UKW052 Corona Weekly: Privatpersonen, die nichts wichtiges vorhaben

Das Update zu Zahlen, Dunkelziffern und digitalen Fragen in der Corona-Krise

Weihnachten 2020. Deutschland ist in einem Lockdown, der so viele Ausnahmen hat, dass man Weihnachten damit verbringen kann, sie alle vorzulesen. Das machen wir zwar nicht, aber natürlich schauen wir uns die aktuelle Lage an, die alle Vorzeichen von "trügerisch" hat, da man davon ausgehen kann, dass auch die Zahl der Tests einbrechen wird, Infektionen verschleppt und vor allem eingeschleppt werden. Erst Mitte Januar werden wir wohl wissen, ob uns diese Zeit in der Pandemie gerade vorangebracht hat oder noch alles viel schlimmer geworden ist. Also beschäftigen wir uns mit anderen Nachrichten wie neuen Virusmutationen und blicken ein wenig auf die Studienlage im Bereich von Vitamin D und seinem Verhältnis zu COVID-19.

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Shownotes:
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 25. Dezember 2020 (Pavel Mayer)

32 Gedanken zu „UKW052 Corona Weekly: Privatpersonen, die nichts wichtiges vorhaben

  1. Lieber Pavel,

    Der Landkreis “Sächsische Schweiz *Oster*gebirge” war schon hart 🙂 (12:25). Gerade Weihnachten nehmen die da ca. so ernst wie die Sorben Ostern.

    Vielen Dank für Eure regelmäßigen informativen Sendungen! Ich habe fast alle gehört.

    Gruß aus dem LK Bautzen (mehrfacher Gewinner des Inzidenzrankings),

    Frank

    • In den diversen Pflanzenmilch-Varianten von Alpro ist u. a. auch Vitamin D zugesetzt.
      Finde die Hafermilch-Variante ohne Zucker (auch ohne den Zucker der normalerweise natürlicherweise bei Hafermilch-Herstellung entsteht) leckerer im Kaffee als alle anderen Hafermilch-Produkte, die ich versucht habe, da sie geschmackstechnisch relativ dezent auftritt.

  2. Immer wieder sehr spannend und informativ. Dankeschön!

    Hatte wirklich nichts wichtiges vor aber genau das soll doch Weihnachten sein! Stress hin und her boar war dieses Jahr angenehm 🙂 Wenn Freizeit wirklich frei ist.

  3. Hallo,
    kann es sein, dass eure MP3 Chapter Tags kaputt sind? Ich sehe in meinem Player die Einträge doppelt. – Daraufhin im MP3 File geschaut, da stehen auch die TIT2 Tags dann jeweils doppelt drin (einfach mal reinschauen im Hex-Editor).
    Ansonsten danke für die Folge und weiter so. 🙂
    Gruß, Uwe

  4. Zu Pavels Panik bezüglich der R-Erhöhung um 0,5 bei der neuen Variante: sorry, aber Pavel rechnet da meiner Meinung nach grundlegend falsch. Denn wenn es um sich schneller verbreitende Mutationen geht, ist es wichtig, dass Angaben zu höheren R-Werten sich nicht auf tatsächliche R-Werte beziehen, sondern immer auf R0, also den R-Wert bei ungehemmter Ausbreitung. Dieser Wert gilt aber aktuell nahezu nirgends, da jedes Land und jede Bevölkerung irgendwelche Maßnahmen erlassen hat mit dem Ziel, diese Ausbreitung zu hemmen und R0 entsprechend zu drücken, und diese Maßnahmen wirken natürlich im selben Maße auch auf eine besser übertragbare Variante (so lange die nicht komplett neue Übertragungswege aufmacht, die komplett an den Maßnahmen vorbei gehen, aber das ist hier ja zumindest mutmaßlich nicht der Fall). Bei uns ist R derzeit auf Pi mal Daumen 1,0 gedrückt, von meines Wissens etwa 3,5 im R0-Zustand. Wir haben die Verbreitung also um 71% reduziert, und wenn R0 jetzt 0,5 größer, also bei 4,0 wäre, dann würde das unter demselben Maßnahmen, die 3,5 auf 1,0 drücken, zu einem lokalen R von 1,14 führen, also 0,14 größer als derzeit und nicht 0,5. Diese 0,14 müssten wir natürlich trotzdem durch strengere Maßnahmen kompensieren, angenommen, die neue Variante wäre hier schlagartig für alle Infektionen verantwortlich, aber das ist weitaus realistischer als 0,5.

