UKW010 Corona: Ich bin Dunkelziffer

Roddi erzählt von seinem Leben als Verdachtsfall in Zeiten des Corona Lockdowns

Roddi hat vor gut zwei Wochen Krankheitssymptome entwickeln, die den starken Verdacht aufkommen lassen, dass es sich hier um eine Infektion mit dem SARS-Cov-2 Virus und dem latenten Ausbruch der COVID-19 Krankheit handelt. Doch nichts ist klar. Der Versuch, sich einem Test zu unterziehen schlug mehrfach fehl und es ist gar nicht so einfach, ohne klare Infektionsgeschichte irgendwo Rat und Unterstützung zu bekommen. Ein Gespräch.

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Shownotes:

27 Gedanken zu „UKW010 Corona: Ich bin Dunkelziffer

  1. Bei mir GENAU dasselbe, kein Fieber, Stuhlprobleme, bekomme schlecht Luft, kein Schüttelfrost, abgeschlagen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen. Und auch genau das selbe, schon mehrere Anrufe getätigt ohne Aussichten auf Test.
    Gruß aus Augsburg

    • Dem kann ich mir anschließen. Zuerst Abgeschlagenheit, dann Durchfall, dann Halsschmerzen und schließlich Probleme mit den Bronchien und der Lunge. Über 2 Ecken Kontakt mit einem Verdachtsfall. Dieser hat vor 3 Tagen in Bayern einen Test abgegeben. Ergebnis steht noch aus. Vorher hat meine Lebensgefährtin keine Chance sich zu testen (hatte mehrere Tage direkten Kontakt). Dann irgendwann ich ==> Der Test wird 100% nicht stattfinden, da wir bis dahin noch überlasteter sind

      • +1
        Bin nachdem ich auch bei der covapp einen Barcode bekommen habe zu einer Teststelle in Berlin. Durch die scheibe gesagt bekommen: keine Indikation für einen Test. Aber bitte in Quarantäne gehen, weil voll symptomatisch.

  2. Für alle die es nteressiert, hier eine Modellierung welchen Verlauf welche Maßnahmen erzeugen könnten.
    https://buff.ly/2IWYj37

    Bei den Tests aus China wäre ich skeptisch. Hab da bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht.

    Dagegen würde ich davon ausgehen dass die Testkapazität noch deutlich steigen wird.
    Es ist halt immer ein Abwegen welche anderen wichtigen Tests man dafür von den Hochdurchsatz Geräten runter schmeißt.
    Ich denke auch nicht dass die Regierung (oder die beratenden Wissenschaftler) die Kontrolle verloren haben. Der Bevölkerung und der Wirtschaft werden scheibenweise die Maßnahmen reingedrückt. Sonst ist die Akzeptanz noch geringer wie jetzt. Die Schwierigkeit ist halt dass richtige Timing und Vorhersage.

  3. Eine sehr schöne Darstellung der Verläufe gibt es auch von Prof. Mark Handley (Computer Scientist an der UCL) @MarkJHandley :
    http://nrg.cs.ucl.ac.uk/mjh/covid19/
    Da kann man schön übersichtlich aufeinandergelegt sehen wie Südkorea und Singapur die Kurve bekommen haben und andere nicht.
    Wird ca. täglich mit neuen Daten gefüttert.
    Danke für den schönen Podcast!

