UKW060 Corona Weekly: Jag den Mutanten

Das wöchentliche Update zu Zahlen, Dunkelziffern und digitalen Fragen in der Corona-Krise

Eine neue Runde steht an und wir schauen wie gewohnt auf die weiter leicht sinkenden Zahlen in Deutschland und Europa. Noch etwas genauer analysieren wir die Impfkampagnen in Deutschland und Israel und vor allem erläutern wir, welcher Aufwand getrieben werden muss, um die mRNA-basierten Impfstoffe zu produzieren und warum nicht damit gerechnet werden kann, dass diese Arbeit sich schnell auf unabhängige Lizenznehmer verteilen lässt.

On Air
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avatar Pavel Mayer
Shownotes:
R nach Neuinfektionen und Todesfällen in Deutschland am 12. Februar 2021 (Pavel Mayer)
Covid-19 Tests Deutschland nach Kalenderwoche Stand 12.02.2021
Tests und Positivenquote
7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner nach Altersgruppen in Berlin bis 12.02.2021
Impfgeschwindigkeit pro Tag Deutschland bis 10.12.2021

57 Gedanken zu „UKW060 Corona Weekly: Jag den Mutanten

  1. Zum Thema Schulen und Masken:
    In BW fand vor Weihnachten Präsenzunterricht nur noch mit Maske statt, ich bin mir gerade nicht sicher, ob das schon ab September war oder erst nach den Herbstferien eingeführt wurde. Das ist nicht schön (gerade im Fremdsprachenunterricht), aber es geht. (Es waren allerdings keinen ffp2-Masken vorgeschrieben. Damit ging es auch, man kommt aber schon auf dem Weg ins Klassenzimmer außer Atem und muss sich nach den Treppensteigen erst mal erholen.)
    Jetzt sind ja ffp2-Masken oder OP-Masken an Arbeitsstätten vorgeschrieben (zumindest in BW), ich gehe davon aus, dass dazu auch die Schulen zählen – allerdings erstmal nur für die Lehrenden.

    • Ich kann aus Bayern berichten:

      Dort war außer Grundschule schon im letzten Schuljahr Maskenpflicht. Seit diesem Schuljahr herrscht die Maskenpflicht auch für Grundschüler. Die Eltern in meinem Umfeld melden da keine allzu großen Probleme, aber das ist jetzt nur Hörensagen von einer eingeschränkten Menge an Menschen. 🙂

      Zum Nahverkehr übrigens: In Bayern ist ab Überschreiten der bayerischen Grenze im Zugverkehr und auf allen Bahnhöfen FFP2 Maskenpflicht. Ich glaube in anderen Bundesländern sind da aber auch noch OP-Masken erlaubt. Das wird in den Zügen, die nach Bayern rein und rausfahren auch durchgesagt.

  2. Hi ihr beiden, super Podcast, bei den hohen Zahlen in Hof und Trischenreuth betrachtet mal das Problem der Grenzgänger zu den Nachbarkreisen in Tschechischen und deren hohen Zahlen.

    Gruß

  3. Die Tabelle zum Download der Impfstatistik
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Impfquoten-Tab.html
    “Anmerkung zu den Indikationen: Es können mehrere Indikationen je geimpfter Person vorliegen. In einigen Bundesländern werden nicht alle der in der Tabelle aufgeführten Indikationen einzeln ausgewiesen.

    Deswegen >100%.

    Sinnvoll ist anders in der Statistik. Ich hätte schon gern gewußt, wie viele nicht im stationären Pflegeheim geimpft wurden, also teilweise die mit ambulanter Pflege, denen es noch “zu gut” geht, um nicht stationär Dauerpflege brauchen, oder auch die rüstigen Rentner. Da

    Lieferdaten hab ich diese Links
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1200499/umfrage/prognose-zu-lieferungen-von-corona-impfstoffen/
    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung.html
    Das nimmt im 2. Quartal also _massiv_ zu. Und das glaube ich wird ein Problem bei der Terminverwaltung, die ja jetzt schon überfordert zu sein scheint…. das wird noch ein Spaß, wenn da 30 Mio anrufen wollen…. bzw sollen. (den Liefermengen im 2. Quartal gerecht!).

  4. Lieber Tim, lieber Pavel!

    Vielen Dank wie immer für den hervorragenden Podcast. Euer Bashing für die Grenzlandkreise in Bayern und Sachsen finde ich allerdings nicht ganz fair, weil ich denke, dass ihr einige zentrale Punkte unterschlagt. Allein auf die Maßnahmen in diesen Landkreisen sind die Inzidenzen dort aus meiner Erfahrung nicht zurückzuführen.

    Ich war zwar selbst nicht in Tirschenreuth aber schon in einigen anderen bayerischen Hotspots und kann daher die Maßnahmen mit z.B. München, wo ich eigentlich wohne, recht gut vergleichen. München war kurz vor Weihnachten auf einer 300er Inzidenz. Aktuell liegt die Stadt auf 38,4 – was mir schon zeigt, dass die Maßnahmenstärke hier funktioniert und ich damit einen Vergleichswert habe. Ich empfand die Maßnahmen der Hotspot-Landkreise deutlich härter, als das was wir hier in der Großstadt haben. Natürlich kann ich nicht in das Alltagsleben der Leute dort schauen und wie es sich von Stadtmenschen wie mir unterscheidet, aber ein gewisser Richtwert sollte es wohl doch sein.

    Das Problem wird glaube ich deutlicher, wenn man sich mal ansieht, wie die Grenzkreise der betroffenen Landkreise aussehen, z.B. über die Europa-Karten des European Centre for Disease Prevention and Control oder auch einfach hier:
    https://twitter.com/BoligeiR/status/1358808934136610817/photo/1

    Für Tirschenreuth ist es einfach sehr schwierig, überhaupt auf brauchbare Inzidenzen zu kommen, wenn die Inzidenz ein paar hundert Meter weiter über der Grenze über 1000 steigt. Gerade die bayerischen Landkreise an der tschechischen Grenze sind massiv von den tschechischen Arbeitskräften abhängig. Das komplette Pflege- und auch große Teile des Krankenhauspersonals dort kommt aus Tschechien. Allein Tirschnreuth hat jeden Tag mehrere tausend Grenzübertretungen nur aus dem angrenzendem Landkreis, wo die Leute reihenweise infiziert sind. Auf Grund des grundsätzlichen Wunsches der EU, Grenzen offen zu halten und auch weil Tschechien bislang kein Mutationsgebiet war, hatte der Landkreis auch wenig Handhabe. Man hat es deswegen in Bayern zunächst mit Pendlertesting versucht – allerdings haben sich daran besonders die jüngere Generation nicht gehalten.

    Vielleicht noch eine Anekdote, warum ich nicht denke, dass diese Landkreis “nichts verstanden haben”, wie ihr euch im Podcast äußert: Ich war vor einiger Zeit in Berchtesgaden, was bereits ebenfalls mal die Tabelle auf Platz 1 angeführt hat, als es parallel in Hallein (öster. Seite) hochging. Seitdem war Berchtesgaden konstant oben dabei. Dazu muss man wissen, dass Berchtesgaden und Hallein quasi ein touristisch erschlossenes Gebiet ist. Die Grenze zu Österreich verläuft in Berchtesgaden über die Alpen und es gibt regen Ausflugs-Verkehr – zudem gibt es Berge, wo auf der einen Seite die Österreicher Skibetrieb haben und auf der anderen Seite die Bayern nicht – teilweise geht das faktisch bis exakt zur Grenze. Selbst Bergstraßen verlaufen mal auf der einen mal auf der anderen Seite der Grenze. Es kommt da zwangsweise zu einem Austausch der Regionen.