    • Ich muss meinen eigenen Kommentar offenbar revidieren 🙁 habe nun auch etwas tiefer gegraben und bin ebenfalls über das Paper das nico weiter unten verlinkt hat gestolpert, das ein bisschen mehr Background zu der Herkunft der ganzen Prozentangaben zur erhöhten Übertragbarkeit gibt als die diversen News-Artikel zu dem Thema, und auf der Basis scheint sich die dort beschriebene Erhöhung um 56% tatsächlich nicht auf R0, sondern das aktuell lokal ermittelte R in Südengland zu beziehen, und da das offenbar auch irgendwo in der Nähe von 1 rumpendelte, bevor es aus unbekanntem Grund mit Vermutung der neuen Variante deutlich hoch ging, ist die Umrechnung auf eine Erhöhung um etwa 0,5 wohl doch nicht so falsch, wie ich dachte.

      Das wird ein Wettrennen von Verbreitung dieser neuen Virusvariante, Ankunt von Frühlings- und Sommerwetter und Durchimpfung der Bevölkerung werden, wenn diese Modellrechnung wirklich zutreffen sollte.

  5. Hallo, ich ihr habt erwähnt, dass man 90 % Durchimpfung bräuchte für Herdenimmunität, woanders habe ich sowas ähnliches gehört. Was mich jedoch verwirrt, ich bilde mir ein, ebenfalls von Euch gehört zu haben, dass man noch nicht weiß, wie gut die Impfung gegen Ansteckung schützt. Ist dieser Wert nicht unbedingt nötig, um auszurechnen, wann impfbedingte Herdenimmunität eintreten kann? LG Klaus

    • Es wird gesagt, dass eine Impfung zumindest die Virenlast und somit potentiell auch die Ansteckungswahrscheinlichkeit reduziert. Aber müsste man in der Tat mal recherchieren und langsam mal Fakten schaffen.

  6. Der Eindruck, dass im März Rt bereits vor den Schulschließungen/Lockdown signifikant gesunken ist, ist wahrscheinlich nur ein Artefakt der mangelnden Testkapazität Anfang März. Siehe Christian Drostens Vortrag in Meppen Ende Oktober ab 25:45 https://youtu.be/q9EwA8w-jP8?t=1545
    Der deutlichste Indikator ist meiner Meinung nach, dass die Test-Positivrate in der ersten Aprilwoche ihr Maximum hatte.

  7. Das hier scheint mir die ausfuehrlichste + hilfreichste Quelle zu B.1.1.7 zu sein: https://cmmid.github.io/topics/covid19/reports/uk-novel-variant/2020_12_23_Transmissibility_and_severity_of_VOC_202012_01_in_England.pdf

    ” We estimate that VOC 202012/01 is 56% more transmissible (95% credible interval across three regions 50-74%) than preexisting variants of SARS-CoV-2. ”

    R_t ist natuerlich eine Funktion von viele Parametern, wie dem Virusgenom, dem Verhalten der Bevoelkerung, dem Wetter, dem Anteil der Menschen die imun sind, etc. Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass R_t linear in einem der Parameter ist aber es duerfte grob linear in der transmissablity sein die im paper genannt ist. Das wuerde uns von einem R_t von ~1 auf ~1.5 bringen.

    Von exakten Werten von R_0 (dem “ungebremsten” R) zu reden scheint mir wenig sinnvoll, weil das auch schon eine Funktion desVerhaltens von Menschen und des Wetters ist und daher orts- und zeitabhaengig.

    Bleibt also nur *mehr* zu bremsen.