  4. Das gleiche hier. Es gibt keine Tests ohne Kontakt zu einem bestätigten Fall gehabt zu haben. Schlecht durchdacht.

    Grüße aus Graz

  5. Ein paar Punkte: Tim ich weiß nicht wie du darauf kommst das Südkorea 200.000 Tests am Tag durchführt. Es sind eher 12-20 Tausend am Tag, 80.000 die Woche und INSGESAMT etwa 270.000! Das ist übrigens in etwa vergleichbar mit Deutschland.
    Auch die Kriterien sind sehr ähnlich, auch da wird nicht jeder getestet der gern möchte.
    Ich bin ich mir nicht sicher ob ihr die Risikobewertung des RKI verstanden habt. Das RKI bewertet die aktuelle epidemiologische Lage nach diversen Kriterien, nicht gestern, nicht morgen, nicht wie es vielleicht in drei Wochen ist, sondern wie es jetzt ist. Das hilft vielleicht die Einschätzung zu verstehen. (im übrigen mässig, nicht mild).
    Was die Zahlen angeht bleibt die Kritik das ihr nicht wisst was ihr da tut, offenkundig ist die Situation jetzt hier nicht wie in Italien vor einer Woche, auch wenn die Zahlen ähnlich aussehen, sie sind nicht ähnlich.
    Zur Teststrategie, es geht darum vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, dafür gibt es die Kriterien, verstehe ehrlich gesagt nicht weshalb man sich da für schlauer/wichtiger hält als alle anderen.
    Ihr habt glaube ich keine Vorstellungen wie viele Menschen Atemwegsinfekte haben.

    Ich fand den Umgang mit dem Thema in LNP übrigens super, mehr LNP weniger UKW was das angeht.
    Gute Besserung Roddi!

    P.S. Bei sich Symptome zu bemerken wenn man davon liest schreit übrigens Psychosomatik. 🙂

  6. Schwache Folge. Roddi war krank. Und alle so: yeah. Ich frag mich ob da vor 6 Monaten auch ne Folge draus entstanden wäre. Wenn nicht, dann stelle ich fest: die Folge war einfach nur unnötig.

  7. Erstmal vielen Dank an dich Tim, dass du das Thema so ausführlich behandelst und gerade mit dieser Folge auf einen Missstand hinweißt, aus dem wir nach dieser Krise hoffentlich was lernen. Denn #ichbindunkelziffer

    Bei mir war es exakt die gleiche Situation. Ich wurde vor jetzt bald zwei Wochen krank. Symptome: Hohes Fieber, Schmerzen in der Lunge, Durchfall, Schwächegefühl, Kopfschmerzen. Natürlich hab ich auch erstmal an Corona gedacht und wollte mich testen lassen, doch einfacher gedacht als getan. Erst hab ich bei meiner Hausärtztin angerufen, habe dort die Nummer der Corona-Ambulanz bekommen, hab dort angerufen, aber der Test wurde mir verweigert, weil ich nicht in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Die Woche davor hatte ich von der Arbeit aus mit 50 Leuten zu tun, natürlich ist es möglich dass ich mich dort angesteckt habe, aber nachweisbar war natürlich nichts. Dann hab ich mich noch durch die Corona-Hotline geklingelt, kam aber auch nicht weiter, denn dort kam die gleiche Aussage wie bei der Corona-Ambulanz. Letztendlich war ich jetzt auch zwei Wochen zu Hause, aber ich hätte eben auch gerne die Sicherheit der Immunität, damit ich Leuten helfen kann.

    Auf der anderen Seite sehe ich dann in einem Bericht aus Südkorea, dass bei Verkehrskontrollen automatisiert Abstriche genommen werden. https://www.youtube.com/watch?v=7DNQeYLnzkA
    Da frag ich mich echt, warum die den Virus besser im Griff haben?

    Leider zeigt sich an der ganzen Sache mal wieder, dass wir unser Gesundheitssystem kaputt gespart haben, in dem wir es privatisiert haben und auf Profit ausgelegt haben. Ein Gesundheitssystem muss in der öffentlichen Hand sein und kann nicht kapitalisitisch organisiert sein. Es soll der Allgemeinheit dienen und nicht Profit abwerfen. Ich bin mal gespannt, wie es in den USA weitergeht. Dort haben sie nicht mal eine Krankenversicherung die einen Test zahlt und das Gesundheitssystem ist noch schlechter als bei uns.

  8. Ich weiß nicht woher die weit verbreitete Meinung kommt, in DE würde wenig getestet. Vermutlich daher, dass es bisher keine offiziellen Zahlen gibt und aus vielen anekdotischen Berichten einzelner Betroffener.

    Gerade aus der sehr kleinen Todesrate von 0.25% (im Vergleich zu vielen anderen Ländern 10-20x größer) lässt sich ja recht leicht schließen, dass in DE vergleichsweise stark getestet wird und die Dunkelziffer vermutlich vergleichsweise klein ist.