    Um dem schließlich Herr zu werden hat man dann, wie in einigen anderen bayerischen Hotspots auch, ab Januar die Einreise “aus touristischen Gründen” verboten. Kurz: Man hat hier Landkreise abgeriegelt. Wer die Grenze in den Landkreis ohne triftigen Grund überschritt, musste bis zu 2000 € zahlen. Die Polizei hat das recht streng kontrolliert. Selbst auf den verschneiten Bergen kontrollierte die Polizei den Grenzverkehr (nahm also Fußgänger, Wanderer oder Skitourengeher hoch) und kassierte mit hohen Bußgeldern ab. Ob man das gut oder schlecht findet, steht für mich auf einem anderen Blatt, aber letztlich traute sich irgendwann niemand mehr über die Grenze. Seitdem ist Berchtesgaden aus der dunkelroten Zone draußen und konnte die Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit halbieren. Seitdem halte ich die Grenze durchaus für einen zentralen Aspekt.

    Andere Landkreise wie Tirschenreuth hatten diese Option übrigens nicht, weil der Eintrag dort weniger über den rechtlich aufhaltbaren Tagestourismus läuft als eben über Arbeitskräfte. Trotzdem versuchen die Landkreise seit Wochen händeringend nach Möglichkeiten, die Grenze zu schließen, um aus der Schusslinie zu kommen.

    Die bayerische Regierung hat das dann schließlich vom Verhalten der tschechischen (und was die Mutationen betrifft der österreichischen) Regierung abhängig gemacht. Die kam für sie nun durch zwei parallele Aktionen in Tschechien und Österreich:

    In Tschechien wird der Lockdown trotz 1000er Inzidenzen ab Sonntag beendet, weil der Notstand nicht verlängert werden konnte. Dort öffnet man dann wohl wieder die Geschäfte. Österreich, die ebenfalls hohe Zahlen haben, haben ja seit Montag schon wieder geöffnet. Tirol hat das ja bereits bekannte B1371 Problem und hat auch offen und grenzt auch direkt an Bayern. Ich kann die Bedenken da irgendwo schon nachvollziehen. Das war dann Grund genug für einen Alleingang (gegen die EU) von Markus Söder mit Hilfe von Horst Seehofer, die Grenzen zu Tschechien und Österreich faktisch über die Mutationsgebiet-Regel zu schließen. Für Pflege- und Krankenhauspersonal wird es weiterhin Ausnahmen geben, weil sonst in Ostbayern alles zusammenbricht, für den Warenverkehr sowieso – aber man erhofft sich jetzt auch für die weiterhin betroffenen Landkreise eine Erleichterung, weil für alle anderen der Grenzübertritt erschwert wird. Ich denke, in Sachsen wird man da ähnlich. nachziehen, aber dort bin ich nicht so gut informiert.

    Es gibt natürlich weiterhin großen Streit darüber, wie stark der Grenzverkehr wirklich zu den Inzidenzen beiträgt. Auch ist das jetzt nur eine Erklärung für die problematischen Landkreise an der Grenze. Die hohen Inzidenzen in Mitteldeutschland erklärt sie nicht. Meine Erfahrung als ein großer Befürworter offener europäischer Grenzen und als jemand, der pausenlos im Grenzland unterwegs ist, ist allerdings mittlerweile, dass zumindest für den doch ziemlich strengen bayerischen Polizeistaat eher nicht die eigenen Maßnahmen dort. Man kann schon recht gut plotten, welche Maßnahmen gewirkt haben und welche nicht. Demnach müssten wir eigentlich im März sehen, ob so Hotspots wie Tirschnreuth damit jetzt ein wirksames Mittel an der Hand haben – sofern nicht ganz Deutschland bis dahin eh wieder steigt.

    Zu sagen, die Grenzlandkreise hätten nichts kapiert, finde ich daher nicht gerecht. Mir ist aber auch bewusst, dass uns ein Fingerzeigen auf Ausländer genauso wenig weiter bringt. Ich denke, wir können uns aber alle darauf einigen, dass das Virus nicht an der Grenze halt macht und man das alles etwas gesamtpolitischer sehen muss.

    Vielen Dank für die gute Arbeit und gutes Podcasten weiterhin! 🙂

    • * “Meine Erfahrung als ein großer Befürworter offener europäischer Grenzen und als jemand, der pausenlos im Grenzland unterwegs ist, ist allerdings mittlerweile, dass zumindest für den doch ziemlich strengen bayerischen Polizeistaat eher nicht die eigenen Maßnahmen die Gründe für den Anstieg dort sind.”

      …soll das heißen.

      • Es ist alles wirklich super schwierig. Ich denke, man braucht entweder ein EU-weit konformes Vorgehen, wo nicht einfach der eine Nachbar lockert während der andere verlängert oder wir müssen auf lokaler Ebene (sprich: Landkreisebene) mehr temporäre Abriegel-Möglichkeiten haben. Die Landkreise mit hohen Inzidenzen in Bayern, die sich im Januar selbstständig abgeriegelt haben, waren erstaunlich schnell wieder im Niedriginzidenzbereich, zumal dann auch die eigene Bevölkerung vorsichtiger geworden ist. Meiner Erfahrung nach haben auch alle Leute in diesen Landkreis ein großes Interesse daran, möglichst sofort auf den Top10-Listen zu verschwinden. Da ist niemand stolz darauf.

        Im übrigen muss ich vielleicht korrigieren: Ich hatte oben mal von “faktischer Grenzschließung” gesprochen. Richtig ist eigentlich: Strenge Grenzkontrolle mit verpflichtendem Negativtest (was für viele aber auf das gleiche rauskommen sollte).

    • genauso ist es in Sachsen auch, Görlitz, Bautzen, Osterzgebirge,….. alles Landkreise in der Grenzregion. Vielleicht könnt ihr ja beim nächsten UKW mal eine Karte mit zur Hand nehmen. ansonsten danke

      • Ja, auf den Aspekt sind wir auch schon mal eingegangen, wiederholen den aber nicht laufend. Ist auch schwer einzuschätzen, ob das Virus von Tschechien reingetragen oder von dort reingeholt wurde. So oder so müssen dazu passende Maßnahmen ergriffen werden, was aber offensichtlich nicht in angemessenem Maße erfolgt ist.

        • Es ging mir ja auch nicht darum, dass ihr das wiederholen müsst, sondern eher darum dass in eurem Podcast den Landkreisen faktisch allein der Vorwurf gemacht wurde, keine Maßnahmen ergriffen bzw. nichts begriffen zu haben. Ganz so trivial ist das halt für Grenz-Landkreise nicht und es ist (zumindest in meinen Augen) eine etwas gefährliche Etikettierung für die Leute, die dort leben (das gilt natürlich für die Tschechen über der Grenze ganz genauso).

