UKW028 Corona Weekly: Die Hamburg-Anomalie

Das wöchentliche Update zu Zahlen, Dunkelziffern und Digitalen Fragen in der Corona-Krise

Heute liegt der Schwerpunkt auf den Corona-Zahlen der letzten Woche mit besonderem Augenmerk auf die Frage der Meldeverzögerungen. Diese sind uns ja schon vor einiger Zeit aufgefallen, aber auf der Suche nach den Gründen hat Pavel seine Risiko-Tabelle jetzt um entsprechende statistische Auswertungen erweitert, die eine Perspektive auf die Situation in einzelnen Landkreisen ermöglicht. Hier fällt ein Landkreis besonders auf: Hamburg. Wir erklären, was die Zahlen berichten. Dazu ein paar Informationen, die aus einzelnen Studien herausfallen, was gegen COVID-19 vielleicht helfen könnte (Vitamin D) oder wie sich Ausbrüche vorhersagen lassen, indem man das Abwasser in den Wasserwerken testet. Zu den Tracing Apps lässt sich nicht viele Neues berichten, allerdings gab es mit der Öffentlichen Betaversion der Schweizer SwissCovid App die Gelegenheit, erstmals einen Eindruck von so einer App zu bekommen und testweise mal das Protokoll anzuschalten. Ansonsten dreht sich die Diskussion in Entwicklerkreisen weiter vor allem um das Roaming und Tim stellt die Ideen vor, die offenbar bei Google und Apple gerade vorangetrieben werden. Wir schließen mit einer Einschätzung über die mögliche Wirksamkeit des App-Einsatzes und was so im Herbst vielleicht auf uns zukommt.

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R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 28. Mai 2020 (Pavel Mayer)
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 28. Mai 2020 (Pavel Mayer)

42 Gedanken zu „UKW028 Corona Weekly: Die Hamburg-Anomalie

  1. Antikörpertests: hatte Mitte März heftige Erkältung, die nachträglich betrachtet Corona hätte sein können. Wollte das jetzt abklären lassen und bin zum Hausarzt. Kurze Aufklärung über Spezifität und Kosten (22€ für das externe Labor), 1 Ampulle aus der Armbeuge und nach zwei Tagen hatte ich das negative Ergebnis.

    Schade, wenn die gut überstandene Erkältung Corona gewesen wäre, dann hätte ich es jetzt hinter mir. Andrerseits gibt es immer mehr Berichte über lang anhaltende Nachwirkungen der Erkrankung an Corona – so gesehen bin ich natürlich froh es nicht gehabt zu haben und warte einfach weiter auf den Impfstoff.

  2. zur Meldeverzögerung: mein LK Böblingen weist im Mittel und Median 33 Tage auf, ich hab mal eine Anfrage ans Gesundheitsamt geschickt… aber die 33 Tage übersteigen ja sogar die Maxzeit von 1Monat, kann das sein?

    • Mir geht es ähnlich, ich komme aus dem Landkreis Lippe und da sieht alles dufte aus, wenig Risiko, wenig Infektionen, keine Toten seit Wochen…

      Aber die Meldeverzögerung liegt bei 21 Tagen. Da Frage ich mich wie nützlich/sinnvoll/wahr die angezeigten Daten überhaupt sind.

      • Ja das kann und muss man sich fragen. Wir schauen uns das Phänomen gerade noch genauer an (und mit noch nehr Rohdaten) und werden das in der nächsten Sendung noch mal genauer aufdröseln.

        Bisher bestätigt sich aber der erste Eindruck, dass es viele alte Fälle gibt, die erst nach vielen Wochen nachgereicht werden. Ggf. muss man den Trend hier noch über einen längeren Zeitraum tracken um eine Aussage über die aktuellen Zahlen machen zu können.

  3. Hallo zusammen, eine Möglichkeit, wie man eine Zwischenkategorie zwischen Landkreis und Bundesland ziehen könnte, ist vielleicht der ÖPNV-Verkehrsverbund. So könnten Cluster wie Städte + Vororte zusammengeführt werden und man hat einen regionalen Mittelpunkt.

    • Das wäre sicher interessant, aber regionale Zuordnung ist komplex. Beispielsweise sind Teile meines Landkreises Vororte einer Großstadt in einem anderen Bundesland, andere Kommunen sind eher ländlich geprägt und Teile davon orientieren (i.S.v. Pendler, der nächste Karstadt/IKEA/Mediamarkt) sich eher an der nächsten Großstadt, die aber in einem anderen Verkehrsverbund und noch hinter einem weiteren Landkreis liegt. Die Bevölkerung und die Fallzahlen ballen sich natürlich in den Vororten, aber auch in den ländlicheren Gegenden gibt es Orte, mit verhältnismäßig vielen Erkrankten (Altenheim). Am Ende ist das für das RKI aber nur ein einziger Datenpunkt und daher auch nur eine Zeile in Pavels großartiger Tabelle.

