein Dronensystem zu starten, was offenbar in der Lage war 600, 700 Kilometer in Russland einzudringen und dort zwei Militärstützpunkte zu treffen, wo genau diese Flugzeuge stehen, mit denen ein Teil dieser. Langstreckenraketen überhaupt abgefeuert wurde. Und das war natürlich in jederlei Hinsicht bemerkenswert. Erstmal war es bemerkenswert, dass die Ukraine solche Technik hatte. Weiß nicht, hast du da irgendwelche klaren Erkenntnisse darüber? Also ist man sich jetzt irgendwie mal einig geworden, um was es sich dabei jetzt eigentlich wirklich gehandelt hat?
Pavel Mayer
Ja, das ist also andere Information, habe ich da auch nicht, als dass es sich eben um diese modifizierten TU-141-Drohnen gehandelt hat, in die man dann vorne Sprengstoff reingepackt.
Tim Pritlove
Weil es wurde ja lange gemunkelt, dass es so ein umgebautes Aufklärungsdrohensystem aus so wird es halten.
Pavel Mayer
Hat und die Steuerung halt automatisiert hat. Und ja, das ist also mein letzter Kenntnisstand auch.
Tim Pritlove
Ja, meiner auch. Es gab nur verschiedene Thesen, was es denn auch noch hätte sein können. Und am Ende sah sich die Ukraine jetzt auch nicht genötigt, im Detail zu erklären, was sie da jetzt zum Einsatz gebracht haben. Weil, warum sollten sie das erzählen? Tatsache ist, sie haben es also geschafft, zwei Airbases anzugreifen in diesem ersten Angriff, die beide 700 Kilometer entfernt waren. Die sogenannte Engels Airbase und ein weiteres Airfield in der Nähe von Ryazan. Das sind beides so Standorte, wo Nuklearbomber stehen. Und das ist insofern was Besonderes, davon gibt es gar nicht so viele in Russland. Also es gibt für ihre dicken Nuklearbomber, glaube ich, überhaupt nur drei oder vier Standorte und das sind zwei davon. Und wenn halt die Ukraine in der Lage ist, da so eine Drohne hinzuschicken und Bomber zu zerstören und es sieht so aus, als ob sie schon eine oder zwei auch erwischt haben auf diesem Airfield. Die stehen da nämlich einfach rum ohne Hangare, weil die Russen sich denken, sonst kann ja eh nichts passieren. Das dürfte also schon mal einerseits recht teuer gewesen sein. Und das Problem ist, dass sie natürlich diese Bedrohung jetzt nach wie vor haben. Und dann wurden halt ein Großteil dieser Bomber auch auf eine andere Airbase verlegt. Nur die Airbase liegt halt mehrere tausend Kilometer weiter im Osten. Also eher so in Richtung China und können von dort halt nicht so ohne weiteres gegen die Ukraine eingesetzt werden. Und die können die halt auch nicht auf irgendeinen anderen Flugplatz irgendwo hin schicken, weil für diese Maschinen brauchst du halt das entsprechende Gerät, Wartung, Material, Personal. Kannst nicht mal eben einfach irgendwo so einen Bomber irgendwo anders hinstellen, weil dann kriegst du halt unter Umständen da gar nicht mehr weg. Ein paar Wochen später gab es dann noch einen zweiten Angriff, noch mal auf diese Engels-Airbase. Auch dessen Auswirkungen werden nur so gerüchteweise bestätigt. Also mal hieß es Bomber sind bestätigt worden, mal hieß es ein Kontrollzentrum ist bestätigt worden oder sogar ein Reparaturbereich. Weiß ich nicht. Tatsache ist, sie haben es geschafft, das anzugreifen. Sie greifen halt die Russen quasi auf ihrem eigenen Gebiet an, aber eben in so einem militärischen Bereich. Es gab dann auch noch mal auf der Kursk Airbase auch noch einen Angriff.
Pavel Mayer
Ja, so ein bisschen so ein Duel-Rate-Moment auch. Es sind zwar nur so ein paar Schläge, so wie die Amerikaner nach dem Angriff auf Pearl Harbor, dann Japan bombardiert haben und wo die Folge dann eben auch war, dass die Japaner dann. Bestimmte Kräfte zum Schutz des Heimatlandes dann einsetzen mussten und die dann nicht an der Front zum Einsatz bringen konnten. Auch wenn die Zerstörungen an sich jetzt nicht so groß waren, ist natürlich der strategische der taktische Effekt ganz gut, dass die Russen sich dann eben einen Kopf drum machen müssen und Ressourcen dafür aufwenden müssen, die zu schützen und dass es denen komplizierter macht. Insofern, ja, gute Geschichte.
Tim Pritlove
Ja, gute Geschichte auch dahingehend, wenn man jetzt noch mal diese Distanz misst, diese 700 Kilometer. Also eine Drohne, die sozusagen 700 Kilometer unerkannt oder zumindest unverteidigt durch russisches Land fliegen kann, um dort dann am Ende auf militärischen Zielen runterzugehen. Das ist natürlich etwas, was die Russen auf jeden Fall sehr beunruhigen müssen. nicht nur wegen dieser Angriffe, so wie sie bisher stattgefunden haben, sondern 700 Kilometer reicht zum Beispiel auch, um nach Moskau zu fliegen.
Pavel Mayer
Deswegen stehen jetzt auf einigen russischen Ministerien in Moskau jetzt Luftabwehrsysteme. Ich weiß nicht, ob du das gehört hast, dass die...
Tim Pritlove
Ja, genau. Und nicht nur das, auch auf dem Weg dahin. Also es sind sozusagen verschiedene Luftwehrabwehrsysteme auch nochmal abgezogen worden, um eben diese Linie nach Moskau weiter dazu sicher, weil da haben sie natürlich jetzt richtig Schiss, weil da betrifft es ja mal die Führungskräfte selbst. Ich glaube jetzt nicht, dass die Ukraine anfangen wird, irgendwas auf den Kreml zu schmeißen. Das ist sicherlich, das würde nicht viel bringen. Also würden irgendwie Putin nicht erwischen und am Ende sich damit mehr Ärger einhandeln, als sie dazu gewinnen haben. Aber die Bedrohung ist natürlich im Raum und es zwingt die Russen hier auch wiederum sich anders aufzustellen und so ist es halt immer so ein Stellungskrieg, der auch so auf so einer Mitebene abläuft.
Pavel Mayer
Zwei kleine Dinge noch Ergänzung zur Reaktion des Westens auf diesen Infrastrukturkrieg. Zum einen wurden natürlich jetzt tonnenweise kleine bis große Generatoren geliefert. Plus die Türken haben sogar ein Generatorschiff nach Odessa geschickt, was quasi Generatoren an Bord hat und dann ein Schiff als Kraftwerk im Grunde genommen.
Tim Pritlove
Mhm. Mhm.
Pavel Mayer
Was ich auch ganz interessant fand. Und wo wahrscheinlich die Russen auch vielleicht zurückschrecken, davor dieses türkische Generatorschiff zu bombardieren, aber wer weiß.
Tim Pritlove
Ja, das stimmt. Ja, Generatoren kamen auch aus anderen Ländern. Ich überblicke das nicht. Es war wohl generell schwierig, diese Technik im Westen zu finden, weil das Russische, also das alte Silvirtische und damit auch das ukrainische Stromnetz auf, anderen Generatoren-Dimensionen basiert, als das üblicherweise im Westen der Fall ist. Das heißt, die Generatoren bzw. die Transformatoren, die dort erforderlich sind, die waren jetzt hier nicht so off the shelf verfügbar, aber konnten, glaube ich, aus, Korea oder so, weiß nicht mehr so ganz genau, unter anderem beschafft werden. Also da ist auf jeden Fall im im Detail relativ viel passiert und im Großen und Ganzen kann man sagen, das war zwar mal wieder dann sehr teuer für die Ukraine, weil natürlich einiges kaputt gegangen ist, aber die Russen haben Sie jetzt auch nicht klein bekommen darüber.
Pavel Mayer
Und bei uns, falls es jemanden noch nicht aufgefallen ist, bei uns ist auch das Licht nicht ausgegangen und über Weihnachten und ja, also der Gas, weder das Gas noch dann die entsprechenden Power Outages, die prognostiziert wurden, obwohl die Franzosen auch gerade völlig verkacken. Irgendwie die Hälfte ihrer Atomkraftwerke gerade nicht laufen. Aber das ist ein anderes Thema. Aber wir haben es irgendwie offenbar trotzdem bisher geschafft. Auch ein bisschen dank des Wetters sicherlich. Und so ist es auch den Russen nicht gelungen, die Ukraine jetzt zu Boden zu bringen, zu Fall zu bringen durch ihre Angriffe. Aber die haben sicherlich für Schäden und Probleme gesorgt.
Tim Pritlove
Genau, und es mag auch die Ukraine in ihrem militärischen Planungsverlauf eingeschränkt haben, weil Dinge nicht produziert werden konnten oder bestimmte Offensiven gegebenenfalls nicht ausreichend abgesichert waren. Das weiß man nicht, das wird man wahrscheinlich auch nie erfahren und wenn dann erst sehr viel später. So oder so hat der ganze Krieg um die Infrastruktur die Bereitschaft des Westens weiteres Material bereitzustellen doch deutlich gesteigert. Man hat also gemerkt wie das eben, ja ich weiß nicht ob das Wort Ruck schon angemessen ist, aber es war auf jeden Fall eine permanente Debatte und führte dann in zunehmenden Maße auch wieder auf die eigentliche Militärtechnik zurück. Und der Ruf nach. Weiteren Waffenlieferungen, der besteht ja im Prinzip seit Anfang dieses Krieges und ist dann aber immer lauter geworden und vor allem hat er sich in zunehmendem Maße auf Deutschland verengt, denn die Ukraine wollte vor allem und will nach wie vor vor allem Kampfpanzer haben oder wie es im Englischen etwas präziser heißt Main Battle Tanks, also Hauptkampfpanzer kann man mal sagen. Wem das vielleicht in der ganzen Debatte noch nicht klar geworden ist, worum es sich dabei jetzt eigentlich handelt. Man muss halt mal ein bisschen schauen auf die Militärtechnik, wie sie sich so entwickelt hat, insbesondere im Fahrzeugsbereich. Und da kann man so grob ein paar Kategorien unterscheiden. Da kann man jetzt sehr viele unterscheiden, aber vielleicht einfach nochmal so als generelle Orientierung auch in unserer Debatte darum, worum es jetzt hier eigentlich geht. Man braucht halt Geräte, nicht wahr? Also man braucht überhaupt erst mal Fahrzeuge, um irgendwie ins Geschehen zu kommen und im Geschehen zu bleiben. Und da kommen natürlich auch teilweise einfache PKW, einfach geschützte Spezial-PKW zum Einsatz. In der Ukraine sind tonnenweise solche Pickup Trucks unterwegs, wo irgendwie noch ein Gewehr drauf montiert ist. Das Problem ist nur, das ist natürlich gegen Angriffe nicht besonders gut geschützt. Das ist weder gegen Explosionen gut geschützt noch gegen. Sniper. Also man will einfach ordentliches Gerät haben und da gibt es halt auf der einen Seite erstmal nur gepanzerte Truppentransporter, also so. APCs, Armored Personnel Vehicles, die halt einfach dazu da sind, Truppen halbwegs beschützt an den Ort des Einsatzes zu bringen. Aber dann gibt es auch noch weitere Kategorien wie zum Beispiel die in Deutschland so schönen Schützenpanzer genannte im Englischen, ich finde auch etwas treffender formuliert sogenannte Infantry Fighting Vehicles. Das sind halt so Minipanzer, die schon etwas größeren Schutzgrad haben, was ihre Panzerung betrifft, die auch eine. Etwas stärkere Kanone in der Regel mit sich führen, aber die auch primär dafür gedacht sind, einerseits Infanteriegruppen, so in so einer Truppengröße von sieben, acht Leuten, irgendwo hinzufahren, also schnell irgendwo hinzubringen mit eben so einem Fahrzeug mit Ketten, was halt auch durch. Jedes Gelände durchkommt, die dort abzusetzen, um sie dort dann bestenfalls noch zu begleiten. Also, dass man dann eben mit der Kanone versucht, Schutz zu bieten für diese Infanterie, aber im Wesentlichen geht es hier um den Infanterieeinsatz. Das sind diese Marder-Systeme, die jetzt Deutschland vor ein paar Wochen schon zugesagt hat, die zu liefern, nachdem die. Amerikaner auch ihre Bradley-Panzer, Schützenpanzer zugesagt haben und die Franzosen diese AMX-10-Systeme, also es ist im Prinzip dieselbe Kategorie dieser Infanterie-Fighting-Vehicles. Da hat sich also jetzt dann doch relativ schnell was getan. Das sind auch wichtige Fahrzeuge, insbesondere in der Art von Krieg, wie er halt derzeit in der Ukraine herrscht, weil da ist einfach viel Infanterie im Einsatz und es geht eben darum, die Infanterie einfach auch sicher zur Front zu bringen und an der Front gegebenenfalls auch sicher zu unterstützen, und dann eben auch entsprechend sich wieder zurückziehen zu können, ohne eben sofort Schaden zu nehmen, wenn in der Nähe Artillerie hochgeht. Aber das. Alleine reicht natürlich nicht aus und deswegen möchte man eben ganz gerne im Verbund auch noch die eigentlichen großen dicken fetten Hauptkampfpanzer also diese Main Battle Tanks haben und das sind dann halt ebenso Systeme wie die Leopard, Leopard 1, Leopard 2 aus deutscher Produktion, Challenger aus britischer Produktion oder diese M1 Abrams Panzer aus amerikanischer Produktion, das sind eben auch mit so die leistungsfähigsten Panzer, die es, eigentlich auch überhaupt gibt und die eben rein von der Kampftechnik her, den russischen Panzermodellen deutlich überlegen sind. Nur die Amerikaner wollten keine rausrücken, wahrscheinlich einfach auch aus Kostengründen, aus logistischen Gründen die amerikanischen Kampfpanzer laufen auf anderem Treibstoff. Da macht man jetzt nicht einfach mal nur so Diesel rein, sondern das ist halt so ein Prinzip. Also das kann man wohl auch machen, aber im Wesentlichen sind es einfach Jet-Engines, die auch extrem viel Sprit brauchen. Also es gab auf jeden Fall viele Ausreden, warum die Amerikaner hier nicht vorangehen wollten und alle haben halt auf Deutschland gezeigt haben gesagt, hallo Europa, ihr habt da irgendwie ein paar hundert Leoparden rumstehen, da sind von 2000 verkauft worden, das ist seit den 70er Jahren ist das im Wesentlichen der NATO-Standard, wieso nehmt ihr nicht die? Und Deutschland so, ja nö, machen wir nicht, weil und da wurde es dann etwas unklar, warum sich die deutsche Regierung so schwer getan hat, hier eine Freigabe für andere Länder zu erteilen, ihre Leoparden bereitzustellen bzw. Warum sich Deutschland selbst auch nicht bereit erklärt hat, zunächst einmal Leopardpanzer bereitzustellen.
Pavel Mayer
Wir hatten das Thema ja vor Monaten schon mal, was so ein bisschen die deutschen Basisbedenken waren. Auf der einen Seite natürlich das Bild so, deutsche Kampfpanzer im Einsatz auf dem Weg nach Osten Richtung Russland. Deutsche Kampfpanzer an der Ostfront, so dieses Bild irgendwie, wollte man sicherlich nicht heraufbeschwören. Das ist das eine Ding. Dann, ich sag mal, ganz. Pragmatische Überlegungen, dass man sich halt jetzt nicht mehr zum Ziel oder zum. Exponierten Ziel Russlands machen wollte, sondern sagen, wenn, dann liefern alle Panzer, damit jetzt Deutschland nicht so raussticht, was zwar ohnehin nicht ganz zu vermeiden ist, aufgrund eben der Rolle und der Größe und weil es nun mal deutsche Panzer sind, um die es geht, kommt da Deutschland eine herausragende Rolle zu, aber man wollte jetzt auch nicht notwendigerweise hier vorne wegmarschieren oder die Führung übernehmen. Da tut sich Deutschland traditionell mit schwer, teilweise sicherlich auch aus berechtigten, nachvollziehbaren Gründen. Aber die Situation ist nun mal jetzt auch so, wie sie ist. Und wenn man sich jetzt auch als Lehrer aus der Nazi-Zeit so dieses nie wieder mitnimmt, dann heißt das eben aber auch, dass wenn irgendwo anders was passiert, was in diese Richtung geht, wie sagen wir mal Völkermord und massives Leid, dass man auch nicht einfach nur daneben steht und nichts tut. So, das ist dann vielleicht die andere politische Lehre oder auch dieses schwierige Spannungsfeld, natürlich auf der einen Seite zu sagen, nee, wir wollen jetzt Konflikte nicht grundsätzlich mit Waffen befeuern, Aber man kann eben auch nicht einfach nur daneben stehen.
Tim Pritlove
Da ist halt eher die Frage, ob man mehr nie wieder Krieg oder nie wieder Genozid schreit. So und diese Debatte hatten wir ja schon in der Auseinandersetzung ums Kosovo. So, da hat sich das ja im Prinzip genauso gezeigt. Ich war, als unser Außenminister Fischer da klar Position bezogen hat, einfach gesagt hat so, ja, nee, Völkermord darf es in Europa nicht mehr geben. Und wenn der halt begangen wird, dann müssen wir dagegen auch vorgehen und sich dann halt entsprechenden Kriegs-Skeptikern entgegengesahen, die halt gesagt haben, Also wir wollen ja generell keine Kriegsbeteiligung mehr, weil das macht ja alles nur noch schlimmer. Kann man so sehen, aber kann man halt auch anders sehen. Ich denke mal, wir beide sind da auch relativ klar positioniert. Wir sehen das auch so, nicht wahr? Also das ist halt einfach, man kann hier nicht nichts tun. Und man kann sich natürlich eine Welt wünschen, in der keine Panzer mehr irgendwo hinrollen, aber diese Welt ist halt nicht real. Diese Welt existiert derzeit nicht.
Pavel Mayer
Und dummerweise rollen halt die Panzer und diesmal waren nicht wir, also nicht die Deutschen, die diese Panzer in Bewegung gesetzt haben, sondern es waren die Russen, die halt mit. Panzern losgezogen sind und das ändert natürlich auch noch mal fundamental die Situation. Zu der Situation noch mal vielleicht jetzt etwas detaillierter, also warum das Ganze dann auch so kompliziert lief, lag jetzt nicht nur an der Haltung von Deutschland oder, Olaf Scholz, der sich ja dagegen gesperrt hat, eben alleine zu liefern oder darauf gepocht. Hat, dass die USA auch Abrams Panzer liefert, als er es zur Bedingung gemacht hat. Er wurde dafür kritisiert. Erst war die Position, wir liefern nicht als Erste, sondern wir gehen mit, wenn andere liefern. hat England dann so seine 14 Challenger Panzer angekündigt, Challenger 2, und dann sagten okay und jetzt machen wir Deutschland. Dann sagte Olaf Scholz ja, ja, nee, Amerikaner müssen auch liefern, sonst gehen wir nicht. Mit und dann musste er sich halt sehr viel Kritik stellen nach dem Motto, ja, er verschiebt. Immer sozusagen jedes Mal den Zielposten, den Goldpost, weiß nicht, wie man das Deutsch sagt, aber sozusagen jedes Mal, wenn der Punkt erreicht ist, so kommen plötzlich neue Dinge, das wurde ihm vorgeworfen. Stimmt nicht ganz so, ich meine, kann man so oder so interpretieren. Aber was mir dann aufgefallen ist an der Debatte, dass plötzlich die Abrams-Panzer so schlecht geredet wurden in der öffentlichen Debatte. Sagt, es ist zu kompliziert, zu schwer zu warten, brauchen irgendwie Jetfuel und der amerikanische Verteidigungsminister stellt sich hin und sagt, das ist Quatsch und wir. Können die nicht warten und die sind zu schwer und die Brücken stürzen alle ein und die. Passen nicht auf die Züge und was da nicht alles, ja plötzlich waren, waren diese Abrams-Panzer irgendwie ganz, ganz schlecht für die Ukraine. Aber Scholz ist dann hart geblieben und bis dann die USA so halb 10 knirschen wahrscheinlich. Er sagte, na gut, dann liefern wir die jetzt auch, als der Druck zu groß wurde. Wobei dann auch in den USA-Stimmen gesagt haben, das hätten die USA auch früher haben können. Wenn die USA einfach vor einem Monat oder vor zwei Monaten gesagt hätten, wir liefern jetzt Abrams-Panzer, dann wären auch die Deutschen mit dabei gewesen. Das heißt, man kann jetzt nicht nur Deutschland oder Olaf Scholz allein die Schuld dafür in die. Schuhe schieben. Und wenn wir jetzt mal ein bisschen wirklich in die Technik. Rein gehen, nämlich die Frage, wie gut sind denn jetzt die Panzer im Vergleich zueinander? Dann sind, sagen die Abrams und die Leoparden, gibt es halt in verschiedenen, auch Modernisierungsstufen, deswegen muss man immer aufpassen, was vergleicht man mit was, aber grundsätzlich sind die beide ziemlich gut. Und je nach Variante ist mal der eine ein bisschen besser, mal der andere ein bisschen besser. Der Aeros hat wahrscheinlich eine bessere Panzerung, während die neueren Leoparden ab A6. Haben eine stärkere Kanone, die ist länger, kann weiter schießen und der Leopard gilt halt auch als, extrem zuverlässig, wobei vor allem die Wanne, also Motor, Laufwerk und so laufen wohl ganz gut. Schwächen liegen wohl eher im Turm, während Abrams mit der Turbine, wie du schon richtig gesagt hast, ist aber so, dass gerade Turbinen sind halt besonders, also nehmen jede Art von. Treibstoff, also alles was brennt im Grunde genommen. Du kannst da auch die Turbine mit. Diesel betreiben, mit Kerosin, mit Benzin, mit Alkohol, alles was brennt. Auch sogar. Könntest du sie auch mit Sonnenblumenöl wahrscheinlich in den Tank kippen bei einem, Abrams Panzer und der würde damit.
Tim Pritlove
Davon gibt es genug in der Ukraine.
Pavel Mayer
Also je nach, ich meine nicht jeder Treibstoff ist dann gleich gut. Manche Treibstoffe bringen dann halt nicht genug Leistung oder weniger Leistung als die 1500 PS, die da rauskommen sollen oder. Ja, erzeugen ein bisschen mehr Hitze oder Rückstände und so. Aber Jetfuel wird halt deswegen genommen für die Abrams Kampfpanzer, weil die Kampfflugzeuge alle Jetfuel brauchen und das in großen Mengen verfügbar ist. Und das ist der einzige Grund, warum normalerweise die Amerikaner den Abrams mit Jetfuel betreiben. Wobei auch je nach Einsatzgebiet, wie kalt oder heiß es da ist, variiert man dann auch. Die Sorten. Und letztlich sind das alles mehr oder weniger lange Kohlenwasserstoffketten und so eine Turbine, die muss in erster Linie brennen. Und die sind halt auch so heiß, dass auch was immer du da reinspritzt, das verbrennt halt und gut ist. Problem mit dem Abrams ist jetzt, wie gesagt, dass er ungefähr doppelt so viel Sprit verbraucht wie. Einen Leopard bei vergleichbaren Fahrleistungen und solche Turbinen sind auch nicht so gut im. Im Leerlauf oder im Teillastbetrieb sind die besonders ineffizient. Aber um das auch wieder in Perspektive zu setzen, die Panzer von so einer Panzerbrigade machen ungefähr ein Drittel des Spritverbrauchs aus. Und so dass wir, wenn man jetzt auf Bataillonsebene, auf Brigadeebene das Ganze betrachtet, und sagt, wenn wir Abrams versus Leopard einsetzen, dann haben wir ungefähr ein Sechstel mehr Spritverbrauch. Also es ist jetzt von daher auch nicht so prohibitiv. An der Stelle, dass man deswegen keine Abrams einsetzen könnte. Vom Gewicht her und von den Abmessungen her, je nach Variante, sind die praktisch vergleichbar. Groß. Also, wenn man sich die anguckt, der Abrams sieht zwar irgendwie klobiger und größer aus, aber wenn ich mir die Millimeter und Zentimeter angucke, die da angegeben sind, wo im Übrigen die Quellen alle nicht miteinander übereinstimmen. Selbst wie groß die Panzer wirklich sind, wie lang und breit und hoch, ist nicht eindeutig, auch eben wegen der verschiedenen Varianten. Aber ich will nur sagen, es gibt Leoparden, die sind größer als Abrams-Versionen und umgekehrt. Jetzt der eigentliche Haken. Jetzt haben wir ja gefragt, warum wollen die Amerikaner keine Abrams Panzer liefern? Zumal, wenn man jetzt auch sagt, Okay, also Abrams dürfte der... Meistgebaute Kampfpanzer sein, also über 10.000 Abrams-Panzer wurden gebaut, ungefähr 4.000 Leoparden. Davon haben die USA 8.000 Abrams-Panzer, ungefähr die Hälfte, ich glaube 3.800 sind eingemottet, so sind also gar nicht in Benutzung. Da dachte ich mir, hey, wir haben so viele davon rumstehen, warum, was ist das Problem. Und brauchen die meisten davon nicht. Und jetzt kam halt dann auch raus, was denn jetzt für Abrams Panzer geliefert werden und interessanterweise werden keine Bestandspanzer von den Amerikanern geliefert, sondern 30 bis 40 neu gebaute Panzer, die noch produziert werden. Müssen. Das ist halt auch so ein bisschen, da haben wir ja gefragt, okay, was ist, gibt es jetzt irgendeinen Haken dran? Also das ist so ein bisschen jetzt der Haken und jetzt. Fragt man sich natürlich, warum, wenn die USA fast 4000 rumstehen haben, die sie. Nicht brauchen, produzieren sie jetzt eigentlich neue Panzer für die Ukraine, zumal eigentlich ja jetzt es schnell gehen sollte. Naja, und Hintergrund ist offenbar, dass die Amerikaner eben nur Exportversionen bereit. Sind zu exportieren. Der Unterschied zwischen den Exportversionen und den Versionen für die US-Armee ist einmal, dass die US-Armee halt so eine hochgeheime Panzerung aus abgereichertem Uran hat, die. Sie wohl einfach nicht rausgeben, obwohl ja an Alliierte vielleicht, also die Abrams, die dann an Polen gegangen sind. So die haben halt auch die Uranpanzerung, aber im Moment war jedenfalls erst mal noch der Grund oder ein Grund. Wir geben aus den Beständen so keine Abrams-Panzer ab. Dafür, also die USA hat es natürlich brillant geschafft, die Kritik aber dann auf Deutschland zu zu lenken, während es eigentlich die Amerikaner sind, die ihre Depots, was Panzer angeht, bisher dicht geschlossen halten. Diese neuen Abrams werden wahrscheinlich über die nächsten zwölf Monate gebaut und geliefert. Der eigentliche Haken daran ist, dass die wahrscheinlich pro Stück irgendwo zwischen, 10 und 20 Millionen Euro kosten werden, die neu produzierten. Und wie gesagt sind Exportversionen, es sollen angeblich sehr gute Exportversionen sein vom Abrams, die gleichen, die die Polen dann auch kriegen sollen, also mit modernster Elektronik. Und allem, aber eben schlechtere Panzerung und wahrscheinlich kriegen die Ukraine auch nicht alle Features, was jetzt so, aber das ist noch unklar. Ich habe nur gelesen, dass bisher die Exportversion vom Abrams sogar auch beim Antrieb man Abstriche machen musste und an anderen Stellen, also dass die USA einfach die Politik haben. Wir wollen nicht, dass unsere besten Waffen jetzt einfach überall in der Welt sind, sondern wir wollen halt auch bestimmte Waffen für uns haben, die einfach besser sind als was alle anderen haben nach Möglichkeit oder zumindest, ja, wir geben nicht alles ab. Und das ist so das Problem. Und wenn man jetzt davon ausgeht.