    cheers, Nico

  8. Wow, grosse Menge Shownotes, sehr cool 🙂 Eine Bemerkung zu der UK Variante: Der US Virologen Vincent Racaniello, der nicht zu den “Leugnern” Gruppe gehört (Drosten war vor einiger Zeit auch Gast in seinem TWiV Podcast ), und von dem ich einen sehr komtepeten Eindruck habe, ist in einem detaillierten Video (https://www.youtube.com/watch?v=wC8ObD2W4Rk&t=2s) auf diese neue Variabte eingegangen, und sie war auch in einem Q&A (https://www.youtube.com/watch?v=GRfQ9fEfe4U&t=4026s) Thema. Der Grundtenor ist, dass er nich sonderlich besorgt über die neue Variante sei. Ich bin auch nur Laie und kann seine Argumente nicht wirklich verifizieren, aber Einiges scheint mir doch überlegenswert. Wohlgemerkt, er sagt nicht, dass die neue Variante kein Problem darstelle, sondern nur, dass es im Moment nicht genügend Material habe, um die Aussage machen zu können, sie sei wirklich besser übertragbar, und natürlich müsse man sie beobachten. Die wichtigsten Punkte sind, soweit ich sie verstanden habe:
    – Korrelation != Kausalität. Nur, dass sie gleichzeitig mit einer grossen Welle in Südostengland auftritt heisst nicht, dass sie diese auch verursacht hat. Sie kann zufällig am Anfang vorhanden gewesen sein und urch den “Founder Effect” in dieser Kohorte eben stärker vertreten sein als andere Varianten.
    – CT-Zyklen in PCR Tests gibt zwar die Menge von RNA Fragmenten in der Probe an, aber das lässt keinen direkten Rückschluss auf die Menge infektiöser Viren im Patienten zu. Es gibt eben noch viele bekannte “Schmierfaktiren” (wie gut war die Probe, wurde sie auf dem Höhepunkt einer Infektion oder auf dem ab/ansteigenden Ast entnommen, wieviele Viren stehen tatsächlich dahinter – ein Virus kann ja in viele RNA Fragmente zerfallen – und wie infektiös sind sie wirklich) – das im Experiment festzustellen, ist nicht trivial. Eine etwas verwandte Diskussion gab es ja bei der Kinder-Studie von Drosten ebenfalls.
    – Laborexperimente und Tierexperimente geben keine direkten Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen bei Menschen
    Wirklich Rüsckschlüsse bekommen könne man eigentlich nur, wenn man untersucht, ob sich diese Variante in anderen Regionen von Europa oder der Welt wirklich schneller verbreite als die herkömmlichen Varianten.
    Übrigens geht Drostens Tweet (https://twitter.com/c_drosten/status/1341419890322919424), die Audio Aufzeichnung des Deutschlandfunks, in eine ähnliche Richtung.
    Vielleicht hilft uns diese Variante sogar (Warnung, wird etwas zynisch): wenn die Leute wegen ihr in Panik geraten, passen sie besser auf, und halten die Massnahmen besser ein. So im Sinn: schadet die Variante nicht, so nützt sie vielleicht sogar …

    • das startete mit einer Hoehreremail in TWiV696,
      es klang wie viele Meldungen ueber neue
      Varianten bevor, und wurde so
      behandelt ; man machte sich lustig darueber.
      Dann wollte man nicht gleich zugeben, dass man womorglich falsch lag als neue Infos reinkamen.
      Racaniello et.al spielen traditionell Pandemiegefahr,
      Laborlecks, Gefahr durch kuenstlich manipulierte Viren
      herunter. Sie wollen gute Wissenschaft gute Foerderung, gutes Miteinander der Wisseschaftler.
      Was aus dem Rest der Welt wird ist zweitrangig.

      Aber trotzdem empfehlenswert (IMO)

  9. Vitamin D Überdosierung ist nicht ungefährlich.

    “Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel (Hyperkalzämie), die akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen können.”
    https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ11.html

    Seid also vorsichtig.

  10. Das Mailab-Video kenn ich scon. Ist toll. Witamin D ist ein Freund der Somme. 😀

    Das Problem dabei ist halt: Nichts genaues weiß man nicht. Sind die Leute (schwerer) krank, weil sie einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben? Oder haben sie einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel, weil sie krank sind?

    Wirklich klar scheint nur zu sein, dass ein Spiegel im Blut unter 20 ein Mangel und ungesund ist. Und ein Spiegel über 80 ist zu viel und ebenfalls ungesund (Zahlen aus dem Gedächtnis und im Zweifel vertu ich mich da ein wenig, Einheit hab ich auch vergessen). Bestenfalls bekommt man davon nur Nierensteine und schlimmstenfalls hat Marc schon geschrieben. “Normal” ist wohl zwischen 30 und 60.