  4. Anti-Körper-Test kannst du in Berlin Mohrenstrasse hier machen lassen:
    https://www.openstreetmap.org/#map=19/52.51219/13.37974
    https://www.aerztehaus-mitte.de/
    Kostet 60€ und dauert etwa 20min. Auf dem Parkplatz in einem weißen Zelt.

    Aber das war zumind. vor einer noch nicht der hochzuverlässige Roche-Test, sondern noch ein anderer.
    Aber der Spahn hat ja groß mit Millionen Test (3mio in Mai, dann jeden Monat 5mio) getönt, den müßte man eigentlich an jeder Ecke angeboten bekommen…. selbst die Studien, die sie angekündigt haben (die ich gelesen habe), waren im Bereich von ~10.000 Leuten oder so… Was machen sie dann mit den 4,99 Mio anderen….

  5. Nochmal bezüglich R und Berlin.
    Da hat sich Berlin bzw das RKI nochmal richtig in die Nesseln gesetzt, weil sie wieder kurzzeitig Werte zusammengerechnet haben müssen.
    So wurde dann 1,1, dann 1,2 und 1,37 gemeldet (Samstag bis Montag/25.), gefolgt von 0,9 am Dienstag und 0,36 am Donnerstag. Sinnloser geht es nicht mehr.
    Wenn ich mir so die einzelnen Tageszahlen angucke, es war immer ~30 an Wochentagen und ~10 am Wochenende, haben sie wahrscheinlich wieder ein 3- oder 4-Tagefenster genutzt. Und wenn man die Zahlen vom Wochenende davor (~16./17.) durch die Zahlen der Himmelfahrtswoche (18./19.) teilt, kommen zuerst zu große Zahlen (die 1,37) und gefolgt vom Himmelfahrt und Brückentag bei dem Tages-R einen Tag später sensationell kleine Zahlen heraus. (weil die ~10/d durch die ~30/d geteilt werden) Das ist so sinnlos, daß die das scheinbar nicht mal gegenchecken, was sie da eigentlich in eine Pressemeldung gießen.
    Natürlich kann man das glätten, nowcasten, herumbügeln und Statistische Näherungen finden – aber sinnvoll ist das nicht.
    Wenn wir jetzt die nächsten Tage so weiter gucken, kommen wir irgendwann zu den Tagen wo es wieder katastrophale Rs geben wird, wenn die Himmelfahrt-10/d dann der Teiler ist und wir innerhalb der Woche wieder 20-30/d hatten. R ist wieder über 1, R ist jetzt 1,5 – die Welt geht unter, R ist jetzt 2,5!….
    Und ich dachte, das RKI hatte den Fön vor 2 Wochen schon endlich verstanden und kommt jetzt nur noch mit dem 7-Tage-R… aber scheinbar nicht für Berlin.

    Tagesaktuelle Rs können wir gerne wieder machen, wenn sichergestellt ist, daß zwischen Messung und Meldung nur 12h vergehen. Natürlich gönne ich den auch Wochenende, aber Montag abend müssen alle Meldungen des Wochenendes da sein, dann glättet man diese Zahlen auf Samstag und Sonntag (“nowcasting”). Wenn das aber bis Donnerstag (seit je her der Tag der meisten Meldungen innerhalb der Woche) so langsam eintröpfelt, kann man das nicht sinnvoll verarbeiten…

    Noch ein paar Fragen an Pavel, denn die Tabelle ist wirklich sehr sehr schön.
    – Rechnest du die Bundesländer selber zusammen, oder gibt es da getrennte Statistik? Gerade jetzt bei wenigen Fällen fällt da nämlich was auf. Bei MeckPom steht 0 in den letzten 7 Tagen, es gibt aber einen Landkreis mit 1 (MeckSeenplatte), das sieht man auch in der offiziellen RKI-Karte, daß alles weiß ist außer der eine Landkreis. Wenn du selber rechnest, hast du einen OffbyOne-Fehler, ansonsten das RKI. 😉
    – Bei 0 letzte Woche und 0 vorletzte Woche würde ich keinen RwK von 1 (gelb) angeben, auch wenn das mathematisch natürlich korrekt ist.
    – Bei RwK gibt es (Sortierung) supergrün 0,30 und eine weiße 0,30. 0,31 ist dann normal grün. (atm Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, aber kann ja morgen anders sein) Worin unterscheiden die 0,30 sich?
    – Bei Bundeslandsuche “Sachsen” kommt natürlich leider Sachsen-Anhalt mit dazu. Da wird das implizite Wildcard * leider zum Verhängnis.
    – Wie wäre es mit Supergrün für letzte Meldung / letzte Zählung ab einen bestimmten Punkt? 😉 Cottbus -46 – nicht schlecht! Dann könnte man hier die angesprochenen Thüringen-Landkreise, was eben nicht die Hälfte ist, von der Ramelow sprach, sofort sehen.
    – Die Meldeverzögerungen sehen mir (sortiert) bei einigen falsch aus. Mittelwert 51,9 im Ostalbkreis? Median 61? Melden die durchschnittlich EndeMärz-Werte jetzt? Da es ein Landkreis mit sehr hohen Gesamtzahlen ist, glaube ich das nicht. Da sind in der Liste sicher invalide Daten drin. Und solche hohen Zahlen wurden nicht im Podcast angesprochen, ich denke da ist zwischen Aufnahme und jetzt was passiert.