          • Ich denke nicht behauptet zu haben, dass es trivial sei. Nur zeigt sich, dass welche Maßnahmen auch immer bisher ergriffen wurden, diese nicht gereicht haben. Wo da konkret die Schuld liegt (Kommune, Land, Bund) kann ich nicht beurteilen.

            Am Ende muss der Druck natürlich aus der Bevölkerung kommen, dass sie sich nicht ausreichend geschützt sehen.

        • Die Tschechen haben halt mittlerweile keinen Bock mehr gehen halt auch mit Sympthomen weiter zur Arbeit statt zum Arzt. Auch wenn sie dafür tief nach Deutschland reinfahren. Ist schließlich nur ‘ne harmlose Grippe und Gott steht ihnen bei und so…

    • Da ich aus der Region Tirschenreuth stamme möchte ich noch eine etwas tiefere Einschätzung versuchen. Warum es sich hier wieder zu einem Hotspot entwickelt hat, ist vermutlich die Summe mehrerer Faktoren, die mit Sicherheit auch auf viele andere Regionen zutrifft.
      Im Mittel war die Inzidenz in den bayerischen Landkreisen direkt an der Grenze zu Tschechien über den ganzen Herbst/Winter bereits höher als bei den westlichen Nachbarlandkreisen, was mit auf den langfristigen Eintrag von außen hindeuten kann.
      Nicht nur Pflegekräfte oder Krankenhausmitarbeiter kommen zu einem Großteil aus Tschechien, sondern auch Mitarbeiter in der Fertigung bzw. im Handwerk. Immerhin wird sich das jetzt auf die systemrelevanten Berufe reduzieren.
      Durch die ländliche Prägung gibt es viele Betriebe, bei denen weniger die Möglichkeit besteht, sinnvoll im Homeoffice zu arbeiten. Es gibt außerdem noch viele Mehrgenerationenhaushalte und ältere Personen werden zuhause gepflegt (mit Unterstützung durch Pflegedienste). Das macht die Reduktion der Kontakte leider schwieriger.
      Wie bereits mehrfach gesagt wurde, pendeln die Arbeitskräfte täglich, was speziell mit der 1000er Inzidenz im tschechischen Eger verheerend ist. Bekanntlich sind dort Mutationen schon weit verbreitet. Das zeigt sich mittlerweile auch in den nordostbayerischen Landkreisen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth, wo es mittlerweile 40 bis 70% sind (Quelle: Spiegel Nr. 7/21 und Lokalzeitungen).
      Da positiv getestete Tschechen nicht in die deutsche Statistik einfließen, ist die Ansteckungsgefahr mit Sicherheit nochmals höher als die (sowieso chronisch unterschätzte) Inzidenz vermuten lässt.
      Wie die Zahlen leider belegen, wurde zweifelsfrei nicht genug getan. Das liegt aber nicht daran lokal „nichts gelernt zu haben“, sondern eher an der Gesamtsituation und dem allgemeinen, reaktiven Handeln anstatt eines präventiven. Die Verantwortlichen haben ihr möglichstes versucht und harte Maßnahmen ergriffen – nur leider wohl immer etwas zu spät.

  5. Wo man vor zwei Wochen kritisieren musste, ist diesmal Lob angebracht: das Segment zur mRNA-Supply-Chain war gut aufbereitet und selbst wenn man sich mit dem Thema schon etwas befasst hatte noch sehr interessant.

  6. Servus,
    Höre gerade die neue Folge.
    Wegen „was erlaube Tirschenreuth?“… „was erlaube Tschechien!“
    Sorry, bei ner inzwischen 1000er Inzidenz und vielen Arbeits-Grenzgängern, da wird es dann halt irgendwann schwierig…
    Hattet ihr vermutlich in dem Moment nicht dran gedacht. 😉
    Bis Di. im CH!

    ps: deepest respect!!!!
    Wasser predigen – Regentonne leersaufen!!
    Und das in der 4. Stunde…. das war großartig!!
    Hoffe M. hat seine Hausaufgaben gemacht, wenn er dann wieder auftaucht und mindestens 5 Folgen aus dem letzten UKW CoWeekly -Jahr gehört!! Hättet Ihr ihm ruhig mitgeben können… 😉
    Danke für dieses Lehrstück im Schwurbler-Handling!!!

  7. Hallo Ihr beiden 🙂
    Hier noch eine kleine Ergänzung zu Israel:
    Es zeigen sich schon deutliche Wirkungen, was einerseits an der Inzidenz der Infektionen bei den über 60 jährigen ablesen lässt, andererseits aber auch bei den Spitaleinweisungen.
    Hier ein sehr guter Artikel vom Tages-Anzeiger mit einigen interessanten Grafiken dazu: https://www.tagesanzeiger.ch/so-gut-wirken-die-impfstoffe-in-der-realitaet-651735952728
    Leider hinter einer PayWall, aber die svg-Grafiken sind zugänglich:
    https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2021/israel/israel-impfeffekt.svg
    https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2021/israel/israel-erkrankte.svg

  8. Hallo,
    Tirschenreuth war ja schon ein mal sehr heftig betroffen gleich am Anfang. Evtl. gibt es ja einen psychologischen Effekt, dass viele denken, sie wären immun, weil sie schon mal krank waren. Vielleicht gibt es da auch Erkenntnisse, ob es sich da um einen großen Teil von Reinfektionen handelt. Leider habe ich dazu nichts gefunden

    https://www.br.de/nachrichten/bayern/studie-soll-corona-dunkelziffer-im-kreis-tirschenreuth-ermitteln,RyJm6H8

  9. Zum Thema Mikrofluidik:

    Die Ventile, die Pavel an der Stelle
    https://ukw.fm/ukw060-corona-weekly-jag-den-mutanten/?t=1%3A41%3A22
    meint, heißen
    “Teslaventil” https://de.wikipedia.org/wiki/Teslaventil
    bzw. “Tesla valve” https://en.wikipedia.org/wiki/Tesla_valve

    Auf diversen Videoplattformen findet man Videos, in denen Menschen selbst hergestellte Versionen zeigen und vorführen. Sehr beliebt sind natürlich 3D gedruckte Modelle.

    Mikrofluidik ist gar nicht so neu und wird schon einige Jahrzehnte erforscht.
    Das Schlagwort “Lab on a chip” könnte dem einen oder anderen schon mal begegnet sein, und bezeichnet die Verwendung der gut verstandenen und beherrschten Methoden aus der Halbleitertechnologie um miniaturisierte Versionen von chemischen Analyse- oder Synthesemethoden herzustellen.
    Der erste Prototyp wurde 1979 veröffentlicht (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Lab-on-a-chip)

    Die Entwickung der MEMS Technologie hat uns z.B. stecknadelkopfgroße Beschleunigungssensoren beschert, die wenige Euro kosten und seit Jahrzehnten in Milliardenstückzahlen standardmäßig in Smartphones, Smartwatches, Tablets, Fitnesstrackern, etc. verbaut werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrosystem_(Technik)
    Salopp gesagt muss man an solche einen Siliziumchip nur einen winzigen Schlauch anschließen.

    Solche Technologien werden z.B. für biochemische Assays https://en.wikipedia.org/wiki/Assay verwendet, u.a. um den Durchsatz zu steigern und die Menge der benötigten Reagenzien zu minimieren. Anwendungsfälle, von denen jeder schon mal gehört haben dürfte sind z.B. Dopingtests, Tests auf Tumormarker bei der Krebsvorsorge, Schwangerschaftstests.