    Im Frühjahr hatte Fefe einen Artikel von Bert Hubert zu Vitamin D und Corona verlinkt und da hab ich mal einen bekannten Arzt (er hat ne Praxis in Berlin Mitte) gefragt was er dazu meint. Der Einfachheit halber einfach aus unserem Chat (sein Name natürlich entfernt). Direkter Anlass waren diese beiden Artikel bei Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Schuetzt-Vitamin-D-vor-Covid-19-4704193.html
    https://www.heise.de/tp/features/Vitamin-D-Unterschied-zwischen-Korrelation-und-Kausalitaet-und-andere-Dinge-4704866.html

    Zitat:
    [7:43 PM] D: Das mit dem Vitamin D3 war klar. Das ist ne Mafia,, D3 ist der Hype in der Medizin seit schon 3 Jahren ^^
    [7:43 PM] D: Soll gegen alles helfen (Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, jetzt natürlich auch Corona… :slight_smile: )
    [7:48 PM] D: Haste schon D3 bestellt, Hilti? :rofl:
    [7:48 PM] hilti: ne, aber letztes Jahr mal ne Packung für den Winter gekauft
    [7:49 PM] D: Das empfehle ich meinen Patienten auch gern, wenn sie zu sehr nerven: 1000 IE D3 pro Tag im Winter, von O bis O
    [7:49 PM] D: (Oktober bis Ostern ^^)
    [7:50 PM] D: Also Vigantoletten, kosten 7,47 Euro für 100 Stück, kann man machen
    [7:51 PM] hilti: hm, in dem verlinkten Artikel oben stand, dass man D3 und K2 kombinieren sollte
    [7:53 PM] D: Ja, das ist der nächste Hype, D3 + K2 ^^
    [7:53 PM] hilti: :man_facepalming:
    [7:53 PM] D: Bei hohen Dosen wohl sinnvoll, aber bei 1000 IE pro Tag geht es auch ohne

  11. Lieber Pavel, lieber Tim,

    Vitamin D ist ein vielschichtiges Minenfeld.
    Ich kann euch da nur sagen, dass selbst Ärzte, die sich als reflektiert sehen, da in Fallen laufen.

    Es fängt tatsächlich ganz am Anfang an. 2011 wurden die Grenzwerte festgelegt. Die Arbeitsgruppe drückte sich sehr umständlich aus und so wurden die Grenzwerte von interessierter Seite sehr hoch angesetzt.
    Ein Jahr später versuchte die gleiche Arbeitsgruppe die Grenzwerte wieder einzufangen, was ihr aber gründlich mißlang. Seither schwirren sie durch den Raum – und sind falsch.
    Wenn ich diesbezüglich und der Quellen auf Twitter verweisen dürfte: https://twitter.com/WorstAtRoutine/status/1200037052626153474

    Ganz aktuell ist die Frage, ob Vitamin D Atemwegsinfekte reduzieren kann nicht beantwortet. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt hauchdünn “Ja” an. Wenn man genau hinschaut, sieht man aber, dass das Ja, durch viele kleine “Jas” (kleine Studien) zu Stande kommt. Die paar großen Klopper mit vielen Fällen, sagen alle: Kein Vorteil [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7709175/].

    Niedrige Vitamin D Spiegel sind schon lange bekannt als Korrelation mit Armut, Krankheit, Bildungsferne etc. Ganz banal kann man sich die Frage stellen: Wer nimmt tgl. Vitamin D zu sich in einer Pandemie? Das sind nicht die dicken, rauchenden, diabetischen Armen in der Sozialwohnung mit 8 Geschwistern. So blöd es klingt. Jemand, der in der Lage ist sich zu informieren, sich etwas zu kaufen und dann auch noch täglich zu nehmen, ist allein durch diese Fähigkeiten weniger durch Covid gefährdet, weil er dann vermutlich auch noch begreift wie wichtig AHA-L ist und den Platz hat, dies auch umzusetzen.

    Da Vitamin D fest in den Händen der Bullshitmafia ist, werden positive (oder auch nur so klingende) Studien oft und gerne geteilt. Negative Ergebnisse jedoch ignoriert oder mit ganz anderen Maßstäben betrachtet, wie die positiven Ergebnisse. [https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.11.16.20232397v1#disqus_thread]

    Es ist nichts dagegen einzuwenden Vitamin D in vernünftigen Dosen zu nehmen. Das sind 800 bis 1000 IE/d. Damit beugt man einem _Mangel_ zuverlässig vor. Ende der Magie. Man sollte aber weder seinen Spiegel bestimmen (Einzelwerte sind sehr unzuverlässig!), noch es als Fehler kommunizieren Vitamin D nicht zu nehmen/geben. Derzeit spricht mehr dafür, dass es – selbst für die klassische Indikation – nicht hilft [https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(18)30265-1/fulltext] als das es hilft.