Tim Pritlove
Hehehehehehehe, gut, ihr habt gekostet.
Pavel Mayer
Wie gesagt, für jeden dieser Abrams, Kosteteilt jetzt zwischen 10 und 20 Millionen irgendwo in der Gegend, wären so ein praktisch gleich guter gebraucht Leopard jetzt in der Version 2A6, die wahrscheinlich sogar ein bisschen besser ist als so ein Export Abrams. Also Leopard A6 hat wie gesagt eine längere Kanone. Im Prinzip haben Abrams und Leopard 2 die gleiche Kanone bis zur Variante A5 und ab. A6 und A7 haben längere Kanonen, die natürlich eine höhere Geschossmündungsgeschwindigkeit ist, schneller am Ziel, kann also besser Objekte in Bewegung bekämpfen, ist zerstörerischer und einfach besser. Sensorik, schwer zu vergleichen, die wird wahrscheinlich ähnlich gleich gut sein, so stabilisierte, zweifach stabilisierte Plattformen jetzt für die Periskope und so. Und auch schießen während der Fahrt und das können die halt alle ganz gut so. Aber selbst wenn du sagst, okay, so ein Leopard. 2A6 ist ein bisschen besser, dann ist der wahrscheinlich inzwischen halb bis ein Drittel, vielleicht sogar ein Viertel so teuer. Also das Problem mit diesen neuen Abrams ist einfach, dass man in Leoparden, wenn man das jetzt in Geld misst, wahrscheinlich irgendwie zwei bis vier Mal so viel Bang for the Buck. Bekommt, wenn man das so sagen darf. Aber unterm Strich würde ich dann trotzdem nur sagen, ist das eine gute Sache für die Ukraine, dass sie die Abrams kriegen, wenn nicht dafür die Amerikaner sagen, jetzt waren die Panzer schon so teuer, dafür gibt es halt irgendwie. Von anderen Dingen, die vielleicht besser gewesen wären, nichts. Dann wäre es eher nicht so gut. Aber ich denke mal, die politischen Vorteile überwiegen auch und es eröffnet natürlich auch die Möglichkeit, dass die USA zu einem späteren Zeitpunkt dann doch ihre Depots. Öffnet und ein paar Tausend von ihren fertigen Abrams nachliefert, die auch gebraucht werden können. Dazu kommen wir dann noch. Ich möchte jetzt noch mal zusammenfassen. Wie gut die Panzer sind. Bei den Leoparden muss man eben, wie gesagt, unterscheiden. Die 2A6 sind ziemlich gut. Das dürften die besten Panzer auf dem Schlachtfeld in der Ukraine sein, besser als alles, was die Russen haben. Die älteren Versionen, 2A4, 2A5, da, kommt es dann auf den Modell an. Wie sind da, ist da vielleicht noch die Elektronik aufgerüstet oder modernisiert worden. Aber die sind jetzt eher von der, sie haben gewisse Schwächen bei der Panzerung, vor allem am Turm und die Elektronik ist teilweise auch ein bisschen veraltet, aber wie gesagt, wenn die modernisiert sind, sind die auch besser, also A4, A5 sind. Auch besser als alles, was die Ukraine hat, aber nicht unbedingt besser als jetzt die modernsten russischen Kampfpanzer, die im Einsatz sind. So muss man sich das ungefähr kräftemäßig vorstellen. Leoparden sind jetzt auch keine Wunderwaffen, aber mit so einem 2A6 kannst du halt schon das Qualitativ wahrscheinlich zwei, vier, fünf mal überlegen und der Vorteil ist gerade bei so so einem A6 oder so, die haben... Teilweise extrem gute Optiken, wo man auf drei, vier Kilometer noch bei Nacht ein Ziel erkennen und anvisieren kann und dann extrem schnell vom Kommandanten zum Schützen übergeben die Zielposition. Der bekämpft dann das Ziel, während der Kommandant schon ein weiteres Ziel sich angucken kann und wie gesagt mit dem schnellen Feuerleitsystem und auch in der Bewegung und so. Also die entfalten da glaube ich schon dann eine gewisse Wirkung, aber trotzdem, wenn da jetzt. Ich sage mal fünf oder zehn russische alte Panzer stehen, machst du auch mit so einem 2A6. Unter Umständen nichts mehr. Also so muss man das in etwa sehen. Wie gesagt Abrams dann auch gut Exportvariante ja okay, aber super teuer und verbraucht viel Sprit. Und dann Challenger 2, was die Briten liefern wollen, ist sehr gut gepanzert, hat aber eine schwächere Kanone, aber kann eben auch als einziger sogenannte Hash Munition, High Explosive Scoreshed, sogenannte Quetschkopf-Munition verschießen, die wohl besonders gut auch zur Bekämpfung von. Bunkern oder Gebäuden oder Befestigungen geeignet ist. Und die wirkt auch irgendwie gleich gut, selbst wenn man im Winkel schießt, weil wenn diese Munition auftrifft, dann ist die quasi sie breitet sich aus. Es ist halt wie so ein Stück Knete, kann man sagen, und breitet sich dann aus und explodiert dann und erreicht ebenso ihre Wirkung. Aber generell Challenger 2 war. So ein Alleingang der UK. Das englische Militär hätte lieber den Leoparden gehabt, aber Politik hat gesagt, nee, wir können keine deutschen Panzer hier kaufen als Briten, das kannst du vielleicht verstehen, so dass man dann irgendwie den Challenger 2 gebaut hat. Wie sagt super gut gepanzert, dafür auch extrem schwer. Einziger mit einer gezogenen Kanone, mit niedrigerer Geschossgeschwindigkeit, eigene Munition, die nicht kompatibel ist mit dem Rest der NATO oder. Mit Leopard oder Abrams und wird seit 10 oder 15 Jahren nicht mehr produziert, auch keine Ersatzteile mehr. Das heißt, als die Produktion damals dicht gemacht, wurde, ich glaube 2003 oder so, hat man noch genug Ersatzteile produzieren lassen und auf Lager gelegt, um die noch eine Weile zu betreiben. Aber ja, Britten habe ich in der Größenordnung von 200 davon. 300 und 100 davon benutzen sie gar nicht. Die könnten sie eigentlich sofort abgeben und mit dem Rest können sie eigentlich auch nicht viel anfangen. Aber der Punkt ist natürlich, wenn sie die jetzt schicken, dann ist alles, was jetzt noch an Munition und Ersatzteilen da ist, ist dann auch weg. Also eigentlich können die Briten entweder nur so eine Token-Force, Wobei wahrscheinlich die selbst eine Kompanie, diese 14 Challenger, die sie schicken, werden wahrscheinlich den Briten ihre gesamte Challenger Munition verschießen, die sie noch auf Lager haben. Also, ja, von daher so eine andere komische Situation. Im Grunde genommen könnten die Briten alle ihre Challenger IIs an die Ukraine geben und sagen, okay, das war es dann mit unseren Challenger und wir decken uns woanders ein. Und die werden dann in der Ukraine jetzt verschrottet. Aber da ist das Problem, dass sie nichts haben zum Üben. Dann müssten sie irgendwo. Aber die könnten sich von den Amerikanern irgendwie 1000 oder ein paar hundert Bradleys hinstellen lassen. Also insgesamt gibt es genug Panzer, die geliefert werden könnten. Aber das vielleicht ja, wie sich, wie sich das mit der Technik gestaltet. Und deswegen kann man vielleicht auch nachvollziehen, warum die Amerikaner jetzt nicht so begeistert waren, Abrams in die Ukraine zu liefern, weil sie wissen, dass es halt teuer ist. Es gab dann außerdem noch den Verdacht, dass der, Plan der Amerikaner vielleicht eher der ist, dass die Europäer alle ihre Leopard-2-Panzer. In die Ukraine geben und dann die Amerikaner den allen als Ersatz Bradleys verkaufen können. Und wenn sie selber, nicht Bradley, Abrams, sorry, ich habe mich versprochen, dass sie.
Tim Pritlove
Statt Leopardpanzern, aber das sind doch Schützenpanzer. Also Airbraims meist so.
Pavel Mayer
Dann quasi, die Europäer liefern die Leoparden an die Ukraine, da werden die kaputt gemacht, und die USA können dann sagen, den europäischen Panzermarkt mit Abrams-Panzern aufräumen.
Tim Pritlove
Naja, also ich glaube, das wird nicht passieren. Die Frage ist eher, was wird jetzt mit der deutschen Rüstungsindustrie, die ja auch teilweise eine französische Rüstungsindustrie ist. Also hier einer von den beiden großen Konzernen gehört ja auch zum französischen oder teilweise zum französischen Konsortium. Auf jeden Fall. Hat diese ganze Debatte natürlich mehrere politische Dimensionen. Also erst mal kann man natürlich sagen, OK, gut, war jetzt wieder ein zähes Ring. Aber die Entscheidung ist auf dem Platz so, es wird jetzt stattfinden. hätte alles viel früher sein können, aber lieber spät als zu spät. Und was hier zu spät ist, ist eh offen. Die nächste Debatte wird natürlich dann um die Mengen gehen. Weil jetzt mit 14 Panzern aus Deutschland alleine wirst du diesen Krieg nicht gedreht bekommen. Und klar, andere Länder haben mehr, aber alles werden sie auch nicht. Abgeben können und wollen, sollten sie vielleicht auch nicht unbedingt tun. Also es ist eine Frage auch der Nachproduktion und Panzer, die einfach hier so rumstehen. Ich meine, es gibt hier auch ein riesiges Feld irgendwo, wo so eine Firma die ganzen Leopard 1 irgendwie aufgekauft hat, die glaube ich jetzt mittlerweile wieder vom Rüstungskonzern zurückgekauft wurden. Also im Prinzip stehen da irgendwie so Leos rum, dann denkt man sich ja auch so, was mit denen hier, Hier leo 1 und so weiter besser als nix. Uralt panzer aber Das sind sowieso nur uralt panzer unterwegs und mit leo 1 könnte man im prinzip ja auch noch was reißen Problem ist nur die dinger stehen halt unter umstehen seit 20 30 jahren rum. Ja sind da abgestellt worden die sind nicht irgendwie fein gereinigt worden vorher bevor sie eingemottet wurden sondern da ist irgendwie noch Öl drin und keine Ahnung. Im Prinzip müsstest du halt diese ganzen alten Panzer einmal komplett auseinandernehmen. Feinwaschen, neu machen und Stück für Stück wieder zusammensetzen. Alle Verschleißteile, alle Filter, Dichtungen, Gummi, was auch immer. Also alles, was von der Zeit und vom Wetter zersetzt ist, muss alles neu gemacht werden. Das kostet erstmal eine Menge Zeit, kostet auch eine Menge Geld. Und darüber hinaus hast du diese Teile unter Umständen auch gar nicht. Also die werden einfach gar nicht mehr produziert bzw. sind nicht vorrätig. sodass auch hier nochmal für die Reaktivierung dieser Panzer komplette Industrie wieder hochgefahren werden muss oder zumindest in irgendeiner Form ein Maschinenbau-Workflow erstellt werden muss. Kann man sich ja durchaus auch vorstellen heutzutage mit moderner Technik, Pipapo, aber jetzt einfach so einen 3D-Drucker anschmeißen, damit ist es natürlich auch nicht getan, weil natürlich dann hier auch die Stähle bestimmte Anforderungen genügen müssen etc. Steckt da im Detail nicht drin, aber das ist auf jeden Fall der Rahmen, in dem sich das Ganze abspielt. Die Leo 2, da ist es ähnlich, also auch die müssen halt teilweise wieder. Aktiviert werden erst, also die fährst nicht einfach aus der Garage und direkt an die Front und so. Und ein weiterer Aspekt bei diesem ganzen, wann kommt denn das hier alles zum Einsatz und kommt das in ausreichendem Maße zum Einsatz, ist natürlich auch etwas, was du jetzt auch ein bisschen weggelassen hast bei dieser ganzen Diskussionen um die Abrams. Es geht ja nicht nur darum taugt das. Gerät als solches vor Ort, sondern es ist ja auch was ist wenn das Ding kaputt ist, was ist wenn das Ding angeschossen ist, wo kommen die Teile her, mit welchen Maschinen kannst du das Ding überhaupt wieder in Bestand nehmen. Ist ja nicht so, dass jetzt einfach nur mit dem Schraubenschlüssel da rangeht, sondern du brauchst ja teilweise auch spezielles Gerät, du brauchst spezielles Messgerät, du brauchst spezielle digitale Systeme, du brauchst Technik, du brauchst Ersatzteillager, du brauchst Logistik, die das Ganze auch zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge an den richtigen Ort bringt. Du brauchst Personal, was damit umgehen kann etc. pp. Und das spricht natürlich alles sehr viel mehr für die europäischen Panzer, weil die natürlich sehr viel näher dran sind, aber auch mit den Leos hast du dasselbe Problem. Bei amerikanischen Panzern ist es halt noch mal extra. So. Und von daher ist mit der Entscheidung, die jetzt gefällt, es zwar in irgendeiner Form mal wieder ein weiterer Schritt gegangen worden, aber wir sind noch sehr weit davon entfernt, dass jetzt wirklich eine funktionierende Kampfkraft daraus entsteht, die wirklich die Ukraine bald in die Lage versetzt, hier den nächsten Schritt zu gehen.
Pavel Mayer
Also um mal was zu Dimensionen zu sagen, also erstmal was jetzt die Produktion angeht. Es ist mir nicht gelungen herauszufinden, wie groß denn jetzt die Leopard-Panzerproduktionskapazität ist. Also wie viel jetzt neue Leoparden zum Beispiel im Monat produziert werden können oder wie viel im letzten Jahr neu produziert wurden zum Beispiel. Und vermutlich keine oder wenn dann nur eine einstellige Zahl im ganzen letzten Jahr. Das ist nach meinem bestes Wissen, weil man eben bisher in der Abrüstung war und wenn, dann war es günstiger, einfach Altbestände zu modernisieren. Statt jetzt komplett neue Leopard-2-Panzer zu bauen, weil das ungefähr die Hälfte kostet. Also die Bundeswehr hat jetzt auch für Ankauf und für die Modernisierung von Leopard-2-Panzern. Dann so 7 Millionen ungefähr für einen aktuell modernisierten Leopard-2-Panzer. Gebraucht, aber dann auf neuesten Stand gebracht, während neu wahrscheinlich du eher fast das Doppelte bezahlst. Das heißt, wahrscheinlich werden sämtliche Einzelteile für einen Leopard 2 noch produziert, werden aber nur selten zu kompletten Neupanzern zusammengesetzt. Das ist wahrscheinlich weshalb das so ein bisschen unklar ist. Amerikaner dagegen, hauen regelmäßig wohl weiter Panzer raus jetzt. Also Größenordnungsmäßig, ich weiß nicht, zwischen 10 und 30 im Monat so eine Panzerfabrik, an Abrams-Panzern. Das heißt, die 30 oder 40 Stück, die da jetzt an die Ukraine gehen, je nachdem wie weit sie die vorziehen, so gibt es schon eine gute Chance, dass das nicht Jahre dauert, bis die produziert werden können. Das ist jetzt die Produktionssituation. Was jetzt die ganze Logistik angeht, wie du richtig gesagt hast, ist es natürlich besser, du hast nur eine Sorte von Panzer, sei mal wegen der Logistik. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass diese Panzer jetzt über das ganze Land verteilt werden und du jetzt ein landesweites Logistiknetz hast, sondern idealerweise stattest du so, eine Brigade komplett mit derselben Art von Panzern aus. So eine Brigade, da hast du dann eben auch die ganzen Bergefahrzeuge mit dabei, eine gewisse Instandsetzungsinfrastruktur und so eine Brigade, muss man sich vorstellen, sind so 3000 bis 5000, Mann, die unter anderem dann größtensordnungsmäßig 80 Kampfpanzer haben. Die 14 Stück, die jetzt immer geliefert werden, ist ungefähr das, womit man eine Kompanie ausstatten kann. Aber auf auf Kompanieebene hast du natürlich weniger Supportfahrzeuge und so und praktisch keine Wartung oder so, also in jeden Fall wenig, sondern in Standhaltung ist dann eher woanders. Was die Besatzung nicht kann, das wird dann auch nicht in der Kompanie mehr gemacht. Aber in anderen Worten, ich glaube, dass alles, was so die Größenordnung von 100 Panzern oder so, also 80 bis 100, wenn du eine Brigade damit ausstatten kannst, dann ist es okay, weil eine andere Brigade kann dann ruhig einen anderen Panzer haben und mit der eben passenden Supportinfrastruktur, so würde ich das in etwa sehen. Sprich immer 14 von dem einen und 14 von dem anderen und 14 vom dritten in eine Brigade zu packen, wäre dann in der Tat ein bisschen blöd. Aber sobald man irgendwie in die 100er-Größenordnung kommt oder 70, 80, macht es Sinn. Das heißt, es würde auch Sinn machen, wenn England jetzt eine Brigade mit Challenger 2 ausstatten könnte. Die Amerikaner haben jetzt 30 bis 40 commit und ich habe dann mal versucht, was jetzt an Leoparden angekündigt ist. Und da kommt man. Auf bis zu 150, die jetzt erst mal geliefert werden könnten, wobei da, ich weiß nicht, 40 oder 50 spanische Leoparden dabei sind, von denen ein Großteil so runtergerockt ist, dass die Tschechen, die die kaufen wollten, nach der Besichtigung dankend abgewunken. Haben und gesagt haben, behaltet mal die Wommer nicht. Und wenn nicht mal die Tschechen, die irgendwie für billig Geld haben wollten, da geht man davon aus, dass ein Teil davon doch noch erheblich überarbeitet werden muss. Während die 14 Deutschen, würde mich nicht wundern, wenn die schon unterwegs wären oder schon irgendwo in der Ukraine wären. Weil die werden, soweit ich das verstanden habe, direkt aus der aktiven Truppe rausgenommen. Das heißt, das sind, meines Wissens, Panzer, die vielleicht letzte Woche noch gefahren sind. Also die kommen quasi aus dem aktiven Dienst. Dafür können Sie ja noch andere Panzer nutzen und das ist natürlich einfach auch in der.
Tim Pritlove
Aber würde es nicht sehr viel mehr Sinn machen, die erstmal hier zur Ausbildung zu nutzen.
Pavel Mayer
Ukraine auszubilden und die müssen ja irgendwann darüber. Wer weiß, vielleicht ist auch einiges an Ausbildung schon gelaufen. Also ich will nur sagen, es wird nicht lange dauern, bis die deutschen A6 an der Front sind oder sein könnten. Oder sagen wir in der Ukraine sein könnten, wenn man will.
Tim Pritlove
Ja gut, wenn sie in die Front kommt, das ist ja nochmal eine ganz andere Frage, die nur teilweise mit der Verfügbarkeit und der Logistik zu tun hat, sondern natürlich auch wo es Sinn macht. Aber so oder so steht hier noch eine große Umstellung für die ukrainische Armee an. Also, die sind natürlich bereit dazu, sich auf diese Technologie zu werfen. Allein schon deshalb, weil es natürlich auch für die Ukraine die Zukunft ist. Das ist ja mal absehbar und das haben wir ja auch schon ein paar Mal erwähnt, dass wir hier eigentlich in großer Vorspulgeschwindigkeit dabei zusehen, wie ein Land komplett von sowjetischer Militärtechnik auf NATO-Militärtechnik umgestellt wird, in allen Bereichen. Das haben wir jetzt schon vorher gesehen mit den Flugabwehrsystemen, sicherlich demnächst auch mit den leichteren Schusswaffen. Dann werden wir das sehen bei der Artillerie, dass auf die 155 mm Artillerie gewechselt wird. Und dass natürlich jetzt im nächsten Schritt dann auch die ganzen Schützenpanzer und Main Battle Tanks entsprechend dort eingeführt werden. Mal ganz einfach abgesehen, dass wahrscheinlich im eigentlichen Kommunikationsbereich, wo Funkstandards etc. Befehlsketten und diese ganze Verquickung dieser ganzen Geräte, die ganze komplexe Gesamtsteuerung eines Militärapparats auch in zunehmenden Maße sich da vernatrufiziert, allein schon um mit der NATO derzeit gut zusammenarbeiten zu können.
Pavel Mayer
Ein anderer Aspekt noch, weil ich ein Thema Brigade, damit man sich das noch ein bisschen besser vorstellen kann, diese 80 Kampfpanzer, das ist jetzt auch wichtig für die nächste Frage, wie viel braucht die Ukraine denn zum Gewinnen eigentlich? Aber es sind ja nicht nur Panzer, sondern die Panzer sind ja nur ein Teil, zwar ein wichtiger, sehr prominenter Teil, sagen wir mal jetzt einer Panzerbrigade oder generell von halt motorisierten Streitkräften. Aber du hast typischerweise dann auch noch in. So einer Brigade, die dann 80 Panzer hat, hast du dann ungefähr nochmal 150 bis, 200 Infanterie-Fighting-Vehicles oder Panzerkampfwagen, Schützenpanzer, wie auch immer. Du hast dann bis zu 20, 30, 60, ungefähr 60 Tankfahrzeuge. Also je nach dem. Also so eine amerikanische Brigade mit 80 Panzern hat dann Transportkapazität, also alleine um. Ungefähr 750.000 Liter Sprit zu transportieren, so auf 15 großen Tanklastzügen mit die 19.000 Litern und 48 Tankfahrzeugen, wo 9.500 Liter draufpasst. Das heißt, du hast ungefähr, ich glaube ja bei den früher, den Witz oder so, dass bei Autos, dass da ein Tankwagen hinterher fahren muss, die viel verbrauchen. So ist das ungefähr auch bei so einer Brigade. Also, Also pro Panzer ungefähr auch noch ein Tankfahrzeug, wobei diese Tankfahrzeuge natürlich auch den. Ganzen Rest dort mit versorgen. Da gehören dann natürlich auch weitere Fahrzeuge dazu, wie HMWs zum Beispiel oder MRAPs oder so, Plus Artillerie, plus andere Dinge. Also am Ende des Tages verbrauchen die Panzer, wie ich vorhin schon gesagt habe, wahrscheinlich so ungefähr ein Drittel des Spritzes eines Bataillons, einer Brigade. Und eine Brigade, deswegen so die Größenordnung, weil das ist, sagen die, ja, so ein bisschen die ideale Self-Contained-Einheit, wie in der Marine. Du Kreuzer hast, die auch alleine unterwegs sein könnten, ist so eine Brigade, auch was ziemlich viel dabei hat, um sich selbst zu reparieren und zu versorgen und so. Und bei der Frage, wie viel Kampfpanzer braucht jetzt die Ukraine umzugewinnen? Also der ukrainische Verteidigungsminister Resnikow hatte mal von 300 Kampfpanzern gesprochen. Jetzt sind es schon 400 geworden, aber klar, das werden natürlich je länger es geht, umso mehr Panzer gehen auch kaputt von den existierenden Panzern und die Zahl wird halt einfach nur steigen. Also 400 Panzer war jetzt sozusagen die Wunschzahl. Die sagt, ungefähr 100, 150 sind bisher zugesagt. Aber die Frage, die ich mir gestellt habe, reichen denn die 400 auch aus? Also Resnikow hat gesagt, ja, diese drei oder vierhundert Panzer, Wobei man im Kopf natürlich immer dann mitlesen muss 300 Panzer plus dann nochmal 500 Panzerkampffahrzeuge plus plus plus. Also diese Panzer sind, wenn wir von einem Panzer reden, hängt da eben immer noch ein gewisser Rattenschwanz mit dran. Aber mit 300 bis 400 Panzern kann man so nachdem 4 bis 5 Brigaden ausstatten. So eine Brigade hat 3000 bis 5000 Mann, also wir reden dann so von 15 bis 25.000 Soldaten. Ungefähr, die man braucht, um 300 bis 400 Panzer zu bedienen. Die Ukraine hat jetzt ungefähr wahrscheinlich eine Million Soldaten im Einsatz. Und das sind aber jetzt nicht alles gepanzerte Brigaden, sondern aktuell bestehen die Bodenstreitkräfte, aus 33 Brigaden mechanisierter Infanterie. Davon wurden zehn nach Kriegsbeginn aufgestellt, sowie fünf Panzerbrigaden. Und ich habe ausgerechnet, dass allein nur die aktuellen ukrainischen Bodenstreitkräfte. Sozusagen mit den 33 Brigaden und fünf Panzerbrigaden, 38, also das sind ungefähr 200.000 Leute. Und die könnten, um jetzt NATO-mäßig ausgerüstet zu sein, eigentlich 3000 Kampfpanzer gebrauchen. Haben tun sie aktuell wohl eher um die 1000. Also vielleicht etwas weniger, vielleicht etwas mehr. Also die russischen Beutepanzer waren wohl teilweise in erbärmlichem Zustand und werden noch aufgearbeitet aktuell. Gleichzeitig gehen natürlich Panzer verloren, auch auf ukrainischer Seite durch Verschleiß und Zerstörung. Also wahrscheinlich auch ein, zwei, drei Dutzend im Monat gehen auch den Ukraniern sicherlich verloren. So dass im Grunde genommen um jetzt die ukrainischen Bodenstreitkräfte, die schon vorhanden sind, nur normal auszustatten, reden wir von 2000 Kampfpanzern, die sie eigentlich bräuchten. Das heißt jetzt nicht, dass es, ja und die Russen dürften so noch ungefähr 1500 in der Ukraine im Einsatz haben und haben wohl eine Jahresproduktion, nachdem gemunkelt wird von bis zu 300 Kampfpanzern. Und haben aber noch erhebliche Mengen an Altpanzern, die sie jetzt auch aufarbeiten, sodass halt auch die Russen noch, ja, da wird auch potenziell noch was mit dazukommen. Aus meiner Sicht, so wie ich das sehe, bräuchten wir, wenn, da kommen wir später drauf, wenn. Es nicht gelingt, jetzt in den nächsten Monaten oder bis nächsten Sommer, Herbst oder so, entscheidende Erfolge zu erzielen mit kleineren Mengen, dann wird quasi die Zahl, die die Ukraine braucht, in die Tausende von Kampfpanzern gehen, um in 2024 dann die Russen rauszutreiben, wenn die halt nachgezogen haben. Aber wie gesagt, davon später. Aber einen Unterschied machen natürlich ein paar hundert westliche Kampfpanzer schon aus. Weil am Ende geht es auch darum, Kräfte dann wiederum zu konzentrieren irgendwo und eventuell an mehreren Fronten zu konzentrieren. Das heißt, es ist jetzt nicht nichts, aber die 100 Panzer, die jetzt oder 150 Panzer in den nächsten zwölf Monaten, die jetzt angekündigt sind, ist jetzt meiner Sicht fast zwei Größenordnungen zu gering. Ne, 4000.
