UKW027 Corona Weekly: Superrot und Supergrün

Das wöchentliche Update zu Zahlen, Dunkelziffern und Digitalen Fragen in der Corona-Krise

In dieser Woche gehen wir wie gewohnt auf die aktuellen Fallzahlen Deutschlands ein und schauen, was sich für die aktuelle Situation daraus ableiten lässt. Wir freuen uns aber besonders über das Echo auf Pavels Riskotabelle der Landkreise in Deutschland und erläutern, welche Neuerungen es in der letzten Woche gab und was sich speziell aus dieser Auswertung ablesen lässt. Dann diskutieren wir die Forderungen der Datenjournalisten, die dem RKI einen offenen Brief mit Forderungen geschickt haben, wie sie sich künftig mit Daten versorgt sehen wollen, um für die Öffentlichkeit die Lage nachvollziehen, auswerten und visualisieren zu können. Wir stimmen den Forderungen zu. Der versprochene Auslands-Rundumschlag fällt leider wieder aus, aber Pavel hat schon ein ersten Blick auf die schwedischen Zahlen geworden und stößt dabei schon auf viel Wiedersprüchliches. Wir bleiben da dran und werden hoffentlich nächste Woche mehr Klarheit haben können. Dann wurde der erste Source Code und eine detaillierte Systembeschreibung der neuen Corona Warn App veröffentlicht. Wir schauen auf die Struktur des geplanten Backends. Das DP3T-Projekt wiederum hat eine Spezifikation für die internationale Interoperabilität der Exposure Notification herausgegeben, die noch nicht klar macht, wie einfach es sein wird, das Warnsystem auch länderübergreifend betrieben zu können. Es bleibt noch genug Diskussionsstoff für die nächste Zeit.

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41 Gedanken zu „UKW027 Corona Weekly: Superrot und Supergrün

  1. Zu den Daten, die ich gerne hätte: Indexfall ja/nein

    Aus UKW026 geht ja hervor, dass die Gesundheitsämter diese Information tracken und es wäre sehr hilfreich um zu erkennen, ob im Landkreis die Situation unter Kontrolle ist (keine Indexfälle) oder nicht (immer wieder neue Indexfälle) unabhängig davon, wie gross die Cluster sind.

  2. Zu Roaming:
    Könnte die App nicht einfach eine Länder-/Betreiberkennung mit einem Public Key des jeweiligen Landes verschlüsseln und mit den Codes per Bluetooth dazu aussenden?
    Im Falle eines Positiven Test werden dann diese Länderkennungen an den Server des eigenen Landes mitübertragen. Dieser Server kontrolliert die Länderkennungen und gibt die Infektionsmeldung dann an alle Roamingpartner weiter. Die kontrollieren dann die Länderkennungen, im Falle einer erfolgreichen Entschlüsselung der eigenen Länderkennung werden dann die Daten des Infizierten von Server des eigenen Landes an den Roamingpartner übermittelt.

    • ahh ein Fehler,
      Es sollten nicht zuerst die Infektionsmeldung weitergegeben weriden sonder nur die verschlüsselten Länderkennung.

      Richtig wäre:
      Dieser Server kontrolliert die Länderkennungen und gibt die (fremden) Länderkennungen dann an alle Roamingpartner weiter.

    • Eine Kennung für die zuständige App/Behörde in den Beacons halte ich auch für die einfachste und beste Lösung. Das funktioniert in beide Richtungen: Wenn ich infiziert bin, kann ich anhand der aufgefangenen Beacons sagen, welchen Gesundheitsbehörden man die Infektion mitteilen müsste. Oder ich wüsste, welche Infizierten-Verzeichnisse ich abzufragen habe.

      Bleibt die Frage, welche Behörde für mich zuständig ist. Aber selbst wenn ich im Ausland positiv getestet werden sollte, dürfte das ja auch das heimische Gesundheitsamt irgendwie mitbekommen können.

