UKW038 Corona Weekly: Neue Deutsche Welle

Das Update zu Zahlen, Dunkelziffern und digitalen Fragen in der Corona-Krise

Wie es sich schon abgezeichnet hatte, steigen die Zahlen in Deutschland deutlich an. Und es jetzt werden neue Maßnahmen besprochen, so dass dies voraussichtlich auch die nächsten zwei Wochen so weitergehen wird. Das schmeckt nicht gut. Wir gehen wie gewohnt durch die aktuellen Zahlen und blicken auch auf das Geschehen in Europa. Außerdem besprechen wir einen neuen Vorstoß mit der Hilfe von Smartphones wirksame Unterstützung für die Kontaktverfolgen der Gesundheitsämter zu entwickeln. Nach dem Bluetooth-basierten "Proximity Tracing" steht nur die Idee des "Presence Tracing" im Mittelpunkt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, die auch schon zum DP3T-Protokoll beigetragen hat, das die Basis für das "Google-Apple Exposure Notification Framework (GAEN) wurde, hat nun ein WhitePaper herausgebracht, dass ein System mit dem Namen "CrowdNotifier" beschreibt.

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Shownotes:
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 15. Oktober 2020 (Pavel Mayer)
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32 Gedanken zu „UKW038 Corona Weekly: Neue Deutsche Welle

  1. Beherbergungsverbot dient doch dazu dass die Leute die zwar Corona haben, aber es nicht wissen es, nicht weitertragen in andere Landkreise dachte ich.

    Das viele Leute sich bei Feiern anstecken ist eine valide These wenn man bedenkt dass die Ansteckung bei jüngeren hoch gegangen sind.

    Wie man das in den Griff bekommen soll wenn manche eh in ihrer rebellischen Phase sind, schwierig.
    Alkoholverbot und Sperrstunde geht in die Richtung die Versammlungen dieser Art einzudämmen.
    Ich fürchte aber man drängt das nur aus Lokalen in private Räume wo man noch schlechter kontrollieren kann.
    Private Feiern bis x Leute , ok. Aber läuft dann die Polizeit durch die Gegend und kontrolliert in privaten Räumen?

    Ich fürchte dass weder das Appellieren an Vernunft noch das Verbieten von Trefffen oder die Einschränkung von Lokalen hier etwas ändern.

    • “Das viele Leute sich bei Feiern anstecken ist eine valide These wenn man bedenkt dass die Ansteckung bei jüngeren hoch gegangen sind.”

      Sehe ich auch so.
      Mich hat verwundert, dass Tim dem Feiern da nicht viel Bedeutung beimisst.

      Seit der Pandemie war ich auf etwa 2,5 Partys lediglich.
      Ich spürte auch, je größer der Anteil der mir dort unbekannten Personen war, desto mehr Unbehagen hatte ich auch, ob ich mir dort nicht doch Corona abhole.

      Bei den mir engeren Freunden kann ich deren persönliches Infektionsrisiko anhand deren Berufes und Lebensstiles besser abschätzen.
      Auch sind die nicht im Schwurbellager unterwegs und tragen die Maske nicht unter der Nase…

      Je größerer die Feier, desto anonymer und risikoträchtiger.
      “Party machen” war nun auch schon öfter Superspreading.
      Es sollte eigentlich nicht verwundern.

      • Wie groß schätzt ihr denn eigentlich den Pool an “PartyPeople” ein, bzw an “Hochzeit mit 500 Personen”. Wenn es da einschlägt (und das hat es), sind doch diese Gruppe auch entsprechend schnell durchinfiziert (natürlich zu Kosten, zb bei Hochzeiten auch mit älteren Familienteilnehmern, die das dann eben wahrscheinlich nicht überleben, alles vollkommen klar).

