UKW017 Corona: Situation in den Schulen

Was die Schulschließung an Problemen offenbaren und welche Chancen die Krise bietet

Jöran Muuß-Merholz sitzt im Bildungsbereich zwischen alle Stühlen und schaut sich die Dinge generell aus einem Sicherheitsabstand an. Die nicht in die Gänge kommende Digitalisierung des deutschen Schulsystems betrauert er aber schon länger. Um so interessanter sind die Auswirkungen der Corona-Krise. Aber wir wollen nicht nur über Digitalien reden und blicken zunächst mal auf die aktuelle Situation und vor allem, welche spezifischen Herausforderungen Lehrer, Eltern und Schüler gestellt werden. Aber wir wollen auch über Digitalien reden und diskutieren, welche Werkzeuge derzeit besonders viel Sinn machen und sich bewähren (oder auch nicht).

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10 Gedanken zu „UKW017 Corona: Situation in den Schulen

  1. Moin. Hör Grad die Episode und musste, als das Thema auf die good old E-Mail kam, mich doch kurz zu Wort melden. Delta.chat . Falls ihr das nicht kennt.. Messenger auf Email Basis. Mit Auto crypt / PGP und ohne zentralen Server. Feine Sache und optisch akzeptabel. Dazu halt eben Gruppen auf Email Basis möglich. Klar, größere Latenz natürlich als bei Lösungen mit zentralen Server. Aber hey.. wasch mich aber mach nicht nicht nass geht halt nicht..

  2. Hey Tim,
    danke für dein Angebot. Ich finde es mega wichtig, dass du mehr Frauen für deinen Podcast findest. Das halte ich für diese Sparte für möglich. Ein Ziel von 50% geht bestimmt, oder?
    Best
    S

  3. Hallo Tim und Jöran,
    ich bin selbst Lehrkörper an einem Gymnasium in NRW und höre gerade eurem Gespräch zu. In den letzten Wochen musste ich auch selbst viel improvisieren, habe das u.a. mit YouTube Livestreams plus Chat gemacht, zum Teil auch mit Konferenzen über MSTeams, und E-Mail natürlich sowieso. 

    Warum Microsoft Teams? Ganz einfach: dieses System ist als einziges datenschutzrechtlich (vorläufig, amtliche Prüfung läuft noch) okay und von den Datenschutzbeauftragten freigegeben, mit Einschränkungen für personenbezogene Daten. WhatsApp, Google, Zoom, weitere Angebote zu nutzen ist grundsätzlich illegal, da es keine Zusicherung gibt, dass die Server in Europa stehen und daher die DSGVO und deutsche Bestimmungen nicht gelten.
    In der jetzigen Krise schaut natürlich keiner so genau hin, aber letztlich war mein YouTube Livestream sicherlich juristisch nicht in Ordnung. Alle Länder haben eigene Plattformen in Entwicklung oder bereits online, die aber bei weitem nicht das leisten können wie die kommerziellen Anbieter.

    Dies als kleine Aufklärung, warum der Trend zu MS geht.

  4. Mal wieder Schweden vs. Deutschland

    Habe gerade hier in Schweden unaufgefordert von meinem Mobilfunkprovider (Low cost) die Nachricht bekommen, dass sie wegen Corona allen Kunden 50 GB extra Datenvolumen für den April geben.

  5. Ich hab zwei Kinder in zwei verschiedenen Gymnasien in MV, mit recht
    unterschiedlichen Voraussetzungen und Lösungsansätzen.

    In Schule #1 gibt es eine AG wo sich (ältere) Schüler & Lehrer um die
    Schul-IT kümmern. Die haben dann mal eben über’s Wochenende einen
    Discord-Server hochgezogen für alle Lehrer und Schüler. Haben
    Chaträume (text & audio) eingerichtet für die Klassen, haben einen
    login-bot geschrieben um die accounts den Schülern und diese wiederum
    den Klassen zuzuordnen. Die Koordination darüber scheint im großen
    und ganzen ganz gut zu funkionieren (ich schau meinem Kind nicht
    ständig über die Schulter). Es gibt auch einige (wenige) virtuelle
    Audiochat Schulstunden. An Videochat ist beim Stand des
    Breitbandausbaus hier nicht wirklich zu denken. Problem mit Discord
    ist daß Kinder die keine eigene Hardware haben wo sie entweder
    notifications bekommen (handy/tablet) oder wo discord ständig offen
    sein kann (pc) schnell mal vom Informationsfluß abgechnitten sind
    und/oder Ankündigungen a’la “audiochat biostunde morgen um 9:00” zu
    spät mitbekommen.