  3. Vielen Dank für den tollen Podcast und speziell die Arbeit von Pavel mit den Zahlen.
    Viele Menschen treibt derzeit die Frage um, wie gut die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den vergangenen Wochen gewirkt haben, und wie es in den kommenden Wochen weitergehen wird. Diesen Fragen sind auch Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation nachgegangen. Das Team simuliert seit Mitte März gemeinsam mit Wissenschaftler*innen des Göttingen Campus den Verlauf der Corona-Epidemie in Deutschland.
    Dieses Computermodell wurde von Anfang an so entworfen, dass es auf andere Länder und Regionen übertragbar ist. Die Analysewerkzeuge sind auf GitHub frei zugänglich:

    https://github.com/Priesemann-Group/covid19_inference_forecast

    Besteht hier die Möglichkeit, dieses Modell in die Risiko-Tabelle von Pavel so einzubinden, dass man zumindest bei den regionalen, roten Hotspots, sowie den Bundesländern und den freien Städten die weitere Entwicklung mit und ohne bremsende Maßnahmen visualisieren kann?

    Bislang zeigt die Tabelle relativ sensibel, wo sich etwas tut, jedoch nicht, was zu erwarten ist, insbesondere, wenn man nichts dagegen tut. In der aktuellen Situation geht es ja darum, die regionalen Buschfeuer unter Kontrolle zu bringen. Hierzu ist jedoch auch das Bewusstsein der Bevölkerung notwendig, die zu zu erwartende Eskalation einordnen zu können, um das eigene Verhalten anzupassen.

  4. Zum Ländertracking: Können das die Apps nicht mitschreiben in welche Mobilfunknetze sie am jeweiligen Tag eingebucht waren? Daraus müßte man doch die Information “war in Italien” bekommen ohne Geotracking zu brauchen.

    • Im Urlaub habe ich trotz Roaming Mobilfunk nie an (oder entsprechende Sim), sondern bewege mich nur im Hotel-WLAN.

      Ich würd mir einfach eine Option wünschen, die man in der App anschaltet “International ja/nein”, und dann das dann dazu noch an einen 2. Sammelserver gemeldet wird. Das muß in der ersten App-Version ja noch nicht sein, aber in ein paar Wochen dann.
      Und ob man potentiell 500 Millionen (hier Smartphone-Schlüssel reinrechnen) oder 7,5mrd trackt, ist nun auch kein sooo großer Faktor mehr, der das weltweit völlig unmöglich macht. Insbesondere wenn es dann nur 10% mit der internationalen Option gibt…
      Und ich würde gar nicht nur an EU denken (Briten sind eh bald weg), sondern gleich weltweit, insbesondere wenn Frankreich dann endlich bereit ist. Die bringen einige Überseegebiete mit, die auf ganz anderen Kontinenten liegen, und dann dort den Austausch der Nachbarn möglich machen müssen, Fr.Guayana mit Rest-Südamerika, Reunion neben Madagaskar mit Afrika, Neucaledonien mit Ozeanien usw… Neukaledonien hat sicher wenig Austausch mit EU, würde rein rechtlich aber das System haben, und durch die Beziehungen zu Australien und Neuseeland und Co noch ganz andere Apps brauchen…. ja das sind nicht viele Leute, aber global denken, wann wenn nicht jetzt.
      Und deshalb kann man dem gemeinsamen Ansatz von Apple und Google nur heftigst unterstützen.

      Ich finde es auch immer blöd, daß jedes Land nur die eigenen Zahlen hat, und nur lokal die Aufgliederung in Bundesländer/Städte/Landkreise/wasauchimmer anbietet. Selbst auf der JohnHopkins-Karte ist vieles nur ein Punkt pro Land… gerade in den Grenzregionen, die sich nun langsam wieder öffnen wollen, wäre doch ein grenzüberschreitendes Bild wichtig. Wenn ich in BadenWbg. wohne, interessiert mich doch der Ausbruch in Straßbourg bzw Mulhouse auch extrem, und weniger Paris…. Und Luxembourg hat Tim ja schon selber genannt, das streut doch in alle Regionen. Wieso muß ich eigentlich einen Klimmzug machen und Daten suchen, daß die tschechische Region neben Tirschenreuth die mit am heftigst gebeutelte (auf kleinem Niveau) Region dort ist? Was liegt denn neben Heinsberg?
      Kleinstaaterei….