        Was anfangs zu enormen Ausbrüchen führt, ist doch hinterher aber auch eine dicke Brandmauer. In ein paar Wochen (wenn nicht vielleicht schon bald) ist man auf einer Party mit 50 PartyPeople vielleicht gar sicherer als in einer Random U/S-Bahnfahrt, wo man jeden Tag andere Leute “trifft”.
        Ja, die PartyPeople (oder auch Schulkinder) tragen das auch zu anderen weiter, und das kann in die Hose gehen – alles vollkommen klar. Aber die Aussagen, daß es sich über Superspread-Ereignisse ausbreitet und sogar auch ohne Maßnahmen sich in der Regel nach ein paar Generationen selbst ausläuft (und mit Maske wahrscheinlich viel schneller), wird das doch wieder eingefangen.
        Solange jetzt weiter Partypeople superspreaden wird das nicht ruhig werden, das stimmt schon. Aber das geht nicht ewig. Ich kann nicht abschätzen wie lang, und ob man das überhaupt stoppen kann (mit Nachlaufzeit) oder überhaupt sollte. Die Pauschalkritik, daß das dann nur noch Partypeople sind, die sich infizieren, stimmt dann jedoch irgendwann immer weniger bzw stimmt sogar überhaupt nicht mehr.
        Und so kann das auch über Schulen eine Weile laufen, und wahrscheinlich eh zu 90% unentdeckt unter dem Radar weil symptomlos – und hört dann einfach “magisch” auf?

        Ich hoffe nur, das führt dann nicht zu vollkommen absurden Rückschlüssen. Jetzt haben wir gerade als letztes rote Masken für alle befohlen, und nun gehen die Zahlen runter, und es ist trotzdem kälter geworden. Also war es die Farbe der Maske?!
        Bei Strafe sind nun weiße Masken verboten, und wir denunzieren weiße Maskenträger als die neuen Covidioten, unverantwortlich, panik panik, 😉

        Mir fehlt leider immer zu wenig die Rekapitulation, was genau denn was gebracht hat, sondern wir stochern im Nebel (wie gesagt), und hinterfragen aber altes zu selten. Was hat denn der frühe Lockdown in anderen Ländern wie Tschechien nun wirklich gebracht, wenn es jetzt total uneinholbar erneut (und viel heftiger?) einbricht, dabei hat man sich wirtschaftlich doch schon beim ersten Mal weit strecken müssen. Klar, eine Verzögerung ist immer sinnvoll, schon allein wegen des jetzt doch besseren Verständnis in der Behandlung – aber komplett raus halten klappt nicht.
        Jetzt geht die Diskussion wieder erneut Richtung Lockdown… soll das jetzt 6 Monate lang sein – oder was bringt ein harter Lockdown für 3 Wochen, um die Zahlen wieder mal auf ~3000/Woche herunter zu bekommen, und dann die Freigabe… da sind wir doch dann in einigen weiteren Wochen (wasweißich, wieder 5) wieder bei den jetzigen Zahlen und haben wieder nur 8 Wochen gewonnen. Dann ist Dezember und wir sind keinen Schritt weiter. Wenn wir es mit wenigen Maßnahmen wie im März dank auch des besseren Wetters relativ schadfrei um ein weiteres halbes Jahr verzögern können, ok – aber das sehe ich so nicht als möglich an. So what?

        • wir waeren schon einen Schritt weiter.
          1. Impfstoff
          2. Fruehling
          3. Erfahrung wie es anderen ergangen
          ist, ob’s das bringt, ob das noetig ist.

          Ohne lockdown erscheint mir im Moment riskant.
          Es koennte im Winter gefaehrlicher sein als
          im Sommer.
          NYC,Bergamo,Spanien,Belgien sind ungeklaert,
          wir wissen es nicht
          (afaik)

          Erst mal sehen, was in Tschechien passiert ….

  2. Zum CrowdNotifier: ein grosser Vorteil einer eigenen App unabhängig der PT App ist, dass diese eben auch auf älteren Geräten ohne BTLE laufen würde. Eine unabhängige App schliesst aber natürlich nicht aus, die Funktion zusätzlich in der PT App zu implementieren – das eine tun, und das andere nicht lassen. Damit könnte auch jemand, der der PT App trotz Allem nicht “traut”, trotzdem den CrowdNotifier nutzen. Ein gewisser Vorteil, Alles in eine App zu bauen ist, dass unter iOS das GAEN der App häufigere Background Updates erlauben, was “normalen” Apps aus Batteriespargründen nicht möglich ist.