    Im Kontext von Corona und dem Dauerthema (Schnell-)Test dürfte vor allem das https://en.wikipedia.org/wiki/Immunoassay von Interesse sein. Im vergangen Jahr wurde eine Zeit lang über “Antigentests” gesprochen, meistens in Form der ELISA Methode https://de.wikipedia.org/wiki/Enzyme-linked_Immunosorbent_Assay
    ELISA ist eine der Standardmethoden in der Biochemie und medizinischen Diagnosik, die Geräte sind natürlich sehr teuer, erfordern Training für korrekte Probenaufbereitung, Bedienung und Auswertung, ähnlich wie die PCR.
    Es wäre sehr interessant, wenn man einen hinreichend empfindlichen Antigentest als “Lab on a chip” umsetzen und ähnlich wie den in der letzten Folge erwähnten “Digitalen Schnelltest” vertreiben könnte. Dann würde jeder Mensch solch ein Gerät einmal kaufen oder gestellt bekommen, und der logistische Aufwand und auch das Müllaufkommen verringert sich dann dahingehend, dass nur noch kleine Nachfüllkartuschen der benötigten Reagenzien vertrieben werden müssen. So ähnlich wie eine Elektrische Zahnbürste, die man jeden Tag nutzt, und nur gelegentlich und für wenig Geld den Bürstenaufsatz und die Batterien wechseln muss.
    Ein anderes Beispiel wäre ein Blutzuckermessgerät, welches einmal gekauft wird, während der eigentliche Sensor als Verbrauchsmaterial nachgekauft wird und dieser kleine Plastikstreifen nur einige zehn Cent pro Anwendung kostet. Dabei muss man zugeben, dass die Entwicklung der Blutzuckermessung für die private Anwendung mehrere Jahrzehnte gedauert hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Blutzuckermessger%C3%A4t

    Der Entwicklungs- und Produktionsaufwand wäre natürlich deutlich höher als bei den “Lateral Flow”-Schnelltests, welche neben dem Unmengen an Plastikmüll auch ein deutlich höheres Packvolumen pro Test benötigen und damit auch einen Engpass in der Logistik mitbringen.

    Dieses Problem haben wir letztes Jahr in der Form des scheinbaren Mangels an Toilettenpapier gespürt: weil eine Verpackungseinheit ein sehr großes Ladevolumen beansprucht, und dabei auch noch wenig Umsatz generiert, können nur wenige Verpackungseinheiten mit einem Transport geliefert werden, ohne die darunter liegende Mischkalkulation umzuwerfen.
    Anders als bei den Schnelltests war aber immerhin mehr als genug Toilettenpapier auf Lager.

  10. Für die Produktion der Grippeimpstoffe werden tatsächlich auch heutzutage noch Hühnereier benutzt.

    Ein Artikel über die Produktion von Pfizer über den ich letzte Woche gestolpert bin:
    https://eu.usatoday.com/story/news/health/2021/02/07/pfizer-expects-cut-covid-19-vaccine-production-time-almost-50/4423251001/
    Zitat:
    Pfizer expects to nearly cut in half the amount of time it takes to produce a batch of COVID-19 vaccine from 110 days to an average of 60 as it makes the process more efficient and production is built out, the company told USA TODAY.

    Durchaus bemerkenswert. Ich hätte ja nciht gedacht, dass es 110 Tage dauert(e) bis eine Charge fertig produziert ist. Die haben wohl zuerst einfach die Methode wie der Impfstoff im Labor produziert wurde kopiert und skaliert. Und jetzt angefangen die einzelnen Produktionsschritte zu
    optimieren.

  11. Hallo,
    ein kurzer Erfahrungsbericht zum Thema Masken in der Schule.
    Ich trage seit April täglich sehr dichte FFP2-Masken (es macht ja wenig Sinn, wenn Luft dran vorbei zieht). Durch den hohen Mehraufwand bei der Stunden- und Raumplanung sind die Tage oft 9 bis 11 Stunden lang. In dieser Zeit trage ich permanent diese Maske (wechsle ca. nach jeder Doppelstunde mit 90 Min.). Es geht schon irgendwie, solange man sich wenigstens so schützen kann. Man hat ja keine Wahl.
    Andere Faktoren sind da eher anstrengend. Z.B. alle 20 Minuten Lüften, wodurch es sehr kalt wird und auch eine Geräuschbelästigung von draußen entsteht. Dazu ist bei uns nur noch die Unterrichtsform Frontalunterricht zugelassen, was zu einem hohen Redeanteil des Lehrers führt. Beides nicht unbedingt gesundheitsförderlich für die Stimme, das wichtigste Werkzeug des Lehrers, wenn man durch die Maske laut sprechen muss. Bei im Schnitt 5 Stunden Unterricht und Besprechungen kommt man nun gerne auf 6 Stunden Redezeit durch die Maske gegen Lärm durchs offene Fenster.

  12. Das mediale Berichten über “Impfdrängler” kann ich nur befürworten!
    Im Zusammenhang mit den Impfverweigerern ähnelt die Situation dem Kartoffelerlass von 1756 des Friedrich II. von Preußen.
    Die zögerliche Verbreitung der Kartoffel wurde erst beschleunigt indem sie scheinbar wertvoll gemacht wurde.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelbefehl
    Ich hoffe dass diese Berichterstattung ein ähnliches Begehren verursacht und somit manchen Impfgegner umpolt.

  13. Schöne Gedanken am Beginn, aber:

    Niemals eine Maske mit schlechterer Schutzwirkung unter einer Maske mit besserer Schutzwirkung tragen!!!

    FFP2 und FFP3 Masken schützen nur, wenn sie wie gedacht sitzen. Der dichte Sitz an den Rändern ist das worauf es ankommt.

    Schon ein 3-Tage-Bart mindert den Schutz deutlich. Oft sieht man im TV wie männliche Pflegekräfte oder anderes, männliches medizinisches Personal sogar Vollbart unter der FFP Maske trägt. Einfach nur traurig.

  14. lieber tim, lieber pavel,
    vielen dank für euren informativen podcast!
    eine info zum thema fliegen:
    seit 1.2. dürfen (zumindest bei lufthansa) nur noch medizinische masken getragen werden, also op-masken oder ffp2. stoffmasken oder masken mit ventil sind verboten.
    die tragepflicht gilt natürlich nur, solange man nichts isst. es ist also regelmäßig so, dass die leute auch über einen längeren zeitraum ohne maske schulter an schulter sitzen. da kann man dann nur noch auf die berühmten hepafilter hoffen

  15. hallo, danke für eine tolle sendung. was mich mal interessieren würde, ob ihr eine erklärung habt warum die anzahl an toten in schweden so gering ist. natürlich ist sie sehr hoch, aber im grunde gab es dort noch nie einen lockdown und es gibt viele länder die deutlich schlechter sind (tote / einwohner): uk, frankreich, belgien, … -ich will gar nicht den schwedischen weg haben, aber was ist dort anders, dass es nicht ins unendliche steigt? andere bevölkerungsstruktur, haben sie ev. gute lüftungen in kitas+co, …? wisst ihr da mehr?