  5. Zu Pavels Bedenken zum Serverbetrieb/Datensicherheit (1h45′ rum): Das ist schon ein Punkt, der unabhängig von der crypto/technischen Sicherheit in den Vertrauensbereich reingeht. Ich bin nur Laie, aber mal blöd hingeschmissen: Ein einfacher Datenbank-Trigger der jeden Insert loggt, und zwar auf dem Verify-Server und dem der die Tokens entgegennimmt. Niemand (also bis auf die Betreiber) könnte (und dürfte, klar) von sowas Kenntnis bekommen. Aber später ließen sich die Logdaten zeitlich mit Uploads/Verifizierungen und ggf. mit ‘echten’ Personendaten (aus dem Testlabor) korrelieren. Oder hab ich da nen Denkfehler?
    Pavels Punkt ist halt schon ein wichtiger imho, denn was den Betrieb der Server angeht (auch dass da wirklich genau die veröffentlichten Quellen laufen, und nicht ein internes Patchlevel A oder so) muss ein Rest ‘blinden’ Vertrauens von uns allen (die das Ding einsetzen wollen) ‘denen da’ entgegengebracht werden. Hmmm…
    Also guter Denkanstoß finde ich.
    Und die Vanille: Guter Podcast, weitermachen!
    PS-Vanille: Freue mich immer beim hören über die gute Audio/Recording/Mikrofonierungs-Qualität bei euren Produktionen, auch vor allem im Moment bei den sicher schweren Bedingungen. Kann z.B. den Skype-Codec bei anderen Podcasts nicht mehr ertragen, verbiegen sich meine Ohren.
    Gruß aus Dresden

    • Hmnnn, aber die Nützlichkeit solcher missbräuchlich aggregierter Daten wäre doch stark begrenzt. DIe Tokens müssten ja mit irgendwas abgeglichen werden, und das würde schon wieder arge Hinterlist seitens der Betreiber erfordern. zB eine freiwillge ‘Share all your received tokens’-Funktion in einem späteren Update der App.
      Hmmm… Sorry wenn ich die Kommentarspalte hier fürs unqualifizierte Laute Denken benutze. Hab gestern vielleicht etwas schnell geschossen 😉

  6. Vielen Dank für die Betrachtungen, hier zwei kleine Ergänzungen:

    Hinsichtlich DP-3T gibt es einige Verzahnung zwischen Apple und den Schweizer Forschern. Beispiel ist Julien Freudiger (https://frdgr.ch/contact/), der heute Privacy Engineer bei Apple ist und in der Vergangenheit bei J.-P. Hubaux promoviert hatte.

    Ich vermute, dass das Roaming-Problem beim dezentralen Tracking sehr stark von der Angst geprägt ist, dass die für einen Nutzer relevanten Keys in der Menge der weltweit durch Roaming mitverteilten Keys untergehen. Für die meisten Menschen dürfte Roaming (insb. aktuell) nicht besonders relevant sein.
    Allein durch eine Erweiterung auf die EU würden sich die in DEU verteilten Keys (und damit das benötigte Datenvolumen) um den Faktor (447,2/83,1) 5,38 vervielfachen (bei angenommener gleicher Beteiligung am Tracing sowie Anzahl der Infektionen; tatsächlich stehen ja viele andere Länder schlechter da). Wenn Mobilfunkgeräte in ländlichen Regionen die Liste der Keys über Edge herunterladen müssen, dann könnten wir hier schon in große Probleme kommen. Wie könnte eine Verteilung weltweit funktionieren? Sind alle Mobilfunkgeräte dann überhaupt noch technisch in der Lage, jederzeit die aktualisierte Liste zu beziehen oder wächst diese dann schneller als sie geladen und prozessiert werden kann?

  7. Bezüglich Schweden ist es halt interessant, wie weit im Verlauf der Pandemie sie sind. Ohne das zu wissen, ist ein Vergleich einfach Unsinn.
    https://www.n-tv.de/panorama/Jeder-fuenfte-Stockholmer-hat-Antikoerper-article21795437.html