    Ich sehe Pavels Problem, dass die Indexperson sich vielleicht nicht an alle relevanten Events erinnert. Aber alleine auf PT zu bauen ist schwierig, weil im Event ja die 1.5m/15Min Regel übersteuert werden sollte, aber zufällige Nachbarn nicht mitregistriert werden sollten. Ich könnte mir hier aber eine Kombination der beiden Apps vorstellen: falls die Indexperson nebem CrowdNotifier AUCH die PT App (oder evtl. eine Kombinierte) am Laufen hat, und beim Event (z.B. am Eingang) eine Spezialversion der PT App läuft, die nur aufzeichnet, aber nichts abstrahlt, und die 1.5m/15Min Regel dabei ignoriert, dann könnte die Indexperson über den QR Code/TAN Code der PT App und dem Hochladen seiner Keys die Location gewissermassen “mitwarnen”. Dann müsste die Location ihrerseits die Gesundheitsbehörden mit dem Tracingcode kontaktieren, um die zweite Warnungswelle an die Eventteilnehmer auszulösen. Das bedingt aber mehr Hardware beim Eventbetreiber. Wiederum ist aber eine Kombination der beiden Ansätze denkbar.

    Interessante Präzisierung übrigens: im CrowdNotifier kann eine Textmeldung mit broadcastet werden. In der könnte z.B. eine Textbeschreibung drin stehen, als wie riskant das Event beurteilt wird; falls z.B. mehrere infizierte Personen an einem Event erkannt wurden, steigt das Risiko, dass ein Superspreading stattfand (im Sinn eines Backward CT, wie von Drosten vorgeschlagen).

    • Hallo,
      das mit dem CrowdNotifier sehe ich ähnlich wie Pavel und mein Vorredner. Vorteil wenn ich einen Code scanne sollte doch eben auch sein, dass ich mich nicht erinnern muss, dass ich da war, sondern mein Handy das für mich tut. Wegen mir auch mit exportierbarer Liste, aber im besten Fall natürlich automagisch, sobald ich “positiv” bin.
      Gerne auch mit extra Meldung an Gesundheitsamt, falls es ein öffentlicher Code (= Restaurant, Event mit Veranstalter, etc.) ist. Super wäre natürlich auch, wenn ich diese Liste jederzeit einsehen könnte.
      Die Funktion habe ich bei der Erläuterung von Tim vermisst.

      • Naja, das mit dem Einsehen der Liste ist so ne Sache… aus Privacy Sicht möchtest du nicht, dass deine Locations auf dem Handy im Klartext gespeichert werden, sondern eben – wie bei PT – anonym. Tim sagte zwar, dass der Name der Location beim Einchecken zwecks Kontrolle angezeigt wird (er ist im QR Code auch enthalten), er wird aber nicht gespeichert. Wenn also zB die Polizei dein Handy beschlagnahmt, kann sie nicht herausfinden, auf welchen Events du warst.

    • Ich habe bei dem CrowdNotifier ähnliche Probleme wie Pavel. Ich glaube das die Benachrichtigung durch das Gesundheitsamt den Nutzen stark eingeschränkt und die App dadurch nur eine Erleichterung/Beschleunigung für Szenarien darstellt wo es schon Tracing durch Zettel gibt.

      Personen werden entweder Events vergessen, oder dem Gesundheitsamt verschweigen. Wenn ich gerade Corona positiv bin gebe ich nicht unbedingt preis das ich auf einer illegalen Veranstaltung war.