    • Die Sterberate in Schweden war in während der 1. Welle ca. 5,5x so hoch wie in Deutschland und in der 2. Welle weitgehend identisch. Von daher weiß ich jetzt nicht so genau worauf Du Dich da beziehst. Die Mär, es habe nie einen Lockdown gegeben, stimmt so nicht. Es gab eine Menge Maßnahmen, nur wurde demonstrativ auf das Schließen von Schulen verzichtet und dazu wurden die Altenheime nicht sonderlich gut geschützt. Viel zu Lernen, wie man es richtig macht, gibt es in Schweden meiner Meinung nach nicht viel (eigentlich nichts). Im Vergleich zu den unmittelbaren Nachbarn Norwegen und Finnland steht Schweden richtig schlecht da.

      • der unterschied ist in schweden:
        * keine kita&schulschließungen
        * restaurants weiter offen
        * kontaktbeschränkungen viel lockerer

        aber am ende ist das ergebniss sehr ähnlich verglichen mit deutschland. und das obwohl altersheime schlecht geschützt wurden und am anfang sie zu spät reagiert haben.

        • – es gab und gibt Schulschließungen in SWE
          -Restaurants unter Auflagen offen, wurden teilweise auch geschlossen
          – mittlerweile hat SWE strengere Maßnahmen, nachdem man die gesetzliche Grundlage geschafft hat.

          Lassen wir mal die letzten 3 Woche raus, weil Schweden stark nachmeldet…. die Sterberate ist immer noch, obwohl es D in der zweiten Welle richtig verkackt hat, 70% höher.

          Nein, das Ergebnis ist nicht sehr ähnlich, sorry.

  16. Interessant beim Blick nach Israel fand ich die CFR extrem spannend. Trotz zweier extremer Peaks Ende September ’20 und Ende Januar ’21 bleibt die CFR praktisch konstant, was ich mir nur erklären kann, dass mittels der Impfstrategie dort die Pandemie sehr gut beobachtet wird. Link

    Der CFR-Verlauf in Israel könnte dann dazu inspirieren die Inzidenz in D anhand der Todesfälle so zu korrigieren, dass die CFR konstant ist.

    • Vergleiche mal die Demografie von Deutschland und Israel – die sind extrem unterschiedlich. In D ist das Durchschnittsalter bei 44,2, in Israel bei 29,5 Jahren.

      Ob das schon allein ausreicht die Unterschiede zu erklären, kann ich nicht sagen, aber es natürlich wenig überraschend, dass eine so junge Bevölkerung weniger von schweren Fällen betroffen ist.

      • Mein Punkt waren nicht die Niveau-Unterschiede zwischen den beiden Ländern sondern der fast lineare Verlauf in Israel seit dem Sommer (d.h. trotz zweier deutlicher Peaks haben die Tests immer die Pandemie gut abgebildet), während in D die CFR Mitte November ihr Minimum hatte (was für mich gleichbedeutend damit ist, dass man im November in mit den Tests am nähesten an der Pandemie dran war, um sie seitdem eher wieder aus den Augen zu verlieren).

  17. Ist es tatsächlich so, dass 2/3 des R-Wertes auf individuelles Verhalten zurückgeht oder ist das nur in unserem aktuellen Frame so? Also mit geöffneten Arbeitsstätten? Und hier gibt es ja noch immer keine gesetzliche Maskenpflicht und nur eine 10 Quadratmeter Reglung. Ich weiß es tatsächlich nicht, aber von meinem Bauchgefühl sind das immerhin Millionen von Menschen, die täglich pendeln und teilweise noch immer mit 20 Leuten in Großraumbüros sitzen. Wäre die Schließung der Betriebsstätten bzw. eine Maskenpflicht/ harte HomeOffice Pflicht nicht eine erhebliche politische Einflussgröße?

  18. Noch mal zu Tirschenreuth: Ich wohne aktuell in Nürnberg und habe einige Freunde in dem Landkreis. Dort kann so ziemlich jeder jemanden, der an Covid verstorben ist und mein Eindruck ist absolut, dass die das auf individueller absolut Ernst nehmen. Besonders viel Lust haben die auch nicht auf eine nächtliche Ausgangssperre, die da teilweise seit 3 Monaten in Kraft ist. Allerdings gibt es eben sehr viele Pendler dort aus Tschechien, die wohl nicht nur in systemrelevanten Bereichen arbeiten, sondern auch in Fabriken etc Auch hier würde ich die Politik in der Pflicht sehen, wenigstens diese Leute nicht mehr ins Land zu lassen. Dann müssen Fabriken eben in den sauren Apfel beißen und ihre Arbeiter so gut bezahlen, dass es auch attraktiv wird für Personen, die in Deutschland wohnen. Die Tschechen tun mir gerade wirklich sehr leid und vielleicht kann im nächsten Podcast Pavel noch mal genauer auf die Situation dort eingehen. In der deutschen Presse liest man darüber wenig, nur über die Grenzschließungen. Anscheinend wurde dort der Kampf gegen Corona zumindest teilweise eingestellt und Läden öffnen bei extrem hohen Inzidenzen. Das klingt wie der nackte Horror.

  19. Weil immer mal wieder Australien mit den kurzen präventiven Kurzmaßnahmen ein Thema ist: ich habe da Familie und das ganze Land erinnert sich an den Lockdown in Melbourne, der über 100 Tage dauerte & strenger als in Deutschland war.

    Dazu kommt die sehr hohe Anzahl an casual workers im Vergleich zu Deutschland (bei uns spielt sich das im Spannungsfeld zwischen Soloselbständigkeit und Scheinselbstständigkeit ab). Langer Lockdown mit ungewissem Ende ist dort aus Einkommenssicht sehr viel schlimmer, als ein kurzer, harter Lockdown um Schlimmeres zu verhindern. Daher ist die Bereitschaft groß. im Alarmfall mal drei Tage zu Hause zu bleiben, denn in der Zwischenzeit kann man a) Geld verdienen und b) ins Kino oder Restaurant gehen.

  20. Zum Thema Ansteckung sei mal die Seite der Stadt Flensburg empfohlen. Das dortige Gesundheitsamt veröffentlicht, wo die Ansteckung stattgefunden hat. Allgemein zeigt sich in Flensburg auch das Problem von B117. Etwa die Hälfte der Fälle gehen auf diese Variante zurück, sodass das R weiterhin bei etwa 1 steht. Außerdem gab es einen Krankenhausausbruch, sodass die Krankenhäuser ihr Testregime wesentlich ausgeweitet haben, mit täglichen Schnelltests, etc.

  21. Lieferkette: Ich finde, ihr überbewertet die Schwierigkeit der Technik. Lipofektion, also Nukleinsäuren in Liposomen in Zellen bringen, gibt es seit 1987 in vitro und seit 1990 in vivo. An Lipid-Nanopartikeln wird seit den frühen 90ern geforscht. In 2000 war Lipofektion in allen Molbio-Labs, die es machen wollten, alltägliche Methode, um Proteine überzuexprimieren und dann ihre Funktion und Struktur zu untersuchen. Und das geht tatsächlich so, dass man die DNA oder RNA mit den Lipiden (oft ein kommerzielles Produkt wie Lipofectamine) in einem kleinen Eppi zusammenpipettiert und fertig. Die so gebildeten Liposomen sind nicht besonders stabil, daher setzt man es immer frisch an. Die Effizienz der Expression kann einigermaßen streuen. Für RNA-Impfstoffe braucht man höhere Stabilität, kontrollierbare Effizienz, kleine Größe um in Gewebe eindringen zu können und besseren Schutz gegen Zellen des Immunsystems. Daher Lipid-Nanopartikel als Weiterentwicklung der simpleren Liposomen. LNPs kann man auch von Hand zusammenpipettieren. Mit Microfluidics bekommt man aber Automatisierung, höheren Durchsatz, einheitliche und kontrollierbare Partikelgrößen dazu.