    Inzwischen gibt es auch erste Zahlen, welche die Anzahl der Teste schätzen:

    “… Niemand weiß, wie viele Tests in Deutschland aktuell durchgeführt werden können und durchgeführt werden: 160.000 pro Woche, hieß es vom RKI am Mittwoch. Von 180.000 sprach der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am Donnerstag, die Zahl 200.000 nannte Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Charité, nannte in seinem Podcast die Zahl 100.000. “Dass wir es noch nicht wissen, ist aber eine Stärke des deutschen Systems: Jeder darf, der kann, und viele können.” …”
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87556436/coronavirus-fuer-viele-covid-19-kranke-gibt-es-keine-tests.html

    Sollten sich diese Größenordnungen bewahrheiten, würde DE vermutlich das Land mit den meisten Testen sein.

  9. Ich glaube, ihr unterschätzt die Bedeutung von Antikörper-Tests, zumindest höre ich das aus eurer Diskussion Antikörper-Tests vs. Viren-Nachweis (PCR-Tests, also das, was jetzt gemacht wird) heraus, dass ihr die ganz deutlich nachrangig seht.

    “Die Eindämmungsphase ist vorbei” – ja, damit liegt ihr richtig, oder zumindest werdet ihr in 2-3 Wochen richtig liegen damit. Dann wird es nämlich losgehen mit der Diskussion, ab wann welche Maßnahmen wie stark wieder gelockert werden können und wie man eigentlich weiter macht. Katalysator werden meiner Ansicht nach ebenfalls die Schulen sein, wie bei Beginn der Maßnahmen auch: die Osterferien enden in 4 Wochen, und die große Frage wird sein, ob man den Schulbetrieb wieder aufnimmt oder nicht.

    Und was braucht man, um diese Fragen zu beantworten? Zahlen, klar – aber eben nicht die, auf die jetzt alle starren, die positiven PCR-Tests. Die werden vermutlich bis dahin als einzigen Erkenntnisgewinn noch liefern, inwieweit die vor knapp einer Woche getroffenen Isolationsmaßnahmen erfolgreich waren. Und klar, die Tests werden weiterhin wichtig sein, um Infekte individueller Personen möglichst früh zu erkennen, damit diese sich gezielt isolieren können. Aber auf landesweiter und weltweiter Ebene verlieren diese Zahlen massiv an Bedeutung, während es immer wichtiger wird, zu wissen, wie viele Leute denn irgendwann einmal infiziert waren und daher für die weiteren Ausbreitungsmodelle als immun angenommen werden können. Zu Beginn, also für die erste Welle jetzt, konnte man diese Personengruppe noch ignorieren und als nicht existent annehmen, aber für die nächsten Schritte und die Extrapolation der weiteren Infektionszahlen bei Lockerung von Maßnahmen geht das nicht mehr. Einfach “auf Nummer sicher” gehen und jahrelang in Maximal-Abschottung zu verharren wird keine Option sein, wirtschaftlich nicht, aber sozial auch nicht (plakativ gesagt: es bringt nichts, wenn die Leute zwar Corona überleben, sich aber reihenweise psychische Schäden einfangen und schlimmstenfalls erhängen). Daher muss – sofern nicht ein Wunder geschieht und eines der aktuell getesteten schon verfügbaren Medikamente signifikante Wirkung bei schweren Covid-19-Verläufen zeigt oder alternativ das Virus zu einer weniger gefährlichen Version mutiert – hier ein delikater Mittelweg gefunden werden, wie man die Bevölkerung “kontrolliert infiziert”, und dafür ist es essenziell, dass Licht hinter diese Dunkelziffer der unbekannten Infektionen gebracht wird, was praktisch nur über breit angelegte Antikörper-Test-Studien möglich ist. Und diese muss man vermutlich auch in jedem Land separat durchführen, weil der Faktor der unbekannten Infektionen massiv differiert (in Deutschland z.B. dürfte er deutlich niedriger sein als in den USA) und das Rückrechnen über die Todesfälle vs. bekannter Infektionen, was jetzt gerade häufig stattfindet, auch nur so lange tragfähig ist, wie die medizinische Versorgung a) nicht überlastet ist und b) in ihrer Verfügbarkeit und Qualität zwischen Ländern in etwa vergleichbar ist. b) war noch nie der Fall, und a) wird leider zunehmend unzutreffender.