Tim Pritlove
Die Frage ist natürlich, können überhaupt mehr hergeholt werden? Also ich meine, wenn überhaupt nur 2000 produziert worden sind von den Leoparden, wo willst du dann 2000? Ja gut, aber die sind ja dann auch, also jetzt nur Leopard 2 oder generell Leopard?
Pavel Mayer
Ja, ja, in Leopard 2 glaube ich auch.
Tim Pritlove
Gut, aber die sind ja auch nicht alle in Europa, die sind natürlich nicht alle verfügbar. Also du kommst nicht so ohne weiteres auf eine vierstellige Zahl, die verfügbar sein könnte.
Pavel Mayer
Die Amerikaner haben 3.800 Bradley rumstehen, 4.000 im aktiven Einsatz.
Tim Pritlove
Ja gut, die Schützenpanzer. Ich rede jetzt von den Leopard. Du redest doch jetzt von.
Pavel Mayer
Abrams, ich rede von Abrams, ich meinte Abrams. Die haben 3.800 Abrams rumstehen und ich vermute mal, man könnte auch noch 1.000 Leoparden zusammenkratzen, wenn man wollte insgesamt.
Tim Pritlove
Ja, müsste man halt ich auch. So und ich meine damit endet natürlich die Ausgabe noch nicht. Vielleicht sollten wir mal kurz ein bisschen wegkommen auch jetzt von der reinen Panzer-Perspektive. Die nächste Debatte tut sich ja jetzt schon auf und dann geht es ja dann auch um Flugzeuge. Also ein Rückschlag. Der Russen kann nicht nur und sollte auch nicht nur über den Boden erfolgen. Es ist nicht so, dass man jetzt einfach nur mit Panzern vorrückt und dann ist schon alles super. Es gibt ja dann auch noch die Luft. Bisher konnte Russland dort nicht viel erreichen. Das hat was mit der guten Luftabwehr zu tun. Das hat viele Gründe. Also die ganze Luftwaffe der Ukraine ist ja noch intakt, aber halt auch nicht top aktuell. Und jetzt geht natürlich der Ruf nach den F-16-Flugzeugen los. Ich denke, das ist so die Debatte, die wir so im nächsten Monat vor allem sehen werden, dass jetzt hier noch aufgestockt wird. Abgesehen davon, dass die Zahlen jetzt auch noch mal erhöht werden müssen. Aber das war natürlich jetzt erstmal der wichtige Schritt war die generelle Bereitschaft, so nach dem Motto, wir machen das jetzt im Prinzip und die Zahlen sind jetzt debattierbar, aber es ist jetzt kein großer Unterschied zwischen wir liefern 20 Panzer oder wir liefern 50 Panzer, wenn generell überhaupt erstmal entschieden ist, dass die geliefert werden und das dafür die entsprechende Ausbildung geleistet wird, die Logistik dafür aufgebaut wird etc. pp und vielleicht eben auch neue produziert werden. Das. Wahrscheinlich ohnehin. Also ich denke mal, es ist jetzt auch eine Frage, in wiefern Europa in der Lage ist, seine Kriegsmaschinerie entsprechend zu tunen, um dann eben auch hier nachliefern zu können für das, was abgegeben wird. Letztendlich steht da eine große Modernisierung auch an.
Pavel Mayer
Also mit den Kampfpanzern oder dann nochmal mit neuen Kampfflugzeugen, F-16 oder was auch immer, das sind natürlich extrem komplexe Systeme auch, deren Einführung normalerweise in dem Militär viele, viele Jahre dauert. Also nicht nur was jetzt die ganze Wartung angeht, sondern einfach auch nur zu lernen, wie man die Dinger richtig bedient und wie man mit den Dinger am besten kämpft. Wobei, ja, man wahrscheinlich, das Leute sind die grundsätzlich schon wissen, wie man mit Panzern umgeht oder also Ausbildung dauert wohl irgendwie vier bis sechs Monate, die man eigentlich braucht, um Leute mit so einem Panzer dann wirklich guten Gewissens in den Kampf. Schicken zu können. Und es ist eben auch viel Panzer, jetzt Flugzeug, ja Piloten trainieren, sagen wir mal eher Jahre, wobei, wenn ich sechs bis zwölf Monate wahrscheinlich, wie lange das umtrainieren dauert weiß ich nicht aber der eigentliche punkt ist. Das ist eben ein riesiger logistischer Aufwand, auch weil dieser Rattenschwanz dranhängt, weil du noch das ganze Drumherum brauchst und eben auch Panzerkampfwagen und Tanklaster und Brückenlegepanzer und Bergefahrzeuge und dafür auch die Leute wiederum ausbilden. Musst, diese speziellen Systeme zu bedienen und dann natürlich die Lieferung von all diesen verschiedenen Dingen auch zu koordinieren, da entstehen natürlich erhebliche Opportunitätskosten. Also sprich, du kannst als jetzt, weiß nicht, Regierung oder Verwaltung oder Militär nur. So und so viele Dinge gleichzeitig vernünftig koordinieren. Und wenn du einfach zu viel gleichzeitig versuchst zu machen, dann geht halt auch entsprechend mehr schief. war das mit den Panzern auch so, dass das vor einem halben Jahr wahrscheinlich noch verfrüht gewesen wäre, weil es viel zu viele andere, dringendere Dinge zu koordinieren. Gab. Im Moment ist die Zeit vielleicht ganz gut, aber sie wäre auch schon vor zwei Monaten ganz gut gewesen. Also wir hätten eigentlich schon vor zwei Monaten idealerweise begonnen mit den Panzerlieferungen oder die Entscheidung vor zwei Monaten getroffen. Und mit den Flugzeugen, mit den F-16 sieht es halt ähnlich aus. Also das ist jetzt nicht unbedingt gerade das Dringendste und insbesondere jetzt im Hinblick auf die Offensiven, die man dann plant oder Einsatz an der Front. Ist nicht davon auszugehen, dass man jetzt mit Hilfe von F-16 in absehbarer Zeit dann Lufthoheit erlangt oder auch gar nur jetzt diese zur Unterstützung an der Front einsetzen könnte oder würde. Was man halt wofür die nützlich wären. Die F-16 wäre eben Luftpatrouillen über dem ukrainischen Luftraum zu fliegen und die russischen Flugzeuge auf Abstand zu halten und eventuell Cruise Missiles zu bekämpfen und abzufangen. Aber die Offensiven in 2023 von welcher Seite auch immer werden wohl ohne allzu viel Luftunterstützung stattfinden, einfach weil auf beiden Seiten eben auch die bodengestützte Luftabwehr so stark ist. Dass in Frontnähe der Einsatz von Flugzeugen einfach extrem riskant ist. Und die Russen haben das jetzt auch gerade letzte Woche gemerkt, wo sie dann, glaube ich, drei Kampfflugzeuge und einen Hubschrauber in einem Tag verloren haben. Und ähnlich würde es den Ukrainern auch gehen. Insofern, ja, wenn man jetzt langfristig guckt, so braucht die Ukraine sicherlich auch wieder eine Luftwaffe, Aber wahrscheinlich wird die jetzt erstmal nicht an der Front allzu relevant sein.
Tim Pritlove
Gut, das mag sein, aber es ist ja letzten Endes hier auch ein langfristiges Ziel, weil es ist ja mittlerweile absehbar, dieser Konflikt wird noch eine Weile anhalten. Ich meine, wir hatten alle so ein bisschen die Hoffnung, dass dieses Momentum sich halten kann und das hätte vielleicht auch funktioniert, wenn das Wetter mitgespielt hätte, wenn entsprechende Munitionslieferungen, Waffenlieferungen in einem höheren Maße geleistet worden wären, als sie es wurden. Genau kann ich es nicht sagen, ob es jetzt hier extrem gemangelt hat an Unterstützung und wenn ja, woran es lag. Aber offensichtlich ist halt einfach das Problem existiert. Das Problem scheint im Übrigen aber auch bei den Russen zu existieren. Also auch dort wird Munition zumindest derzeit. Etwas rationiert. So und es herrscht derzeit deutlich weniger Artillerieaktivität. Das kann sich natürlich auch wieder ändern. Also will ich sagen, es ist absehbar, dass wir. Noch in einem halben Jahr immer noch mit diesem Krieg an einem Punkt stehen werden, wo man sagen muss, weitere Dinge müssen geschehen, um Russland weiter in Griff zu kriegen. Verschiedene Faktoren können natürlich jetzt sich. Positiv auswirken, also jenseits der Frage, gibt es genug gerät, ist natürlich die Frage, wie entwickelt sich die russische Gesellschaft. Weiter? Wie entwickelt sich die russische Wirtschaft weiter? Die ganzen Sanktionen sind jetzt nicht ohne Auswirkungen. Sie haben noch nicht jetzt dazu geführt, dass das ganze System dort kollabiert, aber es ist halt schon so, dass sich es eigentlich für niemanden die Situation verbessert hat, aber sich die Situation schon für viele Leute verschlechtert. Das sind halt auf der einen Seite die Leute, die eben... In den Krieg eingezogen wurden, dort kämpfen müssen, dort gestorben sind, die Angehörige verloren haben. Das sind natürlich Auswirkungen, die sich in zunehmendem Maße dort manifestieren. Du hast die Auswirkungen auf die Wirtschaft, allein dadurch, dass die Leute in den Krieg abgezogen werden oder vor ihm flüchten. Das haben wir ja auch schon mehrfach thematisiert. Hunderttausende fehlen hier der Wirtschaft und das wird nicht ohne Wirkung bleiben. Dann gibt es neue Sanktionen gegen den Ölverkauf Russlands. Die ganz pfiffig ausgeheckte Ölpreisbremse, die hier ausgerufen wurde, funktioniert ja über die Dominanz des Westens über den Versicherungsmarkt. Das bedeutet, dass man eben unter anderem, aber ich glaube, das ist der wesentliche Faktor, Sprich, das läuft so, die Tanker, die halt das Öl, das russische Öl, irgendwo hinbringen auf diesem Planeten, brauchen natürlich auch eine Versicherung. Diese Versicherung dürfen aber von westlichen Versicherungsunternehmen nur noch dann erbracht werden, wenn der Preis des verkauften Öls unter einem laufend aktualisierten Preislevel liegt. derzeit so irgendwo so bei 60 US-Dollar, glaube ich, pro barrel. Was ein Preis ist, der es den Russen sozusagen gerade mal erlauben würde, mehr oder weniger zum Selbstkostenpreis zu produzieren. Und also relativ wenig Gewinn oder fast gar kein Gewinn mehr aus dem Ganzen zu ziehen. Die Russen sind aber gezwungen, ihr Öl zu verkaufen, damit ihre Ölquellen nicht versiegen. Also sie müssen es auch in irgendeiner Form loswerden. Sie können natürlich teilweise jetzt selber diese Versicherung bereitstellen oder zumindest versuchen, das bereitzustellen, aber das wird Ihnen auch nur zu einem gewissen Teil gelingen. Davon abgesehen kriegen sie halt auch gar nicht den Zugriff auf alle Schiffe dadurch. Also es ist sozusagen einfach so, dass ein großer Teil der Schiffe, die sie benötigen, nicht in ihrem Besitz ist und auch nicht von irgendjemandem versichert werden kann.
Pavel Mayer
Generell hatten wir dieses Thema Banken vs. Tanks schon von Anfang an. Und jetzt kann man erst einmal feststellen, die Banken haben wahrscheinlich jetzt nicht allzu viel russisches, ukrainisches, von Russland besetztes Territorium befreit, aber sie haben sicherlich ihren Beitrag geleistet. Aber die russische Wirtschaft ist nicht kollabiert bisher. Aber es geht an Substanz und Rücklagen. Also ich habe Zahlen gehört, dass zwar noch Rücklagen auch da sind, aber dass jetzt gerade die Russen halt diverse Rücklagefonds und Versicherungsfonds und so, die sie für schlechte Zeiten angelegt haben, jetzt anbrechen und dass sie wahrscheinlich für 2023 noch genug Geld haben werden, aber dass sie Ende des Jahres ernsthaft das Geld ausgehen könnte. Das haben wir natürlich jetzt mehrfach schon gehört, so erinnere ich mich, wo wir gesagt haben, na ja, im Sommer oder so drei Monate. Aber was tatsächlich passiert ist, ist, dass die Russen sich angepasst haben, sich auch. In ihrer militärischen Strategie angepasst haben, jetzt wohl auch angefangen, ihre Rüstungsproduktion. Tatsächlich anzukurbeln, indem sie dort sehr viel Druck machen und dem jetzt hohe Priorität, einräumen und damit auch gewisse Erfolge erzielen, was die Rüstungsproduktion angeht, natürlich aber auch zu Kosten vieler anderer Wirtschaftsbereiche, sodass das halt für. Die Russen wahrscheinlich irgendwann auch anfängt, deutlich unangenehmer zu werden, was die Versorgungslage angeht. Aber da kann man auch sagen, derzeit sieht es nicht so aus. Dass größere Versorgungsengpässe, was die russische Zivilbevölkerung angeht, bestehen. Da geht es den Ukrainern natürlich ganz ganz anders, deutlich schlechter jetzt, was die Bevölkerung angeht, Wirtschaft angeht als Russland. Und ja, so stellt sich so ein bisschen die Situation da. Die Russen haben natürlich riesige Probleme und das Militär steht nicht gut da gerade. Und es ist halt auch unklar, wie viel Kräfte jetzt Russland tatsächlich generieren kann und von welcher Qualität. Also man geht jetzt ja davon aus, dass 300.000 plus mobilisiert wurden, von denen ungefähr die Hälfte bereits an der Front angekommen ist, und geholfen hat, so ein bisschen auch die Situation zu stabilisieren, allerdings unter sehr, sehr hohen Verlusten. Die anderen 150.000 werden noch ausgebildet und man kann davon ausgehen. Dass die nächsten 150.000 ein bisschen besser ausgebildet und vorbereitet in. In den nächsten Monaten auch als neue Einheiten an die Front kommen werden. Gleichzeitig hat Russland natürlich hohe Verluste. Im Schnitt 700, 800 Tote wohl und wahrscheinlich 2000 Ausfälle insgesamt pro Tag. Was heißt, wenn man das hochrechnet, dann sagen wir mal, grob 50.000 Truppen pro Monat fallen weg. Das heißt, die 300.000 reichen dann auch nur für sechs Monate, um letztlich dann nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Aber nichtsdestotrotz haben die Russen es geschafft.
Tim Pritlove
Also noch bis März sozusagen.
Pavel Mayer
Mit Hilfe von 150.000 Leuten die Situation zu stabilisieren, was natürlich gewaltige Zahlen ist, wenn man davon ausgeht, dass sie mit 200.000 überhaupt angefangen haben und jetzt nochmal 150.000 an die Front werfen mussten, um überhaupt die Ukraine aufhalten zu können.
Tim Pritlove
Reden wir mal ein bisschen darüber, wie es jetzt weitergehen kann. Also, haben wir eingangs schon geschildert. Es hat sich jetzt erstmal sozusagen das Lagebild etwas stabilisiert. Es gibt diese Fortschritte. Von Russland bei hohen Verlusten, aber die Russen gehen es halt offensichtlich einfach an mit irgendwie. Egal, wir holen die Leute einfach irgendwo her, wir schicken die dahin und wir schicken so lange die Leute an die Front und lassen die da solange alles anlaufen, bis es irgendwelche Ergebnisse erzielt. Das ist natürlich eine total zynische Grundhaltung, aber so ist nun mal der Krieg, den die Russen dort entfachen, während die Ukraine halt in irgendeiner Form versuchen, möglichst schonend mit ihrem Personal umzugehen, aber das geht, halt auch nur so weit, wie es eben in so einem Krieg geht. Und jetzt droht natürlich, dass sich in diesem stabilisierenden Moment, sich in irgendeiner Formen beide Parteien neu aufstellen. Also drohen sich sozusagen gegenseitig. Und man kann durchaus. Davon ausgehen, dass im Frühjahr irgendwelche neuen Aktivitäten geplant sind und zwar von beiden Seiten. Was genau, wissen wir nicht. Es ist offensichtlich, dass die Russen durchaus damit rechnen, dass die Ukraine versuchen wird, in der Mitte sozusagen das Kriegsgebiet zu durchschneiden. Also speziell in einem bisher vom Krieg nicht unbedingt verschonten, aber zumindest nicht zu so einem Kernpunkt gewachsenen Bereich um Saporitia herum, dass man dort vorstößt, um zu solchen entscheidenden Städten zu kommen wie Melitopol, womit man halt wirklich auf der Ost-West-Linie das Kriegsgebiet gekappt hätte. Aber die Verstärkungen, die dort stattgefunden haben sind halt auch offensichtlich von russischer Seite. Was inwiefern es eben reichen wird, muss man sehen. Insofern ist es halt schade, dass diese ganze, Panzerentscheidung so spät kam und es ist eigentlich auch noch schade, dass. Auch im Bereich der Langstreckenraketen so wenig passiert ist. Das verstehe ich eigentlich auch genauso wenig und dort scheint auch so ein bisschen der politische Druck abgenommen zu haben. Es gibt zwar jetzt diese Ankündigung, diese, wie hießen die noch gleich GLSDB Raketen Munitionen zu schicken. GLSDB Ground Launched Small Diameter Bomb, das ist im Prinzip so eine Art Modifikation von existierender Munition, die man eben mit diesen High-Mass GLMRS Launcher Systemen verwenden kann, die halt die Reichweite erhöhen. Also kurz. Gesagt wird da der Munition so Flügel verliehen, das heißt sie werden nicht nur abgeschossen, sondern die schweben dann auch noch mal GPS orientiert weiter. Das erhöht die Reichweite auf 150 Kilometer einerseits, aber sorgt auch noch für eine höhere Präzision oder zumindest für eine gleichbleibende Präzision bei Heimars. Das heißt man kann Objekte dann auch mit relativ wenig Munitionsaufwand auch noch sehr weit treffen. Das wäre auf jeden Fall sehr wünschenswert, dass sich hier was tut, um einfach auch die Versorgungslinien der Russen weiter. Abzuschneiden. Weil das ist natürlich nach wie vor der Nachteil, den Russland hat. Sie müssen halt einfach immer noch alles von weit weg her schaffen und das in großen Mengen. Und wenn es in irgendeiner Form gelingt, das abzuschneiden, Nein, dann ist gut.
Pavel Mayer
Ja, wo wir noch nicht darüber geredet hatten, war, dass jetzt Sergei Zorovikhin, General Amageddon, der vor vier Monaten den Oberbefehl über die russischen Truppen übernommen. Hat und es richten sollte, jetzt abgelöst wurde, was dann vielfach auch kommentiert wurde mit ja kaum haben sie mal jemanden der ein bisschen fähig ist so muss der auch gehen und man muss sagen dass so wie kien es immerhin hinbekommen hat seine die russischen truppen, größtenteils unbeschadet aus Kerson abzuziehen. Also das war wohl eine allgemein erfolgreiche, recht komplexe Operation und es damit geschafft hat, dann auch mit den Truppen entsprechend den Rest der Front zu stabilisieren und insgesamt also, wie man sagen, jetzt keine allzu schlechte Bilanz und der ist aber jetzt durch Valery Gerasimov. Gelöst worden, der es jetzt lösen soll, dem Generalstabschef der Streitkräfte, der allerdings auch den desaströsen Invasionsplan verfasst hat, der nicht so richtig gelaufen ist. Insofern besteht Hoffnung für die Ukraine, dass sie jetzt einen halbwegs fähigen Oberbefehlshaber. Abgelöst haben durch ein potenziell eher weniger fähiges oder unfähiges General. Der Grund dafür könnte wahrscheinlich sein, weiß es nicht genau, aber dass er sich einfach zu viel Rücksicht auf seine Truppen genommen hat. also nicht bereit war, jetzt Truppen sinnlos abschlachten zu lassen oder umgekehrt sagen, vielleicht nicht mit der nötigen Härte dann doch gegenüber den eigenen Leuten dann reingegangen ist. Und deswegen hat dann Gerasimov als Erstes angefangen, wenn wir jetzt für Disziplin und Ordnung sorgen, also striktes Alkohol- und Drogenverbot und keine Handys oder Tablets mehr am Arbeitsplatz. Sag ich mal, für die Soldaten. Und alle müssen sich die Bärte abrasieren lassen. Das hat natürlich gerade dann wieder bei bestimmten Ethnien für etwas Verstöbung gesorgt. Natürlich insbesondere so die Kadirov-Truppe und so weiter. Und es wurde dann auch gemunkelt, ob der Grund dafür vielleicht sei, damit halt die Gasmasken besser anliegen, weil die Russen den Einsatz von Chemiewaffen möglicherweise planen. Aber ja, ich vermute mal, er versucht einfach nur vor allem, irgendwie Disziplinen umzusetzen. Aber ob das funktioniert, da sind, glaube ich, Zweifel angebracht, so dass das einfach so klappen wird. Aber man wird sehen. Auf jeden Fall, die Russen passen sich an, haben sich angepasst, ändern auch ihre Taktik. Und so wird es wahrscheinlich weitergehen, dass man sich neue Dinge ausprobiert und der Gegner sich dann jeweils darauf anpasst. Wobei das Telefon- und Handyverbot, wenn es befolgt werden würde, auch bedeuten würde, dass die Russen dann keine privaten, also keine zivilen Drohnen, mehr benutzen dürften. So für die Aufklärung und das, also keine Ahnung, wie sie das zusammen, bringen, ob es dann Ausnahmen gibt oder spezielle zugelassene Militär-Handys oder ich weiß es nicht, wie Sie das handhaben werden oder die Leute an der Front einfach sagen. Fuck it, was interessiert mich das? Ich habe hier die Drohne und wir werden deswegen jetzt nicht aufhören unsere Drohnen zu benutzen. Und sind wohl derzeit, gehört so eine Zahl, aktuell jeden Zeitpunkt ungefähr 4000 Drohnen unterwegs an der Front, die gerade in der Luft sind, von beiden Seiten zusammen.
Tim Pritlove
Die Drohnen haben wirklich übernommen. Okay, lass uns mal wieder ein bisschen Fokus finden und vielleicht auch langsam mal so zum Ende kommen. Die Frage, die so ein bisschen im Raum steht, ist natürlich, wie geht es weiter? Und wo sind sozusagen jetzt noch Bedrohungspotenziale? Ich denke, so unsere Vorhersagekräfte versagen hier an der Stelle, weil es einfach so viele Unbekannte gibt, die man aus unserer Sesselsofa-Position schwer einschätzen kann. Vielleicht noch eine Sache, die ich ansprechen wollte, weil die ja immer wieder in der Debatte ist, durch auch keine gute Antwort habe, aber das wollte ich noch mal einbringen, ist natürlich die Frage, inwiefern spielt Weißrussland jetzt noch eine Rolle? Also es ist offensichtlich, dass Putin versucht, Weißrussland so aktiv mit einzubringen, wie es nur irgendwie geht, aber es macht ganz den Eindruck, als ob bisher zumindest. Lukaschenko verhindert hat oder verhindern wollte, dass Weißrussland selbst mit seiner Armee in diesen Krieg eintrifft. Ich meine, wir haben über diesen Aspekt so noch gar nicht gesprochen. Vielleicht haben wir es mal angesprochen kurz, aber es gab ja so verschiedene Vermutungen, unter anderem, dass es halt nochmal eine neue Offensive auf Kiew geben könnte.
Pavel Mayer
Also die besten Experteneinschätzungen, die ich dazu gehört habe, ist, dass zum einen derzeit und auch in den nächsten Monaten oder in diesem Jahr zumindest oder bis Ende des Jahres Weißrussland einfach logistisch vom Material her, von den Truppen her überhaupt nicht in der Lage ist. Also sie sind noch nicht fertig oder noch nicht vorbereitet, um irgendwas zu tun, aber sie bauen halt Truppen auf. Das heißt, sie könnten irgendwann an den Punkt kommen, aber wahrscheinlich nicht dieses Jahr. Aber gleichzeitig bauen auch die Russen ihre Truppen dort wieder aus. Und sorgen natürlich einmal dadurch dafür, dass die Ukrainer auch im Norden Truppen stationiert halten müssen, die sie nicht an der Front einsetzen können. Und man geht auch nicht davon aus, dass sie irgendwie erfolgreich sein könnten. Bei und in einem zweiten Anlauf Kiew erobern. Also das haben sie beim ersten Anlauf, wo sie viel besser vorbereitet waren oder in viel besserer Verfassung waren, ja nicht geschafft. Und jetzt würden sie es erst recht nicht schaffen. Aber es würde natürlich trotzdem einfach eine zweite Front zu eröffnen. Könnte halt zu irgendeinem Zeitpunkt durchaus Sinn machen, aber wohl nicht anytime soon. Das war wohl die Einschätzung von Experten. Sie können noch nicht.