    Ich sehe das auch so, dass die Herstellung der LNPs derjenige Schritt in der Impfstoffproduktion ist, der am schwierigsten zu skalieren ist. Ich teile aber nicht die Einschätzung von Jonas, Cornelia und Noah, dass die Anzahl der Leute, die LNPs mit RNA herstellen können im niedrigen dreistelligen Bereich liegt. PubMed hat für das Stichwort “lipid nanoparticle*” [Other Term] 1410 Arbeiten mit 5438 unterschiedlichen Autoren aus den Jahren 2006 bis 2021. Diese Suche ist sehr spezifisch, weil sie nur Arbeiten auswählt, in denen die Autoren selbst “lipid nanoparticle/s” als Keyword angegeben haben. (Für ein allgemeineres Mesh Major Topic “lipid nanoparticle” hat PubMed 11355 Ergebnisse). Die in den Blogs angeführten Firmen Knauer, Precision Nanosystems, Transferra Nanosciences/Evonik, Acuitas Therapeutics und Polymun Scientific haben gemeinsam in PubMed nur 11 Artikel zum Stichwort “lipid nanoperticle*” [Other Term], wo mindestens einer der Autoren eine dieser Firmen als Affiliation angibt. Ähnlich sieht es mit dem Stichwort “microfluidics” aus. Man kann also behaupten, dass es eine ganze Reihe von Leuten mehr gibt, die sich auskennen. Ich sag jetzt nix über Patente … kommt hier, scheints, nicht gut an. ^^

    Video-Tip: Pieter Cullis – The Long and Winding Road to the Pfizer/BioNTech COVID-19 Vaccine
    https://www.nanomedicines.ca/2021/01/18/lnp-system-behind-covid-19-vaccine/

    p. s.: DMG-PEG2000 lang aussprechen: ratz wie in Racemat und Ethüüleen wie in PE 😉

  22. Vielen Dank erstmal für den Podcast! Hilft mir jede Woche sehr, die Pandemie aus der Ferne auch in Deutschland mitzuverfolgen. Ich lebe und studiere seit einiger Zeit in Südschweden. Hier werden mittlerweile PCR-Schnelltests angewendet, die unter dem Label “VitaPCR” laufen. Ich habe da bisher nicht so wahnsinnig viel Informationen zu gefunden, aber vielleicht wäre das ja mal ein interessantes Thema für Euch? Die Firma, die diese Tests anbietet, verspricht jedenfalls, dass man damit die Vorteile von PCR und Antigen-Schnelltests in einem hätte.

  23. Hallo!

    Zum Thema Masken-Upgrade:
    Das US-Amerikanische CDC hat sich für die Frage der Leckage bei OP-Masken interessiert und zwei gängige DIY-Optimierungen untersucht: “Double-Masking” (Alltagsmaske über OP-Maske) und Ohrschlaufen verknoten. Ergebnisse sind recht gut:
    https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7007e1.htm

    In Frankreich hat sich das dortige Normungsinstitut bereits im ersten Lock-Down um die Frage der Qualität von (waschbaren) Alltagsmasken gekümmert. Herausgekommen ist im März 2020 AFNOR Spec S76-001 , wo Filtrationseigenschaften, Atemwiderstand und Testmethoden festgelegt wurden. Damit auch kleine Textilbetriebe sofort loslegen konnten, wurden damals auch gleich Schnittmuster und Empfehlungen für geeignete Stoffe veröffentlicht. Wer sich zertifizieren lässt, kann dann ein Logo “Garantierte Filtration – XX Waschgänge getestet” auf die Packung kleben. (Es werden meist so 10..50 Waschgänge angegeben). Es wird eine maximale Tragedauer von 4h empfohlen, dann soll die Maske wegen Durchfeuchtung getauscht werden.
    In Spanien scheint es eine ähnliche Norm zu geben.

    Die Norm mag in der ersten Welle bürokratischer Overkill gewesen sein, aber jetzt hilft sie: Seit dem nicht-Lock-Down Ende Januar gelten in Frankreich nur noch folgende Masken als ausreichend:
    – FFP2
    – Medizinische “OP-Masken”
    – Stoffmasken nach obiger Norm, UNS 1/ Kategorie 1. (über 90% Filtration, soll den OP-Masken entsprechen).
    Für berufliche Tätigkeiten mit Kundenkontakt galt diese Pflicht bereits vorher.
    https://www.afnor.org/en/faq-barrier-masks/

    Getragen müssen die Masken unter anderem:
    – In Schulen ab Klasse 1 die ganze Zeit, auch während des Unterrichts, auch auf dem Schulhof. Einziger Moment, in dem die Maske nicht getragen werden muss ist beim Essen in der Kantine.
    – In Büros immer, durchgehend auch am eigenen Schreibtisch. Einzige Ausnahme ist, wenn man alleine in seinem persönlichen Büro sitzt.
    – In Geschäften, ÖPNV, etc… im Prinzip wie hier in geschlossenen, öffentlichen Räumen.

    Übrigens: Während der zweiten harten Ausgangssperre im November waren die Schulen durchgehend in Betrieb und auch Fabriken waren in Betrieb. Für Büros galt eine Pflicht zu Tele-Arbeit, da wo es geht. (Während der ersten Ausgangssperre waren Schulen noch geschlossen und auch viele Betriebe und Büros waren geschlossen, was für einen noch größeren wirtschaftlichen Schaden gesorgt hat). Trotzdem sanken die Zahlen rapide. Seit Dezember gilt in Frankreich ein Lock-Down light: Geschäfte dürfen öffnen, Kultur, Indoor-Sport und Restaurants bleiben geschlossen… Seit Februar gilt darüber hinaus eine Ausgangssperre ab 18:00.
    Seit Dezember stagnieren die Zahlen (auf einem zu hohen Niveau): Es sieht also fast so aus, als hätte man da einen funktionierenden Maßnahmen-Mix gefunden. Wegen der Mutanten wird man aber wahrscheinlich doch bald mit einem dritten Lock-Down die Zahlen drücken müssen.

    In Deutschland dürfen hingegen Leute an ihrem Schreibtisch weiterhin Aerosole ungefiltert ins Großraumbüro ausatmen. Wie es an Schulen aussieht… da blicke ich nicht mehr durch. Es wäre ein ziemlich schlechter Witz, wenn man hier Geschäfte und Schulen schließen musste, weil man z.B. in Büros nicht durchgehend Maske tragen musste…

  24. Wenn die (Antigen-)Schnelltests zugelassen wären… wie viele Schnelltests wären dann in Deutschland pro Woche verfügbar? Wie groß wäre der Anteil der Bevölkerung, den man wöchentlich durchtesten könnte? Kann man überhaupt alle Schüler wöchentlich durchtesten?