    Übrigens haben Dicke nicht deswegen einen niedrigeren Vitamin-D-Spiegel weil sie viel Fettgewebe haben. Das Fett wird so langsam gebildet, dass das Vitamin D es “sättigen” kann und dadurch kein Nachteil entsteht, sondern Dicke leben einfach (im Schnitt) ungesünder, bewegen sich weniger, gehen weniger an die Sonne, verhüllen mehr von sich aus Scham etc.

    Seine Fettlöslichkeit ist aber auch eine Stärke: Während Vitamin C immer sofort wieder ausgepinkelt wird, kann Vitamin D über Monate (Winterzeit!) im Körper verbleiben und diffundiert aus den Fettzellen ins Blut, wenn dort der Spiegel sinkt. Daher kommen wir (im Ggs zum 35-Grad-Bullshit) auch über das Jahr ganz gut ohne “Extra-D” aus, wenn denn in den Sommermonaten unser Verhalten stimmt.

    Eure Verwirrung mit Haut-Leber-Niere ist übrigens verständlich. In der Haut entsteht Vitamin D3, dann in der Leber 25-OH-Vitamin-D3 und schließlich in den Nieren 1,25-Dihydroxyvitamin-D.

    P.S.: Natürlich ist Rauchen ein Risikofaktor. Siehe https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7721151/ .

    • Lieber Stefan,

      ich muss hier was schreiben, da dein Kommentar es sogar in den Podcast geschafft hat. Mit Zitaten usw. Ich finde deine Herangehensweise an das Thema schwierig. Einsereits beklagst du Grenzwerte, bist selbst mit Messungen des eigenen Pegels nicht einverstanden, andererseits sagst du 1000 I.E. kann man ruhig nehmen.

      Eine Mafia wie ich es öfter lese, daran glaube ich nicht, ganz einfach weil das Zeug so billig ist. Und Grenzwerte sind überall anders, schaut nach USA oder Japan. Herausstellen wollte ich noch, dass Säuglinge in Deutschland 400 I.E. täglich bekommen, in ihren ersten 12 Monaten täglich. Und Säuglinge sind mit Sicherheit ein medizinisch sehr eng überwachter Teil der Bevölkerung. Daher glaube ich das Kinderärzte das nicht ohne guten Grund geben.

      Meine Frau empfiehlt einigen Ihrer Patienten auch mal einen Spiegel des Vitamin D zu machen, oft sind die Pegel unter 10 mmol/L. Ich selbst arbeite für ein Chemieunternehmen das viel Geld mit Sonnenschutzmitteln verdient. Tatsächlich sind das keine chemischen Reaktionen die beim Einreiben mit Sonnenmilch ablaufen, sondern die Sonne wird blockiert, kommt nicht an die Haut ran. Und die letzten 20 Jahre habe ich nur von den Gefahren der Sonne gehört. Lichtschutzfaktor 30 bis 50 ist heute ehre üblich. Da ist dann auch nix mehr mit Vitamin D im Sommer. Und wer hält sich denn im Sommer täglich ne halbe Stunde mit nacktem Oberkörper im Freien auf?

      Ich würde es halten wie Tim und Vitamin D supplementieren. Wer kein Bock hat täglich was zu schlucken, es gibt die Dinger auch als Depot oder Öl. Wer einen niedrigen Pegel hat muss ne ganze Menge schlucken um seinen Pegel zu erhöhen. Internet Quellen dazu habe ich nicht, das sind Tabellen auf Folien meiner Frau aus Fortbildungen. Was ich damit sagen will: hat man erst mal seinen Pegel ist der messende Arzt vielleicht nicht in der Lage zu sagen was man machen muss um den Pegel eklatant zu erhöhen.

      Ich glaube im Übrigen auch nicht, dass Vitamin D gegen Covid-19 hilft, aber ein vernünftiger Level hält euch auch im Winter gesünder.