    Außerdem sind WhatsApp & Email im Einsatz, wobei für letzteres dann
    erst mal hektisch die Email-Adressen der Kinder eingesammelt werden
    mussten.

    Schule #2 war vorher schon digital gut aufgestellt. Haben einen
    eigenen email-server, wo jeder eine vorname.nachname@schule.de email
    addresse hat. Die Kommunikation per email läuft entsprechend
    problemlos.

    Die Schule nimmt auch am HPI Schulcloud Pilotprojekt teil, was für
    einige Fächer auch benutzt wird (scheint von den Vorlieben/Erfahrungen
    der Lehrer abzuhängen). Da kann halt Material zum Lesen reingestellt
    werden, und Aufgaben die zu bearbeiten sind. Lösungen können auch
    direkt hochgeladen werden. Alles sortiert nach Klassen und Fächern
    etc, vermutlich ähnlich wie Microsoft Teams (kenne ich nur vom
    Hörensagen) nur besser auf die Bedürfnisse von Schulen zugeschnitten
    und datenschutzkonform und in .de gehostet. Lief in den ersten Tagen
    etwas holprig, vermutlich mußten erst mal ein paar neue Server in die
    Racks geschraubt werden um den Ansturm zu bewältigen. Zugriff via
    Browser oder android app oder ios app, letztere leider noch beta.
    Macht vom Ansehen auf den Geräten der Kinder her im großen und ganzen
    einen vernünfigen Eindruck.

    Als Ergänzung gibt es auf der Homepage der Schule eine neuen Bereich
    “Unterricht” wo Arbeitsblätter zum runterladen reingestellt werden.

    Außerdem benutzen beide Schulen bettermarks für Mathe. Auch vor
    Corona schon. Das dürfte der problemloseste Teil bei der Umstellung
    auf Homeschooling gewesen sein, wenn man davon absieht daß auch
    bettermarks in den ersten Tagen dem Ansturm nicht ganz gewachsen war.

  6. Hallo,

    die Schule meiner Tochter (BW) hat schon seit Jahren eine MSOffice-Cloud, die aber eher kaum genutzt wurde. Nun ist diese ein schlagendes Instrument. Und ja, in Teams können Lehrer den Klassen Aufgaben mitsamt Aufgabenstellung und Dokument zuweisen, mit Abgabetermin versehen und auch die Rückgabe damit kontrollieren. Nur benoten dürfen Sie diese Leistung (zum Glück) nicht. Dies wird sich bei längerbleibenden Schulschließung eventuell ändern.

  7. Vielen Dank für den interessanten Beitrag, in dem ihr die schulische/familiäre Situation von verschiedenen Seiten beleuchtet habt. In der Tat wissen wir momentan noch recht wenig darüber, was in den Familien los ist, und wie und unter welchen Bedingungen dort die schulische Lernbegleitung so klappt. Um diesbezüglich etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir am Institut für Erziehungswissenschaft der WWU Münster gerade eine online-Befragung gestartet:

    https://ivv7lime.uni-muenster.de/index.php/582171?lang=de

    Dabei beschränken wir uns allerdings auf Familien mit Kindern an der weiterführenden Schule in NRW. Der Link darf gerne geteilt werden ;o)
    (Uns ist natürlich klar, dass wir über eine solches “Schneeballsystem” keine repräsentative Stichprobe hinbekommen. Aber besser unperfekte Daten als gar keine! Durch die demographischen Angaben werden wir die Abweichungen hoffentlich in etwa einschätzen können.)

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