UKW015: Corona: Wirtschaft in der Krise

Ein Gespräch über die Auswirkungen und möglich mittel- und kurzfristige Auswirkungen dieser Zeit

Ich spreche mit Ulrich Voß, Wirtschaftsinformatiker und einer der Hosts des Mikroökonomen-Podcasts über die aktuelle Situation in der Corona-Krise. Wir schauen uns zunächst die Lage in Deutschland an und welche Auswirkungen die Krise auf unterschiedliche Branchen hat und wie man das grob klassifizieren kann, um einen Überblick zu bekommen. Dann beschäftigen wir uns mit den kurzfristigen Maßnahmen, die ergriffen wurden und noch ergriffen werden könnten und was bzw. was nicht man aus früheren Krisen lernen kann (Spoiler: fast nichts). Am Ende schwenken wir den Blick auf die Auswirkungen auf den Rest von Europa und die Welt.

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Shownotes:

9 Gedanken zu „UKW015: Corona: Wirtschaft in der Krise

  1. Danke für den Podcast, ich suche den Link wie sich die Steuerbelastung des Arbeitnehmers mit steigendem Brutto verändert weil es die Bemessungsgrundlage gibt die gedeckelt ist – welcher Link ist das?

  2. Ihr habt kurz ALGⅠⅠ/Hartz4 angeschnitten, von daher nutze ich die Gelegenheit mal, mich auszukotzen. Zum Hintergrund, ich bin nun schon viel zu lange krankheitsbedingt arbeitsunfähig und habe die Reise Krankengeld → AGLⅠ → ALGⅠⅠ hinter mir.

    Zeitspanne, bis mal Geld kommt:

    Von Antrag bis erster ALGⅠⅠ-Überweisung sind über 7 Monate vergangen. Im 2-Wochen-Takt wurden ständig neue Unterlagen angefordert, ohne die der Antrag auf gar keinen Fall auch nur vorläufig bewilligt werden konntey Hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, mir bei der erweiterten Familien „mal eben“ ein paar tausend Euro zu leihen … keine Ahnung. Will ich nicht mal drüber nachdenken. Und hätte ich nicht externe Unterstützung gehabt … in der Zeit ging es mir so dreckig, ich hätte das stumpf nicht durchgehalten. Vielleicht ist das ja auch das Ziel der Übung.

    Höhe:

    Ich bin geschieden und habe zwei Kinder. Die halbe Woche sind sie bei mir. Die andere halbe Woche lebe ich von belegtem Brot und Wasser. Alles was über laufende Kosten und Lebensmittel hinausgeht? Kannste vergessen.

    Ich habe seit Jahren keine Klamotten mehr gekauft. Meine Schuhe haben alle quasi keine Sohlen mehr. Einen vernünftigen Schreibtischstuhl statt eines Küchenhockers hatte ich schon lange nicht mehr. Ich denke lieber nicht drüber nach, was passiert, wenn irgendwas den Geist aufgibt. So, Waschmaschine. Oder PC. Einen funktionierenden Ofen habe ich auch seit über einem Jahr nicht mehr. Reparatur oder Neugerät? Guter Witz.

    Bürokratie:

    Ist total lustig, wenn Du eh schon depressiv bist und dich dann noch ständig mit irgendwelchen Schikanen rumschlagen musst. Zur Zeit wollen sie wieder 20+ Seiten unterlagen von mir haben. Die sie schon mal bekommen haben, und die schon Grundlage von Bescheiden waren. Auf Nachfrage: „ist hier nicht im System“. Vergammelt? Schikane? Keine Ahnung. Spielt auch keine Rolle. Ist in beiden Fällen unnötiger Stress.

    Letztens haben sie mir kommentarlos eine Aufforderung geschickt, mich auf eine (Vollzeit-(!)) Stelle zu bewerben. Ich bin hochoffiziell nicht in der Lage, 15 oder mehr Stunden die Woche zu arbeiten (= vollständig erwerbsgemindert). Und Schule und Kindergarten sind zu.

  3. Zum Thema Mietminderung gewerblicher Immobilien, weil sie nicht nutzbar ist gab es sehr viel Rechtsprechung. Durch das neue Gesetz hat man die SItuationen der gewerblichen Mieter geschächt, weil sie nun nur stunden dürfen.

    • Tolle Sendung. Ihr habt über so viel diskutiert und so viele Punkte der Sozial- und Finanzpolitik gesprochen, über die ich mir auch schon lange Gedanken mache. Die Konzepte über steuerliche Umverteilung und progressives BGE kann ich nur unterschreiben.

    • Um Daniels Kommentar mal in Deutsch zu übersetzen: Die bisherige Rechtslage war, dass gewerbliche Mieter bei “Unmöglichkeit” die Mietzahlungen komplett einstellen konnten. Mit Schaffung der neuen Rechtslage gibt es jetzt eine konkurierende Rechtslage die nur die Stundung zulässt.

      Zwar geht Spezialrecht vor allgemeinem Recht, jedoch ist das Spezialrecht nur befristet.

  4. Ich vermisse bei der Diskussion über höhere Steuern immer eine entsprechende über die Ausgabenseite (Militärausgaben, Subventionen, SchwarzBuch, Großprojekte).
    Bei der BGE-Diskussion fehlt ebenfalls fast immer die Beantwortung der Frage, welche Sozialleistungen dafür wegfallen sollen oder nicht. In diesem Punkt ist die Definition eines BGE nämlich sehr offen und evtl. extrem gnadenlos (Behinderte z.B.).
    Aus der Grafik zur Gesamtbelastung “Wal” ist auch abzulesen, dass eine drastische Senkung der MwSt. zu einer deutlichen Entlasung unterer und mittlerer Einkommensschichten führen wird. Der Bund traut sich da aber nicht dran, weil die MwSt. eine der Haupteinnahmequellen ist.
    Zur Vermögenssteuer möchte ich noch zwei Dinge anmerken. Zum einen sind die Erhebungskosten unglaublich hoch (es gibt Aussagen, dass kaum was übrig bliebe???). Zum anderen wurde früher Vermögen durch Verzinsung von Anlagen aufgebaut (nicht die ganz großen Vermögen). Bei Null- oder Negativzinsen, lässt sich auf “sichere” Weise kaum mehr Vermögen aufbauen. Hier bliebe nur der Risiko-Pfad, Dividende und Gewinne aus Aktiengeschäften. An diesem Risiko partizipiert der Staat nicht.
    Grundsätzlich sollte man beim Thema Vermögenssteuer nicht immer nur auf die riesigen Vermögen schauen…

    • “Grundsätzlich sollte man beim Thema Vermögenssteuer nicht immer nur auf die riesigen Vermögen schauen…”

      Doch. Es reicht nämlich diese zu besteuern, gerne auch progressiv.

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