  12. Der Tim kennt ja den Oliver Rautenberg (zumindest hat er ihn schon mal retweeted) und da kam auch pünktlich zu Weihnachten ein Podcast mit ihm heraus, wo er mal den Zusammenhang von Impfgegnern (und Corona-Leugnern) mit der Antroposophie durchgeht. Auch wenn das vermutlich eher eine Randnotiz ist, könnte das Thema ja möglicherweise -gerade auch in Hinblick auf die Impfbereitschaft unter Antroposophen, Walddorfschülern oder den Bio-Aluhütern- an Relevanz gewinnen, daher wollte ich das Gespräch hier auch mal erwähnen (so etwa ab Minute 40 wirds Corona-lastig):

    https://wolpertinger.podigee.io/5-anthroposophie-mit-oliver-rautenberg

  13. Ich bin genau wie ihr nur armchair Virologe, aber mir scheint ihr unterschätzt massiv den Aufwand einer sequenzierung. Das macht man nicht nur so aus Spaß, da sollte man genau wissen, welchen benefit das potentielle Ergebnis hat. Und nur zu wissen, dass es wieder eine Mutation gibt, hat eben wenig wert, wenn man nicht die Eigenschaften kennt. Und dafür reicht ein einzelner Fund nicht aus, dafür muss man schon eine Häufung wie in UK haben. Vorher ist der Aufwand wertlos.

    • Nur komisch, daß in anderen Ländern die Vorteile gesehen werden. Zur Nachverfolgung der Virusausbreitung ist dies zum Beispiel sehr aufschlussreich. Dazu sah ich schon in der ersten Welle eine Grafik. Sehr interessant war die.
      Das ist dann sozusagen Nachverfolgung auf einer anderen Ebene. Und schon rein aus (Forschungs-)Interesse ist sowas eine gute Idee. Aber in Deutschland erkennt man den Wert solcher Analysen halt nicht.

      BTW: Forschergeist Nr. 84 schon gehört? Tenor: In Deutschland hat man es nicht so mit Zahlen….

      … und wozu Virus-Genome ermitteln… kann man das Pandemieproblem nicht lösen, indem man die Bürger überwacht? (Dann sind Daten auf einmal wichtig. Aber Fallzahlen zu Covid19… die Brieftaube ist kurz vorm RKI leider abgestürzt…)

      • “Around the world, people are sequencing SARS-CoV-2.”
        Nur im verschlafenen germanischen Dorf sträubt man sich noch widerwillig… vielleicht gehts ja auch ohne Sequenzing, weil iss ja teuer und aufwendig. Mit den Ressourcen könnte man doch besser Konzernen die Steuerlast klein halten, statt diese in die Forschung zu stecken. Im Land von “Wir machen das seit 20 Jahren so!” kannste doch nicht an neuen Dingen forschen…

        Habe eine der Ressourcen gefunden:
        https://nextstrain.org/sars-cov-2/

        Irgendwo sah ich auch mal eine Grafik mit Ausbreitungspfeilen, wie und wann die Viren von Kontinent zu Kontinent gesprungen sind, finde ich nicht so schnell wieder… vielleicht hab ich den Link irgendwo… vielleicht kann man das auch irgendwo in o.g. Link klicken, weiss nicht mehr.

  14. Ach ja, eine Anmerkung zu Pavels vermutetem Einfluss der Nachrichtenlage auf’s Verhalten: ich habe letztens einen sehr interessanten Vortrag gesehen, wo ein Linguist monatelang RSS-Feeds von Zeitungen gescrapet hatte und die Daten dann mal bzgl. Corona analysiert hat.

    In der ersten Welle, so März/April gab es einen starken Anstieg vom Corona-Thema, man kann da geradezu von Themenverdrängung reden. Das ebbte dann allmählich wieder ab.
    Soweit erst mal nicht verwunderlich.

    Daß aber bei der zweiten Welle KEIN Anstieg des Coronathemas mehr auftrat (Daten wurden wohl bis Mitte/Ende November ausgewertet), obwohl die Infektions-Zahlen doch schnell höher als in der ersten Welle waren (!), kann einem ja fast schon Sorgen bereiten… wenn die Compliance mit der Nachrichtenlage korrelliert (selbst Kausalitäten liegen nah), dann kein Wunder, daß das mit dem Light-“Lockdown” nicht sehr effketiv war.
    Freiwillig halten sich die Leute nicht mehr so stark daran, wie noch im 1. Lockdown. Und man sieht’s auch im Supermarkt: Klopapier gibt’s auch noch 😉