      Ich denke hier wäre ein Ansatz der in das schon bestehende Contact Tracing integriert ist sinnvoller. Es würde es Personen erlauben ganze Veranstaltungen zu warnen ohne dass es durch das Gesundheitsamt gehen muss. Das würde die Akzeptanz erhöhen. Zusätzlich würde das Tracing in Situationen verbessert in denen das Gesundheitsamt kein Einblick hat, weil es in einer “offiziellen” Befragung verschwiegen (z.B. aus Angst vor Strafen oder Scham)

  3. Wenn ich mir die Altersgruppenheatmap in Berlin so anschaue, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass sich der Virus in Schulen und Kitas NICHT ausbreitet.
    Dass Sperrstunden bei Kindern und Jugendlichen irgendwas bringen soll, leuchtet mir nicht so richtig ein.

  4. Im Podcast meinte Pavel doch, dass in der Altersgruppe 0–39 eine Person verstorben sei, oder? Jetzt muss gerade kurz nach Aufnahme des Podcasts eine weitere Person dieser Altersgruppe verstorben sein, im Berliner Lagebericht stehen jetzt zwei.

  5. Bezüglich dem Crowd Notifier bin ich gespaltener Meinung: Zum einen kann es natürlich helfen Leute zu erreichen, die die CWA nicht nutzen.
    Zum anderen denke ich aber, dass auch der Kontext zu bedenken ist:
    Für Nutzer*innen der CWA bietet diese Zusatzapp keinen Vorteil. Bei den kritischen Veranstaltungen(private Feiern) sind meines Erachtens die Besucher*linnen in der Regel bekannt. Wenn mich das GA also fragt mit wem ich Kontakt hatte kann ich die Einzelpersonen meiner Famielenfeier oder Party ziemlich sicher benennen. Der Vorteil ergibt sich also nur bei Veranstaltungen bei denen ich nicht alle Besucher*innen eh schon kenne. Sprich der von Tim angesprochene Restaurant Besuch. Aus meiner Beobachtung heraus ist es allerdings unwahrscheinlich, dass hier täglich qr Codes gewechselt werden und die meisten Betreiber*innen haben mit der bisherigen Dokumentation zu tun.
    Das GA habe ich aus meiner Erfahrung als rechtrückständig erlebt. Ich gehe nicht davon aus, dass sich in der Provinz in der ich lebe, etwas an den Arbeitsabläufen ändert.

  6. Ich vermute das die CrowdTracing App nicht die Daten mit dem Public-Key des RKI verschlüsselt sondern den Hash der QR-Codes mit dem privaten Key des RKI signiert. Diese Signatur könnte zumindest später als Beglaubigung des RKI herausgegeben werden und von den Smartphones durch Bildung des Hashes über die lokal gespeicherten Daten und anschließende Überprüfung der Signatur validiert werden.

    Ein ähnliches Verfahren könnte beim Tracing-Code angewendet werden, um die Entry-Codes mit dem Tracing-Code fälschungssicher verbinden. Wenn man annimmt, dass es sich hier um eine Art Public/Private-Key Pair handelt, wobei der Public-Key des Veranstalters im Entry QR-Code hinterlegt wird und der Private-Key sich im Tracing QR-Code befindet.

    Mir wird nicht ganz klar, wie das RKI eine anonyme Zuordnung zwischen Tracing-QR-Code und Veranstalter herstellen will, ohne die Daten des Veranstalters für eine spätere Kontaktaufnahme zu speichern.

