UKW049 Corona Weekly: Schlechtes Jahr für Duftkerzen

Das Update zu Zahlen, Dunkelziffern und digitalen Fragen in der Corona-Krise

Wie immer schauen wir auf die aktuellen Zahlen aus Deutschland und aller Welt und dieses Mal blicken wir besonders skeptisch auf die Resultate des "Lockdown Light", der im November eigentlich die Wende bei den Corona-Infektionszahlen bringen sollte aber auf halben Weg im Matsch stecken geblieben scheint. Im zweiten Teil berichten wir von dem Zulassungsprozess für die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna und versuchen abzuschätzen, wann nun die Impfungen wirklich beginnen können. Dazu noch ein paar Updates zu den Vektor-Impfstoffen aus Oxford und Russland. Im dritten Teil stellen wir die Corona-Bekämpfung in Island und die Schnelltest-Aktion in der Slowakei vor. Zum Schluß wagen wir einen Blick noch etwas weiter über den Tellerrand und bestaunen die Fortschritte in der Biologischen Forschung durch Künstliche Intelligenz.

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Shownotes:
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 4. Dezember 2020 (Pavel Mayer)

21 Gedanken zu „UKW049 Corona Weekly: Schlechtes Jahr für Duftkerzen

  1. China scheint auch bereit, einen Impfstoff auszurollen. Allerdings zielen die auf den afrikanischen Kontinent. Es gibt einen Deal zwischen der Logistiktochter von Alibaba (noch größer als die von Amazon) und Ethiopian Airlines um eine Luftbrücke zu schaffen – Dubai ist angeblich auch dabei. Die Kühlkette wird bei -23° aufrecht erhalten.

    Zusätzlich gibt es in Ägypthen und (wahrscheinlich) Marokko eigene Produktionsstätten, für sub-sahara ist noch nichts bekannt.

    Details dazu in den ersten Minuten vom China in Africa Podcast
    https://chinaafricaproject.com/podcasts/the-back-rooms-in-johannesburgs-chinatown/

    Vielleicht habt ihr ja dazu noch ein paar Infos 🙂

  2. Hallo!
    Sehr interessante Sendung, vielen Dank dafür!
    Zu zwei Stellen möchte ich allerdings etwas anmerken:
    Ihr habt – ganz zu Recht nur nebenbei – die Gangelt-Studie erwähnt. Hierzu gibt es neue Erkenntnisse: die IFR muss nicht mit 0,29 bis 0,45%, sondern mit 0,17 – 0,77% angegeben werden. Entgegen den Standards wurden spätere Todesfälle nämlich einfach nicht mehr beachtet: https://medwatch.de/2020/11/26/die-ungezaehlten-todesfaelle-aus-gangelt/

    Und zu den Proteinen muss ich unbedingt einen anderen Podcast empfehlen, der eine vage Vorstellung davon vermittelt, dass alles noch komplizierter und erstaunlicher ist (kein Spoiler, da es wirklich nicht in einem Halbsatz zusammengefasst werden kann, nur so viel: die richtige Faltung der Proteine will auch erst gelernt sein & wird durchaus in der Zelle überwacht):
    http://mgg.andre-lampe.de/mgg001-proteine-mit-dr-janine-kirstein/

    Der Weg von der DNA zum funktionstüchtigen Protein birgt noch einige Stolpersteine mehr. Was es nicht weniger faszinierend macht 🙂

    Achja – und Dank für den erbaulichen Abschluss-Song!
    Den Schlussong

  3. Infektiös für Andere aber grösstenteils immun beim eigenen Körper mit den ermittelten Prozentsätzen lt. Studien ist meiner Meinung nach nicht auf 2 Wochen zusätzlich nach dem 2. Shot begrenzt. Warum?