Tim Pritlove
Ja gut, also wofür Weißrussland auf jeden Fall genutzt wird, also was passiert ist, es gibt sehr viel hin und her von Truppen und von Gerät. Mal gehen Panzer rein nach Weißrussland, mal gehen Panzer wieder raus zur Front. Das macht da so ein bisschen so den Eindruck, als ob Weißrussland von Russland vor allem verwendet wird für Training, Ausbildung von Soldaten, gegebenenfalls auch Reparatur von Gerät. Also das sind einfach die Produktionskapazitäten des Landes, die dort existieren in irgendeiner Form mit Nutzen und natürlich auch die Ausbildungskapazitäten. Ein Angriff vom. Norden her ist natürlich insofern etwas unwahrscheinlich, weil A würde er stattfinden, er würde jetzt noch sehr viel aktiver beobachtet werden, sodass die Ukraine sich darauf einstellen kann. Davon abgesehen sind natürlich auch ganz andere Befestigungen vorgenommen worden an der Grenze, also die Ukraine zieht an der Grenze zu Weißrussland, wie auch zu Russland an vielen Stellen einfach ganz andere Fortifications her. Also da werden Gräben gezogen, da werden entsprechende, weiß ich nicht, Minenfelder springen fallen, keine Ahnung, Benachrichtigungen. Also noch mal werden die da nicht so reintrudeln. Und gerade auch diese ganze Debatte, ob zum Beispiel weiter im Westen auch noch mal eine Kampfzone aufgemacht wird. Ich glaube, das kann man beerdigen, weil es ist so ein sumpfiges Gebiet und da sind erst mal so viele zig Kilometer Wald, die durchfahren werden müssen, dass da würden einfach die Truppen, egal ob es russische oder weißrussische sind, stecken bleiben, bevor die überhaupt irgendwo erst mal hingekommen sind.
Pavel Mayer
Ja, aber nichtsdestotrotz würde es halt Kräfte binden.
Tim Pritlove
Es würde Kräfte bringen, aber es würde auch nichts bringen. Also die Kräfte wären dann halt auch da.
Pavel Mayer
Eine andere Erwartung ist jetzt aber, dass die Russen stehen unter hohem politischen Druck, irgendetwas vorzuzeigen. Also ein Unentschieden reicht nicht bei den Russen. Die müssen halt schon auf Sieg spielen und die haben halt auch nicht ewig Zeit. Also zumindest so können sie nicht sagen, jetzt okay, wir warten mal noch ein, zwei Jahre mit unserer Offensive. Sondern da geht man davon aus, dass die Russen wohl so bald wie möglich und irgendwann in den nächsten zwei bis drei Monaten, sobald das Wetter zulässt, Ende Februar, März, bis dahin in die Offensive gehen werden. Vielleicht auch nicht, vielleicht bleibt die auch aus, aber im Moment wird dem eine hohe Wahrscheinlichkeit eingeräumt, dass die Russen jetzt nochmal richtig aufdrehen werden. Spätestens wenn diese 150.000 Mann ausgebildet sind und zur Verfügung stehen, dass sie dann mit neuen frischen Truppen irgendwo versuchen werden, weiter Land zu gewinnen und wahrscheinlich den, ja. Mit Luhansk und Donetsk einfach da komplett Land zu gewinnen. Um dann vielleicht zu Verhandlungen zu kommen, Westen zu demoralisieren, wie auch immer. Also wahrscheinlich. Als erstes eine russische Offensive, wobei die Ukrainer natürlich auch mal das Gefühl hat, wahrscheinlich schon seit längerem jetzt mit den Füßen scharren und gucken und eigentlich auch in die Offensive gehen wollen. Die Amerikaner haben jetzt öffentlich sie aufgefordert, doch zu warten mit Offensive, bis jetzt das ganze neue Militärmaterial eingetroffen sind und die Truppen jetzt auch besser ausgebildet sind an dem neuen Material. Das heißt, es wird wahrscheinlich irgendwie so einen Sweetspot geben. Auf der einen Seite werden die Russen stärker, auf der anderen Seite kommt natürlich jetzt noch westliches Material und Ausbildung. Und eigentlich wollte man aber wahrscheinlich schon jetzt früher los schlagen. Aber eine ganze Menge Truppen sind jetzt auch wohl gebunden an den Hotspots, wo man dann, Verstärkung geschickt hat, also auch in der Gegend von Bachmut beispielsweise, weswegen das da so hart hergeht. Von daher ist jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ukraine als erstes in die Offensive gehen wird irgendwo eine größere ist jetzt gesunken und die Wahrscheinlichkeit, dass. Die Russen die nächste Offensive größere vornehmen werden, ist jetzt gestiegen. So und wahrscheinlich aber, wenn die russische Offensive dann stattfindet, geht man nicht davon aus, dass sie allzu viel erreichen werden, weil dafür fehlt ihnen schlichtweg auch fehlen die Kräfte. Und dann wäre der ideale Zeitpunkt für die ukrainische Offensive nach der russischen Offensive ab April oder Mai, wenn dann auch das Material... Da ist. Und das Problem aber ist jetzt, wenn es der Ukraine jetzt im Sommer nicht schafft, größere Erfolge zu erzielen, dann könnte langsam halt der russische Truppenaufbau. Und Rüstungsproduktion und so weiter, könnte halt dann dazu führen, dass die Russen sich eben immer tiefer eingraben und auch immer stärker werden und dass der Aufwand, um dann das Land zu befreien, einfach deutlich größer wird. Das heißt, im Moment räumt man der Ukraine eine recht hohe Chance eigentlich ein, tatsächlich im Sommer was reißen zu können gegen die Russen. Aber wenn es das nicht wird, dann. Rosten die Russen auf und dann sind wir bei den 2.000 oder 3.000 Kampfpanzern, die die Ukraine dann braucht, von denen wir vorhin gesprochen haben. Wenn die Russen jetzt tatsächlich sogar dann noch spektakuläre Erfolge haben oder es dann zu einem Waffenstillstand kommt. Das ist dann die große Gefahr für 2024, dass die Russen dann einfach ein, zwei Jahre Auszeit. Nehmen und dann eben nochmal wiederkommen. Und dann während im Westen alle froh sind, Waffenstillstand, endlich ist dieser Horror zu Ende und sich die Aufmerksamkeit so ein bisschen abwende, das ist so ein bisschen das Gefahrensszenario, wohin es laufen könnte, wenn es dann zu einem Waffenstillstand kommt, es keine Bewegung mehr gibt in dem Krieg. Bewegung heißt aber, dass eigentlich eine Seite irgendwo drei-, fünfmal so viele Kräfte konzentrieren muss wie die andere Seite in dem hinreichend großen Abschnitt und dann eben signifikant Bewegung da ist. Aber je länger sich beide Seiten dann eingraben, umso weniger Bewegung wird es geben und wenn es keine Bewegung mehr gibt, wird man irgendwann wahrscheinlich auch zu Waffenstillständen kommen und ja, das ist dann, wenn die Gefahr zunimmt, dass dann auch wir irgendwann involviert sind oder in dem ja später dann sagen die wenn die russen dann noch mal wieder kommen wir mit nato truppen. Ran, ran müssten selber. Aber das ist.
Tim Pritlove
Weil es keine Option ist, die Ukraine den Russen zu überlassen. Und wenn sie es aus eigener Kraft nicht schaffen, dann brauchen sie halt andere Kräfte.
Pavel Mayer
Und nicht nur die Ukraine, sondern man kann ihnen halt gar nichts überlassen in dem Sinne. Das ist das Problem. Aber wenn man es ihnen auch nicht abnehmen kann, kann man sich halt auf den Kopf stellen. Und deswegen, was glaube ich bei vielen Leuten noch nicht im Kopf angekommen ist, so richtig ist, dass je länger man wartet, jetzt die Ukraine mit dem Nötigen zu versorgen, umso teurer kann das dann für uns im Nachgang werden. Und in dem Zusammenhang gab es noch einmal einen interessanten Artikel. Ganz vergessen hatte zu erwähnen von Garry Kasparov und Kudorovich, wo beide. Dafür appellieren, keine Angst zu haben vor einem Ende von Putin. Das ist halt so ein bisschen auch die russische Logik, warum wir Angreifer sind. Das ist, weil das russische Regime halt nicht stabil ist, wenn es nicht alle paar Jahre einen Krieg irgendwo führen und gewinnen kann. Denen braucht es halt, weil es sonst zu unpopulär wäre. Und wenn wir also die Russen nicht alle paar Jahre irgendeinen Krieg gewinnen lassen, dann stürzt die Regierung Putin und dann gibt es Chaos und dann gibt es Bürgerkrieg und dann bringen die Russen sich alle gegenseitig um. Und das ist ja sowieso schon der Fall, weil in Wirklichkeit sind die Ukrainer ja eigentlich Russen. Das heißt, wir haben jetzt gerade einen Bürgerkrieg schon angezettelt in Russland, wo jetzt die ukrainischen russen gegen die russischen russen irgendwie sich gegenseitig töten.
Tim Pritlove
Das ist jetzt alles in Anführungsstrichen, um mal deinen Tonfall ein bisschen so...
Pavel Mayer
Ja, das ist alles genau. Das ist alles, so sagen wir jetzt, so ein bisschen die russische Logik gerade oder von Teilen der Russen. Und das Dilemma ist, wahrscheinlich würden die Russen jetzt nicht die ganze Welt unbedingt, erobern wollen, aber so wie es aussieht, um sich jetzt sicher zu fühlen, würden sie halt wenigstens so, wie sagen wir, ja, noch Länder, in denen ungefähr 200 Millionen Leute leben, kontrollieren müssen. Also das ist dann deren Einflusssphäre. Und dazu sind halt diese 200 Millionen Leute einfach nicht bereit, sich sozusagen von den Russen irgendwie, kolonisieren oder ja, vereinnahmen zu lassen. Deswegen ist das halt keine Option. Deswegen ist es halt einfach illusorisch, dass das passieren wird. Und das ist auch für die Frage, war der Westen jetzt schuld oder ist der Westen jetzt Kriegstreiber? Naja, das, was die Russen brauchen oder das Regime Putin braucht, um stabil zu sein, das kann man ihm schlicht und einfach nicht geben. Insofern war diese Konfrontation wahrscheinlich früher oder später unausweichlich, die wir da jetzt gerade haben. Und jetzt wäre es, glaube ich, ganz gut, wenn man sie beschleunigt zu Ende bringt. Und der Westen läuft sicherlich besser, als man das erwarten konnte. Und der Westen hält auch zusammen und die Ukraine performt super. Und die Russen sind schlechter, als man es geglaubt hat. Also an sich laufen die Sachen gar nicht schlecht. Aber die Gefahr ist nach wie vor da, halt von zu wenig zu spät und ja, dass irgendwann. Dann im Westen das Interesse verloren geht und wer dann auf lange Sicht es dann eben richtig teuer wird für uns. Aber im Moment gibt es dafür keine Anzeichen, dass das passieren könnte. Läuft es ja gut und wahrscheinlich ja. Hoffentlich wird es entsprechend weiter positiv laufen. In der letzten Sendung haben wir gesagt, dass es möglicherweise eine Entscheidung in den nächsten Monaten geben könnte. Diese Entscheidung ist ausgeblieben. So und jetzt sieht es eher so aus, als wenn in den nächsten Monaten erstmal nicht allzu viel passiert, bis halt eine Seite jetzt mit der Offensive beginnt, aber das wird wohl noch auf sich warten lassen. So sieht es im Moment aus. Aber wenn wir das jetzt sagen, geht dann wahrscheinlich nächste Woche irgendwo eine große Offensive los. Aber das kann halt immer passieren. Aber nichtsdestotrotz, hier sieht es rein aus Wetter und anderen Gründen sieht es gerade nicht so aus, als wenn die Ukraine oder die Russen in Kürze eine Offensive beginnen würden. Und dass es wahrscheinlich die Russen sein werden, die früher eine Offensive beginnen werden. Aber wer weiß.
Tim Pritlove
Naja, eine Offensive, also das ist ja auch so ein bisschen dieser Sichtpunkt, als würde es auf einmal so eine komplette Durchmobilisierung geben und an allen Stellen würde jetzt irgendwie was brennen. Das kann, glaube ich, auch Russland derzeit nur sehr selektiv machen, das probieren sie ja auch. Es gibt immer wieder solche Versuche, in bestimmten Bereichen überall überfallartig in irgendeiner Form eine Änderung des Frontverlaufs zu erzwingen. Das klappt dann mal besser, mal schlechter, aber wie schon geschildert, oft auch mit hohen Verlusten, aber dass es jetzt wirklich so eine koordinierte Aktion über die gesamte Frontlinie gibt. Das halte ich halt nach wie vor für, naja, also vielleicht sollte man das Wort ausgeschlossen nicht benutzen, aber dafür sehr unwahrscheinlich. Aus verschiedensten Gründen. Da ist halt einfach diese Versorgungslage, da ist das Bedrohungspotenzial der Ukrainer durch die Waffentechnik, die sie jetzt haben, sprich Heimat, relativ groß. Das heißt, schnelle Bewegungen auf der gesamten Front ist kaum möglich. Zweites Problem ist, man muss ja auch sehen, wer kämpft denn da. Und es ist ja nicht so, dass es da nur die Russen gibt, sondern da gibt es halt irgendwie diese Wagner-Gruppen, da sind auch diverse andere Gruppen, da gibt es diese sogenannten Rebellen da in Luhansk, Netz, die auch nochmal separat organisiert sind. Das ist halt alles auch nicht aus einem Guss und oft hat man auch so den Eindruck, dass die im Wesentlichen mehr auch für die Gunst in der russischen Innenpolitik gerade performen, als jetzt hier wirklich eine Kriegsagenda aktiv voranzutreiben. Insbesondere dieses Treiben von diesem Prigosin, dem also diverse Machtambitionen in Russland nachgesagt werden, ist halt absurd. Da geht es wirklich darum, irgendwelche einzelnen Fortschritte erzielen zu können. Der lässt sich dann halt ablichten, weil er dann halt wirklich. Auch an der Frontlinie ist. Als es da in Solle da abging, war er dann tatsächlich dort vor Ort, oder zumindest sah es halbwegs glaubhaft danach aus, dass er dort vor Ort war. Von daher habe ich auch nicht unbedingt so den Eindruck, dass Russland zu jedem Zeitpunkt so genau weiß, was es tut. Also auch diese Vorstellung von, jetzt haben sie sich wieder gefangen und jetzt werden sie irgendwie mal total koordiniert und alle auf einem Ziel zu marschieren. Dafür hat sich dieser ganze Apparat auch für zu anfällig gezeigt in den letzten Monaten.
Pavel Mayer
Deswegen wird der Ukraine nach wie vor gute Chancen eingeräumt. Aber generell sieht man schon, dass die Russen sich anpassen. Und so historisch ist es wohl so, dass Russlands Armee im ersten Jahr eines Krieges wohl immer eine totale Shit-Show war. Aber dass sie sich halt schon irgendwann dann eingerüttelt haben, weil irgendwann wird dann halt alles ein bisschen der Ernst der Lage klar und, dann sortiert der Krieg halt so ein bisschen auch aus. Also insofern, ja, man weiß es nicht. Auf der einen Seite geht Russland eben langsam das Geld aus, auf der anderen Seite weiß man auch, dass das in Russland Leiden so ein bisschen auch offenbar für viele sinnstiftend. Zu sein scheint und dass man daraus dann auch einen gewissen Stolz bezieht und insofern ja. Ja, also noch tickt die Uhr so ein bisschen für die Ukraine so, aber langfristig geht. Man davon aus, gibt man Russland genug Zeit und Ruhe, dann wird es sich halt auch allmählich. Anpassen und organisieren und auf Krieg einstellen. Aber wie weit die Zivilbevölkerung da bereit ist, dann mitzugehen. Gesagt, das kann in die Richtung gehen oder kann auch nicht gehen. Also noch ist es halt auch nur teurer geworden dort für die Russen, aber noch nicht irgendwie katastrophal, die. Situation. Und wenn man das alles zusammennimmt, wie gesagt, wäre es halt deutlich günstiger für alle, wenn die Ukraine im Sommer, das war vielleicht nicht das ganze besetzte Land befreit, aber zumindest noch mal so deutliche Siege erzielt, dass in Russland dann der Glaube, man könne da am Ende noch gewinnen, dann zunehmend verloren geht. Das wäre so ein bisschen. Und da wird eben, da reicht ein Unentschieden wahrscheinlich alleine im Moment nicht aus. Um das zu erreichen.
Tim Pritlove
Und entschieden reicht nicht. So, Pavel, wir wollen mal zum Ende kommen. Ich glaube, wir können uns hier noch fünfmal im Kreis drehen mit Voraussagen über das Ungewisse. Ganz gut, dass wir jetzt mal so ein Update gemacht haben, damit wir mal so ein bisschen wieder. Den Ereignissen gerecht werden und ein bisschen zusammentragen, was aus unserer Perspektive passiert ist. Damit wir dann vielleicht in den nächsten Wochen auch mal wieder ein bisschen aktiver auf kurzfristiges Geschehen eingehen können. Weil ich glaube so den Eindruck, da wird demnächst wieder was passieren, wo es noch mehr Gesprächsbedarf gibt.
Pavel Mayer
Vielleicht noch ein paar Sätze zum Thema Atomkrieg. Erstens gab es aber, und ich wurde ja beim Fußball darauf angesprochen, was jetzt mit dem Atomkrieg ist.
Tim Pritlove
Ah, stimmt ja. Vor Weihnachten gab es ja keinen.
Pavel Mayer
Mit der Vorhersage habe ich ja recht behalten, so vor Weihnachten kein Atomkrieg, das ist ja eingetreten. Tatsächlich ist es von Kreml-Seite aus eher ruhiger geworden. Was Atomdrohungen angeht, hält man sich zurück. Aber die kamen natürlich jetzt auch als Reaktion auf die Panzerlieferung. Aber generell ist mein Eindruck, dass man da jetzt eine Nummer zurückgeschaltet hat. Und jetzt zwar immer noch gerne Berlin bombardieren wollte wegen der Leopard-Panzer, aber meines Wissens nicht mehr Atomar.
Tim Pritlove
Ich frage mich, was die Amerikaner den Russen erzählt haben in dem Zusammenhang. Das war's für heute.
Pavel Mayer
Ja, es wird kolportiert. Ich kann es nicht bestätigen, aber das kommt durchaus aus, ja, das ist jetzt kein Gerede, sondern das kommt sozusagen aus Akademia. Unter anderem der Justin Brank hat das auch erzählt. Was gemutmaßt wird, ist, dass die Amerikaner den Putin klar gemacht haben, dass sie wissen, wo er sich aufhält, jederzeit, und ihm gesagt haben, also wenn du irgendwie Atomwaffen einsetzt, werden wir auch eine Atomwaffe einsetzen und zwar genau dort, wo du dich befindest. Das war wohl so ein bisschen die Ansage der Amerikaner, also wenn du das machst, dann killen wir dich mit einer Atomwaffe. Eigentlich keine dumme Drohung, so würde ich sagen. Also scheint funktioniert zu haben. Oder ob das stimmt, oder die Chinesen haben auch gesagt, Putin, hör mal auf mit dem ganzen Atomgeräte und den Indern, weil das ist schlecht fürs Geschäft, und macht uns selber auch hibbelig. So, lass das mal sein. Also im Moment sieht es nicht so aus und ja, also da müssten wahrscheinlich.
Tim Pritlove
Also auch kein Atomkrieg nach Weihnachten.
Pavel Mayer
Also laut russischer Atomdoktrin müssten die Ukrainer schon auf halbem Wege nach Moskau sein, bevor man das wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen würde. Also selbst wenn sie irgendwie Rost auf einem Donnen oder so erobern oder so so ein Stück da unten noch oder irgendwie ein Stück einmarschieren irgendwo auf russisches Gebiet, glaube ich nicht, dass das selbst das würde wahrscheinlich nicht die Schwelle triggern. Aber am Ende kann man nichts mit Sicherheit sagen.
Tim Pritlove
Gut, ich fühle mich auf jeden Fall erst mal sicher bis Ostern oder Pfingsten oder so. Okay, dann würde ich sagen, machen wir an dieser Stelle einen Schlussstrich und sagen vielen Dank fürs Zuhören und wir sehen mal zu, dass wir nicht wieder zwei Monate brauchen. Bis zum nächsten Update und beobachten aber die Situation natürlich weiterhin für euch.
Shownotes

UKW107 Ukraine: Winter is coming

Die Befreiung der Stadt Cherson läutet die vierte Phase des Krieges ein

Die militärische Strategie der Ukraine zahlt sich ein weiteres Mal aus und zwingt die Russische Föderation, ihre Armee aus der Stadt Cherson abzuziehen und auf das linke Ufer des Dnipro zu verlagern. Dies stellt gleichzeitig eine großen Erfolg der Ukraine als auch eine vernichtende Niederlage der Russen dar, die in der Heimat schwer zu vermitteln sein wird. Wir analysieren, wie es dazu kam, wie es an der restlichen Frontlinie aussieht, welche Optionen der Ukraine und den Russen nun noch zur Verfügung stehen und was die strategischen Ziele der nächsten Zeit sein könnten.

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Tim Pritlove
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Pavel Mayer

Für diese Episode von UKW liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WebVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Hallo und herzlich willkommen zu UKW, unsere kleine Welt. Mein Name ist Tim Prittlaff und äh das hier ist die hundertsiebte Ausgabe vom 16. November. 2022 und ähm nachdem ich zuletzt ja mit John auf Die Brexit-Situation geschaut habe, mal wieder, wollen wir jetzt natürlich auch mal wieder auf die Ukraine-Situation schauen. Dazu begrüße ich natürlich Pavel, hallo Pavel. Genau, denn wir haben jetzt dann auch schon wieder gut einen Monat nicht äh Updates geliefert. Das mag äh mittlerweile viel erscheinen, weil dann ist dann doch einiges passiert. Aber wir hatten dann auch erstmal so eine kleine Urlaubsphase. Ähm in der es äh ja nur ums Beobachten und uns sammeln ging. Und jetzt ähm jetzt stehen wir da und äh haben eigentlich schon wieder fast viel zu viel zu ähm berichten. Mhm. Ich würde gerne anfangen. Da wo wir zuletzt aufgehört haben, weil als wir die Sendung dann äh die letzte aufgenommen haben war ja der Anschlag auf die Krimbrücke gerade erst einige Tage her, ne, also, Wir haben am 12. Oktober veröffentlicht und wenn ich mich jetzt richtig erinnere war der Anschlag auf die, Brücke am wann war das? Irgendwie so am achten oder neunten, ne. Und ähm jetzt. Könnte man sozusagen noch mal draufblicken und sagen, äh war denn das, was wir damals dachten, was dort passiert ist, äh auch tatsächlich das, was äh passiert ist. Wir hatten uns ja eigentlich relativ klar auf diese LKW. Variante festgelegt und ich hab auch so den Eindruck seitdem hat sich da auch nichts anderes wirkliches äh ergeben.
Pavel Mayer
Das scheint sich so weitgehend bestätigt äh zu haben, dass das wahrscheinlich eine Aktion, ja, des ukrainischen Geheimdienstes äh war, der dann den LKW auf die Brücke mit einer Bombe oder mit mehreren Bomben. Gebracht hat und so es zu den Zerstörungen gekommen ist.
Tim Pritlove
Macht so ein bisschen den Eindruck, als ob der Schaden letztlich dann doch noch ein bisschen größer war als zuerst vermutet, ne? Also vielleicht zur Erinnerung. Dieser LKW ist auf dieser Brücke explodiert. Daraufhin sind zwei, drei ähm Bahnsegmente. Der Brücke, also der Straße, des Straßenteils der Brücke ähm eingestürzt davon gibt's zwei Fahrspuren, das heißt, die andere Fahrspur, die ist nicht eingestürzt, war aber wohl auch so weit mitbeschädigt worden, dass ähm auch große Trucks dort immer noch nicht fahren. Habe ich jetzt noch nichts gehört, dass sich das groß geändert haben soll, sprich der ganze Verkehr musste dann auf Fähren aus äh weichen. Was natürlich den ganzen Güterverkehr extrem äh beeinträchtigt. Aber auch diese. Eisenbahnbrücke, die ja neben dieser Straßenbrücke verläuft und die ja nur mittelbar betroffen war. Wo dann dieser Zug drauf stand, ja, der mit Diesel beladen war, die durch die Explosion, also durch die. Ganzen Debri, also diese ganzen kleinen Teile, die da losgescheuert äh losgeschleudert werden bei so einer Explosion. Offenbar. Dafür gesorgt haben, dass dass diese Tanks auch wegschlagen und dann auch gebrannt haben, aber nicht explodiert sind. Und das hat dann relativ lange gebrannt und hat wohl eine ganze Menge Hitze erzeugt und das hat schon dazu geführt, dass auch diese Bahnlinie. So nicht mehr benutzbar ist. Alle haben irgendwie damit gerechnet so, naja okay, gut, dann reparieren sie da die Schienen und dann, dann, dann funktioniert das auch wieder. Aber offensichtlich scheint. Der Mensch so stark zu sein, dass auch größere Züge dort immer noch nicht äh fahren können. Zumindest jetzt keine, die irgendwelche Panzer transportieren. Oder hast du da irgendwas anderes mitbekommen, was äh naheliegend würde, dass das sich in einem besseren Zustand befindet.
Pavel Mayer
Nee, es sieht in der Tat so aus, ja, dass. Die Einschränkungen äh die du geschildert hast im Zugverkehr wie auch im LKW-Verkehr weiterhin. Andauern und auch noch eine Weile andauern. Äh haben jetzt zumindest ein äh so ein so ein Fahrbahnstück jetzt in Position gebracht, also auf Schiffe verladen, das ist das letzte, was ich jetzt gesehen habe, dass sie da irgendwie jetzt äh zumindest ein Stück Fahrbahn. Dabei sind, anzutransportieren.