    Wenn wir die 20% mal rausnehmen, die sonst nirgendwo zu finden sind in dem Text, sondern auch nur eine Annahme, sondern nur die 7% nehmen, kann man sich auch ausrechnen, wie lange das noch so weiter gehen kann. Es gibt auch eine Studie zu ~34% Grundimmunität durch andere Coronaviren. Wenn die in 2 Monaten 7% geschafft haben (das sind übrigens 700k Schweden, nur mal so), sind sie im November vielleicht schon über 60% (7+3*7+34) und es kann sich nie mehr eine 2. Welle überhaupt ausbreiten… Und wir haben jetzt 2% geschafft (da wir es abgewürgt haben, dann vielleicht 3%) und zittern vor dem Herbst, wenn wieder die normale Grippewelle dazu kommt. Ja prost. 😉
    Sämtliche Zahlen, insbesondere die hohe Todesrate muß in das Verhältnis gesetzt werden, und das bringen nur Antikörper-Tests. Da die nun in der Breite auch verfügbar sein sollten (wenn wir 5 mio pro Monat haben, was machen wir damit?), dann sollte es sehr große Vergleichsstudien in ein paar Monaten geben.
    Wenn es eben nicht stimmt, und die Durchseuchung doch geringer ist, weil sie nur in Stockholm so hoch ist, ist die “Rechnung” nicht so gut aufgegangen….

  8. Hallo,

    Super Podcast.

    Wenn man in die Vergangenheit schaut muss man sich doch fragen warum die Lage erst in Italien aus dem Ruder laufen musste bevor unsere Regierung und Bevölkerung den Virus ernst nehmen? Für euch scheint das Problem, höre heute, auch erst mit Italien zu starten. Ist es westliche Überheblichkeit das man die Bilder aus Wuhan ignoriert hat?
    Nach dem Bildern aus China hätten hier viel früher die Alarmglocken läuten und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Nicht in Form eines Lockdowns oder Einreisesperren da dieser nicht gerechtfertigt gewesen wären jedoch hätten Stichprobenartige Tests bei Personen mit Symptomen stattfinden müssen um so frühzeitig Krankheitsherde aufzudecken. Aber man scheute wohl kurzsichtiger weise die Kosten spekuliere ich mal.

    Wir hatten wie von euch glaube ich auch erwähnt einfach in erster linie nur Glück, dass der Ausbruch in München entdeckt und eingedämmt werden konnte.

    Erinnert mich etwas an die Atomkraft wo bei Tschernobyl nicht primär die Technik sondern das politische System schuld an dem Unglück war. Erst nach Fukushima kam man ins grübeln ob es nicht doch an der im Krisenfall unbeherschbaren Technik liegt das die Dinger in die Luft fliegen.

    Man war schnell dabei zu zeigen was alles in China schief gelaufen ist (kein Vorwurf an euch), hat daraus aber keine Konsequenzen für uns gezogen, da anscheinend auch hier das System und nicht primär der Virus die Probleme verursacht hat.
    Ich möchte ausdrücklich keine Werbung für die Einparteiendiktatur in China machen aber sicherlich würde es nicht schaden zu schauen was dort warum funktioniert hat und wenn es passt für uns zu übernehmen.
    In verschieben Medien und auch bei euch werden Maßnahmen der asiatische Staaten wie Korea oder Singapur, das im übrigen auch eine autoritäre Regierung hat, betrachtet, China aber auffällig ausgespart, obwohl vor einiger Zeit Katharin von Fernostwärts in UKW zu Gast war und die Ignoranz, der Blinde Fleck auch dort angesprochen wurde. Woran liegt das?

    Gruß

    Macht weiter aber besser 😉

    Michael

    • >dass der Ausbruch in München entdeckt und eingedämmt werden konnte.

      Da frag ich mich immer wieder: Wie soll man das sicher wissen, daß es geklappt hat? Es kann doch trotzdem ein entfernter Kontakt entwischt sein, den man damals eben nicht als Kontakt eingestuft hat.
      Wenn das mit Aerosolen wirklich stimmt (so ganz kann ich es nicht glauben, denn dann müßte es wesentlich schlimmer sein), daß das auch nach Stunden in der Luft noch meßbar ist (ansteckend sagt keiner genau), wäre doch auch in einer Kantine nach Stunden noch eine Ansteckung theoretisch denkbar. Ja, das kann man vielleicht wirklich als fast unmöglich ansehen, aber 100% sicher kann man sich doch nicht sein. Oder alle zukünftigen Taxifahrten des Tages, kriegt man da noch Daten raus, wer das war? Ich glaube nicht…
      Man hat sich viel Mühe gegeben, das will ich ja gar nicht in Abrede stellen, aber 100,0% sicher kann man sich eben nie sein.
      Wird aber immer behauptet.