    Danke auf jeden Fall nochmal.

  6. Zum Antikörpertest gab es kürzlich einen Beitrag auf irgendeinen Kanal im öffentlich rechtlichen Fernsehen.
    Einen Link kann ich hier leider nicht anbieten.

    Zusammenfassend wurde dort berichtet, dass ein solcher Test aufgrund der Unzuverlässigkeit für das Individuum keine große Aussagekraft besitzt.

    Ursächlich seien hierfür falsch positive Testergebnisse, die vermutlich auf Infektionen mit anderen Coronaviren herrühren könnten.
    Da wir jedoch noch keine große Durchseuchung mit Sars -Cov 2 in Deutschland erreicht haben (ein Glück!), ist die Wahrscheinlich für die einzelne Person ein falsches Ergebnis im Falle der positiv Testung zu haben relativ hoch. Aussagekräftig wäre demnach nur das negative Testergebnis, dass dann eben bestätigt noch nicht erkrankt gewesen zu sein.
    Breit angelegte Untersuchungen von Blutproben sind dann hier für die Epidemiologen noch interessant, die so ein Bild darüber gewinnen können, wie hoch die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle tatsächlich hierzulande ist.

  7. Zum Virus im Abwasser gab’s z.B. bei Einstein (SRF) auch schon einen Beitrag, https://www.youtube.com/watch?v=iOs_Y0Hvrjc

    In der Sendung wird auch die Studie “Arbeitsalltag in Corona-Zeiten” der Arbeits- und Organisationspsychologie der Uni Zürich vorgestellt. Besonders im Fokus ist dabei natürlich auch das Home Office. Sie haben wohl zumindest einige hundert Teilnehmer:innen zusammenbekommen, die am Ende jeder Woche einen Fragebogen zu ihrerm (Arbeits-)Leben ausfüllen – ich bin einer davon 😉
    https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/sob/aopsy/arbeitsalltag-in-corona-zeiten.html

    Ich find’ Pavels und Tims Erörterungen zum Thema echt gut. Danke für eure Arbeit hier! UKW ist einer meiner top Informationsquellen zu Corona. Neben einer allgemeinen Presseschau noch den Drosten/NDR-Podcast dazu und man ist schon sehr gut abgedeckt.
    Mir fehlt leider noch eine ebenso gute und am besten regelmäßige Quelle zur sozialen Dimension der aktuellen Krise und was sich evtl. langfristig verändern könnte. Kann jemand eine solche Quelle, in der Themen wie die der Studie oben in einer überdurchschnittlichen Tiefe qualifiziert behandelt werden? Also: Wie geht’s uns Menschen so? Wie sieht’s mit unseren Beziehungen und im Familienleben aus? Was wissen wir schon über Effekte in der Arbeitswelt (siehe Studie oben)? Ich vermute nur, dass wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen, wenn dann mit etwas mehr Verzögerung kommen als bspw. in Technologie oder Medizin.

    (Einen Empfehlung zu einem ordentlichen Wirtschaftspodcast mit Schwerpunkt auf Corona würde mich auch freuen, ist mir aber weniger wichtig 😉 Ich habe den Eindruck, dass fast alle der “großen” Wirtschaftsköpfe zumindest für Deutschland noch daran glauben, dass die Corona-Monate keine langfristigen Spuren hinterlassen werden. Für’s Bruttosozialprodukt kann ich mir das sogar vorstellen, aber nicht für den Arbeitsmarkt oder die Arbeit und Einrichtungen im Kulturbereich.)

  8. Thema Hamburg:

    * Hamburg hat am 12.Mai 180[1][2] (und am 16. Mai nochmal 24[3]) Nachmeldungen (oder “Neuvalidierungen”) gehabt.
    * Pavel’s Daten listen Hamburg (Stand 30.5.) mit 5147 Fällen, das RKI mit 5082 und Hamburg offiziell[4] mit 5081.
    * Die Risklayer Daten, die man zB bei der Mopo rückwirkend sehen kann[5], zeigen diese Nachmeldungen nicht.
    * Die Risklayer Zahlen sagen auch, dass Hamburg am 29.4. 4724 Fälle hatte, was nur ~360 Fälle seitdem bedeuten würde und nicht 591 – und damit wären 40% der Werte, die in die Meldeverzugsberechnung eingerechnet sind, Fakes. Das alleine könnte den massiv erhöhten Median also schon fast erklären.