Tim Pritlove
Ja das ist auch schon eingesetzt. Also das eine, das eine Segment ist schon ausgetauscht, bleiben halt noch zwei andere und was sonst noch an Reparaturen zu machen ist, also könnte sein, dass quasi, wenn sie die Geschwindigkeit beibehalten zumindest die Straße dann bald wieder befahrbar ist, aber das. Ansonsten haben sie aber gesagt, dass die Reparaturen insgesamt bis Juli 2023 andauern sollen. Und das ist natürlich schon ein hartes Stück. Also das ähm klingt nach sehr viel mehr Schaden und logistischen Problemen, als man jetzt vielleicht am Anfang hätte vermuten können. Warum ist das überhaupt alles so ein Problem? Ich weiß gar nicht, inwiefern wir da drauf eingegangen sind, aber. Diese ganze äh Situation dort verschärft sich natürlich jetzt auch durch den nahenden Herbst und Winter. Also grad diese da, diese. Bereich, der von dieser Brücke überfahren wird, der ist halt. Dafür bekannt im Winter auch ziemlich rau zu sein. Da ist also äh einerseits eine Menge Seegang, teilweise auch Eisschollen, die da lang äh. Lang treiben und äh den Fährverkehr auch teilweise komplett zum Erliegen zu bringen. Also kann sogar sein, dass die logistischen Probleme, die sie da jetzt ohnehin schon haben, auch was die Reparatur betrifft noch. Schwerer ausfallen äh können als als als jetzt schon, ne. Natürlich auch sein, dass sich da irgendwas beschleunigt oder als einfacher herausstellt. So oder so seit vier Wochen kann die Verbindung zwischen Russland und Krim, die dort neu gebaut worden ist. Nicht mehr genutzt werden, sowohl zur militärischen Belieferung der ganzen Kriegsgebiete, aber auch der ganzen. Versorgung der Krim, die ja einfach, da sie ja nun vom Norden nicht gerade mit irgendwas beliefert wird, alle ihre Güterverbrauchsgüter Lebensmittel vor allem halt aus Russland erhält. Ja und das äh könnte natürlich innerhalb der Krim auch für Probleme sorgen und habe jetzt nicht von riesigen Fluchtströmen gehört, aber ich denke mal, wenn's da irgendeine Bewegung gibt, dann halt eher in Richtung Russland, zumal sich ja die Gesamtsituation, auch weiter verschärft, wie wir gleich noch erläutern werden. Ja, also dort gibt's äh viele Kilometer LKW-Stau. Und ähm insgesamt ist die Situation dieser Krimbrücke nicht gut für die Russen und man kann sagen, das war einfach mal ein. Super, super, super erfolgreicher äh Akt, der. Ukrainischen Special Forces oder wer auch immer da äh seine Finger mit im Spiel gehabt hat. Das war einfach gnadenlos gut geplant, vorbereitet und durchgeführt und super effektiv. Während alle die ganze Zeit darüber gerätselt haben, wir ja auch. Was man so gegen diese Krimmbrücke tun kann und immer so hm na ja okay, da kannst du viel Raketen draufschmeißen, aber es wird wahrscheinlich nicht so viel bringen so. Da waren die dann schon wieder drei Schritte weiter. Einfach gesagt. Einfach LKW voll ruffahren bam läuft schon.
Pavel Mayer
Ja und in und ein weiteres Problem diskutiert hatten, ist, dass natürlich äh extremen Aufwand auch treiben müssen, wenn sie wieder LKW da drauflassen, dass sich das nicht nicht wiederholt. So und das kann mit einem Grund sein auch warum. Sie bisher da äh den LKW-Verkehr noch äh äh eingeschränkt äh haben, weil sie nicht so richtig wissen, wie sie das mit der Sicherheitsüberprüfung machen sollen.
Tim Pritlove
Mhm. Ja, das kommt noch dazu, weil es ist natürlich durchaus sein kann, dass äh Ukraine das nochmal probiert. Auch wenn sie vielleicht schon wieder ganz andere Sachen ersinnen, aber sie wissen zumindest, dass Bedrohungspotential ist da und. Vielleicht läuft das dann alles nicht so flüssig, wie sie sich das gewünscht haben. Ja, ja, das kann schon sein.
Pavel Mayer
Und das Problem alleine ist dann auch die Durchleuchtungsstation erstmal in Gefahr äh sind. So, also müssen dann richtig Aufwand. Treiben mit irgendwie vor Kontrolle und Entladen und so, um wirklich sicher zu gehen, dass da nicht nochmal eine Bombe mitgeschickt.
Tim Pritlove
Erstmal in der Vorkontrolle losgeht, nur um die kaputt zu machen, um danach nochmal die Brücke kaputt zu machen. Ja, ja.
Pavel Mayer
Das ist sozusagen die unangenehme Bedrohungssituation, dass sie halt äh ja äh sagen Vorkontrollen brauchen, um die Hauptkontrolle zu schützen und äh ja.
Tim Pritlove
Totaler Terror. Ja gut ähm so viel vielleicht zur äh Krimbrücke. Und dann ähm Am besten mal gleich hier den Elefanten im im Raum, denn natürlich, ihr werdet es alle gehört haben, die große Nachricht ist die Belagerung der Stadt durch die ukrainischen Truppen letztlich erfolgreich gewesen ist und Russland angekündigt hat, sich von diesem Gelände zurückzuziehen und das haben sie mittlerweile auch getan, sodass also weitere viele tausend Quadratkilometer Land, die eins von Russland erobert wurden, wieder zurückerobert werden konnten. Und das Ganze ist vor allem auch relativ unblutig abgelaufen. Was ist passiert? Also vielleicht noch mal so zur Ausgangssituation dieser ganze Bereich ist ja einer der ersten überhaupt von Russland besetzt wurde. Das ging am Anfang des Krieges relativ schnell und ich glaube, da sind auch die ein oder anderen gerollt in der ukrainischen Armee, weil das war natürlich ein großes Versagen. Ist ja nicht so, dass man jetzt die Bedrohung im Süden so nicht gekannt hätte. Und äh dieser Übergang von der Krim äh nach. Ist ja jetzt auch ein Problem bei der Eroberung, das sind ja im Prinzip nur zwei Straßen, die dort von Süden nach Norden führen. Ihn irgendwie nicht gelungen hier entsprechenden Widerstand äh entgegenzusetzen, nicht nur um das Eindringen überhaupt äh nach äh Fresshon, also die. Ob Lars zu verhindern, sondern dann eben auch äh nicht in der Lage waren, das übertreten russischen Truppen über die zwei Brücken, nämlich eben die bei dem Staudamm und eben die Antonowski-Brücke direkt bei der Stadt. Äh das irgendwie zu verhindern und das Ergebnis war, dass die Russen halt drauf und dran waren. Ins Land reinzustürmen, die Stadt Nikolaif anzugreifen und auch noch ein bisschen äh weiter nach Norden. Also sie sind ja im Prinzip von diesem äh Fluss sind sie ähm bis zu 134 Kilometer ins Land ähm vorgedrungen und haben also versucht oben diesen äh anderen Teilfluss, der dort ist. Das sind Namen, ich immer vergesse Bug heißt der, glaube ich, äh den irgendwie zu umrunden, um von dort einen Landweg nach äh Odessa. Einschlagen zu können. Das konnte dann aber verhindert werden. Das wurde dann eben zurückgeschlagen und deswegen haben wir jetzt seit einem halben Jahr diese Situation gehabt, dass eben da so ein ja ein Teil. Ähm ab diesem Fluss äh ins Land hinein von ähm den Russen gehalten wurde, aber dann eben die Ukrainer so eine Verteidigungslinie äh haben aufbauen können. Also von Gengershof für so vierzig Kilometer ins Land und das Ganze eben über 'ne 'ne Breite von um die gut 150 Kilometern. So und so war das dann eben alles eingefroren und dann gab's ja diese ersten Angriffe. Wir erinnern uns noch kurz bevor dann die eigentliche Offensive wiederum im Osten, in Rakif losging, die ja so erfolgreich war gab's ja erstmal Angriffe so und zwar auf breiter Front und das hat ja dann auch die Russen dazu gebracht die ganzen Truppen dort in zu verstärken. Und sich selber im Osten wiederum zu schwächen, aber letzten Endes ist es nie so richtig viel passiert. Es gab hier so ein bisschen paar Vorstöße, da so ein paar kleine Kämpfe, ein paar Brückenköpfe, das ging dann auch hin und her und die einzelne Orte, die dann gewonnen werden konnten, die wechselten auch mehrfach den Besitzer, aber so im Großen und Ganzen passiert da halt eigentlich gar nichts. Außer, dass natürlich dann, durch das äh Verwenden dieser Präzisionsartillerie. Also andere, Systeme, also alles was so die Europäer und die Amerikaner geliefert haben, was einfach über große Distanzen extrem präzise Bomben abwerfen kann. Das wurde dann eben genutzt, einerseits, um eben diese ganzen Command und Control Posts ähm Im Süden zu zerstören, Munitionslager natürlich zu zerstören, also überhaupt diese gesamte logistische Kette zu durchlöchern und zusätzlich eben auch noch diese Brücken außer Betrieb zu nehmen. Haben wir auch mehrfach drüber gesprochen. Die waren auch gut durch Löcher. Das sieht man jetzt auch, Auf frischen Fotos. Jetzt konnte man da ja mit Drohnen rüberfliegen, um mal zu gucken, was da überhaupt passiert ist. Schon äh atemberaubend, wie äh präzise dort mit diesen Artillerie. Munitionen, die halt was weiß ich, 50 bis 80 Kilometer weit losgeschossen wurden. Da wirklich so eine so eine Reißverschlusslinie quer über diese Brücke, beide Brücken rübergezogen wurde, was eben dann dazu geführt hat, dass man da einfach mit so einem 12 Tonnen Panzer einfach nicht mehr rüberfahren kann. Na ja, so und das hat natürlich dann die Situation dahingehend verschlechtert, dass dort 20tausend oder was weiß ich, wie viel es am Ende äh waren, Soldaten stationiert sind, die permanent. Nahrungsmitteln versorgt werden müssen und natürlich auch noch mit äh Munition und mit Diesel und mit was nicht allem. Und das Ganze musste. Mit Fähren gemacht werden. Das war dann halt einfach irgendwann nicht mehr haltbar. So und das ist auch den Russen klar geworden und irgendwann war dann auch der politische Wunsch, die Stadt unbedingt zu halten, nicht mehr stark genug, um. Militärische Realität zu ignorieren und dann. Gab's ja dann nochmal einen Wechsel an der Führung des russischen Militärs. Es gibt jetzt diesen neuen Chef, der jetzt erstmalig für die gesamte Operation zuständig ist, wie heißt der Soro Wikin oder so. Und ähm ja und der war im Prinzip als äh seine erste Amtshandlung ist im Prinzip gewesen, hier diesen Rückzug einzuleiten. Fand dann auch statt über einen längeren Zeitraum. Gab dann wieder viele Leute, die jetzt vielleicht die Situation nicht so direkt verfolgen, ja, die sich dann so wundern so, warum geht denn das auf einmal so schnell und so kampflos. War es eben nicht, dass da die Stellung schwach gewesen wären und ähm. Die äh Ukraine hätte jetzt äh die Russen so übertöpelt, wie das eben in äh Rakif in der Region Rakif gewesen ist, sondern hier war ja relativ klar, dass die Präsenz schon groß ist und die Russen haben sich da auch tief wieder in neue Verteidigungslinien eingegraben. Allerdings in so einem zehn, 14tägigen Prozess. Eigentlich erstmal so ihre ganzen Kommandanten, ihre ganzen Führungskräfte, diese ganzen installierten, administrativen Leute, die da diese Städte hätten fahren sollen. Die wurden irgendwie alle rausgeholt, die Lehrer. Ähm und äh außerdem auch noch wohl ein Großteil ihrer besser ausgebildeten Soldaten und die Stellungen wurden dann eben wiederum mit äh den also mit den mobilisierten Russen befüllt, damit da irgendwie jemand drin rumsaß, der äh dann auch einfach abgeschossen werden konnte, dass äh hat die Russen ja nicht so sehr interessiert. Und zu einem bestimmten Zeitpunkt gab's dann eben den Befehl, okay, ziehen wir uns auch komplett zurück. Das haben die sich wahrscheinlich ein bisschen anders vorgestellt. So wie die ganzen Verteidigungslinien angelegt waren macht es so den Eindruck, als ob die Russen sich das eher. So gedacht haben, dass man die Ukrainer. Erst mit größeren Verlusten immer wieder Schritt für Schritt Linie für Linie äh vordringen lässt. Ja, also man greift irgendwie in eine eine Verteidigungslinie an, wo dann halt Leute in irgendwelchen Gräben sind, die wehren sich so ein bisschen, ähm muss die Ukraine wieder zurück, dann macht man vielleicht mal eine kleine Gegenoffensive. Also so ein so ein dieses übliche Hin und Her, was in der Regel sehr verlustreich ist. Hat sich so ein bisschen auf den auf den auf die Ostregion eingefahren aber das wurde dann von der Ukraine zu dem Zeitpunkt wo klar war, dass der Großteil der Truppen sowieso jetzt schon abzieht, glaube ich dadurch umgangen, indem sie einfach auf breiter Front überall angegriffen haben und äh dadurch sehr schnell Lücken gefunden haben und einfach diese ganzen Verteidigungslinien umfahren konnten.
Pavel Mayer
Also auf jeden Fall ist es den Russen nicht gelungen, sagen. Dass sich da allzu teuer äh zu verkaufen immer gerne so Parallelen mit dem Zweiten Weltkrieg gezogen, was immer ein bisschen schwierig ist, aber nichtdestotrotz der Fall, der nun auch derselben Gegenstand, aber es wurde halt auch immer so ein manchmal so ein bisschen mit Stalingrad verglichen, so auch so eine größere Stadt mit dem Rücken zum Fluss quasi äh nur das diesmal ähm die Russen halt äh ja ähm das Ganze mehr oder weniger kampflos aufgegeben haben statt jetzt im Häuserkampf bis zum letzten Blutstropfen äh zu verteidigen. Also ganz so wichtig scheint dann dieser russische Boden dann doch nicht zu sein, dass man jetzt. Irgendwie dann ja ähm äh. Da jetzt äh wirklich drum kämpfen würde, so dann hat die Ukraine äh quasi ihren Boden, äh den sie da verteidigt hat, äh den den musste den mussten die Russen teuer erkaufen äh so jeden jeden Meter äh den den sie nach erobert hatten im im Sommer und äh ja.
Tim Pritlove
Relativ billig wieder abgeben.
Pavel Mayer
Ja und das das war jetzt jetzt nicht so. Da haben waren die Ukraine einfach ein bisschen cleverer und haben sich da jetzt nicht verausgabt, sondern im Prinzip auf der einen Seite Druck gemacht. Also so ist jetzt nicht so, das das ist jetzt das ist jetzt da freiwillig abgezogen werden die Russen. Kann man jetzt auch nicht nicht nicht sagen, sondern das hat natürlich ein ganz klares mit dem Druck und den Verlusten äh zu tun äh und mit den Kampfhandlungen, die dort. Permanent stattfanden äh so ohne die wären sie wären sie halt nicht gegangen, aber ja aber die Ukrainer, Haben dann eben ganz klar äh sich nicht drauf eingelassen jetzt. Allzu große Verlustreiche äh Angriffschlachten zu führen, sondern eben immer geguckt, geguckt, geguckt und da, wo's ging, ist man vorgerückt und ansonsten hat man eben, ja, äh im im Hinterland auch mit viel Arthroriebeschuss äh und so die Russen einfach mürbe äh gemacht, äh gestört, wo's denn nur irgendein ging.
Tim Pritlove
Genau, also das ist ja eh so ein Bild, was ich gerade äh stark abzeichnet. Da kommen wir dann auch gleich noch mal zu, wenn wir über äh Rakifans und ähm Donezk reden, aber nicht die die Russen sind immer so in diesem klassischen Attacke äh Modus, wir feuern da jetzt so lange Leute drauf, bis wir hier irgendwie durchbrechen Ukrainer machen das einfach sehr viel geschmeidiger, weil sie eben auch einen sehr viel Verletzteres und bessere organisiertes äh Angriffssystem haben. Die setzen digitale Systeme ein, die haben alle irgendwie Tablets. Da stehen dann Also wenn irgendeine Truppe ein Mienenfeld findet, dann wird das eingetragen, dann sehen das sofort alle anderen. Also die sind einfach über ihre kollektiven Movements ähm informiert, die können das abrufen. Das mag vielleicht nicht immer überall funktionieren, aber im Prinzip existiert diese Technologie und kommt dort auch zum zum Einsatz. Also die haben einfach sehr gute Communications, teilen ihre Informationen in Echtzeit und können damit eben sehr viel klüger vorgehen. Und tasten halt immer wieder die russischen Positionen ab eben diese Information überhaupt nicht zu haben scheinen. Insbesondere durch diese mobilisierten, die einfach überhaupt keinerlei Ausbildung haben und auch irgendwie komplett ohne irgendwelche Ausrüstung und Funkgeräte äh da einfach in die Gräben geschmissen werden. Die wissen dann teilweise einfach überhaupt nicht ähm wo sind wir Wer greift uns an, ja? Was können wir da tun? In welche Richtung sollen wir irgendwie äh schlagen? Wo sind die anderen von uns, ja? Kommen die gerade? Ist diese Stellung dahinten unsere? Also es gibt auch sehr viel Berichte über so Friendly Fire, dass die für so Verluste der Russen teilweise einfach auch einfach durch eigene Kräfte ausgelöst wurden, weil sie sich einfach gegenseitig beschossen haben, weil sie einfach nicht wussten, dass auf der anderen Seite äh ihre eigene Armee ist. Ist ja ein generelles Problem in in Kriegen und das betrifft eben jetzt diese äh Frontlines der Russen mit den schlecht ausgebildeten Soldaten nochmal besonders.
Pavel Mayer
Ja, also es gab, gab Zahlen bis Mönchen gegen den bis zu 60 Prozent der Verluste durch Franky Fire.
Tim Pritlove
Habe ich auch gehört. Also es ist natürlich schwer sowas zu quantifizieren oder diesen Zahlen jetzt zu glauben. Weil ich denke, man kann schon sagen, dass das ein signifikantes Problem ist für die Russen Nicht das Einzige, was sie haben, aber noch mal eins, was dazu kommt und das vermutlich Friendly Fire bei Ukrainern eher die Ausnahme sein dürfte. So gut wie sie da eben äh vernetzt sind, ne.
Pavel Mayer
Ja gut, kommt immer vor äh so und äh auch wir jetzt im Golf Golfkrieg gab's auch mehr Tote. Auf äh Koalitions äh Seite, irgendwie hundertfünfzig ungefähr durch Friendly Feier und äh nur zehn oder 20. Durch Feindeinwirkung, ja. Aber gut, auf der anderen Seite hat man äh irgendwie ungefähr hunderttausend gegnerische Truppen äh getötet wahrscheinlich, insofern war das jetzt immer noch ähm ganz gutes Verhältnis.
Tim Pritlove
Trotzdem war der Rückzug äh schon ein geplanter Rückzug, das sieht man auch da dran, dass dann binnen eines Tages mehrere Brücken gesprengt wurden und zwar jetzt nicht nur die übern, sondern eben äh alle möglichen Brücken, also man wollte generell einerseits natürlich den Vorstoß, der hm ukrainischen Truppen verlangsamen, aber wahrscheinlich auch einfach mal einfach nur wieder Infrastruktur zerstören, um die Sache teuer zu machen. Auch in der Stadt Ressourcen ist die komplette Strommobilfunk und ich glaube auch Wasserinfrastruktur komplett zerstört worden.
Pavel Mayer
Alles.
Tim Pritlove
Das heißt, sie haben da jetzt erstmal einen Scheiß so ein bisschen, also da funktioniert erstmal sehr viel nicht, trotz alledem waren da die ähm, ja der Jubel natürlich groß, als die ukrainischen Soldaten dort in die Stadt gekommen sind. Hat sich ja nicht lange Zeit gelassen und war nach drei Tagen schon vor Ort, was ich. Mal wieder sehr tough finde, so weil er war im Prinzip so in Reichweite russischer Artillerie zu dem Zeitpunkt, weil War ja dann auch auf der anderen Seite des Flusses. Also das äh zeigt schon immer wieder, welchen Mut er hat auf der einen Seite, aber auch welches Vertrauen er in die eigene Armee äh zu haben scheint klares Signal. Ähm da kann sich Putin mehrere Scheibchen von abschneiden, aber vielleicht sollte er das besser nicht.
Pavel Mayer
Was man woran man vielleicht auch noch erinnern kann, ist, dass äh ja auch die Stadt war, wo es größere Proteste gegen die Russen äh gab in den ersten Wochen, die dann unterdrück. Äh wurden, also Demonstrationen gegen gegen die russische Besetzung äh gegen die dann mit Tränengas und dann Verhaftungen äh vorgegangen wurde, da äh ja. Und äh ganz viele Leute haben dann ihre ukrainischen Flaggen irgendwo im Garten äh in einer Plastiktüte vergraben und jetzt wieder ausgebuddelt und dann ähm wie die Wiener hissen zu können. Also da scheint doch ähm, ja äh eine Menge Leute gegeben äh zu haben oder auch noch zu geben, die. Mit dem russischen Einmarsch überhaupt nicht einverstanden waren und wahrscheinlich sind dann auch viele, die vielleicht erstmal ja indifferent waren, nachdem sie erlebt haben, wie die Russen sich da aufgeführt haben, haben wahrscheinlich auch ihre Meinung geändert.
Tim Pritlove
Den Eindruck habe ich auch gewonnen. Ja, vielleicht noch mal kurz zu den Brücken. Also wir haben diese vielen kleinen Brücken im Land gesprengt, aber sie haben natürlich dann auch nochmal die beiden großen Brücken ähm, die halt jetzt vorher schon von der Ukraine eigentlich die ganze Zeit angegriffen wurde, aber nicht so komplett zerstört wurden, sondern eben nur so nicht mehr befahrbar gemacht wurden Also die Antonowski Brücke, die große Brücke bei der Stadt Ressorten. Da sind gleich mehrere Segmente äh zusammengestürzt. Es gab ein bisschen unterschiedliche Berichte darüber, was jetzt diese Sprengung wirklich ausgelöst hat. Also es ist offensichtlich, dass es so, so wie so mächtig wie die ähm Explosion war, dass das schon direkt an der Brücke installierte. Sprengsitze der Russen gewesen sein müssen. Ja, sonst wäre so so ein Einsturz gar nicht äh denkbar. Das geht mit Raketenbeschuss nicht, sonst hätte das ja schon längst stattgefunden. Ähm aber es gab zumindest so Berichte, dass während des Abzuges der Russen über diese Brücke. Wo halt viele Truppen rübergelaufen sind. Äh es nochmal massiven Artilleriebeschuss gab durch die Ukraine. Dabei ähm ein Lastwagen mit Munition getroffen wurde, der dann vielleicht diese Springsätze.
Pavel Mayer
Ja
Tim Pritlove
Alles so ein bisschen Spekulation. Letzten Endes ist das alles so im Dunkeln. Passiert. Da gibt's zwar Bilder von der Explosion, aber daraus lässt sich eigentlich relativ wenig ableiten, ist auch am Ende völlig egal. Die Situation ist auf jeden Fall so, dass im Nordteil der Antonowski-Brücke hin. Glaube fünf oder sechs Segmente kaputt sind und wohl auch ein paar Stützen, also das wird dauern bis das äh wieder repariert werden kann. Und ähm im Osten die zweite große Brücke bei dem Staudamm, beim Nova Kakovka Damm. Da äh verläuft ja der. Also der eigentliche Staudamm. Gibt's im vorderen Bereich so ein Schleusen-Ding mit einer Brücke. Das ist das, was die Ukraine die ganze Zeit beschossen hat und wo dann die Russen sich damit geholfen haben, dass sie diesen ganzen Schleusenbereich einfach zugeschüttet haben. Verläuft aber weiter im Verlauf des Gangs eine eine weitere Brücke und die haben sie dann halt im Nordteil haben sie nochmal drei Segmente gekillt, sowohl den Straßen als auch den. Eisenbahnteil, sodass auch da ein übersteigendes erstmal nicht so schnell möglich ist, aber ich glaube, das wird sich für die Ukrainer schneller lösen lassen das Problem, weil das nicht so riesigen Spannweiten sind an der Stelle, sondern das äh dürfte sich mit irgendwie vorgefertigten Brückenteilen ähm wahrscheinlich bald machen lassen.
Pavel Mayer
Ja in ich meine interessant ist auch an. Der Sache, dass die Russen sich jetzt nicht zutrauen von ihrer Seite aus. Diese zwei Brücken militärisch zu sichern, ja, Also quasi sagen, na ja, äh den Ukrainern jetzt eine Falle zu stellen oder die Ukrainer da einfach äh rüberzulassen, um äh ihn dann Verluste durch äh zuzufügen, müssten wir ja denken, na ja gut, jetzt wo sie sich zurückgezogen haben äh. Könnten Sie ja eigentlich dort Truppen konzentrieren und äh sagen umgekehrt die ja die Brücken einfach stehen lassen, aber offensichtlich haben sie Angst vor den Ukrainern, dass sie über die Brücke rüberkommen und äh sie dem nicht standhalten. Mhm so ich meine anders kann man das jetzt nicht interpretieren, ja, dass sie da alles alles gesprengt haben. Also dass sie offensichtlich nicht damit rechnen irgendwie jemals in absehbarer Zeit äh wieder auf die andere Seite zu kommen, dass sie im Grunde genommen erst mal kapituliert haben. An der Stelle.
Tim Pritlove
Das stimmt, das ist ähm das ist offensichtlich. Es gab ja dann noch Gerüchte, dass äh die Russen vielleicht den Damm springen wollen. Die Gerüchte stammen vor allem daher, vor allem, dass die Russen genau dieselben Gerüchte über die Ukrainer veröffentlicht haben Was ja meistens immer darauf hinweist, dass sie selber äh so was vorhaben. Das war, fand ich schon die ganze Zeit so eine etwas. Skurrile Geschichte, weil hm es macht aus der russischen. Sicht heraus gar nicht so sehr Sinn, diesen Staudamm. Zu killen, ne. Einerseits ist es halt auch wie eben schon von dir erwähnt. Diese Perspektive mit, na ja, das ist ja eigentlich alles Russland. Das ja gerade annektiert ja? Ist ja auch irgendwie ihre Infrastruktur ähm also ist es natürlich nicht, aber so aus aus ihrer.
Pavel Mayer
In der aus deren Sicht.