      • Die Behauptung ‘Morgen früh geht die Sonne wieder auf’ würde jeder als 100% wahr betrachten, jeder würde diese Behauptung so formulieren, und niemand würde das in Zweifel ziehen. TROTZDEM ist es keine 100%ig wahre Behauptung.
        Es gibt keine absoluten Wahrheiten. Und wenn du irgendwelche Behauptungen von woher auch immer so interpretierst dann interpretierst du falsch.
        Wo wird denn das ‘immer’ behauptet?? Mensch… in der tube? im fratzenbuch?
        Nix für ungut, aber mit Verlaub, absolutistische Einschätzungen hinterfragen bitte

      • Hi,

        wenn man nicht alle Fälle in München gefunden hätte, hätten wir wohl, durch die unkontrollierte Verbreitung, italienische Verhältnisse bei uns gehabt. Auch lässt sich aufgrund der Mutationen des Virus dessen Verbreitungsweg ganz gut nachverfolgen. Die Fälle in NRW kommen wohl aus Italien, die die später in Bayern auftraten aus Österreich. Genaues kann ich hierzu aber nicht sagen.

        Drosten meinte im NDR Podcast das sich nur diejenigen in München angesteckt hatten die länger Kontakt im Workshop hatten und die wiederum teilweise ihre Familienmitglieder ansteckten.
        Bei Taxifahrern sowie Mitpassagieren im Flugzeug sei keine Ansteckung festgestellt worden.

        • Und Virus nachweisbar bedeutet nicht, dass er sich noch reproduzieren kann. Und wenn ich Kontakt zu einem Infizierten hatte bedeutet nicht, dass ich mich auf jeden Fall anstecke. Da spielen Wahrscheinlichkeiten immer eine Rolle. Aerosole vorhanden bedeutet also, dass die Möglichkeit einer Ansteckung vorhanden ist. Wie groß diese ist muss man untersuchen. Hypothetisch 1/100. Masken helfen die Ausbreitung der Aerosole zu verringern was die Möglichkeit der Ansteckung verringert auf Hypothetisch 1/1000.

  9. Ich hab den Verdacht, dass Pavel das ganze Außmaß der Bedingungen in den Schlachthöfen nicht mitbekommen hat. Die rumänischen Schlachter hat man nicht während des Lockdowns hier reingelassen. Die sind das ganze Jahr über hier.

    Die werden dann von ihren Subsubsub-Unternehmen irgendwo einquartiert, wo die Schlachter selbst 100 bis 200€ im Monat als Miete zahlen müssen. Wenn sie nicht sogar unter freien Himmel übernachten was es auch gibt.

    Wenn er also fragt was die sich dabei gedacht haben ist die Antwort einfach. Buisiness as usual. Warum was verändern, kost doch nur Geld?

    Die Woche ist in der Presse irgendwo einen Artikel an mir vorbeigeflogen, in dem die Geschwindigkeit verglichen wurde in der die Bundesländer ihre Fälle melden. Habs grad nochmal gegoogelt. War ein Artikel bei Heise von Andreas Stiller:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Corona-Reproduktionszahl-sensitiv-stabil-komplex-instantan-und-primitiv-4723857.html?seite=3
    Da unter Meldeverzug. Die Unterschiede sind erstaunlich.

  10. Hallo Ihr Zwei,

    auch von mir nochmal Danke für den tollen Podcast.

    Eine Anmerkung zu den heutigen Änderungen in der RKI-Datenbank in der Vergangenheit. Ich habe mit einem Arzt über Covid-19 Antikörpertests geredet. Er hat mich darauf hingewiesen, dass ein positives Ergebnis dem Gesundheitsamt gemeldet wird und dieses sich voraussichtlich bei dem Betroffenen meldet. Da werden dann sicher auch Krankheitsdaten abgefragt, die dann natürlich Wochen in der Vergangenheit liegen. Wenn die dann so in die Datenbank eingetragen werden, ergibt sich eine Veränderung in den vergangenen Daten. Ist vielleicht in den Daten zu sehen, welche Art Test (PCR oder Antikörper) benutzt wurde?

    Viele Grüße und macht weiter so!