    Für mich sieht das so aus, als ob das Hamburger Gesundheitsamt eine “kreative” Pflege des Datenstandes betrieben hat, der Pavel’s Postprocessing irgendwie austrickst und deshalb für doppelte Datensätze sorgt, die dann diese zu langen Meldedaten haben.
    Keine Ahnung was, ich hab mir die Rohdaten nicht angesehen. Aber falls Pavel da mal draufgucken möchte, seien das meine Infos zu dem Thema.

    1: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Hamburg
    2: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-05-12-de.pdf?__blob=publicationFile (Anmerkung auf Seite 2)
    3: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Ticker-Die-Lage-im-Norden,coronaliveticker264.html
    4: https://www.hamburg.de/corona-zahlen
    5: https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

  9. Eine Deutschlandkarte mit den eingefärbten Kreisen nach Risikowert wäre sicherlich eine interressante Geschichte.

    Wirklich eine schöne Tabelle freue mich auf die Graphen.

  10. Zum Thema SwissCovid-App, der Testlauf ist nur beschränkt öffentlich.

    Zitat BAG: “Die Nutzung dieser App ist zur Zeit nur für die folgenden Gruppen, die vom BAG zum Pilot eingeladen wurden, vorgesehen und gestattet: Angehörige der Schweizer Armee im Ausbildungs-, Assistenz- und Aktivdienst, Mitarbeitende von Hochschulen, Mitarbeitende von Spitälern und Kliniken, Mitarbeitende von kantonalen Verwaltungen und der Bundesverwaltung, Mitglieder von Vereinigungen, die Beiträge an die Qualitätsverbesserung des Systems leisten wollen.

    Die Pilotphase wird mit produktiven Systemen durchgeführt und beinhaltet echte Daten. Kantonsärzte dürfen im Falle eines positiven COVID-19-Tests den nicht zugelassenen Nutzern keinen CovidCode für die Benachrichtigung aus der App generieren. Angriffe («Penetration Tests») auf das System ausserhalb des abgegrenzten Public Security Tests sind Angriffe auf das produktive System und somit illegal.”

    https://www.watson.ch/digital/schweiz/230112345-swisscovid-app-bund-betont-dass-testversion-nicht-fuer-alle-sei

  11. Antikörper-Tests sind momentan ziemlich mit Vorsicht zu geniessen, da einerseits die Qualität sehr unterschiedlich ist (siehe unten) und andererseits die Interpretation auch problematisch sein kann.
    Denn was macht man mit einem positiven Test? Hoffentlich ist die Spezifität 100% (wurden genau SARS-CoV-2-Antikörper gemessen und kein artverwandter Virus?). Und dann wie weiter? Besteht jetzt wirklich Immunität und wenn ja wie lange? Kann ich jetzt alle Schutzmaßnahmen bleiben lassen? Welche gesellschaftlichen Implikationen ergeben sich hier raus (wurde im Podcast ja auch schon diskutiert)?.

    Eine gute Übersicht über zur Zeit am Markt vorhandene Antikörper-Tests gibt der Arzneimittelbrief hier
    https://der-arzneimittelbrief.de/de/textdateiupload/2020,54,41_853.pdf.
    Der Arzneimittelbrief kommentiert kritisch unter Anwendung der Vorgaben der Evidence Based Medicine und ist eine lesenswerte Quelle (allerdings vor allem für Fachkreise).

  12. Moin und erstmal vielen Dank, dass ihr beide euch so eifrig mit den Zahlen auseinandersetzt!

    Ich bin fleißiger Nutzer von Pavel’s Tabelle.

    Ich haeb als kleinen Traum, dass die Filterfunktion nicht case-sensitive wäre. Intuitiv sollten “Aachen” und “aachen” zum gleichen Filterergebnis führen. Stimmt, ich muss mir das irgendwie mal anders angewöhnen.

    Aber wenn noch Zeit da ist, tut euch keinen Zwang an 😀

    Beste Grüße aus der Euregio!

  13. Moin
    Ich hab auch mal ein wenig mit den RKI Daten, bzw. der API rumgespielt und am Samstag eine kleine Seite geschrieben um die Daten grafisch ein wenig aufzubereiten.
    http://oliver-scheuch.de/covid.html
    http://oliver-scheuch.de/covid_bl.html
    Man kann Daten filtern, mehrere Landkreise oder Bundesländer kumulieren. Nix besonderes, aber vielleicht kann ja jemand was damit anfangen.
    Nicht meckern, meine letze Frontendentwicklung liegt fast zwei Jahrzehnte zurück 🙂

    • Ah, noch ein Oliver, heheh.
      Hier ist der andere Oliver (hatte schon einige male auf UKW kommentiert bzw. gerantet).

      Habe vorhin mit RKI telefoniert. Die suchen tatsächlich mal Informatiker (Stellenausschreibung), bisher haben die da nur seltsame andere Jobs ausgeschrieben.
      Ergebnis des Telefonats – wie ich’s mir schon dachte: alles Windows-verseucht dort.
      Kein Wunder, daß die ihre Datenpipelines nicht auf die Reihe bekommen. Und die eigentliche Auswerte-SW-Entwicklung geht ohnehin bisher an externe Firmen. Auch Windows da alles. Linux als Arbeitsplatzrechner? Nur, wenn notwendig. (Also übersetzt: quasi nie.)