Tim Pritlove
Aus ihrer komischen Logik heraus äh zerstören sie ja quasi jetzt ihr eigenes Land die ganze Zeit und während man halt so eine Brücke und so weiter mal eben schnell ersetzt bekommt, so würde dieser Staudamm gesprengt werden und würde tatsächlich das ganze Wasser, was dort aufgestaut ist äh in die das Schwarze Meer gelassen werden, dann wäre das eine Katastrophe, die also erstmal verheerend wäre und zweitens auch. In absehbarer Zeit auch nicht wieder rückführbar gewesen wäre. Plus es würde eben auch gefährden, den Weiterbetrieb des Atomkraftwerks, was halt von diesen aufgestauten Wasservorräten vor allem seine Kühlung bezieht. Dazu kommt noch, dass an dieser Stelle speziell auch ja noch der Kanal abgeht, der die Wasserversorgung für die Krim sicherstellt. Das heißt auch an der Stelle würden sie sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie eben davon ausgehen, dass sie die Krim noch halten hätten sie das jetzt sozusagen gesprengt, dann wäre das im Prinzip ja dann auch sofort das Todesurteil für die Krim gewesen. Und was noch dazukommt, ist. Diese spezielle militärische Situation, die wir jetzt haben, also wir haben diese. Bei so einer Berichterstattung immer so eine Sache, ne? Es wird manchmal von linken und rechten Ufern, manchmal von Westufer und Ostufer und manchmal von Nord- und Südufer gesprochen, ne? Und das ist halt lustigerweise. Alles dort richtig. Ja, also auf der einen Seite teilt ja dieser Kniepro. Die Ukraine mehr oder weniger von Nord nach Süd, macht eben nur auf den letzten Metern nochmal so einen Schlenker gen Westen, so dass man zwar schon vom Westufer reden kann, aber die Stadt Chrisson, hat das Ufer quasi nach nach Süden und äh der äh östliche Teil der östliche, der östliche Landmasse, die durch diesen abgetrennt wird, befindet sich eben dann entsprechend dort im Süden der Stadt, also nach Norden äh ist dann die andere Seite. Also links und rechts bezieht sich ja immer auf den Flussverlauf, das heißt wenn man jetzt quasi das Wasser verfolgt, dann ist die rechte Seite die Westseite, die linke Seite ist äh die Ostseite beziehungsweise eben dann auf diesen letzten Metern bei der Stadt ist es eben so eine Nord-Süd-Trennung. Und also dieser. Westliche oder nördliche Teil, da wo die Stadt ist, liegt sehr viel höher als die andere Seite dort, wo die Russen jetzt sind. Das heißt, die Russen haben jetzt ihre neue Verteidigungsstellung dort aufgezogen, befinden sich aber signifikant niedriger. Als die Stadt Resshon. Würde jetzt dieser Staudamm brechen, explodiert werden, was auch immer. Dann würde halt das Wasser riesige Gebiete überfluten, würde auch signifikant bestimmte Teile der Stadt mit ähm. Mitnehmen, ja. Aber eben auch sehr große Teile nicht, die einfach sehr hoch liegen, während aber da, wo die Russen stehen, eigentlich alles überschwemmt werden würde. Also das wäre aus der Sicht auch. Gar keine sinnvolle ähm Aktion. Klar, man könnte sagen, okay, wenn das so alles überschwemmt ist, dann können die uns da irgendwie nicht mehr angreifen. Aber ich habe so den Eindruck, das war ihnen dann auch zu teuer. Jetzt denke ich, sollten eigentlich. Die also wenn es wirklich Sprengladungen an diesem Damm gegeben hat, dann bin ich mir relativ sicher, dass jetzt die Special Forces der Ukraine diese schon entfernt und entschärft haben. Zugang dazu haben sie, ne? Sie stehen halt jetzt quasi auf der anderen Seite, aber es gibt jetzt auch Berichte und jetzt kommen wir so ein bisschen in die aktuelle Gerüchteküche, die schon seit Tagen äh ein bisschen hin und her geht. Also was. Verhältnismäßig gesichert zu sein scheint es, die Russen sind jetzt nicht direkt am anderen Ufer. Genau aus diesen von mir eben genannten Gründen. Sie liegen da so niedrig. Für die Artillerie aus der Stadt von oben einfach ein gefundenes Fressen sind. Die übersehen da sozusagen alles und wenn du da so einen Höhenunterschied hast, dann ähm dann ist das nicht gut. Dementsprechend. Heißt es, dass sie sich zehn, 15 bis zu 25 Kilometer ins Land zurückgezogen haben. Und das wären wirklich gute Nachrichten für die Stadt Resson, denn das würde bedeuten, dass die Stadt, aus dem Range des Artilleriefeuers der Russen raus ist und bisher gab es auch noch keine Berichte von äh unmittelbarem Artilleriebeschluss der Stadt. Man natürlich jetzt vermuten, dass sie sagen, so oh, was, wir kriegen die Stadt nicht mehr, dann machen wir die halt jetzt kaputt, wie wir das überall auch gemacht haben. Wir haben hier ganz viel Artillerie rumstehen, können einfach draufhalten. Aber es gilt wahrscheinlich auch nach wie vor, dass sie eben. Probleme haben mit der Logistik, mit dem Nachschub, dass sie jetzt unter Umständen auch ihre Artilleriemunition zusammen äh halten müssen, um dann eben wirkliche Vorstöße äh etwas entgegensetzen zu können Und ja, sie waren ohnehin so benachteiligt, dass sie sich dann doch auf andere Bereiche zurückgezogen haben.
Pavel Mayer
Sie haben vor allen Dingen haben sie auch so ein grundsätzliches Problem. Was im Wesentlichen durch Haimas und andere Präzisionsartillerie verursacht. Wurde, nämlich ähm jedes Mal, wenn jetzt die Russen irgendwo Truppen konzentrieren. Also und sei es äh sag mal fünf Fahrzeuge oder so auf einem Haufen packen, dann äh wird das halt sofort zum Prioritätsziel für ukrainische Präzisions Angriffe oder auch für äh nicht präzisionsarthologie. Und ähm deswegen damit das nicht der Fall sind, haben die Russen sich so die Taktik, überlegt oder überlegen müssen, dass sie zum einen die größeren Lager sehr weit hinter der Front. Haben und dann sowohl die Truppen als auch die Lager halt. Fein aufteilen in viele kleine Grüppchen und kleine Lager damit, die, besser tarnen können, weil du hast ja dann auch bei einem großen Lager äh hast du halt ständig auch Verkehr äh dass du das nicht so leicht geheimhalten kannst. Nur durch diese, sage mal Zersplitterung äh brauchst du natürlich von der Logistik her. Äh einen viel größeren Aufwand und du hast nicht mehr so viel Überblick, wo eigentlich dein ganzer Kram lagert. Und dann kommt noch dazu, dass die Russen ja mit sogenannter Puschlogistik arbeiten. Also äh im Gegensatz die NATO da fordern die Truppen dann an, was sie brauchen, während äh bei den Russen man so ungefähr weiß so wie wie viel braucht so eine Truppe und dann wird halt von oben einfach geliefert und ähm Das führt dann natürlich viel leichter zu Fehlallokationen. Heißt, dass wahrscheinlich es irgendwo Truppen gibt, die gar nicht wissen, wohin mit dem ganzen Krempel. Weil äh ja sie gar nicht jetzt direkt im Kampf stehen oder einen ganz anderen Verbrauch äh haben äh oder weil man nicht genau weiß, wie viele Truppen eigentlich wo äh sind, weil die Zahlen eben nicht stimmen während es halt bei anderen Truppen allein schon am Trinkwasser mangelt, äh weil sie nicht mal in der Lage sind, an den nächsten Bach oder die nächste Quelle äh zu gehen, weil sie äh ständig eben dann. Ukrainische Drohnen oder Artilleriebeschuss äh fürchten und quasi dann auch noch mitten in einem in einem Land, was total nass und feucht ist irgendwie auch noch am Verdursten sind.
Tim Pritlove
Ja also ist alles äh. Situation, wo nicht klar ist, wie feststeht die Verteidigungslinie der Russen an der Stelle tatsächlich. Das ist jetzt sicherlich auch Fokus der ukrainischen Armee, das neu herauszufinden und neue Pläne zu machen. Während sie natürlich jetzt auch erstmal mit der Sicherung und der Instandsetzung der Infrastruktur beschäftigt sind, sie müssen sicherlich auch noch. Das Cleaning durchführen, also das ist so der Begriff für. Entschuldigung nicht das also wenn halt 'ne Stadt eingenommen wird dann muss man. Von Haus zu Haus, von Keller zu Keller schauen, dass ich da nicht irgendwelche Soldaten äh hinter den Linien eingesperrt haben. Es gab da 1tausend Berichte, dass die sich dann einfach. Ihrer Soldatenkleidung entledigt haben und zivil irgendwo rumhangen, um irgendwie äh davonzukommen oder vielleicht auch. Linien zu infiltrieren, aber ich glaube nicht, dass das von sehr viel Erfolg gekrönt sein dürfte. Ist auch ein bisschen unklar, wie groß jetzt die Verluste waren. Die Russen haben ja selber gesagt. Super, kein Problem, kein Mann verloren, keinen Panzer zurückgelassen, Tatsächlich ist der Verlust an Gerät relativ gering, also es ist nicht so, dass jetzt nicht zurückgelassen wurde, aber es ist jetzt nicht wie in äh Isum, das verwundert so ein bisschen, weil ja durch diese Brücken im Prinzip. Genau dieser Rückzug von schwerem Gerät eigentlich erschwert worden sein sollte. Trotzdem habe ich jetzt nicht so viel gesehen, dass da jetzt äh riesige Mengen an Munition oder eben auch an schwerem Gerät. Die Hände der äh Ukraine gefallen sind, aber es war wohl schon auch etwas. Also ich kenne jetzt bloß die Zahlen nicht, aber es äh war jetzt nicht im, übermäßig viel, aber es sind dann eben schon viele Russentod äh im Fluss gefunden worden, die also dann es nicht geschafft haben über diesen Fluss zu kommen et cetera, die Verluste sind äh an der Stelle ein bisschen unspezifisch. Insgesamt haben wir allerdings eine enorm hohe Verlustquote der russischen Armee, also täglich gehen, irgendwie so zwischen also laut den Zahlen der ukrainischen Armee, die die veröffentlichen, ja, also was sie meinen, was was sie. Meinen gesehen zu haben oder behaupten zu können in der Größenordnung von 500 bis 800 pro Tag. Enorme Zahlen sind, ne und äh man kann auch davon ausgehen, dass die Verluste bei der Ukraine jetzt auch nicht null sind, sondern dass äh, vielleicht so ein Verhältnis von 1 zu 8, 1 zu zehn derzeit äh existiert. Also der Verlust der Ukraine sind sicherlich niedriger. Das hat. Viel mit ähm ihrer besseren Ausrüstung zu tun, ja. Die haben einen besseren mhm, Schutz gegen äh Munition, also solche Schutzwesten, Helme sind besser, generell ist die Ausrüstung besser, die medizinische Versorgung ist besser. Die Soldaten sind auch nicht so ausgepowert, die werden regelmäßig durchrotiert, mentale Belastung wird. Von daher auch ähm besser kontrolliert. Ist natürlich trotzdem hoch. All diese ganzen Faktoren, das gilt halt für die Russen irgendwie kaum. Dazu kommt dann eben noch die Situation mit der schlechten Ausbildung äh und der schlechten Ausrüstung und jetzt gerade im Winter durfte das nochmal ein Problem werden. Da kommen wir aber auch gleich nochmal separat dazu. Vielleicht erstmal die Situation in nochmal. Abschließend, also die rechte Nibro-Seite, komplett unter ukrainischer Kontrolle. Das kann man mit Sicherheit sagen und und ob die andere Seite komplett unter russischer Kontrolle ist, da gab's einiges. Hin und her, also es ging dann relativ schnell, dass so Berichte kamen so, ja, die ukrainische Special Force sind jetzt mit, auf die andere Seite gegangen des Flusses an verschiedenen Stellen angelandet und fahren da irgendwelche Attacken und viel wurde auch über diese Landzunge hm spekuliert. Das ist ja so ein eher so ein Naturschutzgebiet da am Süden äh so sandige würde man sagen fast schon so. Syltartige äh Strukturen, ja, so ein bisschen so ein Nordseeinselstyle mit viel äh Sand und Büschen, alles sehr flach im Wasser. Ähm wo. Ja, man sich nicht groß verstecken kann, aber wo man auch mit schwerem Gerät nicht unbedingt. Problemlos durchfahren kann, weil's einfach keine befestigten Straßen gibt, sondern eben alles sehr sandig ist und wurde eben gemunkelt, dass dort äh die Ukraine rübergesetzt hat mit kleinen Schiffchen, um dort irgendwelche Spätposten zu bestreiten. Das kann alles sein, aber das ist alles überhaupt nicht bestätigt und ähm Gab dann auch Berichte, dass schon irgendwie erste Städte wieder eingenommen wurden. Das ist aber Quatsch, sondern das hat wohl eher was damit zu tun, dass die Russen sich eben einfach von alleine paar Kilometer zurückgezogen haben und die kleinen Dörfchen, die also jetzt wirklich an der Nordseite äh sind, dass die halt einfach derzeit grayzon sind, also so ein unumkämpfter Bereich oder vielleicht um faktisch umgekämpfter Bereich, aber eben derzeit. Niemand und ähm niemand hat da die Kontrolle dadrüber und äh macht da irgendwas, ne.
Pavel Mayer
Ja, also diese diese Ecke äh da ist im Prinzip auch sozusagen der Flusskilometer null des Drah. Äh da fängt äh der Fluss äh eigentlich an und ähm, Ja, es ist halt schon auch ziemlich weit. Von jetzt generell Nachschub, egal auf welche aus welchem Wege er kommt und es gab auch schon recht früh Meldungen auch noch also bevor Jetzt das die Nordseite von der Ukraine ganz befreit war, dass äh die Russen auch auf der Südseite, also auf ihrer eigenen Seite äh Evakuierungen vornehmen, So also dass sie sich nicht nur auf die Nordseite beschränkt haben, sondern eben auch äh dort ja Truppen aus der, Südwest äh aus dem Südwestzipfel äh zurückgezogen haben, weil eben dort ja die die Versorgungswege einfach lang.
Tim Pritlove
Das können Sie einfach genauso wenig halten wie die ähm Versorgung eben im nördlichen Teil, den Sie jetzt verlassen mussten und das ist so ein bisschen das Dilemma der Russen, dieser ganze Oblaste Ressourcen ist nochmal. Viel extremer als schon der jetzt gerade von ihnen verlassene Teil einfach weites Land. Ja also da ist wenn man sich das mal anschaut das ist halt einfach eine einzige Agrarwüste immer mal wieder ein kleines Dörfchen Filder, Filter, Filter, Filter, Filter, Filter, Filter, soweit das Auge reicht. Also ein riesiges Gebiet, in dem einfach sehr wenig wirkliche städtische Infrastruktur ist. Es gibt einfach nur so ein paar kleinere Örtchen, die so am Meer 'ne gewisse Dichte aufweisen, wie dem dieses Gadows, aber das ist dann eben so weit weg vom Schuss und so wenig mit allem anderen verbunden, dass es sich eben auch fast nicht lohnt, dort große Truppenkonzentrationen zu halten, zumal ein Vorstoß der Ukraine einfach wahrscheinlich an diesen Städten mehr oder weniger dran vorbeigehen würde und diese Versorgungslinien durchschneidet und dann stehen sie halt genauso doof, und es macht derzeit so ein bisschen den Eindruck, als ob sie ihr Kommand und Kontrollzentrum und irgendwie ihre gesamten und Truppenkonzentrationen tatsächlich mehr auf den. Ja auf die Grenze zu Krim konzentrieren und von dort äh auch eben die Kämpfe in Saporissia. Also weiter hoch, den Fluss, ähm da wo das Kraftwerk ist, dort äh darauf zu konzentrieren, weil das sieht so ein bisschen aus, als könnte das eben so das nächste Theater sein, in dem die Kriegs äh Wallungen weitergehen.
Pavel Mayer
Ja, ja. An sich dachte ich mir noch, hm okay. Warum bringen die Russen jetzt nicht vielleicht. Die Ukrainer in dieselbe, unangenehme Situation, in der sie vorher äh waren, also quasi erlauben den Ukrainern jetzt einen Brückenkopf auf dem anderen Ufer aufzumachen. Und drehen quasi den Spieß um. Aber äh das scheint halt weder die geografische Lage zu äh ermöglichen wegen dem Höhenunterschied und gegen die du gerade ausgeführt hast äh. Ganz unterschiedlichen Besiedlungsgrad plus, dass es den Russen einfach an den entsprechenden Waffensystemen auch mangelt, um eben genau das äh. Dann symmetrisch äh umzukehren, sodass. Mein Eindruck ist, dass Sie sich innerlich auch schon von mehr äh Gebiet verabschiedet äh haben, äh was Sie wahrscheinlich erst mal nicht in der Lage sein werden, zu verteidigen.
Tim Pritlove
Ja, das kann gut sein. Summa summarum. Muss man jetzt festhalten durch diesen erfolgreichen Kriegszug, diese erfolgreiche Rückeroberung von statt und der entsprechend drumrum liegenden Gebiete nördlich des Flusses oder. Des Flusses. Ähm hat jetzt Ukraine die Hälfte der Gebiete wieder befreit bekommen, die die Russen insgesamt in diesem ganzen Krieg besitzt haben, also einschließlich der Vorstöße in Kiew, Rakiew, also all das, wo. Ukrainisches Territorium mal unter russischer Kontrolle war, Die Hälfte davon ist jetzt wieder äh zurückerobert worden und das ist schon mal ein ziemlich großer Erfolg. Ich glaube, die Ukrainer werden jetzt auch nicht äh groß, einen Pausenmodus machen. Einfach weiterkämpfen und versuchen weiterhin die großen unter Druck zu erhalten, denn die sind sagen wir mal also eine Pause können da sicherlich alle mal gebrauchen. Aber eine Pause könnten die Russen natürlich überproportional mehr nutzen. Als die Ukrainer, weil sie dann eben sich wieder verstärken können. Aber derzeit sind sie einfach die ganze Zeit auf dem linken Fuß und äh Ukraine versucht ihn halt ähm. Möglichst viele Schläge zuzusetzen, so es eben in ihren eigenen Kräften steht. So, das gibt uns die äh Gelegenheit und den Auftrag auch noch Zweites Kriegsgebiet mal anzuschauen, wo es ja auch schon seit einiger Zeit äh vorangeht. Das ist eben ich würde es jetzt mal die Luhansk-Offensive nennen äh äh Offensive. Es ist zwar jetzt noch nicht der letzte Quadratzentimeter des Oblast Rakif befreit, aber eben ja so gut wie. Dann nur noch so einen nördlichen Streifen, der jetzt äh technisch fehlt. Aber es geht natürlich jetzt um die Rückeroberung von äh Luhansk, weil das ist jetzt sozusagen genau das Gebiet, wo die aktuelle Frontlinie im Nordosten steht. Und ähm ja, das hängt ja alles zusammen mit dieser. Super erfolgreichen schnellen Rückeroberung größerer Gebiete, über die wir hier schon viel gesprochen haben, Rakif. Die Ukraine hat dort halt eine Lücke gesehen, eine äh hat schwache Stellung gesehen, hat dann in Windeseile das ganze Gebiet bis äh kopiansk. In Beschlag genommen, das was also diesen Ost Kiel äh Fluss getrennt wird, der dort von Nord nach Süden läuft und in dem Zuge dann halt erst die wichtige Stadt Isum wieder zurückerobert, die halt so ein ganz wichtiger Brückenkopf war für die Russen im Kampf um Donetsk und dann später eben auch noch die genauso wichtige Stadt Lüman, die eine ähnliche Funktion hatte sie dann eben von diesem weiter nach ähm Osten vorgestoßen sind. Und dort gab's dann auch für eins, zwei Wochen weitere äh Erfolge, sodass diese ganze Frontlinie ähm an so eine wichtige Straße herangeführt werden konnte, die P 6undsechzig, die halt dann diesen Ort äh Kopiansk mit den industriellen Gebieten, um et cetera Luci Chansk verbindet. Das ist eine ganz wichtige Linie für die Russen um den Norden von Luhansk äh zu halten. Dort gibt's auch noch mal so geografisch ein ähm Eine Trennung einerseits gibt's dann erstmal äh Waldgebiete. Dahinter geht's dann aber auch wieder ähm nach unten, also für die Russen vielleicht gar nicht so gut und die wichtige Stadt ist dort eben. Die versuchen die Russen jetzt gerade zu verteidigen. Das gelingt ihnen so halbwegs, aber äh die Ukraine macht also hier Fortschritte. Und wenn jetzt Truppen, die aus frei geworden sind und da. War ja von 60.000 die Rede. So viel werden sie jetzt nicht brauchen, um diese Stellung dort zu halten. Können sie also keine Ahnung wie viele, aber viele neu äh verteilen und mich würde das nicht überraschen, wenn sie sowohl jetzt diese Front äh. Luhansk Front damit äh verstärken als auch zwei, drei andere Punkte, auf die ich gleich noch eingehen werde. So und damit könnten dann weitere Vorstöße möglich sein. Sind da schon relativ weit. Ist ein bisschen schwierig zu sagen, wann sich hier etwas nennenswert äh verbessert, aber auch hier geht die Ukraine relativ klug vor. Also sie tasten immer wieder ab, wo es Widerstand, wo kann man durchschießen Russen machen Gegenoffensiven, die werden in der Regel immer zurückgeschlagen äh, eine recht blutige Veranstaltung, wenn man in Zahlen dort glauben darf. Dort immer wieder genannt werden es macht so ein bisschen den Eindruck als ob das hier auch wieder so. Nutzungs äh Krieg ist, es wird sich zeigen, inwiefern die Wälder dort für die Russen noch ein sinnvolles äh Versteck sind mit ihrer Artillerie, wenn jetzt der Herbst voll einsetzt, ja also. Klar, ne, also wenn's nicht jetzt grade Nadelwald ist, dann wird einfach nicht mehr sehr viel, Blätter äh Dickicht am Start sein und natürlich auch die äh allgemeine Kältesituation und die schlechte Ausrüstung, das könnte alles eine Rolle spielen. Gilt natürlich umgekehrt genauso auch für die Ukraine aber es gibt schon so verschiedenste Anzeichen, dass äh ja also in an irgendeiner Stelle dieser Front äh es demnächst knacken könnte.
Pavel Mayer
Was was immer auch noch eine Rolle spielt, wenn man sich das mal so im Profil anguckt oder im im Satellitenbild, stellt man fest, dass. Die Gegend, wo die Front sich jetzt hin verlagert hat, äh etwas. Ungünstig ist für einen schnellen, mobilen Kampf, die es glaube ich relativ hügelig, relativ bewaldet und mit ja eher so vielen kleineren auch Flussläufen durchschnitten, die dann jeweils immer Taylor äh bilden und zwar hauptsächlich so in Nord-Süd-Richtung. Was äh halt bedeutet, ja, dass dass eben, diese Gegend gerade den den Verteidiger äh so ein bisschen bevorteilt und das eben schwieriger macht jetzt dort so einen schnellen äh Durchmarsch zu erzielen, aber, ähm im Winter frieren eben viele dieser Flüsse auch zu. So, das heißt, äh der Winter verändert nicht nur, dass es weniger Laub gibt, sondern es werden dann plötzlich auch irgendwann, wenn halt Frost einsetzt da oben werden plötzlich ganz andere äh Stellen eben auch wieder passierbar, nämlich man kann dann teilweise sogar mit Fahrzeugen einfach über die Flüsse rüberfahren, die stellen dann nicht mehr so ein so ein Hindernis da und das kann dann auch nochmal eine neue Dynamik in das Ganze bringen da oben und äh wenn halt jetzt ein Vorstoß dann eben tatsächlich in Ostrichtung äh erfolgt. Dann äh die die ganzen Versorgungswege laufen eben auch vom äh äh Norden nach nach Süden und äh wie gesagt in in in Ostrichtung zu gehen, da sind dann eben die meisten Hindernisse, aber wenn man das einmal durchbrochen hat, dann kann man eben relativ schnell dann äh äh wiederum nach nach Süden äh äh durch. Durchmarschieren beziehungsweise äh haben dann die Truppen äh im im Süden äh den kann man dann die Versorgungswege abschneiden. Also in der Tat da ist jetzt einiges drin äh für den Winter habe ich das Gefühl, dass sich da irgendwann äh wieder eine neue Dynamik einstellen könnte in der Luhansk-Region.
Tim Pritlove
Das zeigt ja auch, also es gibt ja noch so eine etwas obskure Bewegung in diesem Bereich und zwar die sogenannte Wagnerlinie. Danach benannt, nach diesem Wagner, Privatmilitär, Truppen, die das wohl in irgendeiner Form koordinieren und das ist wirklich eine etwas verstörende Nummer. Also was wird dort getan? Es sind größere Mengen an so Betonpyramiden ähm hergestellt worden und werden dort mit Trucks großräumig auf so einer Verteidigungslinie verteilt. Wenn man sich aber diese Linie anschaut, wo die liegt. Dann macht es mehr so den Eindruck, als ob das so der Kernbereich des 20014eroberten Gebietes um Luhansk Stadt äh et cetera ist. Also überhaupt nicht da, wo jetzt grade die Frontlinie ist, sondern deutlich weiter zurückgesetzt und eben auch nicht vollständig der ganze Bereich von Luhansk, der ganze Norden, von Luhansk äh nicht, sondern nur eben die Stadt ähm et cetera. Einerseits, andererseits gibt es auch für Verteidigungslinien in Russland, die dort gebaut werden, was völlig verstörend ist, also um, ähm die Gegend da äh Belgo Rott, also jenseits der ukrainischen russischen Grenze werden solche Verteidigungslinien auch aufgezogen Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll, diese Verteidigungslinien, das sind halt so im Prinzip immer so zwei Linien, wo dann so im regelmäßigen Abstand diese Beton Pyramiden abgesetzt werden, die vielleicht, was weiß ich, wie hoch sind die, eins fünfzig oder so, keine Ahnung, nicht besonders hoch.
Pavel Mayer
Diese Drachenzähne werden die auch genannt, Dragon Ties und wie hießen Deutsch schießen die noch anders? Das gab's auch schon im ersten Weltkrieg die Dinger, nur die Russen haben glaube ich auch noch eine Billigvariante davon. Eigentlich werden die eigentlich werden die wohl eingegraben normalerweise, damit die da damit man die eben nicht einfach mit einem Radlader wegschieben kann, aber äh.
Tim Pritlove
Die einfach nur so auf die Erde, ne.
Pavel Mayer
Aber bei den Russen ist es mehr irgendwie Optik. Die kippen die da ab äh und das äh Einzige ja wogegen die helfen ist, dass ja ähm. Du da nicht nicht einfach mitm Auto äh. Lang fahren kannst, sondern halt ja irgendwas brauchst.