    • Nein, die QR Codes werden vom Veranstalter ohne Zutun des RKI generiert, das kann auch Offline sein. Neben public Key des RKI generiert er dazu zusätzlich (!) „seine“ Hälfte eines Diffie-Hellman Keys (hat damit also einen eigenen privaten DH Key), welcher im Tracing QR Code mit dem public (zB RSA) Key des RKI verschlüsselt wird; damit kann das RKI im Kontaktfall aus dem Tracing Code den privaten DH Key extrahieren. Im Entry Code wird nix verschlüsselt oder signiert (aber ein zusätzlicher symmetrischer Key für die Notification Message angegeben, welcher auch im Trracing Code steckt). Besucher generieren nun beim Einchecken „ihren“ privaten DH Key und können damit ein Shared Secret mit der Location aufbauen, und speichern diesen Zwecks späterem Matching. Timestamps und Message Key der Location werden mit dem public DH Key der Location chiffriert, Letzterer wird aber nicht gespeichert (der eigene public DH Key aber schon). Damit speichert jeder Besucher bei gleichem Event etwas Anderes: wenn später jemand die Daten mehrere Leute einsehen könnte, kann diese Person nicht feststellen, ob 2 Personen am gleichen Event waren (ähnlich Salting in Passwörtern). Erst wenn das RKI den privaten Key des Events publiziert, können die Besucher diese gespeicherten Teile wieder entschlüsseln (Shared Secret mit eigenem public DH berechnen und mit gespeichertem Wert vergleichen, dann mit public DH der Location gespeicherte Timestamps/Message Key entschlüsseln und damit letztlich die Message entschlüsseln). Das Ganze ist leider einigermassen komplex.

      • Oh das klingt wirklich kompliziert. Der DH-Key “Austausch” verwirrt etwas. Mir ist nicht ganz klar wie ein “Shared Secret” ohne die Kenntnis des Public-DH Keys des Besuchers aufgebaut werden kann, da ja normalerweise beide Parteien ihre öffentlichen Schlüssel austauschen, der Public-DH der TeilnehmerInnen den VeranstalterInnen aber nicht bekannt ist. Weiterhin stellt sich mir die Frage, wie ich später den Public-DH des Veranstalters wieder erhalte, wenn ich diesen nicht speichere.
        Normalerweise läuft das ja (grob gesprochen) wie folgt ab:
        1. Gemeinsame Parameter (hier symmetrischer Key?)
        2. Gemeinsame Parameter + mein Secret-DH => mein Public-DH
        3. Anderer Public-DH-Key + Mein Secret => Shared Secret

        • Also, das Clevere an der Sache ist, dass der DH Key Exchange “missbraucht” wird. Normalerweise wird ja ein shared Secret GLEICHZEITIG durch 2 VERSCHIEDENE Devices berechnet (Browser und Server) und zur CHIFFRIERUNG benutzt, daher der Name. Hier geschieht das “Sharing” aber auf DEMSELBEN Gerät (Smartphone des Besuchers), aber zu VERSCHIEDENEN ZEITPUNKTEN (Besuch und Notifikation), und dient als “MATCHER” statt zur Verschlüsselung. Also eher ein “delayed Matcher” als ein “shared Secret”. Im Detail:
          – Der Veranstalter generiert seinen private DH Key – der landet RSA chiffriert auch im Tracing Token und wird bei einer Notifikation durch das RKI im Klartext verteilt. Es wird genau EIN solcher private DH Key generiert (pro QR Code natürlich), der public DH Key landet im Klartext im Entry QR Code.
          – Der Besucher generiert beim Besuch (!) “seinen” private DH Key (und zwar bei jedem Besuch einen Neuen, es gibt also viele solcher Besucher-DH-Keypaare), speichert diesen aber nicht! Stattdessen speichert er das daraus (und dem public DH Key der Location aus dem Entry QR Code) berechnete “shared Secret”, und seinen eigenen public DH Key. Dazu noch Timestamps + weieterParameter, die mit dem public Key der Location symmetrisch chiffriert sind. Der public Key der Location wird danach gelöscht!
          – Sollte jemand Zugang zu den gespeicherten Daten erhalten, kann er ncihts entschlüsseln (ausser, er kennt den Entry QR Code, das ist die “Schwäche” der Sache), da der public DH Key der Location ja nicht gespeichert wurde. Auch sind Einträge zweier Besucher derselben Location (fast) immer unterschiedlich.
          – Beim späteren Zeitpunkt einer Notifikation erfährt er aber den private DH Key der Location, und nimmt dann SELBER eine Neuberechnung des “shared Secret” mittels seinen eigenen, gespeicherten DH public Keys und dem private DH Key des Veranstalters vor (das, was normalerweise die Gegenstelle machen würde) und VERGLEICHT den mit dem gespeicherten “shared Secret”s bei den Besuchen. So findet er den Match. Das muss er logischerweise für jeden gespeicherten Eintrag machen. Aus dem (verteilten) private Key der Location kann er nun auch den passenden public Key berechnen, und damit die voin ihm vorher chiffrierten Daten wieder entschlüsseln. Darin stehen dann die genauen Zeiten, und der symmetrische Schlüssel, mit dem die Notification Message chiffriert wurde (was auch Bestandteil des Entry QR Code war).