      Mich würde nicht wundern, wenn “Auswertungs-Software” dort synonym zu “großes, historisch gewachsenes Excel-Makro” benutzt wird.

      OK, nicht mein Job.

    • Ich hab das mal um eine Grafik erweitert, die zeigt, wie die prozentuale Verteilung der aktuell Infizierten ist. Dies ist vielleicht im Hinblick auf die geplanten Lockerungen der Schul- und Kitasituation ganz spannend. Für Niedersachsen ( http://oliver-scheuch.de/covid_bl.html?Niedersachsen ) sieht man da jetzt schon einen signifikanten prozentualen Anstieg und wie sinnvoll die Schulschließeungen in Göttingen sind, sieht man daran, dass für den LK Göttingen mittlerweile fast jeder dritte Infizierte unter 15 ist! http://oliver-scheuch.de/covid.html?LK%20Göttingen
      Ciao Oli

  14. Mal wieder gute und interessante Daten. Vielen Dank für die Mühe und Arbeit.
    Bei Tim seiner Attentäter Theorie musste ich dann aber doch ausschalten . Der Attentäter tötet eben jeden, das Virus nicht. Deshalb ist es umso wichtiger das sowohl diese Gruppe der Gefährdeten als auch die Besucher und Personal die App (eigentlich verpflichtend) nutzen. Wir wissen ja aus Schweden das dort das Virus überwiegend in Pflegeheimen wütet.

    Weiter so und Gruß
    Christian

  15. Vielen Dank für die wöchentliche Information zu Covid-19. Etwas irritiert bin ich allerdings regelmäßig, wie ihr Euch die Arbeit in den Gesundheitsämtern so vorstellt :-). Habt Ihr mal versucht, Gesprächspartner direkt aus den Ämtern zu bekommen?

    Dass in bestimmten Ecken noch ausschließlich mit Excel gearbeit wird, ist sicher nicht auszuschließen. Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen die Gesundheitsämter schon basierend auf geltenden Gesetzen zu einer Fachsoftware verpflichtet sind. Z.B. würden sich die EU-weiten Anforderungen im Bereich der Trinkwasserüberwachung sicher nicht mit Excel erfüllen lassen. Auch im Infektionsschutz ist zumindest ab den Gesundheitsämtern der elektronischen Meldeweg bis zum RKI vorgeschrieben. Auf der Webseite des RKI findet man dazu auch einiges an Informationen. Im Rahmen des DEMIS-Projektes [1] (das wäre auch mal ein interessantes Thema für einen ausführlichen Podcast) findet man unterschiedliche Dokumente unter anderem einen Bericht in der Zeitschrift “Hygieneinspektor” [2] aus dem ersichtlich ist, dass alle Gesundheitsämter bereits 2014 unterschiedlichen Softwareprodukte für die Infektionsschutzmeldungen eingesetzt haben. Die konkrete Ausstattung mag sich sicher seit dem verschoben haben aber vermutlich nicht zurück zu Excel.

    Eines der verwendeten Produkte ist SurvNet. Hier betätigt sich das RKI etwas abseits seiner Kernaufgaben als Softwareanbieter und hat eine eigene Lösung entwickelt, die für die Gesundheitsämter kostenlos nutzbar ist. Den Download findet man auch auf den Seiten des RKI [3]. Da für die Installation allerdings ein MS SQL Server notwendig ist, habe ich nicht probiert, ob die verfügbaren Dateien ausreichen, um mal in die Software reinzuschauen. Dafür ist aber ein PDF mit dem Anwenderhandbuch verfügbar, das Einblick in die Software gibt. Das Handbuch scheint allerdings noch nicht auf dem aktuellen Stand zu sein, da das Kapitel zur neuen Fallkategorie Covid-19 noch fehlt. Aber man bekommt einen Einblick in die Arbeitsweise der Ämter.

    Diese ganzen Softwareprodukte werden, wie alle Werkzeuge, so geschaffen sein, dass damit die üblichen Aufgaben des Amtes abgebildet werden können. Da das Erfassen und Verfolgen von größeren Mengen an Kontaktpersonen und Fällen über Wochen bisher nicht dazugehört hat, werden die Produkte das nur mehr oder weniger gut abbilden können. Dass die Kontaktpersonen sich täglich selber melden, war vermutlich bisher überhaupt nicht nötig. Somit wird man aus der Not in diesem Fall teilweise auf Excel zurückgefallen sein, um es später in Ruhe in der Software nachzutragen.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass das RKI die neue Covid-19-Fallkategorie erst Mitte Februar veröffentlich hat (zumindest ist das der älteste Stand, den ich finden konnte). Die Umsetzung in Software wird erst danach geschehen sein und das geht auch nicht von heute auf morgen. In welchem Umfang die Fälle ans RKI gehen, konnte ich der Doku nicht entnehmen. Sicher ist zumindest laut Infektionsschutzgesetz, dass die Übermittlung ohne den Namen erfolgt. Zumindest nach IfSG §11 [4] sind Symptome da nicht mit dabei. Ggf. ist das durch weitere Verordnungen geregelt.