  11. Hallo und vielen Dank für’s Corona Weekly – besonders an Pavel für seine akribische Arbeit mit den Daten.

    Ich würde mir noch eine csv-Download Möglichkeit der Tabelle wünschen, idealerweise historisiert über die bisher erfassten Tage 😉

    Momentan wird deutlich gelockert, Schulen, Kitas und Gastro öffnen wieder, immer mehr Menschen kommen in Kontakt mit anderen. Das spiegelt sich aber (noch) nicht in den Fallzahlen, die seit etlichen Tagen unter 1000/Tag liegen. Da scheint das warme trockene Wetter eine Rolle zu spielen. Wie prognostiziert ihr den Verlauf und die Lage zum Herbst/Winter?

    Viele Grüße und bitte weitermachen.
    Thomas

    • Naja, es ist schon so gut wie sicher, dass Weihnachtsmärkte und Silvesterpartys in den üblichen Locations nicht in diesem Jahr stattfinden werden (Quelle: Betreiber von diesen Veranstaltungen und Hinweise der jeweiligen Städte und Bezirksämter).
      Es wird wohl schon mit einer zweiten Welle gerechnet und wenn ich mir anschaue, wie die Menschen wieder in der Masse agieren, frage ich auch nicht, warum diese zweite Welle wohl kommen wird.

  12. Hi alle,

    Zu der Länderübergreifenden Covid-19 App Kommunikation ist mir noch eingefallen. Wie wäre es wenn mein Telefon an den beacon einen Länder oder mein Server ist präfix anhängt. Wenn das alle machen würden könnte ich wenn ich mich krank melde Furche meine lokale db durchsehen und zumindest sagen Schick mal meine keys auch an die Server der =! Mein Server Präfix Server. Sorry für die wirre Formulierung:-)

  13. Von der Roaming-Lösung die ihr vorschlugt (dann kriegt halt jeder Server alle Keys) komme ich auf die Frage, ob der Server eigentlich auch Keys mal ablaufen lässt. Wenn ich von maximal 14 Tagen ausgehe, die jemand rückwirkend als eventuell infektiös gewesen sein könnte, macht es aus meiner Sicht wenig Sinn, dessen Keys länger als nochmal 14 Tage zu melden. Apple und Google behalten die gesehen Tokens ja auch nur für eine begrenzte Zeit, von daher: Hat SAP im Konzept auch vorgesehen, dass Keys irgendwann nicht mehr herausgegeben werden sollen?

    PS: Ja, die Updates für iOS und Google Play Services sind wohl ziemlich zeitgleich am Mittwoch freigegeben worden.

  14. Hallo und vielen Dank für’s Corona Weekly – macht echt Spaß zu hören. Die Zahlen sind echt seltsam. Die Zahlen bei uns im Ortenaukreis sind nicht ganz stimmig. Auf der https://pavelmayer.de/covid/ Seite sind für den 22.05 1220 Fälle angegeben. Im Dashboard vom RKI sind es 1191 und in der offiziellen Mitteilung des Landkreises für den 22.05 sind es 1204. Ich dachte Pavel nutzt die aktuellen Daten vom RKI und nicht die Daten von nächster Woche 😉

    • Wie erläutert gibt es Diskrepanzen aus Meldungen, die länger als 7 Tage zurückliegen wenn sie beim RKI ankommen, da diese beim RKI dann in der Veröffentlichung wegfallen, von Pavel aber noch berücksichtigt werden (wenn sie nicht länger als 14 Tage zurückliegen).

      • Ich wage zu bezweifeln das es im Ortenaukreis in den letzten 7 Tagen über 1000 Neuinfektionen gab.
        Es geht also um die Gesamtzahlen und die sollten gleich sein.

        • Ja, sorry. Hatte Deinen Kommentar irgendwie falsch interpretiert. Da müsste mal Pavel was zu sagen. ich vermute mal, die 9 Fälle stehen in den NPGEO Daten einfach nicht drin, warum auch immer.

          • Kein Problem, bin übrigens nicht der Autor des Ursprungskommentars, hatte mich bloß eingemischt.

            Das Problem ist aber das Pavel von allen am MEISTEN Fälle hat. daher kommt denke ich auch der ironische Spruch des Ursprungskommentators mit den Daten der nächsten Woche.
            Pavel hat 29 Fälle mehr als das RKI, und 16 mehr als der Landkreis selbst vermeldet hat.
            Frage ist wo die herkommen.