  25. Ich würde gern ein kurzes Update zur Wirkung von Öffnungsansätzen geben. Wir haben hier in Sachsen seit Montag wieder offene Kitas und Grundschulen bei gleichzeitiger Aussetzung der Schulpflicht. Das bedeutet:
    – Klassenleiterunterricht mit reduziertem Stundenplan, d.h. geschlossene Gruppen
    – Maskenpflicht im Gebäude aber nicht am Platz
    – Hort und Kita versuchen sich an diesen Regelungen zu orientieren

    Zu beobachten ist:
    – wesentlich mehr Verkehr auf den Straßen,
    – Schulhöfe und Schulgänge sind ein einziges Gewusel (die Faschingsparty am Dienstag eskalierte ordentlich),
    – die Nachmittagsgruppen unter den Schülern werden größer (wegen des guten Wetters aber vor allem draußen),
    – die Eltern bzw. die Mitarbeiter strömen wie bekloppt in die Unternehmen (“um endlich mal wieder mit jemandem reden zu können”),
    – im Unternehmen und auch in der Öffentlichkeit spürbarer Rückgang bei Masken- und Abstandsdisziplin,
    – das Ganze in Verbindung mit einer verstärkten Nutzung der Einkaufsgelegen zum Schacken und Klönen in der Sonne vor den Geschäften,
    – das Gesundheitsamt fährt parallel zu den Zahlen die Aktivitäten runter (“ist ja nicht mehr so viel los”),
    – allgemeine Stimmungslage “Geschafft!”

    Wenn man sich in der Nachbarschafft und unter den Kollegen so umhört, wird wohl für ein wahrscheinlich erforderliches erneutes Anziehen kaum noch Akzeptanz vorhanden sein. Sommer- und Osterurlaube werden fleißig geplant. Das macht mir große Sorgen, da man in die aktuellen Zahlen schon einen sich deutlich verlangsamenden Rückgang der Infektionslage reininterpretieren kann. Es steht letzendlich zu befürchten, dass es im März nochmal richtig abgeht.

    Aber eines muss man auch berücksichtigen: So glückliche Kinder, wie beim Schulstart letzten Montag, habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

    • Kurzer Nachtrag zur Aussetzung der Schulpflicht. Von 90 Kindern der Klassenstufe 4 ist eins(!) “wegen einer Erkältung” nicht in der Schule. Da das Schulprogramm damit ohne Rücksicht auf das Kind durchgezogen wird, wird es wahrscheinlich nächste Woche dann auch da sein.

  26. Zum Thema Hilfsstoffen/Lipidhülle, u.a. DMP-PEG2000 (erwähnt an Stelle
    https://ukw.fm/ukw060-corona-weekly-jag-den-mutanten/?t=1%3A30%3A58)

    PEG-(und eine Nummer) findet man übrigens in den Inhaltsstoffen vieler Kosmetika.

    Um den Namen kurz auseinanderzunehmen:
    Kaufen und die Struktur ansehen kann man das z.B. hier:
    https://www.sigmaaldrich.com/catalog/product/avanti/880151p?lang=de&region=DE

    1,2-Dimyristoyl-rac-glycero-3-methoxypolyethylene glycol-2000
    1,2: An der Stelle 1 und 2 (von drei, die an Glycerin vorhanden sind, s.u.)
    Di = zweimal das folgende
    myristoyl = Myristinsäure, eine gesättigte Fettsäure, die in vielen Fetten vorkommt (https://de.wikipedia.org/wiki/Myristins%C3%A4ure)

    rac = Racemat, d.h. es gibt diesen Stoff in “linksdrehend” und “rechtsdrehend”, und die wurden einfach nicht voneinander getrennt, weil für die Eigenschaften nicht wichtig (Das Wort kennt man im Alltag z.B. aus Werbung für Produkte, die “linksdrehende Milchsäure” enthalten)

    glycero = Glycerin (wie es in jedem gewöhnlichen Speisefett vokommt)

    3: an der dritten Stelle des Gylcerins
    methoxy: eine “Endkappe” aus Methanol
    polyethylenglycol: (Ethylen-)Glycol ist am besten als Frostschutzmittel bekannt. Poly heißt, dass man viele davon zu einer Kette zusammengeknüpft hat, eben einem Polymer
    2000 bezeichnet das Molekulargewicht eben jener Kette, das ist in der Polymerchemie so üblich.

    Das Ganze kann man sich bildlich als Bauanleitung mit Legobausteinen und Schnur vorstellen:

    1. Schritt:
    man nehme 15cm Schnur und bindet an ein Ende einen kleinen Legobaustein (z.B. diese Lego Technik Bausteine mit zwei Noppen und einem Loch)
    das baut man zweimal.

    2. Schritt: Man nimmt einen dicken Stein mit drei Noppen und steckt die eben gebauten Schnurbausteine nebeneinander auf zwei der drei Noppen

    3. Schritt: Man nimmt ungefähr 44 dünne Steine mit vier Noppen, und baut daraus eine lange Kette, indem man immer überlappend das Ende des einen Steins auf die äußere Noppe des nächsten Steins steckt.

    4. Schritt: An das Ende dieser Kette steckt man einen 1er Stein als Abschluss

    5. Schritt: das andere Ende der Kette steckt man an die letzte freie Noppe des 3er Steins.

    Fertig!

    Wenn man davon sehr, sehr viele hat und die ordentlich lagern möchte, legt man diese langen Moleküle schön parallel, die Seite mit der Schnur alle in die eine Richtung, die Endstücke auf der anderen.

    Für die mRNA Impfstoffe haben diese Moleküle die Funktion, sogenannte Mizellen (https://de.wikipedia.org/wiki/Mizellen) zu bilden bzw. zu stabilisieren, die zusammen mit diesem proprietären SM 102 Lipid einem weiteren Lipid namens DSPC und Cholesterol diese berüchtigten Lipid-Nanotröpfchen bilden.

  27. Zum Thema Rohstoffe:

    Economy of scale ist auf für Chemikalien ein Ding.

    Es gibt sogenannte Basis-/Grundchemikalien (https://de.wikipedia.org/wiki/Grundchemikalie) die auf der Skala von tausenden bis Millionen Tonnen pro Jahr in großtechnischen Anlagen hergestellt werden.

    Beispielsweise Ethen (Ethylen) https://de.wikipedia.org/wiki/Ethen, was aus Erdöl oder Erdgas gewonnen bzw. isoliert wird, daraus wird dann u.a Polyethylen hergestellt (ebenfalls großtechnisch im Tonnenmaßstab), und im Alltag sehen wir es schließlich in Form der Plastiktüten die immer noch in den meisten Supermärkten in der Gemüseabeilung hängen.

    Dagegen sind die angesprochenen Zutaten für die Impfstoffherstellung Feinchemikalien (https://de.wikipedia.org/wiki/Feinchemikalie) oder Spezialchemikalien.
    Diese werden dann im Bereich von Kilogramm bis wenigen Tonnen pro Jahr hergestellt. Bei genug Nachfrage werden für die Herstellung Produktiionsprozesse und -anlagen entwickelt und gebaut.