    Zum Detailgrad der veröffentlichten Daten des RKI zu Covid-19:
    In gewisser Weise kann ich verstehen, dass die Fälle lediglich mit wenigen Kerndaten veröffentlicht werden. Das RKI ist zu dieser Veröffentlichung sicher nicht verpflichtet und im Zweifel hat da einfach mal jemand etwas gebastelt und gefragt, ob man das rausgeben darf. Aufgrund der besonderen Schutzwürdigkeit von Gesundheitsdaten wird man da eher weniger als zu viel rausgeben. Durch die teilweise sehr geringen Fallzahlen pro Landkreis ist ein einzelner Fall nur anonym innerhalb einer recht kleinen Gruppe. Wenn ich also einen Fall persönlich kenne, ist die Möglichkeit gegeben, dass ich diesen in den Daten wiederfinde. Gerade bei Gesundheitsdaten würde ich da nicht sehr laut nach noch mehr Informationen schreien. Meine persönlichen Symptome möchte ich da ganz sicher nicht wiederfinden. Die Gruppierung von gleichartigen Fällen aufzuheben und die ID der Fälle jeden Tag mit auszugeben, sehe ich aber unkritisch und es würde Pavel und anderen viel Arbeit ersparen das nachträglich wieder zu verbinden.

    Insgesamt sind auch das alles Spekulationen von außen. Korrekturen könnte dann nur jemand aus einem Gesundheitsamt oder jemand vom RKI liefern.

    Weiterhin fröhliches Basteln mit den Zahlen und Podcasten.

    [1]https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/DEMIS/DEMIS_node.html
    [2]https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/2007/20teFClzrKjE.pdf
    [3]https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Software/software_inhalt.html
    [4]http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__11.html

    • Also, wenn ich “Softwareprodukte” lese, erübrigt sich ja bereits jede weitere Frage. 😛
      Wenn dann noch tonnenweise Entschuldigungs-Tiraden für’s RKI (und den Einsatz von Excel) kommen, wird es nicht besser.
      Ich würde das RKI ja gerne loben, wie ich jeden gerne loben würde für tolle Arbeit – nur: dazu fehlt mir die notwendige Evidenz. Und die sehe ich hier in Deinem langen Kommentar auch nicht nachgereicht.

      Die RKI-ler sind sicherlich gut ausgebildet und machen ganz tolle Analysen. Nur wenn die Daten dafür nicht vorhanden sind – oder vorhanden sind aber aufgrund rechtlicher Verzwickungen (PPP) nicht verfügbar sind – und irgendwelchen “Intellectual Property”-Hoheitsansprüchen und Dienstleistungsverträgen unterliegen etc., dann ist das ganze für die Katz!

      (Nein, nix gegen Katzen! Geht aber eh alles eher vor die Hunde!)

  16. Mal zweieinhalb Anmerkungen zum Roaming:
    Also ich weiß jetzt nicht wie oft wie Warn-App die infizierten-Beacons abrufen wird, aber ich glaube sie täte sich keinen Abbruch einfach 1-2 Mal am Tag sämtliche Server aller Länder, die so eine dezentrale (oder sonst wie kompatible) App und entsprechende Server betreiben abzurufen. Wie viele Länder gibt es? Rund 200. 200 requests macht ein Gerät auch, wenn es einen durchschnittlichen Spiegel-Artikel aufruft, also nichts abgefahrenes. Und die Datenmenge halte ich spontan jetzt auch für handhabbar (weiß ich nicht genau, ich habe es nicht ausgerechnet).
    Und für die Serverseite gilt das im Grunde doch ähnliches: täglich 1-2 requests von allen Benutzern weltweit ist meiner Meinung nach zu stemmen.

    So einen Roaming-Server kann man natürlich trotzdem aufstellen, also ich meine jeder könnte das oder? Die Beacons werden schließlich veröffentlicht, es sind öffentliche Daten, jeder kann die abrufen und aggregieren oder?
    Und das gilt im Übrigen auch für die nationalen Server, meiner Meinung nach braucht es keine Abkommen und man muss dann Daten irgendwo hin schieben und da tritt dann ein Datenschutzproblem auf, weil die Länder dann quasi Preis gäben wie viel positive Tests sie gerade so haben. Nee man kann sich diese Daten doch einfach pullen, ohne Abkommen. So ist das eben wenn etwas “öffentlich” ist. Ich brauche ja auch keine Genehmigung vom Auswärtigen Amt, wenn ich einen Artikel in der Washington Post lesen will.