  7. Zu der Frage warum es in Ostdeutschland weniger Fälle als in Westdeutschland gibt habe ich vor einiger Zeit irgendwo einen Artikel gelesen, der plausibel klang. Ich weiß leider nicht mehr wo das war. Grundlegend waren es folgende Faktoren:
    1. Geringere Mobilität der Bevölkerung. Die Ossis würden weniger reisen und wenn, dann nicht so weit weg. Das unter anderem auch weil die Haushalte im Osten weniger Geld haben als im Westen.
    2. Struktur der Freundeskreise. Im Westen wäre sinngemäß eher so, dass die Leute mit den einen arbeiten/studieren, den anderen ins Fitnessstudio gehen und noch anderen feiern während man die verschiedenen Unternehmungen im Osten eher mit den selben Leuten machen würde.

    Mein Kommentar zum letzten Podcast ging irgendwie verschütt. Da hat Tim ja rumgerantet, dass ihm nicht genau klar wäre wo jemand, der sich in Berlin Mitte infiziert hat gemeldet würde.
    Die Infizierten werden da registriert wo sie mit ihrem ersten Wohnsitz gemeldet sind. Manche Städte veröffentlichen in ihren Statisktiken Angaben dazu, beispielsweise Wilhelmshaven. Ich hatte letztes Mal die Seite verlinkt. Evtl lags am Link darauf, dass man Kommenter nicht durchkam.

  8. Ich hab’ diese Folge noch nicht angehört.
    Aber allein schon für den Titel habt Ihr Euch ein Bienchen (oder war’s ein Bierchen?) verdient! 😉

  9. Mal ne Idee zu den Ansteckungsrisiken und Dingen wie Wohnsituation, Beruf, Reisetätigkeit,… usw.
    Wäre das nicht ein guter Aufhänger und Ansatz für ein Bürger*innenforschungsprojekt?
    Man müsste einen Fragebogen erstellen, der genau solche Dinge abfragt. Bundesland, Stadt/Land, Wohnsituation, familiäre Situation, Beruf/Studium/Ausbildung, was machen die Kinder (Schule, Kita, Tageseltern, Uni) und der Partner beruflich, Beruf des Partners, Teil einer Risikogruppe, Weg zur Arbeit, bevorzugtes Verkehrsmittel, Freizeitverhalten/Hobbies, Parties, Alter, Datum der Infektion, vermutete Ansteckung, waren andere aus dem Haushalt auch infiziert, Größe des Freundeskreises,…
    Die Infiziertenzahlen sind ja mittlerweile hoch genug, so dass es bestimmt genug Leute gibt, die jemanden kennen der eine Infektion durchgemacht hat.
    Und dann streut man den Fragebogen und kümmert sich darum, dass er zu den Leuten kommt, infiziert waren. Anonymität und Datenschutz müssen natürlich gewahrt bleiben und sie müssten auf eine gewissen Art verifiziert sein um Missbrauch und Verfälschungen vorzubeugen.

    Wenn man das genug promotet und weit streut, dann müsste man doch eigentlich relativ zügig genug Daten zusammenbekommen um schon mal erste Aussagen zu treffen. Die Daten könnte man so veröffentlichen, dass Menschen wie Pavel oder auch Wissenschaftler*innen damit arbeiten können.