Tim Pritlove
Den Eindruck habe ich nicht so richtig, weil für ein Auto sind dann die Abstände dann teilweise auch wiederum zu groß und ich habe auch schon ähm irgendwo ein Filmchen gesehen, wo ein gepanzertes Fahrzeug über diese Dinger einfach rüber ockelt. Also das was viel bringt, da habe ich so ein bisschen meine Zweifel, aber man man wundert sich ja bei den russischen Verteidigungslinien. Mittlerweile eigentlich über gar nix mehr so richtig. Also um vielleicht die Situation jetzt hier äh kurz abzuschließen. Man muss halt noch sagen, also auch hier wie auch an vielen anderen Stellen. Werden halt immer wieder viele von diesen mobilisierten Truppen eingesetzt. Das ist halt ähm alles nicht so schön. Berichte verdichten sich immer wieder äh auf dieselben Storys. Diese Leute werden da viel zu schnell hinverlegt. Die sind sozusagen von diesen insgesamt mobilisierten ist halt einfach so ein gewisser Teil einfach auserwählt worden, um einfach sofort an die Front zu gehen und die setzen sie dann ganz vorne in die allererste Verteidigungslinie, drücken ihn irgendwie ein paar Waffen in die Hand damit sie ein bisschen paff machen können, aber sind einfach nicht gut ausgerüstet und wie vorhin schon erwähnt auch nicht besonders äh gut mit Kommunikation äh versorgt und sitzen da teilweise rum, haben nix zu essen, haben nix zu trinken ähm und äh werden die ganze Zeit mit Artillerie Feuer beballert und entsprechend hoch sind die Verluste aber auch nicht so ohne Weiteres fliehen Weil eben die Reihen dahinter den Auftrag haben, die dann einfach abzuknallen, wenn sie irgendwie desertieren möchten. Also es ist alles ziemlich böse, was da läuft bei den Russen ähm für die Moral und den Zusammenhalt der Armee nicht viel getan. Ähm aber das ist nun mal diese Situation und man geht davon aus, dass also auch in Johannes so die Verluste der Russen äh locker sieben bis zehn Mal so hoch sind wie die der Ukraine. Ja, dann vielleicht nochmal eine ein Blick auf die Situation in Dunetzk Da gibt's immer relativ wenig zu berichten, weil eigentlich immer dasselbe passiert. Also wären wir jetzt mit der Luhansk ähm Front, den nordöstlichen Teil des Frontverlaufs, der sich ja so einmal sichelmäßig jetzt so um diese Ukraine herumlegt besprochen haben, ist eben Douniz, der daran anschließende im Süden anschließende Teil, Sprich, das sind so die Kämpfe, sowohl um. Die Region um die Stadt. Als auch ein bisschen weiter nördlich, insbesondere der Kampf um die Stadt Bachmuth, die ja jetzt schon lange immer wieder genannt wird. Das ist so ein bisschen der Ausläufer der Kämpfe, Im Sommer hatten, um nachdem die Russen das eingenommen hatten, sind sie relativ weit vorgedrungen und dachten alle schon so oho oh Gott oh Gott was passiert jetzt? Das war dann eigentlich genau der Moment wodurch das Eintreffen der modernen europäischen und amerikanischen Artillerie die Ukraine das Blatt, drehen konnte. Also bis zu diesem Zeitpunkt sah es wirklich brenzlig aus und durch diese Waffen konnten dann eben die äh Russen so ein bisschen ähm auf ihrem Platz gehalten werden trotzdem und das ist halt dann auch wieder so eine Story mit diesen Wagner, Privatmilitärgruppen von diesem, wie heißt der Vogel nochmal, Prilo, ich. Genau, ne, also so ein Milliardär, dem das irgendwie alles gehört und der halt jetzt unbedingt dort äh Fortschritte machen will, weil es im Prinzip überhaupt der einzige Bereich ist, wo Russland überhaupt irgendwelche Fortschritte macht. Fortschritte bewegen sich eher so in muss man eher in Metern bemessen als in Kilometern. Es gab jetzt in den letzten zwei Wochen dort mal wieder größere Vorstöße. Die meisten werden immer wieder zurückgeschlagen. Jetzt äh haben sich die Kampfhandlungen wieder etwas näher an die Stadt Bach Mut. Aber es geht da halt einfach immer hin und her und die Verluste äh sind auf beiden Seiten groß. Das ist so ein ganz ekliger Teil. Es ist vor allem auch so ein bisschen absurd, selbst wenn die Russen Bachmut einnehmen würden ist damit nicht viel gewonnen, weil dahinter liegen dann wiederum weitere Verteidigungslinien ähm der äh Ukraine insbesondere sozusagen alles in Richtung und ist so quasi die Burg, das ist schon immer so das Zentrum des ukrainischen Widerstands gewesen, seit zwanzig ähvierzehn Vorstellung, dass die Russen hier in irgendeiner Form militärisch nennenswert noch einen Blumentopf gewinnen können, die die. Einfach ähm kann man einfach derzeit ausschließen. Dafür haben sie einfach die Power nicht. Nichtsdestotrotz wird dann einfach Menschenmaterial verheizt ohne Ende und auch Artillerie. Alles, was irgendwie geht. Man versteht das nicht und auch in Donez bei der Stadt Donezk gibt's verstärkte ähm Offensiven und ähm ein paar. Orte, die äh die Ukraine jetzt eigentlich seit einem halben Jahr hält ähm konnten dann zurück. Äh was heißt zurück? Überhaupt erstmal erobert werden von den äh Russen, Aber das handelt sich auch hier äh. Einfach um Fortschritte im im 100 Meter Bereich völlig absurd. Um den Topf dann gleich noch zuzumachen, wo es gerade auch noch wild abgeht, was ja auch noch so ein Tor ist, das ist halt auch wieder so ein äh Ort des permanenten Kopfschüttelns, Pawlifka, da. Das sind so diese beiden. Städte. Das ist von daher ganz interessant, das ist ja dann sozusagen schon so in der Mitte dieser ganzen Frontlinie und das wäre so ein bisschen das Tor nach Marienpol, nach dieser. Extrem zerstörten am Asowschen Meer und ähm hier wollen die Russen auf jeden Fall verhindern, dass die Ukrainer vorstoßen und versuchen das eben mit einer Gegenoffensive. Das ist jetzt schon irgendwie die zehnte oder zwölfte Gegenoffensive in den letzten paar Wochen. Die permanent immer wieder zurückgeschlagen äh wird. Auch hier sind die Verluste groß. Auch hier kämpfen sie quasi ab Hill, also die da als höher als die Stadt und die Russen versuchen, Pavlifka zu erobern, aber es gelingt ihnen irgendwie nur sehr begrenzt dort Fortschritte zu machen und wenn die ganze Zeit wieder zurückgeschlagen das wirkt alles etwas äh verzweifelt und das sind alles so Teile wo man sich denken kann, dass wenn die Ukraine hier ihre zweite Welle startet und äh quasi die Leute, die jetzt in frei geworden sind zum Einsatz bringt und vielleicht eben auch nochmal ein neues Waffenmaterial, dass sich hier das Blatt schnell wenden könnte, denn dieser gesamten Linie gilt natürlich das Ding, sollte es der Ukraine jetzt gelingen, in irgendeiner Form auf dieser breiten Frontlinie. Bist du Netz dort vorzustoßen und so einen Spalt äh. Die russische ähm Besetzungslinie reinzustoßen und vielleicht sogar bis ähm zur ähm, also mehr vorzudringen, dann werden auch noch die letzten Versorgungslinien aus Russland für den Resonnenbereich komplett abgetrennt. Und da haben natürlich die. Russen riesen Sackgang. Trotz alledem sehen wir eben das, was wir schon seit Monaten sehen mit der Halmasraketen und Raketen und anderen Systemen werden einfach permanent. Kommandostrukturen zerstört, ähm größere Soldatenansammlungen angegriffen, und ähm vor allem eben so Munitionslager und andere Logistikzentren zerstört und das ist halt einfach so desbals Haus, so das ne? Hier hauen wir euch weg. Da hauen wir euch weg. Unsere Aufklärung ist besser, unsere Artillerie ist besser. Wir äh machen euch einfach mürbe und der Winter kommt und ihr habt irgendwie Ja, eigentlich keine Chance. Das ist so ein bisschen das. Und das ist dann auch glaube ich so ein bisschen die Zusammenfassung, wie es militärisch jetzt äh insgesamt so aussieht.
Pavel Mayer
Ja ähm also. Ist es natürlich jetzt strategisch sagen, es ist genau der Ort, wo jetzt alle davon ausgehen, äh dass äh es darum äh gehen wird, weshalb so richtig sagt, dass die Russen dort auch versuchen jetzt ihre Truppen zu konzentrieren und das halt möglichst zu verhindern und äh ja ist die Frage wird halt deswegen dann wieder äh irgendwas eher Überraschendes passieren an an anderer Stelle äh so und äh sozusagen noch noch mal so eine so eine Nummer wie äh so so ein so ein. So ein Doppelpack, äh wo man dann erstmal an anderer Stelle angreift, weil klar ist, dass äh die andere Seite irgendeinen Punkt unbedingt haltend äh äh will und äh ja also wird wird bin gespannt äh wo das passieren wird. Ich bin aber im Moment auch fast äh, ja an dem an dem Punkt, dass äh ja wahrscheinlich die Russen ähm nur nur wenige Fronten äh äh werden werden wirklich dauerhaft halten können. Aber da kommen wir gleich noch zu, um das Thema auch noch mal äh zu beenden, noch zwei Sachen zum zum Wagner Thema. Das eine ist, dass nach russischem Gesetz eigentlich solche äh Private Military Companies verboten sind. Ja Aber hat jetzt ja in äh Sankt Petersburg so ein Startup-Zentrum aufgebaut wurde dann irgendwie auch Leute rekrutiert und neue Technologien entwickelt werden, äh sollen und ähm hat sich da mit den lokalen Behörden gerade angelegt und liefert sich dort einen Machtkampf wegen diesem Zentrum, wo die ihm wohl bisher aber die Genehmigung dafür verweigern, also dass sozusagen eine. Sache, die sich dort gerade abspielt und die zweite Sache ist, dass äh Wagner ja auch die Truppe ist, die eben vor allem in Gefängnissen Strafgefangene, rekrutiert hat und unter diesen Strafgefangenen gibt's dann eben noch mal eine spezielle Gruppe mit besonders niedrigem Status. An sowas wie aussätzigen Bataillone. Das sind nämlich Leute, die irgendwie, an Krankheiten leiden, also typischerweise Aids HIV. Äh oder Tuberkulose oder andere äh. Dinge und die werden auch genommen und kommen dann eben wohl in spezielle Bataillone, die dann ganz vorne an der Front sind und die dann auch spezielle Aufnäher tragen müssen und die dann halt vor allem von den Barrikadetruppen zurückgehalten werden und quasi sagen das das sind dann die, die Untersten der Untersten, wenn man, wenn man so will, was so Truppen angeht, auch sehr unappetitlich, das.
Tim Pritlove
Sind auch die Berichte, dass diejenigen, die sich jetzt wirklich dem Kampf äh verweigern, dann wiederum in speziellen Gefängnissen im Keller gehalten äh werden äh entsprechend malträtiert, schlecht versorgt werden und gezwungen werden sollen, dort äh an die. An die Front zu gehen. Also alles, was man da hört, ist einfach. Ein äh einfach schlecht auf allen Ebenen, das ist äh es ist wirklich äh schlimm und spricht vor allem alles nicht dafür, dass. Dass ich hier in irgendeiner Form nochmal eine Armee herausbilden kann, die wirklich die Werbe hat. Hier diesen Krieg einen neuen Spin zu geben, sondern das riecht einfach alles total nach Untergang. Tocking about Untergang. Winter is coming.
Pavel Mayer
Ja Bevor wir ähm zum zum Wetter äh äh kommen ähm in dem also zu oder zum zum Winter kommen, äh würde ich würde ich gerne als erstes nochmal das das Thema Lügen äh äh ansprechen, äh weil das auch noch mal äh ganz ganz gut erklärt. Da gab's ein Video von äh Peru eben auch zu, der das mal untersucht hat und ähm das kann ich kann ich auch nur nur wärmstens empfehlen. Es wird was über eine eine Stunde ungefähr, wo man dann denkt ähm na ja, Moment mal mit äh äh wie ergiebig soll das das Thema Lügen äh jetzt schon sein? Das klingt so ein bisschen oberflächlich aber äh tatsächlich äh, war das super interessant und äh liefert eben auch sehr, sehr viel Erklärungspotential so für Dinge, die bei den Russen jetzt tatsächlich schiefgelaufen äh sind und hm vielleicht. Äh muss man dazu erstmal wissen, dass die Russen oder das russische Militär. Ähm eigentlich sehr mathematisch wissenschaft, vorgeht bei ihren Plänen und und kämpfen. Wir hatten ja ein paar Jahrzehnte Zeit, das mit dem ganzen Kriegshandwerk. So äh alles zu durchleuchten und zu durchrechnen und die haben halt im Prinzip komplexe Algorithmen, wenn man so will, die dann meistens in irgendwelchen Tabellen und Diagrammen zusammengefasst sind, wo dann steht, dass er sich okay für jetzt äh hundert, äh Meter Frontabschnitt oder für für ein Kilometer Frontabschnitt braucht man jetzt so und so viel Truppen und um jetzt Gebiet von der und der Größe ähm zu beschießen, muss man mit so und so viel Granaten von dem und dem Kalima äh jetzt vorgehen und halt all solche Dinge und also haben wir halt sehr, sehr viele Formeln und was weiß ich und wenn ich dann einen Angriff machen will und. Setzt sich da die Zahlen auch der gegnerischen Truppen und gegnerischen Bewaffnungen ein und dann fällt halt raus und dann setzt sich halt meine Truppen ein und dann kriege ich so eine Erfolgswahrscheinlichkeit wie wahrscheinlich ist es äh dass ich dann an der Stelle gewinne und äh wie groß sind dann wahrscheinlich meine Verluste so. Also so. Arbeiten, die eben teilweise, wie gesagt, sehr schematisch, mathematisch und diese ja diese Logik wurde dann auch nach dem nach Ende des Kalten Krieges, als man da Zugang zu hatte wurde das dann auch mal so von westlichen ja äh Forschern mal durchsucht äh äh durch durchleuchtet und dann kam man zu dem Ergebnis, ja das macht eigentlich alles Sinn, was die Russen da, also das Tabellenwerk und äh was sie da so für ihre Art von von Kampf und und äh äh Taktik äh haben. Das schien alles, wie so schön heißt, Sound äh also äh ja funktioniert grundsätzlich sinnvoll, macht Sinn. Problem ist nur hm da kommen wir jetzt zu dem Thema Lügen. Mhm. In der russischen Armee, mein das hat sich, so eine spezielle, wenn wir Lügenkultur ein äh gestellt. Ähm aus. Verschiedenen Gründen, aber vor allem eben ja aus, ich sage mal System, also. Anderen Worten ähm. Wenn du jetzt einen Bericht schreibst, angefangen, jetzt in Friedenszeiten wie viel deiner Panzer sind jetzt einsatzbereit. Ähm dann tendieren in Russland. Leute einfach ein bisschen äh zu schön die Zahlen, die gemeldet werden, nach oben oder auch wie viel Truppen hast du jetzt, äh wie viel Leute hast du äh grade, äh die im Einsatz sind, weil dementsprechend laufen natürlich dann Zuteilungen und. Wenn du jetzt ehrlich berichtest auf 50 Prozent meiner Fahrzeuge sind Schrott und alle anderen Kommandeure berichten Orebounds sind achtzig, 90 Prozent der der Fahrzeuge einsatzbereit, dann bist du natürlich derjenige, der dann schlecht aussieht so im im Vergleich. Also äh bist du quasi fast gezwungen ähm. Auch zu schönen, weil ähm sonst ja äh du nirgendwo hinkommst, dann wirst du eben eher eher bestraft, wenn du einfach schlechte Zahlen äh äh nach oben meldest. So. Und äh dann im Krieg geht das eben noch noch weiter mit mit diesen. Meldungen jetzt. Jetzt wurden die Truppen halt in die Ukraine geschickt. Basis jetzt dieser mhm ja übertriebenen oder oder geschönten Zahlen, was sie denn. Da eigentlich haben und auf Basis dieser Zahlen wurde dann eben auch erstmal gerechnet oben, wo man denn jetzt erfolgreich angreifen kann und anfangs funktionierte das ja auch so so halb. Aber eben dann dann doch nicht nicht so gut und ähm dann kamen eben dann solche Dinge dazu, dass äh ja jetzt Truppen, von denen die Führung dachte, da wären vielleicht doppelt so viele Leute eigentlich, wurden dann gegen Stellungen geschickt, wo die Formeln sagten, ja neunzig, 95 Prozent Erfolgswahrscheinlichkeit. Jetzt haben sie aber in Wirklichkeit am Boden nur mit der Hälfte der Truppen angegriffen und äh sind dann halt zurückgeschlagen. Worten, so jetzt hätten aber haben die Formeln haben wir gesagt, sie hätten eigentlich gewinnen müssen so und melden dann aber jetzt auch nicht zurück ja, wir haben uns hier jetzt eine blutige Nase geholt, sondern es her halt auch nicht nicht gut aus, wird dann eher gemeldet, na ja äh wir sind hier auf. Ähm ja unerwartet großen Widerstand äh gestoßen, haben uns aber heldenhaft vorgearbeitet, haben unglaublich viele ähm Feinde getötet und unglaublich viel Equipment äh zerstört. Und äh ja sind aber noch nicht durchgekommen. Und normalerweise sieht dann die russische, eben auch vor, okay, da wird die erste Welle losgeschickt und, die, wenn die erfolgreich ist, dann schickt man halt die zwei hinterher, wenn die nicht erfolgreich ist, schickt man eben eigentlich nicht die Zweite hinterher, sondern überlegt sich dann was Neues. Aber da ja die erste Welle gemeldet hat, äh sie ist hat so große Erfolge erzielt, hat man halt. Jetzt an die zweite Welle hinterhergeschickt, um jetzt ja das den Erfolg zu verstetigen und und den Gegner endgültig zu bezwingen, aber in Wirklichkeit sind die halt wieder dann äh gegen eine Wand äh gelaufen und äh alle dahin gemetzelt worden und. So kam's dann vor, dass erst nach drei oder vier Versuchen. Manche Städte sind dann fünf Mal erobert worden. Ich glaube bei Piskey war das der Fall, wo irgendwie ständig vermeldet wurde, ja und jetzt haben wir den Ort erobert und das erklärt sich dann eben auch äh so, dass. Dann eben und das fiel dann irgendwann auch den russischen Mehlbloggern auf, dass äh ständig dieselben Orte offenbar erobert äh werden, und äh so erklärt sich dann schon mal ganz gut, dass die Spitze. Je weiter sie von der Front entfernt ist umso weniger weiß, was da eigentlich überhaupt äh. Los ist so ne und äh dass sie halt ständig die falschen Zahlen in ihre Formeln einsetzen und so dann zu völlig falschen, Ergebnissen kommen, wo man dann denkt, sind die jetzt bekloppt, wieso rennen die halt ständig gegen diese äh Verteidigungsstellung ein und holen sich eine blutige Nase und äh der Grund dafür ist nicht, weil jetzt die Russen verrückt sind oder irgendein Kommandeur, da jetzt ist, der unbedingt jetzt hohe Verluste äh gerne hätte, sondern weil einfach ihre Formeln äh und die ganze Informationslage äh eigentlich das vernünftig erscheinen lassen, äh was aber in Wirklichkeit total totaler Wahnsinn ist. So und ähm. Das ähm ist natürlich es ist schon mal ein Riesenproblem und es ist aber ähm und. Was aber noch noch schlimmer ist, ist das eigentlich äh Russland keine Chance hat. Dieses Problem wirklich zu beseitigen, weil das eben Vom untersten Soldaten äh quasi bis äh zu Putin rauf reicht, auf jeder Ebene wird geschönt und gelogen und ähm eigentlich müsste das dann eben von von oben. Kommen äh und man müsste das gesamte System umkrempeln, aber wo sollen denn jetzt, sage mal, die Agenten der Korruptionsbekämpfung dann kommen, wenn das System so durch und durch korrupt ist, äh dass man eigentlich nicht wirklich weiß, wo man da ansetzen kann. In dem Zusammenhang fiel mir dann auf, dass Krieg dann offensichtlich so etwas ist. Äh. Was dann eben auch mit Lügen irgendwo am Ende des Tages aufräumt, weil du kannst eben. Dir Erfolg nur bis zu einem gewissen Grad zusammen Lügen, ja oder für eine gewisse Zeit. Aber am Ende kommt dann eben die Stunde der Wahrheit, wie in oder wo du dann einfach zum, gezwungen bist und wo ja ähm alle Erfolge vorher, die du gemeldet hast oder alles, was was du dir zusammenphantasiert hast äh vorher dann einfach mal den Realitätsabgleich nicht nicht überlebt. Und das ist, sagen fand ich so einen ja einfach eine interessante Erklärung, warum die Russen scheinbar so an an vielen Stellen so dämlich agieren und warum. Sie wahrscheinlich auch nicht die Wände. Hinbekommen, weil sie nicht einfach jetzt plötzlich äh plötzlich die Wahrheit äh so äh ähm ja äh auf auf allen Ebenen, auf einmal äh ähm. Ausbricht und und und alle sich alle jetzt anfangen wahrheitsgemäß zu berichten und und die Korruption aufhört und so. Es wird sicherlich ein Stück weit den Effekt haben, weil einfach, ja Leute äh also auch die Russen bemerken, wenn irgendwas schief läuft und versuchen natürlich gegenzusteuern und Natürlich wird sich da werden, sich da auch Dinge verändern, aber eigentlich haben die Russen allein schon aus dem Grund schon mal keine guten Chancen die Wende hinzukrieg.
Tim Pritlove
Diese Lügengeschichten, das geht ja äh noch ein bisschen weiter, also es gab ja zum Beispiel diesen Fall der Stadt äh also Stadt, das ist nicht so das Orts Dowinke, südlich von äh Issium, wo Die Russen an ihre Kommandeure die Einnahme dieses Ortes gemeldet haben, den aber gar nicht eingenommen hatten und ähm. Dann über einen Zeitraum von zwei Monaten. Ganze Zeit versucht haben, ihn dann trotzdem einzunehmen, weil sie ja schon als Eingenommen gemeldet haben und immer wieder Truppen reingeschickt haben, die immer wieder niedergemetzelt wurden von den Ukrainern. Ähm das ist ähm auch nochmal so ein Ding, gibt auch die Geschichten, dass diese ganzen Trainings für die mobilisierten, durchgeführt wurden, sondern da würden dann einfach Fotos gemacht. Da machen sie so ein bisschen Foto-Op Stellt euch mal so hin, tut mal so, als würdet ihr schießen. So, dann wird das irgendwie fotografiert, denn dann ist das Training auch schon wieder beendet. Schickt einfach die Fotos mit so hier haben wir alles durchgeführt, alles super äh passt schon, also die sind einfach die haben einfach nicht die intelligent. Um wirklich richtige Entscheidungen zu fällen und fällen deswegen am laufenden Meter schlechte äh Entscheidungen, ne. Äh.
Pavel Mayer
Und und auch noch so ein so ein so ein Prinzip ist ein unschönes Prinzip. Hm angenommen. Du meldest jetzt, äh sagen ehrlich den Zustand, wie Scheiße es an die Ebene drüber ähm. Dann steht der Kommandeur oder dein dein Chef vor dem Problem, dass er das Ganze jetzt schönen muss und dein Bericht irgendwie äh ja verschwinden lassen muss, wenn er nicht schlecht dastehen äh will. So das heißt, allein dadurch äh. Dass du jetzt deinen Vorgesetzten in Bredouille bringst mit einem schlechten Bericht. Das alleine führt auch schon dazu, dass quasi Chef sagen, die, die ja auch. Natürlich Cover your S äh äh fahren, dass sie am liebsten auch nur positive Berichte von der unteren Ebene überhaupt entgegennehmen, um eben selber sauber dazustehen und dir sagen sogar wieso, hier meine Untergebenen haben alle gemeldet, alles tipp alles super gelaufen so ja. Also nein, nach dem Motto, wer schreibt, der bleibt und äh eben am besten keine schlechten Nachrichten überhaupt auch nur entgegennehmen, weil äh ja man eben sonst in die Bredouille kommt, Und äh ja, das ist sicherlich nicht sage mal. Unterschiedlich aus stark ausgeprägt auch in verschiedenen äh Bereichen aber ich glaube es erklärt insgesamt ganz viele wirklich irre und komische Dinge, die da äh die Russen angestellt. Haben. Ja ähm kommen wir zum Winter.
Tim Pritlove
Ja, kommen wir zum Winter, Winter äh das Coming hat's schon äh gesagt, dass es halt jetzt äh also es gilt vor allem jetzt eben für die noch sehr umkämpften Gebiete ein bisschen weniger für diesen Südteil und speziell für die Krim, weil dort ist es halt auch einfach generell noch mal wärmer und die Situation anders, aber grundsätzlich sind wir eben jetzt in dieser Matschsaison angekommen. Es regnet sehr viel, das Wetter ist also generell schon mal schlecht und wenn viel Regen ist, dann bewegt sich da auch nicht so viel der Boden ist halt sehr lebenhaltig und sehr schmodderig, da bleibt dann irgendwie alles auch drin stecken, das ist natürlich schlecht, wenn du Vorstöße machen möchtest, insbesondere mit schwerem Gerät über unbefestigte Straßen aber wenn der Winter kommt und die Temperaturen dann wirklich unter null absinken, dann wiederum friert alles zu und die Situation ändert sich nochmal neu und dann im Februar geht das Ganze dann wieder in die andere Richtung. So, wie wir das ja auch schon gesehen haben, als der Krieg losgegangen ist.