    Wird man zu irgend einem späteren Zeitpunkt selber infiziert (z.B. 3 Monate nach dem 2. Shot), hat der Körper eine Eigenabwehr durch die m-RNA die eine gewisse Zeit benötigt bis das Virus abstirbt. In diesem Zeitraum ist es nicht geklärt, ob man infektiös ist. Das wurde in den Phasen 3 Studien nicht geprüft! Relevant für Herdenimmunität und Krankenhaus.- und vor allem dem Pflegepersonal. Die erwähnten 6 Wochen erfahren also einen möglichen Zeitraum X nach Eigeninfektion und vorhandenem Eigenschutz bzgl. Infektiösität für Dritte.

  4. Noch ein Punkt zu dem Testen neuer Impfstoffe: Wenn ich das richtig verstanden habe, würden neue Impfstoffkandidaten auch nicht mehr gegen Placebos getestet werden, sondern gegen einen bereits zugelassenen Impfstoff (eben aus diesen ethischen Erwägungen).

    Das ist dann zwar immer noch ein Risiko insofern, als dass der neue Impfstoff stärkere Nebenwirkungen oder eine schlechtere Wirksamkeit haben kann; aber das ist halt das generelle Risiko bei allen Medikamententests.

  5. Mal wieder ein interessanter Podcast, jedoch fehlt mir immer mehr eine kritische Betrachtung der Dinge, das kennt man so von Dir gar nicht. Z.B. wie du die noch nicht zugelassenen Impfstoffe propagierst. Die EMA scheint gute Gründe zu haben die Zulassung nicht über’s Knie zu brechen.
    Die Erkenntnis das der R-Wert schon zu Beginn des Lockdown-light gegen 1 tendierte ist euch aufgefallen, zu den Gründen große Ratlosigkeit. Kein Wort darüber das dieser evtl. völlig überflüssig gewesen ist.
    Und den (Söder-)JumboJet Vergleich hast du nun wirklich nicht nötig, zumal du auch da wieder nicht die anderen Abstürze mit den Krebs-/Herz-/etc.-Patienten nennst.
    Gruß
    Christian

  6. Was mir bei eurer Aufarbeitung fehlt ist die Tatsache, dass die Aussagekraft der PCR Testanzahl nicht mehr so hoch ist, da mittlerweile auch mehr Antigenschnelltests genutzt werden.
    Anzahl mir noch unbekannt.
    Aber diese Tests landen nicht in der RKI Statistik bei der Testanzahl, aber die positiven Antigenschnelltests werden mit PCR bestätigt, wodurch evtl. in Wahrheit die Gesamtzahl der Tests gestiegen ist und die Positivenrate eben nicht, weil die negativen Antigenschnelltests im Nenner fehlen.

    Ich wollte außerdem auch auf die vermutlich falsch angenommene IFR von 0,3% hinweisen und dabei auf den Artikel, wie oben, verweisen ( https://medwatch.de/2020/11/26/die-ungezaehlten-todesfaelle-aus-gangelt/ ).

    Über den 8. Todesfall aus der Gangelt Studie hatte ich damals noch etwas gehört und es war schon klar, dass der nicht mehr in die IFR eingeht und ich habe lange gewartet bis das jetzt endlich neu aufgearbeitet wurde

  7. Hallo,

    mal wieder eine schöne Folge. Vielen Dank dafür.

    Eine Sache die mir störend aufgefallen ist war, ich glaube hauptsächlich Pavels Einschätzung der Totenzahlen die von Tim sekundiert wurde.