  10. Pavel meinte sinngemäß, in Norwegen und Griechenland sei es noch nicht so schlimm. Ich stimme zu.
    Ich wüsste aber gern, was er an den griechischen Zahlen anzweifelt. Denn, basierend auf dem allgemein zugänglichen Zahlenmaterial ist in beiden Ländern das Verhältnis der Anzahl der Todesfälle zur Anzahl der Infektionen (0,020 resp. 0,017) sowie die Anzahl Todesfälle pro Million (47 resp. 51) doch recht ähnlich. Warum zweifelt er die Zahlen aus Norwegen nicht ebenfalls an?
    Es wäre schon wünschenswert solche Aussagen wie “da stimmt was nicht”, auch zu begründen.

  11. Hallo Tim, Hallo Pavel,
    vorab vielen Dank für euren sehr guten Podcast. Ich hoffe ihr haltet bis zum Ende der Pandemie mit diesem Format durch..
    Zu den fehlenden Informationen zum Ansteckungsort. Auch ich habe mich schon häufig gefragt, wann endlich Daten über die “Gefahrenbereiche” in der Öffentlichkeit veröffentlicht werden. Ich denke, wenn diese Daten veröffentlicht würden hat jeder individull eine Möglichkeit sein Risiko zu minimieren. Oder wiegt ein mögliches Gegenargument zu schwer, dass die Bevölkerung unter Umständen Orte wie Gastronomie zu stark meiden was der Wirtschaft wiederum schaden würde?!
    Weiter Frage ich mich ob es nicht möglich sein muss an diese Informationen mittels einer Anfrage durch die Informationsfreiheitsgesetze in Deutschland zu gelangen. Da diese Daten ja offensichtlich von den Gesundheitsämtern bei Infizierten Personen erhoben werden.

  12. Hi,
    hier noch eine kleine Servicemeldung für die (leider wahrscheinlich wenigen), die ein Android Telefon ohne Google Services verwenden:

    Das microG Projekt (welches als Open Source Projekt die Google Services imitiert) hat seit einigen Wochen auch Exposure Notifications eingebaut. Somit kann man auf diesen Geräten damit auch die Corona-Warn-App nutzen.

    Bei dieser Implementierung sieht man auch einen Graphen der Empfangenen Beacons pro Tag. Diese sind wohl bezüglich der Nähe/Ort ungefiltert, aber man kann doch Tage an denen man z.B. eine Bahnreise gemacht hat deutlich erkennen. Interessant ist, dass die “Grundlast” doch sehr hoch ist. In einer zwei Personen Wohnung habe ich an Tagen an denen ich das Haus nicht verlasse immer noch ~350 Beacons. Ich habe hier das Telefon meiner Freundin im Verdacht. Zum groben Vergleich, das sind so die Hälfte bis 2/3 der Beacons die an einem Tag mit einer längeren Bahnreise auftreten (dann ohne Freundin).

  13. Neben der eigentlichen Nützlichkeit der Funktion wäre der in die CWA integrierte CrowdNotifier ein enormes Promotool für die App. Wenn plötzlich in jedem Restaurant ein QR Code hängt wird das die App nochmal massiv verbreiten. Deswegen muss das auch unbedingt integriert werden. Bitte keine zweite App.

    Womit ich mich allerdings gar nicht anfreunden kann ist das manuelle Element bei der Crowd Notification. Sobald ich mich positiv melde sollen alle meine Crowds direkt informiert werden – ohne Umweg über das Gesundheitsamt. Erstens vergesse ich so nichts und zweitens können so auch Veranstalter von verbotenen Zusammenkünften anonyme QR Codes bereitstellen. Klingt komisch, aber ich kann mir schon vorstellen, dass bei so Plaque Raves oder größeren Geburtstagen fürs Gewissen ein QR Code hängt. Das Gleiche gilt für Bars die sich nicht an die Sperrstunde halten oder auch Bordelle. Allerdings nur dann wenn gewährleistet ist, dass das anonym ist. So kann ich Leute von einer Party warnen ohne dabei die Veranstalter und mich selbst beim Gesundheitsamt ans Messer zu liefern.