Pavel Mayer
Ja, also generell, genau, kann man erstmal festhalten, diese Vor- und Nachwinterphasen bevorzugen erstmal den Verteidiger. So, weil eben sich der Verkehr auf befestigte Wege und Straßen beschränkt, die. Relativ einfach äh verteidigt werden können, so. Aber schon sagt es, in dem Moment, wo alles zufriert, werden die Felder wieder befahrbar und teilweise auch die Flüsse einfach überquerbar. Das heißt, da tut sich auf jeden Fall schon mal eine Offensivoption grundsätzlich auf für beide Seiten natürlich. Plötzlich wird Bewegung äh wieder möglich, äh sodass wir erstmal davon ausgehen können, dass es. Wahrscheinlich auch Bewegung geben wird, dass sich beide Seiten jetzt auch schon genau darauf vorbereiten. Aber dann ist natürlich noch die die weitere interessante Frage so, wen, bevorzugt denn jetzt der der Winter eigentlich äh wird der oder wer wer wird stärker durch den durch den Winter äh beeinträchtigt. Also erstmal, jetzt gesagt Ukraine durch den Schlamm äh beziehungsweise Offensiven durch den Schlamm werden jetzt erstmal erstmal schwieriger, aber gleichzeitig natürlich auch die Logistik äh wird dann dann schwieriger und gerade auch die Russen, wenn die sich, wie wir vorhin schon erwähnt haben, teilweise verteilt haben und teilweise eben gut das triffte beiseiten zu, dann mit Zivilfahrzeugen auch, Matschwege entlang fahren müssen und so, also logistisch wird es wird es schwieriger und erstmal die Seite, die sowieso schon logistische Probleme, äh hat. Äh für die wird's wird's jetzt nicht besser, sondern äh die hat noch weniger Luft nach unten. Und ähm ein weiteres Merkmal natürlich für den Winter ist, wenn du dich, wie das jetzt der Fall ist, eben überwiegend im Freien in irgendwelchen Stellungen und und und Löchern äh hausen musste und natürlich draußen rumlaufen und auf Patrouille gehen musst. Ähm. Dann bist du der Kälte ausgesetzt und ähm man geht davon aus, dass ein Soldat ähm der jetzt einfach nur in dieser Kälte, um nur zu zu überleben einfach mal einen erhöhten Kalorienbedarf hat zwischen ja 3tausend und 4000 Kalorien am Tag einfach nur äh zum Überleben und ähm wenn das jetzt dann auch noch ja. Im Kampf ist, also du dann auch noch rumrennen musst oder nach nach vorne und oder marschieren musst oder Sachen schleppen und beladen. Ähm ja, dann kann sich das noch mal bis zu verdoppeln. So und dann ist es aber so, dass selbst bei optimaler Versorgung du nicht mehr als 6000 Kalorien aufnehmen kannst, aber davon können die Russen teilweise nur träumen. Ähm. Das heißt, allein schon jetzt, äh die Ernährung oder genügend Nahrungsmittel äh zu zu haben oder nicht genügend Nahrungsmittel zu haben, ist im Winter noch mal ein deutlich verschärftes Problem. Dann auch noch dazukommt ist. Dass äh natürlich gute Kleidung äh oder umgekehrt schlechte Kleidung dann auch noch mal den Kalorienbedarf vergrößert. So, das heißt äh schlechte Kleidung und zu wenig Kalorien zu wenig Nahrung äh verschlimmern die Situation nochmal zusätzliches, das, addiert sich und dann äh leben die Leute von ihrer Substanz also verlieren dann einfach auch noch isolierende Fettschichten, die dann verzehrt werden vom vom Körper, was natürlich auch nicht hilfreich ist im Winter, also so ein Dreifach-äh-Effekt äh. Und es sieht halt schon so aus, dass ja, die Russen einfach was, Versorgung mit Nahrungsmitteln angeht, was die Qualität der Kleidung äh angeht. Ähm. Ein größerer Teil der Truppe da einfach Defizite hat und diese Truppe wird einfach leiden, selbst ohne allzu große Einwirkung äh durch durch das durch den Gegner. Ähm. Wird also voraussichtlich der der Winter nochmal die Kampfkrampf äh der Ukrainer. Relativ äh zu der der Russen vergrößern. So, das ist also auch eigentlich etwas, was wir erwarten können. Ja also mit anderen Worten ähm der Winter äh. Wenn man wenn man das eben auch auch vergleicht, da war ja, ob's ja auch immer ja der der russische Winter und der ist ja bisher immer allen Invasoren äh zum Verhängnis äh geworden, nur in dem Fall, also es ist nicht so, dass der Winter jetzt magisch die Russen äh äh bevorzugt oder bevorteilt, sondern bevorteilt halt derjenigen denjenigen, der besser auf den Winter vorbereitet ist und zum Beispiel damals im Winterkrieg gegen Finnland waren das zum Beispiel ganz klar, die Finnen, die da äh erstmal vom vom Winter äh bevorteilt äh wurden und jetzt äh sind es eben. Wahrscheinlich eher die die Ukrainer, die da nochmal einen einen Boost äh durch den Winter erhalten werden oder einen stärkeren Boost oder. Relativ weniger eingeschränkt werden.
Tim Pritlove
Ja um diesen äh Teil, wie geht's eigentlich den Russen äh so vielleicht abzuschließen, sollte man vielleicht auch nochmal so generell auf die bisherigen Erkenntnisse aus dieser ganzen Mobilisierungsaktion beleuchten. Das ist ja äh so eine Sache. Also offiziell hat ja Putin auch gesagt, okay, die Mobilisierung ist jetzt abgeschlossen. Ich glaube aber nicht, dass das nach innen tatsächlich bedeutet, die wirklich abgeschlossen ist und diese Zahl von 300000 Leuten die ursprünglich mal genannt worden sind, die halt erzielt werden sollen durch diese Mobilisierung. Das weiß keiner so recht. Es ist klar, dass wohl ein signifikanter Teil der Leute, die dort eben. Verpflichtet wurden zwangsverpflichtet wurden an die Grenze geschickt wurden und dort äh teilweise auch schon. Gefallen, verwundet äh ist äh desertiert hat, äh was auch immer oder eben vielleicht auch teilweise noch die Lücken schließt, aber sie treffen halt dort auf eine ohnehin schon angespannte Truppe, die ähm ja. Große Verluste erlitten hat. Es gibt immer wieder Berichte von Bataillonen, die halt einfach komplett aufgelöst wurden ja wovon 2.5 nochmal 50 übrig bleiben überhaupt gar keine Strukturen sind, in die man wirklich zuverlässig reinkommen kann und äh es gibt halt auch immer mehr Berichte über konkrete Konflikte. Nicht nur so zum Nachteil mobilisierten, sondern auch zum Nachteil der der Truppen, an dem sich halt einfach bestimmte Gruppen einfach äh vollkommen gegen ihre Kommandeure äh stellen und dort äh richtig Alarm machen. Es gibt auch Berichte von. Vorfällen, wo halt dann Streit ausbricht unter den mobilisierten teilweise dann auch so ethnische Konflikte auf ähm poppen und äh gab's ja diesen einen Fall, wo irgendwie, zwei wissen wir ganz genau aus welcher Region, aus irgendeinem zentralasiatischen äh Region dort einfach dreißig Leute abgeknallt haben und so ne Sachen, ne. Ich glaube nicht, dass jetzt hier noch viel ähm Druck aufgebaut werden kann, weil der Widerstand natürlich auch in Russland steigt, ne, dadurch dass jetzt die, Leute sterben und in äh zu Hause anrufen, wenn sie überhaupt noch ein Smartphone haben und von schlechten Bedingungen berichten, gibt ja diese ganzen mitgeschnittenen Telefongespräche, wenn man da mal so reinhört, ist also wirklich super gruselig entsprechend gibt's dann auch einen Widerstand von den Angehörigen, Müttern, Ihr Frauen et cetera, die dort versuchen, auf die Behörden einzuwirken, wahrscheinlich meistens ohne viel Erfolg, aber in der Summe äh rumort es halt zusätzlich. Ganz davon abgesehen, was wir ja schon mal besprochen hatten, dass also da immer noch Fluchtbewegungen sind und Leute versuchen sich eben dem Zugriff des Staates zu entziehen. Ähm das nimmt halt Ausmaße an, dass die Leute also wirklich da von der Straße weg rekrutiert werden, auf ihren Arbeitsplätzen aufgelauert wird oder ja auch sozusagen Mobilisierung als Bestrafung ähm eingesetzt wird. Diese Wagnergruppe rekrutiert offenbar immer noch massenhaft aus Gefängnissen, das heißt, man holt halt einfach Leute, die. Wieso was weiß ich, 25 Jahre äh Knast haben und dann da irgendwie eine Gelegenheit sehen, sich vielleicht irgendwie äh zu befreien, was natürlich Quatsch ist, die dort zum Einsatz kommen. Das sind aber alles keine Qualitäts Truppen so, ne? Und das ist ähm etwas, was äh einfach zunehmende Maße für Unruhe sorgt, insbesondere auch in diesem ganzen Supporter-Bereich, ne. Das ging dann schon so weit, dass also sogar gegen diese Müllblogger, die ja das ganze Geschehen sehr viel feiner äh beobachten, du hattest es ja schon erwähnt, ne, die dann, Alle ja alle pro Russland sind und pro Militäreinsatz sind und dann versuchen dieses Geschehen zu begleiten, aber natürlich auch mitbekommen äh tatsächlich passiert und ja, dass die dann äh auch eine Teilöffentlichkeit aufmachen, die dann wiederum Putin gar nicht so in den. Kram passen. Teilweise wird da probiert, der hat dann irgendwie Billblogger zu sich eingeladen und die da irgendwie ruhig zu stellen, aber Großen und Ganzen werden die auch teilweise auch schon unterdrückt und äh verschwinden dann auch einfach mal bestimmte Blogs einfach so mir nichts dir nichts und keiner weiß, was mit den Leuten dann passiert ist.
Pavel Mayer
Ähm ich meine diese Mobilisierung ist ja ähm. Entscheidender Faktor dessen, was man so schön Kräfte, Generierung oder Forst Generation äh nennt im Militärjargon und. Dazu gehört halt natürlich erstmal Leute zu rekrutieren und sie dann auszustatten. Entsprechende Ausrüstung, die Sie. Brauchen und sie ausbilden erstens diese Ausrüstung zu benutzen, die ihr natürlich teilweise auch doch hoch spezialisiert und technisch ist, man auch reparieren und instandhalten muss und äh ja also das ist ähm, einen Punkt und dann eben auch, Einheiten, äh die man dann irgendwo eingliedert und dann eben zum Funktionieren bringt, zusammen mit anderen Einheiten. Das ist halt schon eine komplexe Maschinerie, die man, die man da aufbaut, also Kräfte generieren ist halt ein komplexer Vorgang und wenn man jetzt. Sich sich das Ganze anguckt, dass das Ergebnis, wenn jetzt diese 220.000 bisher mobilisierten Stimmen dann. Sieht das Ganze aus wie thu little too late. Zu wenig zu spät. Ähm. Weil äh bei der Intensität im Moment, wie gesagt. Davon ausgehen, dass Größenordnungen von 500 bis 800 rechnet man mal weil. Man jetzt sagt, okay, Ukraine übertreibt, selbst wenn wir nur von 300 ausgehen. Ja, am Tag äh Soldaten, die die Russen jetzt. Ja die bei den Russen fallen, die ausfallen durch Tod. Ähm dann ist eine relativ niedrige äh Zahl nochmal Faktor zwei irgendwo ähm. Die man dann an Verletzten hat, die dann entweder teilweise oder auch dauerhaft äh vielleicht äh ausfallen. Das heißt, wir sind da schon mal dann in der Größenordnung von tausend. Jetzt ganz konservativ am Tag, die irgendwie verloren äh gehen und dann nimmt man noch diejenigen dazu, die dann durch jetzt Krankheiten und durch Kälte und durch die Sektion und äh ja einfach Erschöpfung äh wenn man bei sie zu lange im Kampf äh sind oder psychische Probleme ausfallen, dann äh ja sind eben, ich sage mal 1tausend bis 1500 am Tag ähm wahrscheinlich eher konservativ geschätzt, was sich dann auf 30 bis 45.000 im Monat addiert an Leuten, die irgendwie ja ersetzt werden müssen und wenn ich wenn man dem jetzt die 220.000 mobilisierten entgegensetzt, dann ja äh. Ist das nicht. Geeignet diese Zahl, um überhaupt nur auf die Zahlen zu kommen, äh mit der Russland den Krieg begonnen hat anfangs, ja also äh. Das äh schon mal, dass es heißt, äh Russen schaffen es gerade vielleicht im besten Fall ihre Stärke zu halten. Im schlimmsten Fall, ähm ja bauen sie sogar äh stärker ab, als sie in der Lage sind aufzubauen. Während offensichtlich bei den Ukrainern äh das Ganze äh deutlich besser funktioniert und sie in der Lage sind ganz offensichtlich Kräfte aufzustellen, die dann zu relativ komplexen, offensiven in der Lage äh sind, die gut miteinander kämpfen und die eben gut. Motiviert äh sind und mit einer mit einer guten Moral so. Mit anderen Worten ähm die relative Stärke der Ukraine, über der Stärke der Russen steigt halt weiter an. So. Also alleine nur aus jetzt, eben Mobilisierung und Kräfte generierungs äh Aspekten ähm. Wobei die Russen wahrscheinlich nicht alle sofort auch an die Front geschickt haben, sondern man auch davon ausgehen kann, dass ein Teil der Truppen äh zumindest auch eine. Halbwegs brauchbare Ausbildung und Ausrüstung erhält. Also ich würde jetzt nicht sagen, dass es alles nur Schrott, aber äh wie viele das betrifft, ist halt unklar und auch noch mal zu der zu der Lügen äh äh Geschichte teilweise. Scheint es auch so zu sein, dass manche Truppen offiziell gar nicht an der Front sind. So Aussicht jetzt der russischen Führung, weil. Weder bürokratischer Fuck-Up oder auch äh ja man Geld nicht zahlen will oder wie auch auch immer. Das heißt Gruppen, die an der Front sind gelten aus russischer Sicht äh noch irgendwo in Ausbildung befindlich. Und kriegen halt deswegen zum Beispiel gar keine Frontzulage, was weswegen sich die Leute dann halt aufregen und können dann natürlich auch unter Umständen logistisch gar nicht berücksichtigt werden, wenn sie dann ausrechnen, wie viel Material brauchen sie denn um die dort befindlichen Truppen zu versorgen und äh Sie haben gar nicht die die wirklichen Zahlen, dann kommt natürlich auch zu wenig an. Selbst äh wenn es planmäßig läuft, weil es halt nicht tut Also ja äh ich denke mal das es so aussieht. Dass das, was immer jetzt mobilisiert wurde wahrscheinlich nicht ausreicht und dass ja war eigentlich mehr mobilisiert werden müsste, aber mit Ausrüstung und Ausbildung äh scheint. Das da eben auch. Enge Grenzen zu geben, sodass äh ja äh das das Spiel auch die Mathematik hier im Moment nicht gerade äh in Russlands zu Russlands Vorteil ähm. Aussieht.
Tim Pritlove
Ja jetzt äh. Stellt sich natürlich auch so ein bisschen grade die Frage, was braucht denn jetzt die Ukraine noch, um wirklich diesen. Feldzug zu Ende zu führen. Ich denke wir sind so beide so ein bisschen auch äh an dem Punkt angelangt, wo wir sagen das Ding kann gewonnen werden. Ukraine ist einfach auf einer Dreiektorie. Wo sie generell, vorausgesetzt, dass sie weiterhin die äh entsprechende Unterstützung erhält, also vor allem die Versorgung, Munition und Waffen. Aber natürlich auch die sonstige logistische Unterstützung und worüber wir noch gar nicht gesprochen haben auch äh. Die äh Veränderung von weiteren Angriffen auf die Infrastruktur, ne? Das ist äh Thema, was wir hier so ein bisschen hinten angestellt haben, muss man natürlich auch nochmal erwähnen, dass äh jetzt auch grade gestern. Am 15. nochmal große. Also eine Angriffswelle geflogen wurde von den Russen sind mittlerweile sehr viel mehr. Fege Luftabwehrsysteme in der Ukraine eingetroffen und im Einsatz sowohl die von uns hier ausführlich mal vorgestellten Iris-Systeme als auch die Nasanssysteme und viele andere andere Systeme auch noch, die von allen möglichen Partnern aus Europa bereitgestellt wurden und den USA. Trotzdem kommen halt immer wieder Messers durch und das ganze Energieversorgungssystem, insbesondere Stromnetz, aber eben auch teilweise die Wasserversorgung, Heizungsversorgung sind vielen Städten und vor allem auch in Kiew äh ja enorm unter Druck und es gibt halt Blackouts, es gibt äh wenig Stromversorgung, teilweise eben auch keine Wasserversorgung. Zum Beispiel geschildert. Also das ist natürlich auch eine logistische Bedrohung, wenn das Land natürlich keinen Strom hat, dann kann's irgendwie auch keinen Krieg führen. Und ähm es scheint nicht so einfach zu sein, die zerstörten Systeme, insbesondere die Verteilungsstationen, die Russland wohl bevorzugt angreift, ähm zu ersetzen, weil einerseits. Technisch sehr aufwendig ist. Andererseits ist aber auch die Technologie teilweise gar nicht gibt, weil das russische. Das russisch geprägte Stromnetz, das sowjetische System wie Strom verteilt wird. Anders ist als in Europa teilweise äh zum Einsatz kommen und einfach diese Technik so ohne Weiteres nicht gibt auf der Shave, dass man sagt, oh hier kaputt, kein Problem weg Bulldozern, schließen wir alles wieder an, läuft wieder, ne? So an die äh das ist schon alles relativ komplex und das kann ich im Einzelnen überhaupt gar nicht. Einschätzen. Also die Ukraine ist unter Druck, gar keine Frage, aber äh sie brauchen natürlich auch Unterstützung und Bei Luftabwehrsystem ist es relativ klar. Man will natürlich verhindern, dass Russland noch weiterhin die Ukraine schwächt. Aber auf der Angriffsseite ähm stellt sich halt immer noch die Frage, was können die westlichen Länder eigentlich noch bereitstellen, was äh wirklich dabei hilft, jetzt diesen Krieg zu beenden und da, diese Diskussion um die Leopardpanzer, wo ich bisher noch keine guten Antworten gehört habe, warum eigentlich. Systeme in Ukrainern vorbehalten werden, aber sicherlich auch noch ein paar andere Systeme.
Pavel Mayer
Ja ähm wir hatten bei den also bei den Panzern ist es mir ist es mir auch so ein bisschen unklar, so meine Vermutung ist, dass man ja einerseits so ein bisschen die logistischen. Aufwand scheut, dann, dass man Angst hat, dass ähm, ja äh die Panzer vielleicht dann in russische Hände fallen, dass das nicht nicht gut äh aussieht oder das die Ukraine dann zu schnell gewinnt äh so äh oder dass das eben Bildern dann von deutschen Kampfpanzern äh der russischen Propaganda dann nochmal schaden, also ist so eine seltsame Kombination. Mir ist es mir ist es auch nicht auch nicht so ganz klar äh plus, dass man das vielleicht auch. Nochmal als Drohung in der Hinterhand äh halten möchte nach dem Motto, wenn Russland jetzt zu sehr eskaliert, dann machen wir das doch. Und Ähnliches schien ja auch für diese Attackes äh zu gelten, also diese. Kurzmittel, also diese ich sage mal kurz strengen Raketen mit größerer Reichweite, so könnte man sie vielleicht. Äh äh bezeichnen, die. Ja auch im Prinzip zu Heimas äh gehören hm also derzeit haben, Wir äh bekommt die Ukraine offiziell nur diese GML. RS oder wie sie auch dann äh werden sie auch gerne genannt. Gimmlas äh so mit, der sie dann ja sechzig, achtzig Kilometer äh weit. Ziele treffen können, die nicht so supergroße Sprengköpfe haben, die ja aber immerhin geeignet waren ja, ähm diese Antonowski-Brücke zu durchlöchern und ähm. Ja, aber äh das ist natürlich das ist schon mal ein ein eine gute Reichweite. Ähm. Die sind halt erstmal. Schlecht von normalen Mehrfachraketenwerfern äh zu unterscheiden oder auch von Artillerie äh Granaten, ja das das vielleicht schon schon eher, aber ja, jedenfalls äh ist es der russischen Luftabwehr bisher nicht gelungen auch diese in nennenswerter Zahl zu bekämpfen, wenn wenn überhaupt so ja, die kommen durch, ja und bei den größeren Attacks, ist es so, die dir auch immer gefordert werden, gibt der Ukraine doch endlich auch diese 300 Kilometer Reichweite äh Raketen mit größerem Sprengkopf ähm. Da ist eine erstmal so, dass halt die Dinger dann pro Pot nur eine so eine Fette verschießen können äh eben ähm ja sechs äh Gimmler und auch vom Preis her verhält es sich ungefähr so, dass so eine Attacks rund eine Million Dollar kostet und so eine Rakete eher so zwischen ja um die hundert1fünfzig-, 200.000 in der in der Gegend Das heißt, man kann jetzt halt für eine Attackims kann man so sechs bis acht Gimmler ähäh liefern und, sind natürlich auch und haben eine größere Radarsignatur und wenn sie weiter fliegen, dann sind sie auch länger in der Luft und äh werden dann eben früher geortet und die Vermutung mal jetzt auch, dass halt diese ähm von der russischen Luftabwehr besser bekämpft. Werden können und es sich dann auch eben, lohnt äh so eine S300 Abwehr Raketel gegen äh die eine Million kostet zu starten. Da ist die. Economy äh ganz ganz gut, äh wenn man vor allem wenn man dann auch trifft, während selbst wenn so eine S300 gegen. Gegen die äh Gimmlers helfen würde, äh wäre die wahrscheinlich trotzdem auch, teurer ja äh und äh wir wissen halt äh dass dass es halt nicht geht, dass die anderen warten. Der Grund, warum äh die USA keine Attacks äh liefert, ist, dass sie einfach annehmen, dass sie nicht so effizient sind und nicht so viel äh liefern, zumal ich dann mit ich sage mal sechs oder acht äh Gimmlern kann ich halt sechs bis 8 unabhängige Ziele äh äh bekämpfen, wobei sie in der Regel mindestens Double oder Triple Tab äh machen, aber habe ich trotzdem noch zwei bis dreimal so viel unabhängige Ziele, die ich bekämpfen kann für dasselbe Geld äh wie mit einer ähm Attackcoms oder so. Aber. Hm das ganze Kalkül könnte sich in dem Moment ändern, wenn äh wiederum, ist der Ukraine gelingt, die russische Flugabwehr äh entsprechend. Zu dezimieren, äh dass die halt dann nicht mehr in der Lage sind äh auch Attackcams, zu schießen und dann könnte es durchaus sein. Dass sie eben das das Kalkül äh auch verändert. Bis dahin scheint es so zu sein, dass es die Amerikaner oder der Westen ganz geil geschafft hat, den Russen das Ganze zu verkaufen als na ja ähm, Wir liefern die nicht, äh weil äh ja wenn wir nicht eskalieren wollen, aber in Wirklichkeit liefern sie die nicht, weil die nicht so geil sind grade, aber äh sie als, das trotzdem als Drohung in der Hinterhand äh behalten können. Das fand ich nochmal so eine, interessante These, an der, glaube ich, äh durchaus was dran sein könnte.
Tim Pritlove
Also so oder so ist äh wäre schon gut, wenn die Ukrainer halt mehr Long-Range ähm Niss äh hätte, weil sie dann einfach die Command und Controlcenter angreifen konnte, insbesondere auf der Krim. Man wird sehen, also letztlich zeigt sich ja die Ukraine extrem modern in der Art und Weise, wie sie dann das Gerät auch zum Einsatz bringt. Hatten da glaube ich auch schon mal ein paar Beispiele äh genannt, insbesondere was so die Abstimmung mit Drohnen betrifft, wo also dann auch schon so normale Schützenpanzer im Prinzip wie Artillerie verwendet werden, indem dann halt einfach immer wieder äh korrigiert wird, das heißt der Schützenpanzer schießt nicht direkt. Auf ein Ziel, wie es eigentlich normalerweise so gedacht ist für so einen Schützenpanzer mit den relativ kleinen äh Munitionsdurchmessern sondern zielt eben tatsächlich auf weitere Ziele, schießt also quasi höher in die Luft und wird dann über die Drohnen Operators entsprechend korrigiert, sodass man eben auch das quasi wie so 'ne so 'ne Miniatillerie verwenden.
Pavel Mayer
Was da so indirekt fire mit.
Tim Pritlove
Genau, das ist dann halt äh mit einem Gerät, was eigentlich so dafür nicht äh unbedingt gedacht ist und ähm was ähnliches habe ich ähm berichtet gesehen, äh machen Sie auch mit diesem Gepardpanzern. Ja sozusagen Luftabwehrpanzer äh sind und dieses extrem schnell sich drehende Radarelement haben, ne. Vielleicht die Bilder so das dreht sich da die ganze Zeit, macht Radar Radar Radar und wenn da halt irgendwas kommt, dann kann sich eben auch dieser Turm des Gepards sehr schnell drehen. Aber was äh Ukraine teilweise machen, ist, dass sie eben bestimmte Gebiete versuchen abzusichern, indem sie verstreute Einheiten haben, die mit so unterwegs sind, also mit so tragbaren Flugabwehr äh Kanonen, die man so auf der Schulter trägt. Und die aber mit diesem Gepardpanzern vernetzen. Das heißt, der Gepard übersieht mit seinem Radar eben diese äh Gebiete. Meldet dann blitzschnell an diese Einsatzkräfte, dass irgendwo eine Bewegung ist und damit haben sie's wohl schon äh geschafft einmal irgendwie vier Hubschrauber an einem Tag runterzuholen, weil einfach den Gepard, die gemeldet hat. Aber nicht unbedingt im Range war, den äh abzu, aber sie dann einfach gesagt haben, okay da hinten ist was, zack, äh kommt mal raus ausm Busch und dann haben die halt innerhalb kürzester Zeit diese äh so ein Manpad losgeschickt und dann ja mit dem Hubschrauber. Also das sind so die Methoden, mit denen sich die Ukraine da einfach kreativ vorsetzt überhaupt ist das äh so eine Masterclass in digitaler äh Kriegsführung. Also jetzt nicht im Cyber-Krieg, sondern eben aufm äh realen äh Schlachtfeld. Trotzdem. Denke ich mal, ist einfach jetzt noch mehr Unterstützung nötig, einfach um den Krieg auch letztlich billiger zu machen. Das ist halt das das Ding, ne? Also das. So viel Waffen vorenthalten wurden, äh solange hat eigentlich alles nur noch schwieriger gemacht und äh man würde jetzt eben sehr gut daran tun, auf den letzten Metern eher nochmal äh richtig aufzudrehen USA machen das offenbar. Gestern gab's die Ankündigung, dass die USA nochmal 37 Milliarden US-Dollar äh locker machen wollen für entsprechende militärische Unterstützung Das ist im Kontext dessen, was sie bisher geleistet haben, nicht wenig, nämlich ungefähr noch mal ähm die Hälfte von dem, was sie bisher schon geleistet haben. Sprich, dann werden sie so auf 1hundert Milliarden