  15. Gibt schon einige Dinge, die nicht in Frage stehen und trotzdem oft (z.B. hier im Podcast oder von Influencerin Mai) so drüber Diskutiert wird als wäre da etwas unklar. Bei Vitamin-D werden seit jeher z.B. bei Krebspatienten von immer den selben Leuten postuliert der Mangel könne langfristig entstanden sein durch z.B. Bettlägrigkeit der Betroffenen. Bei einer akuten SARS-COV-2 diese Argumentation auch ernsthaft bringen zu können hatte ich für ausgeschlossen gehalten- wird doch von unseren Verantwortlichen vom BfR und RKI immer gesagt die Vitamin-D-Reserve die man im Sommer aufbaue würde den gesamten Winter ausreichen (6 Monate) und jetzt wird postuliert der Blutwert könne innerhalb 14 Tage im Zuge der Infektion spontan abfallen. Das alles sind natürlich Bullshit-Behauptungen, es ist schon lange bekannt, dass in den Wintermonaten fast die gesamte Bevölkerung nicht mehr die empfohlenen 75nmol oder 30ng erreicht- die Hälfte der Bevölkerung sackt sogar unter 12ng! Das alles ist dem RKI seit Dekaden bekannt, und trotzdem werden solche Desinformationen darüber verbreitet. Beim RKI+BfR usw. stinkt etwas gewaltig wenn die das nicht erkennen/wollen. Analog sollte man sich mal mit dem Einfluss der Automobilindustrie auf das Kraftfahrtbundesamt und deren Beurteilung zu Co2/Spritverbräuchen oder dem jahrzehntelangen Abstreiten der Zigarettenindustrie von kausalem Einfluss von Rauchen auf Lungenkrebs informieren- nur falls man den Einfluss eines Wirtschaftszweigs mit Umsatzrenditen von bis zu fünfzig Prozent falsch einschätzen könne und für unwahrscheinlich hälten sollte… natürlich gibt es Lobbyismus auch in der Pharmabranche und der ist unglaublich weitreichend und mit unfassbar viel Geld hinterlegt.
    https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-015-2016-7/tables/3

    • Der Podcast wie auch die Kommentare zeigen hier ein sehr differenziertes Bild. “Beim RKI+BfR usw. stinkt etwas gewaltig wenn die das nicht erkennen/wollen.” klingt da eher nach wildem Verschwörungsdenken ohne Argumente.

  16. Bitte gebt Pawel was zu trinken. Der arme Keerl schmatzt vor lauter Mundtrockenheit so laut ins Mikro, das ich die letzten drei Sendungen nicht zu Ende anhören konnte

  17. Also der Vitamin D Spiegel schützt nicht vor einer Infektion. Ein relative hoher Vitamin D Spiegel so 40-65 ng/ml moduliert aber das Immunsystem. Das klingt etwas verrückt. Aber Vitamin D kann an mehreren 100 Rezeptoren andocken und direkt in den Zellen wirken. Bei uns in der Firma forschen wir daran seit ein paar Jahren. Wichtig ist aber nicht einfach zu supplementieren sondern zu messen und dann entsprechend aufzufüllen. Da es fettlöslich ist, wirkt es erst ab einem gewissen Spiegel. Dieser kann sich aber erst nach paar Tagen/Wochen aufbauen. Das Problem bei den meisten Studien ist die viel zu geringe Dosierung. Der Spiegel ist von Gewicht, Körperfettanteil und eventuelle Ketose und hormoneller Verhütung abhängig. Wir haben bei uns im Labor etwa 6000 Tests ausgewertet. Es ist nicht so ganz einfach. Aber bei 80kg sind eher 5000 i.E pro Tag ganzjährig auch im Sommer notwendig um auf 40-60 ng/ml zu kommen. Deshalb
    messen auffüllen und messen. Es gibt selbst Test für zu Hause. ca 30€. Oder man lässt sich beim Vitamin D Berater testen.

  18. Trotz aller Panikmache im Kapitel zur Sequenzierung konnte ja nun die neue “englische” Variante des Corona-Viruses sehr schnell nachgewiesen werden, u.A. Berlin und Bayern haben bereits jetzt schon mehrere Fälle gemeldet. Passt also nicht ganz zu den hier von Pavel geäußerten Wahrscheinlichkeiten und Bedenken.

    https://twitter.com/rbb24/status/1347591951500144644
    https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/Zwei-Faelle-der-neuen-Coronavirus-Variante-in-Bayern-nachgewiesen-3883537.html

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