    Und noch zu meinem ganz persönlichen Problem: ich würde diese App wirklich gerne benutzen, weil ich sie für sinnvoll halte und auch das Gefühl habe da wurde sehr viel richtig gemacht.
    Alle meine Kollegen haben in ihren Android-Einstellungen inzwischen einen Menüpunkt, wo man die Bluetooth-Beacons ein- und ausschalten kann, ich nicht. Und ich glaube dass liegt daran, dass ich alle Google-Services, die man nur entfernen oder deaktivieren kann entfernt oder deaktiviert habe. Ich bekomme trotzdem noch Betriebssystem-Updates (zuletzt allerdings im Oktober Hmmm), aber eben nicht diese Funktion.
    Außerdem haben Telekom und SAP gesagt man bräuchte die Play-Services zum Betrieb und damit bin ich dann leider raus. Sie haben in dem entsprechenden issue aber auch geschrieben, dass für uns 0,1% der Benutzer ohne Playsservices oder iOS die App auch nicht funktionieren muss (ich nehme an, das bezieht sich auf das Konzept der Herdenimmunität) aber ich kann nur hoffen, dass es wirklich überhaupt gar keinen Zwang zu dieser App gibt.

  17. Hi ihrs, hier ein Link mit Arztpraxen, wo ihr bundesweit relativ einfach sowohl PCR- als auch Antikörpertests durchführen lassen könnt:

    http://www.virusdoc.de

    Einfach Eure PLZ eingeben, in einer Praxis eurer Wahl anrufen und am nächsten Tag oder zeitnah einen Termin ausmachen. Wenn ihr angebt, Symptome zu haben oder Kontakt zu einer Person gehabt zu haben, die positiv getestet wurde, sind die Tests kostenlos. Von meinen friendz waren jetzt einige bei der Praxis am Moritzplatz und haben alle gute Erfahrungen gemacht. Ergebnis vom PCR-Test kam jeweils am nächsten Tag, AK-Test hat 1 Woche gedauert. Wer angegeben hat, keine Symptome zu haben, musste in verschiedenen Praxen in B ca. 70€/Test zahlen.

    Speziell Antikörpertest: Der ELISA-Test (also Blutprobe einschicken und dann kommt das Ergebnis in wenigen Tagen) kostet im Labor 10€ (wenn du es selbst zahlst/Privatpatient*in, kostet es 15€). Die Leistung der Arztpraxis kommt dann noch dazu. Als Beispiel hier ein Labor: https://www.laborkrone.de/ab-sofort-fuehren-wir-die-diagnostik-zum-nachweis-des-neuen-coronavirus-sars-cov-2-durch/
    Genauere Informationen zu Antikörper-Tests könnt ihr da auch als PDF herunterladen, inkl. Gebühren.
    Ich arbeite als Hebamme und hab da selbst Blutproben eingeschickt, die Ergebnisse kamen innerhalb von 3 Tagen per Post. Leider waren wir alle negativ. Aber gut. Trotzdem gut zu wissen.
    @Tim, wenn du mehr Infos brauchst, kannst du dich auch direkt bei mir melden.

  18. Damit Pavel durch die schwedischen Zahlen nicht weiter verwirrt wird, anbei mal die R-Schätzungen der schwedischen Gesundheitsbehörde folkhälsomyndigheten (leider ein hässlicher Plot und keine csv Option um selbst einen besseren Plot zu erzeugen):
    https://www.folkhalsomyndigheten.se/contentassets/4b4dd8c7e15d48d2be744248794d1438/riket-skattning-av-effektiva-reproduktionsnumret-2020-05-28.pdf

    Wie schon in einem früheren Kommentar erwähnt, enthält der Artikel auch Verweise auf die verwendete Methode von Churches et al.

  19. Örch. Vor ein paar Jahren hatte ich Herrn Pritlove nicht nehr hören wollen, als er mal so unangenehm über Bremen vom Leder gezogen hatte. Jetzt dachte ich mir, hör’ doch mal wieder rein und zack! …wird über “Brehm” gelästert. Mensch, was hat die kleine linke Stadt Ihnen so Schlimmes angetan?

    Aber ich gehe nicht wieder weg und bleibe erstmal und höre weiter zu…

    • Was habe ich denn so schlimmes zu Bremen gesagt? Im Transkript finde ich nichts diesbezüglich. Und was ich vor Jahren mal dazu gesagt haben könnte erschließt sich mir auch nicht, ich habe eigentlich gar keine richtige Meinung zu Bremen. Dafür kenne ich das viel zu wenig.