  10. Ich habe auch so meine Probleme mit diesem und dem letzten Podcast.
    Ihr macht genau das Gegenteil vom Kollegen Drosten im NDR corona update.
    Ihr tut so, als hättet Ihr gesicherte Erkenntnisse.
    Aktuell sind alle Zahlen ziemlich verwischt. Ich denke wir wissen nur vage,wie viel und wie zuverlässig gestedtet wird.
    Drosten sagte gestern auf die Frage, warum in Deutschland die Sterberate so niedrig sei, mehr oder weniger, darüber kann man nur mutmaßen. Er vermutet, dass hier einfach viel mehr getestet wird als z. B. in GB.
    Auch die Kommentare zum Thema “testen” sowohl im Podcast als auch hier in den kommentaren verstehe ich nicht.
    Es gibt nur eine begrenzte Kapazität um zu testen. Und wenn man Symptome hat und kein Fieber wird anscheinend aktuell nicht getestet. WEr Symptome hat, bleibt zu Hause. Ende. Naja, muss ja mittlerweile sowieso jeder.
    Ob Roddi tatsächlich Corona hat, obwohl er nicht weiß woher, weiß niemand. Ist in seinem aktuellen Zustand doch auch nicht vorrangig wichtig.
    Bei uns im Ort wurde Ende letzter Woche bekannt, dass der Sohn vom Metzger infiziert ist. Der Sohn wohnt noch bei den Eltern, arbeitet aber nicht im Betrieb.
    Ich hatte montags dort Wurst gekauft. Am WE drauf war eine Geburtstagsfeier. Ich hatte eh schon ein schlechtes Gewissen hinzugehen. Am Sonntag hatte ich halt ein Kratzen im Hals. Ich blieb zu Hause. Das Kratzen habe ich ab und zu immer noch. Ist aber für mich ein typisches Merkmal, dass ein grippaler Infekt im Anmarsch ist. Meine Familie hat noch gar nix.
    Natürlich wären wir zwei Wochen daheim geblieben, was wir jetzt aber sowieso müssen.
    Alles was hier im Podcast läuft ist pure Spekulation, die leider nicht als solche gekennzeichnet wird.
    Meine Meinung.
    I

  11. Sorry, noch was:
    Auch die Vergleiche der Infektionszahlen mit China und anderen Ländern dieser Welt halte ich für fraglich.
    In China gibt es quasi Null Neuinfektionen? Sorry, aber das kann ich nicht glauben. Nicht einem staat aus dieser Kultur und mit diesem Herrschaftssystem.
    Selbst bei Südkorea und Japan bin ich skeptisch. Die sind freiheitlich, demokratisch, aber kulturell ist es dort immer noch hochgradig problematisch schlechte Nachrichten zu überbringen.
    Deswegen ist es meiner Meinung nach tatsächlich das Beste, erst mal die Schotten dicht zu machen. Ohne Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, etc. Einfach nur um den Virus zu stoppen.

  12. Ich tue mich sehr schwer mit der Folge. Roddi hat kaum Symptome, und belastet jede Gesundheitsstelle (Hausarzt 1, Hausarzt 2, Notdienst, Gesundheitsamt etc). In Zeiten wie diesen eine Frechheit. Es gibt begrenzte Kapazitäten, die möglichst relevant verteilt werden müssen. Wir haben winter undies kann jede Art von Infekt sein. Isolation und fertig… da gibt es keine 2 Meinungen. Wenn es einem so schlecht geht, dass man hospitalisiert werden muss, wird man auch und unter anderen auf covid19 getestet. Alle anderen bleiben zu Hause und sollten das Gesundheitssystem nicht weiter sinnlos belasten, es gibt keine Therapie und nur die Möglichkeit der Isolierung.

    Bitte hört auf das System zu belasten!

  13. Ich dachte, dass es quasi schon Meme wäre, dass der treudoofe toitsche sich immer krank zu Arbeit schleppt, und noch schön andere ansteckt. Aber dann höre ich, wie jemand in der Grippezeit, mit Grippesymptomen ins Büro kommt, weil Stimmen in seinem Kopf sagen, die Kollegen hielten ihn sonst für einen Hypochonder. Wow.

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