    Sicherlich ist jeder Todesfall für sich betrachtet für die betroffenen Personen dramatisch, jedoch sollte man nicht außer acht lassen dass Menschen nun mal sterben. 2019 waren das in etwa 2500 jeden Tag und 940000 im Jahr. Damit möchte ich keineswegs sagen, dass Corona harmlos ist und die ganzen Maßnahmen überflüssig. Keiner möchte einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems sehen, was dann die Behandlung der sonstigen Krankheiten unmöglich machen und zu einer gesteigerten Sterberate zusätzlich zu den Corona betroffenen führen würde.
    Bei der aktuellen Situation sollte man die Zahlen der an/mit Corona verstorbenen aber nüchtern betrachten und richtig einordnen. Wie verhalten sich 250 Tote am Tag zu den verstorbenen einer durchschnittlichen jährlichen Grippewelle? Wie verhalten sich 400 Tote die wir bald sehen werden wenn diese Zahl denen der infizierten zwangläufig folgt?
    Vielleicht könnt ihr euch Zahlen zu der Übersterblichkeit mal ansehen. Würde mich nicht wundern, wenn diese 2020 im verglich zu anderen Jahren niedriger wäre.
    Ich möchte damit ausdrücklich Corona nicht verharmlosen aber die ergriffenen Maßnahmen wirken sich nicht nur auf die Coronainfektionen aus sondern auch auf andere Infektionskrankheiten. Tim sagte in einer Sendung mal es gab wohl keine Masernfälle in diesem Jahr in Deutschland. Auch die Zahl der Verkehrstoten ist aufgrund von Homeoffice in manchen Monaten zurückgegangen.
    In dem Sinne möchte ich appellieren eine Überdramatisierung zu vermeiden und die Zahlen sachlich zu betrachten. An irgendwas müssen die Menschen schließlich mal sterben.

    Gruß

    guerillero

  8. Hallo, ich habe fälschlicherweise zu der vorletzten Folge schon gepostet: Es kann sein, dass das Virus d a s Virus heißt, weil Virus auf lateinisch als ein Neutrum-Substantiv aus der 2. Deklination gilt (obwohl es mit -us endet).

  9. Nachtrag zum Thema Herdenimmunität durch Impfung, mir macht ein bisschen Sorge, dass der Eindruck vermittelt wird, durch die Impfstoffe würde relativ bald alles in Ordnung kommen. Wir hatten ja schon das Thema in den Kommentaren: wie stark reduziert die Impfung die Infektiösität? Das ist ja noch gar nicht klar.

    Dazu kommt, dass wir wohl gar nicht so schnell die ganze Bevölkerung impfen können. Drosten hat sich dazu im letzten Podcast geäußert:

    “Die Vakzinierung per se bei den jetzt in Aussicht stehenden Lieferzahlen wird auch nicht die pandemische Ausbreitung dieser Erkrankung unterbrechen. […] Meine Prognose wäre: Wir werden zu irgendeinem Zeitpunkt im Sommer eine Situation haben, in der man vielleicht konstatieren kann, diejenigen, die ein sehr hohes Risiko haben und die sich impfen lassen wollten, die sind jetzt geimpft. In dem Moment werden wir gesellschaftlich nicht mehr vermitteln können, dass wir die nicht-pharmazeutische Intervention aufrechterhalten. […] Wir werden dann aus dem Sommer rauskommen und werden dann auch große Infektionszahlen sehen in einer Bevölkerung, die wir im Moment nicht haben. In der gesunden, normalen, jüngeren Bevölkerung, wo keine Risikofaktoren sind. […] Wir werden dann auf den Intensivstationen in Deutschland eine andere Art von Intensivpatient sehen. Nämlich diejenigen, die aus voller Gesundheit, vollkommen überraschend einen schweren Verlauf bekommen haben. Die sehen wir jetzt schon, die gibt es jetzt schon manchmal. Die wird es dann in großen Zahlen geben.”

  10. Wenn das Corona-Weekly nun immer am Samstag raus kommt, obwohl Freitag drauf steht, klebt doch mal ‘nen Zettel mit der Aufschrift “Samstag” über die Öffnungszeiten 😉
    Oder macht gleich das neue Samstags-Schildchen drauf.
    Danke.

    • Ich hab’s am Auge, aber kannst du mal darauf deuten, wo hier Wochentage stehen würden? Ich hab bei UKW keine Wochentage mitbekommen, und lasse meinen Podcatcher einfach nachsehen, ob es was neues gibt.

    • Die Sendungen kommen raus, wenn sie fertig sind. Derzeit ist unser Aufnahmetermin für Corona Weekly Freitag nachmittag und mal geht das mit dem Schnitt schneller, mal nicht so schnell. Und es kann auch sein, dass wir mal an einem anderen Tag aufnehmen. Von daher klebe ich hier überhaupt keine Wochentage irgendwo drauf.

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