    • Soweit ich das gesehen habe (einige male), sind die vom RKI in den Medien/Pressekonferenz veröff. Zahlen auch nicht mit den Zahlen aus deren Dashboard in Deckung.
      Also, ich bin ja wirklich ein Freund konsistenter Daten, kann also nachvollziehen, daß Du hier was monierst, aber wenn’s das RKI selbst auch schon nicht hin bekommt…

  15. Eine Ergänzung bzgl der Wichtigkeit die App bzw die Struktur dahiner international aufzustellen…
    Ich arbeite in einem Unternehmen welches
    a) Nah am tiefroten Heinsberg ansässig ist
    b) etwas 30% Mitarbeiter hat, welche täglich aus Belgien und den Niederlanden pendeln.
    Wenn es eine nationale Datensammlung bleibt, dann kann ich es mir eigentlich von Anfang an schenken – mach ich aber natürlich nicht. 30% meiner täglichen Kontakte fallen dann schon per se aus dem Raster.

  16. Schöner Podcast, danke dafür!

    Ein Verständnisproblem habe ich aber zu Pavels Risikoberechnung:
    Aus der Beschreibung auf der Webseite: “Als Fall in den letzten 7 Tagen gilt nun, wenn der Fall in den letzten 7 Tagen beim RKI eingegangen ist und in den letzten 14 Tagen beim Gesundheitsamt gemeldet wurde.” In RKI-Daten übersetzt lese ich daraus, dass die letzten 14 Tage aus der Spalte “Meldedatum” genutzt werden. Erwartet hätte ich aber eher die Verwendung von “Refdatum”, denn darin kann der Erkrankungsbeginn notiert sein, falls bekannt, und nur wenn dieser unbekannt ist steht dort das Meldedatum. Ein Abgleich der beiden Spalten zeigt auch dort das Problem mit weiteren Uraltdaten, die aber neu beim RKI reinkommen, d.h. es gibt Fälle mit relativ aktuellem Meldedatum und lange zurückliegendem Refdatum.

    Was mir allerdings bei den RKI-Daten auffiel: Bis zu ca. 10 Tage zurück ändern sich die Fallzahlen bei jeder Datenaktualisierung des RKI im zweistelligen Bereich. Daher frage ich mich, ehrlich gesagt, wie aussagekräftig Analysen zu aktuellen Zeiträumen tatsächlich sind.

    Und was ich absolut teile ist die Beschwerde zu der verfügbaren Datenqualität, wobei das aber offensichtlich schon bei den Gesundeitsämtern losgeht. Außerdem würde ich mir von jedem, der Coronadaten veröffentlich, eine Definition von “neuen Fällen” wie auf Pavels Webseite wünschen, denn das macht nach meinem Eindruck jeder anders, aber man kann nur sehr selten erkennen, wie.

  17. Hallo zusammen,

    bezüglich der Informationen, welche auf lokaler Ebene zur Verfügung stehen möchte ich den folgenden Hinweis beisteuern.
    Die Stadt Dortmund bietet in ihrem OpenData-Informationsportal https://opendata.dortmund.de/Informationsportal/ Covid-19 Daten vom Gesundheitsamt an (Suchwort: Corona).
    Beschreibung der enthaltenen Merkmale: https://opendata.dortmund.de/OpenDataConverter/download/Gesundheit/FB53-Coronafallzahlen.pdf
    Neben Visualisierungen stehen die Daten in den Formaten csv, json und xml zur Verfügung unter den folgenden Links:
    json: https://opendata.dortmund.de/OpenDataConverter/download/Gesundheit/FB53-Coronafallzahlen.json
    xml: https://opendata.dortmund.de/OpenDataConverter/download/Gesundheit/FB53-Coronafallzahlen.xml
    csv: https://opendata.dortmund.de/OpenDataConverter/download/Gesundheit/FB53-Coronafallzahlen.csv

  18. Dank an Pavel, fuer den CSV download.

    Eine Idee fuer ne weitere Spalte: Die Schaetzung in wieviel Tagen die Bundeslandschwelle (z.B. 50 Faelle) ueberschritten wird, angenommen der RwK bleibt genau gleich. Klar, dass das nur Sinn macht bei RwK >1

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