UKW029 Corona Weekly: Neuer Fall nur Gestern

Das wöchentliche Update zu Zahlen, Dunkelziffern und Digitalen Fragen in der Corona-Krise

Nach einer kleinen Verschnaufpause schauen wir ein weiteres Mal auf die Entwicklung der Fallzahlen in der Coronakrise in Deutschland und gehen auch noch einmal etwas genauer auf die in der letzten Sendung entdeckten Anomalien in den Meldungen der Hamburger Gesundheitsämter ein. Eine genauere Analyse der veröffentlichten Meldedaten bestätigt dabei den Eindruck, dass hier durch eine erhebliche Zahl von sehr spät erfassten Fällen die Meldezahlen teilweise deutlich verzerrt werden. Wir fragen uns weiterhin, was hier der Grund für sein könnte.

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Shownotes:
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 8. Juni 2020 (Pavel Mayer)

14 Gedanken zu „UKW029 Corona Weekly: Neuer Fall nur Gestern

  1. Super, freue mich sehr über die neue Folge! Ich gönne euch die Pause, aber würde es großartig finden, wenn euer Podcast weiterhin wöchentlich erscheint.

  2. letztes oder vorletztes Wochenende gab es einen Fehler bei der Datenübermittlung aus Baden-Württemberg, wo zuwenig Gesamtfälle an das RKI gemeldet wurden (das wurde auf der Webseite des RKI angemerkt). Dabei war nicht direkt bekannt, welche Fälle fehlten. Das legt aus meiner Sicht den Schluss nahe, dass nicht das RKI die Daten extra kompliziert macht, sondern jeden Tag aus jedem Bundesland/Gesundheitsamt die gesamten Fälle erhält und diese dann in die Schnittstelle weiterreicht. Wie seht ihr das?

  3. Naja, selbst die Zahl der offiziell an Corona verstorbenen Toten sind leider nicht richtig vergleichbar. Bei Belgien hab ich die Details leider vergessen, aber die liegt beispielsweise so hoch, weil sie eine Zeit lang auch ungetestete dazugezählt haben. Von Russland liest man eine erstaunliche hohe Zahl von an Lungenentzündung Verstorbenen, die aber nicht zu den Coronatoten gezählt werden. Das sind nur die beiden Extreme, die mir spontan einfielen.

    Bei Fußball die Anreise nicht vergessen. Im Stadion ist zwar draußen, aber auf dem Weg hin und zurück in Bus und Bahn ist ja drinnen.

  4. Hallo ihr Zwei.
    Zur Tracing APP. Da ihr auch mal von der 60% nötigen Nutzungsquote spracht. Ich weiß nicht ob ihr es mitbekommen habt, Heise vermeldet das sich die Autoren der Studie zu Wort meldeten und sich falsch verstanden sehen. https://www.heise.de/hintergrund/Coronavirus-Apps-Weniger-als-60-Akzeptanz-reichen-fuer-effektiven-Einsatz-4777525.html

    Dies taucht leider bisher nicht groß in den Medien auf.

    Weiterhin, Huawei baut seine Covid-API: https://www.golem.de/news/corona-app-huawei-liefert-eigene-bluetooth-schnittstelle-aus-2006-148981.html

    Macht weiter so. Auch gern wieder wöchentlich.

    Gruß

  5. Nachdem ich nun
    https://corona-tracing.cryptool.org/
    “durchgespielt” habe mit Alice und Bob und Charlie, fällt mir auf, daß ja auch Alice benachrichtigt wird, daß sie Kontakt mit einem Positiven hatte, nachdem sich Bob getestet hat, nachdem er sich an Alice angesteckt hat.

    Wenn also Alice alles richtig gemacht hat, und sich nach dem Test mit keinem mehr getroffen hat, bekommt sie trotzdem quasi eine spätere Signalisierung, die man dann so interpretieren kann, daß sie leider jemanden angesteckt hat. (also daß sie höchstwahrscheinlich die Person war, kann ja auch über 3 Ecken gehen)

  6. Robert-Koch-Institut
    Gegen Ende Februar, Anfang März hatte ich dem RKI einmal den Vorschlag gemacht sämtliche Bundesländer zu benennen. Grund: Rheinland-Pfalz wurde nicht gelistet, da bis dato keine bekannten Fälle; also im entsprechenden Feld nicht 0.
    Tatsächlich gab es nach ein paar Tagen eine Antwort, deren Inhalt jedoch sinngemäß lautete, dass sie lediglich für das Fachpublikum zuständig seien.
    Dann noch die mir bereit bekannten Links im Anhang.
    Bei allem Verständnis bezüglich der Personldecke des RKI, ohne deren Arbeit schmälern zu wollen, hätte ich mir hier als Steuerzahler eine andere Antwort erwartet.

  7. Gibt es irgendeine Quelle für Pavels Behauptung das Erythrozyten (rote Blutkörperchen) von SARS-CoV2 „angegriffen“ werden? Das Endothelzellen (innere Wandschicht der Gefäße) betroffen sind ist bekannt, von Erythrozyten weiß ich nichts. Aufgrund grundsätzlicher physiologischer Überlegungen würde ich das auch für relativ unwahrscheinlich halten.

    Generell wäre es besser, wenn ihr medizinische Studien besprecht (besonders Preprints), jemanden dabei zu haben der sich auch auskennt und die Studie einordnen kann, sonst führt das zu nichts.

    Christian Drosten ist nicht beim RKI, er ist Leiter des Virologie der Charite, Pavel klingt so als würde er ihn beim RKI einordnen.

    Mich würde auch interessieren woher der Spiegel die Information hat das die Labore in Deutschland nicht digitalisiert genug wären. Ich würde behaupten das im wesentlichen alle Labore in Deutschland volldigital arbeiten und auch eine digitale Auftragsannahme und Befundübermittlung anbieten. Etwa ein viertel der Labore übermittelt auch schon jetzt täglich über die ARS – Antibiotika-Resistenz-Surveillance Schnittstelle digital an das RKI. Ich habe den Verdacht da etwas nicht richtig verstanden wurde. Das Problem ist in meinen Augen eher das es die Schnittstellen der Labore alle properitär vom jeweiligen Softwareanbieter und untereinander nur mit Aufwand kompatibel sind, daher wohl auch die Zweckentfremdung der ARS Schnittstelle. Ich denke eher das es daran aktuell scheitert und dafür auch die Hard- und Software beschafft werden muss.

    Zum RKI kann ich nur sagen das es sich eben als Berater der Fachöffentlichkeit sieht. Darüber hinaus haben sie ja nun zur Hochzeit der Pandemie täglich PKs gegeben, das war in meinen Augen schon sehr bidirektional.
    ich finde es übrigens Bemerkenswert das weder die Datenjournalisten, noch Pavel Survstat@RKI bisher erwähnt haben, womit man Meldedaten über eine Webanwendung abfragen kann. Gibt es schon ewig, war in den letzten Monaten etwas nachlässig gepflegt, scheint jetzt aber wieder aktuell zu sein.

    • Ah danke für den Hinweis. Ziemlich wahrscheinlich, dass die ins “GAEN” Modell einsteigen, da sich ja die baltischen Staaten auch dahin entwickeln und gerade zwischen Estland und Finnland enge Beziehungen bestehen.

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