    Es gibt aber auch Firmen, die speziell auf Kundenbestellung einige Gramm einer bestimmten Substanz aus kleineren Molekülen synthetisieren, was dann entsprechend kostet. Wie in so ziemlich jeder Branche werden Dinge sofort sehr viel teurer, sobald ein Mensch etwas in die Hand nehmen muss.

    Angenommen, für einen Impfstoff wird ein solches spezielles Molekül gebraucht und soll von einem Zulieferer “von Hand” synthetisiert werden, womit dann etliche Menschen Wochen bis Monate beschäftigt sind.

    Im Idealfall ist ein bewährter Syntheseweg bereits bekannt, simpel gesagt ein “How To”, das man einfach befolgen kann. Dazu müssen sämtliche Ausgangsmaterialien bestellt werden, Stück für Stück im Labor die Zwischenstufen hergestellt und aufgereinigt werden. Es muss sichergestellt werden, dass diese auch hinreichend rein sind. Diese Zwischenstufen müssen wieder im Labor mit weiteren Molekülen zur Reaktion gebracht und gereinigt werden, dann hat man die nächste Zwischenstufe. Solche sogenannten Totalsynthesen erfordern schnell mehrere dutzend Schritte. Eine Totalsynthese zu finden oder auch nur zu verbessern ist ein typisches Projekt eines Doktoranden in der organischen Chemie, d.h. das kann mehrere Personenjahre dauern.
    Am Ende hat man dann meistens ein paar Milligramm des gewünschten Moleküls.

    Damit erklärt sich dann auch ein Preis von 50.000$ pro Gramm.

    Selbst wenn jeder Schritt solch einer Synthese genau bekannt und optimiert ist, erfordert die Herstellung etliche Wochen Arbeitszeit einer erfahrenen Chemiker*in, ein gut ausgestattetes Labor, teure Geräte zur Analyse und ggf. zur Aufreinigung, und nicht zuletzt die Materialkosten für die Rohstoffe.
    Eine chemische Synthese liefert in den seltensten Fällen eine 100%ige Ausbeute, in der Realität eher irgendwas zwischen 30% und 90%.
    Einfaches Beispiel: Angenommen eine Synthese erfordert zehn Zwischenschritte, die alle mit 80% Ausbeute ablaufen (beides sehr optimistische Annahmen), resultiert daraus eine Gesamtausbeute von 0,8^10 = 0,107 – knapp 11%. Alleine deshalb muss das Endprodukt vielfach teurer sein als alle Rohstoffe zusammen.

    Ich versuche mal die Parallele zur Corona Warn App zu ziehen:
    Du hast im Verlauf des vergangenen Jahres mit verschiedenen Menschen sehr detailliert über die technischen Details und Risiken der Entwicklung dieser App gesprochen. Die einzelnen Komponenten sind bekannt und verstanden: Man weiß wie Bluetooth funktioniert, wie eine App funktioniert, wie das mit der UI und dem Backend geht, welche mathematischen Grundlagen man anwenden kann, welche Crypto…
    Für das meiste davon gibt es Bibliotheken, und man müsste “nur mal” die richtigen Bibliotheken auf die richtige Art und Weise zusammen programmieren.
    Am Ende hat es doch Monate gedauert, Millionen gekostet und die Mitwirkung vieler, vieler Menschen erfordert, weil man eben doch erst mal ein Testbett für eine einzelne Funktionalität programmieren muss, (eine Zwischenstufe herstellen), und dieses ordentlich testen (Produkt der Reaktion aufreinigen). Denn bei der Softwareentwicklung ist klar, dass wenn eine Komponente, einen Bug enthält oder unzuverlässige Daten produziert, alle anderen Komponenten, die mit diesen Daten arbeiten sollen, Folgefehler produzieren werden.

  28. Mal noch eine weitere Perspektive auf Sachsen: die AFD fährt hier eine Desinformations-Kampagne, wo in Youtube Werbung behauptet wird:

    – zur Maske „Wir wissen die Maske hilft so gut wie gar nicht gegen Corona […]“
    – zum Lockdown: „Das heißt diese Einschränkungen sind überflüssig, sind nur schädlich, haben keinen Nutzen …“

    Ob die AFD da jetzt die Stimmung der Bevölkerung aufnimmt oder schafft – keine Ahnung. Förderlich für den Pandemie-Verlauf ist das sicherlich nicht.

    PS: Ich verlinke das Video hier nicht, mit dem Titel “Jörg Urban zum Masken-Irrsinn, LSBTTIQ* und Kretschmers-Osteransage” wird man es aber finden.

  29. Hallo Tim Hallo Pavel,

    Eine Gegenrede zu euren Ausführungen bez. der Lizenzfreigabe (“#TRIPSWaiver”): Wenn es stimmt, dass die Freigabe keinen schnellen bzw. kurzfristig relevanten Einfluss auf die Impfstoffverfügbarkeit hat, wäre es dann nicht umso _wichtiger_ diese Freigabe _jetzt_ zu erteilen?

    Denn:

    1. Als diplomatische Geste wäre sie dann gerade sehr “billig” (wirtschafts-geo-politisch gesehen): Noch monatelang Zeit, bevor Generika wirklich die Verkäufe der westlichen Firmen schmälern würdern. Toll! Ist bei anderen Medikamenten eh schon so, nur halt durch die normale Patentdauer erst später gedeckelt. Dass bis dahin die Entwicklungskosten (ohnehin teils staatlich gefördert) plus anständige (aber eben begrenzte) Profite schon wieder reingekommen sind, lässt sich ja arrangieren.

    2. Die “1. Welt” durchzuimpfen, mag uns leicht zynischerweise vielleicht jetzt näher am Herzen (oder der Lunge) liegen, aber: Sehenden Auges in ein paar Monaten oder nächsten Jahr in eine schon-wieder-Monopolsituation “reiche vs. arme Länder” zu laufen, wäre nur ein weiteres Versagen des “liberalen Westens”: Sowohl ggü. den eigenen Ansprüchen, als auch ggü. weniger liberalen Spielern der Geopolitik. Die guten Moves sollten wir schon selbst machen.

    3. Außerdem: “Unsere” Lieferverträge sind doch viel umfangreicher, als tatsächlich notwendig. Ergo werden wir letztendlich eh Dosen verschenken oder zu geringeren Preisen abgeben. Aber warum bis zu so einer Almosensituation warten, als jetzt schon zu beginnen, Hilfe-zur-Selbsthilfe vorzubereiten?

    4. Vielleicht etwas weiter hergeholt, aber: Je länger die Pandemie noch außerhalb der 1. Welt weiter blubbert, desto eher verschiebt sich “unser Risiko” auf die Eintragung von außen (siehe jetzt schon Neuseeland & Co.). Sollen wir das Aufkommen einer “Impfestung Europa” riskieren, oder gleich im Keim ersticken?

    Die Lizensfreigabe erzeugt natürlich kein kurzfristiges Füllhorn, aber es ist ein wichtiger Schritt am Anfang des Weges dorthin. Den zu blockieren oder mit essentiell so “Argumenten” wie “Schaffen die Anderen ja eh nicht hin!” und “Aber nützt uns jetzt nix!” versuchen wegzuargumentieren, ist auf mehreren Ebenen kurzsichtig.

    Könnte fast das Ergebnis einer Bund-Länder-Beratung sein ;->

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