      • Ich will nicht übertreiben: “Man könne es ja als Bundesland auflösen und Niedersachsen zuschlagen” beispielsweise. Das würde reichen, um hier mit Fackeln und Mistgabeln in die Weser gejagt zu werden. 😉

        Als es früher wirtschaftlich besser ging, war Bremen im Länderfinanzausgleich Geberland und hatte noch die strukturell schlechter gestellten agrarischen Flächenländer wie Bayern mit zu unterstützen. Das ist aber so an die 40 ~ 50 Jahre her und irgendwie leider kein Thema mehr. Derselbe Länderfinanzausgleich schützt “Brehm” jetzt aber vor sowas wie einer Fusion mit Niedersachsen, denn dann hätte Hannover auch gleich die Miesen mit an den Hacken und das wollen die dann doch wieder nicht. 🙂

        • Naja, ich habe nicht gesagt, dass Bremen aufgelöst werden soll, sondern nur gesagt, dass man die Zahlen hier mit Niedersachsen gemeinsam betrachten soll. Und dass das die Bremer schon so nicht gerne hören werden, haben wir ja auch gleich dazu gesagt 🙂

          • Stimmt auch wieder. 🙂

            HB und NDS coronamäßig zusammenzulegen… – na, ich weiß ja nicht. In dem Fall würden die Bremer die Superspreaderevents in Göttingen und Leer (wovon btw auch die Papenburger Meyerwerft betroffen sein soll) mit auf dem Konto haben, oder? Dann auch Hamburg mit NDS und SH?

  20. Ich bin eben zufällig auf diese Diskussion gestoßen. Eigentlich hatte ich etwas anderes im Kontext Corona gesucht, aber Google hatte mir den Titel „Die Hamburg-Anomalie“ in der Trefferliste angezeigt und da wurde ich neugierig. Ich selber bin an zentraler Stelle in der Hamburger Verwaltung tätig und kenne mich mit den Corona-Prozessen der Hamburger Gesundheitsämter, den verwendeten IT-Verfahren, den Meldeprozessen an das RKI, den Corona-Fallzahlen usw. aus. Ich kann daher aufklären, warum Hamburg laut der zitierten Tabelle angeblich eine Meldeverzögerung von mehr als 20 Tagen hat: dies liegt einerseits an „Fake News“ und andererseits daran, dass man nur der Statistik trauen sollte, die man selber gefälscht hat…..
    Ich habe nicht versucht nachzuvollziehen, wie die angebliche Meldeverzögerung in Hamburg von mehr als 20 Tagen berechnet wurde. Fakt ist jedenfalls, dass abgesehen von kleineren Verzögerungen am Anfang des Corona-Ausbruchs die sieben Hamburger Gesundheitsämter am Abend jedes Tages die positiven Testergebnisse, die von den Laboren an dem Tag geschickt wurden, in das IT-Verfahren eingetragen haben und auf der Basis zentral von der Fachbehörde die täglichen Fallzahlen an das RKI übermittelt werden. Daher beträgt die reale Meldeverzögerung der Hamburger Gesundheitsämter Null bis zwei Tage. Ausnahme war das Pfingstwochenende, an dem eine neue Softwareversion eingespielt wurde und das IT-Verfahren daher nicht zur Verfügung stand.
    Dass in Hamburg eine „kreative Pflege des Datenstandes“ (Zitat eines anderen Beitrags) stattfindet, ist meines Erachtens „Blödsinn“. Welche Fälle an das RKI übermittelt werden und welche nicht, ist genau definiert und wird von einer Vielzahl von Kriterien des Falles bestimmt. Die in Hamburg verwendeten IT-Verfahren plausibilisieren diese bei der Fallbearbeitung und Fallübermittlung. „Fall muss an das RKI übermittelt werden“ ist nicht eine einzelne Checkbox, sondern hängt von mehreren Kriterien / Parametern des Falles (meiner Erinnerung nach insgesamt bis zu 23) ab. Es kann nachträglich Erkenntnisse zu einem Fall geben, die nachträglich zu einer anderen Bewertung bzgl. der Übermittlung an das RKI führen. All dieses Faktoren müssen Auswertungen aus den Datenbeständen berücksichtigen.
    Im Übrigen gibt es in Hamburg sieben Bezirksämter und daher sieben (!) Gesundheitsämter. Wieso in der Tabelle für Berlin (korrekt) zwölf Gesundheitsämter einzeln aufgeführt wird, für Hamburg aber (fälschlicherweise) nur ein einziges, erschließt sich mir nicht – ist aber möglicherweise eine Ursache für die falschen Ergebnisse in der zitierten Tabelle.
    Fazit: erst einmal die Fakten checken, bevor man irgendwelche „Fake News“ in die Welt setzt.

  21. Ich wohne im Süden des Kreises Kleve und wundere mich nicht über das Ranking. Grade hier im Südkreis gibt es einen hohen Anteil an Saisonarbeitern die nicht selten in mE unwürdigen Unterkünften untergebracht sind. Hinzu kommt, dass es bei uns im Ort eine Leiharbeiterfirma gibt, die im Ort Häuser/Wohnungen kauft und die Unterkünfte an ihre “Angestellten” vermietet. So kommt es, dass in manchen Wohneinheiten statt “normalen” vier bis fünf BewohnerInnen bis zu 15-20 Menschen leben.

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