  14. @Pavel @1:50:00 Wenn man bestätigt infiziert ist, und das dem Cafe mitteilen will, gab es ja im Cafe wahrscheinlich ja auch Nichtappuser, die auch gewarnt werden müssen.

    Das Cafe kann es schlecht machen, hat zwar Telefonnummern und Namen aber ist nicht deren Job und sie können auch nicht die Betroffenen beraten. Das muss also schon über’s GA laufen.

    Dann ist die Frage, welches Cafe/Restaurant, welche Bar einen Drucker vor Ort hat, oder wo man jetzt einen Drucker aufstellen kann, plus Rechner, Papiervorräte. Bestimmt schalten an die 50% Betreiber auf Panik wenn sie SSL und Public-Key hören. Nicht jeder ist ein Nerd, dem sowas Spaß macht. 🙂

  15. Frage für die nächste Sendung: Was machen Weimar, Brandeburg/Havel und Wilhelmshaven richtig/anders? Warum sind die in der Tabelle so grün?

    • Stimmen denn die Zahlen vom RKI (was die Quelle für Pavels Tabelle ist)? Was sagen die lokalen Gesundheitsämter dieser Städte?

      Wohne in Cottbus und was unsere Zahlen betrifft gibt es irgendwo eine krasse Verzögerung.
      Laut RKI ist die 7T-Inzidenz bei 34. Cottbus selbst hat gestern die 7T-Inzidenz von 96(!!) gemeldet: https://www.cottbus.de/verwaltung/gb_iii/gesundheit/corona/index.html
      Laut Twitter-/Fb-Account der Stadt melden sie ihre Zahlen jeden Tag weiter, haben aber keinen Einfluss darauf, was damit wann gemacht wird. Also irgendwo bleiben die Zahlen da grad liegen.
      Letzte Meldung steht in Pavels Tabelle jetzt auch schon auf -4. Den Wert 34 hatten wir aber laut der von der Stadt veröffentlichten Zahlen zuletzt so um den 13.10. rum, also vor mehr als ner Woche.

  16. Zu Ostdeutschland: zu DDR-Zeiten war BCG-Impfung Pflicht und die scheint sich positiv auf den Verlauf von Covid-19 auszuwirken, siehe:

    https://www.spektrum.de/news/warum-bcg-gegen-covid-19-wirken-koennte/1734830

    Und weil auch ihr den Eurozentrismus reproduziert: Vietnam ist eines der Top-Länder. Dagegen stinkt Deutschland schon immer ab. Nur eines von vielen Beispielen.

    https://medium.com/indica/germany-is-a-coronavirus-failure-7e2a58f5b4fe

  17. Vielen Dank Euch beiden für die gründliche Aufarbeitung und Interpretation der Zahle. Ein Gedanke kam mir dazu heute: Es werden bei den Zahlen immer sehr penibel die Todesfälle pro 100.000 angegeben. Worüber niemand wirklich spricht sind die Spätfolgen. Natürlich ist mir auch klar dass nach nicht mal einem Jahr Pandemies darüber noch nicht allzu viel bekannt sein kann, aber es gehen ja doch immer wieder Berichte von teilweise schweren (bisher) bleibenden Schäden durch die Presse ohne dass man im Einzellfall allzuviel über die Rahmenbedingungen erfährt oder – und darum geht es mir – wie hoch der Anteil hier ist. Wenn dazu irgendwo Zahlen auftauchen würden wäre ich dankbar wenn Ihr auch die in die Betrachtung und Analyse mit aufnehmen würdet.

    • Das Produkt ist keine besondere Neuheit, da hat jemand geschickt die Ueit genutzt, eine Pressemitteilung gut zu platzieren.

      Viren werden von HEPA-Filtern ab H13 erwischt. H14 ist dann noch mal eine Stufe feiner. Luftreiniger erscheinen mir eine sinnvolle Maßnahme, speziell für Schulen. Aber man braucht auch schon hohe Luftmengenund dann sollte das Zeil natürlich auch nicht zu laut sein.

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